dem Stand vom 1. Januar 1927:
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Die in dem Hause wohnenden sieben konnten gerettet werden. Sämtliches wurde vernichtet.
Die Grippe In Bayern.
Verlauf.
der Rundfunkteilnehmer Im Deutschen Reiche.
er- mit
Wettervoraussage.
Temperaturen nachts um den ®e*
Deirt'cher Reichstag.
Berlin, 19. 2an. Präsident Lobe öffnete die erste Sitzung im neuen Jahre
2n München einen normalen
Die Zahl
frierpunkt und darunter, mit stellend: eisen Bieder- schlügen in Form von Schnee ist zu rechnen. Gestrige Tageätemperaturen: Maximum minuS 0,9 Grad Celsius: Minimum: 2 Grad CelsiuS. Gestrige Tagestemperatur 1,5 Grad Celsius.
Bericht über die Wetterlage auf dem hoherodskops am 20. Januar, vorm. 8 Uhr.
Windrichtung: Bordost: Windstärke: mittel; Temperatur: minus 5 Grad CelsiuS: Gesamt- schneehöhe: 30 bis 40 Zentimeter: Höhe des in den letzten 24 Stunden gefallenen BeuschneeS: 10 bis 15 Zentimeter: Beschaffenheit der Schneedecke: pulverförmig: Sportmöglichkeit: sehr gut
Brandwunden, so daß er kaum mit dem Leben davonkommen wird.
Von der Maschine erwürgt.
3n einer Schneidemühle in Wepriy (Reu- mark) kam ein 25jähriger Arbeiter mit seinem Halstuch dem Getriebe der Maschine zu nahe, die das Halstuch erfaßte, den Arbeiter mehrmals herumschleudrrle und ihn erwürgte. Der Verunglückte wurde erst einige Stunden später tot im Maschinenhaus aufgefunden.
von einem Milderer niedergeschossen.
3n Zeckrih bei Torgau wurde ein Oberlandjäger auf einem Kontrollgang von einem Wilderer durch einen Schutz niedergestreckt. Der Beamte wurde ins Torgauer Krankenhaus gebracht. Der Wilderer ist entkommeiu
(Ein Armenhaus eingräschert.
3n Boitzenburg an der Elbe (Mecklenburg) wurde das städtische AtmenhaüS^illftändig ein-
3n Gunzenhausen in Franken sind jetzt die ersten Grippe-Todesfälle in Bayern zu verzeichnen. Es handelt s.ch um zwei Fälle schwerer Kopfgrippe. Auch Schweinfurt meldet
Mitglied des Hessischen Landesvereins vom Voten Kreuz und dieser wiederum Mitglied des Deutschen Voten Kreuzes. Das Avzcicyen des
ungewöhnlich zahlreiche Erkrankungen in Grippe, nehmen die Grippesälle bisher
- Tage Irrem der nasimns: 8.» InslMs (61 national« A faufmäOT IpitQari 2al ttten“. - -aus"-- .
- wird uni ge rung ton 5 ,Zuarez i besonderen G werden. *Boi Dichter uns tagte als Le. [otte in unfe; Schauplatz füi gristenheit w porßellunfl ZL vorüberziehen spielt anstelle Susanne §
Aufteilung Albaniens.
Ein italienischer Vorschlag au Lerbien.
Belgrad, 19. Jan. (TU.) Die südslawische Presse gibt in großer Aufmachung, aber ohne Konu mentar die in griechischen Blättern verössentlichten Dorschläge wieder, die der hiesige italienische Gesandte dem stellvertretenden Außenminister für eine Regelung der beiderseitigen Interessen Albaniens überreicht hat. Diese Vorschläge sehen im wesentlichen den Abschluß eines südslawisch-albanischen Vertrages nach dem Muster des italienisch-albanischen vor. Albanien soll in politische, wirtschaftliche und kulturelle Einflußzonen aufgeteilt werden. Zentral- und Südalbanien sollen unter italienischen, Nordalbanien, mit Einschluß von Skutari, sowie Koritza, aber ohne Elbassan und Tirana unter südslawischen Einfluß kommen. Die albanisch-orthodoxe soll dem Patriarchat in Belgrad unterstellt werden. Das südslawische Kapital soll bis zu dreißig Prozent an der albanischen Nationolbank beteiligt werden. Im Falle von Unruhen in Albanien sollen Italien und Südslawien gemeinsam intervenieren. Unter der Voraussetzung, daß Südslawien den obigen Vorschlägen zustimmt und die Konvention von Nettuno ratifiziert, werde sich Italien verpflichten, Südslawien bei der Ratifizierung desS a l o n i k i - Abkommens behilflich zu sein.
tinien und Chile lebenvig sei, und daß überall versichert wurde, daß auch diese Regierungen bei den unerwünschten Vorkommnissen der Kriegs- zcit sich nicht beteiligt hätten. Deutfche'Wa- schinen und deutsche Waren habe er überall wieder angelrofsen. Wenn auch Ansätze zur Selbstindustrialisierung und zum Hochschuh- zoll da und dort vorhanden seien, so fei auf der anderen Seite Verständnis dafür zu finoen, daß die Käufer der Landesprodukte Südamerikas industrielleAbsahmöglichkeiten brau- chen, um die landwirtschaftlichen Erzeugnisse ein- führen zu können. Deutsche Menschen seien erwünscht. 3n jedem Lande sei er die sem Wunsch begegnet. Das deutscheVolkstum der zum Teil bereits feit Generationen druoen Siedelnden sei überall in erfreulichem Umfang erhalten geblieben.
Die Deutschen, die in diesen Landern ebenso treue Bürger sind, sind zugleich ebenso treue Söhne des deutschen Stammes und die gegebenen vermiillcr für unsere Beziehungen zu Südamerika.
Die Aachrichtenquellen für die Deutschen Südamerikas sind, so betonte der Redner, vorwiegend ausländische. Das wird so sehr als Mangel empfunden, daß sich z. D. die Deutschen in einer Stadt der Westküste zusammengetan haben, um zunächst für ein 3ahr einen direkten Rach- richtendienst aus Deutschland beziehen zu können. 3ch habe mich, so unterstrich Dr. Luther, überall, und wie ich glaube mit Erfolg, darum bemüht, den dortigen Deutschen das Ungeheure der Leistungen unö des Ertragens klar zu machen, die das deutsche Volk auf sich genommen hat, um der Gefahr des Reichsverfalls und anderer denkbarer Konsequenzen zu entgehen. Die Auslanddeutschen Südamerikas sind, so schloß er unter lebhaftem Beifall, Hüter des deutschen Volkstums, mit denen uns eine enge und unlösbare Schicksalsgemeinfchaft verbindet.
Die Lage in China.
London, 20. 3an. (WTD. Funkspruch.) Die Rachr'.chten aus Futsch au lauten immer ernster. Ein Missionar ist ermordet worden. Zwei Hospitäler, eine Schule und eine amerikanische Mission wurden geplündert. Der chinesische Admiral ordnete die Hinrichtung der Plünderer an, er ist aber nicht mehr Herr der Lage. 3n Schanghai sind in einer japanischen Baumwollspinnerei Revolten ausgebrochen, die erst nach einem blutigen Zusammenstoß mit der Polizei beigelegt werden konnten. Drei kantonesische Agitatoren wurden getötet. 3n Schanghai rechnet man mit einem Rahrungsmittelboykott gegen die Fremden. Die Kantonrcg'.erung hat die Verlegung ihres m.litärischen Hauptquartiers nach Ranch ang beschlossen, da Hankau zu sehr int Bereich der englischen Schifssgeschütze liegt Rach der „Morning Post" lauten die dem britischen Vertreter in Haniau für seine Besprechungen mit dem kantonesischen Außenminister erteilten Anweisungen dahin, daß Großbritannien bereit sei, die britische Konzession in Han- kau in eine ausländische Riederlassung zu verwandeln, in deren ®e- meindcrat und anderen Verwaltungsstellen auch chinesische Vertreter fitzen werden.
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Rückzug Kelloggs.
Amerika für ein Schiedsverfahren im mexikanischen Lelkonflikt.
Washington. 13. 3an. (2DIB.) Senat unb Repräsentantenhaus beschäftigten sick erneut mit der poli.ik der Regierung gegenüber Mexiko und Nicaragua. 3m Senat sagte Senator Reed: 3ch bin nicht daiür, die aus den Schuh.der amerikanischen 3ntercffea gerichteten Bemühungen Coolidges zu stören, solange es nicht offenbar ist, daß Coolidge einen gefährlichen Kurs einschlägt. Mexiko hak nicht In jeder Hinsicht uns gegenüber aufrichtig gehandelt. 3ch bin bereit, der Regierung Gelegenheit zu geben, das Problem zu regeln. Es wird keinen Krieg mit Mexiko geben, es sei denn, daß Mexiko uns dazu zwingt, indem es die Rechte ocr Vereinigten Staaten von Amerika verletzt. Eoolidge wird nicht mit einer Armee wegen eines religiösen Streites nach Mexiko marschieren. Niemand würde das zulassen, wenn er es tun wollte. Die IHonroc- dokkrin legt uns Verpflichtungen auf. Auch andere Rationen haben in Mexiko 3nterefsen. Sie wurde., diese 3ntercssen selbst schützen, wenn wir cs nicht tun. Denn andere Staaten gezwungen sind, in Mexiko einzurücken, so würde es zum Kriege kommen. Unsere tage ist daher sehr heikel.
Staatssekretär Kellogg gab dann nach einer Unterredung mit Eoolidge eine Erklärung ab, die zweifellos einen Rückzug in der Mittelamerikapolitik da-slelll. Kellogg erklärte unter Bezugnahme aus die Enlschlietzung des demokratischen Senators Robinson, in der die Verweisung des Ocl- konfliktes mit Mexiko an ein Schiedsgericht gefordert wurde, daß die Regierung die Entschließung willkommen heiße, und daß Schiedsvrrfahren eine der Richtlinien der amerikanischen Politik seien. Die Enlschlietzung Robinsons wurde mit knapper Mehrheit angenommen. 3u der Begründung seiner Enlschlietzung machte Robinson unter anderem noch den Vorschlag, daß E a l l e s und Eoolidge an der 0ren*2 eine Zusammenkunft zur Festlegung der Einzelheiten des Schiedsverfahrens haben sollten.
Entspannung in Mexiko.
Mexiko, 20. 3an. (Associated Preß.) Die Erklärung Kelloggs, daß er bereit fei, die Meinungsverschiedenheiten über die Anwendung des Petroleumgesetzes vor ein Schiedsgericht zu bringen, rief in Mexiko ein allgemeines Gefühl der Erleichterung hervor. Die Bekanntgabe von Kelloggs AÄußerungen führte sofort dazu, daß die ungewöhnliche Spannung, die in der vergangenen Woche herrschte, sofort nach- lleß. Es wird jetzt die Hoffnung ausgedrückt, daß die Verhandlungen, die einem Schiedsgerichtsverfahren vorangehen müssen, in versöhn l i ch e m Geist geführt werden.
Deutschland und Lateinamerika.
Ncichskanzler Luther berichtet über seine Steife.
Berlin, 19. 3an. (WB.) Reichskanzler a. D Dr. Luther hielt im Verein Berliner Dresse einen Vortrag über seine Eindrücke in Südamerika. Cnlsptechmrd diesem Rahmen gab der Redner zunächst Bilder aus der Presse der latein-amerikanischen Länder. Er berichtete über die außerordentlich hochentwickelten technischen Einrichtungen und die mit besonders großen und vielsntigen Wohlfahrts- und andern Einrichtungen versehenen Gebäude der großen Landespresse. Daneben betonte Dr. Luch er d ie Bedeutung der deutschsprachigen Presse in diesen Ländern. Zu den Dernchrseinnchtungen übergehend, erörterte der Vortragende in interessanten Ausführungen die Verhältnisse der Länder, wo »u o ch alles und schon alles" vom Einbaum bis zum Flugzeug existiert. Dr. Luther hat im Wasserflugzeug die von Passagieren noch nie unternommene Fahrt über den Rio de la Plata, Parana und Paraguay auswärts bis zur Hauptstadt Paraguays unter zum Teil aufregenden klimatischen Verhältnissen au.'geführt, und er hat schließlich die Strecke Buenos-Aires— Rio de 3aneiro an der Küste entlang und über den Urwald zurückgelegt. 3n politischer Hin» sicht betonte Dr. Luther, daß
der Wunsch nach Freundschaft mit Deutschland auch bei den im Kriege nicht neutral gebliebenen Regierungen in gleichem Maße wie in Argen-
3m Monat Dezember 1926 haben sich 39 442 Rundfunkhörer neu gemeldet. Die Gesamtzahl aller Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reiche be>
Aus der provinzialhauprstadt.
Gießen, den 20. 3anuar 1927,
Der gweigverein Dietzen vom Surren Kreuz
Um 3»/4 Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Gesetzes zur Bekämpfung Der Geschlechtskrankheiten und die Vorlage übet Gerichtskosten und Dechtsanwaltsgebühren. Die Beratung des kommunistischen Antrages auf Reichstagsauflösung wird gegen die Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten abgelebt.
Die Not der Schauspieler.
Berlin, 19. 3an. (WTB.) 3n der heute nachmittag abgehaltenen Versammlung der erwerbslosen Schauspieler über die Frage der Erwerbslosenfürsorge erstattete der Vorsrtzende des Arbeitsausschusses der Vühnenangehörigen Deutschlands Bericht über die mit dem Präsidium der Dühnengenossenschaft in dieser Frage gepflogenen Verhandlungen. Danach sollen vier Monate lang jeden Monat 1 0 0 Schau- pieler gleichzeitig beschäftigt werden mit der Maßgabe, daß im nächsten Monat andere 100 Schauspieler engagiert werden. Angenommen wurde ein Antrag, die bisherig»: .Ar- beitsqemeinschast der erwerbslosen Schauspieler au »lösen und in eine Kommission umzuwandeln, der orei Erwerbslose und ein Vertreter des Präsidiums der Genossenschaft angehören, die die Weiterberatung über die Erwerbslosenfürsorge ortsetzt. Die Kommission soll ferner d ie richtige Verteilung der von der Regierung gespendeten Gelder überwachen und mit der Regierung wegen weiterer Unterstützungen verhandeln. Ferner soll eine Rot - standsküche für die Berliner engagementslosen Schauspieler errichtet werden.
samten Regierung gebilligt worden. 3ch kann Ihnen sagen, daß das ®lücfrounfd)tetegramm, das ich erhallen habe, von allen Mini st er n unterzeichnet war, und wer hat, so frage ich, der Politik von Locarno eine andere entgegengesetzt? Niemand! Dann aber hat man nicht das Recht — wenn man nicht ein Verbrechen begehen will — das Vertrauen dieses Landes au zerstören.
Nach Schluß der Beratungen wiederholte Briand in den Wandelgängen der Kammer den Journalisten, daß die Frage der Rheinlandräumung nicht gestellt worden lei und n i ch t o h n e S i ch e r h e i t Helts- und Reparationsgarantien gestellt werden könne. Zweifelsohne hätten er und Stresemann die verschiedenen Probleme zwischen . Frankreich und Deutschlan bin Tboiry geprüft. Es sei das Recht Stresemanns gewesen, das Problem der Nheinlandräumung aufzuwerfen, wie es das Recht des französischen Außenministers gewesen sei, Stresemann an die Bedingungen des Versailler Vertrages zu erinnern unb zu erklären, daß eine bcr- artige Anregung nicht ohne Gegenleistungen gestellt werben könne. Stresemann habe erklärt, baß er dieses Problem studieren würde, aber er habe noch keinen präzisen Vorschlag gemacht. Eine Kampagne, so erklärte Briand zum Schluß, werde indessen in Frankreich aesührt, um ihn — Briand —, den Mystiker, zu beschuldigen, daß er die Türme von Notre Dame und sonst noch etwas verkauft habe. „Ich bin vielleicht ein wenig naiv," so erklärte Briand, „ aber nicht in diesem G r a b<."
Einspruch Hessens gegen die Zwiscr enfälle im besetzten Gebiet.
Main;, 19. 3an. Der Kommissar für die besetzten Gebiete Hessens' sprach vor einigen lagen beim französischen Oberkommando vor und erhob im Auftrag der hessischen Regierung Vorstellungen gegen die sich in letzter Zeit im besehtcn Gebiet Hessens ereigneten Zwischen'älle, wobei er besonders die Vorkommnisse in Mainz erwähnte. Der kornutandierende General erklärte, dah er alle Mittel anwenden werde, um künftighin den Schuh der Bevölkerung zu gewährleisten.
einem von den Abgeordneten stehend angel)orten Rachrul für den verstorbenen sozialdemokratischen Abg. Z u b e i l. An Zubeils Stelle ist der Schriftsteller Kurt peinig in den Reichstag eingetreten. Vor Eintritt in die Tagesordnung stellt Abg. Stöcker (Komm.) folgenden Antrag: ' „Der Reichstag fordert feine Qluf- l ö s u ng. Die Reichsregierung wird beauftragt, die Durchführung der nottoenbigen Maßnahmen zur Auflösung und R e u w a h 1 dem Reichspräsidenten vorzufchlagen." — Abg. Leicht (Bayr. Vp.) erklärt dazu, daß nach dem Vorschlag des Aeltestenrates der kommunistische Antrag auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung gesetzt toerben solle.
Der Gesetzentwurf über die Reichswohnungszählung im Jahre 1927 unb die Feststellung der Zahl der Wohnungssuchenden kommt dann zur ersten Beratung. Es liegt ein Antrag vor auf Ucbertoeifung der Vorlage an den Woh- nungsausschuß. Abg. Dr. Frick (Völk.) übt Kritik an der jetzigen staatlichen Wvhnungswirt- schaft. Bei der Wohnungszählung müßte auch feftgcftelü werden, wieviel Wohnungen von Ostjuden belegt seien. Die Vorlage geht an den Wohnungsausschuh.
Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes über die Zulassung zum Heb- ammenberuf. Darnach sollen die Länder berechtigt sein, die Riederlassungsireiheit der Hebammen einzuschrankew Abg. Frau Arendsee (Komm.) bekämpft die Vorlage. Das preußische Hebammengefetz, dem die Reichsregierung mit ihrer Vorlage die reichsoechtliche Autoritä: verschaffen wolle, habe fick nicht bewährt. Auf Antrag des Abg. Esser (Z.) wird die Vorlage dem sozialpolllischen Ausschuß überwiesen.
Aus aller Welt.
Wieviel verschiedene Briefmarken gibt es?
- Rach einer Phllatelistischen Zuiammenstel- lung haben die Staaten Europas allein etwa 26 000 verschiedene Briefmarken herausgegeben. Dazu kommen noch etwa 40 030 des Übersee!- fchen Auslandes, so daß sich eine Gesamtzahl von 65 003 Exemplaren ergibt, eine Zahl, die durch die ständigen Reuerscheinungen ständig im Wachsen begriffen ist. Ein Sammler müßte 35 Jahre lang täglich fünf Mark erhalten, wollte er diese Unfummen von Werten und Abarten in T'i2 Hand bekommen. Viele davon sind überhaupt n7cht mehr zu bekommen. Eine große Seltenheit ist zum Beispiel die rote 1-Cent- Mar3e von Britisch-Guayana aus dem 3ahre 1856, die 1920 von einem amerikanischen Sammler auf einer Versteigerung um 30 030 Dollar gesteigert wurde. Zwei der berühmten Mauritiusmarken von 1847 wurden in der gleichen Bersteige- rung mit „nur“ 160 000 ©olbfrarVen bezahlt. Diese beiden Weiste sind nun dieser Tage in die Hände eines gewtsfen Mr. Hind übergegangen, der sie um die hübsche Summe von 55 003 Dollar erwarb.
Botschafter Solf nach Satan ab gereist.
Der deutsche Dotschafter in Tokio, Dr. Soff, ist gestern abend von Berlin abgereift, um über Rußland nach 3apan zurückzukehren, wo er die deutsche Republik und den Reichspräsidenten persönlich bei den Beisetzungs- feierlichkeiten für den verstorbenen Äaifer von Haban vertreten wird.
Der Reichspräsident hat verfügt, daß die Schisse der Marine bei der Beisetzung des Kaisers von 3apan Trauergala anlegen. Die in fremden Häfen befindlichen Schiffe haben sich nach den bezüglichen Bestimmungen zu richten.
Tschitscherins Kuraufenthalt.
Der russische Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Tschitscherin, ist vor einiger Zeit im Kurhaus Bühlerhöh (Vaden) zu längerem Kuraufenthalt eingetroffen.
Der „Emdens-Zwischenfall in Kapstadt.
Der „Daily Chronicle" bespricht in einem Leitartikel den Zwischenfall von Kapstadt und sagt: Es soll vollkommen klargemacht werden, daß das Vorgehen des Kommandanten und der 'Besatzung des deutschen Kreuzers „Emden" etwas verhindert hat, was zu einem furchtbaren Unglück hätte werden können. Der Berichterstatter der „Times" in Kapstadt schreibt: Einige Tatsachen entlasten die Besatzung der „Emden" von jeder Schuld, und einige Augenzeugen glauten, dah ihre Handlungsweise einen beinahe unvermeidlichen Verlust an Menschenleben verhindert hat. Auf jeden Fall ist der Zwischenfall nur von unwesentlicher Bedeutung, wenn auch der Aerger derer, die mit Wasser bespritzt wurden, begreiflich ist.
Raubmord am eigenen Batet.
3n Anschluß an die bereits gestern gemeldete Auffindung der Leich« des feit einem Jahre verschwundenen und ermordeten Maurers 3oh. Schmalz, wurde gestern in Böhne ein mehrere Stunden dauernder Verhör abgehalten. 3m Dorfe war sofort der Verdacht aufgetaucht, dah als Täter nur die beiden seinerzeit zu Besuch in Döhne weilenden Kinder des Ermordeten, Theodor und Marie, als Mörder in Betracht kämen. 3nzwischen meldete sich ein anderer Sohn der Ermordeten, der Drunnenarbei- ter Karl Schmalz aus Wildungen und bezichtigte seinen Bruder des Mordes am Vater. Er habe sich' seinerzeit an den Rachforschungen nach dem Verbleib seines Vaters beteiligt. Dabei hätten verschiedene Beobachtungen in chm diesen Verdacht erweckt, den et nur aus Mangel an direkten Beweisen nicht Laut werden lieh. Der Mörder Theodor Schmalz hat bereits einen Raubmord begangen und eine Zuchthausstrafe dafür verbüßt. Die Schwester Marie, mit einem 3taliener Pratie verheiratet, jedoch von diesem getrennt in Vohwinkel lebend, ist bereits verhaftet. Ebenso konnte Theodor Schmalz, der nach (Bremen verzogen war, feftgenommen werden. Das Motiv der Tal dürfte in gewinnsüchtigen Absichten liegen.
Schwerer Unfall im Karlsruher Badenwerk.
3m Schalterhaus des Vadenwerks geriet gestern nachmittag ein Monteur mit einer unter Spannung stehenden Leitung von 100 000 Volt in Verührung. Die Folge war Kurzschluß, durch den der Mann im nächsten Augenblick zu einer Feuersäule verwandelt wurde. Zur Befreiung dcs Verunglückten mußte die ganze Leitung ausgeschaltet werden, so dah das gesamte Gebiet der Stadt Karlsruhe bis $ur Beendigung der Rettungsarbeiten, über eine halbe Stunde, ohne Strom war. Trotz des raschen Eingreifens erlitt der Monteur schwere
Vereins ist das aus fünf gleichgroßen Quadraten zusammengesetzte Rote Kreuz im weiheo Selb.
Der Verein hat folgende Aufgaben 1. Hilfeleistung bei Qlotftänben; 2. Beteiligung an Maßnahmen zur Hebung der Vollsgeiund« beit und Bekämpfung von Dolkskrancheiten: 3. Ausbildung von Krankenpflegern. Krankenträgern und Helfern und ihre Verwendung zm ersten Hilfe bei ilnglüddfällcn und plötzlichen Erkrankungen, sowie zur Beförderung von Verletzten und Kranken: 4. Beschaffung und Bereithaltung von Gegenständen und Einrichtungen zux ersten Hilfe bei Änglückssällen sowie zur Krankenbeförderung und Krankenpflege: 5. Mitwirkung bei der Fürsorge für die im Feld Verwundeten, Erkrankten und Gefangenen, für Kriegerhinterbliebene, Kriegsbeschädigte, Vertriebene und Verarmte: 6. Unterstützung deS amtlichen Sanitätsdienstes.
Die teilweise Durchführung dieser Mah- nahmen liegt der eine Grundlage der DereinS- organifation bildenden freiwilligen S a ni- tätskolonne vom Roten Kreuz ob. 3m übrigen hat sich der Zweigverein vom Roten Kiew mit dem hiesigen Alice-Frauenverein zv einem planmäßigen Zusammenwirken bei Ersill- lung der beiden Vereinen obliegenden gemein» samen Aufgaben zusarnmengefchlossen.
3m Dereinsleben ist jede Erörterung politischer oder religiöser Fragen ausgeschlossen
Vereinsmitglied kann jeder unbescholten« Deutsche ohne Unterschied des Standes, des religiösen Bekenntnisses unb der politischen Gesinnung werben, der sich verpflichtet, den sahungs' mäßigen 3ahresbeitraa (1,50 Mk.) zu entrichten
Die Mittel zur Erfüllung seiner Ausgabe« beschafft sich der Verein durch die sahunzs' mäßigen Beiträge seiner Mitglieder, durch allgemeine Sammlungen, Lotterien und sonstige Veranstaltungen.
Die Krüppelheim-Bauloiterie dient einem ausgesprochen hessischen Zwcä Der Hessische Fürsorgeverein für Krüppel ü Darmstadt, der auch im abgelaufenen 3ahr buid die Gewährung von Heil-Zuschüssen die Heil' behandlung von über 400 hessischen Kindern er möglicht hat, mußte im Laufe der 3ahre immct mehr erkennen, daß seine Arbeit nur Stüdtoed bleibt, solange nicht die Möglichkeit besteht, überall draußen im Lande die Schäden einer Verkrüppelung rechtzeitig, ö. L im frühesten Kind«- alter zu erkennen. Zur Ermöglichung der Aw- bilburig der jungen Aerzte in der Spezialwiss«' schäft, der Orthopädie, hat er sich im Einvernehmen mit der Landes Universität eß' schlossen, an deren Sitz ein Krüppelhell» verbunden mit Klinik und Forschung s' i n st i t u t. zu errichten. Für diesen Zweck fir) ihm in den beiden letzten 3ahren Spenden Ü Werke von 50 000 Mk. zugeflossen. Die Stadl Gießen hat das erforderliche Gelände xt Klinikviertel unentgeltlich zur 'Be:' fügung gestellt. Schließlich haben deutsche *»<•* brifen aus ihren Erzrugni'sen geeignete ©<* Winne im Werte von über 33 000 Mk. für eid Lotterie geschenkt. Da nach dem Gewinv plan 120 010 Mk. ausgelost werden müsset werden die noch fehlenden Gewinne, abgeftl)^ von dem 1. Hauptgewinn, in hessischen DesHil' ten angekauft. Es werden nut Waren beftd Beschaffenheit erworben. Der Hauptgewinn eine Villa im Werte von 30 000 Mk.. die nai


