Ausgabe 
23.2.1927
 
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Frau namens Carrara aus dem Frauengefäng- nl8 in Rennes, wo sie 30 Jahre verbracht hat. Die Frau hat im Jahre 1897 mit ihrem Manne eine Untat begangen, die als ..Katakomben- Mord" berühmt geworden ist. Am 30. Rovem- ber 1897 verschwand ein Dankbote Lamarre.

^Reiseeind rücke in England". 3m ersten Delle seines Dortrages wird der Redner eine Anzahl von Problemen behandeln, deren Studium ihn besonders aus seiner Reise durch England ange­zogen hat, und deren Klärung dazu beitragen dürfte, das Bild, da- der Zuhörer von der eng- lischen Art hat. au vervollständigen. 3m zweiten Teil wird dann der Vortragende

Aus aller Welt.

Auherdienstsiellung des LinienschissesHannover".

Am 1. März scheidet das Linienschifs.Hannover" aus dem Dienst und wird durch das umgebaute Li­nienschiffSchlesien" ersetzt. Am Sonntag wird die Mannschaft in einem Gottesdienst von dem alten Schiff Abschied nehmen.

De Pinedo in Brasilien gelandet.

De Pindo ist Dienstag nach einem geglückten Fluge über den Atlantischen Ozean in Port Äatal in Brasilien gelandet.

Schneeverwehungen in Lappland.

Seit Sonntag tobt im nördlichen Lappland ein schwerer Schneesturm, so daß der Verkehr f a st l a h m g e l e g t ist. Ein Erzzug, der in den Schneemossen steckengeblicben war, konnte nur nach mehrstündiger Arbeit freigemacht werden. Die Züge kommen trotz der Verminderung der Wagenzahl nur langsam vorwärts. Die Tempe­ratur ist auf 27 Grad Kälte gesunken.

herrlol kommt zum Wiener Veethooenfest.

Unterrichtsminister Herriot ist, da Justiz- minister Varthou verhindert ist, beauf­tragt worden, die französische Regierung bei den in Wien stattfindenden Feierlichkeiten anläßlich der Deethovengedächtnisfeier zu vertreten.

verkauf russischer Staatsjuwelen in London.

Eine bedeutende Juwelensammlung, deren größter Teil aus dem 18. Jahrhundert stammt und einen Teil der russischen Staatsjuwelen bil­dete, wird in London zum öffentlichen Verkauf gelangen. Die Juwelen waren in England von einem Syndikat gekauft worden und werden nun-

120 Millionen Menschen entspricht, die einen hal­ben Kontinent einnehmen, und die größte Macht darstcllen, die die Welt je sah, so können wir den Umfang und die Kraft von Washingtons Staatskunst ermessen.

Die Rede des Präsidenten wurde in Königs- wusterhausen und Zehlendorf auf Welle 32 vernommen. Sie wurde anfangs nur undeutlich gehört, wurde mit fortschreitender Dunkelheit jedoch immer besser und war im Schlußteil der Ausfüh­rungen ausgezeichnet zu verstehen. Auch die Deifallskundgebungen und das Spielen der Na­tionalhymne waren gut zu hören.

Ein amerikanisches Protektorat über Nicaragua.

Paris, 22. Sehr. (IDB.) wie havas aus Nica­ragua berichtet, soll Präsident Dia; einen Vec­tra g zwischen Nicaragua und den vereinigten Staaten in Vorschlag gebracht haben, durch den letz­tere sich verpflichten, Nicaragua gegen An­griffe von außen und gegen inner- politische Unruhen, die durch andere Länder verursacht würden, zu schützen. Die Verwirklichung dieses Anerbietens würde einem Bündnis zwi­schen den beiden Staaten gleichkommen. Jedoch räumt der Vertrag Amerika eine Kontrolle des Heerwesens und bestimmter Regierungsge- schäfte ein. Das Zustandekommen des Schiedsver­trages würde wahrscheinlich in aller Kürze den Zwischenfall mit Nicaragua beseitigen.

sind, waren indessen kein persönliches Eigentum der letzten Zarenfamili«.

Gebirgssorscher Reisen am Balkan.

Weil in Dergsteigerkreijen wieder Expeditio­nen in die Anden und den Kaukasus geplant werden, ist es auch an der Zeit, daß die A o r d- albanischen Alpen, das letzte fast uner­forschte und unerschlossene Hochgebirge Europas, bei Bergsteigern, Raturwissenschaftern unö Ratur­freunden die gebührende Beachtung finden. Um die Vereisung dieses schönen Gebietes zu er­leichtern, wird der Höhlenforscher L. Weiralher aus Innsbruck, der zur Erforschung der Höhlen­tierwelt alljährlich 6 Monate die Karstgebiete des Valkans bereist, den Vergsteigern, Wissen­schaftern, Raturfreunden Anschluß an das Höhlen- forscherzelt der Pflegschaft für Höhlentierkunde und Gebirgsforscherreisen bieten. Außer der Sommerfahrt in die Rordalbanischen Alpen wer­den im Frühling Korfu, Südalbanien und füd- slavische Gebirge, im Herbst voraussichtlich die Rordmontenegrinischen Alpen (Durmitor) und die gewaltigsten Schluchten des Volkans, die der Tara und Piva besucht.

Die Katakomben-Mörder.

Die Erinnerung an einen der erstaunlichsten Wordsälle in der Kriminalgeschichte von Paris wird wiedererweckt durch die Freilassung einer

an Hand zahl­reicher Lichtbilder eine Schilderung feiner Reise geben. Auch dieser Vortragsabend wird sicher­lich bei dem aktuellen Thema allseits Interesse finden. (Siehe gestrige Anzeige.»

Oberhessische Gesellschast für

mehr wegen Auflösung des Geschäfts wieder verkauft. Die Juwelen, deren größter Teil wäh­rend der Regierungszeit der Kaiserinnen Elisa­beths u. Katharina der Großen von französischen und russischen Juwelieren hergestellt worden

linden diese höchste Instanz unbequem aber die Hresse wird sich die Erfüllung dieser hohen Aufgabe sichern müssen. Der Redner beantragt zum Schluß die Wiedereinführung der alten Schwurgerichte.

Weiterberatung Mittwoch.

Reichswehrsragen im Haushaltsausschuß.

Verlin, 22. Febr. (D.D.Z.) Der Haus­haltsau, schuß des Reichstages setzte die Veratung des Reichswehretats für 1927 fort.

'.Seim KapitelBildung" ging Abg. Dr. Moses (Soz.) auf das Problem der Selbst­morde in der Reichswehr ein. Er machte dar­auf aufmerksam, daß 1926 an Krankheit ver­storben sind 109, eines unnatürlichen gemalt* 'amen Todes dagegen 163 Soldaten. 1924 feien in Preußen unter 473 351 Gefangenen nur 67 Selbstmorde zu verzeichnen, bei der Reichswehr von 100 000 Mann im gleichen Jahre 132, also doppelt soviel, obwohl die Zahl der Gefangenen fünfmal so groß ist als die der Soldaten. Unter den Ursachen sei alles Mögliche angegeben wor­den, dienstliche Behandlung aber nur in vier Fällen. Hier setze das Mißtrauen des Redners ein, insbesondere, wenn man an be- stimmte Bataillone denke, so an das Jager­bataillon in Ulm, wo allein in der letzten Zeit fünf Selbstmorde zu verzeichnen sind. Dr Moses 'am dann noch auf S o l d a t e n rn i ß h a n d - (ungen zu sprechen, insbesondere auf die Zu- stände im Reiterregiment in Ludwigslust, Vor­gesetzte, die solche Zustände dulden, müßten rück­sichtslos aus der Reichswehr entfernt werden. m ,

Reichswehrmini st er D r. Gehler. Die Selbstmorde wolle die Heeresleitung durch­aus unterdrücken. Er warne aber vor sensatio­neller Ausmachung der Selbstmords weck das immer suggestiv wirke. Wenn Mißhandlun­gen vorkämen, so sei, darin stimme er den Kritt­lern zu, der Kompagniechef nicht die Mutter der Kompagnie. ___

Abg. Vrüninghaus (D.D.) beschwerte sich über die geradezu jammervolle Bezah­lung der Hilfslehrer. Ferner wünschte er eine bessere Anrechnung der Mili­tärdienstzeit der Mililäranwärtcr, und zwar bis zur Höchstgrenze von acht Jahren. Eine dementsprechende Entschließung wird ange­nommen. .

Abg. Hemeter (Dn.) trat dafür em, daß in erster Reihe den verabschiedeten Soldaten eine Siedlung ermöglicht werde. (Der Reichs- wehrminister rief dazwischen:Aber die Bubi- köpfe wollen nicht aufs Land.) Redner gab zu. daß bei der Siedlung die Frau ein gewich­tiges Wort mitzusprechen habe.

Angenommen wurde eine Entschließung Dr. Schreibers (Zentr), wonach den Schülern der Wehrmachtfachschulen Gelegenheit gegeben werden soll, eine Abschlußprüfung abzu­legen, die als gleichwertig mit den Abschlußprüfuw gen der höheren Maschinenbauschuler anerkannt wird. Angenommen wurde auch eine Resolution Ronneburg (Dem.), die eine b e s s e r e B e - Zahlung der nebenamtlich beschäftigten Hilfs­lehrer bei den Wehrmachtschulen verlangt.

Schließlich wurde noch folgende Resolution Künstler (Soz.) angenommen:Die Heeres- und Marineleitung haben bei Dergebung von Aufträgen an Privatunternehmer Vorsorge zu teffen, daß die Austräge gemäß den tariflichen Abma- chungen ausgeführt, insbesondere der Achtstun­denarbeitstag eingehalten wird. Die Auftrage smd so rechtzeitig zu vergeben, daß Ueberftunben ver- ' mieden werden."

Die Arbeitslosenversicherung.

Verlin, 22. Febr. (VDZ.) Der sozialpoli­tische Ausschuß des Reichstages setzte heute die Beratung des Arbeitslosenversicherungsgesehes beim § 36, der die Landwirtschaft betrifft, fort. Der Ausschuß nahm eine Entschließung an, die die Reichsregierung ersucht, Vorschläge für eine Regelung der Arbeitslosenversicherung in der Landwirtschast zu unterbreiten, die unter Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Arbeits- verhältnisse eine Sonderversicherung im Rahmen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes vorsieht. oder in anderer Weife den Bedenken gegen tz 36 Rechnung trägt. Eine längere Aus­sprache rief die Einbeziehung der Lehr­linge in die Arbeitslosenversicherung hervor. Der Gesetzentwurf sieht vor, daß Lehrlinge, mit denen ein schriftlicher Lehrvertrag von mindestens zweijähriger Dauer abgeschlossen ist, ver­sicherungsfrei sind. Gin sozialdemokrati­scher Antrag, alle Lehrlinge in die Versicherung einzubeziehen, wurde abgelehnt.

Natur- und Heilkunde. Die für morgen an« gesetzte Versammlung mit Vortrag ist auf Frei­tag abend verlegt worden. (S. heutige Anzeige.) e

Vorsicht auf der Lahnbrücke bei Heuchelheim! Das Kreisamt Gießen oeröffent« licht im neunten Amtsocrkündigungsblatt die nach- ftehendk wichtige Bekanntmachung: Infolge des außerordentlich zunehmenden Verkehrs und der Steigerung der Verkeyrslasten ist die Tragfähigkeit der Straßenbrücke über die Lahn bei Heuchelheim nachgeprüft worden. Nach dem Ergebnis der Prü­fung ist es unzulässig, die Brücke mit Fahrzeugen, welche schwerer als neun Tonnen sind (max. Raddruck 3000 Kilogramm) x u befahren. Dampfwalzen dürfen die Brücke überhaupt nicht passieren. Die Fahrgeschwindtgkest ist zur Verhinderung von Unfällen auf 6 Kilometer Äd. einzufchränken. Das Hessische Wasserbauamt Mainz har bereits durch Warnungstafeln auf diese Beschränkung btngemiefen. Wir machen die Deffent» lichkeit ausdrücklich auf diese Beschränkung nochmal»

DersozialdemokratischeEntwurf zum Pensionskürzungsgesetz.

Berlin, 22. Febr. Der Pensionskürzungs- gesctzcntwurf der fozialdemokratischen Reichs- tagsjraktion behandelt zunächst die Erfassung der Privateinkommen. Unberücksichtigt soll das Privateinkommen bei der Kürzung blei­ben bis zur Höhe deS Betrages, der dem Ge­halt der Cingangsstufe der Besoldungsgruppe A 10 entspricht. Das Ruhegehalt einschl. des Kür- zungszuschlags soll um die Hälfte desDe - trages gekürzt werden, um den das Pri­vatem kommen das kürzungsfreie Privateinkom- men übersteigt. Als Pensums höch stbe - trag werden in dem Entwurf 12 000 Mark jährlich festgesetzt. Das R e p u b l i k s ch u tz g e - s c tz soll dahin abgeändert werden, daß im Falle der Erkennung auf Gefängnis oder Festungshaft zugleich auf Verlust der bekleideten öffentlichen Aemter, bei Militärpersonen auf Dienstentlas­sung,. sowie den gänzlichen oder teilweisen, den dauernden oder zeitweiligen Verlust des Gehalts, Wartegeldes oder Ruhege­halts zu erkennen ist.

DieLockerungderWohnungs- zwangswirtschastinPreuhen.

Berlin, 22. Febr. (VDZ.) Das preußische Staatsministerium beschäftigte sich mit der Ver­ordnung des preußischen Wohlsahrtsministers über die Lockerung der Wohnungszwangswirt- schast in bezug auf die gewerblichen Räume, und kam zu dem Beschluß, daß es aus den vom Wohlfahrtsminister angeführten Rechts­gründen nicht angängig sei. die Inkraft­setzung der Verordnung entsprechend dem Be­schluß deö Landtag- hinauszuschiebe u. Auf die Reichsregierung soll aber dahin ein­gewirkt werden, bei Aenberung deS Mieterschutz­

gesetzes die obligatorischen Zwangs- t eilen zum Schuhe der Mieter einzu- arbeiten. Außerdem wurde der Justizminister be­auftragt. die Staatsanwälte anzuweisen, allen Fällen von Mietwucher bei der Reufest- setzung der Ladenmiete ihr besonderes Augenmerk zuzuwenden.

Die Grund- und Gebäudesteuer in Preußen.

Berlin, 22. Febr. (VDZ.) Das preußische Staatsministerium hat im Landtag den Entwurf eines Grund- und Gebäudesteuergesetzes einge­reicht. Danach wird von den in Preußen gelegenen Grundstücken mit Wirkung vom 1. April 1927 eine Grund- und Gebäudefteuer erhoben. Sie wird nach dem auf Grund der Vorschriften tes Reichsbewertungsgesetzes festgestellten Einheits- Werte der wirtschaftlichen Einheit und den im 8 38, 3 des Reichsbewertungsgesetzes bezeichneten, zu einer wirtschaftlichen Einheit des Betriebs­vermögens gehörigen Dermögensgegenstanden be­rechnet. Die Steuer beträgt jährlich:

a) bei den landwirtschaftlichen, forstwirtschaft­lichen und gärtnerischen Vermögen für die ersten 100 000 Mark des Einheitswertes 3 und für die Mehrwerte 3,60 für je 1000 des Einheitswertes.

b) Bei dem übrigen Grundbesitz 3,60 für je 1000 Mark des Einheitswertes.

Preußischer ßanötag.

Berlin, 22. Febr. Der Preußische Landtag verabschiedete in feiner Dienstagsfitzung zunächst die Gewerbesteuervorlage für 1927. Hierauf setzte das Haus die allgemeine Aus­sprache zum Landwirtschaftshaushalt fort. Land­wirtschaftsminister Dr. Steiger teilte u. a. mit, daß er beim Reich beantragt habe, daß der Gerstenzoll am 31. März nicht erhöht wird, sondern seinen gegenwärtigen Stand beibehalt. Der Minister äußerte sich auch über Sied­lungsfragen und teilte mit, daß mit Reichs­mitteln bereits 44 Objette in einer Große von 104112 Morgen und zu einem Kaufpreis von rund 22,3 Mill. Ml. für landwirtschaftliche Sied­lungszwecke gekauft worden seien. Mit preußi­schen Mitteln seien 47 Objekte in einer Große von 43 452 Morgen gekauft worden.

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 23. Februar 1927.

Ueber den Stand der Grippe erfahren wir auf unsere Erkundigungen bei zu­ständiger Stelle folgendes:

Heber die Schwere und Häufigkeit der der­zeitigen Grippeepidemie laufen in der Bevölkerung ganz unzutreffende Ge­rüchte um. Die Tatsache ist unbestreitbar, daß um die Jahreswende die mit Kopfschmerzen. Gliederschmerzen und hartnäckigen Katarrhen ein- hergehenden Erkältungskrankheiten in erheblicherer Starke und häus.ger, als es in an­deren Jahren zu dieser Zeit der Fall zu sein pflegte, aufgetreten sind. Ein großer Teil von ihnen, wahrscheinlich der größte, ist der Grippe zur Last zu legen, die jetzt wieder durch Europa zieht. Aber nicht jede Erkältung kann als Grippe bezeichnet werden, tote es nur zu oft geschieht. Es handelt sich, wie bereits in einem Aussatz im .Gießener Anzeiger" vor kur­zem ausführlich bargelegt wurde, bei den dies­jährigen Erkrankungen nicht um eine mit voller Wucht einsetzende frische Epidemie, wie wir sie 1918 erlebt haben, sondern um einen sogenannten Rachstoß" dieser Pandemie vom 1Ü18. der ja auch in den Vorjahren schon beobachtet wurde. Von der Krankheit werden nur solche Personen ergriffen, die bisher nicht von ihr befallen waren, oder trotz früheren UeberstehenS der Krankheit keinen ausreichenden Schatz mehr besitzen Sie zeigt sich durchweg in milder Form.

Gerüchte, wonach die Grippe zur Zeit eine große Sterblichkeit ausweiscn soll, sind direkt unwahr. Unter 59 Todesfällen in der Stadt Gießen im Monat Januar 1927 ind nur drei infolge der Grippe einge­treten. Für Februar sind bisher 34 Todessällc gemeldet, darunter zwei wegen Grippe und deren folgen Vergleichen wir damit die Zahlen des Vor- jahres, in dem man von einer Epidemie nicht spre­chen konnte, so zeigt sich, daß auf 194 Sterbefälle im ersten Vierteljahr in der Stadt Gießen sechs an Grippe erfolgt sind. Im Landkreis Gießen fielen in dieser Zeit auf 205 Todesfälle zehn an Grippe. Die Zahlen für den Landkreis liegen für dieses Jahr noch nicht vor. Es besteht aber dem Ver- nehmen nach keine Befürchtung, daß sich das Ver- hältnis für dieses Vierteljahr sehr wesentlich ändern wird.

Wie gutartig und relativ h a r m l.o s der diesjährige Grippenachstoß' verläuft,' zeigt sich beim Vergleich mit den Zahlen des Grippejah­res 1918, die nicht mehr in aller Gedächtnis zu sein scheinen. Hier sind in Stadt und Kreis Gießen im Monat November, also in der Zeit des hessiasten Wütens der Seuche, von 495 Verstorbenen 208 der Seuche zum Opfer gefallen.

Auch über die Erlrankungshausia- feit werden unzutreffende Gerüchte weitergegeben. Die Gesamterkrankungsziffer in einem ganzen Kreis festzustellen, stößt auf große Schwierigkeiten. Aber ein repräsentativer Aus­schnitt aus ihr, wie ihn die S t a t i st I k einer Krankenkasse bietet, gibt ein reckt gutes Bild. Wir stellen fest, baß eine große Kranken- taffe des Kreises im Monat Dezember 1926 einen Krankenzugang von 415 Kranken, darunter 87 Grippeerkrankungen" hatte. Die gleiche Kasse hatte im Monat Januar 1927 auf 745 Kranken­zugänge 177 Grippekranke (29.5 Proz.). Demgegen­über hatte die gleiche Kasse im Januar des Vorjahres auf 550 Zugänge 107 Grippeerlran- kungen (20 Proz.), also rund 2,5 Proz. weniger als in diesem Jahre.

Man hat nach dem Vorstehenden wohl allen Grund, den Verlauf des Grippenach- st oh es als relativ gutartig zu be­zeichnen Wenn auch in einer Familie oder einer kleinen Gemeinde die Krankheit schwerer verläuft, so darf daraus noch kein Schluß auf Öen all­gemeinen Verlauf gezogen werden. Dies kann nur an zentraler Stelle für einen größeren Be­zirk geschehen.

Lornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 7.30 Uhr,Einsame Menschen* (Ende 10.15 Uhr). Deutscher Bund Jür christlich^vam gelische Erziehung in Haus und Schule, Ortsgruppe Gießen: 8 Uhr, Hohanneskirche, Familienabend Evangelischer Arbeiterverein: 8 Uhr, Iohannessaal, Beethoven-Abend. Licktspelhaus, Bahnhofstraße: Ben Hur". Astoria-Lichtspiele:Der Schrei aus den Stiften".

Der Evang. Arbeiterverein ver­anstaltet heute, Mittwoch, abend im JohanneS- faal einen Beethoven-Abend. Außer dem Franz Bauer fchen Streichquartett, werden Frau Dr. Fischer (Klavier), sowie der Frauenchor des Vereins Mitwirken. Studienrat Dr. Krauß spricht überBeethoven und feine Werke". (Siehe gestrige Anzeige.)

DieDortrags-Vereinigung ver­anstaltet, wie man uns schreibt, noch ei .en sechsten Vortragsabend, um damit einem allseits geäußer­ten Wunsche nachzulommen. Oberstudienrat S e i- 1 e r wird einen Lichtbildervortrag halten über

Darmstadt, 22. Febr. Der Finanzaus­schuß des Hessischen Landtags setzte heute seine Beratungen über das S o n de rg ebä u be- steuergeseh bei Artikel 5 fort. Die zu diesem Artikel gestellten Anfragen wurden von der Re­gierung beantwortet und die vorgetragenen De- ! denken von der Regierung größtenteils zerstreut. Zu einer lebhaften Aussprache führte Artikel 15, der von großer Wichtigkeit für hilfsbedürftige Personen ist. Der Artikel 15 sieht nunmehr vor, daß an dem Aufkommen der Sondergebäudesteuer dem Minister für Arbeit und Wirtschaft 10 vom Hundert der veranlagten Steuer zu übertoeifen sind, um Fürsorgeverbänden die erhöhten Kosten, | die sie infolge Erhöhung der gesetzlichen Miete | zur Unterstützung hilfsbedurf tiger Mieter und sonstiger Llnterstühungsberechtigter aufwenden müssen, decken zu Helsen. Es kam von verschiedenen Seiten zum Ausdruck, daß wie seit­her die Feststellung der Bedürftigkeit und die Regelung der Unterstützung, nicht einer aus dem Ausschuß hervorgegangenen Anregung entspre­chend, vom Finanzminister, sondern von den Fürsorgeämtern geprüft und entschie­den werden soll. Abgeordneter Ritzel und Genossen überreichten folgenden Antrag: Wir beantragen die Regierung zu ersuchen, die Regierungsdrucksache Rr. 790 dahin umzu- änbem, daß an Stelle des in Artikel 2 vorge­sehenen gemeinen Wertes der Ruhungswert des bebauten Grundbesitzes als Grund­lage angenommen und zu diesem Zweck ein Mietkataster angelegt wird." Die Regierung steht diesem Antrag nicht unshmpathifch gegenüber, hält denselben aber für das Jahr 1927 aus tech­nischen Gründen nicht für durchführbar: sie bittet deshalb, den Antrag erst nach Besprechung in den Fraktionen bei der zweiten Lesung zur Er- ledigung zu bringen. Damit war die erste Lesung des Gesetzes beendet.

Es folgte nun die erste Lesung des Grund­steuer g e s e tz e s. Artikel 1 sand keine Be­anstandung. Der Artikel 2 bestimmt, welche Ver­mögen der Grundsteuer unterliegen; es fand dar­über eine eingehende Aussprache statt. Der Abg. Haury ljat einen Zusatzantrag zu Absatz 4 dieses Artikels mit folgendem Wortlaut in Aussicht ge­stellt:Unter grundsätzlicher Anlehnung an das Reichsgesetz im Einvernehmen mit dem Finanzaus- schuß des Landtags" (sc. ist die Steuer au erheben). Derselbe Abgeordnete wünscht zu Absatz 5, daß nicht nur als Wald, sondern auch als Weide angelegtes Oedland für das zur Zeit der Anlage laufende, sondern auch für die nächsten 10 (nicht wie in der Vorlage 5) Steuerjahre grund- steuerfrei bleibt. Von anderer Seite wurde angeregt, daß die dem öffentlichen Unterricht und der son-

terHxä nfe LTLL4ÄEZ iHih te'£ rood) wirb di- zweit- Äsung d-e Gonbcrflcbänbe. -tzWr- hattet ibn cini

SmT mi' b°S" SC,teUn°r' Sen in «im Woh^ng eilJ 8u tid) 8u neb- genommen. _________len, und ihn bann umgcbracht. Da bald danach

die Kinder aus der Schule zurückkamen, versteck-

(Fine Waikinaton-Nede teu bic untcr eine Decke, und als die lElllv WUJlJlIiyIVBl Jivuv Kinder zu Bett gegangen waren, schleppten sie

des tDräfibenten dooliboc. den Körper in die Äatabombcn wo sie ihre

Ehampignon-Deete hotten, ließen hn an einer Washington. 22. Febr. (WB.) In Kette in den Ventilationsschacht herunter und einer gemeinsamen Sitzung beider Kongreßhäuser zündeten darunter ein Feuer an. Die ganze Rächt hielt Präsident Coolidge eine Ansprache, die hielten sie das Feuer in Hellen Flammen, bi« den Auftakt zur Verwirklichung der Pläne für nut noch ein Aschenhausen übrig war. Der Mann eine großzügige Feier von Washingtons wurde zum Tode verurteilt, die Jrpu zu lebend» 200. Geburtstage im Jahre 1932 darstellt Eoo- länglichem Zuchthaus. Sie ist jetzt wegen guten lidge pries Washington als Selfmademan, tüch» Venehmens sreigelassen worden und will sich tigen Geschäftsmann. Idealisten, Patrioten, z» ihren Kindern nach Amerika begeben. Staatsmann. Heerführer und von Rationalaeist __________

erfüllten Kämpfer. Weil Washington ein her- I vorragender Amerikaner war, wurde er. so sagte Wettervoraussage.

Coolidge, für die ganze Welt eine hervor-

ragende Persönlichkeit Seine Feldherrnkunst Anfänglich noch milde, trüb und leichteRie- wankte niemals. Sie sicate über ein auf der verschlage: bei späterer DewölkungSabschwächung Höhe feines Ruhmes stehendes Doll, das 700 Temperaturfall.

Jahre lang leinen Besieger anerkannt hatte. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 3,4 Brenn wir bedenken, daß die von ihm mitbc- Grad Celsius: Minimum: 0,4 Grad Celsius, gründete Regierungssorm im Laufe der Zeit in Diederschläge 1,1 Mil.imeter.

sicd erstarkte und den Anforderungen von nahezu | Heutige Morgentemperatur: 3 Grad Celsius.