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minlßer Dr etrefemami hr btt bevorstehenden ! ^lussprache des Reichstages über die Genter Tagung abgeben wird.

Von einer dem Luswanigen Amt nahe­stehenden Veite wird zur Prefsekrttik an den Lenser Verhandlungen m-'.geteilt. e< sei zu be­dauern. dah in der deutschen Presse dw Lenden- vorherrsche die Vorgänge nur unter dem Gesichtspunkt der deutschen Fragen »u sehens die entscheidende Frage sei die Ee- yaltung des europäischen Friedens, und es hab« noch vor kurzem mnbefter S ein Iweitel darüber bestanden, ob wir friedlichen SnrtDidlungm entgegenkehen. Aus dem Abbruch der englisch-rustltchen Beziehungen ergab sch für Deutschland di« Frage ob die politischen Derhältniss« ihm btt Durchführung seiner eigenen Politik in unverändertem Matze gestatten tourten. Was In Gens vorging, bedeutet daß der deut- sche Standpunkt anerkannt, den Eng­ländern und anderen Mächten aber ebenso die Freiheit ><r Verfolgung ihrer Politik gclafien Unirbe. Mährend arrdererierts der Gedarrt« «in« außerordentliche Stflrfe erhalten hat. dah alle interessierten Mächte alles tun müssen, jeder zu seinem Teil, um aus den bestehenden Span­nungen nicht «ine Entladung resultieren zu sehen.

Gegenüber der Kritik der Linken an der deutschen Beteiligung an der Man­datskommission wird daraus verwiesen, dah ein, Mitarbeit Deutschlands in der Frage der Seuchen-Bekämpfung. in der Stellung von 8t- perten usv bisher schon erfolgt, dah er­hebliche deutsche Ansredlerintereilen her behan­delt werden, dah die Vohftossversorgung als Meltvroblem auch in diesem FusannneTchang uns angehe, dass zum Beispiel auch bi« Schweiß Mitglied lst. die sicher keine gröbere kolonial Erfahrung und kein gröberes koloniales Inter­esse mttbringt. und das) sich brr der Einsetzung eines Postens in das Budget des Völkerbundes für die Aufnahme eines deutschen M'talieds in die Kommission überdies um «in« selbständige Anregung des Bundes handelte. Gegenüber Be­merkungen von einem .Danaergeschenk" ist fest- rzstelten, dah ein Gegensatz zur Ilnabhängig- eitsbewegunader Eingeborenen aus der Mitarbeit in der Mandatskommission ket- nesweg» entsteh', da hier durchaus in fach­licher Weise wirtschaftliche und Dvhlsahrlssragrn behandelt werden können

Die Hindernisse, die im besonderen deut­schen Anforderungen zur Zeit im Wege stehen, entspringen nicht einer Parteikonstellation der Mächte, sondern viel eher einer lleber- schützung der deutschen Kräfte bei der einen oder anderen von ihnen, die ans Krank­hafte grenzt. Das Verhältnis zu den Be­satzungsmächten befindet sich vorläufig in einer Krise- aber auch diese Krise kann, wie jede Krise, zu einer Gesundung führen.

Poincarä gegen Briand.

Das Scho der Rede von Lunsville.

Pari». 21.3uni. (WTB. Funkspruch.) Die Er- regung, die bie 'Jkbr Potncars» m Lunsmll« in a<- wissen Kreisen Frankreich« heroorgerusen hat. die spiegel sich m der Preise deutlich wieder. Zn parla­mentarischen Kreisen ist die Frag«:3ft da» vor- rpn Poincars» al» ein« Offensive gegen riand lurfzusasti^i?" gestern ernstlich erörtert worden, tluherbem würbe behauptet, dah Briand keine Kenntnis von dem Inhalt der 9t« b-e Po 1 ncarö » gegeben worden sei. Es ist bezeichnend, dast da»Echo de Pari»" die Der- teibtgung Poincars« gegen eine solche Llufsalsung unternimmt, allerbing» ist nicht in der Loge, oositio zu behaupten, ob die Rede von Lunboille in chrem Wortlaut Briand Vorgelegen habe und von ihm gebilligt wurde. Da» Blatt behauptet lediglich, Poincarö habe nicht di« Pflicht, mit dem llutzenminister über alle Fragen zu sprechen, di« sich auf die Unterhaltung von Gens beziehen. Die 'Vermutung, bafj Briand den Wortlaut der Rede nicht g e f a n n t hat, wird in der ,, Volon ts be­stätigt. Da» Blatt gibt zu. dah Poincarö den Austen- Minister über d i e leitenden Grundsätze, bi« er zu entwickeln gedenke, unterrichtet habe, aber Poincarö hab« sich durch seine alle nationa­listische schikanöse Art Hinreisen lassen, die er eben niemals Io» werde. Anstatt durch ein nuancierte Warnung, die in Deutschland gehört worden sei. diplomatisch yi sein, sei seine Rede nicht» andere» gewesen at» eine Polemik. Unterstützung findet Poinears lediglich bei den an der äustersten Rechten stehenden Organen, wieBoenir" und . Gauloi»".

Vie Sparlaffenauftocrtung.

Berlin, 20. Juni iDolfs.) 3m Unter- ausschust des Rcchtsausschuffes des Reichstags «tfldrtc der Reichsminister der Justiz zur Frage der SparkassenausWertung:

Bei Verhandlungen mit den Ländern haben sich diese durchweg bereit erklärt, die gewünschte Teilungsmass« der Sparkassen zu gunsten der Gläubiger zu verwenden. Auf diese Weise ist gewährleistet, dah die Sparkassenglaubig«r. so­weit eine entsprechend« Masse vorhanden ist, «ine Auswertunasguote über 12.5 vom Hundert erhalten. Di« Länder sind ferner in der übergrossen Mehrzabl bereit, dafür Sorge zu tragen, das) jede Sparkasse den Mindest- lat, von 12.5 v. H. aus eigener Kraft oder durch Heranziehung der Garanten aufbringt. Ein­zelne Länder haben geglaubt, sich Vorbehalten au müllen, den leistungschwachen Spar­kassen zwecks Ausfüllung des Auswertungssatzes auf 12.5 v. & «inen Teil der Ueberschuhbeträge. bie bei den anderen Kassen sich ergeben, zuzu­wenden. 3n den übrigen Ländern wird Oer UeberschuubeWag über 12',, vH. der bei den einzelnen Sparkassen sich ergibt, nicht ,ur Aus­füllung des Aufwertungssatzes auf 12' .vH bei den leiftungs'chuxuhen Sparkassen, sondern zur Erhöhung des Rormalsatzes von 12Vf v H und zugunsten der Sparkaf- sengläubigcr verwendet. Diese Methode, nach der Die Verwendung erfolgt, ist bei den einzelnen Ländern verschieden Eine Anzahl Länder wendet diese Ueberschusibelräge dm Gläubigern der be­treffenden Kasse zu. bei der die Ueberlchusse er- zielt sind. 3n anderen Ländern werden die Ueberschustbeträge generell zur Erhöhung des Aufwerlungsfayes Augunsten aller Gläubiger des betreffenden Landes verwendet.

Für die Berechnung und Begrenzung der von her Teiiungsmasfe etwa abzuziehenden Ver­walt u n g s k o st e n ist die Reichs', egierung gern« bereit, unter Wahrung der Hoheitsrechte der Länder mit den Landesregierungen zum 3totdc einer für die Gläubiger möglichst gün­stigen Regelung Fühlung zu nehmen.

Die Veamtenbesoldungsreform

Beratungen im Haushaltsausschuh des Reichstags.

Berlin 22. 3ur.i (3 D. &) 3m Haus- haltsausfchust des Ae.costagcs wurde heule di« Aeurci. ung der Vefoldun Zuordnung auf Grund von Anträgen beraten. Abg. Brodaus <Dem.) eracht« um eine Vorlage zur Erhöhung der Be 2 mtengehälter rückwirkend ao 1. Apr . l 192 c Aba. Bender -Soz.) ver­langte dah den Reichsbeamten in Grupp« IVII aus Grund d«r neuen Be-

foldungsordnung rückwrkend ab I. April 1927 Barzahlungen t n Höhe von 20 A W. monat» gezrchlt werden sotten. Auch den EmpsLng» on Wartegeld und Kr.cgsbeschä- digtenbezu.,. n sotten entsprechend« Voraus- zahlunger. gewährt werden. Roch höher« monatliche Barzahlungen wurden von den Kom- muntsten gefordert.

Reichsfinanzrmmster Dr. Köhler führte aus. nach der Meinung der Regierung solle am 1. Oktober ein« w rlich durchgreifende Re- form der Beamtenbesoldung statt'inden. Die Reich» reg ent na hab« sich einmütig auf den Standpunkt gestellt dah diese Reform der Be- 'Besoldung keinessallseinealle Be­soldungsgruppen umfassende f«m werd«. 3ch möchte daher auch davon absehen, prozentual« Zuschläge $u den bestehenden Gehältern zu gewähren. Es ist daher beabsich- ngt. «in« neue Besoldungsordrmng zu schaffen. Bei chrem Ausmatz ist natürlich Rück­sicht aus di« finanzielle Lage des Reichs zu nehmen. Di« Reichs regterung hat die B«dmgung gestellt, daß keine wirtschaftliche Katastrophe ein- iritt und dah ich in der Lage sein werde, für 1927 für den Reichsetat ohne weitere steuerliche Masinahmen die erforder­lichen Mittet auszubringen. Ratürlich mühten Reichspvst und Eisen bahn für die erfor­derlich« Deckung sorgen. Die Pensionierten. Wartegeldernpfänger und Hinterbliebenen sotten entsprechende Berücksichtigung finden. Die Län­der und Gemeinden werben dem Vor­

gehen des Reiches mehr oder weniger folgen müssen. Der preuhisch« Finanzminister hat er­klärt. dah Preuhen nicht in der Lage ist. früher als am 1. Oktober dieses Jahres eine Erhöhung der Beamtenbesoldung in seinem Etat unterzubringen. 3ch möchte heute schon ausdrücklich betonen, dah keine Red« davon sein kann, dah den Ländern oder Gemein­den irgendwelche Zuschüsse für di« Sr Höhung der Beamtenbesoldung gewährt werden können, weder direkt noch indirekt. Sie müssen

versuchen, aus ihren eigenen Einnah­me» mit der Erhöhung der Beamtenbesoldung fertig zu werden. Wir f nd entschlossen. durch- greifende Matznahrnrn zu ergreifen. Aber vor dem 1. Oktober ist das ttnanpiett nicht möglich.

Wg. von Guerard (3rntr ) erklärt Gau, natürlich müsse etwas Durch grei'en das ua Besse­rung der Rottage der Beamten geschehen. Die Httfe nrüPe aber tunlichst bald in die Srfchei- nung irren. Es werde fid> um eine Mehrausgabe von jähr', ich 3CO bis 900 Millionen handeln Es fei deshalb notwendig, mit den Ländern in Verhand­lungen zu treten.

Abg. Dietrich. Baden f Dem. > erklärt, eine einmalige Beihilfe fa manchmal ganz angebracht. Aber toerm das immer Io fort gehe dann komme man auch zu keiner endgültigen Regelung Wenn die Vorlage vom Reichstag erst im Rooember vom Reichstag in Arbeit genommen werde, dann werd« sich im Dezember dieselbe Situation wie Im Vorjahre ergeben Er fei gespannt, ob dann die Regierung und auch Zhe Opposit on Dann noch den Ansturm der Beamtenschaft aushalten könn­ten. Ss kommt nicht nur darauf an. Die Beamten besser xu stellen, sondern dem Reich ein« brauchbare und willige Beamten­schaft zu erhalten. Die Demokratische Par­tei habe den bringenden Wunsch möglichst schnell zu einer po'ckiven Regelung zu kommen.

Abg St« in köpf iSoz.' führt aus Der Reichsfinanzminister ist der Ansicht, bah der Reichstag nach 'einem Wiederzusammentritt un Rovernber die Vorlage zu verabschieden habe. Das wird mindestens vis Weihnachten, wenn nicht noch länger dauern. Das ist aber nach Ansicht brr Sozialdemokraten ein un­erträglicher Zustand, wenn man sich Die Lage der unteren und mittleren Beamten vvrstellt

Abg Qua atz (Dn ' betont, dah im Ok­tober unbedingt Den Beamten vor Der Er­höhung der Besoldung ein Z u s ch u h gezahlt werden müsse. Darüber seien sich Zhe Regie­rungsparteien einig. Ebenso begegneten sich die Regierungsparteien in dem Punkt«, dah nach Möglichkeit Die Erhöhung noch vor dem 1. Oktober rückwirkende Kraft haben müsse. Das könne erst entschieden werden, nachdem sich Ne Finanzminister der Länder geändert hätten.

Die Frage der Beamtenbefoldunaserhöhung wird vom HauShaltsauslchuh am nächsten Frei­tag weiterberaten toerben.

Der (Entwurf des Reichsschulgesetzes fertiggeftcDt.

Berlin. 21.3unl. (DJIB. Funkspruch.) Der Entwurf des Reichsschulgesetzes ist einer Korrespon­denz zufolge im wesentlichen sertiqgcsfellt und wird schon in den nächsten lagen da» Reichrkablneft be­schästigen. 3n dem Entwurs werden alle drei Schularten: Simultan-, konfessionslose und weltliche Schulen a I gleichberechtigt aner­kannt.

Landwirtschaft und Zollpolitft. Rcichtzminisicr Schiele aus der Tagung des Landwirtschaftbratb.

Stettin. 20. 3unl (WTD.) Die öffent­liche Tagung deS Deutschen Landwirt sch aftsrates nahm heute nachmittag unter groher Beteiligung au« ganz Deutschland in Anwesenheit zahlreicher Vertreter von Behörden im Pommernsaale der Landwirtschaftskammer ihren Anfang. Der Präsi­dent des Deutschen LandwirttchaftSrates. Dr. Brandes, eröffnete die Vollversammlung mit einem Rachruf für den verstorbenen Frei - Herrn von Wangenheim und führte aus: Die Landwirtschaft hat im vergangenen Fahre da- ihrige getan, um auf dem Wege zur Rah- rungsmittelbefreiung einen groben Schritt vvrwärtSzukommen. Sie erwartet heute von der Reichsregierung und vom Reichstage, Dah innerhalb der Gestaltung Der deut­schen Zollgesetzgebung Sorge getragen wird, dah ihre Bemühungen nicht wieder durch verfehlte Handelspolltische Maßnahmen zuschan­den gemacht werden. Richt Die Erzielung un­angemessen hoher Preise, sondern die Stabili­sierung Der Preise, mit der auch den Interessen der Industrie und der Verbraucher­schaft am besten gedient ist, ist ihm der Zweck des Zollschutzes. Solange die D a w e S1 ast e n bestehen, werden alle Versuche, Die deutsche Wirt­schaft in Ordnung zu halten, nicht zu einem dauernden Erfolge führen gibt eine Grenze, jenseits deren der Zusammenbnüh steht unb feine heutzutage regelmäßige Begleiterscheinung, der Bolschewismus, lauert. Daran werden auch die Ausführungen des Reparationsagenten nstchtS ändern. Die Zunahme Der landwirt­schaftlichen Verschuldung um eine halb« Milliarde im letzten 3ahre spricht eine deutlich« Sprache." Hierguf ergriff der

Reichsminifter für Ernährung und Landwirtschaft Schiele das Wort zu einer Rede, in der er u. a. aus- führte Die deuttch« Landwirtschaft will nichts anders fein als «In di« nendes Glied in der deutschen Volkswirtschaft. Aber um chre Pflicht am Dvllsganzen erfüllen zu können bedarf si» der notwendigen han­delspolitischen Bewassnung. Agrar- schutzzblle Haden nicht den Sinn Der öanbaxrt- schäft bequemen Gewinn zu verschaffen, sondern Sicherheiten aus Ian« Sicht Daniil sie ungestört durch Die Sturme aus dem Weltmarkt ihre besten Kräfte entfalten kann Aus Sorge um Die Ge­samten twicklung unterer BoUswirtlchaft and im Hinblick auf Die gegenwärtigen Wrrtfchaftsver- hältnisse suhl« ich mich verpfttchtet. eine teil­weise Erhöhung Der Agrarzblle zu sordern Das Redeneinander unserer Lrans'er- Verpflichtungen und der fortaeletzten Passi­vität unserer Handelsbilanz bedeutet eine ständige Bedrohung uni «ter Finanzen, un­terer Volkswirtschaft und unserer politischen aw- beit Dies« Passivität ist aber nur etn Ausdruck für das Vorhandenlein einer groben, meist ent­behrlichen Rahrungsmitteletnsuhr aus geborgter Grundlage Eine wirkliche Sanierung unserer ^hlungsbilanz erreichen wir nur wenn wir eine au# eigener Krast balancierte Wirtschaft .'erstellen Das unentbehrliche vvikswirttcha'tiiche Mittet dazu

sind Zölle aus ent behrlicheR ahrungs- mittel Wenn wir diese Derstärkung unserer eigenen ProdukNvnskraft nicht fertig bringen, dann wird eines Tages jener Zustand wieder­kehren. Den wir im Kriege als Blockade fen- nengelernt haben, ein Zustand, der untere pott- tische und finanzielle Freiheit und älTrabhängig- keit bedroht. Darum sehe ich in einer verstän­digen Agrarpolitik Die wahre Bef reümgspotttik.

Die neuen JollfStze.

Berlin, 21. 3anl (ID.I.B. Itmkfprach) «af Der laguna br» Ventschen canbwlr«schast»rats in Stettin erklärte ReichsernShrungsmInister Schiele, c» fei geplant den ftartoffeljoll um 100 pro- zent, und den Z uck e rz 0 l I von 10 auf 15 Mark bd gleichzeitiger Senkung der Zuckerfieuer zu erhöhen. Der Reichsfinanzminister habe noch nicht envgültigen Stellung nehmen können, aber doch ver­bindlich erklärt, datz nach Cage der Rcich»finan,en die geplante meilgehende Ermäfzigung der Zuckerfteucr möglich fei Die Zuckerzollert^hung werde dadurch mehr al» au»gegllchen.

Der Reich»landbnnd nennt in einer 6r- flärung die vom Reichskabinelt In 2lu»sicht genom­mene Regelung der Zollsätze eine schwere Ent- tSuschung für die deutsche candwirtschast. Der ftarloffelpU von 1 Mark je Doppelzentner fei völlig unzureichend. Der Canbbunb erwarte vom Reichstag eine erh ebliche berauffel- 1 u n g be» autonomen Sähe» und die Festsetzung eine» den Schuh de» hcimlfdjen ftoHH fei baue» ge- währleister.den Mindeftsatzes. In der geplanten Reuregelung des Zolltarifs erblicke der Reichsland­bund eine Schädigung der Grundlagen, in»befon- dere der bäuerlichen Wirtschaften unb der ländlichen Reufiedlungen

Der Kirchentag zum Geburtenrückgang.

Königsberg. 20 3um. <WB.) Der Kirchentag hat in feinet heutigen Beratung u. a. einstimmig eine Kundgebung angenommen, in der er seine warnend« Stimme zum Geburten­rückgang erhebt. Es wird in dieser Entschliehung anerkannt, dah an Der Ausbreitung jenes UebeU wirtschaftliche Röt« namentlich di« un­geheure Wohnungsnot, schuld sind. Den liessten Grund der fmlenben Geburtenzahl sieht er auf Dem sittlichen Gebiete. in der erfwreckendmr Erschütterung Der Geschlechts- und ©be moral unD in btt Furcht vor der Ver­antwortung und Dem Opserbringen für bie Kin­der. Der Kirchentag fordert vom Staat, batz er in Gesetzgebung und Verwaltung Dem vvlls- oerderbendrii Ucbel durch wirtschaftliche Mah- nahmen als Die Vorbedingungen für ein ge­sundes Familienleben entgegen» iHt h verspricht. Die Mahn ahmen des Staates wirk­sam zu unterstützen.

Fraklionswechsel eines hessischen Abgeordneten.

Darmstadt, 20.3uni. Der bekannte Führer der hessischen Landwirttchaft, Sbg Dr. Deh 1 in - aer. ist au» der n r a f 11 0 n de» Hessi­schen Landbunde» au»geschieden unb mit sofortiger Wirkung in bl« Deutsche B 0 lk » part« i «ingetreten. derer Land- lag»[rafiion er nun ongehsrt Die Kräfteverhältnisse im Nefstschen Vanbiafl oeefchirden sich damit m be achtl'chrr 2B«if<: Der Duuembunb hat künftighin acht Lbgeordnet, während tu« Deutsch« Volk» Partei neun Hbgcorbnrtf Im klesstschen Landtag hat. Damit hat bi« Deutsch« .'tolkep^rtei auch An­spruch aus die Vefetzung der teile be» zweiten Vizepräsidenten be» kjessi'chen Landtage», die bisher durch den Vorsitzenden der Fraktion de» Hefsi'chen Lanbbunde». Mbfl Dr von Ar I mol t. besetzt war Zn einem 0 s s e n e n Brie,« an den Vorsitzenden be» Landbnnbe» er­

klärt Sbg. Dr Dehlinger daß Der Grund feint» Austritt» aus dem Helstia;en Landbund die ab­lehnende Haltung be» 2!t;. ®ldftr und der Frak- uon be» Landbunbe» flegenüber feinen Be tredung« zur Derbes serun - der Wasser- und Do benoerhältniffe im Ried gewesen sei. Drr D - itichen Soiftpa::< iei er beigetrem da er si4er sein könne, daß sie ihm In feinen Bestrebun- gen yn Verbesserung der landwirtschaftlichen Pro- buftion im Rieb freie Hand lass« und gewillt sei. mu ihm für die Rirbrruna und Kräftigung der ge- lanck« Lantzwirtichoft in Heften einzutreten.

Vie Kaffeier Zttahendahn- kaiaftrophe vor Sericht.

Montag vormittag begann unter Dem Bor- 'tn des Landgerichtsdirekwes Dr Bähr Di« Verhandlung vor dem Grvsten Schöffengericht gegen Den Strotzenbahnführer Karl G « r l a ch II. und Den Schaffner Hentrich die nach Der Aicklag« für den Urian des Strabendehnwagens Rr am 18. Mai abends verantwortlich ge­macht werden. Der Angellagre G e r l a ch erzählt ausführlich, wie sich noch seiner Aittsastung Die Vorgänge zur Zell des Unglücks bjJ; <U baden. Scha'fner Hentrich betont ebenso wie Grrlach. dah der Wagen fo stark gebremst war. Die es Die Kurbel guluü. Er sei stäudtg in der Aähe Des Wagens geblieben. Als er seinem HUfstchafsner Ne Fahrveichetniaung aus stelle, und wieder autschaute. sei Der Wagen bereits zwanzia Meter entfernt gewesen. Der Wagen sei gebremst geblieben Di« Fahr­gäste seien bereits etngcftxgen und d.r Wagen voll besetzt gewesen. Jetzt sei Di« Vorschrift ge­ändert worden in Der Richtung, daß vor der Umsetzung des Anhängers niempnd einsteiaen dürfe. Es wurden Dann 19 Zeugen aufgerufen, die über andere Fälle von undeat s.chr.grem Ab­lauf von Ltrahenbahnwagvn Angaben zu machen batten. Aus ihren Angaben geht hervor. Dah schon in verfchieDenen Fällen sich Wa­gen ohne Lubevr KrarJaIung in Bewegung gesetzt haben. Rachmlltaas fanden ftch alle Prozetzbcitil gten an der Endstation Der Qiiric 5 ein. Zunächst wurden Di« Zeugen so aufaeftetU. wie sie nach den eigenen Auslagen gestanden haben, als Der Wagen abfuhr Dann wurden Belastungsproben oorgenommen. Es scheint festzustehen, dah. wenn auf Der «mm Seite Die Bremse angezogen ist. auf Der anderen Seite eint pamhaN« Bremswlckur^z nicht erzielt werben kann. Fahrversuch Der Wagen ist für Leerzustand genügrnd gebremst. Rach und nach steigen Personen etn. bei Dee achten Person drehen sich di« Räber, bei jeder werteren ebenso, bei Der 16. Person gerät Der Wagen völlig geräuschlos in Fahri. Der Kontrolle wegen wurde der gleiche Versuch noch zweimal wiederholt, jedesmal mit dem gleichen Erfolg. Von einem Prozehbeteilig- cen wurde der Vorschlag gemacht, «inen Versuch mit der Strombremse zu machen. 3m Daaen standen etwa »wauz.g Personen. Die Kurzschlutzbcemfc wurde aus Stufe 5, Die letzte, gestellt, und Dann die Hand­bremse völlig gelöst. Der Wagen geriet soso rt in rasche Fahrt, aber nach einigen Metern machte sich die Wirkung Der Strom- bremse wahrnehmbar, die Fahri verlangsamte sich und nur ganz zögernd glitt Der T- , n auf Der abfälligen Strecke abwärts Es tou e festgestellt. das) unter der Wirkung der Cito j- bremse Der Waacn eint Stundengeschwindig'e t von etwa 3 Kilometer entwickelt«. Da er sac das Durchfahren der M5 Meter langen . 12 Minuten brauchte, gegen 27 DU 28 SeLnden. Die Der llnglückswagen benötigte An der K u r r e angekommen. verlangsamteder Dagen fein« Fahrt so lehr, dah er betnafc« von s e l b ft zum Halten kam. Wäre am 18. Mai Die Strombremse eingestellt gewesen, so wäre das Unglück nicht vorgekommen. Die Ergebnisse dieser F?chrproben werden im Prvzehverlaus noch eine Rolle spielen.

«US aller Welt.

Ein« furchtbare Wahnsinnstat.

Montag früh gegen sechs älhr wurde Die 54 Jahre alte Witwe Giersdors in ihrer Wohn­laube In HeinersDors bei Berlin von etnewt Wann überfallen und bestialisch mihhandelt. Aus chr Hllfegeschrci warfen sich ihr« beiden 15 und 16 Jahr« alten Söhn« auf den Qbigr Als ein herbeigerufeuer Polizeibeamwr Den Wann nach der Polizeiwache bringen wollte, erst er sich los und f l 0 b Da er auf Haltrufe unö einen Schreckschuß nicht stehen büeb, schoß Der Beamte noch einmal und tötete den Fliehen­den. einen 271 ädrigen Gärtner Schneider Dein M feinem Arbeitgeber das beste Zeugnis ausgestellt wurde, der aber in letzter Zeit sich ständig Der folgt glaubte. Die UeberfaTtene erlag -bren Verletzungen Der Schädel war Mtrtzm- mert und 6er Unterftefer mehrfach gebrochen.,

Schweres Aut-llnglRck.

Montag vormittag o r natu L*: etn Magde­burger Auw bei Genthin dadurch, daß Der Wagenführer eine Kurve zn scharf nahm. Der Wagen überschlug sich mehmuriF Bon den In­sassen erlitt Der Maurermeister Grup« aus ötafhirt einen Doppelten Schädelbeuch. an dessen Zolgen er starb. Ein Angestellter Grupes war sofort tot. sein ?chnnrftchn crkttt ein« Ge­hirnerschütterung nnd schwere durch

Glassplitter Der Besitzer des Wagens selbst trug eine schwere Kopswund« davon

Schwere« BoetsnnglTck In Wamemnnd«

Ihr Rostock« Segeljacht .6 * u> a l b c* ge- nrt bet Der Rückfahrt von Müritz am spä jUi4ui.t:iag tn vnenot. Das Rettungsboot der dänischen Zähre . Xnanbnne konnte nur zwei Studentinnen retten. Die übrtaen Insatt«. fünf Studenten nnd eine Studentin, er­tranken.

Matrddttngnng.

Die Polizei verhaftete Den Vorsitzenden des Ehemnitzer Vereins >ur Aufwertung rvtgestempelterransendmarkschetne Lehmann, wegen Unterfchlagvng aller BNtgstze- berbeiträge in Höhe von 10000 Mark

Wetkervsrauhsage.

Zeitweise wollta, auch aushefternd. oerhsUni»- warm ur* ftr-chweif» leichtk RegMWtt

'-ie-inae Taa#»trntperoijnen; Tlürimuxn: 174

*®rob Ceksm« Ätmmum; 5.9 (Wrat Lestw». eenrxn- 'che.ntzo«ee S Stunden. Riederschlöge 04 ststilli- :ur: 114 drob Cel­

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