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ist es heute möglich, folgende Vorschau zu geben, die aber keinen Anspruch erheben soll, ein Ur­teil über die Kräfteverteilung in den Kom­pagnien dorzustellen.

Den 100-Meter-Lauf sollte V vg e r 3./15 gegen den Gefr. Rehren 1./15 knapp ge- . rinnen, während der 800-Meter-Lauf durch Bohn 1./15 belegt werden dürfte. 3m 3000-Meter-Lauf geben wir dem Ober- Grenadier Seipp 2./15 die meisten Chancen, der kürzlich die 10 Kilometer in 36 Minuten gelaufen ist und der auch bei den Divisions- und Heeresmeisterschaften für seinen Stil sicher­lich profitiert hat.

3n den Sprüngen stellt die Maschinen- gewehr-Koinpagnie das aussichtsreichste Mate­rial, jedoch sollte Feldwebel Paulus von: Batl.-Stab ein entscheidendes Wort mitzusprechen haben, der schon verschiedentlich Weitsprünge über 6,50 Meter gezeigt hat.

Den Handgranaten-Weitwurf sollte sich mit seinem 65-Meter-Wurf der Divisions- Meister Ober-Gefreiter Schnell 1./15 nicht ent­gehen lassen, während im Kugelstoßen die 3. Kompagnie voraussichtlich in Arndt oder M o h l den Sieger stellen wird.

Die angewandten Leibesübungen: Schühenlauf, 1. M.-G. s. M.-G. Hindernislauf sind noch mehr mit Vorsicht zu beurteilen, da hier nicht nur die Schnelligkeit, sondern auch die Gewandtheit und das Zusammenarbeiten die Leistungen beeinflussen.

3m leichtathletischen Zehnkomp.f wird es einen harten Kampf zwischen Unteroffz. Fr i ck 2./15, Gefr. Schäfer 1./15, Gefr. Kräh- mer 2./15 und Feldw. Paulus Batl.-Stab geben. Vielleicht gibt hier die Wettkampferfah­rung dem Feldw. Paulus ein kleines Plus.

Der militärische Sechskampf (200- Meber-Lauf), Weitsprung, Handgranatenwerfen, Schießen, 100-Meter-Schwimmen. Barrenturnen) i.fi ganz offen. Leutnant Petermann kann ihn bei guter Schießleistung gewinnen. Die Reihenfolge der Sieger wird durch die Plah- wertung ermittelt-

Die 3. Kompagnie sollte bei gutem Stabwechsel in der 4xl00-Meter-Stafette l.iapp vor der 2. Kompagnie einkommen. Dagegen können bei gleichwertigen 800-Meter-Läufern 1. und 4. Konrpagnie in einen scharfen Endkampf in der Olympischen Stafette (830200200400 Meter) geraten.

Die große SOx/j'Sunbe (105-Meter- Stafette) ilst ganz offen. Guter Wechsel spricht ebenso mit, wie guter Lauf. Die Staffel wird die Sensation des Tages bilden und von der sieg­reichen Kompagnie in knapp 12 Min. gelaufen werden.

3n der Aach richten st afette kann das Zusammenwirken der Blinker und der Fernsprecher dem Deiter, Radfahrer und Läufer mit Gas­maske einen nicht wieder einzuhol:nd:nVorsprung verschaffen

Bliebe noch einiges über das Turnen, Fechten und Spielen zu sagen. 3m Turnen ist Unterfeldwebel Schmidt 1./15 Favorit, dicht gefolgt vom Ober-Grenadier Burkart 2./15.

Das Gewehrfechten machen die drei Infanterie-Kompagnien unter sich aus.

3m Gewichtreihen wird der Sieger schon 60 Kilogramm einarmig zur -Hochstrecke bringen müssen, um die zahlreiche Konkurrenz zu überbieten.

Die Kämpfe enden mit einem Handball­spiel von zweimal 15 Minuten, währenddessen sich der Zuschauer selbst sein Urteil bilden kann, wer in dem Rennen: Läufer gegen Radfahrer, Segen Motorradfahrer, gegen Pferd über 100 steter den Sieg davontragen wird.

Das Ergebnis der Vorkärnpfc und der Schwimmkämpfe.

Am Dienstag und Mittwoch wurden zum Teil bei starkem Regenwetter die Vvrkämpfe «um Bataillons-Sportfest und dir Entschei­dung im Schwimmen auSgetragen. Die Leistungen entsprechen trotz des schlechten Wetters ganz den Erwartungen: Mittlere bis gute Ein- zelleistungen, sehr gute Massenleistungen und wannende Endkämpfe infolge Gleichwertigkeit der Kompagnien. Folgende Entscheidungen sind be­reits gefallen:

Die schöne Welserin.

Don Liane v. G e n tz k o w.

Der romanhafte Schimmer, den eine spätere Zeil um die schöner Augsburgerin Philippine Welser gesponnen hat, hält vor der Geschichte nicht stand. Das erste Zusammentreffen mit dem jungen Erzherzog Ferdinand aus dem Reichstag zu Augsburg, eine Liebe auf den ersten Blick, die spätere Versöhnung des Kaisers durch Phi­lippine, die ihm verkleidet eine Bittschrift über­reicht und durch eine Schilderung ihres Schicksals ihn zur Verzeihung bewogen haben soll, endlich ein gewaltsames Ende der schönen Frau sind freie Erfindungen.

Kein Bericht der Zeit gibt Aufschluß über die erste 3ugend Philippines und den Beginn des Liebesromans, der später viel Aufsehen er­regte. Aus dem reichen und hochgebildeten Augs­burger Patrizierhaus entsprossen, hat sie eine Erziehung erhalten, die anscheinend über die Ausbildung in rein häuslichen Dingen, wie sie üblich war, schon hinausging und sie für die Stellung, die sie später einnehmen sollte, vor­bereitete. Ihre Schönheit, die dem Geschmack der Zeit um die schöne Augsburgerin Philippine groß, imposant, blond, mit regelmäßigen Zügen und von Heller Haut, wird viel gepriesen. Wann zuerst der Sohn Kaiser Ferdinands die Welserin gesehen, steht nicht fest. Sicher ist nur, daß, viel­leicht nach einer flüchtigen Bekanntschaft in Augsburg, ein näheres Kennenlernen in Böhmen erfolgte. 3n den fünfziger 3ahren weilte Phi­lippine wiederholt in Bresnih bei ihrer ver­witweten Tante Katharina von Loxan und deren Sohne, dem Burghauptmann von Bresnih. Als Statthalter von Böhmen stand der junge Erz­herzog in Verbindung mit der Familie Loxan und in Bresnih fand endlich auch die heimliche Srauung durch den Beichtvater Ferdinands im 3anuar 1557 statt. 3n jenem Jahrhundert wurde cs noch nicht wie später als eine Ehre betrach­tet, fürstliche Mätresse zu sein, und es spricht für den Stolz der Patrizierin, daß sie die Trauung erreichte.

Das Geheimnis ist jahrelang bewahrt wor­den, die Kinder aus der Ehe wurden als Findel­kinder bald nach der Geburtzwischen zwei Türen gelegt", danngefunden" und getauft. Schon 1559 wußte der Kaiser von der heimlichen Verbindung. In einem Erlaß vom 1. August

800-Meter-Lauf: 1. Obergesr. Rüth 3./15,'*2. Obergren. Bohn 1. 15. Technisch guter Lauf, den die beiden Sieger nur noch nicht ganz durchstanden. Die Zeit 2,15 ist für Regenwettcr und Weiche Bahn sehr gut.

Gewehrfechten für Unteroffi­ziere. 1. Unterfeldwebel B i ck h a r d t 1./15, 2. Unteroffz. Ritter 2./15.

Gewehrfechten f ü r Mannschaften: 1. Oberschühe Kühne rt 4./15, 2. Obergren. Becker 1./15.

Geräteturnen, Sechskampf: 1. Ober­grenadier Burka rt 2./15, 2. Schütze Ger­hardt 4./15. Durch die Vielseitigkeit der Geräte wechselnder Kampf, den Burkart mit 95 P. gewann.

Musterriegenturnen, 1 Offizier, 10 Unteroffiziere jeder Kompagnie: 1. 1./15 97 P., 2. 3./15 95 P., 3. 2. 15 91 P. 2 Kompagnie führte bis zum letzten Gerät, an dem sich die 1. Kompagnie mit überragenden Leistungen an die Spitze setzte.

Gewichtreißen: 1. Gren. Arndt 3./15, 2. Obergren. Knorr 2./15.

4xl 500-Meter-Stafette: 1. 1./15

überlegen vor 3./15 und 4.'15 in 19 Minuten.

Zehnkampf: Es führen nach dem 9. Gerät Gren. Arndt mit 367 P. vor Feldw. Paulus mit 366 P. und Unteroffz. Frick mit 331 P. Entscheidung am Sonntag.

Gemischter Sechskampf: Aach der 4. Ueburtg steht der Komps: Gefr. Aehren 1./15 5,5 P., Leutnant Petei :nann 10 P.,Obergren. Burkart 12,5 P. Entscheidung am Sonntag.

Schwimmwetk. kämpfe. Bei den ange­gebenen Zeiten ist die Wassertemperatur mit 13 Grad und starke seitliche Strömung infolge Hochwasser'tandes der Lahn' z>u berücksichtigen.

Strecken tauchen. 1. Ober-Grenadier Wallner 1./15, 51 Meter in 41 Sek. 2. Unter­offizier Frick 2./15, 47 Meter in 41,4 Sek. 3. Ober-Schütze Kuhnert 4./15, 40 Meter in 37 Sek.

100 Meter Brust: 1. Ober-Grenadier 3 ohn 1./I5, 1,49. 2 Grenadier Link 3./15, 1,51.

400Meter bei.: 1. Ober-Grenadier 3 ohn 1./15, 8,56 2. Grenadier Silent r ä g er 1./15, 9,27.

100 Meter Rücken: 1. Grenadier Link 3./15, 1,53. 2. Ober-Grenadier Otto 3 /15, 2,05.

Wasserspringen: 1. Ober-Grenadier Burkart 2./15, 24,45 P., 2. Ober-Gefreiter Krumbholz 2./15, 22,65P., 3. Gren. Link 3./15, 20,70 P.

20x50-Meter°Stafette: 1. Zweite Kompagnie in 18,27, 2. Vierte Komp, in 19,37. 1. und 3. Komp, wurden disqualifiziert wegen Schwimmens in falsche Dahn. Der Wettkampf war sehr spannend, da 2. Komp, noch beim 14. Schwimmer 30 Meter zurücklag, so daß zwei gute Kräfte vorzeitig eingesetzt werden mußten. Beim 18. Schwimmer schob sich die 2715 dann vor, um ihren Vorsprung bis ins Ziel auf 6 Meter zu vergrößern.

1. F. C. Nürnberg schlägt Hertha-BSL. 2:1.

Am Mittwochabend standen sich in Berlin die beiden ©egner aus dem Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft in einem Freund- schaststreffen gegenüber. Etwa 20 000 Zuschauer wohnten dem Spiel bei. 3n der ersten Spiel­hälfte zeigte Hertha-BSC. eine ausgezeichnete Leistung. Nürnberg wurde fast vollständig in seine Hälfte zurückdrängt, und nur die aufmerk­same Verteidigung, vor allem Stuhlsaut im Tor, verhinderten die fast sicheren Tore. Ein von Dumbes" Schmidt in höchster Aot auf der Torlinie mit der Hand abgewehrter Ball führte zur großen Chance für Hertha-BSC., zum Elf­meter. Von Sobeck direkt geschossen, wehrte Stuhlsaut meisterhaft ab. In der 35. Minute führt eine Flanke von R e i n m a n n durch Hoch­gesang zum ersten Tor für Aürnberg. Hertha erzielt wohl bis zum Schluß der ersten Hälfte 6 Ecken, aber kein Tor. Aach der Pause zerfällt Hertha mehr und mehr, insbesondere der Sturm ist am Ende seiner Kräfte. Die Flügel Montag und Abegglen können Nicht mehr mithalten. Aürnberg übernimmt jetzt das Kommando, kommt aber durch Hochges ang nur zu einem zweiten

dieses 3ahres gewährte er volle Verzeihung, nahm Philippine in Gnaden auf, verpflichtete aber die Gattin und die Mitwisser zur weiteren Geheimhaltung. Die Kinder erhielten den Aamen von Oesterreich" und 3ahresrenten. Philippine wurde später nach dein Tode des Kaisers zur Freifrau von Zinnenburg" erhoben, und 1570 wird sie diedurchlauchtigste Fürstin und Frau, Markgräfin von Burgau" usw. genannt. Obwohl erst bei Gelegenheit der Ernennung von Philippi- nens ältestem Sohn Andreas zum Kardinal der Papst die Gatten vom Gelübde der Geheim­haltung der Che entband, so war die St^lung der Weiferin auch vorher schon durchaus fürst­lich. 3hre Bildung läßt sie in jeder Hinsicht den deutschen Fürstinnen ihrer Zeit gleichstehend er­scheinen, ihr liebenswürdiges Wesen und ihre schöne Erscheinung nahmen für sie ein. Da der Erzherzog sich nur sehr ungern von ihr trennte, begleitete sie ihn auf Reisen und zu Festlich­keiten und genoß stets ehrenvolle Aufnahme.

1567 siedelte das Paar von Böhmen nach Tirol über, wo der Erzherzog die Regierung des Landes übernahm, und Schloß Ambras bei 3nnsbruck sieht nun einen glänzenden Hofhalt, in dem die Schloßhecrin der Mittelpunkt ist. lieber das Wirken der Welserin als Hausfrau und Landesmutter haben sich viele Dokumente erhalten. Bittschriften im 3nnsbrucker Landes­archiv zeigen das Vertrauen, das sie genoß und ihren immer hilfsbereiten Sinn. Eine Rechnung über zahlreiche Hochzeitskleider beweist, daß sie Dräute zur Hochzeit auszustatten pflegte. Ein besonderes 3nteresse der Fürstinnen jener Zeit war die Medizin. Ebenso wie gleichzeitig Katha­rina von Brandenburg in Berlin und Anna von Sachsen in Annaberg, so gründete auch Philip­pine unter Mithilfe ihres Leibarztes eine Apo­theke, verfaßte ein eigenhändig geschriebenes Dezeptbuch und behandelte mit großer Sorgfalt und Liebe die vielen Kranken, die zu ihr nach Ambras tarnen.

Auch ein von ihr geschriebenes Kochbuch wird noch aufbewahrt, in dem neben Augsburger heimatlichen Gerichten wie demAugsburger Sprützbergle" die schwierigsten Pasteten und Tor­ten betrieben werden. Wie seltene Heilmittel, so wurden auch allerlei Speisen zwischen be­freundeten und verwandten Höfen ausgetauscht. So schickte sie eingemachte Tiroler Preiselbeeren nach Ferrara,so wir selbst gemacht", und die Ambraser Küche war so berühmt, daß der säch-

Tor, da Müller und D ö l ke r in der Läufer­reihe der Berliner vorzügliche Zerstörungsarbeit leistem Zwei Minuten vor Schluß kann dann Kirsei auch Stuhlfaut bezwingen

Die Meisterschaften im Ardeiter-Turn- und Sportdund.

£ Bei recht guter Beteiligung aus dem gesamten Bundesgebiet wurden am Sonntag die leicht­athletischen Bundesmeisterschaften in Hannover ausgetragen. Bei der überragenden Bedeutung, die die Leichtathletik sich auf dem ge­samten Gebiete des sportlichen Lebens immer mehr und mehr sichert, ist es begreiflich, daß die gebotenen Leistungen um ein bedeutendes über der letztmaligen gleichen Beranstaltung standen. Dies wird durch die Tatsache unterstrichen, daß in Hannover achtzehn neue Bundes - Höchstleistungen erzielt wurden. Stehen den einzelnen Bundesoereinen erst einmal in größerer Anzahl geeignete Laufbahnen zur Verfügung, so wird eine merkliche Leistungs­oerbesserung in technischer und zeitlicher Beziehung zu beachten sein.

Unter den Teilnehmern befanden sich auch eine Anzahl Angehöriger aus unserem heimischen 9. Kreisgebiet, von denen die Kreis­mannschaft für die 4X400-Meter- Stafette den ersten Platz belegen konnte. Einen weiteren bedeutungsvollen ersten Sieg er­rang Sportler Bernadus (Hausen b. Frankfurt), indem er im Zehnkampf mit 56 Punkten Vorsprung Er st er wurde. Dieser Sieg ist um so eindrucksvoller, als der Zehnkampf eine der wich­tigsten Kampfarten ist, der eine gewisse Vielseitigkeit voraussetzt. Leider gelang es dem Gießener Langstreckenläufer Balser nicht, sich zu plazieren. Dies lag nicht an der geringeren Leistungsfähig­keit, sondern an einem unglücklichen Zufall und einer gewissen Unerfahrenheit, die bei solchen. Groß- kämpfen stets zu bemerken ist. An dem 5000-Meter- Lauf, den Balser mitbestritt, beteiligten sich dreißig Läufer: beim Start tarn Balser auf die Außen­bahn. Nach dem Schuß drängte alles nach innen, so daß der Gießener Läufer bei der ersten Runde ziemlich am Schluß des Feldes lag. Wenn es ihm trotzdem gelang, in der weiteren Durchführung des anstrengenden Laufes etwa 20 Vordermänner zu überholen und sich schließlich an die zehnte Stelle zu setzen, so verdient diese Leistung immerhin Anerkennung. Die erzielten Ergebnisse sind die folgenden:

110-Meter-Hürdenlaus (Männer): 1. Mohwald, Rathenow, 16 Sek.: 2. Wels, Burg, 16 Sekunden.

400-Meter-Hürdeniauf (Männer): 1. Wels, Burg, 60,9 Sek.; 2. Scherbach, Bremen, 63,3 Sekunden.

4X100 - Meter - Stafette (Männer): 1. Linden, 54,2 Sek.; 2. A. S. C. Berlin, 45,4 Sek.

4X400 - Meter - Stafette (Männer): 1. 9. K r e i s 3.43,5 M i n., 2. 3. Kreis 4.03,6 Min.

10X100° Meter-Stafette (Männer): 1.Fichte" Berlin, 1.56,7 Min., 2. A. S. C. Berlin, 1.59 Minuten.

100-Meter-Lauf (Männer): 1. Brocks, Linden, 11 Sek., 2. Freese, Bremen, 11,1 Sekunden.

800-Meter-Lauf (Männer): 1. Boyer, Berlin, 2.02,6 Min.; 2. Halen, Finnland, 2.03,6 Min.

5000-Meter-Lauf (Männer): 1. Wag­ner, Leipzig, 15.48,2 Min.; 2. Wolfer, Bodenlanden, 15.52,1 Minuten.

Olympische Stafette (Männer): 1. Feuerbach, 3.47 Min.; 2.Fichte" - Berlin, 3.47,6 Minuten.

Hochsprung (Männer): 1. Mohwald, Rathenow, 1,76 Meter; 2. Schulze, Weihwasser, 1,71 Meter.

Stabhoch (Männer): 1. Schulze, Weih­wasser und Mohwald, Rathenow, 3,50 Meter; 2. Trebuth,Fichte"-Berlin, 3,30 Meter.

10 X 10 0 ° Meter - Stafette für Frauen: 1. 1. Kreis, 2.17,2 Min.; 2. 10. Kreis, 2.27 Minuten.

Kleine olympische Stafette für Frauen: 1.Fichte" - Magdeburg, 56,9 Sek.; 2. F. T. Kassel, 57,3 Sekunden.

100- Meter-Laus für Frauen: 1. Hippler, Magdeburg, 12,9 Sek.: 2. Schulz,Fichte"- Berlin, handbreit zurück.

fische Kurfürst seinen Koch daselbst die Zuberei­tung von Backverk erlernen liefe. Die große Hofhaltung sah viele Gäste und die gastfreie Schlohfrau wird wiederholt in Reiseberichten er­wähnt, wie auch die Ausschmückung des Schlosses und eine berühmte Sammlung, die der Erz­herzog anlegte, Ambras schon damals zu einer Sehenswürdigkeit machten.

Verhältnismäßig früh sollte dies glückliche und harmonische Leben ein Ende finden. Philippine, die sich schon lange keiner guten Ge­sundheit erfreute, erkrankte im 3ahre 1580 schwer. Am 24. April bereitete sie sich durch Empfang der Sakramente mit vollem Bewußtsein auf den Tod vor und hatte für jeden ihrer Angehörigen und ihres Haushalts noch ein freundliches Wort. Die Trauer um ihren Hingang war in Tirol ganz allgemein. EineLiebhaberin aller be­trübten Herzen", wie sie in einer Bittschrift ge­nannt wird, war mit ihr dahingegangen. Das Denkmal, das der Erzherzog über ihrem Grabe in der Innsbrucker Hofkirche errichten liefe, weckt heute noch die Erinnerung an eine der liebens­wertesten deutschen Fürstinnen des 16. 3ahr- hunderts.

Beim alten Münchhausen.

Die unsterblichen Lügengeschichten des Ba­rons Münchhausen, die bei uns in Bür­gers Erzählung zum Volksbuch geworden sind, erschienen ja zuerst durch ein merkwürdiges Spiel des Zufalls auf Englisch, und aus dem Englischen hat Bürger die Aufschneidereien überseht. Daher ist derLügen-Baron" bei den Briten nicht min­der gut bekannt als bei uns, aber man hält ihn allgemein für eine Sagengestalt, und erst jetzt hat ein englischer Besucher Westfalens zu seiner größten Verwunderung entdeckt, daß Münch­hausen wirklich gelebt hat.3ch habe niemals ein Wort von dem geglaubt, was der Baron Münch­hausen gesagt oder gcfchrieben hat," erzählt Henry Albert Phillips in einem Londoner Blatt, und aus diesem Unglauben schloß ich, daß er überhaupt nicht gelebt hat. Aber nun kann ich mein Wort dafür verpfänden, daß es einen Baron Münchhausen gab. 3ch habe einige Tage in feinem Haus gewohnt, habe in dem reizenden Garten gefeffen, den er mit eigener Hand an­gelegt, habe an seinem Tisch gegessen, in seinem Schlafzimmer geschlafen und mehr als ein Glas Bier in dem Pavillon getrunken, den et sich

Fünfkampf, Sportler: 1. Dierseh Lett­land, 474 Punkte: 2. Kuparinen, Finnland, 460 P.

Zehnkampf, Sportler: 1. Berna­dus, Hausen, 888,5 Punkte; 2. Cvrtz, Brandenburg, 832,5 Punkte.

Dreikampf,. Sportlerinnen: 1. Rauh, Berlin, 309 Punkte; 2. Niebitz, Nürnberg, 299 P.

Speerwerfen, Männer: 1. Boelke, Meuselwitz, 47,36 Meter; 2. Geiger, Feuerbach, 46,83 Meter.

Diskuswerfen, Frauen: 1. Kehrt, Ludwigshafen, 24,17 Meter; 2. Zain, Berlin, 23,75 Meter.

Kugelstoßen, Frauen: 1. Wüst, Mun- denheim, 9,31 Meter; 2. Kehrt, Ludwigshafen, 8,71 Meter.

Weitfprung, Frauen: 1. Oliw,Fichte"- Berlin, 5,20 Meter; 2. Gießeier, Düsseldorf, 5,01 Meter.

B. f. B.

Mit Rücksicht auf das am Sonntag statt- findende Dataillonssportfest, und zur Ermög«- lichung eines tunlichst geschlossenen Besuches des­selben ruht der Spielbetrieb nach dem eveignis- reichen Sonntag diesmal fast ganz. Um die kurze Zeit bis zum Beginn der Verbandsspiele zum Einspielen neuer Spieler auszunutzen, trägt die dritte Mannschaft auf dem Waldsportplatz ein Gesellschaftsspiel gegen Fronhausen aus. Sie wird sich ftredkn müssen, wenn sie gewinnen will. Vor allem sollte sie, anstatt wie in ihrem letzten Tressen das Opfer ihres eigenen Tempos zu werden, eine bessere Kräfteemteilung erlernen. Für den Vormittag hat die A-H.-Mannschaft mit Steinbach abgeschlossen und wird sich gegen die Aktiven zu wehren haben.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Am Sonntagvormittag spielt auf dem Sport­platz an der Liebigshöhe die 1. Schülermannschaft gegen die gleiche des Wetzlarer Spottvereins und die 3 L-Mannfchaft gegen die 1. Mannschaft des VereinsSportluft 1926" Cappel b. Marburg. Der jeweilige Spielausgang ist nicht vorauszufagen Die 3 b= und 2. Jugend-Mannschaft fahren nach­mittags nach Lich, um sich dort in Gesellschaftsspielen mit der 2. aktiven und 1. Jugend-Mannschaft des dortigen Vereins für Nasenspiele zu messen. Man erwartet allgemein die Blauweißen in Front.

Der Rhön-Segelflug- Wettbewerd 1927.

Der nunmehr zu Ende gegangene, zum achten- mal in der Rhön abgehaltene Eegelflug- wettbewerb hat sich durch besonders rege Flugtätigkeit ausgezeichnet. Er ftanb nicht im Mittelpunkt großer Rekordleistungen, sein Schwer­punkt lag vielmehr an einer anderen Stelle. Be­kanntlich hatte man eine Drei teilung des Wettbewerbes in Schulungs-, Uebungs- und LeistungsWettbewerb vorgenommen. Dies hat sich als zweckmäßig erwiesen. Besonders unter den Teilnehmern am SchulungsWettbewerb hat sich ein sehr lebhafter Betrieb entwickelt. Richt nur, dafe eifrig Schulflüge ausgeführt wurden, auch eine Anzahl von Segelfliegerprü­fungen konnte während dieser Zeit abgelegt werden. Damit ist der Heranbildung von Rach­wuchs ein neuer Impuls gegeben worden. Der Schulbetrieb der einzelnen Fluggruppen gestaltet sich heute im allgemeinen so, daß sich die Ver­eine ihre Schulflugzeuge selbst bauen und hierbei in erster Linie die von der Rhön-Rossitten- Gesellschaft herausgebrachten TypenZögling" undPrüfling" bevorzugen. Wie emsig der Schul­betrieb während des Wettbewerbes gewesen ist, geht aus den vielen Statts einzelner Gruppen hervor, die es auf mehr als rund 50 Starts gebracht haben, wie z. D. der Mitteldeuttche Flugverband Kassel, die Akademische Flieger­gruppe «Stuttgart, die. Marcho-Silesia u. a.

Liber daß iricht nur die Vereine sich eines regen Flugbetriebes befleißigen formen, sondern im gleichen Maße auch Einzelpersonen, hat am besten Schl ei eher gezeigt, der tagtäglich eine Reihe von Starts ausführte und es dabei auf eine Gesamtflugzeit von 3i/2 Stunden gebracht hat.

Der Leistungswettbewerb wies die wenigsten Teilnehmer auf. Als ernste Korrkurrenten standen sich hier eigentlich nur Rehring und Kegel

auf dem Hügel baute, der über das Haus hin­blickt, und in dem er mit seinen Kumpanen zu sitzen pflegte und seine köstllchen Geschichten er­fand, die ein literarischer Schatz der Welt ge­worden find. Die Heimat des Barons Münch­hausen ist ein kleines Dorf, Bodenwerder an der Weser, etwa drei Stunden im Boot von der Stadt Hameln entfernt, die durch ihren Ratten­fänger so berühmt ist. Man wandett vom Fluß auf einem engen Pfad an Frauen vorbei, die an den Ufern Wäsche waschen und sie auf den Wiesen trocknen. Bald befindet man sich in einer alten Straße, die feit vielen Jahrhunderten sich nicht verändert hat und schon so ausfah, lange bevor Münchhausen 1720 geboren wurde. Rach einigen Minuten tritt man durch den Torweg des Münchhausenschen Hauses, wo einige seiner Fa­milie noch bis 1878 lebten. Auf einem gewundenen Gartenweg gelangt man zu dem massiven vier­eckigen alten Bau. Ich klomm die breite Wendel­treppe empor und stand in einer großen Halle, von der ich in ein großes Zimmer gelangte und dann in ein lleines, das unseres Barons «Schlaf­zimmer war. Einige Zeit lang wurde es nun mein Schlafzimmer. Am Abend schlenderte ich nach dem Pavillon am Abhang des Hügels über dem HauS. Da ist ein einziger Raum, von dem eine Veranda ausgeht, die weithin über das Tal schaut. Am wichtigsten aber ist der Weinkeller darunter, aus dem Baron Münchhausen so manche gute Flasche als Anregung für feine Geschichten schlürfte. Das Gerücht geht noch um, daß er ein großer Trinker war und ein unverbesferlicher Aufschneider. Wegen dieser Eigenschaften scheint er keinen guten Ra men in der Gemeinde gehabt zu haben. Denn als er starb, soll man sich ge­weigert haben, ihn in der Familiengruft der schönen alten Klosterkirche nahe dabei zu be­erdigen. Der jetzige Pastor der Kirche erzählte es mir, als wir zusammen in derLüaen-Villa" saßen. So lag die Leiche einige Tage lang unbe­erdigt, bis der regierende Herzog eingttff, und Münchhausen heimlich bei seinen Ahnen be.gesetzt wurde. Heber ein Jahrhundert später, als die Kirche renoviert wurde, grub man die Leiche durch Zufall aus. Sie war vortrefflich erhalten und sah wie lebend aus. Wenn er die Geschichte selbst erzählen würde, bann würde er sicher ausmalen, wie er sich ganz steif aus dem Grabe erhoben, den Arbeitern für ihre Dienste gedankt und sich plötzlich an eine Verabredung mit feiner Tafelrunde erinnert habe, die noch immer seiner Geschichten harrte..."