Ausgabe 
19.9.1927
 
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Gemeindeverband Wieseck-Alten-Buseck

nod) Dr. Sosse- Berlin für die

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Ausfuhr.

Rachdvn Deine inschost

Gictzcncr -^ocheumarktpreise.

ES kosteten aus dem Wochenmarkt am Sams­tag dos Pfund: Butter 200 bis 210, Matte 30 bis 35, Käse 60 bis 130, Wirsing 10 bis 20, Weih- kraut 8 bis 10, Rottraut 12 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüden 10 bis 15, Spinat 30, Römischkohl 10 bis 15, grüne Bohnen 15 bis 20, 20 bis 25, älnter-Kohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 100, Tomaten 30 bis 35. Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 100, Kürbis 8 Pilze 40, Kartoffeln 5, Frühäpfel 10 bis 25. Falläpsel 4 bis 5, Birnen 8 bis 15, Zwetschen

in Gottes schöne Natur sollte man das Auge lassen.

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12 bis 15, Mirabellen 30, fange Hahnen 100 biS 110, Suppenhühner 103 bis 120, Danse 130, Brombeeren 50, Preihelöeeren 50; bas Stück: Eier 15 bis 16, Blumenkohl 10 bis 130, Salat 10, Sa la 1 gurken 10 bis 70, Einmach, gurken 3 biS 6, Endivien 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 10 bis 15, Laucp 10 bis 15, Rettich 10 bis 20. Sellerie 20 bis 40: das Bund: Radies­chen 15 Pfennig.

geno-nme" mit eivem befördert, wache foj haus lra!

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Hochschulnachrichten.

Der o. Professor der Augenheilkunde und Drrektor der Augenklinik an der Universität Köln Dr. med. August Pröbsting ist zum 1. Oktober von den amtlichen Verpflichtungen entbunden loorden Der Bonner Philoso­phie-Professor Geh. Regierungsrat Dr. med. Dr. phil. Gustav Störring tritt zum 1. Ok­tober von seinem Lehramte zurück. Professor Karl Amersbach von der Universität Freiburg t D wurde zum ordentlichen Pro­fessor der Oto-, Rhino- und Larhngologie an der deutschen Universität in Prag ernannt. Pro­fessor Dr. Franz Z i z c an der Universität Frankfurt a M. erhielt einen Ruf für das Fach der Statistik an die Umvcrsität Leipzig.

meindeverband denr Rhein-Mainischen Arbeit- geberverband beigetreten, womit alle sich aus dem Arbeitsvcrbältnis ergebenden Fragen tarif­lich geregelt find. 3n der abgetan, encn BerichtS- zeit erledigte der Berbandsvors and in 17 Sihun- geir rund 250 Deratungsgegenstände, daneben erforderte die Berwaltuugsarbeit ein großes Mast an Arbeitskraft, die notwendig sei, um das Unternehmen aus der Höhe zu halten. Die Aus­sichten hierzu sind recht gute; in deutlich erkenn barer Weise bürgert sich das Verkehrs­mittel immer mehr ein. dir Kinderkrantheiten sind überwunden, es geht ständig aufwärts.

Zn der Aussprache wurde zmrächst fest- gestellt, daß entgegen anders lautenden Erzäh­lungen der Verkehr nach und von Alten-Buseck während der Zeit des Leihwagens die Ausgaben durch die Einnahmen deckte. Eine Reihe weiterer strittiger Fragen konnte klargestellt werden, die Verhältnisse des Unternehmens wurden als gesund und aussichtsreich bezeichnet und dem Derbands- vorstand das Vertrauen und der Dank ausge­sprochen.

Statutengemäß sind beide Gemeinden mit einer b e st i m m 1 e n Summe an dem Llnternehmen beteiligt. Wieseck stellte seinen Geschäftsanteil in Form der von Wieseck ange­schafften zwei Sechsradwagen, die zum vollen Kaufpreis angeseht wurden. Da diese Wagen jedoch nach der einjährigen Fahrzeit nicht mehr den vollen Reuwert darstellen, ist eine Herab­setzung des Wiesecker Anteils erforderlich Wei>- terhin sind die beiden Gemeinden nach den Ver- bandssahungen verpflichtet, die Aut vH alle zu erstellen (Wieseck für 2, Alten-Buseck für einen Wagen). Wieseck brachte eine Halle für zwei Wagen in dieEhe" mit, den Erweiterungsbau, den der Derbandsvorstand in weiser Voraussicht für insgesamt 5 Wagen vornahm, führte er jedoch mit eigenen Mitteln durch. Die Regelung dieser Frage steht also noch offen. Alle An­wesenden waren der Meinung, diese beiden Fra­gen erst nach Ablauf des vollen Geschäfts­jahres zur Erledigung zu bringen.

Eine eingehende Aussprache brachte noch die eventuelle Erhöhung der Fahrpreise. Die Vorteile, die man sich hiervon versprach könnten jedoch durch die zu erwarteiche Ab­wanderung in das Gegenteil verwandelt werden, zudem mache sich bei einer Reihe Verkehrs- gesellschaften eine preissenkende Tendenz bemeri- bar, um den Verkehr anzureizen. Dieser Schritt könne jedoch vom Gemeindeverband aus anders gelagerten Gründen nicht mitgemacht werden. Die Meinung der Versammlung ging dahin, den Verbandsvorstand zu ersuchen, es bei den seitherigen Preisen zu belassen. Für diejenigen Fahrgäste, die nur im Winter Abon­nenten sind, sollte im kommenden Winter em Zuschlag zu den Wochenkarten erhoben werden. Auch in dieser Frage wünschen die beiden Ge­meindevertretungen, daß der Verbandsvorstand von der Durchführung dieses Beschlusses absieht.

Mit anerkennenden Worten für die in selbst­losester Weise geleistete mühevolle Arbeit des Verbandsvorft ehers Benner- Wieseck schloß Bürgermeister Schvmber als Berhandlungs- leiter die gemeinsame Sitzung.

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£ In Ergänzung des Berichts über die gemein same Sitzung der Gemeindevertretungen von Wieseck und Alten-Buseck (vgl. die Samstag-Ausgabe desGieß. Anz.") ist von dem weiteren Verlauf der bedeutsamen Sitzung, auf deren Wichtigkeit Bürgermeister Schvmber (Wieseck) als Berhandlungsteiter einleitend besonders hinwies, vor allem die eingehende Erläuterung des Verbands­vorstehers Benner (Wieseck) über den derzei- tigen Sta nd des gemeinsamen Unter­nehmens hervorzuheben, tz/tngangs feiner Aus­führungen legte er dar, daß, i.vwohl feine bindende Verpflichtung hierzu besteht, der Verbandsvorstand einig darin ist, den beteiligten Gemeindevertretungen halbjährlich einen eingehenden Bericht über die Lage des Unternehmens zu geben. In seinen weiteren Ausführungen streifte er, um das Bild vollständig zu machen, die mancherlei Schwierigkeiten, die dem jungen Unternehmen bei seiner Gründung gegen- überstanden, hierbei insbesondere die Erteilung der Konzessionserweiterung nach Alten-Buseck, die Ge­nehmigung der Verbandssatzungen und die sehr stark verzögerte Lieferung des dritten Wagens. Gerade der letztere Umstand sei für das Unternehmen mit einer empfindlichen finanziellen Einbuße verbunden gewesen, da, um den Betrieb nach Alten-Buseck überhaupt aufnehmen zu tonnen, ein Leihwagen beschafft werden mußte, der für die fragliche Zeit dem Gemeindeoerband 8700 Mk. Leihgebühr ge­kostet hätte. In enger Verbindung damit stand die weitere Anschaffung des sechssitzigen Personen­wagens, die unter recht günstigen Bedingungen mög­lich war, und der sich seither sehr gut bewährt hat. Aber obwohl im vergangenen Winter drei große Sechsradwagen zur Verfügung standen, sei es doch nicht immer möglich gewesen, allen Vcförderiingv- anfprüdjen zu genügen. Die Schwierigkeiten im kom- wenden Winter würden ungleich größer werden, da nur zwei große und ein kleinerer Wagen vorhanden sind. Der Verbandsvorstand habe deshalb nach lan­gen und reiflichen Erwägungen die Anschaffung eines oierten Wagens beschlossen, der ver- tragomäßig bis 25. Oktober geliefert werden muß. Dieser Wagen fast 60 Personen, ist ein 85 PS.= Sechszylinder-Molor, hat tiefliegendes Classis, das wiederum das bewährte Büssingfabrikat ist. Die Ka­rosserie wird, genau wie beim Wagen 3, auf aus­drücklichen Wunsch in einem hessischen Karosseriewerk (i-aftel'-Mainz) hergestellt, das sich eine führende Stellung unter den deutschen Karosserie-Werken ge­sichert hat. Ausschlaggebend für diesen schmerwie- 'Nden Beschluß war außerdem noch der Umstand, daß sich durch bas Fehlen eines Neservewagens ein starker Mangel bei eventuellen Reparaturen heraus- gestelll habe, und die einmütig festgelegte Bestim­mung, daß mit der Anschaffung des alerten Wagens eine finanzielle Belastung der beiden Gemeinden nicht ciirtreten dürfe, der Gemeindeverband den Wagen vielmehr aus eigenen Mitteln beschaffen müßte.

Bezüglich der Dvtriebsrechnung gab der Redner eine Reihe interessanter Mittei­lungen. Do sei es z. D. gelungen, den Preis und die Verbrauchsmenge des Betriebsstoffes ganz erheblich zu senken; dies seien Erfolge, die srch erst im zweiten Halbjahr rechnerisch aus­wirken. Um mit dem Personal in geordnete Arbeitsverhältnisse *u kommen, sei to®e-

tnapre Lot gewinnen, auf jeden Fall aber der Geradeausflug gewährleisten, bei dem dann ein gewöhnliches Pendel nahezu richtig zeigt. Auch zur Verwirklichung eines solchen »Wendezeigers" farm, neben anderen Anordnungen, z. D. Druck­messern an den Flügelenden, der Kreisel bienen den man in diesem Fall zweckmäßig nicht als Pendel, sondern fräftefcci in einem Rahmen auf­bangt, dessen Zapfenachse wagerecht liegt, also Drehungen deS Flugzeuges um die senkrechte Achse mitmachen muß. Der gleiche seitliche Aus­schlag, der oben bereits zweimal zum Stutzen des Pendels, das heißt zur Verzögerung der Pend-l- schwingungsdauer verwendet wurde, bient auch hier 5um Anzeigen der WendegeschwindigLeit - Wenn man den Kreiselrahmen durch eine Feder an eine bestimmte Stellung zum Flugzeug fesselt, dreht er sich um die wagerechte Zapfenachse um so mehr, je rascher die Kursänderung vor sich geht.

In jedem Fall ist es der Kreisel, der. stets mtttels wr gleichen Eigenart, auf drei verschie­dene Weisen, das wahre Lot oder auch statt des in Böen oft nicht hinreichend stillstehenden, Kompasses den wahren Kurs anzuzeigen ver- mag Dadurch aber wird für bad sichere Fliegen tm Rebel eine notwendige, wenn auch nicht die einzige Vorbedinguirg geschaffen.

wett ist das Bittersüß (Solanum), dessen in einem Kranz pfeilförmigcr Blätter gehütete rote Beeven man oft in der Ebene an morastigen Stellen unb in Erlenbüschen findet. Der Genuß dieser wie Korallen glanzender Früchte beschwört einen üblen Haut ausschlag herauf.

3n der geheimen Medizin und der damals sehr nucgcbi(beten Giftmischer-Wissenschaft des Mittel- alters und der Renaissance spielte eine andere Pflanze eine große Rolle, die auch Heute noch üfr*r- nn. >n Deutschland als Unkraut wuchert, das Bilsenkraut (Hyoscyamus), in manchen Gegen­den auch Zigeuner kraut mrd Teufels- wurz genannt, dem man insbesondere auf dem i'arcbc an Mauern und Hecken begegnet. Auch mit fernen eigenartig geformten Samenkapseln spielen die Kinder gern, und gerade diese enthalten eines der stärksten narkotischen Gifte, das Delirium und in der Halste aller den Tod herbei führt. Ihm gesellen sich im Herbst noch zu im Laubwald die bekannte Einbeere mit einem schnell betäuben- ben, nur selten tödlichen Giftstoff, und in Kall- stein- und Sandbrüchen die Kron en Wicke (Co-

Bringt man etloa einen solchen Kreisel in einem gewöhnlichen Pendel derart an. daß feine Drehachse wagerecht, aber quer zur Pendelachse stehl, und daß er sich mit seinem Rahmen in bem Pendel um eine senkrechte Achse drehen kann, so wird er bei Ausschlagen des Vmrdeltz mitsamt dem Rahmen die erwähnte seitliche Aus­weichbewegungen machen müssen. Läßt man dabei ben Rahmen Kontakte schließen, die einen kleinen Elektromotor im einen ober andern Sinne in Dang sehen, und sorgt man dafür, daß die Dre­hungen des Motors in der richtigen Weise auf Daß Pendel zurückwirken, so läßt sich erreichen, daß sich das Pendel nur ganz langsam auS einer eimnal angenommenen Lage herausbewegt. War das Pendel also anfänglich in der Richtung des wahren Lotes beim Geradear.Sflug in Ruhe, so Wird es. durch Kreiselausschlag. Kontakte und Elektromotor gebremst, sich im Kurvenslug nur ganz langsam in der Richtung auf baß schein­bare Lot hin bewegen; es wird also das wahre Lot längere Zeit hindurch mit genügender Ge­nauigkeit anzeigen. Dieser Daugrundsah ist im Reigungsmesser verwirklicht.

Man kann den Kreisel auch senkrecht stellen, starr mit dem Pendel vereinigen und dieses mit ganz kurzem Hebelarm aufhängen. Treten bann Störungsbcschleunigungen auf, so weicht der Krei­sel vermöge feiner oben erwähnten besonderen Eigenschaft quer zu den Störungen aus und ver-

baS Pendel in Schwingungen längs einer Kreisbahn, die wegen der gleichen Kreiselwirkung so langsam verlausen, daß auch diese Anordnung längere Zeit hinreichend genau tm wahren ßoi verharrt. Das Gerät ist schon wächrend des Krie­ges als Anschüh-FIiegeryorizont be­kannt geworden.

Endlich läßt sich die älnterscheidung Zteüschen der Wagerechlage Im Geradeausflug und der richtigen Schräglage in der Kurve auch noch auf einem Almtocge treffen, ben ein Forscher auf dem Kreiselgebiete einmal alsBetrog der Ra- tiu bezeichnet hat: Verzichtet man nämlich bar- auf. die wahre Tilgung anzuzeigen, und mißt statt dessen die Geschwindigkeit der Kursände­rung, so läßt sich daraus mittelbar, unter An­nahme richtiger Schräglage in der Kurve, das

Angestellten-Versicherltngs- pflicht der Junglehrer. Vielfach sind Zweifel darüber entstanden, ob Iunglehrer. die bis zu ihrer Einberufung als Lehrer vorüber­gehend bei Behörden beschäftigt sind, von der Angestelltenversicherung befreit seien. Das Streb torium der Reichsversicherungsanstalt für An­gestellte Hai auf diese Frage folgende Entschei- düng getroffen:Für die Befreiung von Lehrern und Lehrerinnen, von der Angestelltenversiche- rung wird als Voraussetzung gefordert, daß sie an öffentlichen Schulen oder Anstalten beschäf­tigt smd und ibnen eine Anwartschaft auf Ruhe gelb und Hin.erbliebenenrente gewährleistet ist oder sie für ihren Beruf ausgebildet werden Dte Anwartschaft gilt nur für bie Personen als gewährleistet, bie tatsächlich im össentlichen Schul btenst tätig sind. Hiernach finb bie Junglehrer, bte vor ihrer Einberufung als Lehrer vorüber gehend bei Behörden beschäftigt finb, von bet Angestelltenversicherungspflicht ni ch t b e f re i i.'

* ® in Achtzigjähriger. Architekt 6aiI Schulz tn Darmstadt, Wiener Straße 99, voll, endet am nächsten Samstag. 24. Sept., in voller Geistesfrisch« und körperlicher Gesundheit fein 80. Lebensjahr. Herr Schulz, damals ilnter- vMzier im 2. Großh. Hess. Ins.-Regt., hatte 1870 das historische Erlebnis, daß er auf dem Bahnsteig des Gießener Bahnhofs unmittelbar bor Kaiser Napoleon Aufstellung sand, als dieser, mit dem Köln-MinDener Zug ein- fahrend, einen breiviertelstündigen Aufenthalt nehmen mußte, um nach Wilhelmshöhe weiter- geleitet zu werden. Der alte Herr, der 1913 bei der Hundertjahrfeier des 116. Regiments sowohl als auch bei der Denkmal-EnthüllungZfeier bev Regiments vor zwei Jahren hier mehrtägigen An teil genommen hat, dürfte manchem älteren Eir wohner Gießens mxh im Gedächtnis fein, da c nahezu drei Jahre bei den Klinlks-Reubauten al- Bauführer beschäftigt und speziell mit der Dau leitung des chemischen Laboratoriums betrau: war.

Aus dem Gießener Standes- - m lSregiste r. Es verstorben in der Zett vom 1. bis 15. Sept.: 7. Heinrich Hormann IL, ohne Bcrus. 80 Jahre alt. Sicher Straße 74. 9. Hein­rich Erl, Oberwachtmeister. 67 Jahre alt. Bleich- straße 26. 10. Ottilie Lein, geb. Kohlhehn: 63 Aahre alt, Ludwigstr. 12. 15. Heinrich Mas-i Stellwerksmeister i. 2t. 64 Jahre alt, Buchner straße 2; DoleSlaw Simonowitsch, Schuhmache 40 Jahr« alt, Kürchenplatz 9.

Deutsche Vvlksparte^ yn u. Frauengruppe der Deutschen 2)vlkSpariei spraci' ö-rdulein Klara Birnbaum dieser Tag> über jenes Buch von Hans Griwm, das jeden D«ttschen, welcher politischen Einstellung er auch fern mag, zu sorgenvollem Denken anregen must -Volk öhne 2taum". Darttr liegt die tt^ste Tra­gik unseres VollS^-anzen beschlossen. Denn bie Frage unseres Schicksals lautet: »Werben w.r wie werden wir der Raumlvsigkett Herr werde.« können." Immer sind wir Deutschen zur Aus­wanderung gezwungen gewesen: im 12. Jahr­hundert trieben wir nach Osten, im 17. Jahr hundert nach Amerika, im 19. Jahrhundert nach bet Kapkvlonie. Erst spät haben wir unsere Leute in eigenen Kolonien unterbringen können. Wohl hat bie Industrie dann mehr Menschen ver­braucht, so daß die Auswanderung abnahm, aber bag enge Zusammenbrängen der Menschen an diesen Arbeitsstätten bedeutete zugleich eine Ab­nahme der Qualität des einzelnen. Auch das Buch von Grimm bringt keine Lösung, auch er üjeifl keine Hilfe für unsere deutsche Raumnot die nicht behoben^ werden kann, ehe anderen Völlern das Verständnis dafür aufgegangen ist was diese unsere Raumnot für die Umwelt be­deutet. Fräulein Klara Birnbaum lieh uns ahnen, wie tief dies Problem im Leben unseres deutschen Volkes sie selbst beschäftigt. Sie emp­fiehlt die Lektüre dieses Buches, dasund 5er- aushebt aus unterem engen Jnteressenkreis und unS die Rot des Vaterlandes erkennen läßt".

btt Gelegenheit nehme, auf der Ausstellung mit dem Auslarch in Wettbewerb zu treten und der Oeffentlichkeit die Letstungssählgkeit des deut­schen Gartenbaus zu zeigen. Welche Werte im deutschen Gartenbau stecken, gehe daraus her­vor, bah bie deutsche Jahresproduktion sich auf 2 Milliarden Ml. be-ßere, eine Zahl, bie bei intensiver Bewirtschaftung noch erheblich gestei­gert werden könne. Gr sprach zum Schluß den Wunsch aus, bah sich die auf die Ausstellung gesetzten Hoffnungen verwirklichen mögen zum Segen unseres Vaterlandes und der Allgemein­heit.

Staatsselretär Mansholt - Haag über­brachte die Grüße der niederländischen Regie­rung. Holland sei gern dem Ruse gefolgt, sich an der Ausstellung zu beteiligen. DaS kleine, aber dicht bevölkerte Holland exportiere von seiner landwirtschaftlichen Produktion annähernd 36 Pro­zent. Das danke man 1. seiner natürlichen Lage am Rhein, 2. der jahrhundertealten Grlahrung, 3. der systematischen Bewirtschaftung. Holland, daS allein für 600 Millionen Mk. jährlich nach Deutschland ausführe, habe ein großes Interesse am gegenseitigen Austausch der Prodilktion.

Generalkonsul Chlebenda überbrachte darauf die Grüße der italienischen Regierung. Jeder, der erzeuge, habe auch den Wunsch, zu verkaufen, und zwar da, wo es am besten und billigsten fei. Die Lage Frankfurts bestimme es deutlich zum Großumschlag für die italienische

ronilla), auch S chaf slinse genannt, mit ihren weißen bis rosaroten kleinen Blüten, In denen sich ein schnell wirkendes Narkotikum verbirgt, das schon oft den Tod unvorsichtiger Kinder verursacht bat.

Am besten vermag praktische Belehrung und Än- schainmgsunierricht die Kinder vor diesen aleißne- rischen Pflanzen und ihrer oft tödlichen Wirtting zu bewahren. Beim Fmnilien- und Schulausflug

Aus Oer Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 19. September 1927.

Herbstgift.

Jede Jahreszeit birgt auf dem Gabentisch eine Reihe trügerisck-er Geschenke, vor denen sich der Riensch zu hüten l)at. Die liebliche Flora unserer Helimii beherbergt zwischen den prangenden Blüten des Frühlings, wie auch zwischen den unzähligen Fnichttolden und Fruchtttauden b?6 Herbstes Pflan­zen, denen gefährliche Gifte Innewohnen. Manches nngeroarnte Kind ifl ihnen schon zum Opfer ge­fallen. Gerade der jetzt elnsetzeirde Herb t bringt die tückischsten von ihnen gur Reife, und au die Gefahr für Leben und (tzesundheit, die sie darstellen, muß immer wieder hingewiesen werden.

Roch blühen einige Giftblumen des Sommers, wie der Fingerhut an Glfenbalmbäminen und an sonnigen Lichttmgen, oder der kriechende Ra chtschatten Im Uferdickicht der Flüsse und Bäche. Der gefährlichste Gast dieser Jahreszeit jedoch steht im Walde, die Tollkirsche (Atropa bella- donna), deren sich in diesen Tagen entwickelnde schwarze, einer Kirsche täuschend ähnliche Frucht jchon manchem Kinde zum Verhängnis geworden . Ihr Gemch führt fast stets, auch rvenn schnelle Hilfe mu Hand sein sollte, zu den schwersten Ge- snnvhettostöriintten, ja zum unweigerlichen Tod?. Die Wirkung beginnt mit Brechreiz, Aufhören der Speichelabsonderung, brennendem Surft und Dun» kelsehen und enbiat mit völliger Blindheit, sürchter- kicher Raserei dem bekannten Veitstanz des Mittelalters und dem Tode. Denn die Pflanze ertthält eines der stärksten organischen Gifte, das Atropin, und nur sofortiges Einflüßen non war­mer Milch, Essig oder Del vermag mögllck-enveise die Uöirfungcn und Folgen des Gemisies abzu schwächen und zu mildern. In Sioditeutschland sind allein ttn Jahve 1925 über 60 Kinder nach dem Genuß dieser Früchte gestorben.

Aus naffrn Wiesen beginnen im September sllnvachroia Blüten unmittelbar, wie nackt, ohne grünes Blätterwerk, aus dem Boden zu sprießen. Das ist die Herbstzeitlose (Colchicum), die ein botanisches Unikum darstellt Insofern, als bei ihr die Blätter erst nach dem Absterben der Blüte zum Vorschein kommen. Auch sie ist sehr giftig; Stilbe, die auf der Weide mit dem saftigen Grase diese Herbstblume gefressen haben, geben mit Blut vermischte Milch. Es ist äußerst gefährlich, die Blüte in den Mund zu nehmen; die Kinder spielen gerne mit der Samenkapsel der Herbstzeitlose, die das Pflanzenaift noch konzentrierter enthält als die Rillte. Ist ole Wirkung vieles Giftes auch nicht ganz jo tragisch wie bei der Tollkirsche, so stellen sich doch langwierige Magen- und Herzerkwnkungen ein.

Ein anderer schlimmer Gast unserer Pflanzen-

Neigungsmesser für Kugzeuge.

Von Professor Dr. ®. Gverling, Berlin.

Je schneller ein Verkehrsmittel ist, desto sorgfältiger müssen seine SicherheitsvorVvhnmgen durchgebildet fein, desto mehr muß Zuivrlässlg- keit und Regelmäßigkeit angestvebt werden. Wenn man beispielslveife nach der Abfahrt des Fen,- D-Zuges erfährt, daß daS Flugznig nicht ab- gehen tarnt, so erreicht man sein Ziel nicht mehr zur gewünschte Zelt. Die Sicherheit und Aegel- mäßigl'eil dcs LrlftverkehrS wird aber in ersten Linie durch Rebel, Wolken und unsichtiges Wetter bedroht. Dorrichtungcn, die ohne Ächt des Erdbodens z»l fliegen geftalten, beseitigen nicht nur die älnterbrechungen dcö Bqtriebcs durch Rebel, sondern verbessern auch die Wirt- sch^rftlichkeit durch AuSnutzen der Rachtzeit für den Lrrftverkehr.

Unter diesen Geräten zum Fliegen bei Rächt wrb Rebel sind die F u ir k a n l a g e n , die durch Berckehr mit den Bodenstationen die OrlSbestim- munfl ermöglichen, am bekanntesten, die Vor­richtungen zur alristischeu oder elektrischen Höhen­bestimmung neuerdings viel besprochen worden, die Geräte zum Landen auf einem vernebelten Flugplatz und die Anori>nungeil zum Bekämpfen. Zerstreuen oder Beseitigen deS RebelS noch am wenigsten entwickelt. Ä.IS weitgehend erprobt, oft genannt, aber in ihrer Wirkungsweise noch iveirig erkannt sind die Reigungsmesser, k>ie die Lage der Flugzeuge arrzeigeir.

Diese Aufgabe scheint gar nicht so schwierig: Man nimmt einfach ein Pendel oder auch eine Libelle und bringt sie vor dem Flieger an. Damit ist aber den Jnsasseir des Flugzerlges nicht viel mehr gesagt als durch fein Gleichgewichts­gefühl. DieleS gibt nämlich ebenso, wie ein Pendel, nicht die itxtijre senkrechte Richtung im Vaum an, sondern das Echctnlvt, die Rich­tung einer Kraft, die sich zusannnensetzl auS der Schwerkraft der Erde und den CtörunqMräftcn, die durch Böenwirkringen rmd andereIVd'leunl- flung entstehen, vor allem aber den Fliehkräften Die tm Ktlrvenfiug auf tret eit. Ein Pendel mutz to, weim daS Flugzeug von feinem Kurs ab-

locid^t und in D. i-ät, nach außen aus-

fchwingen; ebenfo wird sich ein richtig gesteuertes Flugzeug schräg in die Kurve legen. DaS Pendel wird also gegenüber dem Flugzeug seine Lage gar nicht oder mir wenig ändern und daher eine wagerechte Lage des Flugzeuges Vortäuschen, während es in Wirllichkeit in der Kurve schräg liegt. Daß daS menschliche Gleichgewichts­gefühl sich nicht anders verhält als ein Peir- del oder eine Wasserwaage, davon kann man sich leicht überzeugen, wenn man bei der Bahnfahrt tn stärkeren Kurven zum Fenster hinarissisht: -.Ilan vermag sich bann kaum der Augentäuschung zu entziehen, daß die Gebäude schief stehen.

Ilm nun mit Pendeln und anderen Geräten üaß wahre Lot anzeigen und damit beim Rebel- flug die richtige Wagrechtlage im Geradeausslug von der richtigen Schräglage im Kurvenslug l}?.r!d'<lt,cn 8U können, hat man versucht, Pendel, Flüssigkeiten. Schwimmkörper mrd ähnliche Dinge derart zu vereinigen, daß nur die Schwerkraft

uuk» die Störungen sich gegenfeltig auf- oeben. Alan kann sich nun aber ohne weiteres leicht überlegen, daß dies nicht möglich ist. ohne daß arich die Erdschwere selbst hierbei unwirksam gemacht wird. Deirn nach ®in- st ei n s RetatlGtätStheorie uni) das ist eine, wohl bisl)er die einzige praktische Anweirdung die er geistvollen Erkenntnisse ist die Schwer- lra t eine Beschleunigung so gut wie jede andere Massenkraft, also auch wie die Schleuderwirkung im Kurierflug. Sie läßt sich dacher aus einer Ge­samtheit solcher Kräfte nicht herauSschälen, daher auch nubt zrim Anzeigen deS wahren Lotes be­nutzen.

Wenn also die Anzerge der wahren Reigung griliidsätzllch unmöglich ist, so läßt sie sich doch angenähert verwirklickx'n, wenn man sich eines eigenartigen MechanlönniS bedient, der feit lan­gem ein beliebtes Spielzeug der Kinder und der Erfinder ist: der Kreisel hat die Eigenart, einer Zwangsdrehung um eine Achse, die zu seiner eigenen Drehachse quer steht, nicht einfach zu folgen, sondern mit einem AuSschlage um eine critte Achse nu antworten, die zu den beiden ge­nannten Achsen senkrecht gerichtet ist. Diese Eigen­schaft kann auf drei verschiedene Arten /,um Atrzeigen des wahren Lotes verwendet werden.

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des deutschen Außenhandels ge­sprochen hatte, wurde ein Rundgang durch die einzelnen Hallen der Messe angetreten.