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Referat. Die anschließende AuS-
35 Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
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(Fortsetzung folgt.)
Als er einige Minuten darauf mit seinem Bad fertig war, klingelte es heftig an seiner Korridortür.
Er lauschte: zuerst hört
Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München.
Da hatte Krag also die Erklärung dafür, waruir er so schwer und lange geschlafen hatte. Er verstan. jetzt auch, wie ausgezeichnet und bis in die geringste' Einzelheiten genau die kühne Band« ihre Pläi" entwarf.
, , , „ -orte er die erschrockene Stimme der Haushälterin und dann eine brum-
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BI. ® Tagen ke Sandgei Sand toiedt bl. Si Gtanbe vom noi) 143 it ertoerbsl Mgsmpfä 112 Mann t fonen.
51. ®i( .baulgrund" am Montag obstürzer litt der derart schw des Trans'- Der Tod b: mm Antei Monaten d Hal. und i dere Denin davon.
Kreis Alsfeld.
-er. Homberg a. d. Ohm. 19. Juli. Dieser Tage fand hier eine größere Hebung unserer Sanitätskolonne gemeinschaftlich mit der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Gießen, statt. Der Hebung lag folgende Annahme zugrunde: ein mit Ausflüglern besetzter Leiterwagen wird an einem Bahnübergang vom Zuge erfaßt: 15 bis 20 Personen sind schwer oder leicht verletzt, einige tot. Die Hebung verlief in allen Teilen befriedigend, die Maßnahmen der Sanitäter erwiesen sich als sachgemäß und zweckentsprechend. Die hiesige Kolonne stand unter Leitung des Kolonnenführers Strauch und des ausbildenden Arztes Dr. Luft. Die Gießener Freiwillige Sanitätskolonne wurde von den Ko- lvTrnenführern Kratz und Graulich geleitet.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
6 Wetzlar, 19. Juli. Wie schon kurz berichtet, fand gelegentlich der Kreistierschau im Finsterloh erstmalig eine Prämiierung von Zugleistungen der Rindvieh gespanne statt. Als Preisrichter fungierten Prof. Dr. K n e l l - Gießen, Direktor Hopp- Erndtebrück und Tierzuchtinspektor B i n k e r t - Bad Kreuznach. Es wurden folgende Gespanne ausgezeichnet: 1. Bullenklasse: Wilh. Schnorr und L. Däu- mer, Garbenheim, ein Gespann 1.Preis und ein Ehrenpreis: C. Müllich, Garbevheim, ein Gespann 2. Preis. 2. Kühe und Rinder: 1. Preis Fr. Will, Ahbach: 2a°Preis Wilhelm B e p l e r, Hörnsheim; 2b-Preis 3. Staudt, Raunheim: 2e°Preis K. Hinkel, Raunheim. Reben diesen Preisen erhielten sämtliche Preisträge Ehrenpreise, gestiftet von Firmen des Kreises Wetzlar.
8 K r v f d o r f, 19. Juli. Am 12. d. M. tagte hier die Bürgermeistereiversammlung Atzbach und am 15. d. M. in Wißmar die Bürgermeisterei-Versammlung Launsbach. Beide Bürgermeistereien mit ihren
fert, oh: zu erzählen.
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wünsche des Bezirksknegerverbandes Butzbach-Bad- Nauheim: schließlich übermittelte der 2. Bundes- vorsitzende der Kriegerkameradschaft Hassia, Medizinalrat Dr. Bogt (Butzbach) dem Jubeloerein einen goldenen Fahnennagel und forderte in markigen Worten zur Einigkeit und Kameradschaftlichkeit auf. Geschenke wurden weiterhin von den beiden Kriegervereinen Lang-Göns und Friedberg in Gestalt von Fahnennägeln, von den hiesigen Vereinen in Form von Bandeliers, überreicht. Ehrenurkunden erhielten der 88jährige Mitgründer Konrad Geißel sowie weiter« sechs Altveterane und Gründer des hiesigen Kriegeroereins.
Kreis Büdingen.
# 21 i ö i) a, 19. 3ull Auf Doscküuß des Deka°_ natstages ist für das Dekanat Ridda die Krankenpflege neu eingerichtet worden, welche während der Zeit der Geldentwertung aus Mangel an Mitteln eingegongen war. Mit Wirkung vom 15. d. M. ist als Dekanatskvanken- schwester die Schwester Elisabeth F e i k angestellt worden, die längere Zeit als Operationsschwestek' tätig war. Ihr Sih ist Ridda, doch steht sie bei schweren Krankheitsfällen, die eine geschulte. Pflege bedürfen, allen Dekanatsgemeinden zur Verfügung. Die Gebühren für die Pflege sind, um auch Minderbemittelten die Wohltat geordneter Krankenpflege zu ermöglichen, sehr genüg. Sie betragen für eine Tag- und Rachtwache nur 1- Mk., wozu für jede Rachtwache noch ein Zuschlag von 1,50 Mk. kommt.
Kreis Schotten.
ld.. S ch o t t e n , 19. Juli. Das Hagelwetter, das sich am Samstagmittag über dem zwischen Eichel und Ridda liegenden Höhenrücken entlud, hat weit größeren Schaden angerichtet, als sich zunächst Übersehen lieh. Betroffen sind die Gemariungen Breungeshain, Busenborn, Eschenrod, Wingershausen, Eichelsachsen und Eichelsdorf. Sommerfrucht, Hackfrüchte, Winterraps und Heuernte haben schwer gelitten. Ein großer Teil des Körnerertrages ist verloren. Dickwurz- und Kartoffelpflanzen sind ihrer Blätter beraubt und werden Mindererträge liefern. Der Winterra.ps, der in diesem Jahre ganz besonders geraten war, wurde zum großen Teile ausgeschlagen. Große Mengen Heu sind weggeschwemmt und noch nicht gemähtes Heugras an vielen Stellen verschlammt. Der Schaden, der in die Zehntausende geht, ist nur in ganz wenigen Fällen durch Versicherung gedeckt.
spräche ergab, daß die Einrichtung von Mädchen« fortbildungsschulen wohl begrüßt wird. Wenn trotzdem die Bürgermeistereiversammlung von Atzbach ihre Einführung ablehnte, so waren dafür die hohen Kosten maßgebend, die diese Schule» im Gefolge haben und die nach der Auffassung der Dürgermeistereiversammlung von den Bürger- meistereien und Gemeinden nicht getragen werden formen. In der Bürgermeistereiversammlung von Launsbach indessen bedauerte man lebhaft die 2L- lehnung der Vorlage durch die Bürgermeisterei' Versammlung Ahbach und vertagte die Sache, um durch persönliche Fühlungnahme mit den Mitgliedern der Bürgermeisterei Atzbach zu versuchen, die Pläne zur Verwirklichung zu bringen. - Punkte 8 betraf die Beratung und Fest- stellung des Haushaltsplanes der Dürgermeistereiverbände für 19 21 Der Etat von Atzbach wurde schließlich auf 50 725 Mark, und der Etat von Launsbach auf 21 800Mk. festgestellt. — Punkt9 hatte die AS. nähme der Bürgermeistereirechnungen von 19 2 2 bi s 1 92 5 zum Gegenstände Der Vorsitzende trug die Abschlüsse der Rechnungen vor, erläutert sie und begründete die entstandenen Reste. In Abwesenheit des Vov sitzenden wurden sodann die Rechnungen abge- nbmmen. — Die Dürgermeistereiversammlung voi Launsbach hatte sich sodann noch mit der endgültigen Besetzung derPolizei-Betriebs- A s s i st e n t e n st e l l e zu befassen In geheim« Abstimmung wurde der seit Jahresfrist auf Prob« tätige Pol.-Detr.-Ass. Rüger endgültig gewählt Die Versammlung war zugleich damit einverstanden, daß Rüger im Wege der Beförderung zum Polizei-Assistenten ernannt und nach Gruppe V besoldet wird. — Die von den Düraermev stereiversammlungen beschlossene V i e haus- st e l l u n g tonnte im verflossenen Jahn nicht ftattfinben, weil das Auftreten da Maul- und Klauenseuche sie verhinderte: in diesem Jahre fand das Ochsenfest it Wetzlar statt: es soll aber im nächsten Jahr d:< Ausstellung stattfinden. Dafür ist Wißmar ir Aussicht genommen! — Die meisten Gemeind« buben sich dahin ausgesprochen, daß die Bullenhaltung in den Händen der Gemeinde^ verbleibt. Es soll deshalb der Gedanke der Heber-I nähme der Dullenhaltung auf die Dürgerm«-! stereiverbände, die im Interesse des besseren Auö-I tausches der Bufllen und der Kostenverminderunst das richtige gewesen wäre, unterbleiben — De: Vorsitzende gab Kenntnis von einer Besichtigung der durch die Rheinische Wohnungsfürsorge-Ge- sellschaft finanzierten Bauten durch Vertreter da Gesellschaft. Er wies dabei darauf hin, daß in Herbst Bauberatungstage für die Dau- lustigen des Jahres 1928 abgehalten würden, im
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Oberhessen.
Landkreis Gießen.
ch Kl«in-Linden, 19.Juli. Die Dolksschule von Allendorf (Lahn) und die hiesige Volksschule trafen sich heute auf dem hiesigen Sportplatz mim Austrag der von dem Landesamt für das Dildungswesen für Hessen angeordnetenR eichs- jugendwettkämpstz. In der Oberstufe (7. und 8. Schuljahr) traten 31 Knaben zu einem Fünfkampf an. Dieser setzte sich zusammen aus einer Pflichtübung am Barren und Reck, bei der je 20 Punkte erzielt werden konnten. Ferner waren an volkstümlichen Hebungen vorgeschrieben: Weitsprung 2 b is 4 Meter, Ballwurf 30 bis 50 Meter und 100-Meter-Laus 19 bis 15 Sekunden. Für die volkstümlichen Hebungen wurden Heberpunkte gewährt. 14 Teilnehmer erreichten die zu einem Siege nötige Punktzahl von 67 Punkten. Als die fünf ersten Sieger gingen aus dem Kampf hervor: 1. Preis Ludwig Ulm (Allendorf a. d. Lahn) 101 Punkte: 2. Preis Wilhelm Müller (Klein-Linden) 94 Punkte: 3. Preis Erwin Watz (Klein-Linden) 92 Punkte: 4. Preis Hans Becker und Wilhelm Jung (beide von Klein-Linden) je 89 Punkte: 5. Preis Heinrich Rau mann (Klein-Linden) 87 Punkte. In der Unterstufe (6. Schuljahr abwärts) wurde ein volkstümlicher Dreikampf ausgetragen, bestehend aus Weitsprung 1,80 bis 3,80 Meter, Ballwurf 20 bis 40 Meter und 75-Meter-Lauf 16 bis 12 Sekunden. Von 49 Schülern, die in der Unterstufe turnten, erreichten 13 die Punktzahl, die zu einem Siege berechtigte. Die fünf ersten Sieger sind: 1. Preis Heinrich Reuschling (Klein-Linden) mit 60 Punkten: 2. Preis Hans Lenz (Klein-Linden) mit 56 Punkten: 3. Preis Karl Wagner und Wilhelm Gärtner (Klein-Linden) mit je 53 Punkten: 4. Preis Friedrich Jung (Klein-Linden) mit 50 Punkten: 5. Preis Emil Luh (Klein-Linden) mit 49 Punkten. Es wurde zum Schlüsse noch eine 6xl00-Meter-Staffel gelaufen, zu der die Schüler von Klein-Linden 97 Sekunden und die Schüler von Allendorf a. d. Lahn 105 Sekunden benötigten.
:: Utphe. 19. Juli. Hier wurde am Samstag und Sonntag das diesjährige Gauturnfest des Gaues Wetterau (Allgem. Deutscher Turnerbund) abgehalten. Das eine sei vorweg- genommen: wenn seinerzeit vereinzelt Bedenken bestanden hatten, das Gaufest in eine kleinere ländliche Gemeinde zu verlegen, so mußten diese durch den glanzvollen Verlauf des Festes widerlegt werden. Zumal die Hauptbedenken, ob man die Wetturner und Kampfrichter unterbringen könne, wurde durch die überaus gastfreundliche Gesinnung der Bevölkerung zerstreut, die es ermöglichte, fast sämtliche Turner in Dürgerquar- tieren unterzubringen. Den Anstatt des Festes bildete eine eindrucksvolle Feier am Gefallenendenkmal, wobei Pfarrer Webe« von Trais-Horloff eine Ansprache hielt. Eins Abordnung des Turnvereins „ Frischauf" legte am Grabe der verstorbenen Turner Kränze nieder. Anschlleßend fand ein Hmzug durch die Dvrs- strahen statt, wonach auf dem Festplah die Begrüßung bet Gauleitung und der Wettumer durch Lehret Arnold erfolgte. Dann begann die Austragung der Gaumeisterschaften an den Geräten. Dabei konnten besonders am Reck wirkliche Glanzleistungen beobachtet werden. Am Sonntag früh begann um 6 Hhr das Wetturnen, ba£ sich bis etwa Mittag hinzog. Hm die Mittagszeit setzte ein ungeahnter Zustrom von Fremden ein. Auch die Vereine erschienen zum Teil in größerer Stärke als gemeldet. Sie wurden durch Bürgermeister Dietz und den Ortsvorstand empfangen. Mittags bewegte sich ein glanzvoller Festzug: durch das Dorf zum Festplatz. Hier hielt der Vorsitzende des Turnvereins Htphe, Lehrer Arnold, die Festrede. Alsdann weihte Pfarrer Weber die neue Fahne des Turnvereins Htphe, worauf Bürgermeister Dietz eine von bet Gemeinde gestiftete Doppelschleife überreichte. Der Gauvvrsihende Dietz-Friedberg banfte für die Vorbereitungen des Vereins und der Gemeinde Htphe. Bald setzte ein festlich-frohes Treiben ein, begünstigt vom herrlichsten Sommerwetter. Auch wurden Keulenübungen und Vollstänze durch Turnerinnen vorgeführt. Am Montag fand für die näheren Rachbardörfer und die einheimische Bevölkerung noch einmal Vollsfest statt. Alles in allem kann der Gau Wetterau wie auch unser Dorf auf ein glanzend verlaufenes Gaufest zurückblicken.
, , _ ihm nachgelauh
und rief, «r habe verkehrte Waren bekommen. D' Mann bat, den Korb untersuchen zu dürfen, wob« er sich als Gehilfen des Kaufmanns ausgab. De'I Korb wurde untersucht und die War« nachgezMIi Nein, es sei doch richtig, sagt« der Ladengehilfe bart und bat um Entschuldigung. Der Bursch« hatte nichts Besonderes bei der Sache gedacht, sondern tao' ch Hause gegangen und hatte die Waren abgclie rt, ohne der Wirtschafterin etwas von dem Dorsal
Krag ließ den Burschen kommen, der die Ware» geholt hatte. Er erzählte eine sonderbar« Geschich» Als der Kaufmann ihm die Waren ausgeliefek hatte und er auf dem Wege zu Krags Wohin»? war, kam ein barhäuptiger Mann ihm nachgelaufS
11 Gemeinden werden bekanntlich feit vielen ren in Personalunion verwaltet und besitzen fjier ihre gemeinsame Verwaltung. Die umsangreiche Tagesordnung wies für beide Bürgermeisterei. Versammlungen ungefähr die gleichen, z. T. seh^ wichtigen Gegenstände auf. Zu Punkt 1 handelt, es sich um den Beitritt z u dem neuen! Kassenprüfungsverbande, den der Dr, I zirkstag Koblenz des Preußischen ßaubgemein\, | tages-West für seine Mitgliedsgemeinben eing?. ] richtet hat. Die beiden Bürgermeistereiversamm-1 lungen lehnten den Beitritt zu dem Verbandel ab. — Ein weiterer Punkt betraf die Vertei.I lung der Bürgermeistereila st enaull die einzelnen Gemeinden. Beide Bürger.! meist ereiversammlungen beschlossen nunmehr, ez! vorläufig bei dem bisherigen Verfahren bewenbe»D zu lassen. — Der Vornahme von B a u a r b e i'.l ten am Cbürgermeiftereibienftge.l bäube stimmten beide Bürgermeistereiversamm. lungen zu. — Ferner hat der Kreislehrerrat di? Einführung der Schulzahnpflege durch die einzelnen Bürgermeistereien drs Kreises angeregt. Heber die Zweckmäßigkeit der ZahnbchanL. lung der Kinder waren sich die Versammlunge!i einig. Während indessen die Dürgermeistereiver. sammlung von Atzbach die Einführung der Schul, zahnpflege aus finanziellen Gründen ablehnte, beschloß die Bürgermeistereiversammlung 2aur& bach, den Vorschlägen des Vorsitzenden zu folgen und alljährlich drei Jahrgänge der Kinder zahn- technisch behandeln zu lassen. — Mit der Einnih. rung einer Bier st euer konnten sich beide Der-
„Und die anderen?" fragte Krag. „Sind die auch geflohen?"
„Nein," entgegnete der Kriminalbeamte, „der rothaarig« Kellner und Thollon sind noch da."
„Aber wie ist denn der Italiener geflüchtet?"
„Er hat die Zellentür geöffnet."
Krag lächelte.
„Kann man denn die Zellentür von innen öffnen?" fragte er.
"Nein, das ganze ist ein Rätsel. Aber die Tür ist geöffnet worden, bas steht fest."
„Gesprengt?"
„Nein, es ist keine Spur von Gewalt zu sehen. Die Tür ist einfach aufgemacht worden, das ist das ganze. Ja, es hort sich sonderbar an; aber was ich sage, ist Msächlich wahr."
„Wann ist es geschehen?"
-Es muß nach der zweiten Runde geschehen fein, um halb vier Uhr diese Nacht."
Krag lächelt wieder. „Mit der Tür mag's bim gehen," sagt« er, „aber wie ist der Mann bann weiter durch den Gefängniskorridor gekommen, die Treppen hinunter und zum Haustor hinaus?"
„Das wissen wir eben nicht. Es hat sich nicht die geringste Spur entdecken lassen. Gesehen und gehört hat ihn niemand. Die Untersuchung ist im Gange, man wartet auf Sie."
Krag dachte einen Augenblick nach. Dann sagte er: „Sie entrinnen sich des Verhörs, dem der Italiener unterworfen wurde, nicht wahr?"
,,Ja.
„Enffinnen Sie sich auch seiner Drohungen?"
Der Kriminalbeamte blickte Krag fest ins Auge: „Wenigstens einer davon."
„Worauf lief die hinaus?"
„Er werde binnen drei Tagen auf freiem Fuße lern.
"■R$e ®ro^unS er also wahrgemacht. Und ferner?
„Ferner drohte er, sobald er auf freiem Fuß sein werde, wolle er einen Diebstahl bei Ihnen ausführen."
„Ganz recht. Und was wollte er stehlen?"
„Ihren Ordensstern."
„Nichttg. Erinnern Sie sich, wo der Orden liegen (elfte?"
Kreis Friedberg.
WER. Bab-Rauheim, 19. Juli. Der hessische Staatspräsibent Hlrich, der fett länger als drei Jahrzehnten die heilkräfttgen Quellen Bab-Rauheims aufsucht, ist wieber zu mehrwöchigem Kuraufenthalt hier eingetroffen unb hat, wie in früheren Jahren, in der Villa Hubertus in der Goethestrahe Wohnung genommen.
4 Bab-Rauheim, 19. Juli. Der Stadtverordnetenversammlung sollte heute der Beschluß vorgelegt werden, 1000 Mk. für die Wetter- geschä digten im Erzgebirge zu bewilligen. Mit Rücksicht darauf, daß nun auch die Bevölkerung Rheinhessens stark unter Wetterschäden gelitten hat, wurde di« vorgesehene Summe geteilt, d. h. für Sachsen und f ü r unsere rheinhessischen Landsleute wurden je 500 Mk. als einstweilige Zuwendung der Stadt bestimmt.
B u h b a ch , 19. Juli. In den letzten Tagen gingen eine ganze Anzahl schwer e^Gewitter über unserer Stabt und der Umgebung nieder. An verschiedenen Stellen schlug der Blitz in die Hochspannungsleitungen ein, ohne diese zu beschädigen. Das in der Gemarkung Griedel liegende, der Stadt Butzbach gehörende Wasserhäuschen geriet durch einen Blitzstrahl in Brand. Der Dachstuhl brannte vollständig ab. Der städtische Rohr- meister Schmidt war gerade dort beschäftigt, als der Blitz einschlug. Durch die Einwirkungen des Blitzes blieb er einige Zeit bewußtlos, ohne jedoch sonstigen körperlichen Schaden zu erleiden. — In den benachbarten Taunuswäldern ist gegenwärtig die Heidelbeerernle in vollem Gange. In großen Scharen sammeln Kinder unb Erwachsene, die oft stundenweit aus entfernt gelegenen Dörfern gekommen sind, die durch die feuchte Witterung tadellos entwickelten Beeren. Die Sträucher sind reich behangen, so daß die Sammler meist mit gefüllten Gefäßen heimkehren können.
L Dorheim, 19. Juli. Am Sonntag fand hier das 5. Bundesfest des Wetterau- Sängerbundes, verbunden mit dem Wertungssingen anläßlich des 80jährigen Jubiläums des Gesang-Vereins „Ger mania",Dvr- heim, statt. Dem Feste ging am Samstag eine Gedenkfeier für die Gefallenen auf dem Fried- Hofe voraus, in der Prof. Keller (Friedberg) die Gedächtnisrede hielt. Rach dem Festzuge am Abend wurden einer größeren Anzahl von Ver- einsmitgliedern Ehrenurkunden überreicht: ferner wurde der seitherige Dirigent, Lehrer Haber, der den Verein 25 Jahre geleitet, zum Ehren- Dirigenten ernannt. Gesangliche, musikalische und turnerische Darbietungen wechselten in rascher Folge. Am Fesffonntag begann um 9 Hhr in zwei Sälen das Wertungssingen, an dem sich 20 Vereine beteiligten, und das ein beredtes Zeugnis ablegte von fleißiger Arbeit und zielsicherer Führung. Die Chöre, die von Studienrat Kuhn (Friedberg) unb Kantor Samper (Darmstadt) gewertet wurden, standen alle auf beachtenswerter Höhe. Bei der dem Wertungs- fingen folgenden Kritik wurde betont, daß die Leistungen sämtlicher Vereine mindestens mit der Rote „Gut" zu bewerten seien. Am Rach- mittag bewegte sich ein imposanter Festzug durch die schon geschmückten Dorfstr aßen, an dem rund 35 Vereine teilnahmen. Auf dem Festplatz hiell der Dundesvorsitzende, Lehrer Schenk (Melbach) die Festrede, die er in ein Hoch auf das deutsche Lied ausllingen ließ. KreisdirettorGebhard (Friedberg) überreichte dem feftgebenben Verein die Iubelgabe der Hessischen Regierung in Gestalt einer Silcher-Liedersammlung.
# Langenhain-Ziegenberg, 19. Juli. Das Kricgerfest des Hassiabezirks B utz bach-Bad-Nau heim, mit dem zugleich die 5yjährige Jubiläumsfeier des hiesigen Kriegervereins verbunden war, wurde hier am Fuße des so reizend gelegenen Schlosses abgehalten. Eingeleitet wurde das Fest durch gemeinsamen Kirchgang des Vereins und Kranzniederlegungen an den Gräbern der verstorbenen Gründer auf dem Friedhof, sowie an den beiden Kriegerdenkmälern. Der Orisgeisiliche wußte in seiner tiefempfundenen Rede für den Tag die entsprechenden Worte zu finden. Am Nachmittage bewegte sich ein stattlicher Festzug, an dem sich etwa dreißig Kriegervereine des Bezirks beteiligten, durch unser schmuckes Doppeldorf. Eine kernige Ansprache und Festrede hielt der 2. Vorsitzende des Vereins; alsdann überbrachte der Bezirksvertreter, Strafanstaltsdirektor Stumpf (Butzbach) die Glück-
rnende Männerstimme, die er zu kennen glaubte.
Er konnte nicht verstehen, was gesprochen wurde, aber er meinte, daß vom Telephon die Rede war.
Einen Augenblick später stand der Besucher selbst in seinem Zimmer.
Es mar ein Kriminalschutzmann. Er wollte soeben atemlos Bericht erstatten, als Kraq ihn daran hinderte.
Krag hatte sofort erkannt, daß nun endlich das geschehen war, worauf er die ganze Zeit gewartet hatte.
„Bevor Sie beginnen," sagte Krag, „muß ich wissen, warum Sie persönlich kommen, warum Sie nicht telephoniert haben."
„Ihr Telephon antwortet nicht," erklärte der Beamte: „die Leitung muß unterbrochen sein."
„Gut", jagte Stag. „Dann rücken Sie heraus mit bem, was Sie auf dem Herzen haben! Ist ein neues rätselhaftes Verbrechen passiert, oder hat sich etwas anderes Fürchterliches ereignet?"
„3a/ erwiderte der Schutzmann ernst, „es hat sich etwas Fürchterliches ereignet."
Srag stutzte über den fast tragischen Gesichtsausdruck des andern und fraat« erschrocken: „Es handelt sich doch wohl nicht um Leben oder Tod?"
„Nein."
„Was ist cs also?"
. Italiener," sagte der Kriminalschutzmann, »her Italiener ist heute nacht geflohen."
Asbjörn Krag blieb steif und stist stehen. Die unglaublich klingende Nachricht traf ihn wie ein Geschoß.
Er sah den Mann an, und in seinem Gesicht mußte eine Frage liegen, denn jener wiederholt« stotternd: „Es ist wahr. Er ist geflohen."
fammlungcn nicht befreunden unb lehnten sie einst, weilig ab. — Z u Punkt 7 der Tagesordnung, „Errichtung von M ä b che ns ort bil- b u na s schu l e n", erstattete bet Vorsitzende ein
Boses. Im Grunde war es eine liebenswürdige Gesellschaft, und Krag mußte hier vor der Schublad wieder einräumen, daß es eine Bande mit Humoi war. Einige der Mitglieder wagten offenbar alles für einen guten Witz.
Aber jetzt fiel Krag ein, wie wunderbar es boä war, daß er während des Besuches nicht wach geworden sei. Er hatte sonst einen so leisen Schlcr War ihm darum der Kopf heute so schwer? Er spürv ein seltsames Murren in den Ohren, das barair deuten konnte, daß sein Nervensystem nicht in Ort mng war.
Er klingelte seiner Wirtschafterin unb ließ von ih> eitvas Milch und Abendbrot von gestern hereinbringen.
Eiir« schnelle Untersuchung im Laboratorium er gab, daß Feinem Dtobedjtigen Stoß' in der Mil§ waren, daß aber bas Salz Verm^verhältnismäßig großer Meng« enthielt.
Nun verstand er das ganze. Irgendein gehemm's- voller Besucher hatte ihm ein Schlaspuloer zu verabfolgen gewußt.
Die Wirtschafterin erzählte ihm, sie hab« gerat» am gestrigen Tage Speiftsalz holen lassen, und zwei zusammen mit anderen Waren in dem benachbarter Kolonialwarenladen, wo sie immer kaufte.
„In Ihrem Schreibtisch, in der linken Schublade." Krag nickte.
„Das ist alles richtig", sagte er. „Glauben Sie nun, daß der Mann auch diese Drohung verwirklicht bat?"
„Das halte ich für unmöglich."
Asbjörn Krag griff sich an den Kopf.
„Sind Sie krank?" fragte der Kriminalschuhmann. „Sie sind ungewöhnlich blaß."
„Sie Haden vielleicht recht", erwiderte Krag. „Dex'l Kopf ist mir so schwer. Ich habe heute nacht me$r geschlafen, als mir gut ist. Ich bin erst um acnt\ aufgewacht."
„Ihre Hände zittern."
Krag streckt« die Hände aus. Ditz Fingerspitzen bewegten sich hin und her.
„Seltsam," sagte der Detekttv, „mir ist, als ob ich Morphium genommen hätte. Und dabei habe ich seit einem Monat kein Morphium angerührt."
Dann gi. er an den Schreibtisch. Er winkte dem Beamten. „Kommen Sie her", bat er.
Krag rasselte mit seinen Schlüsseln. Endlich fand er den richtigen unb steckte ihn ins Schloß.
„Dies ist die linke Schublade", sagte er. „Ich mochte Ihnen nur mitteilen, bevor ich sie aufmache, daß der Ordensstern gestern nachmittag an seinem Platz mar."
Er öffnete. Der Ordensstern war fort.
Wie gelähmt standen di« beiden Männer vor dem Schreibtisch. Es mar kein Zweifel möglich. Der verwegene Taschendieb hatte seine Drohung wahr- gemacht, und sein Unternehmen mar gelungen.
Er mar aus der Hast entflohen, hatte Krag in der Nacht einen Besuch abgestattet und ihm den Orden gestohlen.
Krag bebte an allen Gliedern. Er mußte immer wieder daran denken, daß der Dieb vor einigen Stunden, während er selbst schlief, ihm so nah« gewesen mar, daß er ihn hätte anrühren können, indem er die Hand ausstreckte.
Krag war in Lebensgefahr gewesen.
Und doch hatte der Vettirecher die Gelegenheit nicht benutzt. Das war ein Beitrag zur Charakteristik dieser merkwürdigen Verbrecheroande: ihre große Freundlichkeit gegenüber den Menschen. Diese Leute raubten gerne, neckten und drohten, taten aber nichts


