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schastSräte v.Dülow und Holzhansen, sowie der deutsche Generalkonsul in Monrovia. Hermans, der sich zur Zeit auf Urlaub befindet. Ferner waren zugegen der liberianische Gesandte in Paris, Baron Lehmann mit Gattin, die den Präsidenten auf seiner Europareise begleiten. Der Präsident wird im Hotel Eden Wohnung nehmen. Am Mittwochvormittag wird Präsident King vom Reichspräsidenten empfangen werden. An den Empfang schlicht sich ein Frühstück an. Für Donnerstagabend ist ein Diner vorgesehen, das der Reichskanzler zu Ehren des Gastes veranstaltet.
Auf dem Wege zur Steuervereinheitlichung.
Die Plane des Reichsfinanzministers.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers'.
Berlin, 20.Sept. Als Dr. Köhler aus Baden nad) Berlin kam und die Nachfolgeschaft Dr. Rein- holos im Reichsfinanzministerium übernahm, gab er schon nach den ersten 24 Stunden zu erkennen, daß eines seiner Ziele darin bestehe, mit dem Durcheinander auf steuerlichem Gebiete aufzuräumsn und durch Schaffung von einheitlichen Richtlinien übersichtliche und klare Verhältnisse herbeizuführen. Er setzte sich auch alsbald hin und arbeitete ein Steuerrahmengesetz aus, das jetzt in seinem Rohbau fertig oorliegt. In Köln hat er auch zum ersten Male in der Oefsenllichkeit über Wesen und Inhalt dieses Gesetzes gesprochen, im Grunde genommen aber eigentlich nicht allzuviel Neues mltgeteilt. Nach seinen Reichs-
wird sie allerdings nid)t voll erreichen, wenn nicht gleichzeitig von Ländern und Gemeinden der Steuerevereinheitlichung eine rücksichtslose Sparsamkeit gegenübergestellt wird. Länder und Gemeinden haben heute gewiß andere Ausgaben zu erfüllen, als das vor dem Kriege der Fall war. Aus der Inflation hat sich aber doch noch so manche Ausgabe herübergerettet, die aus den Haushalten herausge strichen werden kann und in Zukunft unter allen Umständen abgesetzt werden muß, weil die Steuerlast ihre Höchstgrenze bereits erreicht hat. Man darf sich wohl der angenehmen Hoffnung hingeben, daß die Instanzen, an deren Adresse er in Köln seinen Appell richtete, nichts unterlassen werden, um durch eine vorbildliche Finanzwirtschaft dem Steuervereinheitlichungsgesetz zu einem vollen Erfolg zu verhelfen.
Eine Kundgebung der christlichen verbände. Barmen, 19. Sept. (WB.) Die christlichen Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände sowie eine Reihe konfessioneller Vereine veranstalteten hier auf der Bundeshöhe eine stark besuchte Kundgebung zur Betonung des sozialen christlichen Gedankens. Reichs Verkehrs Minister Dr. Koch führte dabei u. a. aus: »Die augenblicklichen politrschen und sozialen Bestrebungen beweisen das Ringen nach Reugestaltung. Wir stehen vor schweren Kämpfen auf sozialem und kulturellem Gebiet, aber die erstrebte Einheit muß nicht nur politisch, sondern auch kulturell und sozial erreicht werden Der deutsche Staat wird erst dann wieder zu «inet machtvollen Einheit, wenn wir in voller Freiheit unserer Arbeit nachgehen können und wenn es uns wieder möglich ist, in Freiheit uns selbst zu regieren." Ministerpräsident a. D. Dr. Stegerwald forderte vor allem weitere Maßnahmen auf dem Wohn- und Arbeitsmarkt und in der Frag« der industriellen Arbdt der ver- hdrateten Frauen. Die Arbeiterschaft müsse entproletarisiert werden. 3m übrigen lehnt« Stegerwald das übermäßige Austretender öffentlichen Wirtschaft ab, und sprach sich für eine weitere Förderung des Genossenschaftsgedankens und der Selbsthilfe aus.
Die Deutschnationalen und der Anschluß.
EmProgrammatischeMufsatzGrafWestarPs
Berlin, 19. Sept. (Priv.-Tel.) 3n einem Artikel der Kreuzzeitung legt der deutsch- nationale FvaktivnsVorsitzende Gras Westarp die Stellungnahme der Deutschnationalen Dolkspartei zur Frage des Anschlusses Deutsch-Oesterreichs dar. Rach einem Hinweis auf die im 3ahre 1919 vom Haupt Vorstand der Deutschnationalen Bolkspartei gefaßten Entschließung, in der der staatsrechtliche Zusammenschluß der deutsch besiedelten und geographisch zusammenhängenden Gebiete in Mit- teleuropa als Grundlage der Forderung völkischer Gerechtigkeit bezeichnet wird, betont Graf Westarp, daß aud> heute noch die Deutschnationale Bolkspartei den Anschluß Deutsch- Oesterreichs als eines der Hochziele nativ naler Politik betrachte. Graf Westarp wdst auf die Hindernisse hin, d.e dem Anschluß zur Zeit entgegenstehen, der als ein ideales Zukunftsziel bezeichnet wird, das gegen den feindlichen Willen durchzusetzen uns die Macht fehlt, das wir aber gemeinsam in nüchterner Erkenntnis aller Schwierigkeiten und in zäher realpolitischer Arbeit vorzu bereiten haben. Den Artikel der Kreuzzdtung vom 22. 3uni, in dem vielfach die Ablehnung des Anschlußgedankens durch die Deutschnationalen erblickt worden war, kennzeichnet Graf Westarp als »eine in Abwesenheit des Hauptschriftleite rs aufgenvmmene Privatarbei t". Zum Schluß seiner Ausführungen gibt Graf Westarp den Bedenken Raum, di« sich aus gewissen Unterschieden der Stammeseigenarten der politischen konfessionellen Parteien und den politischen Verhältnissen gegen die unitaristische Reichspolitik bei dem Anschluhgedanken geltend machen lassen und empfiehlt die Erwägung, ob nicht ein föderalistischer Aufbau nach dem Muster Bismarcks fördersamer sei.
Amerikareise General Heyes.
Berlin, 20.Sept. (Priv.-Tel.) Eine in Berlin verbreitete Meldung, daß der Ches der Heeres- leituna, General Heye, auf Einladung der amerikanischen Regierung demnächst nach den Vereinigten Staaten reisen werde, entspricht, wie die „Tägl. Rundschau' von unterrichteter Seite erfährt, insofern nicht den Tatsachen, als General Heye tatsächlich keine derartige Einladungerhalten hat. Er wird vielmehr 'Zlnfang
tagsreden und in der Erörterung
Absichten in der Presse stand
fest, welches Aussehen die Vorlage erhalten
Ihren Zweck, und das hat Köhler mit Recht
Hntften des Völkerbundes war der deutsche Außenminister ostentativ friedfertig und versöhnlich. Der günstig« Eindruck seiner Worte wird beträchtlich geschmälert werden durch die rhetorische Kundgebung von Hohenstein. Präsident von Hindenburg hat eine Frage aufgeworfen, die besser in Ruhe gelassen würde. 3n England wenigstens besteht kdn Wunsch, auf die Feind- fdigfdten von vor 13 3ahren zurückzukommen. Wir bemühen uns, zu vergeben, aber das bedeutet nicht, daß wir völlig vergessen. — Die liberale »Westmin ster- Gazette' vermag keinen Grund zu entdecken, Klage darüber zu führen, daß die Deutschen in ihrem Protesten fortfahren. DaS Blatt sieht in diesen Protesten nur die natürliche Folge der »plumpen Anmaßung" der Alliierten, die versucht hätten, in Versailles das Urteil der Geschichte vorauszunehmen.
Entrüstung in Paris.
Paris, 20. Sept. (TU.) 3n seinem Kommentar zur Rede Hindenburgs erflart »3our- nal des D 6 bats", der Reichspräsident habe di« polittsche Unschuld Deutschlands in Ausdrücken versichert, di« an Kühnheit alles überträfen, was bisher in Deutschland gesagt worden sei. Rach der Behauptung, Deutschland fei ein Opfer des Weltkrieges gewesen, bleibe nur noch übrig, daß man Wilhelm II. wieder auf seinen Thron sehe. Es sei sicher, daß Dr.Stre- semann mit dem Reichspräsidenten der gleichen Meinung über den Ursprung und di« Verantwortlichkeit am Kriege fd und nur bedauere, daß Deutschland durch sdn« Riederlage di« Gelegenheit verloren hab«, sdne Hegemonie zu «rnchlen. Das Blatt meint zum Schluß, man könne fein Vertrauen in Männer haben, bi« der Ansicht seien, Deutschland habe im 3ahve 1914 keinen Fehler begangen. Unter diesen Umständen sei zu be- Hirchten, daß die heut« geschlossenen Pakte gegebenenfalls nicht mehr respektiert würden als der Garantiepakt für die belgische Reutralität. — Die nationalistische »La Presse" sieht in den Worteit Hindenburgs eine Drohung. Wenn Deutschland nicht für den Wahnsinnsakt verantwortlich sei, der Europa im Fahre 1914 in Brand gesteckt habe, so fd auch die territorial« Amputation, die das Reich erlitten habe, zu Unrecht geschehen und müsse wieder gutgemacht werden. Die Welt fd dann Deutschlands Schuldiger und die Schuld müsse freiwillig oder mit Gewalt geregelt werden.
Ein Mahnwort des Reichskanzlers.
Hindenburg als Borbild des Ausgleichs der innerpolitsichen Gegensätze.
Königsberg, 20. Sept (IDIB. Funkfpruch.) Reichskanzler Dr. Marx führte in seiner Rede bei einem ihm von der Stadt Königsberg in der Stadthalle gegebenen Essen tua. aus: „Politik heißt, nicht nur das Mögliche zu erreichen, sondern in unserer jetzigen Zeit Gegensätze ausznglelchen: Gegensätze anszngieichen gegenüber unseren Gegnern, Gegensätze auszugleichen aber auch im inneren Laaer. Daß das nicht ganz angenehme Stunden verschafft, liegt ans der Hand. Es läßt sich, wenn wir unsere Verhältnisse Übersehen, auch nicht (engen, daß wir innerpolitisch vorangekommen find. Der Gegensatz der Parteien ist gemildert, ich wage es zu sagen, daß nicht nur bei denjenigen Parteien, die sich verantwortlich kühlen, weil sie an der Regierung teilnehmen, die lleberzeugug immer lebendiger wird: auch die Opposition muß staatserhaltend wirken. Sie darf nicht nur Opposition sein, sie muh mitwirken, vielleicht in anderen Bahnen, vielleicht mit anderen Zielen, aber der Gedanke des Staates muh im Vordergründe stehen. Denn ich die über alles Mah ehrwürdige Gestalt unseres Herrn Reichspräsidenten sehe, so habe ich die veberzeugung: Das ist der Mann, der uns von der Vorsehung in unserer schweren Zdt gegeben ist, dn Mann von so edler Gesinnung, von einem Ansehen in der Welt, wie es nicht höher gesetzt werden kann, von einer Opfer- sreudigkelt, einer Selbstlosigkeit, wie es von uns allen als leuchtendes Vorbild geschäht werden muh. Wenn wir der ehrwürdigen Art unseres Herrn Reichspräsidenten folgen, dann wird es gut um unser Vaterland bestellt sein. Das ist mdne seske lleberzeugnng."
Rückreise des Reichspräsidenten.
Königsberg, 19. Sept. (WTB.) Mildern sahrplanmäßigen Zuge von Allenstein kommend traf der Reichspräsident gegen 11 Uhr hier «in. Mit dem gleichen Zuge trafen Reichs- kanzler Dr. Marr und Reichsminister Dr. von K e u d «11 dn. Sie wurden auf dem Bahnhof« vom Oberpräsidenten, dem Regierungspräsidenten und dem Ol«bürgerme st«: empfangen. Dr. Marx und Dr. v. Steubell verabschiedeten sich im Salonwagen vom Reichspräsidenten. Dem Reichspräsidenten wurden Blumen in den Salonwagen gereicht: das auf dem Bahnhof befindliche Publikum bereitete dem Reichspräsidenten bei der Wdterfahrt des Zuges herzliche Kundgebungen. Gegen 12 Uhr traf der Reichspräsident mit dem Sonderzuge in P illau ein, um sich zur Rückreise nach Swinemünde auf den Kreuzer „B e r l i n" einzuschiffen. Trotzdem von einer Aufstellung der Vereine auf Wunsch des Reichspräsidenten abgesehen worden war, hatten sich die Schulen Pillaus zur Begrüßung des Reichspräsidenten geschlossen ausgestellt. Der Rdchspräsi- dent wurde auf dem Bahnhof« von dem Bürgermeister von Pillau empfangen und zum Schiff geleitet, wo ihm der Landrat des Kreises Fischhausen di« Wünsche feines Landkreises vortrug. Dann begab sich d«r Reichspräsident in Begleitung seines Gefolges auf den Kreuzer, dessen Ausfahrt unter lebhafter Anteilnahme de Bevölkerung Pillaus um 14 Uhr erfolgte.
Der Präsident von Liberia in Berlin.
Berlin, 19. Sept. (WTB.) Heute um 16.03 Uhr traf aus Hamburg kommend der Präsident ber Regercepublik Liberia, King, in Berlin ein, wo er a l s Gast der Reichsregie, rung einige Tage verbringen wird. Zur Begrüßung waren auf dem Bahnsteig erschienen der derzeitige Leiter des Auswärtigen Amtes, Mini, stenaldirektor Dr. Köpke, der den Präsidenten zugleich im Ramen des abwesenden Reichspräsidenten begrüßte, vortragen, der Legationsrat Horstmann, die Gesandt-
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Oktober nach Deenkgung der Manöver seinen Ur- laub zu einer privaten Reise nach Am«, rita benutzen.
Abschiedsgesuch des Generals Reinhardt.
Berlin, 19. Sept. Wie die „Boss. Ztg." meldet, hat General der 3nfanterie Rein - Hardt, Oberbefehlshaber des Gruppenkomman- dos II, der als Oberst der letzte preußisch« Kriegsminister war, sein Abschiedsgesuch eingereicht. Eine Entscheidung über das Gesuch kann erst erfolgen, wenn der Reichspräsident und der Reichswehrmini st er nach Berlin zurückgekehrt sdn werden. Es ist jedoch anzunehmen, daß das Abschiedsgesuch genehmigt wird. Als voraussichtlichen Rachfolger des Gene- rals Reinhardt nennt man den Kommandeur des Wehrkreises VII in München, Generalleutnant Frh. Kreß von Kressenstein.
Die irischen Wahlen.
Keine Entscheidung zwischen Cosgrave und de Balera.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 20. Sept. Die Wahlen in Irland, deren Ergebnisse erst jetzt oorliegen, haben eine Klärung der Verhältnisse nicht gebracht. Der bisherige Ministerpräsident Cosgrave konnte zwar die meisten Stimmen auf sich vereinigen, sein Gegner, der Republikaner de Dalera ist aber aus dem Wahlkampf gestärkt heroorgegangen und steht hinter ihm nicht weit zurück. Ueberrascheird ist allerdings 'bas fast völlig« Verschwindender kleineren Parteien. Sie, die oielldcht im Parlament in Zukunst das Zünglein an der Waage hätten bilben können, sind zwischen der Regierungspartei und der Valera-Opposition dermaßen aufgerieben worden, daß sie heute nicht mehr ins Gewicht fallen werden. Fraglich ist, ob nach diesem Wahlergebnis ein arbeitsfähiges Parlament zustande kommen wird. De Valera wird nicht wieder der Regierungspartei Cosgraves das Feld überlasten. Er hat vor der Auflösung der Dolksvettretung den Eid auf die Verfassung abgelegt und vor kurzem zu erkennen gegeben, daß er sich von nun ab an den parlamentarischen Arbeiten beteiligen werde. Dadurch kompliziert sich die Situation wesentlich, vor allem aber bann, wenn de Valera dazu übergehen sollte, der Regierungspartei alle erdenklichen Schwierigkeiten zu bereiten, um sie zu zwingen, seine Partei zu den Regierungsgeschäften heranzuziehen.
3n Londoner Blättern wird erklärt, daß die Regierung sich auf jeden Fall mit einen kleineren Partei verbinden mühte, um dne Mehrheit zu erlangen. Aber auch wenn ihr das gelingen sollte, würde ihre Stellung noch äußerst schwierig fdn. Andererseits sei auch mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Republikaner durch Zusammengehen mit der Arbeiterpartei an die Macht gelangten. Endlich bestehe auch die Möglichkdt, daß die Dinge völlig auf einen toten Punkt kämen. — Rach den letzten Zählungen erhielt die Regierungs- koalitivn 67 Mandate, von denen 53 (63) auf die Regierungspartei, 10 (17) auf die Unabhängige Partei und 4 (15) auf den Landbund entfallen. Die Opposition gewann 63 Sitze, bi« sich folgendermaßen verteilen: Republikaner 49 (44), Arbeiterpartei 11 (14). Rationale Liga 2 und Kommunisten 1 Sitz.
Aus Aller Welt.
Tagung der Geschichtsforscher und Geschichtslehrer.
In der Aula der Universität Graz wurde die diesjährige Versammlung Deutscher Historiker und Geschichtslehrer sowie der landesgeschichtlichen Publikationsinstitute im Beisein von fast 500 Personen aus allen deutschen Gauen feierlich eröffnet. An den Bundespräsidenten Dr. Hainisch und an den Reichspräsidenten von Hindenburg wurden Begrü- ßungstelegrarnrne cbgesandt. Der Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien, Hofrat Prof. Dr. Redlich, hob die Pflid)t des Forschers hervor, sich von Tendenzen, die die Wahrheit der Forschung entstellen, fernzuhalten, um jenen unrichtigen Behauptungen und Entstellungen entgegenzutreten, die heute die Welt erfüllen. Den Geschichtsforschern liege die besondere Pflicht ob, in der Kriegs- schuldfrage der Wahrheit zum Siege zu verhelfen. Nur eine Oeffnuna der Archive könne die Wahrheit in der Kriegsschuldfrage an den Tag bringen. Deutschland sei in dieser Richtung < mit seinem großen Monumentalwerk über die äußere Politik der letzten Jahrzehnte in rühmlicher Weise oorgegangen.
Die Einäscherung Isadora Duncans.
Montagvormittag wurde in Paris die Leich« der 3sadora Duncan eingeäschert. Der Sarg ruhte auf dem Teppich, auf dem 3sadora Duncan das letzte Mal getanzt hatte. Dem Sarge folgten der Bruder der Verstorbenen und die Schüler der Duncan-Schule in Sandalen und Tunika gekleidet. Der Trauerfeier wohnten ferner zahlreiche^ Freunde der Künstlerin bd. Wäh- ! renö der Einäscherung wurde einem Wunsche der Künstlerin gemäß das Bachsche „Concerto in O-Dur" gespielt.
Die Güterzugberaubungen bei Bebra.
Die von der Mfenbahn-Kriminalpolizei fortgesetzten Ermittlungen in der Angelegenheit der Güterzugberaubungen bei Debra haben in ihrem weiteren Verlaufe zu aufsehenerregenden Entdeckungen geführt. Rachdem, wie berichtet, aus dem Versteck des Haupttäters Pforr in Braun- Hausen dne ganze Wagenladung an Raubgütern herausgeholt worden war, sind drei wei- tere große Diebeslager festgestellt worden. unZ> zwar bei einem Fahrradhändler und dnem Hotelbesitzer in Rotenburg a. b. Fulda, sowie bd dnem Gastwirt in Sontra, die einen schwunghaften Handel mit dem Diebesgut nach Kassel, Eisenach und Eschwege betrieben haben. -Unter den beschlagnahmten Gegenständen, die mehrere Wagenladungen umfassen, befinden sich außer Schuhen, Gebend- und Genußmitteln, auch Fahrräder, große Mengen Autoreifen, Spielwaren, Teppiche, Leder, 3agdflinten usw. Zum Teil war das Diebesgut von den Räubern und Hehlern schon zur Wohnungsausstattung verwandt worden. Die Zahl "bet Verhafteten ist bereits auf vier gestiegen.
Ein Auto vom Zuge ersaßt.
Montag gegen 14,30 Uhr überfuhr der v- Zug der Strecke Bremen — Wunstorf kurz vor Wunstorf einen Personenkraftwagen von dessen 3nfaffen drei getötet und zwei schwer verletzt wurden Alle Getöteten und Verletzten stammen aus Hannover-Linden
©Wolltenloj.O neurr. O neio Deaecxt »woimo. eMdccxi eltcgcs, * Schnee a Oreupem « «eoei "K 0ewiuer.@wtndstiiie.-O' s<* leichter 0$l y massioer SüdsOdwcsi Q stürmischer nordvesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde. Oie oecen Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Oie Linien eeroindeo One mit gleichen» auf naeresniveau umgerechneten Lvttdruci
LvcLLervoraussage.
Der gestrige Südwest-Luftdorstoß führte ein Regengebiet mit sich, das in den Rachmittagsstunden unseren Bezirk Überquerte und sich über Hannover bis Borkum erstreckte. Dabei sind die Temperaturen sehr rasch um etwa 5 Grad an- gestiegen. Das Regengebiet hat sich östlich tod- terbewegt und war beute morgen von München in nordöstlicher Richtung über Dresden—Danzig au erkennen. Unter der noch alTgemdn herrschenden Weststromung ist mit der Weiterbildung von Störungsgebcheten zu rechnen, die immer noch den herrschenden Witterungscharakter aufrecht eichalten.
Wettervoraussage: Zeitweise stärker bewölkt, mäßig warm und verdnzelte Riederschläge: westliche Winde.
Witterungsausfichten für Donnerstag: Wechselnd wolkig und zeitweise regnerisch.
Lufttemperaturen am 19. September: mittags 15,1 Grad Celsius, abends 14 Grad Celsius: am 20. September: morgens 13,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 19. September 14,5 Grad Celsius , am 20. Septembg» 12,5 Grad Celsius, Maximum 16,2 Grad Celsius, Mini- mum 12,5 Grad Celsius. — Niederschläge 5 Millimeter.
vier
Die Wetterlage.
man Legden
an, daß er nicht sofort - tot war, sondern, sicher Hilfe beraubt, dem Hunger und Unbilden der Witterung erlag.
Pilzvergiftung.
Im Krankenhaus zu Wriezen starben
wird nach Landau in der Pfalz übrrgeführt, woher Munzinger stammt. Der Verunglückte
stand im 19. Lebensjahre. Da der Verunglückte nur ein Dein gebrochen hatte, nnunt
3m Gebirge umgekommen.
Rach dner Meldung aus Bagneres-deuDi gorre wurde die Leiche des Studenten Hellmuth M u nz i n g e r, der in Bonn studierte und im Gebirge abge stürzt war, geborgen. Sie
Schweres Autounglück.
Bei Ostrath (Bezirk Krefeld) fuhr ein Auto in eine Gruppe von a ch t Personen. Dabei wurden der 26jährige Sohn und die 13jährige Tochter eines Landwirts getötet. Der Vater selbst wurde schwer verletzt und soll bereits seinen Verletzungen erlegen sein. Seine Frau kam mit leichteren Verletzungen davon. Das Auto fuhr, ohne sich um die Verunglückten zu kümmern, weiter. Die Wagennummer konnte nicht festgestellt werden.
Sechs Opfer eines TDarenfjausbranbes.
3n einem Warenhaus in Londonderrh (Rord- irland) brach dn Brand aus. Eine Frau und fünf Kinder, von denen das jüngste vier Monate alt war, kamen in den Flammen um.
Schwerer kraftwagenunfall.
Zwischen Königsfeld und Wranau bei Brünn in Mähren fuhr der Chauffeur dnes Autos, auf dem Kinder von einer Wallfahrt heim- kehrten, an einem Bahnübergang mit voller Wucht gegen die Lokomotive dnes Güterzuges. Ein mitfahrender Erwachsener wunde getötet, die Kinder verletzt.
Absturz eines Passagierflugzeugs.
Eine Fokkermaschine der dänischen Luftfahrt - gesellschaft ist, kurz nachdem sie vorn Kastruper Flughafen nach Hamburg aufgestiegen war, in unmittelbarer Rah« des Flughafens ab gestürzt. Das Flugzeug, das mit Passagieren voll besetzt war, geriet in Brand. Sowdt bisher bekannt geworden ist, gelang eS allen Passagieren, sich aus dem Flugzeug zu retten. Der Pilot wurde mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht.
verunglückter Start von Freiballons.
Heber der Ballonwettfahrt um den Frei- ballonwanderpreis des Deutschen Luftfahrtverbandes in Barmen schwebt ein Haftern. Rachdem durch das Wetter bisher drei Startversuche abgesagt werden mußten, fiel auch der am Montag geplante endgültige Start den Gewittern und Regenböen erneut zum Opfer. Die Ballons »Köln", »Elberfeld" und „Karl Bammler" waren bereits gefüllt. Durch den Sturm wurde der Ballon »Köln" auf den Ballon »Elberfeld" getrieben, der durch den Anprall ebenfalls ins Treiben kam. Di« drei Ballons wurden aufgerissen. Es ist nunmehr fraglich ob noch ein Startversuch gemach! wird.
Angehörige einer Familie infolge Pilzvergiftung durch selbstgefammelte Pilze. Zwei weitere An gehörige der Familie liegen noch schwer krank do nieder. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt.
Die spinale Kinderlähmung in Leipzig.
Die Zahl der Erkrankungen an spinaler Kinderlähmung hat in den letzten Tagen wieder angenommen. Augenblicklich beträgt die Zahl der Kranken 73. Die Todesfälle sind auf 12 gestiegen.


