gebeutet habe. Es ist nicht zu leugnen, daß die deutschen Nationalisten wie die französischen handeln würden, denn die Mentalität ist hüben und drüben die gleiche. Aber gerade um den Pangermanismus seines Hauptargumentes zu berauben, muß man so schnell wie möglich zur völligen Räumung schreiten. An dem Tage, La Köln und Mainz nicht mehr besetzt sein werden, werden die wahren Anhänger Des Friedens diesseits des Rheins und jenseits des Rheins an Boden gewinnen. Jetzt handelt es sich um eine Annäherung oder um eine Verewigung des Kriegsgeistes.
Die öffentliche Meinung in England.
London, 19. Aug. (Wolff.) Die Blätter berichten im Sinne der bereits gestern mitgeteilten Reutermeldung über den Stand der englisch-französischen Verhandlungen über die Herabsetzung der Truppenstärke im Rheinland.
Die „Time s" führt aus: Verhandlungen find im Gange zwischen den Regierungen der Rheinlandbesetzungsländer zur Durchführung des V e r f p rechens, das Ende 1 925 von der Botschafter- Konferenz gegeben wurde, dah eine merkliche Verminderung der Zahl der Truppen im Rheinland nach der Unterzeichnung des Locarnovertrages stattfinden würde. Die britisä)e, die französische und die belgische Regierung sind nicht abgeneigt, dem deutschen Ersuchen entgegenzukommen, aber beträchtliche Erörterungen über die entsprechende Zahl der Truppen der drei Länder, die zurückgezogen werden sollen, sind entstanden. Es ist der Wunsch der britischen Regierung, daß insbesondere der internationale Charakter der Besatzungstruppen aufrechterhalten werde. Die Verschiedenheit der Zahl ist bereits groß, und die letzten französischen Vorschläge zu dieser Frage machen, wie verlautet, das Mißverhältnis noch ausgesprochener. Die britische Regierung erwägt jetzt ihre Antwort zu diesem Vorschlag.
Der diplomatische Korrespondent des „D a r ly Telegraph" schreibt: Während gewisse heftige Aeuhepungen des deutschen Politikers v. Kar - dorff in London stark mißbilligt und bedauert würden, sei man jedoch der Ansicht, daß sie nicht zur unbegrenzten Verschiebung des Versprechens einer wesentlichen Verminderung berechtigen, da man der Ansicht sei, daß sie teilweise das Ergebnis der bitteren Enttäuschung seien, die sich in Deu tschland durch die Verschleppung der Durchführung des Versprechens der Botschafter-Konferenz entwickelt habe. Die französische Antwort, die lang und teilweise technischer Art sei, werde jetzt, dem Korrespondenten zufolge, sowohl von den diplomatischen als auch den militärischen Sachverständigen eingehend geprüft, die darüber dein Kabinett Bericht erstatten werden. Dies werde zweifellos zu weiteren Besprechungen oder einem weiteren Rotenaustausch zwischen London und Paris führen. Der Korrespondent bemerkt: Die französische Bote befasse sich in der Hauptsache damit, die französischen Anstände gegen eine wesentliche Verminderung zu erklären auf Grund der französischen militärischen Sicherheit im Rheinland, des drohenden Tones deutscher öffentlicher Aeußerungen. der immer noch unerfüllten, wenn auch untergeordneten Bestimmungen der deutschen Entwaffnung und verschiedener anderer Fragen dieser Art. Die französischen Militärbehörden seien anscheinend nicht einmal mit einer so geringen Herabsetzung von 5000 Mann eint*> standen. Paris würde gerne die Gesamtfvage den Befehlshabern im Rheinlands überlassen, so sehr Drkand auch persönlich bereit sein würde, das Problem Von, einem politischen Gesichtspunkt aus, nämlich dem der deutsch-französischen Versöhnung, zu behandeln. Poincare sei aber nach Paris zurückgekehrt und sei von neuem der wirkliche Kontrolleur dieser internationalen Frage.
Die Zeitung „Spectator" schreibt: Es werde keine Möglichkeit einer Versöhnung geben, solange die Beibehaltung der französischen Truppen am Rhein deutsche Generale a.D. dazu veranlasse. Drohungen auszustoßen und solange diese Drohungen in Frankreich als Beweis für die Notwendigkeit der Beibehaltung i er französischen Besatzungstruppen angesehen werden. Der sicherste Weg für jedermann würde die Zurückziehung aller fremden Truppen aus Deutschland sein. Deutschlands Stellung als Vollmitglied des Völkerbundes und als besetztes Land sei I vollkommen anormal.
Untersuchungen über den belgischen ßrünktireurkrieg. Berlin, 19. Aug. (WTB.) Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Die letzten Veröffentlichungen des Pintersuchungsausschusses des Reichstages über gewisse Ereignisse des P) e l t k r i e g s haben die belgische Regierung veranlaßt, der belgischen Kammer drei Memoranden über die Frage der Reutralität, des Franktireurkrieges in Belgien und der Arbeiterdeportativ- nen vorzulegen. Zwei von diesen Memoranden sind bereits veröffentlicht und den anderen Re- I gierungen, darunter auch der deutschen Regierung, zur Kenntnis gebracht worden. Das dritte Memorandum über die Arbeiterdeportationen wird demnächst veröffentlicht werden. 2n ihrem Memorandum über die wegen des
Franktireurkrlezes
gegen Belgien erhobenen Vorwürfe hat die belgische Regierung daran erinnert, daß Belgien im Laufe des Krieges eine Enquete verlangt und daß es gegen eine solche, wenn auch verspätete Enquöte nichts einzuwenden habe. Die belgische Regierung hat bei der Hebersendung der Denkschrift die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung auf diesen Passus gelenkt. Die deutsche Regierung hat darauf der belgischen Regierung mitteilen lassen, daß sie die belgische Erklärung begrüße und damit einverstanden sei, alsbald in Verhandlungen über die
Einsetzung einer unparteiischen Anter, suchungskvmmission
einzutreten. Herr Vandervelde hat Herrn v. K e l l e r diese Mitteilung bestätigt und hinzu- oefügt, daß er davon seine Kollegen in der belgischen Regierung, von denen mehrere auf Urlaub seien, alsbald verständigen werde.
Die belgischen Denkschriften über die Frage des Franktireurkrieges in Belgien bzw. über die belgische Reutralität sind, wie verlautet, von der Reichsregierung ohne Kommentar an den Untersuchungsausschuß des
Reichstags weitergeleitet worden. Beide Denkschriften beschäftigen sich fast ausschließlich mit den von dem AniversitätSprofessor Meurer
mrd Reichstagsabgeordneten Professor Dredt dem Untersuchungsausschuß erstatteten Gutachten über den Franktireurkrieg in Belgien bzw. die Stellung Belgiens im Weltkrieg, und stellen einen 'Versuch dar, diese Gutachten zu entkräften. Die Reutralitätsfrage selbst, die in dem Gutachten des Prof. Dredt nur ganz flüchtig gestreift wird, ist bekanntlich vom Untersuchungsausschuß des Reichstags noch gar nicht behandelt worden. Die dritte belgische Denkschrift zur Frage der Arbeiterdeportativnen wird von der Reichsregierung, sobald sie ihr vorliegt, ebenfalls sofort dem Untersuchungsausschuß des Reichstags zugestellt werden.
Die Mitteilung über die deutsch-belgischen Verhandlungen wird, wie wir erfahren, in identischer Fassung auch in Brüssel veröffentlicht. Die belgische Anregung auf Einsetzung eines solchen Ausschusses wurde naturgemäß bei der Reichsregierung g ü n st i g ausgenommen. Sie hat bekanntlich in der Erwägung, daß ähnliche Streitfragen nur durch unparteiische Untersuchungen geklärt werden können, wiederholt selbst die Schaffung solcher Ausschüsse angeregt. Auf deutscher Seite würde es man nur begrüßen, wenn die Arbeiten des einzusetzenden Untersuchungsausschusses, dessen Befugnisse in den bevorstehenden Verhandlungen erst festgesetzt werden müssen, sich soweit als möglich ausdehnen.
Preußischer Aufruf zur Hindenburgfpende.
Berlin, 19. Aug. (Wolff.) Das preußische Staatsmini st erium hat unter dem 17. August den folgenden Aufruf beschlossen:
„Am 2. Oktober begeht Reichspräsident v. Hindenburg seinen 8 0. Geburtstag. An diesem Tage vereint sich das deutsche Volk, um seinem erwählten Oberhaupt seine Glückwünsche darzubrinaen. Aber nicht in geräuschvollen Feiern darf diese An- teilnahme ihren Ausdruck finden — sie würden dem Ernst der Zeit so wenig entsprechen wie dem schlichten, sachlichen Sinne des Jubilars. In dem Bestreben, die dem Reichspräsidenten zu erweisende Ehrung seinem eigenen Wunsche gemäß in eine Form zu kleiden, die dem Ernste der Lage des deutschen Volkes Rechnung trägt und über den Tag hinaus fortwirkt, sind Reichsregierung und Länderregierung übereingekommen, aus Anlaß des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten zu einer Sammlung aufzurufen. Ihre Erträgnisse sollen den Volksgenossen zugute kommen, mit denen sich der Reichspräsident aus der Kriegszeit in besonderem Maße verbunden fühlt, den Kriegsbeschädigten-und Kriegerhinterbliebenen. Jeder Deutsche betrachte es als seine Ehrenpflicht, zu diesem Hilfswerk nach besten Kräften bei- zusteuern und damit nicht nur die Person des Reichspräsidenten zu ehren, sondern auch dem Danke an die bei der Verteidigung des Vaterlandes Gefallenen und Verwundeten opferwilligen Ausdruck zu verleihen."
Saccos und vanzettis Berufung abgelehnt.
Boston, 19. Aug. (Wolff.) Der Oberste Gerichtshof von Massachusetts hat die Einwände der Verteidigung gegen die Entscheidungen der Richter Sanderson und Thayer für nichtig erklärt und die Berufung Scrc- cvs und Vanzettis abgelehnt.
Zu der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes wird ausgeführt: Der Antrag für einen neuen Prozeß ist zu spät gekommen, da das Urteil bereits verkündet war. Weder der Richter noch einer seiner Beisitzer hätten die Befugnis, einen Antrag auf Zurücknahme eines Urteils zu bewilligen. Än bezug auf das Ersuchen auf Erlaß eines Revisionsediktes sagt die Gntscheiduirg: „Die gesetzlichen Bestimmungen sind klar und müssen dahin ausgelegt werden, daß der Erlaß eines - Revi- sionsergebnisfes in der Hauptsache im freien richterlichen Ermessen eines Ginzelrichters liegt, dem das Ersuchen vorgelegt wird. Das Ersuchen ist mit Recht abgelehnt worden, weil nach gemeinem Recht der Erlaß eines solchen Revisionsdeliktes hinfällig geworden ist un blick auf den ausdrücklichen Text des Gesetzes, wie er in ben Statuten offenkundig gemacht ist."
Als Vanzetti der ablehnende Besct-eid des Obersten Gerichtshofes mitgeteilt wunde, schrie er fortwährend: „Das wußte ich!" Er habe nach einem Radiofender verlangt, um der Welt seinen Fall schildern zu können. Sa c c o dagegen nahm die Entscheidung gefaßt auf. Auch er erklärte, er habe eine solche Entscheidung erwartet. Das Essen schob er weg und erklärte, er wolle seinem Sohn einen Brief schreiben.
Der Verteidiger Vanzettis erklärte heute früh nach seinem Besuch im Gefängnis, sein Klient sei verrückt geworden. Die drei Gefangenen S a c c o, Vanzetti und Manerros wurden im Lause des Tages in das Totenhaus übergeführt. Es wurde erklärt, daß die drei Gefangenen keine Anzeichen einer körperlichen oder geistigen Krankheit aufweisen. Von der Polizei wurden besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um nerbre- cherisck)e Anschläge gegen öffentliche Gebäude zu verhindern.
Der Hauptverteidiger Saccos und Vanzettis, Hill, besuchte heute den Oberrichter Hall von dem Staatsgerichtshof, um um Aufschub des Strafvollzuges nachzusuchen. Die Verieidi- i ger teilten mit, dah sie sofort bei dem Oberlandesgericht Berufung einlegen würden, um den Fall vor diese oberste Instanz zu bringen.
Wie die Verteidiger Saccos und Vanzettis In später Rächt stunde bekanntgeben, ist einer von ihnen auf die Sommerbesihung des Richters Morton vom Bundes-Appellation s- g e r i ch t gefahren. Er beabsichtigt, Richter Morton zum Eingreifen zu veranlassen, indem er den I Befehl erläßt, Sacco und Vanzetti dem A p - pellationsgericht vorzuführen, womit gleichzeitig die vorläufige Hinausschiebung der Hinrichtung verbunden wäre. Eine Aeutzernng der Schwester Banzcttis.
Reuhork, 19. Aug. (WB.) Die Schwester Vanzettis, Luigia Vanzetti, wurde bei I der Ankunft des Dampfers „Aquitania" am Pier von zweihundert Freunden Saccos und Van- zettis empfangen Sie erklärte durch einen Dolmetscher, es sei nicht ihre Absicht, persönlich einen Appell an den Gouverneur Fuller zu rich- ten, sondern sie fei gekommen, um ihren Bruder z u sehen. Sie wisse von dem Gouverneur nichts, wisse auch nicht, ob es richtig wäre, I zu ihm zu gehen. Wenn er sie aber zu sehen I wünsche, so werde sie zu ihm hingehem
War
Die Wetterlage
Die um* Der
Weitere Verschärfung der Lage in China.
London. 19. Aug. (WB.) Einer Qlgentup- Meldung aus Hongkong zufolge treffen weitere Truppen in Banking ein. Bei einer Schießerei wurde der britische Zerstörer „W i v e r n" verschiedentlich getroffen, erlitt jedoch Feine Verluste. Aus Tsingliang verlautet, daß Sun Tschucm-fang den großen Kanal ent-
nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen. 33 Iahre alte Ehefrau wurde von einem stürzenden Baume auf der Stelle getötet. Mann wurde am Knie verletzt.
Wiehe, und dem Studenten Bernhard Schröder, den Aermellanal zwischen Cap Gris Rez und Dover im Faltboot „Klepperbub Braunschweig" trotz Regen, starkem Wind und Wellengang zu Überqueren. Die Leistung ist um so höher ein* zuschähen, als die beiden Faltbootfahrer auf ein Begleit- oder Dchuhboot verzichtet hatten.
Reuyorks Bürgermeister Mittwoch in Berlin.
Wie wir erfahren, wird am Mittwoch nächster
unternommen, um den Motor auszuprobieren und dabei festgestellt, daß er einwandfrei arbeitet. Damit stehen die Maschinen nun für den neuen Start bereit. Wann er erfolgt, das ist allerdings weiter eine Frage des Wetters: die Junkerswerke vertreten den Standpunkt ruhigen Abwartens bis zu einer gründlichen Besserung.
Aus aller Welt.
Schwere Unwetterkatastrophe im Murgtal.
Die Gemeinde Au im Murgtal wurde gestern abend von einem schweren Unwetter heimgesucht. Eine Viertelstunde lang fiel wolkenbruchartiger Regen. Die Aöfluhkanäle konnten die Wassermengen nicht fassen, die Straßen, Wege und Felder überschwemmten. Die deinen Bäche der Seitentäler wurden zu reihenden Gebirgsbächen und führten Holz, Steine usw. mit sich Heber das Fullenbachtal, wo die Auer Bürger zum größten Teil ihre Wiesen haben und einen beachtenswerten Obstbau treiben, brauste eine Windhose hinweg. Riesenhafte Ruhbäume und reich mit Fruchten beladene Birnbäume wurden wie Streichhölzer geknickt oder entwurzelt. Zahlreiche, mit beträchtlichen Futtervorräten angefüllte Scheunen wurden abgedeckt und die Vorräte fortgeschleudert. Heber 200 Obstbäume sind vernichtet. Die Leute konnten nur noch die halbreifen Früchte Heimbringen. Der Schaden läßt sich noch nicht überschätzen. Ein auf der „Roten Lache" zur Kur weilendes Ehepaar konnte sich
Bombenexplosion in Pittsbnrg.
Pittsburg. 19. Aug. (WB.) Durch eine Explosion wurden zwei Gebäude in der Vorstadt We st-Elizabeth zerstört. Menschen wurden nicht verletzt.
Polnisch-russische Verhandlungen.
) □ u, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) i empfing am Freitag im Badeort
London, 19. A"g (WB.) Eine Gruppe 86 000 Mk. veruntreut. Er wurde festgenommen von Stadträten und anderen aktiv an der M u n l* und der Staatsanwaltschaft zugeführt. Der un- zipalverwaltung interessierten Persönlich- getreue Beamte ist voll geständig.
Feiten wird morgen zu einer Studienreise Aufhebung einer Falschmünzerwerkstatt.
nach Westdeutschland von London ab* In Döbeln (Sachsen, wurde gestern eine fahren. Die Reisegesellschaft, in der auch Edin- I Falschmünzerwerkstatt mit reicher technischer Aus- burgh und zahlreiche Provinzstädte vertreten sind, ftattimg sowie einer Anzahl halbfertiger Einsteht unter der Führung von Aldermann Herbert uni) Zweimarkstücke ausgehvben. Gleichzeitig Morrison vom Londoner Country-Councrl. wurde der Inhaber des Ateliers in Berlin fest- Es wurden Vorkehrungen getroffen^ um ihnen genommen, wo er offenbar beabsichtigte, seine zu ermöglichen, die Methoden deutscher Verwal- Erzeugnisse abzusetzen.
tung zu studieren. Sie werden u. a. Köln, Düssel- $in Rittergut abgebrannt
dorf, Duisburg, Elberfeld, Solingen besuchen. Das dem deutschnationalen Reichstagsabge- Militärverschwörung in Athen, ordneten Fromm gehörende Rittergut Rieder-
Uöuneckes letzte Vorbereitungen.
Köln, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Flieger K ö n n e ck e ist heute früh 6.15 Uhr jju seinem vermutlich letzten Belastungsprobeflug mit einer Vollbelastung von 3800 Kg. aufgestiegen. Der Start war zu seiner Zufriedenheit, obwohl nur geringe Windstärke herrschte. Das Flugzeug wird nunmehr von seiner Nutzlast entleert, alsdann wird die Funkentelegraphenanlage eingebaut, und es soll gegen 11 Uhr mit den Probeflügen zur endgültigen Prüfung der Funker begonnen werden.
Könnecke will, wenn nicht ein nahe bevorstehender Umschwung in der augenblicklich über dem Ozean herrschenden Windströmung zugunsten der ursprünglich beabsichtigten Route den nördlichen Weg nehmen, der über Irland, Neufundland, Boston nach Neuyork und Philadelphia führt.
Der Londoner „Daily Mail" zufolge sind Versicherungen in Höhe von etwa 8 0 0 0- Pfuntz bei Lloyds für das Leben Kömreckes und seines Begleiters auf dem transatlantischen Flug mit dem Flugzeug „Germania* aufgenommen worden. Probeflüge der neuen Iunkers-
Ozeanmaschine.
Dessau, 19. Aug. (Wolfs.) Der Motor der „Europa" ist in den letzten Tagen in die Maschine „2.98“ eingebaut worden, die ursprünglich als drittes Ozeanflugzeug in Frage kam. Sie ist bereits auf den Ramen „Europa" getauft und damit an die Stelle ihrer in Bremen beschädigten Schwestermaschine getreten. Die Piloten haben bereits Probeflüge mit ihr
Athen, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter melden die Verhaftung von zwei Offizieren und 30 Unteroffizieren der Garnison Athen, die beschuldigt werden, eine Bewegung zugunsten von Pan g a l v s organisiert zu haben.
Russische Rachejustiz.
Moskau, 19. Aug. (WB.) Telegraphenagentur der Sowjetunion. — Das Leningrader Kriegsgericht hat den früheren Oberst Otto, der während des Vormarsches von Judenitsch auf Leningrad im Jahre 1919 in der Roten Armee diente, zum Tode verurteilt, wegen vorsätzlicher Auslieferung eines ihm unterstellten Truppenteiles an die vor- rückenden Weißgardisten und wegen seines lieber- trittes in die Dienste der letzteren.
Owolkenlos.O neuer. QnaiD oeoenci ® woixiq. eoedeext «KeoeH
* Schnee ex Graupeln a Nebel K Gewitter.©Windstille. O leichter Ost missifler Südsüdwest (5 Stürmischer nordwesl Die Pfette (liegen mit dem winde Die oeioen Stationen stenenden Zafr len gehen die Temperatur an. Die Linien verDmden Orte mit gleicher* aul Meeresniveao umgerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Wieder Bewölkungszunahme, mäßig warm und erneute Regenfülle, südliche bis westliche Winde. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 17,7 Grad Celsius, Minimum 11,7 Grad Celsius. Riederschläge: 10,6 Millimeter. Svnnenscheindauer: 7 Stunden. Heutige Morgentemperatur: 12,5 Grad Celsius. — Witterungsaussichten für Montag: Veränderlich, wechselnd wolkig, Tempera* turen wenig niedriger und zeitweise Aieder- schläge.
Pilsud, .. ____
Druskenik den stellvertretenden Leiter des Ministeriums des Auswärtigen, Raman Knall, zum Bericht. Nach der Rückkehr Knolls nach Warschau begab sich der russische Gesandte Patek auf seinen Moskauer Posten zurück. Er soll, wie die Warschauer Presse meldet, mit Tschitscherin einleitende Besprechungen über den geplanten polnisch - russischen N i ch t a n g r i f f s v e r - trag aufnehmen.
lang vor rücke.
Reuter berichtet aus Schanghai, daß die Lage in Tsingkiang unsicher ist und die Einwohner von einer Panik ergriffen sind. Die Stadt ist von Südtruppen überlaufen, von denen 60 000 das Rordufer des Flusses geräumt haben. Man rechnet damit, daß Sun Tschuan- fang das Rordufer besetzen wird, aber' trotz der Demoralisierung der Südtruppen werde erwartet, dah das liebersehen derRordtrup- p e n nicht so bald stattfinden wird, well alle Schiffe weggebracht worden sind.
Dem Schanghaier Korrespondenten des Amsterdamer „Allgemeen Handelsblad" zufolge macht man sich in Schanghai in der dortigen holländischen Kolonie wegen der Folgen ... .
der Riederlage der südchinesischen Truppen Woche der Neuyorker Bürgermeister Walker mit große Sorge. Dem Korrespondenten zufolge hat die dortige holländische Handelskammer bei der niederländischen Regierung um unverzügliche Entsendung eines holländischen Kriegsschiffes nach Schanghai zum Schuh der holländischen Untertanen und Inter-
Gemahlin und Freunden in Berlin eintreffen.
Automobilgeschäfte mit gefälschten Schecks.
In einer Autemobilhandlung am Kurfürftendarnm in Berlin wurde gestern der 28jährige Kaufmann August Hofer aus Rappoldskirchen in Niederöster- . reich festgenommen, der in Wien, Prag, Paris, ßon- essen ersucht. don und Brighton als angeblicher Vertreter einer
---------- Transite Maatschappij in Amsterdam Autos mit ge- Komuniften-Demonstralion fälschten Schecks und Wechseln an sich gebracht und
•M verschoben hat. Der elegant gekleidete Mann wußte
151 -Ovriiii. sich in Autohandlungen geschickt einzuführen. Er be-
Berlin, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach zahlte meistens mit gefälschten Schecks auf die Pa-
Schluß einer Funktionärversammlung der Korn- riser Filiale einer Neuyorker Bank. Am liebsten
munistischen Partei, die gestern abend im brachte er lombardierte Autos an sich. So hatte er
Herrenhause zum Protest gegen die Hinrichtung auch bei feiner Festnahme versucht, drei Autos, deren
Saccos und Vanzettis tagte, versuchten etwa Lagerscheine er sich verschafft hatte, mit falschen 600 Personen in die W i l h e l m st r a ß e einzudrin- Wechseln über 6000 und 12 000 Mark m seine Hände gen, um vor der amerikanischen Botschaft ju bringen.
zu demonstrieren. Als die Kommunisten versuchten, Unterschlagungen bei der Dresdener Reichsbankstelle, die Polizei kette zu durchbrechen, kam es zu Größere Unregelmäßigkeiten wurden beider einem Handgemenge, wobei mehrere Demon- Reichsbankftelle In Dresden aufgedeckt. Der [tränten verletzt wurden. Es wurden verschiedene Reichsbankkafsierer Max Schubert beging Verhaftungen vorgenommen. durch betrügerische Manipulationen seit längerer
(Enaliiche Studienreise Zeit Unterschlagungen, um seine von der 2n- flattonszeit her gewohnte luxuriöse Lebensweise ttQd) WCjtöCUIfCylunUe I fortzusehen. Rach und nach hat er insgesamt
fianalüberquerung mit dem Faltboot.
Am Donnerstag gelang es dem Direkter deS Braunschweiger städtischen Verkehrsvereins, Dr.
o
•ifi-y;
puoCrapicn
;SOV:
iTÖ^TlbTTDbV^P'bL^
o\ lOJ
Dqumy j;;
OH)


