Ausgabe 
19.7.1927
 
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auch Das

sein jam-

bezirks Alsfeld die Begrüßungsansprache hielt. Die Glückwünsche der Stadt Alsfeld zu dem Jubiläum überbrachte Bürgermeister Dr. Döl- sing, der dem Bezirk und dem feftgebenden Verein weiteres Wachsen, Blühen und Gedeihen wünschte. Die Festrede hielt Direktor Stumpf- Buhbach, der über die Zwecke, Ziele uird Auf­gaben des Kriegervereinswesens sprach. Namens des Präsidiums der Kriegerkameradschaft Hassia überbrachte Oberregierungsrat Linden st ruth- Darmstadt Grüße und Glückwünsche. Alsdann folgte die Verleihung des Hassi a-K reu« zes au mehrere besonders verdiente Mitglieder des Krieger- und Veteranenvereins Alsfeld. Den sämtlichen, am Zuge teilnehmenden Vereinen wurde zur Erinnerung an den Tag eine Fahnen­schleife überreicht. Damit hatte der offizielle Fest­akt sein Ende gefunden. Darnach fanden großes Militärkonzert uni) allgemeine Volksbelustigung mit Tanz, sowie Wettspiele für die Jugend statt. Die nach vielen Tausenden zählenden Festgäste füllten die beiden Festhalleü vollständig. Ein großes Feuerwerk beschloß das in allen Teilen schön verlaufene Fest, das vom schönsten Wetter begünstigt war.

Inzwischen blieb der Alte stehen und inerte:Die Juwelen meines Herrn!"

~ ®ra9 'Uhcke sich seltsam erleichtert, als er den schmuck betrachtete. Es fiel ihm keinen Augenblick em, baß es etwas anderes als Diebesbeute ' rönne.

Ach, jetzt besinne ich mich auf Sie", rief er. Sie ,nba J« ""wem Herrn 3« Gast gewesen An "dem fürchterlichen Abend, als ..."

Krag fühlte in diesem Augenblick die Enttäu­schung unb fernen Fehlgriff wie eine sengende Flamme durch feinen Kopf schlagen. Er zog schnell den alten Mann tn eins der Nebenzimmer und winkte dem Portier, sich zu entfernen 3 6 *

Also es war wirklich der Diener Jean und nirfu der- verkleidete Herr d'Albert! Ö W

Was tun Sie hier im Hotel?"

Ich hatte eine Besorgung für meinen Herrn zu machen. ' ö

.» Men P-rl-n? W->- rooltten Sie dnmit?"

Ich habe sie geholt.

Bei wem?"

hor'Ä auJ Zimmer Nummer 24, Herrn

d Aibert. Er ist ein Freund von meinem Herrn."

Der Alte sperrte die Augen auf.Komöbien- : Piel? murmelte er.Was wollen Sie von mir: Ich ; bin ein alter Mann, hab' ich etwas Unrechtes I getan?

Da packte Krag den Bart des Dieners hart an. Jörnen ou? das Zeug da weg!" befahl ep.

Dem Detektiv wurde es dunkel vor den Augen, denn der Diener stieß einen Schmer,zensrus aus. Der bart faß fest. Es war ein wirklicher Bart Der : Mann, der vor Krag stand, war also kein Be- : lruger . . 1

^^dlölZlich riß Krag dem Alten das Kästchen aus ixn Händen und öffnete es. Es enthielt Perlen, eine num verschone Sammlung Perlen.

Oderhesfen.

LttttdkrerS Gießerr.

: Aus dem Busecker Tal, 18. Juli. Die Heuernte kann im allgemeinen als be­endet angesehen werden. Die Bearbeitung» usnd Trocknung des Heues war in diesem Jahre sehr schwierig und zeitraubend, da die Wetterbestän­digkeit sehr gering ist. Der Ertrag kann als gute Mittelernte angesprochen werden, und es haben besonders die trockenen Feldwiesey reiche Sri rage geliefert. Die warmschwüle Witterung und die häufigen Regenfälle haben das Grummetgras auf den' abgeernteten Wiesen derartig hervor­getrieben, daß auch Aussicht auf eine gute Grum­meternte besteht. Auch die Halmfrüchte zeigen einen.vorzüglichen Stand. Korn stnd Weizen sind gut her aus gewachsen, und auch die Sommerfrucht, welche anfangs etwas zurückgeblieben war, hat sich infolge des feuchten Wetters der letzten Zeit recht gut entwickelt. Die Ernte dürfte dieses Jahr in unserem Tal spät werden. Auch sieht man hier und da viel Lagerfrucht. Zur Zeit sind die Leute eifrig am D i ck w ur zhacken beschäftigst einer Arbeit, die auch dieses Jahr wieder viel V^ühe macht, da manche Grundstücke derart mit Llnkraut überwuchert sind, daß man die Kulturpflanze kaum noch sieht.

: Beuern, 18. Juli. In der letzten G e-- ineinderatssitzung stand als erster Punkt die Beschaffung von Baugelände zur Beratung. Diese Frage ist sehr schwierig, da der Gemeinde keinerlei Gelände zur Verfügung steht und für einen Bauplatz oft zwei bis drei Eigen­tümer in Frage kommen. Da Die nach dem Kriege neu errichtete Straße,Scheibengasse", soweit ausgebaut ist, und bereits wieder zwei weitere Baugesuche vorliegen, beschließt der Gemeinde­rat, die Plätze an der Hauptstraße am Ortsaus­gang nach Großen-Buseck zu >rwerben und hierzu einzuteilen. Die Lage dieser Platze hat den Vorteils, daß Wasser und Licht nur ange­schlossen zu werden brauchen, da die Hauptleitun­gen bereits vorhanden sind. Als 2. Punkt stand die Beschaffung eines Bade- Platzes zur Debatte. Da unser Dorf in dieser Beziehung seither nichts aufzuweisen hatte und der Frage des Sportes und der Körperpflege eine immer mehr wachsende Bedeutung zugemes­sen wird, war die Schaffung einer derartigen Anlage geradezu ein Bedürfnis für unser Dorf, ganz besonders für die Schulen. Der Gemeinde­rat hat sich dieser Notwendigkeit nicht verschlossen und zu iKefem Zwecke ein Grundstück in der Weichelbach angekauft, wo eine Art Staubecken errichtet werden soll. Auch die Frage der Schaffung eines Sportplatzes hat ihre : endgültige Erledigung gefunden. Nachdem nun !ck)vn seit vergangenem Jahr Bestrebungen dieser Art im Gange sind, ist nunmehr geplant, am Elrmoa^er Weg 2 bis 3 Morgen Wald ab- zutreioen und hier den Sportplatz anzuleaen. Seitens der Oberförsterei wird, wie man Art, wchts im Wege stehen, da die Gemeinde bereit ist als Ausgleich aus dem Steinerberg einige ötucte Land m dieser Größe anzukaufen und auszuforsten. Die Herstellung des Sportplatzes konnte im Winter nach der Fällung des Holzes Angriff genommen werden, so daß dann die

Wie kommt es, daß die Perlen in den Händen des Herrn d'Albert waren?"

Er sollte sie untersuchen. Es sind korinthische Perlen, und ihr Glanz hat sich in den letzten Jahren verloren. Herr d'Albert ist Spezialist in Schmuck- jachen und hat sie zur Untersucksting gehabt. Kranke Perlen lassen sich wieder frisch machen, behauptet der Herr. Er sammelt schöne Perlen."

Kraa betrachtete die Perlen kritisch. Sie waren unzweifelhaft echt. Dann gab er dem Diener das Kästchen zurück.

"Das ganze ist also ein Mißverständnis", sagte er.Aber wir müssen in den Hotels aufpaffen, denn m der Reifezeit werden hier oft Juwelendiebstähle begangen."

Der Diener entfernte sch mit seinem Perlenkäst­chen, etwas verwirrt und sehr erstaunt.

Krag kehrte auf sein Zimmer zurück. Aus dem Korridor begegnete er Herrn d'Albert, der ausaohen wollte.

Herr d'Albert lächelte.

Es war das erstemal, daß Krag ihn lächeln sah.

X.

Sils Krag nach dem unglücklichen Zusammenstoß mit dem Diener m sein Zimmer zurückkam, fühlte er sich wie geschlafen.

,, x ia d^ser Auftritt von ganz unter«

a.ordneter Bedeutung, das Erscheinen des Dieners hing vielleicht gar nicht einmal irgendwie mit der übrigen merkwürdigen Sache zusammen, aber Krag f0nrter-I5 unterlassen, den Vorfall als

persönliche Kränkung zu empfinden.

Als er fetzt näher nachdachte über das Zwifchen- ssuetz machten ihn zwei Umstände stutzig.

merkwürdige Zusammentreffen, daß SSL? 9 4.?ie,1A l'ch 'n dem Hotel aufhielt

nnC^ ?rag in d'Alberts Zimmer die (^,b59imstande Perücke und Bart

C zweitens das Telephonieren des Herrn

Verbl^ni^kS'A beiden Tatsachen miteinander in ihn^.J?hr e' gelangte er zu einer Lösung, 'hn verblüffen mußte, weil sie eine so überlegte

N7Nte er5 DCrri£L wie er sie noch U Dachte er an die Möglichkeit, daß Herr d'Albert !

bei seiner Rückkehr bemerkt hatte, daß sein Zimmer |

Roman von Sven E l v e st a d Copyright bei Georg Müller, München.

34 Fortsetzung Nachdruck verboten

I.nd nun hatte er ndlich den Beweis, den einzi­gen entscheidenden Beweis.

Herr d'Albert, der Verbrecher und Gelehrte, wollte also auf eine neue Expedition ausgehen und hatte es für zweckmäßig gehalten, abermals in die Verkleidung des alten Dieners zu schlüpfen.

Wahrend Krag hinter der Gestalt herging und olle diese Betrachtungen anstellte, mußte er gleich- woh. das einzigartige Verkleidungstalent des Man­nes bewundern. Wie dieser jetzt über den Korridor ging, war er der alte Mann bis in die kleinsten Einzellfeiten die Schritte, die gebeugte Haltung Krag gab im stillen zu, daß es ein'Meisterstück war und er freute sich bereits darauf, ihn am zirm zu packen und zu entlarven.

Der Alte hatte einen kleinen Kasten unterm Arm, em ^iasierelui oder einen Jnwelenbehälter.

..trag ahnte, daß dieser Kasten Geheimnisse ent- greifen*1^n *n Fingern, danach zu

Aber erst wollte er den Mann in die Portierloge kommen lassen, denn er wünschte, bei der &"nllar= oung öes Verbreä-ers Zeugen zu haben.

mder Verfolgte und der Verfolger sich in der Nahe des Portiers befanden, trat Krag ne n den

^gte auf Französisch:Mein Herr, ich mochte m.t Ihnen spreaien." Zugleich winkte er dem Portier. Dieser narrte sich, ein wenig erftaimt. t; Krag packte den rechten Arm des Dieners und hielt ihn fest. Der Diener, wandte sich dem Detektiv zu und sah ihn rmt seinen verglasten Greise,i- augen an.

em Stich des Unbehagens durchzuckte Krag, als er diese Augen sah. Du großer Gott, kann der Mann auch seine oeele verändern? Das sind nicht seine

3d) verstehe Sie nicht," antwortete der Diener m norwegischer Sprache,was meinen Sie?"

Wir können auch Norwegisch zusammen spre­chen, sagte Krag und faßte den Arm des anbem efter,aber hören Sie auf mit dem Komödien spiel.

Krag sah ihn an und konnte nicht umhin sein Haar anzufassen und daran zu zerren' Haar faß fest.

Jetzt wurde der Alte ganz blaß vor Scham und -schmerz. Er wollte ru en, stockte aber, als sein Auae auf dem Gesicht des Detektivs haften blieb 9

Em Ausdruck des Wiedererkennens und außer- desÄem" neberratounS ^igte sich in den Zügen

Herzen gehende Gedächtnisrede -ter des Präsidiums 'der Krieger­kameradschaft Hassia, sowie der Vertreter des Kriegervereinsbezirks Alsfeld und der Vertreter des Kroger- und Veteranenvereins Alsfeld leg­ten Kränze nieder. Sin schön vorgetragener Chor der beiden hiesigen GesangvereineHarmonie" undLiederkranz" verschonten die sehr sttm- mungsvolle Feier. Mittags setzte sich der große üestzug vom Hersfeldertor aus in Bewegung, der mit drei Musikkapellen beseht war. Der Fest- zug enthielt sehr hübsche historische Gruppen welche den deutschen Mann in Wehr und Waffen darstellten. Man sah z.B. Gruppen von Lands­knechten, Wallensteinern, Gardisten, Reitern aus der Zeit des 30jährigen Krieges, Dragoner und Husaren aus der Zeit um das Jahr 1700 und Artilleristen. An dem mehr als 1 Kilometer Ian» 6'm Zuge nahmen insgesamt etwa 80 Vereine teil: es war ein buntes, schönes und erhebendes Bild. Auch aus den benachbarten preußischen Ortschaften nahmen die Kriegervereine am Fest- ö.ug teil. Aus dem Festplah angekommen, stellten sicy die gesamten Festzugteilnehmer mit der Front nach der Festhalle auf, worauf Oberlandmesser bcha d e - Alsfeld namens des KrieaervereinS-

merksamkeit gewidmet hat: dem studentisch-sozia­len. Hoch oben am Schloßberg, dicht unterhalb des Schlosses, liegt halb im Grün verborgen unter ein paar dunklen Tannen ein ehrwürdiges, altes Haus mit hochragendem Dache und schiefergedeck­ter Vorderwand, der F o r st h o f von Marburg. Als Savi mh 18031804 in Marburg außer­ordentlicher Professor war, versammelten sich um ihn im Forsthos, seinem Wohnsitz, die Brüder Grimm, Achim von Arnim, Clemens und Bettina Brentano. Für die wunderbare romantische Schönheit des Hauses zeugen wohl am lautesten die Worte Clemens Brentanos: Das Haus mitten in den Berg gebaut, aus allen Stockwerken in den Garten, selbst aus dem Keller. Wenige Schritte oben das Schloß und die Eichen und alles. O ich möchte noch einmal närrisch werden/ da ich's einmal bin." Diesen malerischen, durch seine Vergangenheit so leben­digen Hof haben die Landeskirchen von Kassel. Frankfurt und Wiesbaden dem Marburger Studentenheim e. V. zum Jubiläum ge­stiftet. Das Haus dient bedürftigen und würdi­gen Studenten aller Fakultäten, besonders Stu­denten der Theologie aus der Stipendiatenanstalt, die damit wieder Sih und Haus erhalten hat, als Wohnraum.

Ein zweites Heim hat sich in dem Karl- Duisberg-Haus den Marburger Studieren­den geöffnet durch die hochherzige Stiftung eines Mannes, der sich seit Jahren um die Förderung der studenttschen Gemeinschaftsarbeit, sowie um die Förderung der Wissenschaften auf das Höchste verdient gemacht hat, des Präsidenten des Reichs­verbandes ' der deutschen Industrie, Geh.-Rat Prof. Dr. Karl D u i s b e r g , Vorsitzender des Vorstandes und Aufsichtsrates der J.-G.-Farben­industrie. Sein edelmütiges Geschenk ermöglicht es, daß 40 bedürftigen Studenten ein Heim geboten wird. In Frage kommen vor allem Studierende derStudiensttftung des deutschen Volkes", durch die jährlich 200 befähigten, aber mittellosen Abi­turienten das Studium ermöglicht wird. Das Haus grenzt an den Forsthof, ein herrlicher Bau hoch am Scyloßberg gelegen mit einem wunder­baren Ausblick ins weite Lahntal.

So ist Marburg durch sein Jubiläum um manches reicher geworden. Llnd die mannigfachen Stiftungen werden dazu beitragen, daß Has schon bestehende Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen llniberfität, Stadt und Provinz noch inniger wird.

, L. Sch.

Bszirkskriegsrseft in A!sfe!d-

Alsfeld, 18. Juli. Am Samstag und Sonntag fand das Bezirkskriegerfest des Be­zirks Alsfeld der Kriegerkameradschaft Hassia hier statt. Mit dem Fest wurde die Feier des 50jährigen Bestehens des Bezirks Alsfeld zugleich gefeiert. Die Veran­staltung begann am Samstagabend mit einem sehr gut besuchten Militärkonzert in der städti­schen Feschalle am Lindenplatz. Die vorzüglichen musikalischen Leistungen der Kapelle des Thürin­ger Bataillons des Reichswehrregiments 15 in Eisenach fanden stürmischen Beifall. Am Sonntag- Vormittag fand auf dem Friedhof ein Fest- gottesdienst zum Gedächtnis der Gefallenen statt, wobei Dekan Dr. Unverzagt eine tief­empfundene, zu Herren gehende Gedächtnisrede hielt. Der Vertreter des Präsidiums 'der Krieger-

Inbetriebnahme nächstes Frühjahr erfolgen könnte.

)( Großen-Linden, 19. Juli. Anläßlich der Feldbereinigung wurde hie«».der krumm lau­fende Kleebach teilweise gerade gelegt. Infolgedessen wurde auch die Brücke am Hörnsheimer Pfad abae- brodjen und einige Meter westlich neu errichtet. An den beiden Seitenwänden wurde je ein ll-Eisen senkrecht eingemauert. Die Gemeinde ließ jetzt kan­tiges Langholz in jene lk-Eisen legen, hierdurch wird das Wasser gestaut und zur großen Freude der Schulkinder ein seither sehr vermißter Badeplatz apf billige Weise erstellt.

D Lich, 18. Juli. Am gestrigen Sonntag be­ging unsere Stadt ihr diesjähriges Jugend- s e st. Morgens um 6 Dlhr zog die Kapelle der Freiwilligen Muerwehr Lich zum Wecken der Langschläfer auf. Eingeleitet wurde das Fest durch einen Festgottesdienst in der hiesigen Marien- stistskirche, an dem sich die verschiedenen hiesigen Vereine beteiligten. Für die Kleinsten unter den Kleinen fand um 11 ill)r einte hübsche Feier in der Kleinkinderschule statt. Am Rachmittag ordnete sich ein recht stattlicher Festzug unter Beteiligung aller hiesigen Vereine, voran die blumengeschmückte Schuljugend mit ihren von der Stadt gestifteten Brezeln am Arm vor dem Rathaus und mar­schierte unter den Klängen der Feuerwehrkapelle durch die festlich geschmückten Straßen unserer Stadt nach dem Festplah auf dein Hardtberge. Rach dem Absingen des gemeinschaftlichen Liedes Brüder reicht die Hand zum Bunde", hielt Leh­rer Stein die Festrede, die mit dem Gesang des Deutschlandliedes ihren Abschluß sand. Hieran schlossen sich-die Spiele der Schuljugend, turne­rische Vorführungen, Konzertstücke der Feuer­wehrkapelle und Gesangsvorträge der hiesigen Gesangvereine in bunter Reihenfolge an. Jung und alt tummelte sich in fröhlicher Feier bis zum Abend. Leider störte ein am Nachmittag nieder­gehender leichter Regen die gewohnte volle Bewe­gungsfreiheit der Kinderspiele für kurze Zeit. Nach gemeinsamem Rückmarsch in die Stadt be­schloß der Bürgermeister am Rathaus mit einem herzlichen Schlußwort an die Bevölkerung das schön verlaufene Fest.

# Langd, 18. Juli. Der Zweckverband Hungen- Sch otten hat in den nunmehr 3/4 Jahren seines Bestehens gute Fortschritte ge­wacht. Während man bei Eröffnung der Linie dgmit rechnete, daß sie sich nicht selbst zu tragen vermöchte und die Ggrantiesummen der Ver­bandsgemeinden Hungen, Langd, Rodheim an der Horloff, Rabertshausen, Eichelsdorf und Schotten in Anspruch genommen werden mußten, haben bis jetzt die Einnahmen die Ausgaben gedeckt. Wohl hat mit Einsetzen der besseren Witterung und dem Beginn der landwirtschaftlichen Arbeiten der Verkehr nachgelassen, die Morgen- und Abendfahrten zu den Zügen sind nach wie vor gut besetzt, während die Mittagsährten weniger be­nutzt werden. Den Anstrengungen des Schul- und Ortsvorstandes ist es bis jetzt noch nicht gelungen, daß die dem Abbau zum Opfer ge­fallene 2.^ Schul st elle wieder errichtet wird, obwohl die Schülerzahl der nunmehr einklassigen Volksschule auf 59 gestiegen ist, wvzu noch 32 Schüler der landwirtschaftlichen Fortbildungs­schule kommen, die alle von einem Lehrer zu unterrichten sind.

*1* Allertshausen, 18. Juli. Land­wirtschaftsassessor Dr. Selz er vom Landwirt­schaftsamt Grünberg hielt gestern nachmittag in unserer Gemeinde einen Feldrun dgang ab. Zahlreich hatten sich hierzu die Landwirte ein­gefunden. Der Rundgangsleiter wies zu Beginn des Rundganges auf Die Bedeutung derartiger Veranstaltungen hin und gab feiner Freude öärüber Ausdruck, daß so viele Landwirte' sich an Dem Rundgang beteiligten. An Hand der praktischen Beispiele, draußen auf den Aeckern. wurden die verschiedensten Fragen erbte t. Ins­besondere wurde auf Saatgutauswahl, Saatgut­wechsel, Saatgutreinigung und eine Dünnere Saat aufmerksam gemacht. Gleichzeitig wurden die verschiedensten Pflanzenkrankheiten eiwähnt und die zu ergreifenden Bekämpfungsmahnahmen be­sprochen. In Der Aussprache tourDen Fragen aller Art gestellt usth von Dr. Selzer be­antwortet. Besonderes Interesse wurde der be­absichtigten Feldbereinigung geichenkt und Fragen aus diesem Gebiet näher behandelt.

: Vom der Rabenau, 18. Juli. Bei der in den letzten Tagen erfolgten Heu­grasversteigerung von den Freiherr von Rabenauschen Wiesen im Eichwald usw. wurden

außerordentlich niedrige Preise erzielt. Flächen von zirka 1 Morgen, Die in den Vorjahren 30 bis 40 und 50 Mark gekostet haben, wurden mit 5 bis 10 Mark zugeschlagen. Diese niedrigen Preise, Die man fast von überall hört, sind einer­seits auf die ausgezeichneten Futteraussichten! zurückzuführen, die zur Zeit vorherrschend sind, und haben andererseits ihren Grund darin, daß viele Landwirte noch über Vorräte von 'Dürr- futter aus dem Vorjahre verfügen.

t Treis a. d. Cum Da, 18. Juli. Unter großer Beteiligung einer über 500cöpsigen Ver­sammlung von Missionsfreunden aus nah und fern fand heute nachmittag auf dem Platz vor der hiesigen Kirche das alljährliche Dekanats- fest für Innere Mission statt. Pfarrer Wal­deck vom Elisabethenstift in Darmstadt, der auch schon im Vormittagsgottesdienst die Gemeinde durch eine Herzand ringende Predigt über den herrlichen Beruf einer Diakonissin erbaut hatte, redete in packenden Worten von unserer Christen­pflicht, ein Salz der Erde und ein Licht für Die Welt zu sein. Darnach sprach der'-Vertrauens- mann des Dekanats für die Innere Mission Pfarrer W ah l-Lang-Göns, über die mannig­fachen Arbeitsgebiete der Inneren Mission und bat um fleißige und treue Mithilfe aller Evan­gelischen an dieser wahrhaft sozialen Arbeit. Das Schlußwort sprach der Ortspf-arrer. Die Reden waren von gemeinsam gesungenen Liedern der Festgemeinde und einigen schönen Chören des hiesigen Kirchengesangvereins und der ersten Schulklasse, beide unter Leitung von Lehrer Walter, umrahmt.

Krcis Büdingen.

A Bad Salzhausen, 18. Juli. Das in diesem Frühjahr hier von Der Gesellschaft für Kriegsblindenfürsorge errichtete Erholungs­heim für Kriegsblinde weist eine gute Besetzung auf. Während es zu Beginn der Bade­zeit nur 12 bis 15 Insassen zählte, ist jetzt die Zahl der Gäste auf 33 gestiegen. Aus allen Teilen Deutschlands stammen diese ärmsten Kriegsopfer, und sie sind des Lobes voll über die nervenstärkende Luft, Den Quellenreichtum und Die Auhe unseres Bades. Nur ein Teil Der Kriegs- blmDen ist stockblind, mehrere haben noch einen Lichtschimmer, alle aber haben den mit Dem roten Kreuz versehenen Führerhund bei sich.

g. O b e r - M o ck st a D t, 18. Juli. DieserTag st.ü r z t e bei einem hiesigen kleinen Landwirt ein Teil der gewölbten Decke des Vieh st alles ein. Die mittlere Schiene war durchgervstet und sieb herunter. Nachbarsleute halfen schnell das Vieh retten; eine Kuh und ein Rind haben Ver­letzungen Dabongetragen.

# Echzell, 18. Juli. Zum letzten Schweinemarkt waren 212 Ferkel und 14 Läuferschweine aufgetrieben. Bei flauem Geschäfts­gang wurden ..mpp Die Hälfte abgesetzt, die meisten Bauemfuhrtverke mit Eigenzucht nahmen Die Jungtiere wieder mit nach Haus. Die Preise betrugen für bis zu 6 Wochen alte Ferkel 10 brs 13, für 6 bis 3 Wochen alte Ferkel 12 bis 16, für 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 18 bis 27 Mk. Läuse:fchweine wurden je nach Alter und Qua­lität mit 30 bis 50 Mk. pro Kopf bezahlt. Hier ist man bereits seit einer Woche mit Aus- machen von Frühkartoffeln beschäftigt. Der Ertrag muß als gut bis seh? gut bezeichnet toerDen. Faule Kartoffeln sinH selten, nur an feuchten Stellen hört man Klotzen. Die Preise, die zu Beginn Der Ernte 9,50 bis 10 Mk. pro Zentner betrugen, sind auf 7 Mk. zurückgegangen. Rian rechnet mit weiterem Preisrückgang.

# Borsdorf, 18. Juli. Zur Verschönerung des Dorfbildes hat bk Gemeinde den Weih.er im Dorf zulsgen lassen. Auch aus hygienischen Grün­den war es erforderlich, geworden, da das stehende Wasser bei großer Hitze einen unangenehmen Ge­ruch verbreitete und eine Brutstätte für Schnaken war. Das im vorigen Monat am Bahnhof an- gefangene Zweifamilienhaus der Gemeinde ist im Rohbau vollendet. Die Jnnenarbeiten sollen so beschleunigt werden, daß es bis zum 1. Oktober bezogen werden kann. Außer den sechs von der Ge­meinde errichteten Wohnungen ist hier noch ein Ein­familienhaus errichtet, ebenso sind verschiedene An­bauten an Wohnhäusern erstellt worden.

Kreis Schotten.

?" Schotten, 17. Juli. Ein heftiges G e - Witter ging am Samstag zur Mittagszeit über die hiesige Gegend nieder. Hier schlug der Blitz verschie. dentlich in Gebäude, ohne zu zünden. Ein Birnbaum wurde durch Blitzschlag vollständig zertrümmert. In durchsucht worden war, so hatte er damit die Ver­bindung.

Allerdings hatte Krag die Sachen mit der größ­ten Vorsicht an ihren Platz zurückgelegt, aber er mußte ja trotzdem gefaßt Darauf fein, daß die schar­fen Augen d'Alberts eine Veränderung entdeckten.

Was mußte der Gelehrte dann denken? Daß er entdeckt war? Und was mußte er dann tun? Er mußte die Gntbecfimg auszugleichen und ihre mög­lichen Folgen zu vereiteln fudjen. 'Das batte er getan, indem er an den Konsul Birger telephonierte'/ nun könne der Diener die Perlen holen, die d'Albert zur Prüfung erhalten hatte.

Er wußte, daß Krag, sobald ein Mann mit diesem Aeußeren oder mit dieser Maske im Hotel auftauchte, einen Fehlgriff begehen ober mindestens in große Verwirrung geraten werde. Beides war über Er­warten eingetroffen.

Erstens hatte Krag sich einen Fehlgrift geleistet. Ferner waren seine Sd-lußsolgerungen wirklich in Verwirrung geraten.

Außerdem hatte d'Albert ein paar ergötzliche Augenblicke erlebt, die auf Dem Gesicht des sonst so ernsten Mannes sogar ein Lächeln hervorqelockt hatten.

Krag gelangte zu dem Ergebnis, daß er der ver­lierende Teil in diesem kleinen Gefecht war.

Mißvergnügt kehrte er in seine Wohnung zurück. Er war unzufrieden mit sich selbst, unzufrieden mit der Sage der Dinge, unzufrieden mit allem. Nun hatte er mehrere Nächte gewacht und hatte nicht das geringste erreicht und doch hatte er Die ganze Zeit Das widerwärtige Gefühl, daß irgend etwas in der Luft liege, daß im Dunst-l um ihn her gearbeitet merbe, und daß er jeden Augenblick Gefahr laufen könne, daß eine Explosion erfolge.

Gr schlief erst gegen ein Uhr ein, und als er auf= wachte, stand die Sonne hock) am Himmel. Er sah lofort auf seine Uhr. Es war acht. Er war merk­würdig nervös, was er nach einem festen Schlaf sonst nickst zu fein pflegte.

®r klingelte seiner Wirtschafterin und ließ sich den Kaffee und die Morgenzeitungen bringen. In fieberhafter Hast durchblätterte er die Zeitungen, in dem unbewußten, sonderbaren Gefühl, daß etwas geschehen sein müsse. Er fand aber nur die gewöhn­lichen Artikel, Telegramme und Tagesneuigkeiten.

(Fortsetzung folgt.)