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wenn nicht die Arbeitslosen, deren Zahl in Wien außerordentlich groß sei, die Gelegen­heit ergriffen hätten, um einen Aufstand zu t>erfucf>CTt. Oesterreich sei aber für eine Devolution nicht der geeignete Boden. Das Land sei ruhig geblieben, als rund herum in Ungarn und BÄern Devolutionen im Gange waren, und dies trotz aller Entbehrungen seiner Be­völkerung. Bei den letzten Ausschreitungen habe das Privateigentum keinerlei Schaden erlitten. Auslcinder seien nicht belästigt worden. Nachdem der Gesandte es als shmtomatisch bezeichnet hatte, daß die Unruhen auf Wien beschränkt blieben, betonte er weiter, daß die Bewertung der öster­reichischen Devise im Verhältnis zum Dollar keinerlei Veränderungen erlitten habe. Dr. Grün- berget schloß mit dem Hinweis darauf, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse Oesterreichs noch immer äußerst schwierig seien. Das dürfe man nicht vergessen, wenn jetzt auch dank der Energie Dr. Seipels und der Klugheit des öster­reichischen Volkes das Leben in Wien wieder seinen normalen Lauf nähme.

Verlegung

der Bundeshauptstadt verlangt.

Innsbruck, 21.Juli. (Wolfs.) Die Vertrauens­männer der Tiroler Bauernschaft haben in einer Versammlung anläßlich der Ereignisse in Wien die Verlegung der Bundesregierung in eine an­dere Stadt gefordert, um die Unabhangig- k e it der Regierung zu sichern

Der Fall Piecn.

Wien, 21. Juli. (Wolff.) Die strafgerichtliche Untersuchung gegen den während der Unruhen im Flugzeug von Berlin nach Wien gelangten kommunistischen Abgeordneten des Preußischen Landtags Pieck, der gestern vormittag bem Landgericht eingeliefert wurde, wird nach Mit­teilung von unterrichteter Seite wegen Stö­rung der öffentlichen Ordnung durch­geführt. Außerdem liegt von polizeilicher Seite gegen.Pieck wegen Vergehens gegen die Cinreisevorschriften ein Auswei­sungsbefehl vor, da er nicht im Besitz eines Reisepasses war. Der preußische Landtags- Präsident Bartels hat an das Auswärtige Amt einen Dries gerichtet, in dem von der Verhaf­tung des Aba. Pieck offiziell Mitteilung gemacht und auf die Abgeordneten-Jmmunität von Pieck hingewiesen wird.

Die Neichsregierunh gegen Hörsing.

Berlin , 21. Juli. (TU.) Amtlich wird ge- meldet: Der Vorsitzende des Reichsbanners Schwar;- Rot-Gold, Oberpräsident h ö r s > n g , hat in diesen Tagen einen Aufruf veröffentlicht, der sich mit den letzten Ereignissen in Vien befaßt. Der Auf­ruf enthält scharfe und beleidigende An­griffe gegen österreichische Behörden und gegen die österreichische Regie­rung selbst. Die Reichsregicrung sieht sich ver­anlaßt, ihrem lebhaften Bedauern über die­sen Aufruf Ausdruck zu geben, der geeignet ist, die herzlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich zn trüben.

Tüchern behängt. Ueberall war die Bevölkerung scharenweise herbeigeeilt, um dem König die letzte Ehre zu erweisen. Der Zug traf um 5 Uhr nachmittags im Bahnhof Bukarest- Cotroceni ein. Dor dem Schlosse wurden 101 Schüsse gefeuert, um die Ankunft des Zuges zu melden. Auf dem Dahnsteig warteten die Mitglieder des Regentschaftsrates, die Mitglieder der Regierung, der Metropolit, die Vertreter aller Zivilbehörden und der Chef der Armee. Zwischen dem Dahnhof und dem Schlosse Cotro- ceni bildeten Truppenabteilungen Spalier. Der Sarg wurde von den Adjutanten des verstorbe­nen Königs getragen und im Goldenen Saal des Schlosses aufgebahrt. Den geschlossenen Sarg deckt die rumänische Flagge und die königliche Standarte, darauf Säbel und Hut eines ©enerald der Dergiäger. Ringsum zerstreut Weiße Lilien. Von den fremden Missionen, der Regierung und dem Parlament sind Dlumenkörbe aufgebaut, darunter ein Korb weißer und roter Rosen mit den Farben des Deutschen Reiches und einem weißen Band mit der Inschrift:Der deutsche Reichspräsident." Vier hohe Offiziere halten die Ehrenwache. Roch in der Rächt fand unter Teilnahme der Königin, der Prinzessin Jliana, des Prinzen Nikolaus, der Prinzessin Elisabeth und des Prinzen Hohenlohe ein Gottes­dienst statt.

Die irische Krisis.

Der Kampf gegen de Balera.

London, 21. Juli. (Wolff.) Wie die Blätter aus Dublin melden, hat die Regierung des iri­schen Freistaates im Hinblick auf d i e Ermor­dung des Vizepräsidenten O'Hig- gins gestern nachmittag im Parlament drei Gesetzesvorlagen eingebracht. Die erste erteilt der Regierung neue Machtbefugnisse zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit^ Der Wortlaut ist noch nicht bekannt. Es wird aber angenommen, daß der Regierung darin die Be­fugnis zur Einsetzung besonderer Ge - richtshilsen im Falle von politischen Mor­den und revolutionären Umtrieben erteilt wird. Der Atocite Gesetzentwurf verbietet den Deputier­ten, die keinen Cid auf die Verfassung abgelegt haben, Unterschriften für Petitionen zu sammeln, worin die Regierung zu neuen Gesetzesvorlagen aufgefordert wird. Hierdurch würde die Petition der Partei de V aler a s, die eine Volks­abstimmung verlangt, verhindert wer­den. Nach Artikel 47 der Verfassung müßte nämlich die Regierung eine Volksabstimmung ver­anstalten, wenn dies von 70 000 Wählern gefor­dert wird. Die dritte Gesetzesvorlage legt den Kandidaten für beide Kammern des Parlaments die Verpflichtung auf, bei ihrer Nominierung eine eidliche Erklärung abzugeben, daß sie beab­sichtigen, die Verfassung zu bevbach- t e n und den Eid abzulegen. Es wird darin ferner eine Zeitgrenze vorgeschrieben, in der die ^wählten Deputierten den Eid abzulegen und ihre Sitze einzunehmen haben, widrigenfalls die Sitze frei werden. Diese dritte Vorlage würde die Wirkung haben, die Sitze de Valeras und der anderen Republikaner, die Öen Cid abgelegen sich geweigert haben, wieder freizumachen.

König Ferdinands Testament.

Sinaia, 21. Juli. (WB.) Heute wurde in Anwesenheit der Mitglieder der königlichen Fa­milie und der Mitglieder deS Regentschaftsrates das T e st a m « n t König Ferdinands durch den Justizminister eröffnet. Das Testament wurde am 2. Juli 1925 geschrieben. Ein Kodizill trägt das Datum des 11. Januar 1926. Das Dokument be­ginnt mit einer Betonung der Vollendung des Nationalwerkes uni) dankt dem Himmel, der den Patriotismus des Königs durch den teuersten Preis der nationalen Einigung belohnt habe. Es folgen Ratschläge an den Thronerben und Wünsche für die Königin, dann die Verteilung der Legate an die Mitglieder der Familie und an vnschicdene Körperschaften. Im Kodizill siebc folgende Erklärung:Gott hat es gefallen, das Land, mich und dir Königin durch einen großen Schmerz zu betrüben, indem Prinz Eoral auf die Thronfolge verzichtete. Ich werde nie den Schmerz überwinden, dem ich in dem Augenblick empfand, wo ich gezwungen wurde, diesen Entschluß zu billigen, der leider unvermeidlich war." König Ferdinand hinter­läßt seinen Töchtern je ein Landgut und ein Haus in Bukarest mit Ausnahme der Königin von Jugoslawien, die ihr Erbteil in Effekten und Geld erhält. Seiner Witwe Königin Maria wurde das Palais Kotroceni und das Schloß Pelosch bei Sinaia zugesprochen, welch letzteres sie ihr ganzes Leben lang bewohnen soll, Der frühere Kronprinz Carol erhält nur fein Pflichtteil, das ihm in Geld und Effekten aus­gezahlt wird.

König Ferdinand hinterließ ferner dem Mi­nisterpräsidenten ein Schreiben, worin es heißt:Gott hat gewollt, daß die Krone auf das Haupt meines Enkels, der nochein Kind ist, übergeht. Ich bitte alle guten Bürger, die Ruhe und Wohlfahrt des Landes fördern zu helfen, eine Ausgabe, die in erster ßlitie dem Prinzen Nicola und den anderen Mitgliedern der Regentschaft zufällt. Ich kann die Zukunft nicht ins Auge fas­sen. ohne dabei mit väterlicher Liebe an meinen geliebten Sohn Carol zu denken. Ich zweifle nicht, daß er, wie jeder gute Rumäne, der fein Vaterland liebt, sich bemühen wird, während der Regierung seines Sohnes und seiner Nachfolger den Fortschritt Rumäniens zu erleichtern. Was mich betrifft, so habe ich mir nur deswegen, weil ich d:e Ruhe des Landes nicht stören wollte, die väterliche Genugtuung versagt, ityn wiederzusehen. Sn dem gleichen Gefühl bitte ich ihn, seiner Ver­pflichtung gemäß nichtindasLandzurück- z u k e h r e n . außer wenn die Behörden es ihm gestatten sollten.

Des Königs letzte Fahrt.

Sinaia 21. Juli. (WTB.) Während des Vormtttags besuchten Tausende das Schloß wo die sterbliche Hülle König Ferdinands ausgebahrt war. Die Wände des großen Saales waren schwarz bcz gm. Aus dem Katafalk lagen rote Wen. Der tote König trug die Uniform des Jägergeiierals. Um 12 Uhr mittags wurde der Sarg auf einer Geschützlafette zum Dahnhof gebracht. Hinter ihm schrttten die königliche Familie und die Mitglieder der Regierung Eine endlose Mensci emne.xge, Schulen und Abordn n- gen aus dem ganzen Lande bildeten Spalier Der Zug mit dem Sarg verlieh um 1 UFr mittags den Dahnhof Sinaia. Alle Stations- gpfvhj.v bis D' k"7?st."'--e i Ti' .

Russische Flottenmanöver.

Moskau, 21. 3üli. (WTD.) Die bal- tische Flotte lief heute aus Kronstadt zu Manövem im Finnischen Meerbusen aus. An Bord des Flaggschiffes, des Dreadnoughts Marat", befanden sich der Volksmarinekommissar Woroschilow, die« Mitglieder des Revo­lutionären Kriegsrats und der Kommandant der baltischen Flotte. Bei der Insel Seiskari ver­anstaltete die Flotte einen Schlachtalarm.

Hoover

Pr rstdenLschas:s^ andilat?

Washington, 21. Juli. iWTB.) Die meisten Zeitungen betrachten den gestrigen Besuch des Handelsmunslers Hoover bei Präsident Coolidge, der ihn durch persönliches Abholen von der Dahn außergewöhnlich ehrte, als ein Anzeichen dafür, daß Coolidge Hövers Kandidatur empfehlen werde, falls er sich nicht entschließen sollte, selbst zu kandidieren. Hoover erklärte, er werde aus Loyalität nicht gegen Coolidge kandidieren.

GegendleKriegsschuldlüge

Professor Barnes spricht in Berlin.

Berlin, 22. Juli. (WB.) Gestern abend sand im Edenhotel auf Einladung des Ar­beitsausschusses deutscher Ver­bände ein Abendessen zu Ehren der Anwesen­heit des amerikanischen Professors Barnes statt. Gouverneur a. D. Dr. Schnee begrüßte die Gäste und hieß Professor Barnes willkom­men. Professor Barnes betonte, daß seit seinem letzten Aufenthalt in Berlin sich auf dem Gebiet ber Kriegsschuldfrage nichts geändert habe, daß vielmehr die inzwischen veröffentlichten Doku­mente nur den Beweis für die Richtigkeit hes von ihm vertretenen Standpunktes erbracht hätten. Als Ergebnis feiner Forschungen stellte Professor Barnes fest, daß man drei Staaten, nämlich Serbien, Rußland und Frank- reta), eine gewisse Schuld am Kriege nach- wer.en könne, während England jedenfalls nicht das zur Verhinderung des Krieges Notwendige getan habe. An- lch"-ßend hieran trat Reichsminister a. D. Dr Zolen für ein aktives Vorgehen der Re gi c r u n g in derKriegsschuldfrage ein Reichs- Minister a D. Dr. Wernburg hob sodann her- vor, daß die gegen Deutschland geltend gemachten Vorwurfe, insbesondere der Vorwurf des Im­perialismus, heute schon als lächerlich bezeichnet werden müßten.

Neichswirrschaflsminifter und Vorloerhöhung.

» m^rlin 22. Juli (Priv.-Tel.) DasDerl. Ta gebt, glaubt annehmen zu dürfen, daß der RelchLwlrts^.attsministrr Dr. C u r t i u s im Rah- men feiner gesamten Preispolitik gegen die $ La.n e, p 1$ R e i ch s p o st m i n i st e r s Schahlauf ErhohungderPo st gebüh­ren Stellung genommen habe Wie das Blatt weiter hört, wird in der heutigen 93 Ilversamm- cung ves Derwaltungsrates der R-ichs- post die sich mit der vorgrschlagene.i (Scbiißren- erhohung beschäftigen wird, dec Antrag gestellt morden, die *2Rei'erben'ur-i

zu vertagen, da die Stellung des Reichs­wirtschaftsministers zu der Gebührenvorlage von einschneidender Bedeutung fei.

Der Sport bei der Reichswehr.

Berlin, 22. Juli. (Priv.-Tel. des G. A.) Gerade in den nächsten Tagen wird die Reichs­wehr zu beweisen haben, in welcher Weise ihre sportliche Durchbildung fortgeschritten ist. So finden in den Tagen vom 3. bis 7. August auf dem Berliner Sportstadion in Moabit die m pse d e r R eichsweh r un d d er Ma­rtine um die Sportmeisterschasten des Heeres und der Marine statt. In den Tagen vom 30. Juli bis 3. August wird beim Lehrgang für Leibesübungen in Wünsdorf ein Fünf­kampf auögetragen, an dem sich 6 schwedische und 6 deutsche Offiziere beteiligen. Die Vorübungen zu all diesen Sportkämpfen dauern schon seit Wochen an, so daß man mit außer­ordentlich interessanten Kämpfen rechnen kann. Aus dem Publikum dürfte gerade diesen Kämp­fen deshalb auch das größte Interesse entgegen­gebracht werden.

Mus aller Welt

Reichsminister Köhler Dr.-Jng. h. c.

Rektor und Senat der Technischen Hochschule in Karlsruhe haben dem Reichsminister der Finanzen Dr. h. c. Heinrich Köhler auf ein­stimmigen Antrag der Abteilung für Elektvi- zitätstechnik die Würde eines Doktor In­genieur ehrenhalber verliehen in An­erkennung der tatkräftigen Förderung der tech­nisch-wirtschaftlichen Entwicklung des Landes Baden um) insbesondere seiner Elektrizitäts­wirtschaft.

Die Berliner Mujeumsbauteu.

Die gewaltigen Neubauten auf der Berliner Museumsinsel, deren Hauptteil oekanntlich das Pergamon-Museum mit dem weltberühm­ten Pergamon-Al^ar bilden wird, sind in biefen Tagen im Rohbau vollendet worden. Schon im 9ahre 1907 hatten nach den Mefselfchen Plänen Geheimrat Hoffmann und Regierungs- und Bäumt Wille den Bau begonnen, der dann durch Krieg und Inflation jäh unterbrochen wurde. Die Neubauten gruppieren sich um ein riesiges Forum, das vom Kupfergraben aus durch eine Brücke zugänglich ge­macht werden soll. Die beiden Flügelbauten ent­halten dasDeutsche Museum" und die Vorderasiatische Abteilun g". In dem Rückenstück wird die antike Abteilung unter­gebracht, mit dem Pergamon-Mtar als Mittelstück. An den Uebevgang über di« Stadtbahn, der in Form einer Brücke das Deutsche Museum im Nordflügel mit dem Kaiser Friedrich-Museum ver­binden soll, wird zur Zeit emsig gearbeitet; nach Ueberwindung der sehr erheblichen Fundierungs­schwierigkeiten ist mit der Fertigstellung im Spät- herbst zu rechnen. Die (Eröffnung der Gesamtanlage findet 1930 statt.

Der älteste Pfarrer Deutschlands.

Am 10. August d. I. kann Pfarver Münch- Mingolsheirn (Baven) sein 70jähriges Priesterjubiläum ferem. Der Jubilar wurde am 9. Januar 1831 hx Gerichtsstetten ge­boren, ist also über 96 Jcchre alt. Am 10. August 1857 erhielt er die Priesterweihe. In seiner langen Lebensbahn wirkte der Priester in se­gensreicher Weise in Rastatt, Heidelberg, Waib­stadt, Schwetzingen und zuletzt von 1889 bis 1916 in Mingolsheim, wo er in den verdienten Ruhe­stand versetzt wurde.

Die Norwegenfahrt der ersten Torpedoboot»- Halbflottille.

Die Offiziere und Mannschaften der ersten Torpedoboots-Halbflottille, die in der letzten Zeit eine Reihe nerwegischer Häfen besuchte und jetzt in Drammen liegt, statteten dieser Tage Oslo einen Besuch ab. Zu Ehren der deutschen Gäste veranstaltete die deutsche Kolonie zahlreiche Aus­flüge und Festlichkeiten. Der Besuch der deutschen Schiffe erweckte hier überall großes Interesse. Zahlreiche Festlichkeiten wurden von xrorwegi- scher Seite veranstaltet. Die Zeitungen, die sich alle mit dem Besuch der deutschen Gäste aus- K beschäftigen, hoben die ausgezeichnete Hal­er deutschen Mannschaft rühmend hervor.

3ttlernafionale Licchenkonferenz in Winchester.

In Winchester (England) wurde die Inter­nationale Kirchenkonferenz zur Fortsetzung des von Stockholm ausgehenden christlichen Einü- gungswerks eröffnet. Den Vorsitz führte der Bischof von Winchester. Vertreten waren fünf­zehn Länder. Unter den Vertretern befanden sich Der Präsident des deutsch-evangelischen Kirchen­ausschusses, Dr. Kappler, der Landesbischof I h m e l s , Reichsgerichtspräsident Dr. S i - mons und Professor Dr. Deihmann -Berlin. In den Berichten, die zur Beratung stehen, kom­men die Fortschritte zum Ausdruck, die das ökumenische Einigungswerk gemacht hat.

Jubiläum des Hauses Ullstein.

Aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Verlages Ullstein fand im Derlagshaus eine Feier statt, in deren Verlauf bekanntgegeben wurde, daß der Verlag für das Gesamtpersonal einen Pensionsfond von 1 000 000 Mark stifte, der im Laufe der nächsten Jahre auf drei Millionen Mark erhöht werden soll. Außerdem soll jedes Mitglied des Gesamtpersonals einen Geldbettag als Jubiläumsspende erhal­ten. Des weiteren erhöht die Firma die Leo­pold - Llllstein - Gedächtnis st iftung um 50 000 Mark, woran die Organisattonen der Presse, der Buchhändler und Duchhandlungsge- hilfen, der Buchdrucker und die Deutsche Gewerk­schaft für K auf in an nserhvlun g sheime beteiligt sind.

Deutsche Zuchtschafe für Rußland.

Eine deutsche landwirtschaftliche Kommission weilt zu Verhandlungen mit der Sowjetunion in Moskau. Die Reise erfolgte auf Einladung der russischen Regierung. Die Verhandlungen, die auf lange Jahre hinaus den Export deutscher Zuchtschafe und Böcke in größtem Umfange nach Rußland zum Inhalt haoen, nehmen, wie dem Blatt nv.fgeteilt wird -inen befriedigenden Ver­laus

Uebciffunb2nvsrgüiung im Bankgewerbe.

Zwischen dem Reichsverband der Bantleitungen und den am Reichstarifvertrag für das deutsche Vankgewerbe beteiligten Angestelltenorganisationen war ein Konflikt entstanden über die Vergütung der Ueberstunden nach dein n®ien Arbeitszeitnotgesetz. Nach Anregung des Reichsarbeitsministeriums wurde von diesem Ministerialrat Dr. Goldschmidt als Schlichter bestellt, der nach mehrstündiger Verhand- Hna fofn-'i-hp Entstbeidung fällte:Es gelten die

Bestimmungen des Reichstarifoertrages mit der Maßgabe, daß für die 49. bis 51. Wochenstunde ein Zuschlag von je 25 o. S). von 1/200 des tarifmäßigen Monatseinkommens festgesetzt wird, und daß der von der 55. Wochenstunde an vorgesehene besondere Zuschlag von 25 v. h. bereits von der 52. Wochen­stunde an zu zahlen ist." Diese Entscheidung gilt ab 1. Juli 1927 und läuft bis zum 31. März 1928. Drahtloser Telephonverkehr BerlinBuenos Aires.

Seit einiger Zeit sind Versuche unternommen worden, auf dem Funkwege eine direkte Tele- phonverbindung zwischen Berlin über den Ozean hinweg mit der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires herzustellen. Die Vorbereitungen sind so weit gediehen, daß das erste direkte Telephonge­spräch mit Bu^xos Aires vor sich gehen sollte. Leider sind im letzten Augenblick Störungen auf­getreten, die erst beseittgt werden müssen. Jedoch ist anzunehmen, daß schon in den nächsten Tagen diese Störungen beseittgt sind. Die Verbindung mit Buenos Aires soll durch kurze Anfragen eines Vertreters des Postministeriurns und des Ge­heimrats v. Daligand vom Auswärtigen Amt eingeweiht werden. Qlijf der Gegensette sind eben­falls Begrüßungsan,'-rachen behördlicher Der- treter vorgesehen.

Schweres Bauunglück.

Auf der ZecheEwald-Fortsetzung" in Reck­linghausen, auf der man zur Zeit mit der Er­richtung eines 3000 Tonnen ssffenden K o k s - turmes beschäftigt ist, stürzte au8 bisher un­bekannter Ursache ein sechs Meter hoher Be° tvnpseiler nach innen um und riß die auf dem Gerüst stehenden Arbeiter in die Tiefe. Ein Arbeiter wurde auf der Stelle getötet und fünf andere zum Teil schwerverletzt. Gin Verunglückter liegt noch unter den Trümmern, der aber auch nur tot geborgen werden kann.

Flugzeugabsturz.

In Metz ist infolge einer Motorpanne ein Militärflugzeug während einer Nachtübung ab- gestürzt. Der Flugzeugführer, dessen Fallschirm sich beim Abspringen nicht entfaltete, kam ums Leben.

Nach 2i Stunden wieder lebend ausgegraben.

In Mannheim wurde die Feuerwehr nach einem Anwesen i n der Lenaustraße gerufen. Dort war, vermutlich infolge ungenügendenWsprießgns, ein ca. fünf Meter tiefer Kanalschocht ein» gestürzt, wobei zwei Arbeiter verschüttet wurden. Während der eine sofort befreit wer­den konnte, muhten zur Befreiung des andern umfangreiche Grabarbeiten und Absprießungen vorgenommen werden. Nach zweieinhalb Stun­den anstrengendster Arbeit konnte der Verschüttete, welcher in einem durch die einstürzenden Hölzer gebildeten H o h l r a u m lag und dadurch wie ein Wxmder von schweren Verletzungen befreit blieb, durch die Feuerwehr und anwesende Ar­beiter befreit werden.

Zwei Todesopfer einer Explosion.

Am Montagnachrnittag ereignete sich in einer chemischen Fabrik in Thalkirch§n (Bayern) eine Explosion, durch die 5 Arbeiterinnen schwere Brandwunden erlitten. Den Verletzungen sind gestern zwei Arbeiterinnen erlegen.

Beim Rudern ertrunken.

Lin »mit fünf Damen besetztes Ruderboot ken­terte auf der Höhe von Bad Schachen am Boden­see, als zwei der Damen die Plätze wechseln wollten. Die Opernsängerin Volkmar und die Gat­tin des Opernsängers Bert, beide aus Breslau, sind ertrunken.

Mutter und Kind bei einem Autounfall getötet.

Bei Rheinböllen fuhr das Automobil eines Kreuznacher Kaufmanns in einer Kurve gegen einen Stein. Die Frau und das Kind des Wagenbesitzers wurden so schwer verletzt, daß sie bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus starben. Der Kaufmann wurde nur leicht verletzt.

Drei Mädchen vom Blitz getötet

In Sitzerath (HunSrück) suchten drei Mädchen, die von einem Gewitter überrascht wurden, un­ter einer Eiche Schutz. Der Blitz schlug jedoch in die Eiche und tötete zwei Mädchen auf der Stelle, während das dritte etwas später an den Folgen der erlittenen Brandwunden starb.

Hochwasser der Warthe.

DasD. T." meldet aus Landsberg a. d. W.: Die Ländereien im Warthe- und Netze - bruch stehen unter Wasser. Die Ernte ist zum größten Teil vernichtet. Auch die Ober führt Hochwasser.

Ueberfaü durch chinesische Seeräuber.

Der norwegische DampferSoloiken", der am 19. d. M. Hongkong mit dem Ziele Saigon verfassen hatte, wurde gestern von Seeräubern, die sich unter die Passagiere von Hongkong gemischt hatten, über- fallen. Sie überrumpelten die Offiziere und ver­wundeten den Kapitän schwer. Der Zweite Offizier wurde von zwei Seeräubern Überwä. gt und er­schossen. Der Führer der Bande, der fließend eng­lisch sprach, gab dem Ersten Offizier den Befehl, nach der Bias-Bucht zu steuern, wobei er drohte, alle Offiziere zu töten, wenn seinen Weisungen nicht Folge geleistet würde. Als der Dampfer gestern abend in der Bias-Ducht anlangte, legten zwei Scha­luppen längs des Schiffes an und übernahmen zwei Kasten mit Goldbarren im Werte von 20 000 Dollar und das Paffagiergeoäck. Den eingeborenen Schiffs- agenten, die chinesischen Passagiers und einige Kna- ben verschleppten sie. Darauf ergriffen die Räuber mit Hilfe von Schiffsbooten die Flucht.

Mischehen im Deutschen Reich.

Das Statistische Reichsamt veröffentlicht die Zahl der Eheschließungen und Mischehen im Jahre 1925. Es heirateten 285 025 evangelische Männer evangelische Frauen, 26 099 evangelische Männer vermählten sich nsit katholischen Frauen. Anderseits nahmen sich 212 848 katholische Män- ner Katholikinnen zu Frauen, während 26 848 katholische Männer evangelische Frauen heirate­ten. Im Verhältnis zur Stärke des Bevöl­kerungsanteils heirateten also viel mehr katho­lische Männer evangelische Frauen als umgekehrt.

Wettervoraussage.

Anbeständig, wechselnd wolkig mit Aufklären, einzelne Regenfälle, zum Teil mit Gewitter, all­mählich geringer Temperaturrückgang, westliche bis nordwestliche Winde.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 24,5 ®raö Celsius, Minimum: 16,4 Grad Celsius.

Niederschläge: 17,3 Millimeter.

Sonnenscheindauer: 4% Stunden.

Heutige Morgmtemperatur: 18,2 Grad Cel­sius.

Wiltcrungraussichten für Sonntag: Lieber- gang zur Wetterberuhigung mit zeitweiser Be- wöllungsabnahme, lolale Störung? ieboch nicht ausgeschlossen