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Turnen, Sport und Spiel.

Aus dem Turngau Hessen.

95. (Bouturntag.

o Gießen, 22. Mär;. Die höchste entschei­dende Körperschaft des Gaues, der Gauturntag, trat vorgestern hier im Saalbau Sauer zu ihrer dies­jährigen Tagung zusammen. Die gesamte Gau­leitung und 90 Vereine waren mit 156 stimmberech­tigten Mitgliedern vertreten. Kurz nach 10 Uhr er­öffnete der 1. Gauoertreter, Arthur Pfeiffer (Wetzlar), die Verhandlungen, und zwar das erste- mal noch seiner Wahl zum 1. Kreisvertreter des 9. Kreises (Mittelrhein) durch einen außerordem- lichen Kreisturntag zu Wiesbaden im November vorigen Jahres. Diesen ehrenvollen Augenblick wür­digte der 2. Gauoertreter R. Schneider (Butz­bach) in einer kurzen Ansprache, die den einmütigen Beifall der Versammlung fand. Um es gleich vor­wegzusagen, wurde Pfeiffer, dessen Amt zur satzungsgemäßen Neuwahl stand, ebenso einmütig wieder zum 1. Gauvertreter gewählt, nachdem der Gauvorstand ihn, weitestgehende Unterstützung in der Leitung der Geschäfte zugesagt hatte. Mit Pfeif­fer hat der Gau Hessen zum zweitenmal den Kreis- oertreter gestellt: das erstemal war es Moritz Kuhl aus Butzbach (186368), der im Anschluß an seine Leitung, denWetlerauer 'Boten", auch die erste Kreiszeitung, dosMittelrheinische Turnblatt" her- ousgab. Mit kurzer Unterbrechung war dann seit 1872 bis zum Tode Emanuel Schmucks 1926 Darm f tarnt Sitz der Kreisoertreter.

Die Rechenschaftsberichte der leitenden Gaustellen lagen in einem stattlichen Bändchen gedruckt vor und gaben Anlaß zu lebhafter Aussprache: dabei wurde auch auf die besonders in größeren Städten von oben her veranlaßten Beamtenturnvereinc hin- gewiesen, die, statt zur so notwendigen Dolksgemein- schaft zu erziehen, unseren Volkskörper noch weiter zersplittern. Die Mitteilung, der von Gau, Kreis und Deutscher Turnerschaft an eine Anzahl verdienter Turner zuerkannten Ehrenbriefe ließ den Wunsch laut werden, daß man auch auf diesem Gebiete dem Wesen des deutschen Turners entsprechend wieder zu cinsacheren Formen des Dankes und der Aner­kennung für treugeleistete Mitarbeit kommen müsse. Die Gaurechnung war vom T. u. Sportverein Mar­burg geprüft und, abgesehen von einigen formellen Kleinigkeiten, für einwandfrei erklärt worden, fo daß dem Rechner Heinrich Post (Alsfeld) Ent­lastung erteilt werden konnte: er hatte nach dem Tode seines Vaters Hermann Post, der mehr als 25 Jahre die Kassengeschäfte des Gaues mustergültig geführt hatte, die Amtszeit zu Ende gebracht und mit Rücksicht auf seine Jugend die Mitwirkung im Gauvorstand zur Verfügung gestellt. An seine Stelle wurde Wilhelm Derlei, der Vorsitzende des Tv. Niederwöllstadt, zuw Gaurechner gewählt. Zum Rechnungsprüfer für das nächste Jahr wurde die Gießener Turnerschaft bestellt. Der Mittelrheinkreis und die Deutsche Turnerschaft haben ihre Beiträge um 6 Pf., auf 1,30 Mk. pro Kopf erhöht, der Gau erhebt 25 Pf., so daß eine Belastung von 1,55 Mk. für jedes steuerzahlende Mitglied entsteht. Der an- geforderte Betrag wurde einstimmig genehmigt und dabei aus der Mitte der Versammlung aus­drücklich betont, daß die (Bauleitung die umfang­reichen Geschäfte in weitgehendem Maße ehrenamt­lich bestreitet, d. h. auch persönliche Opfer bringt. Die Gausatzungen sind veraltet und müssen der bc- svnders in der Nachkriegszeit einsetzenden Auf­gliederung der turnerischen und nerwaltungS' mäßigen Leitung entsprechend umgestaltet werden: die Vorarbeiten dazu werden einem Ausschuß über­tragen, dem außer vier Mitgliedern des Gauvor- standes auch die Turner Günther (Marburg) l und 0 ßwald (Bad-Nauheim) angehören werden.

Die Wilhelm-Will-Staffel, die zu Ehren des (Bau- f oberturmuartes bei seinem 60. Geburtstag erstmals stattfand, soll fernerhin nur alle drei Jahre gelaufen ' werden: die Wiederwahl des bewährten Turnführers erfolgte einstimmig.

Unter den Anträgen der Vereine löste besonders ein beachtenswerter Vorschlag der Turngemeinde Friedberg eine lebhafte Aussprache aus. Darnach soll das jährliche Gauturnfest die große, umfassende Veranstaltung des ganzen Gaues bleiben, auf der er sich seiner Gemeinsamkeit in turnerischer und seelischer Beziehung voll bewußt werden kann, wäh­rend die Sonderveranstaltungen der einzelnen Fach­abteilungen die Turner auseinanderfiihren und zu­dem noch wirtschaftlich mehr belasten. Aber so wün­schenswert diese Zusammenfassung in idealer Be­ziehung auch anerkannt werden mußte, so würde der Rahmen eines solchen Gauturnfestes doch so groß werden, daß die dazu nötigen Raumoerhält- nisse nur noch von den größten Städten des Gaues aufgebracht werden könnten, und die technische Durchführung auch in diesem Falle auf große Schwierigkeiten stoßen würde. Nichtsdestoweniger soll in Zukunft geprüft werden, ob sich nicht von Fall zu Fall eine Vereinigung der Wettkämpfe ver­schiedener Fachabteilungen ermöglichen läßt, und in diesem Sinne würde das Schwiinmen mit dem dies­jährigen Gauturnfest in Heuchelheim verbunden. Die Meisterfchaftskämpfe im Dolksturnen und das (9nufraucnturnen dagegen werden gesondert statt­finden, und die Gauturnfahrt soll auch in diesem Herbste nicht ausfallen. Eine weitere Altersstufe für 'Altersturner über 50 oder 55 Jahre, wie sie der Tv. Bad-Nauheim 1860 beantragt, wird abgelehnt: es verbleibt bei den seitherigen Altersstufen von 35 bis 45 Jahre und von 45 Jahren und darüber. Wer in höherem Alter sich noch turnerisch betätigen kann und will, soll in feinem Verein werbend weiter arbeiten und damit der Jugend leigen, daß die körperliche Hebung auch Selbstzweck ist und ohne Preisjägerci bestehen kann. Ferner wurde der Zu­sammenschluß vou Gesangsabteilimgen der Gau­vereine zu einer Gausängerschaft nebst einem (Bau* gesangswart abgelehnt

Bei den satzungsgemäß iälligcn Wahlen wurde Rektor B a ch (Großen-Linden) als Gauuorstands- Mitglied wiedergewählt: im Gauturnansschuß bleibt Luckhardl (Marburg) als Kauwart für das Volkstnrnen, Fritz Seibert (Wetzlar) als Gau- fpiehnart, R. Paul (Gießen) als Ganwart für das Frauenturnen, Fr. Groas (Marburg) als Gau- iechtwart. neugewählt als Gaujugendturn- und Wanderwa'.t wird Lehrer Lehlaß von Groß- Seelheirn bei Kirchhain (Bez. Kassel), während das Ami eines Gauwartes für turnerisches Geistesleben vorläufig unbesetzt bleiben und die entiprechende Einwirkung auf die Jugend mehr innerhalb der Vereine gepflegt werden soll. Mit der Versamm­lung war eine Ausstellung von Turnliteratur ver- bunden, die sich großer Beachtung zu erfreuen hatte. Ehrende Linerkennung fand die Turnertreue des Turners Heinrich Schmidt aus Grünberg, der heute leinen 34. (Bauturntag besuchte und weithin als Fabrikant bekannt ist.

Turngau Hessen (D. T.)

Handball.

=. Das im Gau Hessen mit Spannung er­wartete ersteGauauswahlspiel im Hand­ball sand auf dem Platze des Männerturnvereins vor leider nur wenigen Zuschauem statt. Diese kamen jedoch voll auf ihre Rechnung, denn es wurde Handball in vollendeter Form gezeigt.

Dem Schiedsrichter Langsdorf (Tv. 1860 Bad-Nauheim) stellten sich zwei aus den besten Spielern des Gaues ausgewählte Mannschaften.

Gleich nach Anpfiff des Schiedsrichters ent­wickelt sich ein äußerst spannendes Spiel, das beide Parteien im Angriff sieht. Die ^-Mann­schaft zeigt sich bedeutend schneller und schuß- freudiger und kann bereits in der zweiten Mi­nute durch den Linksaußen Wienerin Führung gehen. Die B-Mannschast läßt sich durch den raschen Erfolg des Gegners nicht verblüffen und leitet gefährliche Aktionen ein, die jedoch durch den sich in blendender Form befindlichen Tor- kiper Kimrih zunichte gemacht werden. Er kann es jedoch nicht verhindern, daß die B-Mann- schaft durch den alten Zeih den wohlverdienten Ausgleich herstellte. Jetzt zeigt aber der Sturm der ^-Mannschaft ein ganz überragendes Können, er liegt dauernd im Angriff und kann, unterstützt durch die gute Läuferreihe (in der besonders Beaupain aufopfernd spielte) noch drei wei­tere Tore bis zur Halbzeit erzielen. Da die B-ßäufcr schwache Momente aufwiesen, tauschte nach Seitenwechsel die Spielleitung die Läufer­reihen beider Mannschaften, um dem guten A-Stiinn eine bessere Hintermannschaft entgegen­zustellen. Aber es zeigte sich, daß die A-Stürmer es auch mit der verstärkten Verteidigung auf­nehme n konnten, waren sie bis zum Schluß doch noch viermal erfolgreich. Der B-Mannschaft kam die verstärkte Läuferreihe aber auch zugute: zwei schöne Durchbrüche gelangen der Mannschaft, so daß das wirklich schone Spiel, das eindringlich für den Handball warb, mit dem Ergebnis 8:3 für die A-Mannschaft zu Ende ging, die auch in dieser Höhe verdient gewonnen hatte. Schieds­richter Langsdorf hatte ein leichtes Amt und befriedigte voll und ganz.

Am 6. April findet in Metzlar ein zweites Gauauswahlspicl statt. Dessen Verlauf soll erst obqetoartet werden, bevor zur endgültigen Auf­stellung der Gaumannschaft geschritten wird.

Handball der D. T.

THännertunw. Gießen II. Turnv. Heuchelheim I.

Das fällige Rückspiel dieser Mannschaften wurde am Sonntag in Heuchelheim aus- getragen. Beide Vereine lieferten sich ein gleich­wertiges Spiel, was in dem Ergebnis (2:2) sei­nen Ausdruck fand. Der Schiedsrichter, Tur­ner Kaiser (Tv. v. 1846) leitete einwandfrei.

Fuhball-Lokallresfen.

6M3gg. 1900 (II. Dezrrksliga) - D. f. D. (1. Dezirksliga) 0:2, (Halbzeit 0:1).

v. Ein Beweis für Me Zugkraft solcher Lokaltreffen war der überraschend gute Besuch des Spieles. Umfäumten doch bei Beginn des Spieles der Ligamannschaften annähernd 2000 Zuschauer das Spielfeld der Spielvereinigung 1900.

Dem Treffen dcr 1. Mannschaften gingen die Begegnungen der 1. Jugend- und 1. Schüter- Mannschasten voraus. Den Reigen der Spiele eröffneten die kleinsten und jüngsten Fußballer Gießens. Eine Lust war es. den flinken Kerl­chen mit zuzusehen: ein technisch schönes, mit Begeisterung durchgeführtes Spiel, unter muster­gültiger Leitung. 1900 siegte, durch die bessere Gesamtleistung verdient 0:4. Anschließend standen die 1. Jugendmannschaften gegenüber. 1:1 war hier das Endresultat. Die Dlauweihen verschossen einen Elfmeter und kamen damit um einen be­rechtigten Sieg. Fabelhaftes Glück, besonders in der ersten Spielhälfte, erbringt für D. f. B. das schmeichelhafte Endresultat. Technisch wa­ren dieVereinigten" glatt überlegen. In der letzten Viertelstunde leiteten sie, obwohl nur mit 10 Mann, und gegen den heftigen Wind spielend, fortgesetzt schöne Angriffe ein. Ein sicheres Tor vereitelte ein V. s. B.-Derteidiger durch Hand- abwehr, was leider dem sonst guten Schieds­richter entging.

Als der Schiedsrichter C o l l m a n n von Kassel die ersten Mannschaften zum Spiel rief, war V. f. B. komplett und in bester Aufstellung zur Stelle. Bei 1900 fehlte leider abermals der Stunnführer Adelberger. Dadurch war die Spielvereinigung von vornherein schwer benach­teiligt, was auch aus den ganzen Spielverlauf seinen Einfluß ausübte. Der vorher in dcr 3u- gendmannschast mittoirfenbe 16jährige Mittelstür­mer trat als Sturmführer in die Liga. Das Spiel begann mit wechselvollen Angriffen. Kaum hatte die eine Partei abgewehrt, so war schon wieder die andere daran. Wie aufgeregt der Kamp war, ging schon daraus hervor, daß beide Par­teien vor den Toren alles versiebten, obwohl sich ständig glänzende Torchancen boten. Beson­ders die Platzbesiher hatten überwiegende Chan­cen. V. f.B. hatte mehr Glück. Aus einem Eck­ball fällt überraschend durch Kopfball von Pietsch der Führungstreffer. Schuld war das miserable Deckungsspiel des Platzvereins. Mit 1:0 für V. f. V. werden die Seiten gewechselt. Inzwischen war F l a ch s k a m p bei D. f. B. durch Balzer erseht worden, da er sich bei einem Zusammen­stoß mit dem 1900-Torwart erneut verletzte. Stand das Spiel schon in der 1. Halbzeit auf nicht besonderer Stufe, so fanl es nach der Pause noch mehr herab. Die jungen, körperlich schwa­chen 1900er konnten den älteren, energischer und härter spielenden Grünen leinen großen Wider­stand entgegensetzen. D. f. B. versuchte wohl hin und wieder Flachpaßspiel, konnte jedoch Luft in Der Verteidigung 1900's nicht überwinden. Luft spielte alles überragend, er schaffte für drei. Der nächstbeste war Mandler in Der V. s. B.- Verteidigung. wenn er auch oftmals ungestraft regelwidrig abwehrte. Den zweiten Treffer er­zielte Sieger vom V. f. B. etwa zehn Minuten vor Schluß aus freier Stellung. Spielvereini­gungstorwart stand falsch und konnte fo den schar­fen Flachschuß n.cht abwehren Das Cckenverhält- nis war ausgeglichen. Der Schiedsrichter in sei­nen Entscheidungen korrekt und sicher. V. f.B. gewann auf Grund feiner besseren Spielauffas- fung. in Der zweiten Halbzeit, diesmal verdient. Ausgesprochen schlecht spielten die beiderseitigen Stürmerreihen.

Am Vormittag spielte 19006 zweite Jugend gegen V. f. B. Friedberg zweite Jugend und war mit 7:0 siegreich.

Die Ligareservemannschaft zog es vor. in Anbetracht des Lokalderbhs. nicht nach Rieder- girmes, zum Derbandsspiel zu fahren und ver- chenkte Damit die ziemlich sichere Meisterschaft.

V. f. B.

B. f. B. LigareserveD. E. Wetzlar Liga­reserve 0:3

B. f. B DritteLich Erste 4:2.

D. f. B. Vierte-Lich Zweite 2:2.

Der bisherige Tabellenstand der A-Klasse ah D. f. D. Gießen mit einem Punkt Vorsprung vor der hiesigen Spielvereinigung und D. C. Wetzlar. Vach ihrem sensattonellen 14:0-Sieg über Herborn hatte man allgemein der D. f. B.-Zwei° ten auch einen, wenn auch knappen Sieg über B. C. Wetzlar zugetraut, zumal sie diesmal den Vorteil des eigenen Platzes für sich hatte Da Spielvereinigung schon vormittags Spiel und Punkte kampflos verloren gab und somit ihre Stellung als Meisterschaftskandidat aufgab, war der Ausgang dieses Treffens für beide Teile doppelt wichtig. Schuld an der Viederlage war die allzugroße Vervosität. derzufolge sich die Mannschaft zu dem sonst von ihr gepflegten Kom- binasionsspiel nicht finden konnte und sich die Ijohe Spielweise des Gegners zu ihrem Schaden aufdrängen ließ. In der Aufregung wurden von den Stürmern die sichersten Sachen ausgelassen. Vach einer längeren Schwächeperiode kam Wetz­lar etwas auf und ging nun seinerseits zum Endspurt über mit Dem Erfolg, bald Darauf mit 1:0 in Führung zu liegen. Ein Elfmeter ergab kurz danach das zweite Tor, dem wenig später das Dritte folgte. Trotz beiderseitigem Bemühen, das Resultat zu verbessern, blieb es bei diesem bis zum Schluß. Bedauerlich war der Unfall eines Wetzlarer Spielers kurz vor Spielende. Beide Mannschaften haben noch ein Spiel und zwar D. f. B. gegen F. C. Wsylar auf hiesigem Platz und B. C. Wetzlar gegen Herborn auf dessen Platz auszutragen. Hieraus zu schließen, dürste B. C. Wetzlar als voraussichtlicher Meister be­zeichnet werden, wenn nicht eine kaum zu erwar­tende Viederlage Wetzlars in Herborn der V. f. B.-Mannschaft zur Meisterschaft verhilft, vorausgesetzt, daß sie über F. C. Wetzlar siegt.

Dritte und vierte Mannschaft bewiesen ihre Spielstärke durch ihr 4:2 bzw. 2:2 gegen Lichs Erste und Zweite.

Die Derbandsspiele im Arbeiler-Turn- und Sportbund.

<L Fußballwetter. wie es nicht besser ge­wünscht werden kann, war dem ersten Derbands- spielsonntag beschert, und der Verlaus der Spiele paßte sich den äußeren Einflüssen vollkommen an; ohne nenennenswerte Schwierigkeiten wurden alle Spiele durchgeführt. Die Resultate entsprachen fast durchweg Den Erwartungen: Ueberraschun- gen, besonders in der erste Klasse, blieben aus, Lollar, Wetzlar und Raunheim haben, wie vor­auszusehen, verdiente Siege errungen. Alsfeld war spielfrei und greift erst kommenden Sonntag in den Kampf ein.

1. Klasse, 1. Mannschaften.

Dor zahlreichen Zuschauem begann in Wieseck zwischen Wieseckl und Lollar! der Kampf um die Punkte. Pessimisten rechneten mit einer hohen Viederlage Wiesecks, der Spielverlauf zeigte jedoch, daß Lollar den 3:0-Sieg nur mit äußerster Energieentfaltung an sich bringen konnte. Wieseck hat eine Zukunftsmannschaft, die über recht gutes Material verfügt, und die, wenn erst einmal jeder auf feinem richtigen Platz steht, ein recht gefährlicher Gegner werden wird. Die erste Halbzeit verlief torlos. Während dieser Zeit, in Der mit äußerst schnellem Tempo seitens Wiesecks gespielt wurde, konnte diese Mannschaft dem Spiel den Stempel aufdrücken und hätte mit etwas weniger Pech sogar einige sehr sichere Torchancen ausnühen können. Lollar mit seiner alten Kampfmannschaft zeigt ihr üb­liches Sviel: schnelle und sichere Angriffe, eine schwer zu überwindende Verteidigung und eine Läuferreihe, die sich immer dem Spiel anpahte. Vach Dem Seitenwechsel wollte Lollar dem Spiel unter allen Umständen eine andere Wendung geben und hatte schnell Glück. Ein Versehen der Wiesecker Hintermannschaft brachte ihnen in der dritten Minute einen billigen Erfolg. Fünf Mi­nuten später fand ein hoher Ball zum zweiten Male Den Weg ins Tor. Wieseck stellte um und gab das Spiel noch nicht verloren, eine Reihe schöner Angriffe blieben erfolglos, auch schien sich allmählich eine Ermattung der Mannschaft bemerkbar zu machen. Durch die erzielten Erfolge war der Kampfgeist Lollars gestiegen, die nun ebenfalls nicht locker ließen und in der 19. Mi­nute das dritte Tor. Das schönste, erzielten. Alle Anstrengungei' Wiesecks. dem Spiel eine andere Wendung zu geben, oder wenigstens zu dem reichlich verdienten Ehrentor zu kommen, scheiterten zumeist an Dem großen Pech und der infolge Ermüdung mangelnden Durchschlagskraft des Sturmes: die technischen Leistungen ließen nichts zu wünschen übrig. Bei Dem 3:0-Ergeb- nis für Lollar blieb es bis zum Schluß, das Eckenverhältnis betrug 2:2.

Auch GießenId mußte auf eigenem Platz die Punkte seinem Gegner Wetzlar! über­lassen. Die Gäste stellten sich in stärkster Auf­stellung. so daß da- Endresultat für die Gießener Mannschaft, Die dieses Jahr erstmalig in der 1. Klasse spielt, recht ehrenvoll ist und für die Zukunft noch recht gute Leistungen erwarten läßt. Wetzlar konnte durch Halblinks und Mittelstürmer in Der ersten Halbzeit die Führung mit zwei Toren übernehmen, Die sichere Hintermannschaft ließ Den Gießener Sturm nicht recht aufkommen. Dem auch in Der zweiten Halbzeit Erfolge ver­sagt blieben. Wetzlar Dagegen gab auch nach Dem Seitenwechsel Den Ton an. Die zahlreichen Angriffe wurden zumeist vom Gießener Tormann. Der viel Geschick bewies, gemeistert. Qfbcr einmal ereilte ihn Doch noch das Geschick, als Der Halb­rechte Wetzlars das dritte Tor schoß. Dies sollte auch das letzte fein. Im Eckenverhältnis 9:2 drückt sich Die ilebcrlcgcnfjeit Wetzlars etwas stärker aus.

Dem Spiel V a u n h e i m I Marburg! wurde mit bconDcrcr Spannung entgegengesehen, handelt es sich hier doch um zwei Vereine. Die versuchen werden, machtvoll Den ersten Plätzen zuzustreben. Ob Der Spielverlauf nach dieser Richtung hin befriedigte, darf stark in Zweifel

gezogen werden. Denn Der Raunheimer Sturm, sonst Der gefährlichste Mannschaftsteil, lieh in vieler Beziehung zu wünschen übrig. Aehnlich war es bei Marburg, auch hier war der sonst so schnelle und kurzentschlossene Sturm, das Schmerzenssind der Mannschaft, der keine einheit­liche Aktion auf Die Beine bringen konnte. Raun­heim schoß während der ersten Halbzeit inner­halb fünf Minuten zwei Tore, weitere Erfolge verhinderte das zerfahrene Spiel. Auch nach Dem Seitenwechsel hat Raunheim zwar immer eine Kleinigkeit mehr vom Spiel, jedoch ohne das Resultat erhöhen zu können. Marburg mußte sich am Schlüsse 2:0 geschlagen bekennen.

1. Klasse, 2. Mannschaften.

Ein nicht erwartet hohes Resultat hotte die zweite Mannschaft Gießens gegen Die gleiche Wetzlars heraus. Bis zur Pause führte jen bereits 2:1 und konnte nach dem Wechsel noch dreimal emsenden. Wetzlar mußte es mit dem Ehrentor bewenden lassen.

Etwas eindrucksvoller als bic _6rfte konnte Raunhei m mit seiner zwecken" Mannschaft einer Ueberlegenheck Ausdruck geben, indem sie die Zweite Marburgs mit dem hohen Resul­tat von 7:1 heimschickte.

Die zwecken Mannschaften von Leun und Alsfeld trafen sich in Leun. Alsfeld war icherer Sieger und schuf ein 4:1-Resultat.

2. Klasse, 1. Mannschaften.

R o d h e i m hatte den Heuling Weil­münster als Gast, der in Der ersten Spiel­hälfte zwar mit großem Eifer spielte, nach Dem Wechsel jedoch, als Rodheim eine zweckmäßige Umstellung vorgenommen hatte, Sieg und Punkte abgeben mußte. Resultat: 3:1 für Rodheim bei einem Eckenverhältnis von 11:2.

In Leun gabs Schwierigkecken. Saubrin­gen und Leun rangen um die Punkte, der Platzbesiher zeigte sich als Der Bessere und ührte bei Halbzeck 1:0. Rach Dem Wechsel wurde das Spiel saft Hari. Leun erhöhte das Resultat auf 3:0, Daubringen verschuldete einen Elfmeter, der Anlaß gab, das Spiel kurz vor Schluß abzubrechen, in der irrtümlichen Meinung, das Spiel werde Dann wiederholt.

Auch in Fronhausen mußte Der Veulinh Burkhardsfelden die größere Spielerfah­rung seines Gegners anerkennen, obwohl das 4:1-Resultat noch gar nicht so schlimm aus­gefallen ist.

Die Jugendklasse.

Aus Dem Wiesecker Platz standen sich Du Jugendmannschaften Wiesecks und Heuchel­heims gegenüber, die sich ein selten schönes Spiel lieferten und das. Dem Spielverlauf ent­sprechend. von Wieseck mit 1:0 gewonnen wurde.

Recht knapp konnte auch Die Wetzlarer Jugend gegen Diejenige Gießens gewinnen. Das 2.1-Resultat zeigt Den geringen Kräfte­unterschied.

Gar nicht so schlecht schnitt Klein-Lin- d e n ß Jugend gegen Raunheims Jugend ab. Wenn sie auch 4:2 verloren, so bedeutet dies einem solch erfahrenen Gegner gegenüber nicht biet

Oppenrods Jugend fertigte Akten- Busecks Jugend in der einwandfreiesten Weise mit einem 4:0-Resultat ab.

Die Schülerklasse

Im Spiel Wieseck gegen Lollar er- wiesen sich Dxe Wiesecker Schüler als die Besse- ren und konnten einen verdienten 4:1-Sieg buchen.

Mit dem gleichen 4:l-ErgebniS zugunsten Gießens endigte das Tressen Der Jüngsten Gie- hens und Wetzlars.

Die Schüler Heuchelheims mußten Den größeren Eifer Der Saubringer Jungens an­erkennen und eine 2:4-Riederlage hinnehmen.

Hochschulnachrichten.

][ Marburg . 22. Mär-. Der langjährige Vertreter Der Rechtsphilosophie, des Strafrechts. 'Strafprozeßrechts unD Zivilprozeßrechts an der hiesigen Universität, Geh. Justizrat Prof. Dr. jur. Ludwig Traeger, ist im Alter von ein­undsiebzig Jahren gestorben. Der Gelehrte, der aus Werden in Dec Rheinprovinz stammte kam im Jahre 1896, nachdem er vorher lange Jahre im Justizdienst mitgewirkt hatte, als Rach- folger Karl von Lilienthals nach Marburg. Er erwarb sich nicht nur große Verdienste als Lehrer, sondern er nahm auch an Der Verwaltung Der Uni­versität regen Anteil. So bekleidete er in Den Jahren 1913/14 das Amt eines Rektors. Am 1. Oktober 1924 wurde er von seinen amtlichen Pflichten entbunden, übernahm aber später noch einmal eine Vertretung in Bonn. Der Gelehrte ist Verfasser einer Reihe wertvoller Arbeiten seines Fachs.

Rundfunk-Programm.

Donnerstag, 24. März:

1.30 bis 2.30 Uhr: Übertragung von Kassel: Mittagskonzert Der Kasseler Hauskapelle. 3 30 bis 4 Uhr: Die Stunde Der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters. Beet­hoven-Wunschnachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde: AusSie Kultur Der Renaissance in Italien", von Jacob Burckhardt. 6.15 bis 6.45 Uhr: llebertragung von Kassel: Vortrag Dr. Heinr. Schleicher! spricht über .Beethoven und Kassel". 6.45 bis 7.15 Uhr: Vortragszyklus des Bischoslichen Kommissariats Frankfiirt a. M 7.15 bis 7.45 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs. 8.15 bis 9.15 Uhr: Riederdeutscher Vortragsabend. 9.15 bis 10.15 Uhr: Übertragung von Kassel: Anläßlich Beethovens 100. Todestag (gelt. 26. März 1827): Beethoven, Schauspiel in 1 Auszug von Artur Bauer. Anschließend bis 12.30 Uhr: Tanzmusik._________________________

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12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen

Jür unverlangt eingesandtc Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. _____________

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