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U Spartet. In i. chen MkSpartei shrach inbauti dieser Tage ins Grimm, daS jeden chen Ernste!lunz a axdi i Denken anreoen auch ht fiegt die tMr Lra- beschlossen Sem dic kmtet: .Werden tat. nlosigteit Syrer Bxt^ r Deutschen zur 2r-- rweseni im 12. Jahr ) Osten, im IL Jchr n 19. Jahrhundert nach hcchen wir unsere Senk'
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Eisenbahnunglück bei Frankfurt
WSR. Frankfurt a. M., 17. Sept. Der Schnellzug D 3 04 Mainz— Frankfurt a. M. entgleiste heute 20.46 Uhr mit drei Wagen auf der Durchfahrt durch Bahnhof Goldstein. Reun Personen wurden leicht verletzt. Zwei der entgleisten Wagen fielen um. Der Unfall ist auf einen Achsenschenkelbruch zurückzuführen. Der Hilfszug wurde 20.47 Uhr alarmiert und traf 21.17 an Ort und Stelle ein. Der Vorderteil des Zuges setzte seine Fahrt nach Frankfurt a. M. fort, nachdem er einen Teil der Passagiere der entgleisten Wagen auf. flenommen hatte. Der Rest der Passagiere wurde mit einem folgenden Schnellzug nach Frankfurt befördert. Die gleid^eitig alarmierte Sanitats- wache sowie Aerzte vom Städtischen Krankenhaus trafen alsbald an der Unfallstelle ein.
Oderhessen.
2his der Demokratischen Partei.
— Friedberg, 17. Sept. Hier versam- melte sich heute der Provinzialparteitag Oberhessen der Deutschen Dein o l r a t i s ch e n Partei. Die von Krersschul- rat Fischer (Giessen) geleitete Tagung war mit rund 80 Vertretern auS allen Teilen Ober- hessens beschickt. Zur Kandidatenfrage für die kommende Landtagswahl konnte von Staatsanwalt Dr. May «Darmstadt), der für den Landesvorstand anwesend war, mit» geteilt werden, daß keine Landesliste, sondern Prov inzli steN in Aussicht genommen sind. Als Spitzenkandidat für Oberhessen wurde einstimmig der hessische Parteivorsiyende, Oberamtsrichter Schreiber (Vilbel), nomi- niert. Kreisschulrat Fischer verbreitete sich eingehend über die geistige Seite der Wahl- arbeit und empfahl den Besuch der demokratischen Schulungswoche, die demnächst in Heppenheim stattfindet. Die Stellungnahme der Versammlung zum Reichsschulgesehentw urs kam in folgender von Amtsgerichttsrat Dr. A n ° d r a e (Ortenberg) beantragten E n t s ch l i e - hung einhellig zum Ausdruck: „Der überaus zahlreich besuchte Provinzialporteitag Oberhessen der Deutschen Demokratischen Partei Hessen-Darmstadt lehnt den Keudellschen Aeichstchulgeseyentwurf als verfassungswidrig, als inhaltlich auch sonst untragbar und als finanziell undurchführbar ab und bekennt sich einmütig zu der auch im Reich als Regelschule einzuführenden S i m u l t a n s ch u l e, die sich in Hes'en auf das beste bewährt hat".
LanvTreiS Gießen.
* Klein-Linden, 18. Sept. In seiner Mitgliederversammlung, die der hiesige Turnverein unter seinem Vorsitzenden, Sattler- meister Weiß, am Samseagnbend im Turnerheim obhielt, wurde beschlossen, das diesjährige Dereinswetturnen am Sonntag, 9. Ott., abzuhalten. Auch soll, dem Antrag der hiesigen Bürgermeisterei gemäß, im Rahmen des Vereins eine Sammlung zur Hindenburg- spende, die ja unseren .Kriegsinvaliben und Kriegerhinterbliebenen zugute kommen soll, vargenommen werden. Laut 'Beschluß der Generalversammlung vom 7. Mai ist seit einigen Wochen die Wirtschaft in dem Turnerheim, die viele Jabre lang von dem Verein in eigener Regie geführt wurde, dem Pächter Müller für einen monatlichen Paa-tpreis von ISO Mk. überlassen werden. Der Verein hofft damit einen größeren Aeberschuß als seither aus dem älnternehmen zu erzielen.
ck. Heuchelheim, 18. Sept. Eine empfindliche Störung in der Elektrizitätsversorgung unseres Ortes entstand heute nachmittag und abend durch einen Defekt im hiesigen Ortsnetz. Bei dem Sturm am Mittag hatten sich zwei Drähte berührt und verschlungen, wodurch Kurzschluß entstand. Abends lag bann das ganze Dorf in Dunkel gehüllt. Erst nach langem Suchen mit Scheinweriern wurde der Schaden entdeckt, der nun bald beseitigt werden konnte. Die Störung machte sich in den Gasthäusern und den landwirtschaftlichen Betrieben besonders unangenehm bemerkbar.
P Lollar, 18. Sept. Wenn im allgemeinen auf freier Strecke schmale und unübersichtliche Straßen für die Abwicklung des heutigen Verkehrs schon hinderlich sind, um so mehr ist dies innerhalb von Ortschaften der Fall. Hier tritt
aber mUst noch der schwerwiegende Dmstanb dazu, daß den» Fußgängerverkehr dauernd große Gefahren drohen. Dies trifft insbesondere für unsere Hauptstraße zu, die unseren Ort in über zwei Kilometer Länge in Rord-Südrich- tung durchzieht und über die der gesamte, sehr starke Durchgangsverkehr zwischen Gießen und Marburg und umgekehrt sich abwickelt. Dazu kommt noch ein lebhafter Rah- und Fuhrwerksverkehr. darunter recht häufig Langholzwagen. Für den lebhaften Fußgängerverkehr bestehen nur von dem Postamt in nördlicher Richtung zum OriSausgang nach Staufenberg hin seitliche, von der Fahrbahn durch die Strahenrinne getrennte Wege. Im übrigen, größeren Teil des Ortes, wo die Gebäude vielfach bis an die Fahrstraße heran reichen, fehlen jedoch diese Fußwege (Bankette), oder sie sind nur auf kürzere Entfernungen vorhanden, um dann durch einen Häu- servvrsprung u. a. unterbrochen zu werden, so daß die Fußgänger vielfach auf die Benutzung der Straßensahrbahn angew'esen sind. De- fonöere Gesahrstellen sind einmal die beiden Brücken (Lumda und Mühlgraben), die knapp die Fahrbahn aufnehmen, bann in noch größerem Maße Oie fast rechtwinklige, zwischen hohen Gebäuden eingeengte Straßenbiegung bei Schnried K a r b e r. Es ist klar, daß bei einem solch starken Krümmungsverhältnis der Straße die lieber- sichtilchteit vollkommen aushvrt. Die Gefährlichkeit dieser Stelle wird dadurch noch wesentlich erhöht, daß dort auf der einen Seite überhaupt feine, auf der anderen eine nur ganz geringe Möglichkeit sür Fußgänger besteht, sich außerhalb der eigentlichen Fahrbahn zu bewegen. Als weiteres tritt hinzu, daß ebenda der Zugangsweg zur Bürgermeisterei, zur Gemeindekasse, zum Bahnhof und zmn Haupteingang der Buderus- schen Eisenwerke, die Bahnhofstraße, abzweigt und demzufolge stets stark belebt ist, zu bestimm- len Tagesstunden (Ankunft bzw. Abgang von Zügen, Schichtwechsel) sogar mehrere hundert Personen in kurzer Zeit diese Stelle begehen müssen. Da die Hauptstraße auf der Seite der Einmündung der Bahnhofstraße kein Bankett führt, ist cs erforderlich, daß alle Passanten die Strafte in der Krümmung kreuzen, um auf das ander- seitige schmale Bankett zu gelangen. Es nimmt sich daher wie ein Wunder aus, daß bisher noch keine folgenschwere Unfälle eingetreten sind. Aber
, die bestehenden Verhältnisse und die bisher glücklicherweise gut verlaufenen Anrempelungen und Zusammenstöße sollten die berufenen Stellen zur Abhilfe mahnen. Wenn auch für die Verbreiterung und die Anlage seitlicher Fußwege keine Möglichkeit besteht, so sollte man doch durch Warnungstafeln und Herabsetzung der Geschwindigkeitsgrenzen versuchett, Besserung zu schaffen. Die jetzt zulässige Höchst- geschwindigteit von 30 Stundenkilonreter, die dazu ! ■ < Wirklichkeit meist von den Kratt lahrzeugen noch überschritten wird, ist für unseren Ort zu hoch. Die Verhältnisse bedingen eine Herabsetzung auf etwa 15 Kilometer, für die starke Krümmung dürsten sogar mehr als 5 Stunden- Kilometer (Schrittempo) keineswegs zugelassen sein. Zweckmäßig erscheint es auch, etwa an den Krümmungen anzubringende Tafeln bei Dunkelheit zu beleuchten, was durch Anschluß an die elektrische Lichtleitung möglich sein dürfte. Weiter wäre zu prüfen, ob nicht die kurz vor der oben genannten Straßenkrümmung befindlichen, bis an die Straßen rinne über das Bankett hinausragen- ben Treppenstufen zweier Gebäude beseitigt bzw. in das Innere bet Gebäude verlegt werden könnten Die Beseitigung dieser den Fußgängerverkehr stark störenden Anlagen dürste selbst mit geldlichen Opfern der Gemeinde als Vorbeugung von Unfällen nicht zu teuer erkauft fein.
gck. Großen-Buse ck, 18. Sept. Vorgestern fanden hier die Reichsjugend- w e 11 k ä m p s S statt. Außer den Knaben und Mädchen der hiesigen Schule beteiligten sich auch diejenigen von Burkhardsfelden.Gruppe 1 (Jahrgänge 1914 und 1913) wies 39 Knaben auf. Diese turnten einen Fünfkampf mit den drei vorgeschriebenen Hebungen: 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Schlagballweitwurf. Als Eriah für die beiden Geräte wurde Kugelstoßen (21 2 Kilogramm, 4 Meter = O Punkte, 8 Meter — 20 Punkte) und deutscher Dreisprung (5,50 Meter — 0 P., 7.50 Meter = 20 P.) durch geführt. 28 erreichten die vorgeschriebme Punktzahl, so daß u. a. an Preisen erhielten: Theodor Bachmann (Burkhardsfelden) mit 173 Punkten (weit überlegen) den 1., Heinr. Seipp (Großen-Buseck)
Zwischen siins Md Wen Roman von Liesbet Dill.
Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin.
17. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Nein, so dürfen Sie> nicht zu ihr gehen, Man-, fred!" rief sie außer sich. „Hier, nehmen Sie erst etwas zu sich ... Sie zittern ja. Rauchen Sie noaj «ine Zigarette... beruhigen Sie sich erst... Melitta hat furchtbare Tag« hinter sich — sic auch, o ja Glauben Sie, daß es ihr leicht wurde ... das alles? ---Immer fürchtete sie..."
„Daß ich es merken würde?" Er lachte. , O, davon merkt ein Ehemann niemals etwas. Das müssen ihm schon fremde Leut« sagen, schreiben vielmehr. Schwarz auf weiß muß er es lesen. Sonst glaubt er's nicht. Seine Frau ist eine Lilie, eine Güttin ... Madonna mit zwei Gesichtern, auf Wolken, jawohl..
Cr stand auf, griff nach seinem Hut, schloß den Mantel und ging. Sie sah ihm nach mit einem Gefühl einer beklemmenden Angst---
*
Melitta stand vom Flügel auf, an dein sie in der Dämmerstunde gesessen hatte... Das Zimmer war dunkel, der bleiche Schein der Gartenlalerne erhellte den Teppich und ihr goldrotschimmerndes Haar. Sie hatte geweint. Er fühlte es. Als er die Tür hinter sich schloß, fragte sie ihn etwas.
„Guten Abend", antwortete er.
„Du warst solange fort ...?"
„Ich war bei deiner Freundin Leslie . .
„Bei Ethel ... ah? Soll ich Licht machen?"
, Nein, laß nur." Er stand am Fenster, den Rucken gegen die helle Straße. Man sah von ihm nur seine dunkle schmale Silhouette ... Er betrachtete seine Handrücken. Dann sagte er, während ihm das Herz in Stößen schlug: „Ich weiß nun alles, Melitta . . ."
Sie senkte den Kopf und blieb so unbeweglich . . . stumm. Ihre Hände lagen ai f den weißen Tasten... Sie fühlte, wie sich lanajam etwas Ungeheures schwer auf sie herabsenlte, ihr Denken löschte aus. Sie wußte nichts zu sagen ... Sie war wie erschlagen von diesen Worten.
„Ich weiß alles, und wir wollen vernünftig und ruhig miteinander reden, was nun werden soll —
Sie hob den Kopf und suchte seine Augen, aber er schaute über sie hinweg in den dunklen Garten ... In der Ferne knirschte eine Bahn, die langsam vorüberfuhr, dann war alles still. Nur der Wind rauschte in den Bäumen des Gartens. Ab und zu streifte ein Ast das Fenster — wie eine Hand, die i lastend anpocht.
„Woher ich das weiß, wollen wir hier nicht nlehr aufrollen. Keine Geständnisse jetzt, dazu ist's zu spät. Ich will nur eines wissen ... ist dieser... Mai n ... verläßlich?"
„Wie meinst du das?"
j „Du verstehst mich schon ... ich meine, für deine 's Zukunft?"
' „Rudolf!" Sie sprang auf und griff jäh in die | Tasten, daß das Instrument auf jammerte . . . „Du j willst--dich--"
„Ich will mich von dir trennen, ja, denn das er= ! scheint mir selbstverständlich, nach allem. Ich möchte ; nur wissen, ob ... du einer sicheren Zukunft entgegengehst ... sonst ... täte es mir leid, für dich —"
Sie schloß die Augen, unfähig, etwas zu sagen ... „Rudolf ... ich ..."
„Keine Szenen, bitte, kein Theater jetzt... Wir wollen uns in Frieden auseinandersetzen. Ich schlage j dir vor ... ihm meinen Entschluß mitzuteilen." i Ein blasses Frauengesicht mit zwei dunkelum- 1 schatteten Augen starrte ihn an .
„Ist das so unverständlich?"
„Es kommt ... so rasch", war die tonlose Antwort. Sie hatte den Arm auf die Flügeldecke gestillt. Auf diesen feingeformten, schlanken, weißen Arm heftete er seinen Blick. Es roar, wie er gefürchtet hatte ... und sie leugnete es ja auch nicht einmal ... Sie war so ruhig, so gefaßt, o.ls l)c.be sie ! das alles kommen sehen, hundertmal erwogen, üder- i legt . . wie man sich am besten in Sicherheit brächte ! ... Flucht? ... Warum nicht? ... Sie war immer ! für das Romantische ... Damals, als sich seine erste i Frau, diese einfache Seele, die nicht verstand, daß j ein Mann — ein Mann . . und ein Künstler — ein ‘ Künstler ist ... und daß, wenn es aus ist — es eben aus ist zwischen zwei Menschen ... verzweifelt gegen die Scheidung aufbiiumte und ihm die Anwälte auf den Hals hetzte und alle Welt alarmierte — auch seine besten Freunde waren gegen ihn gewesen in
mit 134 P. den 2.. Christ. Rühl (Bhf.) mit 128 P. den 3., Heinr. Hahn (Gr.-D.) mit 120 P. den 4., Heinr. Harbach (Gr.-D.) mit 117 P. den 5., Karl Münch (Gr.-D.) und Otto Seipp (Bhf.) mit 111 P. den 6.. Karl Scheid (Gr.-D.) mit 109 P. den 7.. Fritz Wagner und Karl Hahn (Gr.-D.) mit 106 P. den 8., Karl Ricolai (Gr.°B.) mit 103 P. den 9., Otto Balser (Gr.°B.) mit 101 P. den 10. In der Vorklasse (Jahrgänge 1915 bis 1917) blieben von 30 Teilnehmern 17 Sieger. Davon erzielten: Karl Reinschmidt (Gr.-D.) mit 52 Punkten den 1. Preis. Karl Hofmann (Dhf.- und Wilh. Rohrbach (Gr.-D.) mit 51 P. den 2., Wilh. Schmidt (Bhf.) mit 49 P. den 3., Karlhans Ortvein und Karl BonariuS (Gr.-D.) mit 48 P. den 4.. Ernst Volk (Gr.-D.) und Robert Henkel (Dhf.) mit 47 P. den 5. Preis. Geturnt wurde der vorgeschriebene Dveilamps. 16 Mädchen maßen ihre Kräfte in einem Dreikampf. Elf gingen als Siegerinnen hervor. Es erreichter davon: Marie Drück (Dhf.) mit 63 Punkten den 1. Preis, Gretchen Wagner (Gr.-D.) mit 52 P. den 2., Luise Mattern (Gr.-D.) mit 50 P. den 3., Marie Link (Gr.°B.) mit 50 P. den 3.. Lina Wagner (Gr.-D.) mit 49 P. den 4., Luise Dörr (Gr.-B.) mit 47 P. den 5. Preis. Reben den L.'hrern hatten sich in dankenswerter Weise die Turner A. Ost er Held, A. Rau und K. Rühl (Gr.-H) als Kampfrichter zur Verfügung gestellt.
A u s d e m S) o r l o f f t a 1, 18. Sept. Die Aepfelernte in unserer Gegend bringt einen Rekordertrag. Die Bäume hängen fast sämtlich zum Brechen voll. F a l I o b st wird mit 1,50 bis 2 Mark je Zentner bezahlt. Für Birnen zahlen die Händler bei dem massenhaften Angebot ZPfennigdas P f u n d. Zum erstenmal seit vielen Jahren tragen hier die Nußbäume: vereinzelt sind sie so stark behangen, daß sie gestützt werden müssen.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 18. Sept. Am Freitag verabschiedete sich der seith uige Leiter des Predigerseminars, Direttor Belte, anläßlich der Entlassungsfeier der Kandidaten des Prebieecseminars mit einer Predigt. Von der Kirck-enregierung waren neben Geh. Rat Floe ° ring auch der Prälat Dr. D. Diehl erschienen, der ebenfalls eine sehr bedeutungsvolle Predigt hielt. In einer geschlossenen Feier bte d e Kandidaten am Rachmittag mit ihren Angehörigen abhielten, wurden dem scheidenden Sttehor Veite von verschiedenen Seite,: Huldigungen dargebracht: so sprach Geh. Rat Flo« ring von der Kirchenregierung, sowie Vertreter des Dekanats Friedberg, seiner ehemaligen Schüler und der evangelischen Gemeinde Friedberg.
pb. D u tz b a ch, 18. Sept. Gestern vormittag wurden an der neuhergerichteten Rathaus- Fassade die Zifferblätter der Sonnenuhr und der Schlagwerks- oder Zeigeruhr wieder anaedracht. Beide Zifferblätter, die aus Schmiedeeisen hergestellt sind, waren — wie berichtet — im Laufe der Jahrzehnte total verrostet und bedurften einer gründlichen Reinigung und Erneuerung. Diese wurde in sehr guter Weise durch den Kunstmaler Kutscher (Bad-Rcncheim) nach eignen Konrpositio- nen ausgeführt. Die Malerei der Sonnenuhr ist der früheren genau nachgebildet, nur das Mittelstück ist neu. Es stellt eine von Rosen und Blumen umgebene Putte dar, die von der hochstehenden Sonne bestrahlt wird. Das Bild ist umrahmt von dem Spruch: „Mach es wie die Sonnenuhr, zähle heitre Stunden nur“. Die Sonnenuhr stammt aus der Zeit der Erbauung des Rathauses, dem Jahre 1560. Auf der Rückseite des Zifferblattes finden sich folgende Vermerke: 1. „Im Jahre 1817 wurde diese Sonnen- ufjt unter den Herren Bürgermeister Herrn Hauptmann Joh. Ludwig Heil, Herrn Weitzel Küchel renoviert. In diesem Jahre kostete das Korn 23 Gulden, der Weizen 30 und die Gerste 16 Gulden": 2. „Renoviert 1851 durch Herrn Bürgermeister Johann Krauß, Paul Wilhelm Zäuner": 3. Renoviert 1876 durch Herrn Bürgermeister Christoph Konrad Küchel": „Renoviert 1927 durch Herrn Dürgernreister Dr. Otto Jansen." Das Zifferblatt der Zeigeruhr stammt aus dem Jahre 1630. Es enthält im oberen Teil das stäbftsche Wappen von zwei Putten umgeben, die eine Putte hält eine Sanduhr, die andere ein Szepter. Unter den Putten ist die Jahreszahl 1630 enthalten. Der erste Zikfernkranz zeigt die vier Tageszeiten an, der zweite die zwölf Tagesstunden. In der Mitte zeigt das Ziffern-
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dieser Sache, man nannte ihn ung-recht, undankbar gegen dies« gute Frau, die er doch schließlich einst aus Liebe geheiratet hatte und mit der er sieben Jahre „in bestem Einvernehmen", wie es in den Akten hieß — gelebt hatte — damals bat Melitta: nimm mich mit und töte mich. Wir sterben zusammen! Dann ist alles vorbei. Und sie hätte keinen Augenblick geschwankt, ein Ende zu machen ... sie war entschlossen und mutig genug dazu. Deshalb wollte er heute wissen, ob sie sich verlassen konnte — auf jenen anderen ...
„Das denke ich doch . . "
„Das denkst du nur? Das weißt du nicht einmal?" rief er.
Sie zuckt« wie unter einem Hieb und strich das Haar zurück. „Darüber . . . haben wir noch nie ge- । sprachen . . ."
Er lachte auf. „Ah, ihr dachtet nur an eure Liebe! Das, was mit mir geschah, war den Herrsck^aften einerlei? ... Ich spiele eine Nebenrolle ... in dem Stück! Ich kann ja nicht schießen, nicht wahr?"
„Rudolf .. "
„Das weiß er ganz genau ... So einer wie ich — ein Künstler...'
„Du kennst ihn gar nicht..
„Kennst du ihn denn, Melitta?"
Sie schwieg. Dann sagte sie: „Ich soll ihm schreiben, willst du . . . Was kann ich ihm denn Ichreiben?"
„Daß du frei bist von heute ab . . " sagte er schneidend l>art.
Eine schwere, tödliche Stille trat ein. Die beiden Menschen, die sich in der Dämmerung einander gegenüberstanden, fühlten, wie furchtbar es ist, auseinanderzugehen ... zwei Menschen, die sich geliebt haben, und sich auseinanderreißen ... aus wrichem Grunde es auch sei ... Es ist ein Riß, der durch das ganze Leben geht — tödlich — wie ein Messer durch einen Körper ...
Der vor ihr stand in der Abenddämmerung, war ein alter Mann mit ergrautem Haar und eingesunkenen Wangen ... Ein Verlangen, seine Hände zu nehmen, vor ihm zu knien und hm zu danken, kam über die Frau. Sie warf sich vor ihm auf den Teppich und riß seine Hände an ihr glühendes Gesicht. „Rudolf..."
blatt Me auSstrahlende Sonne, von vterneir umgeben. Die vier Himmelsrichtungen sind durch Wolkenbildungen gekeirnzeichnet. Die ganze Ausführung zeugt von Geschmack und Kunfffinu. Die beiden Zifferblätter werden eine besondere Zierde der Rathausfasfade bilden.
Ärcie Büdingen.
Ridda, 18. Sept. Die Arbeiten an dem Realschulneubau werden mit größter Beschleunigung fortgesührt. Das Erd^ geschoh, in das eine Schuldienerwohnung eingebaut wird, ist soweit fertiggestellt. Als Sockelstein findet -nicht der blaue Basalt der Umgebung, sondern der rote Basalttuff von Michelnau Verwendung, der beim Bremen weich ist und an der Luft erhärtet. Sonst wird er allgemein zum Backofenbau verveirdet.
Kreis Schotten.
chAusdem Oberwald, 18. Sept. Es scheint, als habe der Vogelsberger Bauer die Hoffnung auf besseres Wetter für seine Grummeternte auf- gegeben. Um das unter dem Einflüsse der feuchten Witterung sehr üppig gediehene Futter noch einigermaßen auszunutzen, hat er sich entschlossen, es abweiden zu lassen. In kleinerem Maßstabe kommt dies „Aushüten", wie die Bevölkerung sagt, jedes Jahr vor, aber nie in diesem traurigen Umfang von Heuer. ES ist für den mit ländlichen Werten Vertrauten niederdrückend, zu sehen, wie das Vieh in dem herrlichen Futter herumftampelt und in wenigen Tagen zuschanden tritt, was im Stall als Grummet noch wochenlang gereicht hätte.
Kreis Lauterbach.
5 Lauterbach, 18. Sept. Am 23. September findet hier eine Kreislehrerkonferenz statt, auf deren Tagesordnung zwei bedeutsame Vorträge stehen. Lehret H e u s o h n (Lorbach) spricht über „Heimatkundliche Arbeitsgemeinschafte n". Professor Dr. Vogel, der Direktor des Pädagogischen Instituts an der Technischen Hochschule in Darmstadt, wird „Die Kulturpädagogik der Gegenwart" behandeln.
Rheinhessen.
WSR. Main z, 18. Se.pt. In der heuttgen Stadtverordnetensihung wurde beschlossen, aus Anlaß des 80. Geburtstages des Reichsprä- sidenten am 2. Oktober 5 000 Mark in das städtische Budget einLufetzen, die für die Kriegsbeschädigten Verwendung finden sollen. Außerdem wurde ein Antrag der sozwl- demokrattfchen Fraktton, bei Reichs» und Staatsregierung gegen die am 1. Oktober eintretende lOprozentigeMieterhöbungProtest zu erheben, angenommen.
LPD. Mainz, 18. Sept. Um den sich häufenden Belästigungen durch Kraftfahrzeuge, insbesondere aber dem rücksichtslosen Knatternlassen der Motorräder wirksam entgegenzutreten, hat die Polizeiver- waltnng ihre Beamten angewiesen die Führer solcher Fahrzeuge anzuhalten und ihnen ein Formular auszuhändigen, wonach ihr Fahrzeug der Dampfkesselinspektivn zu Darmstadt zwecks Untersuchung vorzuführen sei. Falls dieser Aufforderung nicht stattgegeben werden sollte, wird der Antrag auf Einziehung des betreffenden Fahrzeuges aus dem Verkehr gestellt werden. Außerdem erfolgt Bestrafung wegen Zuwiderhandlung gegen die Krasffahr- zetrgordnrmg.
Preußen.
Kreis Fulda.
WSR. Bad Salzschlirf, 17.Sept. In der vergangenen Rächt drang ein Einbrecher in ein der Kurverwaltung gehörendes Haus ein und st a h l aus dem Zimmer eines Kurgastes außer 200 0 Mk. Bargeld noch zwei wertvolle goldene Uhren. Die Polizei verfolgt bereits eine bestimmte Spur.
Kirche und Schule.
K Bad-Rauheim, 18. Sept. In der alten Wilhelmstirche fand der diesjährige Dekanatstag des Dekanats Friedberg statt. 45 Dekanatsmitglieder nahmen an den Verhandlungen teil, die unter Leitung von Dekan Vogel (Bruchenbrücken) auf hoher Stufe standen. Der Vorsitzende begrüßte vor Eintritt in hie Tagesordnung den Superintendenten für die Provinz Oberheiien, Oberkirchenrat Wagner
„Laß, Melitta. Wozu Tränen, jetzt. . .?*
„Du weißt doch, daß ich nicht Theater spiele!" rief sie außer sich. „Ich hab« nur dich geliebt!"
„Du vergißt zwei andere--einen, der vor
! mir kam
I „Ach, das ist so lange her...! Er war vor dir da, mir waren jung ... aber seit ich dich kannte. . . liebte ich nur dich! Ich habe nie einen anderen angesehen ... das weißt du —!"
Er zuckte die Achseln. „Was weiß man denn? ' Ich habe ja auch von diesem nichts gewußt ... Ich glaube dir nicht mehr, Melitta ... Wer einmal betrügt —"
Sie zuckte auf und hob die Hände gefaltet zu ihm auf. „Ich schwöre dir bei der Madonna . . ."
Er wich vor diesen Händen zurück. Keine Schwüre! Ich verlange keine Erklärungen... Mach' deine Sachen zurechl . . ."
„Du schickst mich fort, aus diesem Hause?"
i ..Ich schicke dich nicht fort ... ich hoffe, «s dauert ■ nicht mehr lange ... aber es geht über meine Kraft, dich länger zu sehen ..."
„Soll ich zu Ethel gehen, heuf abend noch?"
Er besann sich. „Nein . . . besser nicht ... die Dienstboten brauchen es nicht zu wissen . . . was zwischen uns--niemand darf es ahnen, hörst
du? Schreib' ihm alles, heul' abend noch ... Dann werden wir weiter sehen." Er zog seine Uhr . . .
Um elf Uhr wird der Kasten drüben geleert. Morgen, mit der zwecken Post, kann er den Brief schon haben ... bis morgen abend hast du sicher Antwort — vielleicht schon eher--es gibt ja Telephone
und Depeschen . . . Und er wird sich beeilen, denke ich . > •"
„Du liebst mich nicht mehr?" sagte sie, sich ihm
I nähernd. „Ist alles bei dir ausgelöscht?"
Sie standen einander gegenüber, sie wagten nicht mehr, sich zu berühren. Ihre Hände hingen schlaff herab . . . ihre Herzen schlugen, ihre Augen brannten wie im Fieber, die Knie zitterten ihnen ... aber sie schwiegen.
„Geh'!" sagte er heiser, „mach's kurz ... Ich bin nicht für gekittete Sachen ... sie machen nur unglücklich ... es wird sich alles lösen--wie du es
wolltest, Melitta, und wie es wahrscheinlich kommen mußte ... Du bist ja Fatalistin ..."
(Fortsetzung folgt.)


