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Nr. 220 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Dienstag, 20. September (9zl

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Turnen, Sport und Spiel.

Tagung der GaujugendwarLe des Mittelrheinkrerfes D. T.

- Friedberg. IS. Sept. Die Gau­jugendwarte des Mittelrheinkreises der Deutschen Turnerschaft hielten gestern hier ihre diesjährige gutbesuchte Tagung ab. die mit wichtigen Beratungsgegenständen an- gefüllt war. Der Gau Hessen war durch den Gauschwimmwart Franz Sauer. Gießen, und Lehrer O h w a l d. Bad--Rauheim, vertreten. Der Houptsiyung wohnte auch Kreisvertreter Pfeif, fer, Wehlar. bei. Eine weihevolle Morgenfeier mit Gesang. Andacht und Körperschule eröffnete die Tagung, die vom Kreisjugendwart Professor Bender. Frankfurt a. M., geleitet wurde. 2m Mittelpunkt der Berhandlungen stand im An­schluß an ein Referat von Kaufmann R ö m - m e l t. Aödelheim-Frankfurt a. M.. eine Aus­sprache über die Freizeitbewegung. Der von Lehrer Hotz, Rüsselsheim, als Mitglied des Kreisjugendausschusses erstattete Jahresbericht beschäftigte sich eingehend mit dem Problem der Jugendbewegung. Das inhaltreiche Schlußwort, dasVater Dender" in jugendlicher Begeisterung sprach, gab der Tagung einen würdigen Abschluß, älmrahmt war die Tagung von einer gesellschaft­lichen und einer turnerischen Veranstaltung. Stand der Begrüßungsabend am Samstag im Kasino, bei dem Studienrat Schuchmann für die hiesige Turngemeinde willkommen hieß, mit Volkstanz, Reigen und frohem Sang mehr im Zeichen des Frohsinns, so galt der Sonntag­nachmittag ganz ernster turnerischer Arbeit. Die Friedberger Turnerjugend zeigte dabei, daß der Jugendturner in erster Linie wirklicher Tur­ner sein muh.

Handball in der D. T.

Z.- u. Spo. Butzbach I IHto. Giehen I 4:3 (2:2).

0 Den Reigen A?r Handballspiele um die Gau- meisterschaft des Turngaues Hessen der DT. eröff­neten am Sonntag die genannten Mannschaften beider Verein«. So schön das Handballspiel auf hartem Boden und besonders unter sicherer Lei­bung ist, so entstellend wird das Bild, wenn, wie es, am Sonntag der Fall war, alle Vorbedingungen für ein unschönes Spiel erfüllt sind. Schlüpfriger, glatter Boden, Regemoetter, aufgeregte Mann­schaften und zu allem Unglück noch ein unfähiger Schiedsrichter, der beide Parteien durch sein gänz­liches Versagen vollkommen gleich in Nachteil brachte führten zu einem Spiel, das ganz der: Charakter eines Knmpffpieles zeigte, worin die Jagd nach den Punkten den Ausschlag gibt, und das in keinem Teile befriedigen konnte.

Anfangs konnte Butzbachs Elf die Führung übernehmen und zweimal erfolgreich sein. Gießen kam erst langsam in Schwung und konnte beide Tore aufholen. Nach der Pause blieb Gießen über- legen und drückte okme Unterbrechunb. Butzbach war gefährlich in flotten Durchbrüchen. Gießen brachte es noch xu einem, Butzbach xu zwei gültigen Toren, so daß Butzbach mH 4:8 Toren Sieg und Punkte zuerkannt erhielt.

Die siegende Mannschaft ist eine erprobt« Kampfmannschaft, die ihr Können und ihre Arbeit jahrelang im Gau erfolgreich sah: tte ist zwar nicht mehr auf alter Höhe, etwas reichlich Verjüngung wäre sehr von Vorteil, doch wird ihre jetzige Form immerhin genügen, ihren Ruf als beste Elf des Hessengaues erfolgreich sicherstellen zu können. Die erste Mannschaft des Mto. Gießen hat ihre, Feuer­probe für die kommende Derbandsrunde bestanden: sie hat nicht nur guten Widerstand geleistet, sie hat zum mindesten genau so viel vom Spiele gehabt wie ihr Gegner, und dem Verlauf des Spieles ent­sprechend hätte das Ergebnis gerade gut umge­kehrt lauten können.

Was jedoch am deutlichsten in Erscheinung trat, war die wenig imponierende Leistung des Spielleiters, der dem Spiel in keiner Weife Rechnung tragen konnte. Hat der Gau Hessen tat­sächlich keine besseren Schiedsrichter für die Spiele Der Meisterklasse?

Io. Heuchelheim I IlTfo. Gießen II 4:6 (2:2).

2n Der A-ÄIaffe standen sich die beiden ge­nannten Mannschaften als Gegner gegenüber. 2n vielen Punkten und vielleicht von einigen kihlichen Kampfmomenten abgesehen, tonnte das Spiel der A-Klässer besser gefallen, als das vorangegangene Spiel der Meisterklafse.

Heuchelheim ging zuerst prächtig los und setzte zwei Tore. Es sah fast nach einem Sieg Der Heuchelheimer aus. Doch die zweite Elf der Männerturner wollte besser aöschneiden als die erste. Sie fand sich in schönem Zusammenspiel, zog gleich und ging in der zweiten Spielzeit in Führung, die zum Schluß bis zu einem 6:4-Sieg sich gestalten konnte. Heuchelheims Spieler ließen sich nie ganz einschnüren, hielten das Spiel offen und kamen zu vier, zum Teil sehr schönen Er­folgen.

Io. 1846 Gießen I Io. Alsfeld 1 8:1 (4:0).

Am Sonntag trug die erste Handballmann- fchaft des Tv. 1846 Gießen in Alsfeld ihr erstes Pflichtspiel der diesjährigen Verbandsrunde aus, das sie mit 8:1 für sich entscheiden konnte. Die Alsfelder Mannschaft spielte sehr eifrig und konnte das Spiel auch ziemlich offen halten. Doch fehlte ihrem Sturm vor dem gegnerischen Tor die nötige Durchschlagskraft und Entschlußfähig­keit zum Torschuß, und zersplitterte sich auch zu sehr durch Einzelspiel. Bei dem Gießener Sturm konnte nur die linke Seite restlos befriedigen. Die Tore fielen in ziemlich gleichmäßigen Zwi­schenräumen, und in der letzten Minute konnte auch Alsfeld durch einen Strafwurf das verdiente Ehrentor für sich buchen. Die Flüssigkeit des Spiels litt auch hier wieder start durch den schlüpsrigen Boden. Turner Weisel von Butz­bach leitete zu aller Zufriedenheit das Spiel, das von beiden Mannschaften forsch und mit Fairneß durchgeführt wurde.

Die Schlag- und Fauftball- meisterschasLen der D. T.

Die Meisterschaftsspiele Per Deutschen Sumer» schäft im Faust- und Schlagball, die am Sams­tag und Sonntag in Apolda zum Austrag kamen, gestalteten sich zu einem großen turne­rischen Erfolg. Die Ergebnisse waren: Schlagball der Männer: Männertumverein München 1860

gegen Turnverein Borsig 59: 39. Schlagball der Frauen: Tumklub Hannover gegen Turnverein Kiel 91:56. Faustball der Männer: Turnverein Hamburg gegen Turnverein Licht- imd Luftbad Frankfurt a. M. 23:20. Faustball der Frauen: Turnverein Gera gegen Turnverein Krefeld 1855 59:33. Faustball der älteren Männer: Turnver­ein Erfurt gegen München-Gladbach-Waldhausen 37:20.

Neuer Weltrekord

im 110-Meter-Hürden;auf.

Bei den internationalen leichtathletischen Wett­kämpfen in Stockholm gelang es dem Schweden Sten Petterson, den Weltrekord im 110-Meter- Hürden laufen auf 14,7 Sekunden zu verbessern.

D. f. B.

LigaBorussia" Fulda 2:4. Ligareserve Herborn Ligareserve 0:1. Dritte Spielvg. Gießen III 2:5. 1. Fügend Spielvg. Gießen 1. Jgd. 6:2. 2. Jugend Spielvg. 2. Jgd. 0:1.

Mit diesem Treffen hat die Ligamannschaft erneut bewiesen, daß ihr spielerisches Können immer noch an das guter Gegner heranreicht, ihr jedoch jegliche physische und geistige Aus­dauer fehlt, um einen anfangs mit Erfolg ge­führten Kampf bis zum Ende durchzustehen. Was der D. f. B.-Mannschaft fehlt, ist die innere Kraft, erzeugt aus dem unbeugsamen Willen des Einzelnen, sein Letztes herzugeben und durch­zukämpfen bis zum Schluß. Was man bei nur wenigen der Elf sieht, ist der restlose Einsatz Der ganzen Kraft unter Entfaltung aller Energie. Fulda war in stärkster Ausstellung erschienen. Rach 20 Minuten vollkommen verteilten Spiels, in dem Fulda diejenigen enttäuschte, Die etwas besonderes von ihm erwartet hatten, ging Gießen durch prächtigen Kopfball des Halbrechten in Führung, ohne jedoch auch bis dahin forderlich überzeugt zst haben. Durch den Erfolg angefpornt, wurde B. f. B. sichtlich besser. Sein Zuspiel wurde genauer und seine Aktionen erfolgver­sprechender durch planmäßigeren Ausbau durch die Läuferreihe. Borussia konnte sich noch nicht so recht finden, das Zuspiel, besonders das der Läuferreihe, war reichlich zerfahren. Um so energischer waren Die Versuche Der rechten Sturmseite Des Gegners, Den Ausgleich herzu­stellen, was ihr Denn auch gelang. Von diesem Zeitpunkt bis zur Pause konnte das Spiel be­geistern. Beide Mannschaften kamen nun recht gut in Fomr und lieferte sich einen ausgegliche­nen, durch Den ständigen Wechsel Der Situationen interessanten Kampf, der bei der Halbzeit V. f. D. zum zweitenmal in Führung sah. Halbrechts war wiederum der glückliche Schütze. Rach dem Wechsel kam Borussia etwas auf und stellte das Resultat nach einiger Zeit auf 2:2. Dieser Erfolg Fuldas, den Der Torhüter bei etwas besserem Stellungsvermögen hätte verhindern müssen, war das Zeichen für die gesamte Platz­mannschaft, mit Ausnahme Der Verteidigung, zur Kapitulation. 3n demselben Maße, in Dem V. f. B» nachlieh, steigerte Fulda seine Leistun­gen, um schließlich das Heft ganz In die Hand zu nehmen. Daß bei der drückenden Heberlegen- heit des Gegners nicht noch mehr als zwei Tore fielen, ist das Verdienst der Gießener Verteidi­gung, Die sich ganz hervorragend hielt. Mit Dem Endresultat von 4:2 fürBorussia" Fulda büßte Gießen zwei weitere wertvolle Punkte ein. Fulda hat das Spiel verdient gewonnen, schon allein deshalb, weil es, obwohl zweimal im Hintertreffen, durch seine zähe Ausdauer und seinen Siegeswillen sich Die Erfolge erkämpfte, während V. f. D., zweimal in Führung liegend, schon bei einem 2:2 jeglichen Kampfwillen ver­missen ließ und das Spiel verloren gab.

Die Ligareserve lieferte eines ihrer schlech­testen Spiele, indem sie infolge der Schuhun­fähigkeit des Stürmers nach dauernder, zeit­weise drückender lleberlegenheit gegen Herborns Ligareserve mit 0 :1 Sieg und Punkte verschenkte.

Durch zwei Platzverweise geschwächt verlor die Dritte gegen die spielstarke Dritte Der hiesi­gen Spielvereinigung mit 2 :5, nachdem sie schon mit zwei Toren geführt hatte.

Der Lokalkamps Der Jugendmannschaften von V.f.D. und Spielvereinigung sah V.s.B. mit 6 :2 als Sieger. Wer die Entwicklung der Jugend- abteilungen bzw. Mannschaften beider Vereine in den letzten Jahren verfolgt hat. konnte diesen Sieg, allerdings nicht in dieser Höhe. Voraus­sagen. Durch Den jetzigen Sieg hat V.s.B. wie­der die Vorherrschaft an sich gerissen, Vird es aber bei Der anerkannten Spielstäicke Des Lokal­gegners nicht geraDe leicht haben, sie für Die Dauer zu behaupten. Der Spielverlauf war in Der ersten Halbzeit recht spannend, verlor aber nachher bei Der ständigen äleberlegenheit Der Platz elf an Interesse. Kurz nach Beginn ging Sp.-Vg. überraschend nach forschem Angriff in Führung. V.f.D. glich bald Darauf aus und erzielte trotz der tapferen Abwehr Der Hinter­mannschaft bis zum Schluß noch fünf Tore, Denen Der Gegner nur eins entgegensehew*konnte. Bei V.f.D. klappte es bei allen Mannschaftsteilen, besonDers lobenswert war Das präzise Zuspiel, gegen das Sp.-Vg. nicht auszukommen vermochte. Das Tressen wurde beiderseits fair Durchge­führt, bis aus einige Ausnahmen eines Sp.-Vg.- Spielers, Derzufolge er nach mehrmaliger Ver­warnung vom Schiedsrichter des Spielfeldes ver­wiesen wurde.

Die zweite Jugendmannschast verlor ihr erstes Dipl'm iel gegen Die gleiche der Sp.-Vg. knapp mit 0 :1.

SpielDereinigung 1900 Metzen.

o. Die 1. Els der Vereinigten eitttäuschte am Sonntag ihre Anhänger sehr. Hatte man auch im voraus nicht mit einem Sieg gerechnet, so Dachte aber auch niemand an eine so hohe Riederlage, die auch nicht gerechtfertigt war. Hervorheben muß man allerdings, daß derVer­ein für DewegungsspicH Kurhessen 05", Mar­burg, in kompletter AiHstellung eine ganz vor­zügliche Partie lieferte, Der Die Gießener, Die abermals auf vier ihrer besten Kräfte verzichten mußten, in keiner Weise gewachsen waren. Gleich von Anbeginn zeigte sich Die Elf des Gastgebers als einheitliche, äußerst schnelle Mannschaft, die bei guter und reichlicher Kom­bination über einen gesunden Schuh verfügt. Fast bis zur Halbzeit setzten die Gießener den

ungestümen Marburger Angriffen heftigen Wi­derstand entgegen. Cs waren nur noch einige Minuten bis zur Pause, als Marburg kurz hintereinander nach zu kurzer Abwehr des Tor^ warts zwei Treffer buchen konnte. Das Spiel wurde eine Minute verlängert, und in dieser Zeit erzielten Die Platzleute einen Dritten Treffer, allerdings aus klarer Abseitsstellung. Mit 3:0 wurden die Seiten gewechselt. Gießen stellte um. Mittelläufer und Mittelstürmer, Halblinks und Linlsauhen, Halbrechts und rechter Verteidiger wechselten die Plätze. Aber 1900 war weiterhin vom Pech verfolgt. Der Torwart lieh einen hohen scharfen Ball, nachdem er ihn famos gefangen hatte, ins Retz springen, Dann ließ Der rechte Verteidiger einen Bombenschuß ab­sichtlich passieren. Der Torwart war aber Dar­auf nicht gefaßt und muhte auch diesen Treffer, Der in Die äußerste Ecke ging, aus Dem Reh holen. Run raffte sich Gießen auf. Seine Bemühungen hatten enDlich Erfolg. Ein gutes Zusammenspiel aus dem rechten Flügel ergab eine schöne Flanke Des Rechtsaußen. Enders verwandelte unhaltbar. Angefpornt durch diesen Erfolg Drängte 1900 eine Zeitlang. Aber Mar­burg verstärkte Die Verteidigung, so daß alle Akttonen Der Gießener im Sande verliefen. Mehrmals rettete Marburgs Hüter hervorra­gend. In dieser Zeit verstand es Gießens Hinter­mannschaft durch geschicktes Abseits stellen, auf das die Platzherren zehnmal hereinfielen, Mar­burgs Angriffe niederzuhalten. Erst als der sonst vorzügliche Schiedsrichter eine so krasse Abseits­stellung des Marburger Sturmführers übersieht und Dieser Dadurch ein Tor erzielte, protestierte Gießen und ließ in seinem Kcmrpfgeist nach, so daß der Plahverein noch mit Leichtigkeit zwei weitere Treffer erzielen konnte, das Endresultat somit auf 8:1 stellend. Das Spiel war fair und reich an spannenden Momenten. Durch Den mit­unter blitzschnellen Wechsel Der «Situationen wür­ben an Den Spielleiter in punkto Schnelligkeit große AnforDerungen gestellt, so dah ihm in Anbetracht Der DoDenglätte, kleine Fehler unter­liefen, Die aber nicht von BeDeutung für Den Ausgang Des Spieles waren.

Das Spiel Der Ligareserve gegen Den Verein für Rasenspiele Butzbach kam nicht zum Austraa, da sich für das Spiel kein Schiedsrichter auf­treiben ließ und Der angesehte audb'ieb.

Die 3b verlor gegen Heuchelheims 2. 3: 1, Da die Mannschaft mit acht Spielern begann unD sich später auf neun ergänzte.

Die 1. Schäle reif konnte gegen Die 1. Schüler Klein-Lindens mit Dem knappsten aller Ergebnisse (1: 0) erfolgreich fein,

Heuchelheim.

Fußballklub Burgsolms I gegen Spo. 1920 Heuchelheim I 3:0.

Auch in Burgsolms muhte die erste Elf Dem Heuchelheimer Sportverein am Sonntag die Punkte taffen. Obwohl die Glf mit zwei Mann Ersatz an treten muhte, hatte man doch ein besseres Abfchnetden erhofft. Der Mannschaft fehlt es an Dem nötigen Zusammenhang und vor allen Dingen an Kampfgeist. Burgsolms konnte in tech­nischer Beziehung bei weitern ittcht an Die Heuchel­heimer heran, jedoch ist Die Mannschaft äußerst stink und verstecht vor allen Dingen zu kämpfen. Das Spiet ftanD bis zur Halbzeit 0 :0.

Auch Die Schüler mann schäft ist in sehr guter Form. Rachdem sie am «Sonntag vorher gegen Kleinlinden 8 :0 gewonnen hatten, konnten sie am Sonntag gegen Die sehr spielstarke Els vorn Wetzlarer Sportverein 1 :0 gewinnen.

Fuhball im Bezirk Main-He^en.

Die Verbandsspiele der Bezirksliga Main-Hessen blieben in der Gruppe Main am Sonntag frei von allen Ueberraschungen. (Eintracht, die ohne Punktverlust immer noch die Tabellenspitze hält, hatte allerdings große Mühe, um sich auf eigenem Platze des Sportklubs Rotweiß zu erwehren. In einem spannenden Spiele fiel die Entscheidung erst ganz kurz vor Schluß urtD brachte für Eintracht einen knappen Sieg von 2:1 Toren. Fußballfport- verein, auch noch immer ohne Punktein'ouhe, schlug Sport 1860 Hanau sehr hoch mit 9:0 Toren, wie man es ungefähr ermattet hatte. Auch Hanau 1893 brachte gegen den Verein für Rasenspiele Offenbach ein 7:0 zustande. Dagegen trennten sich zwei alte Sigogegner, Kickers Offenbach und Union Niederrad, 2:2 unentschieden. Aschaffenburg Viktoria gegen Vik­toria Hanau sicher und verdient 4:2. Bemerkenswett bleibt daß Germania 1894 Frankfurt auch gegen den Liganeuling, Spielvereinigung 1903 Fechenheim 2:3 verlor und immer noch punktlos dasteht.

In der hessischen Gruppe erfuhr die Lage insofern eine wesentliche Klärung, als Sportverein Wiesbaden gegen Mainz 05 mit 1:4 Toren verlor uni) aus der Spitzengruppe ausschied. Worrnatia Worms liegt weiterhin an erster Stelle, denn sie schlug Hassia Bingen 3:0, während Sportgemeinde Höchst gegen Alemannia Worms nur ein 2:2 er­zwingen konnte. Verein für Leibesübungen sicherte sich die zwei Punkte durch einen sehr knappen Sieg über Germania Wiesbaden mit 4:3 Toren. Spiel­vereinigung Arheilgen erregte neuerdings Aufsehen, denn sie schlug den Sportverein 98 Darmstadt 4:3.

5pfeloeremigung Fürth -

1. F. C. Nürnberg 0:0.

Vor runD 15 000 Zuschauern lieferten sich am Sonntag in Nürnberg beide Mannschaften einen erbitterten Kampf, Der torlos ausging, woran jeDoch einzig und allein Die großartig schaffenden Hintermannschaften jeder Partei schuld sind. Der Klubsturm erwies sich vor dem Tore als der gefährlichere, was schon durch sieben bis zur Halbzeit erzielte Ecken Dokumentiert wird, doch hätte et zumiirdest eine davon zu einem zählbaren Erfolg verwandeln müssen. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen. Das Llnentschieden entspricht durchaus dem Spielverlauf. Rach der Halbzeit wurde der Kamps etwas schärfer, hielt sich aber in den Grenzen des Erlaubten mit einer einzigen Ausnahme: Wieder wurde von dem sehr energischen Schiedsrichter llllmann aus Wiesbaden wegen eines Fouls vom Platze ver­wiesen. 3n den letzten Minuten des Spieles setzte Der Klub zu einem kräftigen EnDspurt ein, Der von Den Kleeblättern sofort ertoiDert wurde, doch keiner Der Parteien gelang es, zum Erfolge zu kommen, so daß der typische Punktestreit torlos endete.

Die Derdandsspiele im Arberter-Turn- und Sporlbund.

Die kreisklassr.

£ Giehen schlägt Friedberg 4:1. Dies ist ein in seiner Höhe unerwartetes Resultat, es bringt Gießen in der ersten Gruppe auf den Dritten Platz. Dies dürste das hervorstechenoste Mo­ment des Spieles am Sonntag gewesen sein. 'Wenn man bei dieser Begegnung auf ein scharfes Spiel gefaßt war, so bewahrheitete sich dies, wenigstens in der ersten Halbzeit in vollstem Maße: beide Par­teien gaben Dem Schiedsrichter sehr oft Gelegenheit zum Eingreifen. Mit dem Winde im Rücken drückte Gießen leicht, erhielt in der 9. Minute einen Elf- meter, der in ganz selbstverständlicher Weise ver­wandelt wurde. Zwei Minuten später schoß der Halb" linke Gießens das zweite Tor. Dieser Vorsprung Gießens war für Friedberg das Zeichen, massiver zu werden, aber auri) energischer im Angriff, konnte jedoch die Gießener Hintermannschaft nicht über winden. Hierbei zeigte sich, daß Friedberg nicht mehr das ist, was die Mannschaft war. Gießen lag auch weiter im Angriff, die Mannschaft machte einen recht guten Eindruck. Nach 25 Min. «Spielzeit spielte sich der Halbrechte Gießens sehr gut durch, gab uneigen­nützig nach Halblinks, der prompt zum dritten Tor einsandte. Eine Verletzung des Friedberger Mittel­läufers und das Herausstellen eines Spielers brachte die Friedberger Mannsck)aft auf nur 9 Mann. Kurz vor Schluß der ersten Halbzeit erzielte Gießen durch Halblinks, allerdings aus einer übersehenen Abseits­stellung heraus, das vierte Tor. Zeigte Friedberg in der ersten Halbzeit ein völlig systemloses, auf Zufälligkeiten aufgebautes Spiel, fo flaute das Spiel nach dem Wechsel auf beiden Seiten sehr stark ab. Friedberg spielte zwar eine halbe Stunde lang mit nur 9 Mann und konnte sich deshalb kaum recht durchsetzen. Aber auch Gießen hatte in seinen Lei­stungen sehr stark'nachgelassen, vor allem der in der ersten Halbzeit vorzügliche Sturm. Bis zum Schluß ließ das Spiel immer mehr nach, es war kaum noch als Kreisklaffespiel anzufprechen. Eine Minure vor Schluß erzielte Friedberg durch einen verwandelten Strafstoß sein Ehrentor. Das Spiel wollte nun wie­der etwas lebhafter werden, aber es war zu fpät, der Schlußpfiff machte dem Spiel ein Ende.

Heuchelheim I Lollar I 4:3.

Den knappen Sieg der Heuchelheimer in diesem Gesellschaftsspiel verdanken sie ihrem outen Stern, Denn in Der ersten Halbzeit roch es sehr stark nach einem «sieg der Lollarer. Eine Viertelstunde lang war Lollar sichllich überlegen, Die Ausbeute war nach zehn Minuten das erste Tor. Bei ausgegliche­nem, flottem und fairen «Spiel erzielte Heuchelheim bis zur Pause Den Ausgleich. Nach dem Wechsel ließ Lollar merMch nach, fo daß Heuchelheim nach und nach das Uebergeroiqjt bekam. Bei einem Durchbruch Lollars verschuldete Heuchelheim einen Elfmeter, der der Mannschaft zum zweiten Male die Führung brachte. Nun war Heuchelheim tonangebend und stellte in kurzer Zett das Resultat auf 4i2. Kurz vor Schluß gelang es Lollar, ein Tor aufzuholen und obiges Resultat herzuftellen.

Dte reffe Klasse.

«Ließen Ib, das di« Reife nach Alsfeld unternahm, holte sich gegen Die Dortige Erste Mann­schaft eine empfindliche Niederlage. Alsfeld hat sich die Lehren, Die ihr im Spiel gegen Wieseck mit auf den Weg gegeben wurden, scheinbar zu Herzen ge­nommen, Denn das Spiel am Sonntag ließ nichts zu wünschen übrig. Bereits in Den ersten fünf Mi­nuten erzielte Alsfeld durch Den Mittelstürmer fein erstes Tor, Gießens Tormann war hierbei nicht ganz ohne Schuld. Ein weiterer Fehler Desfelben Spielers brachte Alsfeld bald darauf einen weiteren Erfolg. Vom Mittelanstoß zog Alsfeld vor Gießens Tor, und nach 11 Minuten Spielzeit führte Alsfeld 3:0. Gießen wurde merklich besser, konnte das Spiel offen halten und erzielte nach 30 Minuten durch eine verwandelte Ecke sein erstes Tvr. Nach dem Seiten« wechsel war Alsfeld säst während der ganzen Spiel­zeit tonangebend, erzielte in regelmäßigen Abständen drei weitere Tore und sicherte sich einen 6:l*Sieg. Gießen mußte sich auf einzelne Durchbrüche be­schränken, die durchweg verpufften.

Daß die Chancen Wetzlars I gegen Mar­burg I keine schlechten waren, wurde vorausge- sehen, aber weniger, daß Der Sieg Wetzlars in so eindrucksvoller Weise erfolgen würde. Das ^O-Re- sultat für Wetzlar läßt ein völliges Versagen der Marburger Männerturner vermuten. Andererseits muß sestgeftellt werden, daß Wetzlar gerade in letzter Zeit außerordentlich an Svtelstärke gewonnen und dies durch die erzielten Resultate in recht gutem Maße für sich ousgewettet hat.

Die zweite klaffe.

Burkhardsfelden I tarn zu zwei recht bil­ligen Punkten, denn Leun I trat nicht an und ver­schenkte demzufolge die Punkte kampflos.

Das Spiel Daubringen I gegen Großen- Linden I sollte um den zweiten Platz entscheiden und beanspruchte deshalb stärkeres Interesse. Gro- ßen-Linden blieb diesmal zwar Sieger, aber da Daubringen einen allem Anschein nach berechtigten Protestarund hat, muß erst der Spruch des Bezirks- ausfchuffes abgewartet werden. Sofort nach Dem Anstoß entwickelte sich ein recht flottes Spiel, bei dem Daubringen zumeist im Vorteil war und auch zu­nächst einige Ecken erzielte. Nach einer Viertelstunde ging Daubringen durch feinen Halblinken in Füh­rung, Dem bis zur Halbzeit ein zweites Tor folgte. Nach dem Wechsel hatte Großen-Linden den Wind als Bundesgenossen und konnte bis zum Abpfiff vier Tore erzielen und Damit einen 4-2-Sieg, Der aller­dings dadurch in Frage gestellt ist, als durch über­einstimmende Feststellungen nachgewiesen wurde, daß der Schiedsrichter das Spiel zehn Minuten zu früh agepfiffen hatte. Eine Wiederholung wird also kaum ausbleiben. Das Eckenverhältnis 9:2 für Dau­bringen läßt einen starken Drucf auf das Tor Gro- ßen-Lindens vermuten.

Die unteren Mannschaften.

Die Jugend Klein-Lindens hielt, was man sich von ihr verfprach, denn es gelang ihr, im Spiel gegen Wiefecks Jugend sich einen weiteren Punkt zu sichern. Stand des Spiels bei Schluß: 2:2.

Das Spiel Gießen Jugend gegen Heuchel­heim Jugend kam nicht zum Austrag, Da Gießen nicht anwesend mar.

Erwartungsgemäß holte sich Die Jugend Hach­born im Spiel gegen Oppenrod Die Punkte. Resultat: 0:2 für Hachborn.