becechtigung zugestanden war, genossen. Aber dieser Minimaltarif ist überholt. Die Kammer hat noch nicht Zeit gehabt, ihn durchzusehen und zu korrigieren. Frankreichs Sache ist es also, mit der Revision des Zolltarifs bis zum 15. Sep- tember zu Ende zu kommen, wenn es nicht in den Zustand der Unterlegenheit kommen will. Man muh also rechtzeitig daran denken, und dies wird eine der ersten Sorgen der neuen Kammer sein. Frankreich hätte es sich selbst zuzuschreiben, wenn es zu jenem Zeitpunkt nicht gerüstet wäre. Es wäre nicht der Fehler des Abkommens. Neben wirtschaftlichen Interessen hat das Abkommen ein ebenso politisches Interesse.
Man spricht von einem Wirkschastslocarno. hoffentlich! hoffentlich sogar noch etwas Solideres!
Eine Annäherung lediglich auf politischem Gebiet hat stets etwas Lockeres, Wirkungsloseres und Kühleres an sich. Ein Handelsabkommen, das die Bande in wirtschaftlicher Beziehung zwischen den Gegnern von gestern enger knüpft und schafft, ist eine wertvollere Unterstützung für die pazifistischen Hoffnungen der Zukunft. Die vagen Konversationen sind gefährlich, weil sie enttäuschen. Man erwartet von ihnen Dinge, die sie nicht geben können. Eine prosaische Regelung aber dagegen bietet die Aussicht, mehr zu gebzn, als man erwartet hat. Das ist eine Grundlage. Ein Handelsabkommen gewährt materiellen Dingen Befriedigung, und deshalb kann man es, ohne befürchten zu müssen, sich zu täuschen, auch moralisch mit Befriedigung aufnehmen.
Die „E re Nouv« lle" erklärt, man dürfe nicht mit Stillschweigen den aktiven guten Willen Posses übergehen, der es verstanden habe, die Instruktionen aus Berlin den Erfordernissen der schwierigen Lage anzupassen. Man hab« von einem wirtschaftlichen Locarno gesprochen. Die Formel ist verführerisch, aber nicht durchaus richtig. Es ist richtiger zu erklä- ren, daß das Abkommen im Geiste von Locarno abgefaßt ist. Zum ersten Male bei einem Vertrage, der nur materielle Interessen in Frage stelle, wage man es, sich auf die ideale Auffassung zu berufen, der der Völkerbund seine Existenz verdanke. Das Abkommen bedeute einen Beweis für einen neuen Geist in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Völkern. Ein neues Hindernis auf dem Wege zum Frieden sei niedergelegt worden.
Der „Paris Matinal" schreibt: Gestern hat man geschrieben, daß man vor einem wirtschaftlichen Locarno stehe. Die Formel ist richtig, man kann sogar sagen, daß Frankreich mch Deutschland durch dieses Abkommen Locarno realisierten, konkret gestalteten und materialisiert haben. Die Bande, die die beiden Länder vereinen, sollen enger geknüpft werden. Ein schlechter Friede ist besser als ein guter Krieg, ein schlechtes Abkommen ist besser als ein guter Wortstreit. Das Abkommen ist nicht sehr gut, es hat sehr viele mittelmäßige Punkte, aber es ist vorhanden.
„Homme Libre" begrüßt das Abkommen. Es sei ohne Zweifel vom allgemeinen Gesichtspunkte aus nichts wünschenswerter als ein wirtschaftliches Zusammenarbeiten zwischen Deutschland und Frankreich: das Abkommen ermögliche dies.
Ablehnend verhalten sich nur der „ A v e- ntr“ und die „Activn Fran^aise", beide nationalistisch eingestellt.
Hoesch bei Poineare.
Paris, 18. Aua. (Wolff.) Der deutsche Botschafter, Herr v. Hoesch, hatte heute vor- mittag eine Hnterredung mit dem Ministerpräsidenten Poincare, die IVi Stunden währte. Anlaß zu dieser Besprechung gab der Wunsch des Botschafters, dem Ministerpräsidenten persönlich zu danken für die Anteilnahme, die die französische Negierung und insbesondere auch Herr Poincarö ihm während seiner langen Krankheit gezeigt hätten. Im Laufe der Unterredung wurde der gegenwärtige Stand der deutsch-französischen Beziehungen im allgemeinen erörtert, wobei der gestern erfolgte Abschluß des deutsch-französischen Handelsvertrages in seiner Bedeutung einer besonderen Würdigung unterzogen wurde.
Rakowski wieder in Paris.
Paris, 18. Aug. (Wolff.) Der russische Botschafter Rakowski ist von Moskau kommend heute wieder in Paris angekommen.
Bespritzung
Vralianu-Slresemann.
Paris, 18. Aug. (Wolff.) Wie die „Information" aus Bukarest meldet, nimmt man in der dortigen Presse an, daß der gegenwärtig in Parts weilende rumänische Außenminister Bratta n u im September in Genf mit Reichsaußenminister Dr. Stresemann eine Zusammenkunft haben wird. In unterrichteten Bukarester Kreisen ist man der Ansicht, daß die etwaigen Genfer Besprechungen mit Dratianu nur einen allgemeinen Charakter haben könnten, da eine gründliche Behandlung der strittigen Punkte toegen des zu umfangreichen Materials nicht möglich sein werde. Die Regelung der Einzelfragen würde später in Bukarest oder Berlin erfolgen.
Gute Vorsätze des Saarlandpräsidenten.
Saarbrücken, 18. Aug. (WTD.) Der Präsident der Regierungskommts- sion des Saargebiets, Sir Ernest Wil- t d n, hatte zu heute nachmittag die Vertreter der Presse des Saargebiets zu einer Besprechung über di« gegenwärtige politische Lage • im Saargebiet eingeladen. Diese Besprechungen sollen von nun an eine ständige Einrichtung werden, um die Fühlung zwischen Regierung und Presse und damit der Bevölkerung enger zu gestalten. Der Präsident führte heute u. a. aus: Ich bin Präsident der Regierungskommission für alle ohne Hnterschied der Partei, der Konfession und der Rationalität. Die mir anvertraulen Interessen werde ich völlig neutral zu vertreten suchen. Auf die Lage der Bergarbeiter eingehend führte er aus, daß er volles Verständnis für ihre R o t l a g e habe lind daß er sich mit der Generaldirektion der Saargruben in Verbindung gesetzt und mancherlei Zugeständnisse erreicht habe. Aber die Ursache der Krise liege in der Kohlenüberproduktion begründet. Der Präsident ging dann auf die letzten Tumulte In Saarbrücken anläßlich der Bergarbeiterdemonstration ein. bei der unverantwortliche Clemente von feiten der Kommunisten im Trüben zu fischen versucht hätten. Sie schädigten die Interessen der Arbeiter und den Frieden und die Ordnung und deshalb sei
die Regierungskommission entschlossen, in Zukunft derartige Demonstrationen zu verbieten. wenn sie von ihnen eine Störung der öffentlichen Ordnung befurchte. Ein derartiges Verbot komme aber für die anläßlich des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten von Hindenburg geplanten Kundgebungen und Feiern nicht in Frage. Er verstehe es, daß man Hindenburg im Saargebiet ganz besonders verehrt und feiern wolle. Der Präsident betonte wieder- holt, daß er die feste Absicht habe, Frieden und Ordnung aufrecht zu erhalten, und daß er dabei auf die Mitarbeit der Presse hoffe.
Internationale Abkommen über Seehäfen und Eisenbahnen.
Berlin. 19. Aug. (WTB.-Funkspruch) Der Reichsminister des Auswärtigen hat lt. „Tägl. Rundschau" dem Reichstag ein Statut über die internationale Rechtsordnung der Eisenbahnen und ein Statut über die internationale Rechtsordnung der Seehäfen zur Beschlußfassung vorgelegt. Die beiden Statute sind bereits auf der zweiiten Derkehrslonferenz des Völkerbundes vereinbart worden, an der Deutschland als gleichberechtigter Staat teilnahm. Das Abkommen hat. Wie das Blatt schreibt, den Charakter eines eisenbahnpolitischen Programms, auf das sich die einzelnen Staaten geeinigt haben. Es enthält eine Zusammenfassung, was im Verkehr der kontinentaleuropäischen Eisenbahnen als praktische Regeln bereits bestanden hatte. Das Abkom- men über die Seehafen tragt denselben Charakter.
Die Kosten
des Nerchsschukgesetzes.
Berlin, 19. Aug. (WTB. Funkspruch.) Wie der „Demokratische Zeitungsdienst" mitteilt, haben sowohl der Deutsche S t ä d te t a g, als auch der Preußische Landtzemeindetag bei den ihnen angeschlossenen Städten und Gemeinden E r - Hebungen über den Umfang der B e l a st u n • gen eingeleitet, die den Selbstverwaltungskörpern durch das geplante Reichsschulgesetz entstehen würden.
Beilegung des Zwischenfalles in Schanghai.
Schanghai, 18. Aug. (WB.) Der Zwischenfall wegen des englischen Flugzeugs ist beigelegt worden. Die britischen Behörden haben die abgeschnittene Eisenbahnlinie freigegeben und ihre Truppen wieder in die Riederlassung zurückgezogen.
Errverbslosenausschreitungen in Paris.
Paris, 18. Aug. (WTD.) Heute nachmittag haben etwa 10 0 Stellung slose versucht, in eine Baustelle an der Peripherie von Paris einzudringen, wo eine Untergrirndbahn errichtet werden soU. Sie bewarfen die beiden Wächter mit Steinen. Rachdem sie zunächst vertrieben worden waren, sammelten sie sich wieder und drangen in einer Stärke von etwa ZOO Mann aufs neue vor. Es kam zu einem ernsten Zusammen- st o h mit der Polizei, wobei sieben bis acht Polizeibeamte mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Drei Personen wurden verhaftet.
Russische Störenfriede.
Stockholm, 18. Aug. (WB.) In der heutigen letzten Sitzung des Internationalen Ge- nossenschaftskongresses wurde auf Antrag von Dr. Karl Renner beschlossen, den nächsten Kongreß in Wien abzuhalten. Die Tagung wurde vom Vorsitzenden Whitehemd mit einer Rede abgeschlossen, in der er den Stockholmer Institutionen und Persönlichkeiten dankte, die den Kongreß veranstaltet haben. Rach dieser Schlußrede verlangten einige russische Delegierte das Wort, das ihnen der Vorsitzende jedoch verweigerte mit dem Hinweis, daß die Tagesordnung erledigt sei. Als die Orgel des Konzerthauses darauf zu einem Schlußvortrag ansetzte, erhoben sich die russischen Delegierten und sangen einstimmig die Internationale.
Sacco-DanzelLi.
Dost on, 18. Aug. (WD.) Die Derteidi» ger von Sacco und Vanzetti erklären, daß für den Fall einer Ablehnung ihrer Anträge durch den vollbesetzten Obersten Gerichtshof des Staates Massachusetts der Antrag auf Einforderung der Protest akten durch den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten in Washington gestellt werden wird.
Der portugiesische Geschäftsträger ersuchte das Staatsdepartement, die Rote des portugiesischen Präsidenten an Coolidge, in der um Degnadigung des seinerzeit mit Sacco und Vanzetti zum Lode verurteilten M a de i r o s gebeten wird, auch dem Gouverneur Fuller mitzuteilen. Die portugiesische Rote führt aus, daß Portugal die Todesstrafe nicht kenne und daß die Hinrichtung Madeiras' böses Dlut in Portugal erregen würde. Der Geschäftsträger fügte hinzu, Portugal habe Verträge mit verschiedenen Staaten, wonach Portugiesen nicht znm Tode verurteilt werden könnten. Im Staatsdepartement wurde erwidert, die Rote des portugiesischen Präsidenten sei Fuller bereits übermittelt worden. Im übrigen hätten Lie Vereinigten Staaten keinen derartigen Vertrag mit Portugal. Die Ausländer genössen alle Vorrechte der amerikanischen Strafprozeßordnung, aber sie könnten nicht eine bevorzugte Behandlung beanspruchen.
Wie die „Chicago Tribüne" aus Buenos Aires meldet, ereignete sich in dem Hause des Polizeipräsidenten eine Diombenex- plvsion, durch die das Haus völlig zerstört und mehrere Rachbarhäuser unbewohnbar gemacht wurden. Eine Reihe von Personen erlitt schwere Verletzungen. Man nimmt an, daß es sich um einen Anschlag von Extremisten in der Angelegenheit Sacco-Vanzetti handelt.
Bombcn-Attcntat auf die amerikanische Gcsandschaft in Lofia. Budapest, 19. Aug. (WTD. Funkspruch) Rach einer Dlättermeldung aus Sofia wurde vorgestern abenb gegen die amerikanische Gesandt scha s t ein Bomben-Attentat verübt. Menschenleben sind nicht zu beklagen. I Einige verdächtige Personen wurden ver - I haftet.
Könneckes Ozeanflug finanziell gesichert.
Eigener Drahtberichl des .Gießener Anzeigers".
Berlin, 19. Aug. Der Ozeanflieger Könne ck e, der in den nächsten Tagen schon, günstige Wrtterungsverhältnisse vorausgesetzt, zum Ozean f"lug starten will, hatte schon seit langem mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, da die Finanzierung seines Fluges .nur von einem kleineren, nicht allzu finanzkräftigen Unternehmen in Stettin bemerk stelligt wurde. In den Dienst Könneckes Ozean- flugs hat sich, wie verlautet, jetzt die Stadt Köln, auf deren Flugplatz Könnecke seine letzten Versuchflüge ausführt, und deren Stadtverwaltung und Ausstellungsamt gestellt. Es ist beabsichtigt, Könneckes Flug zu einem Propagandaunternehmen für die in: nächsten Jahr statt-, sirrdende große Internationale Ausstellung „Press a" zu machen. Könnecke wird also aller Wahrscheinlichkeit nach schon in den ' nächsten Lagen sein Flugzeug „Germania" umtaufen und ihm den Ramen „Pressa" geben, was ohne Zweifel in Amerika, wo man an der Ausstellung lebhaft interessiert ist, eine große Propagandawirkung Hervorrufen wird. Es darf erwartet werden, daß nunmehr in Kürze die letzten Vorbereitungen für Könneckes Flug, nämlich die Frage der Versicherung txm Flugzeug und Leben der Beteiligten, die bisher noch ungelöst war, ihre Erledigung finden werden
Köln, 19. August. (WTB.) In einer Pressebesprechung gab heute Direktor Moll von den Caspar-Werken Mitteilungen, denen zufolge beabsichtigt ist, bei gutem Wetter morgen früh zwischen 6 und 7 Uhr mit dem abgeänderten Propeller die Belastungsflüge fortzusetzen, Lie man morgen zu beendigen hofft. Zu Len Verhandlungen, die heute mit der Stadt Köln und der Pressa endgültig zum Abschluß gekommen sind, ist noch zu bemerken, daß die Bezeichnung „Pressa Köln 1928" auf dem Seitensteuer des Flugzeugs schon hier angebracht wird, während die Wimpel, die zwar von hier mitgenommen werden, erst drüben aufgesetzt werden. Auf Befragen erklärte Direktor Moll, daß die wirtschaftliche Bedeutung, die Könnecke seinem Fluge zugrunde lege, für die Stadt Köln und die „Pressa" maßgebend gewesen ist, dem Unternehmen finanzielle Beihilfe zu gewähren. Die Wetterlage war heute früh sehr ungünstig. Es fehlten verschiedene Wetterberichte von Schiffen auf dem Atlantischen Ozean, so daß kein klarer Ueberblick für die nächsten zwei bis drei Tage zu gewinnen ist. Vor übermorgen dürfte auch keine wesentliche Aenderung in der Wetterlage zu erwarten sein. Zur F u n k e r f r a g e erklärte Direktor Moll, es sei beabsichtigt, die beiden vorläufig in Betracht kommenden Funker bei den morgigen Probeflügen mitzunehmen und zu prüfen und ihnen dadurch Gelegenheit zu geben, sich mit der Bordanlage vertraut zu machen. Zur Zeit iveilt ein Vertreter von Lands-London in Köln, um die Verhandlungen wegen der Versicherungsfrage zu führen. Es wird damit gerechnet, daß auch diese zu einem endgültigen Abschluß führen werden. Es liegt die Absicht vor, den Zeitpunkt des Ozeanstartes in die Morgenstunden zu verlegen, und zwar etwa in die Zeit von 6 bis 7 Uhr. Mit dieser Zeitbestimmung verfolgt Könnecke den Zweck, eine eventuelle Notlandung bei Tageslicht vornehmen zu können. Die „Germania" wird bei ihrem even- tuellen Start 2000 Kilogramm Benzin und 100 Kilogramm Oel eintanken.
Heute früh unternahm Könnecke kurz nach 6 Hhr einen weiteren Probeflug. Außerdem stieg er später noch mit einem der beiden in Aussicht genommenen Funker zu einem Versuch s f l u g e auf.
Die vermieten Honolulu-Flieger gesunden?
San Franzisko, 19. Aug. (WTD. Funkspruch.) Dem Korrespondenten des „Gxaminer" in Honolulu zufolge ist das vermißte Flugzeug „Miß Voran" auf der Insel Maui gefunden worden. Fräulein Doran und die übrige Defahung des Flugzeuges sind wohlauf.
In Reuyork ging dagegen eine Meldung aus Paia auf der zur Hawai-Gruppc gehörenden Insel Maui ein, wonach das Flugzeug lediglich gesichtet worden ist, und zwar 5 Meilen seewärts von Keanae auf Maui. Es sei unmöglich gewesen, die Verhältnisse an Dord des Flugzeuges festzustellen.
Ein amerikanischer Millionär hat eine Belohnung von 10 000 Dollar für die Auffindung der Besatzung eines der beiden vermißten Flugzeuge, oder 20 000 Dollar für die Auffindung der Besatzung beider Flugzeuge ausgesetzt.
Das Marineamt hat alle im Stillen Ozean verfügbaren Kriegsschiffe, das find etwa 3 9 Schiffe verschiedener Typen, angewiesen, nach den vermißten Flugzeugen „Golden Eagle" und „Miß Doran" zu suchen. Der Leiter der Air (Kraft Company, Buhl, der Erbauer des Doppeldeckers „Miß Doran", erklärte, die S ch w i m m f r a f t der großen Gasolintanks sei so groß, daß „Miß Doran" lange Zeit hindurch aus dem Wasser treiben könne. Die „Miß Doran" ist nach einer jungen Schullehrerin Miß Doran genannt, die als einzige Dame mitflog.
Jubiläum des Germanischen Nationalmuseums.
Rürnberg, 18. Aug. (WB.) Heute vormittag wurde das 75jährige Bestehen des Germanischen Rationalmuseums in der Karthäuser-Klosterfirche des Museums mit einem Festakt feierlich begangen. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich u. a. Ministerpräsident Dr. Held, Staatssekretär im Reichsministerium des Innern Dr. Zweigert als Vertreter des Reichspräsidenten und der Reichsregierung und der bayerische Kultusminister Dr. Goldenberger. Rach einem'Musikvortrog nahm der Vorsitzende des Verwaltungsrates Dr. Graf Posadowsky-Wehner das Wort zu einer Begrüßungsansprache, worauf Prof. Dr. Sauer- Freiburg, Mitglied des Ver- waliungsrates, die Festrede hielt. Sodann über* brachte der bayerische Kultusminister Dr. Goldenberger die Glückwünsche der Staatsregierung und der im Reichstag bereinigten deutschen Lande und teilte den Beschluß der Staatsrcgierung mit, dem Museum als Iubiläümsgabe zwei Gemälde aus dem 16. Jahrhundert zu stiften. Als Vertreter
des Reichspräsidenten und der Reichsregierung nahm Staatssekretär Dr. Zweigert das Wort und überreichte namens des Reichspräsidenten als Ehrengabe des Reiches das Bild eines alten Elsässer Meisters aus der Zeit Schongauers. Rach weiteren Reden des Oberbürgermeisters von Rürnberg, Dr. Luppe, und der Vertreter der Pflegschaften des Germanischen Rationalmuseums, des Sesamtverbandes der Deutschen Ge- schichts- und Altertumsvereine und der Rürn- berger Bürgerschaft sprach der erste Direktor, Geheimrat Dr. Zimmermann, das Schlußwort, in dem er seinen Dank an die RcichÄ- und Staatsregierung und an die Stadt Rürnberg zum Ausdruck bracht«. Rach dem Festakt sand im Alten Historischen Großen Rathaus- saal ein Festessen statt.
Aus aller Welt.
Die Anklage gegen die Cotteriebetrüger.
Rach Abschluß der Untersuchung gegen die ungetreuen Lotteriebeamten Boehm und Schlein- stein ist jetzt von der Staatsanwaltschaft I Anklage erhoben worden wegen Betruges, schwerer intellektueller Hriundensälschung, Hrkundenver- nichtung und Falschbekundung.
Tleischvergiflungen.
In Staaken bei Berlin sind infolge des Genusses von schlechtem Fleisch 24 Personen erkrankt. Die Frau des Fleischers, der das Fleisch verkaufte, ist selbst unter den Erkrankten. Die Untersuchung der Angelegenheit ist zur Zeit im Gange.
Umfangreiche Spritschiebungen ausgedeckt.
In der vergangenen Nacht wurden von den Beamten des Zollgren^kommifsariats Berlin bei der Firma Tiepelmann in Küstrin große Mengen von Sprit beschlagnahmt und die Kaufleute G. Tiepelmann und W. Grützehaus festgenommen. Im weiteren Verlauf der Ermittelungen wurden bei verschiedenen Berliner Gastwirten noch weitere größere Mengen von Sprit beschlagnahmt.
Ein Auto von einem Personenzug überfahren.
Beim Bahnhof Gutfeld an der Strecke Reibend erg—Allen stein wurde auf dem schrankenlosen Bahnübergang gestern abend 5 Uhr von einem Personenzug ein mit vier Personen besetztes Auto überfahren. Ein Insasse war sofort tot. Ein wetterer und der Kraftwagenführer wurden schwer, und der vierte Insasse, ein Kind, leicht verletzt. Der Heber gang ist übersichtlich, das Läutewerk der Lokomotive war in Tätigkeit. Die Schuld trifft den Kraftwagensührer, der den Hebergang noch vor dem Personenzug überqueren wollte.
Schweres Unglück beim Spielen mit einem Blindgänger.
Irn Dorfe Rohrbach in der Rähe von Pretz- bura (Tschechoslowakei) fanden vier Knaben in der Rähe des Schießplatzes eine im Grase steckende scharfe Granate. Die Kinder begannen mit dem Geschoß zu spielen, wobei dieses plötzlich exvlo- dierte. Zwei Kinder wurden zerrissen, die betoert anderen schwer verletzt.
Unwetter über Santander.
Wie die Blätter aus Santander melden, ist gestern vormittag ein Zyklon über Santander niedergegangen, der 10 Minuten lang wütete. Ein französischer Dampfer wurde von feinem Ankerplatz los gerissen und beschädigt, konnte jedoch, da er unter Dampf war, manövrieren und da- Ende des Zyklons abwarten.
Die Uederschwemmung in Offfibtrlen.
Die Ueberfcbroemmung in den Kreisen Wladi* wostock und Cyaborowsk hält an. Die Eisenbahnstation Ussuri ist unter Wasser gesetzt und -er Bahnkörper ist einige Kilometer weit unterspült. Der Wasserstand erreicht stellenweise eine Höhe von über 11 Meter. Im Ussuri-Flusse fanden 30 Personen den Tod und neun ertranken in den Reisfel.ern.
Die Wetterlage.
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^ciitiyoiausiage.
Zunächst bei lebhaft um West drehenden Wim den noch veränderlich, wechselnd wolkig mit Aufheiterung und vereinzelten Regenschauern, kühl, später ruhiger und ausklarend.
Gestrige Tagestemperaturen Maximum 17,8 Grad Celsius, Minimum 13,8 Grad Celsius. Riederschlüge 1,9 Milimeter. Heutig« Morgentemperatur 15,5 Grad Celsius.
Witterungsaussichten f ür Sonntag:
Zeitweise wolkig, auch aufheitemd und meist trocken.
Reise, Sport, Wanderung niemals ohne
ChinosoL


