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vorgesehenen Strafen für Art bestimmen für Europäer für die Dauer von nicht mehr und für Eingeborene Verbau- bestiinmten Ort in Samoa für
Die in der Akte Vergehen dieser Verbannung cld fünf Jahren r.''.'g nach einem nicht mehr als
Der verstorbene König Ferdinand war ein Reffe des ersten Königs von Rumänien Karl von Hohenzrilern, dem aus seiner Ehe mit Carmen Shlva keine Söhne entsprossen waren, Ferdinand war als Sohn des Fürsten Leopold von Hohenzollern 1855 geboren, war Offizier
gerechter und tüchtiger Mann bekannt. Neun Zehntel des großen Fortschrittes von Samoa fei seinen Bemühungen zu verdanken. Was auch immer geschehe, seine Autorität dürfe nicht geschwächt werden. Er fügte hinzu, die Deportationen seien dringend notwendig gewesen. Der Ernst der Lage sei zugegeben, aber die Regierung beobachte sie aufmerksam. 7- Ts ist kaum anzune,)men. dast mit derartigen Mitteln die begreifliche Erregung unter Bevölkerung Samoas beschwichtigt wird.
Var Mandatsregime aus Samoa.
London, 19. Juli. (Wolff.) 2m Zusammenhang mit den schon gemeldeten Verhaftungen auf Samoa berichtet die „Morning Post" aus Auckland (Reu-Seeland): Der von einer Reise nach Samoa zurückgekehrte vormalige Premierminister von Reu-Süd-Wales, Carruthers, erklärte: Die Handlungsweise des Verwalters von Samoa, der zwei weitere eingeborene Häuptlinge verhaften liest, hat nahezu eine bewaffnete Revolte herbeigeführt. Zum Glück waren die Häuptlinge imstande, das Volk zu beruhigen. Carruthers verurteilt energisch das Vorgehen der Verwaltung, die Leute ins Gefängnis stecke, ohne ihnen die MöglichLeit einer Gerichtsverhandlung zu geben. Die mastgebenden S.cllen sollten diese Fehler schleunigst wieder g u t m a ch e n. Sonst könnte leicht eine Lage entstehen, die den Kredit des britischen Reiches in den Asugen des Völkerbundes in Mitleidenschaft zieht. Dre Regierung von Reuseeland, der die Mandatsverwaltung Samoas untersteht, scheint anderer Meinung zu sein: sie hat im Repräsentantenhaus in Wellington eine Vorlage eingebracht, durch die die Samoa- Akte von 1927 abgeändert werden soll. Der Administrator soll weitergehende Befugnisse den Personen gegenüber erhalten, die die Durchführung der Aufgaben und Pflichten der neuseeländischen Regierung unter den Be- stimnmngen der Völkerbundsmandate behindern.
zwei Fahre. Premierminister
C 0 a t e s erklärte, der Administrator sei als
das nur 110 läge zu ver- den lausenden sonderlich
Juni dieses Jahres hat für ganz Deutschland über 50 Proz. mehr Regen gebracht als bas Durchschnittsquantum des letzten halben Jahrhunderts. Das niederschlagreichste Gebiet im Juni ist Westfalen gewesen, wo die Regenmenge nicht weniger als 193 Proz. der normalen Menge betragen hat. Dann folgen Berlin mit 160 Proz., Hannover mit 158 Proz. und Hamburg mit 128 Proz. Günstiger lauten die Zahlen aus Süddeutschs ' '
günstig, da bisher allein schon 20 Proz. über den Durchschnitt an Regen niedergegangen ist.
Ein Veteran des Films.
3n München ist der Generaldirektor Paul Davidson an einem Herzschlag gestorben. Mit ihm ist einer der Wegbereiter des deutschen Filins aus dem Leben geschieden. Die ersten deutschen Filmgesellschaften gehen aus seine Gründung zurück. An dem ungeahnten Aufschwung der deutschen Filmindustrie hatte er einen grosten Anteil, da er mit den ersten Grundstein für tne H f a legte. In den zwanzig Iah-reu seiner Filmtätigkeit hat Davidson nicht weniger als 218 Filme her ausgebracht, unter denen die größten deutschen Erfolgfilme, z. B. Carmen, Dubarry, Der Golem und viele andere zu nennen sind. Davidson ist es ferner gewesen, dem viele heutige Filmgrösten ihren Ausstieg verdanken. So entdeckte er die Pola Regei. Ernst Lubitfch und Emil Jannings für den Film. Auch viele andere, heute große Filmstare, erlangten unter seiner Führung Ruhm und Ansehen.
Steigender Ausländerbesuch in Deutschland.
Die im Laufe der letzten' Wochen aus einer Reihe großer deutscher Kur- und Badeorte und Städten eintrefsenden Nachrichten bestätigen die Erwartungen, die man für die diesjährige Sommersaison hinsichtlich der Steigerung des Auslandbesuches hegte. Fast überall hat sich die Zahl der Auslandsbesucher — namentlich der A m e r ik a ne r — gegen das Vorjahr bedeutend gehoben. In vielen deutschen Badeorten ist die Zahl der Amerikaner im Vergleich zum Vorjahre auf das 2,5fache gestiegen. Dast auch die Engländer wieder mehr als bisher Reisen nach Deutschland unternehmen, beweist das Ansteigen der Zahl der z. B. in London für die Einreise nach Deutschland erteilten Sichtvermerke. 1 Dieses zunehmende Interesse an Deutschlandreisen dürfte in England hauptsächlich auf die intensivere Werbearbeit zurückzusühren sein, für deren Durchführung im vergangenen Jahre ein eigenes Bureau von der Deutschen Reichsbahngesellschaft errichtet wurde. Die Zahl der von der Londoner deutschen Botschaft erteilten Sichtvermerke für die Einreise nach Deutschland ist bisher um rund 14 Prozent höher gewesen als in der gleichen Zeit des Vorjahres.
Tagung des Westdeutschen Schulgeographenlages.
Der Westdeutsche Schulgeographentag wurde unter zahlreicher Beteiligung aus dem Rheinland, aus Westfalen, der Pfalz und ausHessen in Koblenz abgehalten. Im Mittelpunkt der Tagung standen verschiedene Dorträge über schulgeographische Fragen, in denen betont wurde, dast grundlegende Heimatkenntnis dringende Erfordernis des Unterrichts sei.
Ermordung und Beraubung eines deutschen Kapitäns in Finnland.
Als Zollbeamte das in der letzten Woche bei E n s l a e r vor Rystadt vor Anker gegangene deutsche Segelschiff „Ingeborg" aus Swine- münde revidierten, fanden sie den Kapitän des Schiffes, Schütz, ermordet auf. Die Polizei wurde alarmiert und stellte fest, dast der zu der Besatzung des Schiffes gehörige finnische Matrose Galminen am Tage vorher nach Ry- stabt gefahren und von dort aus wieder ab- gereist war. Salminen wurde bald darauf ermittelt und in der Nähe der Stadt Björneborg verhaftet. Die Besatzung der „Ingeborg" bestand nur aus Schütz, Salminen und noch einem anderen Matrosen. Dieser befand sich während des Mordes nicht an Bord der „Ingeborg". ©al» ininen hat, wie festgestellt wurde, die Schis fs- lasse mit einem Betrage von 163 000 Mk. g e ° stöhlen. Von der Spr.tladung der „Ingeborg", die im ganzen 125 000 Liter betrug, waren an Dord des Schiffes nur noch 180 Liter vorhanden. Die „Ingeborg" wurde nunmehr nach Abo gebracht.
Raubmord.
In dem Dorfe D u g k bei Storkow in der Mark wurde di' 60 Jahre alte Frau des Ge° I meindevorstehers von unbekannten Tätern et« I mordet Etwa 500 Mk.. di: der Gemeindevorsteher kürzli b für den Verkauf einer Kuh • erhalten bat'e, fielen den Tätern in die Hände.
griffen war. kam gegen 9 IHjr abends nach Bingen. Kurz vor Kempten, wo die Straße am Steinbruch eine Krümmung macht, kam dem mit etwa 40 Kilometer Geschwindigkeit fahrenden Wagen ein in schnellem Tempo fahrendes Motorrad, auf dem ein englischer Offizier namens Martin saß, entgegen. Das Motorrad fuhr auf das linke Vorderrad des Wagens auf und klemmte sich zwischen Vorderrad und Motorhaube ein. Dem Motorradfahrer wurde ein Bein weggerissen und er selbst 10 bis 15 Meter weit in einen Graben geschleudert. Bei seiner Auffindung gab er noch schwache Lebenszeichen von sich, starb aber bald nachher. Das Auto, das durch den Anprall die Steuerfähigkeit verloren hatte, durchbrach das Strahengeländer und fiel auf das Gleis der Eisenbahnstrecke nach Mainz, auf dem es noch zehn Meter weiterfuhr, ohne weiteren Schaden zu nehmen. Der Autolenker hat nur geringfügige Verletzungen erlitten.
Der „Hessen" Dank an Danzig.
Der Kommandant des Linienschiffes „Hes- s e n“ hat an den deutscher Generalkonsul in Danzig ein Telegramm gesandt, in dem es u. a. heißt: „Ich bitte Sie, Herr Generalkonsul, der Mittler unserer Dankbarkeit zu sein und dem Herrn P r ä-- sidenten des Senats, den Regierungsstellen und allen Kreisen der Bevölkerung, die uns mit offenen Armen entgegenkamen, den Dank für die in unvergeßlicher und schönster Eintracht verbrachten und vom deutschen Geist getragenen Tage, sowie für die überreichliche Gastlichkeit und den erhebenden Verlauf aller Festlichkeiten zu übermitteln. Die Herzen schlugen in wärmster Liebe zum deutschen Volkstum unD wissen sich eins in dem Gedanken: Auf Wiedersehen!".
Ministerpräsident Braun Ehrendoktor der Kölner Universität.
Die Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Köln verlieh dem preußischen Ministerpräsidenten Braun die Würde eines Doktors der Staatswifsenschaften ehrenhalber.
Wichtige Römerfunde in Hannover.
In Haltern bei Hannover fanden spielende Kinder in einer Baugrube Reste aus der Römerzeit. hinzugerufene Wissenschaftler miesen aus den Funden ein von Brutus im Jahre 12 v. Chr. an dem damaligen Laufe der Lippe errichtetes b e - feftigtes Lager nach. Cs handelt sich dabei um eines jener Kastelle, in die die römischen Truppen jeden Abend zum Schutze gegen UeberfäUe gebracht wurden. Allerlei Funde von Waffen und Gebrauchsgegenständen geben in Gemeinschaft mit den auf Grund der Fundamente versuchten Rekonstruktionen der Befestigungs- und Unterkunftsbauten ein anschauliches Bild von dem Umfang der Baulichkeiten. In Haltern ließen sich drei verschiedene Lager scftsteUen, von denen das größte einen Raum von 35 ha umfaßt. Bei quabratijd^r Form hat es eine Seitenlange von 600 Meter, war von einem, später von zwei Spitzgräben von je drei Meter Tiefe und Breite umgeben, die schließlich mit einem Wall aus Erdplatten mit vier turmbewohnten Toren abgeschlossen wurden. Dazu kam noch ein Anlegeplatz. für die römischen Frachtschiffe mit einem UferfafteU, ein Lazarett und ein Magazin. In dem Lager konnten zwei Legionen (eine Legion = 6000 bis 8000 Mann) untergebracht werden.
Seit 50 Jahren der niederschlagreichste Sommer.
Die statistischen Zu ar.;,,-...■ .eliungen über die Riederschlagsmengen der ergangenen 50 Jahrs haben ergeben, daß der jetzige Sommer in seinem bisherigen Verlaus als der niederschlagsreichste der letzten 50 Jahre anzusehen ist. Der Monat
von Rumänien f.
Oer preußischen Garde und wurde 1839 durch Parlamentsbeschluh zum Prinzen von Rumänien ernannt. Vier Jahr« später heiratete er die Prinzessin Maria von Großbritannien und Irland die älteste Tochter des Herzogs Alfred von Sachsen-Koburg und Gotha, der selbst einer der jüngeren Söhne der Königin Viktoria von England war. Die Mutter der Prinzessin Maria war eine Großfürstin von Rußland. Diese verwandtschaftlichen Beziehungen sind deshalb von Bedeutung, weil die spätere Königin Maria, die schönste Frau auf einem Throne, m der Vorkriegspolitik und während des Weltkrieges die erbittert ftc Gegnerin des Bündnisvertrages war derRumänien müDcutschland undOesterreich verband. Rach dem Tode König Carols im Oktober 1914 bestieg Ferdinand den Thron Dem Wirken der Königin Maria und Der ihr damals poltisch nahestehenden liberalen Partei unter der Führung Bratianus und Take Ioneskus gelang es, das rumänische Volk in den Krieg gegen die Mittelmächte zu stürzen. Im August 1916 erklärte Ferdinand an Oesterreich-Ungarn den Krieg. Doch m schnellem Ansturm warfen die verbündeten Armeen unter der Führung Falkenhayns und Mackensens Rumänien zu Boden. Schon im Mai 1917 wurde der Friede von Bukarest geschlossen, über dessen Vorgeschichte wir vor wenigen Tagen interessante Berichte des damaligen österreichischen Außen- ininisters, Grafen Czernin, veröffentlichten. Der Zusammenbruch der Mittelmächte im Herbst 1918 und die Pariser Friedensverträge brachten Rumänien unverdientermaßen eine ungeheure Vergrößerung seines Besitzstandes durch die Angliederung Siebenbürgens, der Bukowina und Bessarabiens. Im Jahre 1922 fand dieser Erfolg auch seine äußerliche Dokumentierung durch die feierliche Krönung Ferdinands zum König des neuen Groß-Rumänken. Diel Glück hat dem König die neue Krone nicht gebracht. Er selbst verfiel bald in schweres Siechtum, sein ältester Sohn, der Kronprinz Carol, der nach einer Lösung seiner strebte, verzichtete auf den Thron und verließ Rumänien, die Königin Maria spielte auch weiter eine verhängnisvolle Rolle in den innerpolitvschen Wirren, unter denen das Land neben einer schweren Wirtschaftskrisis litt.
□ebene Gelegenheit benutzt, um noch einmal Europa zu verkünden, daß er nicht an eine Der» söhnungspolitik glaubt. Er ist nach seinen Worten bereit der Locarno-Politit zu folgen, wenn die französische Sicherheit garantiert ist. Eine solche Erklärung klingt beinahe wie ein Scherz. Denn was hak Locarno getan, wenn es nicht die französische Sicherheit gewährleistet hat? Durch den Locarno-Vertrag hat Deutschland die französischen Grenzen anerlannt und sich einverstanden damit eiklärt. auf Waffengewalt gegenüber seinem Rachbarn zu verzichten, und dieser Vertrag ist von Großbritannien und Italien gegengezeichnet worden. Wenn das nicht genügt, kann es niemals eine öia/er^ heitsgarantie geben Wenn Poincare wünscht, im Rheinlande zu verbleiben, sei cs in der gegenwärtigen Form oder in irgenoelner anderen, etwa als Agent des -Volker buno es. dann untergräbt er tatsächlich die Sicherheit, die er wünscht. Denn von D.".itso>- laird kann nicht erwartet werden, daß es eine solche Politik durchführt und es braucht taum gesagt zu werden, daß k e i n e r der Burgen des Locarno-Paktes dafür zu gewinnen Jem wurde. Wenn Frankreich Locarno akzeptiert, kann es einer Periode friedlicher Entwicklung entgegen- [eben; wenn es Locarno als ungenügend behandelt, dann lairn es lediglich Deutschland und die Welt davon überzeugen, daß es k c i n e Politik der Befriedung wünscht.
Vie Referviftenmeutereien n Hransteich.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"
Berlin, 20. Juli. Die französische Heeresleitung hat wieder einmal schwere Sorgen, in fast allen Garnisonen häufen sich die Fälle: Der Gehorsamsverweigerung, ja, verschiedentlich können sogar offene Meute reien. registriert werden, Hnd das, nacydem es vor einiger Zeit mit vieler Mühe gelungen war, die unzufriedenen Reservisten zu beruhigen. Ebenso, wie man damals nicht in Erfahrung bringen konnte, was sich eigentlich hinter den Kasernen- hosmauerii und in Den Lagern tatsächlich abgespielt hat, wild man auch heute nur wenig Zuverlässiges -über die jüngsten Meutereien in den einzelnen Gaimisonen hören können. Was durch die kommunistische Presse geht, ist entschieden dick aufgetragen, ebenso unglaubwürdig ist aber auch das, was Die andere Presse zur Beschwichtigung oder Verkleinerung der Vorkommnisse mitzuteilen weih. Am besten unterrichtet über die Stimmung in der Armee ist immer noch Die französische Fachpresse. WieDerholt konnte sie in Der letzten Zeit Artikel veröffentlichen, m Denen auf Die gelockerte Disziplin und das Umsichgreifen bolschewistischer Ideen bis in DieOsfizierskreise hin- c i n geklagt wurde. Das alles bedeutet aber noch keineswegs, daß sich Die französischen Regimenter in Zersetzung befinden. Sie haben aber doch in, Der Rachkriegszeit und durch die Schuld dev herrschenden Parteien an Qualität verlo- r e n. Wir wollen nicht nach ihrem Gefechtswert fragen, obwohl angesichts der brenzlichen Situation in Europa diese Frage durchaus am Platze ist, wir wollen aber daran erinnern, daß auch Frankreich trotz seines Reichtums in seiner Bevölkerung ein nie gekanntes Elend sieht, das'die. Lust des Reservisten am Heeresdienst gerade nicht fördert, besonders wenn er stzine Familie unversorgt zurücklassen muh. Die Pariser Regierung Hot aber aus Der Vergangenheit nicht gelernt, Denn sonst wäre es nicht zu neuen Gehorsamsverweigerungen und Ausschreitungen gekommen.
Koma Zerdinand
B u f a r e ft, 20. Juli. (Agentur havas.) (Funkspruch.) König Ferdinand von Rumänien ist heute nacht 2 Uhr gestorben.
Die Nachricht vom Tode des Rumänenkönigs kommt überraschend, obwohl fein Ableben seit vielen Monaten erwartet wurde. König Ferdinand litt an einer schweren Krebserkrankung, die ihn schon Anfang dieses Jahres an den Rand des Grabes führte. Doch den ärztlichen Autoritäten, die aus aller Welt an das Krankenbett des Königs gerufen waren, gelang es, noch einmal das Leben des Königs zu retten. Es schien sogar, daß der König wieder in die politischen Geschäfte seines Landes, das gerade in der letzten Zeit unter schweren inneren Krisen zu leiden hatte, wieder einzugreifcn vermöge. Nun sollte es doch -nicht mehr sein. Die Sorge um die Zukunft seines Hauses, um die Zukunft des Hohen- zollernthrones, dessen Erbe fern von der Heimat in freiwilliger Verbannung lebt, die Sorge um fein Land, das in schweren Parteikämpfen zerrissen wird, hat die Krankheit des Königs gewiß beschleunigt. Was nach seinem Hinscheiden kommt, ist völlig ungewiß. Eben erst hat in den Parlamentswahlen Bratta n 11 .und die liberale Partei einen vollkommenen Wahlsieg errungen. Auf ihrer Seite stehl Königin Maria als heftige Gegnerin einer Rückkehr des Kcorrprinzen Carol Rach dessen Thronver-.icht im .ergangenen Jahre soll sein Heiner Sohn aus der Ehe mii Der Prinzessin Helene von Griechenland. der sechs Jahre, alte Prinz Michael den Königsthron von Rumänien besteigen. Aus D e vorgesehene Reichsverwesung für Den unmündigen König hofft die ehrgeizige Großmutter. Königin Maria, durch ihren Günstling Bratia.u maßgebenden Einfluß zu gewinnen. Es wird nun daraus ankommen ob die breiten Massen des rumänischen Volkes, in Denen Der Exkronprinz Carol außerordentliche Sympathien genießt, mit dieser Herrschaft Der Königin sich zufrieden geben werden.
zeichnen hat. Die Auss Juli ffe'fcn sich eben!
Aus -ilJer Welt
Schwerer Autounfall bei Bingen.
Dienstagabend stieß auf der Steaße Dingen Kempten ein Automobil mit einem ihm auf einem Motorrad entgegenkommenden englischen Offizier zusammen, wobei dieser getötet wurde. Der Autoführcr wurde von Der englischen Militärpolizei nach dem Militär- gefängnis in Wiesbaden gebracht. Zu dem Autounglück erfahren wir noch folgendes: ? Chau> feur des MerceDes-Benz-Wagens. Der auf der Rückfahrt vom Rürbnrir'na nach Str • s-
Die 5rau ist mit einem Gewehrkolben erschlagen worden.
Aus Unvorsichtigkeit erschossen.
Der 15 Jahve alte Sohn Josef Der Rottmeisterswitwe Durchholz in Lohr, war mit einem Freunde, dem Tüncherlehrling Bruno Schmitt-Rechtenbach in der eigenen Wohnung. Schmitt nahm ein Gewehr von Der Wand,^ das Josef Durchholz für ungeladen hielt, aber in Wirklichkeit eine Schrotladung enthielt. Schmitt druckte ab und Die Ladung ging seinem Freunde rückwärts in den Hals. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch Den Tod feststellen.
Ueber zwanzigmal verpfändet.
In Leipzig ist man einer großen Detrugs- affäre auf die Spur gekommen. Auf Antrag Der Staatsanwaltschaft wurde Der 31 Jahre alte Kaufmann Heinrich B r e n j e s verhaftet. Er wird beschuldigt, in Gemeinschaft mit seiner Mutter Warenschwindeleien und Betrügereien verübt zu haben. Es wird behauptet, daß das Mobil ar von Brenjes über'zwanzig- mal verpfändet worden ist, ohne daß er überhaupt ein Verfügungsrecht über das Mobi- lar hatte. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen sollen Brenjes und seine Mutter über 1 00000 Mark erschwindelt haben.
Schwere Unwetter in Bommern.
Heber Pommern sind schwere Hntoetter niedergegangen Besonders schwer wurde die Stadt Bütow betroffen. Der Bütowfluh über- schwemmte ganze Stadtteile. Die Technische Rot- Hilfe mußte eingreifen. Mehrere Häuser sind eingestürzt. Diel Vieh ist umgekommen. Auf dem Bahnhöfe wurden in einer Böschung große Sandmassen heruntergerissen. An einer Stelle steht das Eisenbahngeleise Drei Meter hoch frei in der Luft.
werkbundausstellung „Die Wohnung" in Stuttgart
Am 16. Juli ist in Stuttgart eine bedeutsame Ausstellung eröffnet worden. Sie behandelt ein Gebiet, das in den letzten Jahren immer mehr zu einem Hauptproblem des Tages geworden ist: Wohnung und Siedlung. Der Deutsche Wcrkbund hat es unternommen, unter Dem Motto „Die Wohnung" eine Schau zu- sammenzustellen. Die zur Lösung aller mit Dem neuzeitlichen Wohnungsbau zusammenhängenden Fragen beitragen soll. Besondere Sorgfalt ist dabei der Gestaltung der Kleinwohnung zugewandt. Einen wesentlichen Teil der Ausstellung stellt Die von der Stadt Stuttgart nach den Plänen des Deutschen Werkbundes errichtete Weitzenhof-Siedlung dar, die etwa 60 Wohneinheiten aufweist und nach den Grundsätzen größter Vereinfachung und Zweckmäßigkeit, unter Fortlassung alles Hnn öligen, gestaltet wurde. Sie soll eine Versuchskolonie zur Prüfung der Grundlagen für Den moDernen Wohnbau bilDen. Hm das BilD zu vervollständi- gen, ist eine Hallenausstellung angegliedert, die Bauteile, Wohnungsausstattungen, hygienische Einrichtungen, technische Hilfsmittel für Den modernen Wohnungsbau usw. darstellt und vorführt. In einer internationalen Plan- und Modellaus st ellung neuer Baukunst werden an Hand Der Arbeiten namhafter Baukünstler Lösungen zu einer Besserung des Wohnungswesens gezeigt Die Ausstellung wird bis zum 25. September 1927 geöffnet bleiben.
was die „Grüne Woche 1928" bringen wird.
Die Vorbereitungen für die im nächsten Frühjahr in Berlin stattfindende große Ans- fteHung „Grüne Woche 1928" haben bereits begonnen. Da nach den Ergebnissen der bisher in Berlin stattgefundenen „©rünen Wochen" der Beweis erbracht ist, daß es sich hier um eine Veranstaltung handelt, die sowohl in wirtschaftlicher wie auch in propagandistischer und auf» klärender Beziehung einen Erfolg durchaus sicherstellt. Hm Die Bestrebungen und Aufgaben der : interessierten Behörden und Verbände wirksam | zu unterstützen, findet in jeder Abteilung Der „Grünen Woche" eine Svnderaus st ellung statt, Die von Den Fachorganisationen selbst auf- gebaut wird unD Dem fachmännischen Besucher etwas Sel'e-.iswerles und Beachtliches bieten wird. I In Der Landwirtschaft sollen alljährlich einzelne Gebiete herausgegriffen und ausgebaut werden. Für das Jahr 1928 ist insbesondere das Gebiet der „Kartoffel" und der „M i l ch" vorgesehen. In der Forstwirtschaft werden die einzelnen Holzarten Des deutschen Waldes, sein Anbau, seine Pflege, seine Aufforstung und verschiedenartigen Verwendungsmöglichkeiten gezeigt werden. Der deutsche Weidenbau wird seine Bestrebungen ebenfalls in dieser Abteilung zeigen. In der Fischerei will man sich hingegen auf das Gebiet der Binnenfischerei beschränken, Dafür aber um so größeren Wert auf die Absatzpropaganda Der billigen Fischnahrnna legen. Durch BilDung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Allgemeinen deutschen Jagdschutz- Verein und Der Deutschen Iagdkammer für Die kommende Iagdaus st ellung ist damit zu rechnen, daß man eine Ausstellung zu sehen bekommt. die Beachtung weit über die Grenzen Deutschlands hinaus finden wird. Besonderes Interesse Dürfte Die Abteilung „Die historische Entwicklung des Deutschen Weidwerks" beanspruchen. In Der Abteilung „Gartenbau" werden zwei Sonderausstellungen zu sehen fein, Die d->n Titel führen: „Moderne Detriebsführung im Garden" und „Dein Heim dein Garten, Dein Galten $ in Heim". In der Propagandaausstellung „Dev.ftche ; landwirtschaftliche Erzeugnisse" werden unter dein Gesichtspunkt der sachgemäßen Verwendung im Haushalt die Erzeugnisse l er einzelnen Abteilungen zusammengefaßt werden.
Reue französische Briefmarken.
Die französische Regierung hat beschlossen, anläßlich des Besuches Der ameri* konischen Legionäre in Paris im September zwei neue Briefmarken drucken zu lassen, und zwar eine über 0,90 Franken für Auslands- Postkarten und eine über 1,50 Franken für Ausländsbriefe. Aus diesen Marken soll die Verbindung zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten durch die beiden Rattonalheldeir George Washington und L a f a y e t t e ver- sinnbildlicht werden. Die Briefmarken sollen nur im September Gültigkeit haben.
T5cttervor«;u4sage.
Vielfach aufheiterndes, warmes und trockenes Wetter.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 16,5 Grad Celsius. Minimum 12 Grad Celsius, Son- nenscheindauer 4 Stunden. Heutige Morgentemperatur 15,1 Grad Celsius.
Witterungsaussichten für Freitag: Wolkig, warm, zunächst noch trocken, später Reigung I zu Riederschlägen gewitte-hafter Art
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