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Nr. 246 tat« Biofl

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Donnerstag, 20. VNober |92Z

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vr»ck nb Dtrieg: Vrichl'ftbe i*ö Sttie6ni<terd K teilte ii «eh en. $<Nrittiettwtig Geschäft!»eie: Zchvlflrasie 7.

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ffc fck I«ie»?iHfirefT ¥ iirm.'.a^miflcg vor-«. Preu ier l mo HLH« ffc Snjcitjen von ?7 n.m Set te örtlich 8, auimärtl kV Xeid)»pfenntg; für Ri» kbmtar. -ftgen von 70 m« Steile 35 '.Htic^rlewaig, Pftltzvodchrtfl »' 'ne de.

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Dr. Fctedr. DUH Gang«. Scranteortlid) tttr VcltHM Dr. ftr. DUH. L'ay; ftr 3*u'Qrton Dr /^.iLgnof; fit bei übrigen Idlcrnft Slum^ein; ftr den In- getgenieti Aart Allmann, lLmtlich tw (Btefjen.

Die Wahlreform.

Der Borstotz bei Zentrums im BeichOlag.

dlgentr Drabtbf rldjt bei . Ok^mrr flryngen*.

H«r(tn. XX Ott Die 3tafeinnn£<tfcfcun- atn um ba< mut lldahLvecht waren in testet 3eU recht WC gctixirften, was wesentlich wvhl daran yLeyen haben mag. bah anbere tpvbtigrrc Stögen der Innen- unk» 2Luhcnbolittf im Vvr- betgruub standen imb bah dadurch die <yrayc der Lvahlreform In ben ^.lUeTyrunb ge- bringt wurde. Di« erinnerlich, stand Ite zur Zett der Ccpten Reaierungskrfs« im Mltielpunkt der SffentNchm Xu*ei nanbcrsetzui yen. zumal der Plan der Jtei4<:GyiMiiflMuna, wenn auch nicht ernstlich. ft> doch irmnettw Beiläufig zur Dts- f ul fixen ycfteHl worden war. Qlun hat die Z«n - ttumlfraftion deS Reichstag» noch altern abend, wie bereits gemeldet, eine Interpellation eingebvacht. tn der di« Rdchsveaierung gefragt wird, ob ft« bereit sei. einen Otefehentunirl, bet das Dahl verfahren zur Besdtigung der zahl- reichen Mängel, btt I ch bei dein bisherigen Dahi- Ihfban gdicnb gemacht haben, umgeftaltet, etn^ubr ngen, so hab er noch von dem fetzigen letchstag verabschiedet werden kann. Zu der Interpellation bemerkt heut« di« .Oermanl a" erläuternd u. <L .Di« Aktion der ,tentrumspartei -m Reichstag liegt in der Richtung der Beschlüsse des Rerchsvarteitages von Kassel und des vn ®dirct FreiU.H Imb die D l der I prüche gegen ene durchgreifende lvahlndorm. insbesondere noch vor den nächsten Wahlen, im gegenwärtigen 2te.chstog so groh und fhnti, daß der Erfolg dieser Aktion des A-ntnrrn» zweifelhaft HL Danach dürft« er . .1 tt r '-> groben und i'Kihqelx-i . ' Partei im Reichstag dazu angetan sein, endlich lüese sür die Gesundung unserer inner- und parteipolitischen Verhältnis« grrabnu lebens­wichtigen Frage ins Rollen zu bringen.

Di« von der .Germania" gchegten Zweifel hinsichtlich der Derabschtednng einer durchgrei- Ienden Dahlrechtsveform noch von dies em Reichstag werden auch von anderer Veite geteilt, So hält bte .Deutsch« Al lg«meine ll« i tung es kaum für möglich dast eine grohe Dahlrefcnm also etwa Rückkehr jum öincr- Wa bl kreis. Reue nteilung des Reiches in kleine Daylkreise, Abschaffung der Reichs listen von dem geyenwärngeii IdchStag noch durchgeführt werden kann. Das Blatt weist darauf hin, dah durch kein« gesetzgeberllche Arbeit da S egoisti­sch« Dachtinteress« i«der Partei so kehr berührt wird, wie durch eine Dadlivforiu, und dast hier Kompromisse zu finden viel schwrn- riger sein wird, als tn anderen Fragen. Bie!* tt kamt man barm > enken. eine kleine . - urnn noa- ;.

B. ohne Schwierigkeiten die DLHlerzifser. >te für «tn Rlonda: notwendig ist, von 60 000 iuf 80000 oder 100 CXX) Summen herauf* «eben unb dadurch den Reichstag ver­kleinern. Vlan faim ferner die Zulasfungsbo- 'inflimotn für Dah'.vrrschläge verschärfen, um di« unerträgliche iersplitterung der Stimmen zu verhindern und die Zwerg* oa rieten unmöglich zu machen. Allerdings würben freche Äorrvftur.m di« Gefahr in such tragen, bah man sich später auf sie beruft und ein« grobe Reform überhaupt unter­laßt.

Zentrum unb ZesoldungSresorm.

Ter Streit um die Tcrfunp.ofrnflc.

Berlin, 20. Oft. (^rm.-IeL) Im Anschluß in die Plenarsitzung dc.- Reichstages fand gestern wend eine Sitzung der Zcntrum-fraktion statt, iber die aOrrbing» nur da» T. zu berichten ueist. Es sei die Befoldungsreform de- prochen worden, und zwar sollen hier innerhalb der 3«ntrunicfraftlon starke Meinungsnerschie- ) e n h 111 r n entstanden sein. Ev soll zu sehr ftar- en Angüssen aui1 den Reihen der Zlrbriterabgf- »rdneten de» Zentrums gegen den Reichsfinanz- ninister Dr. Köhler gekommen sein, der sogar vegtn dieser Angr.ffe eine sehr ernste Unterhaltung nit dem Parteworsttzendcn, Reici^kanzler Dr. Rarx gehabt habe. Nach einmütiger Auffassung ter Zenttumsftaktton loll eine Lenderung des Finanzausgleichs nach den Wünschen der bayerischen Dolkspartci aus innen- und auftenpoli- ischcn chründen unmöglich sein E» soll eine Aktion der Reichsregierung in Verbindung mit dem sparfommiHar de» Reichs hinsichtlich einer V e r- valtungsresorm bei den Ländern bc- sorstehen.

Die (Einbringung M ^eichsbeomtenbesoldungsgesetzes.

Berlin, 20.0(1. Da» Iicich»finanzministcrium lat den Entwurf de» Beamtenbcsoldungsgcsehe» dem Reichstag In der Jorm zvgeleitei, die sich au» der »erschiedencn Auffasjvng zwischen dem 'icichrsinanzmiuisierium und dem Reichsrat über ine Reihe von Bestimmungen der neuen Beiol- ungsorbnang al» notwendig erwiesen hat. Die Va- agraphen. über die eine Uebereinstimmung nicht Erzielt worden ist. sind in der Vorlage in Doppel- iaffungen geführt. 3n der Begründung der Re­gierungsvorlage betont der Reich»finanzmfnister die «nvermeidliche Rückwirkung der Neuregelung EU f Länder und Gemeinden, lehnt aber

Aenderung de» Finanzausgleich» ab. Auch eine So Währung von Reichsdotaiionen an die länbcr aus Anloh der Besoldungsneuregelung wird entschieden abgelehnt.

Oie liberalen Parteien zum Vollsschulgeseh.

Berlin 19.0h. iDDZ.) 3m Reichstag wurde beut' die erste Beratung des Reichsschul- grsetzeS fortgesetzt.

Abg. Dr. Runkel (O. V p.)

stellt fest, bah die volksparteilichen M i - nister ausdrücklich für «trüge Punkte ihre Stellunanahme Vorbehalten hätten und diesen Bvckehalt mit Einverständnis der übri­gen Minister tn der Oeffentlichkeit bekannt- gegeben hätten. Darüber hinaus hätten di« beiden Minister sich hie Stellung der Fraktion zu dem Gesetzentwurf ausdrücklich Vor­behalten. Di« Fraktion erkenn« den Gesetz­entwurf als brauchbare Grundlage für Bcrbanblungcn an. fei ol er in her Sicllung von AbänderungSanträgen und somit in ihrer Stellungnahme zur endaultigen Verabschiedung deS Entwürfe- völlig frei. Die Fraktion fet grundsätzlich damit einverstanden, dah der 03«- tenntniSschule die verfassungsmäßige Stellung ge­geben werde, ba sie vom rein erzieherischen Standpunkt aus eine der wertvollsten deutschen .^ulturerzcchung.schulen Id. Ihr« Ausgestaltung dürfe aber nicht auf Kosten anderer, ebenjo Ver­fassung-mäsiig berechtigter Schulsormen geschehen. (2-i» durfte kaum dnem Widerspruche begegnen, dast die für alle gemeinsame Grundschul« nach der Derfassung die Volksschule ift und dah diel« Volksschule der alten Simultanfchule gleich fein und eine Vorzugsstellung ha­ben soll. Sie soll also die Regelschule sein. Theoretisch wird in dem Entwurf diese Vorzugs­stellung anerkannt, di« praktische Ausführung macht diese Anerkennung wieder zunichte. In biefcnT Falle würde der Vorwurf der Ver­fass u n g sw i d ri gkeit ein« nicht zu ver­kennende Berechtigung haben.

Die Deutsche Volkspartei fordert daher, dost alle Schulen, die fett Jahren Gemeinschaftsschulen find, auch solche bleiben, trab dah ave neuerrich tetrn Schulen, wenn kein rechtsgültige» Antrags verfahren auf Einrichtung einer Bdenntnt»- fchnle vorllegi, ohne wettere» ebenfalls Gemein schaftsschusin sind. Der Redner fordert weiter den christlichen Charakter der Gemeinfchaktefchute, so wie er in dem alten Simultan schulen fest- gelegt fd-

Die tn bm Sluniltanlänbem «tngebürgerte Rorrn- fchul« solle gdebüht werden vor bem Antrags- verfahren bet GrziebungsberochtiateTr. deren Will« nach ber Verfafsung nur möglichst zu berücksich­tigen sei. Die Deutsche Volkspart er beartirane the Deibebalttrng des b#b?r icn Rochtszustcrndes tn den Ländern, wo b;e christliche S.Tmukanschtlle allgemein aneriannt bestehe. DaS gelte auch für ehuclne Gebiete der Länder, in denen die Si­multanschule geschichtlich geworden sei. Auf jeden Falt könnten aber nur tue Länder selbst darüber bestimmen, wenn sie das Schulgesetz in ihren Bezirken zur Durchführung bringen wollen. Der Redner lehnt weiter eine Auslegung ab. wonach jede Schulform ein geordneter Schulbe- trieb sei. Bestitmnend müsse die Leistungs­fähigkeit bleiben, die abhängig sei von Zxrr wirtschaftlichen und kulturellen Eigenart eines Orte». Die Schaffung von Zwergschulen würde die Zertrümmerung ber Schule und einen dauernden Schulkcnnpf auch In den kleinsten Orten zur Folge halxn. Zum Schluß betonte der Red­ner. dast für fdne Partei auch der BLeg des ©ixt* wuds in der «Frage der Einsichtnahme in den Religionsunterricht nicht aan ibar sei. Sine V> ederkehr der geistlichen Schulaus!ccht müsse vermieden werben, nicht als Abneigung vor der Kirche, sondern um ber Kirche w.llen. (S.nct eingehenden Prüfung bedürfe deKosten­frage. Trotz aller Bedenken fei der Entwurf dne brauchbare Grurchlage für weitere DerhoTxd* lungen. VoraxxSsetzung für einen Erfolg sei aber Verständnis für die Sonderiage cin^emer Par­teien. Da» Schulgesetz tzx-rbc entipcber *u einem Leichenstein für die deutsche Kultur, ober aber ein VIvtvr zum An- und 3v.ftrieb neuer deut­scher Kulturentwickdung.

Abg. grau Bäumer (Dem.) erklärt. eS bestehe gar kein Zweitel darüber, dah der Vorstegende Entwurf verfassutxgSwid- r i g fei. Denn d e demokratiföx' Fraktion der Aus'chustüberwestung $ufhmmc, dann tue Ite daS nur aus Rücksicht auf b« Gepflogenheit des Hau'eS. Sie halte den (Rxnrur* für denkbar ung.xignet, um daraus ein Gefey zur Ausfüh­rung der VerfallungSbestimmung zu schassen Durch die Voriag« würden weit anschau­liche Gegensätze gewaltsam und über das natürlich: Bedürfnis unb Gefühl der Mehrheit des Volles b;niiu8 verschärf t unb ver­steif :. Aus ui.lerer ge.st gen Lage heraus habe sich die rrelta-'bauliche Erstellung der höheren Schule als Gemeinschaftsschule mit getrenntem Rc.igionsunterrtcht zwangirs ergeben. Ts fei nicht e-nzutehen. worum das in der Volksschule grundsätz i ch anders fein solle. Die höhere Schule bleibe ein« Schule bet Vermittlung und Zusammenführung. Di« Volksschule wolle man zu einer Schul« der Trennung unb Itoliertrag machen Die Demokrat sche Partei lehn« diesen Rist im Ausbau und Desen der Einheitsschule grundlätzlch ab. Sie werde sich nachdrücklich dafür ein Netzen, hast in allen Län­dern, in denen die Schulenttoiettung die Simul­tan schule in irgendeiner Form verwirDcht hat, biete S.multawchule vor der Zerftörung durch das Gesetz geschützt wird. S.e sehe auch in der weltlichen S chule als Antrags schule

«in« ebenso gtvst« Gefahr grill ger Isolierung breiter Dvllvschnchten, bic eine Kluft von Jugend auf betest gen werde. Staat und Ge­meind« würden durch den Entwurf feder Ver- faflungsmöglichseit über bi« Schul« beraubt, das Schicksal ber Volksschule werde dem Kampf der Kulturparteien

Demokratstche Partei relpd.ier« die elterliche Verantwortung für die weltanschauliche Erzieh­ung des eigenen Kindes Das Gesetz gebe aber der Elternschaft da» Recht, durch Mehrhcits- abstimmung auch über bic Kinb«r an­derer au entscheiden. So werde neben der Demokran« der bürgerlichen Deme.nde eine zweite Denrokoa tie der Er^iehungsberecht, gl en eingebaut.

Abg. Hfrau Zetkin (.Rom.) führt aus. not­wendig fei die Umwandlung der jetzigsn Drill- und Prügelschule in eine Erziehui^'chul« auf der Grundlage deS produktiven 2kbeitAmter- richcs Die Dendenz des vorliegenden Gesetz* enfttnirfa ziele ab auf die Förderung des neu- deutschen kapitalistilchcn ImperialiSmu».' Ver­langt werden müsse eine Iu genderzieht n' zur revolutionären, hxtentattonalen Solidarität der Proletarier aller Länder

Abg. Dr. Bredt (Wtrtfch Dgg.1 zieht aus den bisher gehaltenen Reden den Schlust, dcch in der Schulfrage allgemeine Verwir­

rung unter den Parteien herrsche und «itto klare Linie nicht zu crfcxv.ic.i sei. Jeder müsls bte Freiheit haben, bl« Schulform zu wähstn. die seiner llteltanfchauung entspricht Die christ­liche Erziehung werde sich schon sdbst durch eilt. Rur fei unbcl-ntat erforderlich dast durch ein Schulgesetz allen Staatsbürgern bic Vkög11ch- telt der chri stl »che n Erziehung ihrer Äinbcr gvTräbrfciftet wird. Scl'^i^rstäichstch mülle die gleiche Sicherung für bic übn.ien Schul- formen bestehen Ein Abbau ber Simultan- schalen werde vorn Hebel sein denn hier handel« es sich um christliche Schulen Der Redner er­klärt zum Schiust, dast sein« Fraktion den vor­liegenden Entwurf al» ein« brauchbare Grund­lage betrachte und mit seiner Tendenz einver­standen sei.

Abg Frau Lan g-'Br u mann (Bayer V.) bezeichnet den Entwurf als ein« geeignete Grund­lage für weitere Verhandlungen. Tter gegen den tvrliegenden Entwurf anführt, baf) er das Schulrecht des Staates an die C-ltern abtrih, der vergesse, baf) daS Recht der Eltern auf Er­ziehung der Kinder dein Recht des Staates und ber Gemeinden ooirangcbcn müffv

Um 19 Uhr wird bteIDciterbeiatung auf Donnerstag, 13 Uhr. Dervagt.

Unveränderte Sireiklase in MtieldenWand.

Dor Beginn der Gchttchiungsverhandlungen.

Berlin, 30. Okt. Rach den neuesten Mel­dungen hat sich die Lage im Strdkgebiet ht- fofern verschärft, als sich bi« Zahl ber Streitenden wesentlich erhöht hat. Trotzdem dürst« aber der Streik noch nicht an Intensivität zugenommen haben, da vor allem die Rotstandsarbei­ten hn allgemeinen durchgeführt werden. Selbst verständlich besteht nach wie vor die Gefahr, dast auch hier eine Verschärfung der Situation «intritt. Zunächst aber erwartet man das Ergeb­nis ber für heut« angefetzten Verhandlun­gen im Reichsarbeitsministerium, bte, wenn auch vielfach versucht wird, von vornherein ein negatives Ergebnis zu verkünden, voraus­sichtlich doch zu einer Klärung führen werden. Die Verhandlungen werden wieder von Professor Drahn geführt werden. Der Schlichter ist be­kanntlich in seinen Entschlüssen vollkommen selb­ständig. Ein Eingreifen des Reichsarbeits­ministeriums würde stch nur auf eine Ver­bindlichkeitserklärung des vom Schlich­ter gefällten Schiedsspruches beschränken.

Dah eine Enügung sehr schwer sein tmrd, geht aus den in Berlin vorliegenden Hallenser Melknmgen hervor, wonach beide Parteien nach wie vor auf ihrem Standpunkt verharren und keinerlei Reigung zum Rach­geben zeigen. Von Arbeitgeb. rteite wird kein neuer Vorschlag gemocht werden. Die Braunkohlcmindusirie sieht nach wie vor auf dem Standpunkt, dah eine Erhöhung der Bergarbei­ter! ohne solange nicht in Frage kommt, als der Reichsw.rtschattsminisler nicht eine Preiser­höhung lugeben will. Rach einer Erklärung der Streikleitung werde beim Zustandekommen einer Einigung mit der Wiederaufnahme ber Arbeit aue rem techn^chen Gründen vor Rlon- tag kaum zu rechnen sein. Sollte bei den Ber­liner Verhandlungen eme Einigung erzielt wer­den, so würden bte Vertreter der Gewerkschaften sofort in das Streikrcvier ztrrückkehren unb eine Deicgiertenversammlung einberufen, bic über Annahme oder Ablehnung zu entscheiden hätte.

Oie (Sfreiffage im Kasseler Revier.

Kassel, 19 Oki. (TU.) Am Mittwoch, dem dritten Streiktage, Hai sich im Kasseler Revier an der Streik- lage im wesentlichen nicht» geändert. Roch immer macht sich der Streikterror an allen Stellen außerordentlich empfindlich bemerkbar. Aus der GrubeAltenburg" in Borken kam es zwischen Arbeitswilligen unb Streikposten zu einem Zwischen­fall Die Gewerkschaften hatten in der Nacht an­nähernd 100 Leute mit Autos zum Streikposten- stehen nach Borken gebracht unb so errc-cht, dah ungefähr die Hälfte der Belegichast die Arbeit nicht ausgenommen hat Es trifft jedoch nicht zu, dah he PrüdeAltenburg- vollständig ftiUgetegt worden ist, vielmehr wird ber Betrieb mit 50 Prozent her Ar­beiter und sonstigen Hilfskräften, wenn auch unter Schwierigkeiten, voll aufrecht erhalten. In Frielendorf sind einige Handwerker von der Arbeit fortgeblieben, wodurch jedoch der Betrieb in keiner Blei le beeinträchtigt wird. Die ZecheRoter 6 toll en" auf Wilhelm sh he hat die Forderung in beschränktem Umfange wieder aufgenommen.

Rückwirkungen des Kohlenfl?eik6.

Berlin, 19. Oft Der mi'.idbeullche Derg- arbciterstrdk wirkt sich heute schon in her Halle- lchcn Industrie aus D.c Ammenborfer Papier­fabrik X ®. sowoh. wie die Sröllwcher Akrien- Papierfabrik haben ihren Betrieb wegen Kohlcn- mangeü erheblich «inschränken mütfen. Die 3udcrrafftnene Halle X bic bide Doch« ihre Kampagne eröffnen wollte, hat ben D^eb einstellen mu'Ien, d.e Koniollbi.r:7N Alkallwerke Westeregeln haben gleichfalls ihren Betrieb still- legen müssen. Infolge Kvhlenmangels ift bte

Dessauer Zuckerraffinerte, eines ber ar'Ist,n Un­ternehmen MittelbeulschlanvS. zum Erliegen a- kommen. Heber 2000 Vlann müssen feiern, Teil ber Belegschaft wirb mit Xotflanbearbcite» beschäftigt.

Die Technische Rothilfe.

Die 1 id, er [feil trog brr Dtromvrrforziing für bk Scbdllrrnng.

Dir.eben, 19. Oft. lWB) Heute fand im sächlichen WirtfchastsnMinisterium eine Verhanb- tuno mtt Vertretern der Leitung b«s Braun- k^lenarbeiterstreikS statt, welch« bte Forderung erhoben, es Mächte bte LechnischeVothilfe und bte zu ihrem Schutz eingesetzte Sicher- heitSpol tzei aus k>en Betrieben brr Säch­sischen Werke tu Bähten unb in Hirfchfclbe zurückgezogen werben. Da bte Vertrete ber Streikleitung erklärten, bah ft« nur tK tlt seien, als QladtanbAarbetten bte Versor^zung ber Wasserwerke, 5Tranfeubäufer unb ähnlicher An­stalten mit Strom zvzulasseTt, Me Ötroim'er!ar- i - - tb lanbwirtlcha

triebe sowie Strahewbahnen aber cruSbrücklich abl^ntcn unb auch die Stromversor­gung her Haushaltungen n t d) t i ;t erfvr berlichen Umfange sicherste!- len wollten, war ber llvirtschc^tsmmilter nicht in ber Lage, bte technische Rothitte, bte nur für Me Aufrochterhalrung bes Betriebes tn ben elektrischen Kraftworten eingesetzt ift, zurüchu- z iehen, ba er nach ber Verordnung bes Reiche- Vrafit-cnten vorn 10. Itox-mber ISzO verpflichtet fei, bic Stronr r org^mg ber Bevölterung fall» sie gan» ober teillollfe ve lvoht ist, sicherzustellen. Ein Einsatz voi Technischer Rothllse für die Förderung von lohten zum Absatz und für die Briketterzeugung ist nirgends erfolgt.

Oie Lage im rheinischen Brannkohlenrevier.

Köln. 19. Okt. Rach Erkundigungen der fijlnifd*.i 3dtung* fru3 bie Berte de» Rheimictzen Braunkohlemn- >.katbt» an di e hoch st - grenze ihrer Leistunassähigkert bc- (d)äftigt Der täglich« Absatz beträgt zur Zeit ungr^hr 4 000 Tonnen Bnkett», wahrertd da» Mitteldeutsche BrauAkohiensyndikat al» grämte» Syndikat einen tägitehen Üersand von unaeuhr 45 *.«') Tonnen Briteds hatte. Au? bieten Zahlen geh: auch ber durch den Steelk entstandene täg­lich«Jerluft in aller Deutlichkeit hervor Die Preise de» skHenriIchen Brauillohlensynbikate» sind bisher im hmbilck auf ben Streik in Mittel- deut'chfaird nicht heraufge-setzt worden. C» besteht auch nicht di« Absicht, die greife wegen de» Streik» in Tli-elbeulftbljnb xu erhöhen. Die lange allert-.r.g» d,« tteerfe infolge Der gesteigerten Selbst­kosten beibcbalten werdenannen, könne n cht vor- ausgcschen werden. Abgesehen von d«m erhöhten Materialkosten fpickn die in der letzten Zeit : 7 genommenen Lohn st eigerungen «me ..alle. Der Höchst lohn brträZt zur : nr rheirn- 'chen Revier ungeicuzr ti Mark -ür die Ärjr.ü-jnben- schlchi- Een« (Erhebung ber rheinischen Produktion ift u> ' n der vr-^ev Defchä una .-«er zierte zur l?.t nicht mögluf). Die Idneh-mer des Rheinischen Braunkohten'nndi' tr.s werden weiterhin das er­halten. was i bisher beyj-xn haben. Eine Steil- gefahr für das rheinische Revier besteht nicht.

Oie Lohnbewegung im Ruhrgebiet.

Essen. 19. Ott. »llvLB) Die Berg, arbetterverbänbe hatten ben Zechen- Derbanb schriftlich um Verhandlungen über eine z w i schen tar i fliche Lvhnregelung erfucht. Der Zechenverband bedauert m seiner Antwort dem Ersuchen nicht entsprechen zu Simen. ba er eine grundlegende Aenderung der Verhältnisse nicht anzueriennen vermöge. Im übrigen habe sich die Wirtschaftlich« Sage des