Ausgabe 
18.10.1927
 
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Tatsache. daß bieft KonftvakomEon. nach be* in Gens im letzten Dezember getroffenen Ueber- emfonnnen aufgelöst Worten ist. ist «n httr- recchender Beweis dafür, daß Deutschlands Entwaffnung vollständig durchge­führt ist. Auf di« Frage: Wie ist 3&r ]«M- s-.es Heer? antwortete General Heye: .Die steichSwehr ist eine klein«, aber gut geschulte Armee für rein defensive Zweck«. Sie ist weder groß genug, noch entsprechend ausq^ rüstet, sie besitzt weder Tanks noch schwere A r t i l le r i e n och M a ri nef lu g- z«u g e. um der Heeres macht irgendeiner der europäischen Großmächte ent gegentreten zu formen. Aus die Frage: Ist es wahr, dah Deutschland im geheimen rüstet und gibt es eine Schwarze Reichswehr? antwortete Gene­ral Heye: D:e Behauptung, dah Deutschland im geheimen rüste ist ebenso unsinnig, wie unbegründet. Die deutsche Regierung hat weder die Absicht noch ist sie praktisch in der Hage, ein geheimes Aus Hebung s- und Bewaff- nuTHgSsystem durchzuführen.

Vordeck zu diesem 'Bonfett durch Vermittlung der deutschen Botschaft nahelcgte. Der Ausschuß wollte bei dieser Gelegenhrit eine Begeg­nung zwischen Le t t o w - Bo r beck und SmutS har bei führen. Guest verlas weiter die Antwort Lettow-BorbeckS. in der es heißt: .ES würde für mich eine grohe Ehre fein, die vor­geschlagene Einladung $u erhalten. Was ich be­sonders schätzen würde, wäre die persönliche Be- kanntschas.- SmutS zu machen, den ich im Felde alS ritterlichen und ge'chlckten Gegner achten ge­lernt habe." Die Ausführungen Vuests wurden mit großem Beifall ausgenommen.

Vie Wahlen

der österreichischen Wehrmacht.

Schwere sozialdemokratische Niederlage.

Bien, 15. Oft. (WTB.) Heute fanden die Wahlen der Vertrauensmänner der Wehrmacht statt. Diesen Wahlen, die von groß.

ter politischer Bedeutung sind und für die von allen Parteien eine überaus lebhafte Agitation betrieben worden war, wurde mit größter Spannung ent- gegengesehen. Die bisherige Mehrheit der Sozial- demokraten in der Vertretung der Soldaten ging verloren, do der sozialdemokratische Wehr­oerbond von den 259 Mandaten nur 120 erhielt, gegen 202 bei den vorjährigen Wahlen. Der der Ehristlich-sozialen Partei nahestehend« Dehrbund, der bisher 54 Mandate hotte, erhielt jetzt 132 Mandate, während auf die D « u t s ch - nationale Soldatengewerkschast sieben Mandate entfielen, gegen zwei im Vorjahr. Dieser Ausfall der Wahlen wird mit den Iuliereig- nissen in Zusammenhang gebracht bzw mit dem Umstand, daß die sozialdemokratische Presse gegen di« Wehrmacht wegen ihrer Haltung am 15. Juli wiederholt scharfe Angriffe gerichtet hatte.

Einörücke einer veutschlandreife.

London, 18. Ott. (WTB Funlspruch) Das Parlamentsmitglied Harney, bas zu der Gruppe liberaler Parlamentarier gehörte, bie Deutschland einen Besuch abgestattet haben, äustert« über die Reise u.cu: .3d) habe den Eindruck gewonnen, dah nur geringer Un­terschied zwischen der Laae in England und in Deutschland bezüglich Der Löhne, der Arbeitszeit oder der Arbeitsbedin­gungen besteht. Die Beziehungen zw.schen Ar­beitgebern und Arbeitern sche nen in Deutschland befriedigender zu sein alS in England. 3n Deutschland ist die Bewegung zugunsten des Freihandel» sehr stark. Diele der einfluß­reichen Männer, die Wir gesprochen haben, drück­ten einhellig die Ansicht auS. daß die einzig« wirkliche Hoffnung Europa» in einer allge­meinen Beseitigung der Zollschran­ken liege.

Harney äußerte sich ferner über die .un­zweifelhaften Schäden", di« durch die Art und Weise entstanden sind, in der die Grenzen zwischen Deutschland und Polen ge­zogen wurden. Er erklärt«, es sei kaum eine Bemühung bemerkbar, die Grenzen nach wirt­schaftlichen oder geographischen Deschtspunklen festzulegen, sie seien vielmehr durch mili­tärische Erwägungen bestimmt und soll­ten Deutschland» militärische Kräfte schwächen und die Polen» stärken.

Vie Verwendung der polnischen Ameritoanleihe. Polnische Kaserncnneubauten in Dirschau.

Vierrsleihna, IS. Oktober. (111.) Die die Deutsche lageszeitung" meidet, sollen demnächst mit möglichster Beschleunigung große polnisch« Kasernen. Neubauten in Dirschau zur Ausführung kommen. Vie finanziellen Dittel für den Bau sollen der neuen polnischen Amerlkaanlelh« entnom­men werde«. Da e» sich bei diesen militärischen Neubauten in dem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Dirschau für Polen um eine erneute tu l H t fl - rische Befestigung des polnischen Kor­ridor » bandelt, ergibt sich daran» die allgemeine ratsnch«, daß die neue amerikanische Vollaranteihe zu einem großen Teil zur Verstärkung der polnischen militärischen Rüstungen herhalten muß.

Das

Steuervereinheitlichungsqesetz.

Berlin, 17. Oft. (TU.) Wi« der DHD. er- führt, haben sich di« maßgebenden Äretfe der Wirtschaft noch langwierigen Verhandlungen auf eine grundsätzliche Stellungnahme zu dem ©teuer» vereinheitlichungSgesetz geeinigt, die für di« Ver­abschiedung des EniwurseS von entscheidender Bedeutung sein dürfte. Gs werden darin ein­heitliche Deslimmunge nüber Steuer­pflicht und Steuergegenstand und ein­heitliche Rahmenbestimmungen für die Be­messungsgrundlagen gefordert, während die Höhe der Grundbeträge der Gesetzgebung der einzelnen Länder überlassen bleiben soll. Da» gleiche gilt für die Bestimmungen über di« Rela Honen und die Heranziehung der Hilf»- mahstäbe. Zu dem Genehmigungsverfahren und Über das Anhörungsrecht der 'Berufsver­tretungen werden allgemeine Bestimmungen im ReichSgesetz gefordert. Obwohl dies« Forderun­gen die Stellung der deutschen Wirtschaft nicht erschöpften, haben die Wirtschaftskreise geglaubt, von Weiterungen absehen zu müssen, um bas Zustandekommen des Gesetzes nicht zu erschweren.

Das neue

hessische Landlags-Wahlgesetz.

Darmstadt, 17. Ott. Gegen di« neuen Be Stimmungen be» hessischen Lanbtagv-Wcchlgesetzes bo«, zum erstenmal austretende Parteien für ihre Jhmbibatenlift« 7000 Unterschriften beibringen und 5000 Mark Kaution hinterlegen müssen, hatte die Wirtschrstspartei beim Vorsitzenden des Ätaatsgerichtsdofe» Einspruch erho­ben. Dieser hat Entscheidung dahin getroffen, baß nach hessischem Landesrecht ber hessische otaats- gerichtshos für diese Angelegenheit nicht z u ft fl n dig ist.

Die Slorthingswahlen in Norwegen.

Oslo, 17. Ott. (TU.) In Norwegen fanden heute die Wahlen zurnStorthing statt. Nach den ersten Er» gednissen der Wahlen buben die Rechtspar­teien «ine (tarte Einbuße erlitten, jo daß fk ihre bisherige Mehrheit 76 non 150 3imunen verlieren dürften Gewonnen bat da­gegen di« unifiziert« Arbeiterpartei. Angesichts die­le» Ausgangs der Wahlen dürft« nut dem Rücktrttt bei Kabinetts Lykke zu rechnen fein.

Ritterliche Gegner.

London, 15. Ott. (Wolff.) Auf einem gestern abend veranstalteten IayreSesfen von Teilnehmern am ost afrikanischen Feld zu g erinnert da» Parlamentsmitglied Guest, der während dies«» Feldzuges im Stabe de» General» S m u t » stand, in seiner Ansprüche daran, daß 1923 der Ausschuß für das Iahres- essen der Teilnehmer am ost afrikanischen Feldzug die Einladung d«S früheren tapfe­ren Gegners General von Lettvw-

Vie Zwischenlagimg der Reichstags.

Reichstagsbeginn.

Am heutigen Dienstag wird mm die kurze ursprünglich auf den 26. September an gesetzt« und um drei Wochen verschobene Zwilchen- ta gung deS Reichstages ihren Anfang nehmen. Man rechnet in parlamentarischen Krei­sen damit, daß sie bereits am SamStag oder noch wahrscheinlicher am Freitagabend der glei­chen Woche beendet sein wird. Reben einer Reihe von Vorlagen, die ihrem inneren Werte nach wohl von Wichtigkeit sind, parlamentarisch jedoch zur Erledigung keinen Zeitaufwand er­fordern, sind es drei Sachen, die das Stadium der ersten Lesung durchlaufen sollen. Das sind das Reichs schulge setz, die De amte n- besvldungsrefvrm und das Liquida- tionsschädengesetz. Alle drei werden zwei­fellos den zuständigen oder besonders einzusehen»- den Ausschüssen Überwielen werden und erst dort wird die richtige Feilarbeit beginnen. Isebrigens ist es in letzter Zeit vom Liqui- dallonsschädengeseh recht still geworden und es ist noch nicht ganz sicher, ob cs tatsächlich gleich­falls zur ersten Lesung gebracht werden wird: in der Deckungsfrage scheinen sich doch einige Schwierigkeiten ergeben zu haben.

Der Schwerpunkt der parlamentarischen Be­ratungen wird also auf dem Reichsichulgesey und dem Beamtenbesoldungsgesetz liegen. Die erfte Lesung des letzteren dürfte sich ziemlich glatt und reibungslos vollziehen, da sich ja fast alle Parteien über die Rotwendigkeit einer sol­chen Maßnahme völlig klar und einig sind. Jedoch auch hier spielt die Deckungsfrage die entscheioeirde Rolle. Dah sie noch ba^u mit dem Finanzausgleich eng verknüpft ist, trägt nicht dazu bei, die Erledigung des Ent­wurfs zu vereinfachen. Aeußerlich zeigt sich das auch darin, daß der Reichsrat an dem von der Regierung übersandten Entwurf gerade im Hinblick auf die Deckung einschneidende Aende- r un gen vovgenommen hat. DaS Reichskabineti ist daher in di« Zwangslage versetzt worden, dem Reichstag eine Doppeloorlage zugehen lassen zu müssen. Hieraus laßt sich schließen, daß bet Der Aussprache weniger die Bedürfnisse der Beamten und die Höhe der Aufbesserungen zur Sprache kommen werden al» der alte Streit zwischen Reich Ländern und Gemeinden über den Finanzausgleich und der Streit zwischen Rord- und Süd deutsch! and, der ja sogar zu einer Klage Preußens vor dem Staatsgerichlshof ge­führt hat. Auch in diesem Zusamurenhang muh immer wieder von neuem betont werden, daß bisher alle schönen Lehren und Mahnungen zur Sparsamleit von feiner Seit« beherzigt worden sind. Man darf sogar vor der Gefahr die Augen nicht verschließen, dah bi« einstimmig« Forderung der Länder zur Deckung der Stoften für die Er­höhung der Beamtengehälter gleichzeitig ein« Erhöhung ihrer II ebertoeif ungen aus dem Ertrag der Einkommensteuer von 75 auf 80 Prozent durchausetzen, sehr ernste Schwierig­keiten für das Zustandekommen der Reform über­haupt in sich birgt Der Reichsfinanzminister hat bereits mit Zustimmung des Reichskabinetts er­klärt, daß durch einen solchen Beschuß der ge­samt« Finarrzausgleich ins Wanken geriete unb ein Rachgeben der Reichs regierung in diesem Punkte undenkbar fei.

Durch die überraschende Ablehnung des Reichsschulgesetzes im Reichsrat ist dieser andere Gegenstand des Programms für die kurze Reichs tagst agung über Rächt zum Hauptaugen­merk der öffentlichen Lusmerksamkett geworden. Der ersten Lesung des Gesetzentwurfes sollen der Dienstag und Mittwoch gewidmet sein, wobei der Reichsinnenminister Dr v. Äeu bc 11 di« ' Aussprache mit feiner Begründungsred« einletten ! wird. Man nimmt an, daß der Minister seiner l Gepflogenheit getreu nur kurz sprechen und daS weitere der Arbett hinter den Kulissen über­lassen wird. Qltan kann nicht behaupten, dah er, namentlich während der Verhandlungen im ReichSrat, starke Initiative und geschickte Füh­rung bewiesen habe. Aeußerlich lx?krachtet be­deutet ja di« Ablehnung im ReichSrat eine Erleichterung für die parlamentarische Arbeit, denn vor dem Reichstag steht luin nur e i n Entwurf. Aber das ist doch schließlich nichts mehr als eine Acuherlichkeit, denn selbst der Minister hat bereits ju-gegcben, daß fern Ent­wurf stark v«rb«s serungSfähig ist.

Die Arbett in dieser Richtung innerhalb der Koalitttmsparteren will er anscheinend zunächst freundlicherweise der Deuttchen Volkspartei uber- lassen, die ja allerdings von Anfang an die Aufgabe gehabt hat und in nächster Zukunft haben wird, Zentrum und Deutschnationalen gegenüber bie 3ntercfien des liberalen Bürger- tum» zu verfechten. ES ist erfreulich. daß ihr anscheinend dabei wenigstens von nicht unbe­trächtlichen Teilen der Deutschnationalen Bolks- partei und sogar des Zentrums Brrständni» ent- gegengebracht wird. Leicht wird aber gerade angesichts der 2k*tgänqe im ReichSrat die Arbett nichr fein, bi« zunächst im 3n: crj>arlamentari scheu Ausschuß und bann im Reichskagsausschutz ge­leistet werden muß. Wenn nicht den durchaus berechtigten Wünschen und Forderungen der Deutschen Volkspartei großes Entgegenkommen bewiesen trieb, bann durfte das Schicksal der Vorlage keinesfalls sicher fein. Hat sie jedoch etnmai unter dieser Voraussetzung eine Elebr- I freit des Reichstage» erhallen, bann dürfte es

auch nicht allzu schwär sein, trotz ber Ablehnung durch den Reichsrat im ersten Stadium bann die Zustimmung dieser Körperschaft zu erlangen. Diejenigen ReichsratSstimmen, die am Freitag gegen den Gesetzentwurf gefallen sind, well bie kurz a ls die preußischen Vorschläge bekannten Anträge ihnen zum Schutz der Simultanschule nicht genügten, werden dann wohl sicherlich für daS Gesetz zu gewinnen fein. Aus der Ablehnung unter so eigentümlichen Umständen braucht man also keine zu weitgehenden Schlüffe au ziehen, wenn auch nicht verkannt werden darf, daß bie Situation für die Regierung und bie Koalition dadurch nicht erleichtert worben ist. Die kurze ReichStagStagung wird also schicksalsschwanger genug sein

Don den Plänen, bie da» Plenum beS Reichs­tages vom Dienstag an beschäftigen werben, steht bisher nur so viel fest, baß zuerst daS Reichs- s ch u l g e s e h und dann di« Besolbungs- o r b nun g sowie die Frage der KriegSver- sorgungsgebühren in Beratung genom­men werden. Außerdem liegen aber bereits von einzelnen Parteien Anträge unb Anregungen auf Behandlung weiterer Gegenstände vor Sv be­antragen bie Sozialdemokraten auf Grund ihrer Interpellation über bie Ärebitfrage, die P re i»- unb Lohnfrage zur Debatte zu stellen. Die Demokratische Partei verlangt die Beratung über das von ihr beantragte Rentnerschutz- gesetz. Die Wirtschastspartei verlangt Beratun­gen über Mieterfragen unb HauszinS- steuer. Besondere Anträge übet den Streik der Braunkohlenarbeiter liegen noch nicht vor. Aber diese Frage könnte bei bet sozial­demokratischen Interpellationen mitbehanbelt wer­den, da sie sich auch auf bie Löhne der Arbeiter und Angestellten bezieht. Sollte auch nur einer von diesen Gegenständen zur Beratung gestellt toerbf®. dann dürft« «S ausgeschlossen sein, daß der - Reichstag, wie geplant, schon am Frei­tag dieser Woche wieder auseinander geht. In die­sem Falle müßten die Sitzungen noch ans bie nächste Woche erstreckt werben. Der Aelte- ftenrat wirb am DienStagmittag bie näheren Dispositionen treffen. ES wird aber kaum an­genommen, daß die Parteien sich im Aeltestenral über alle Vorschläge einigen werden, so daß voraussichtlich das Plenum selbst seine Ge- schäftSdispvsittonen bestimmen wird.

Vie Kosten der Reichrschulgeseher

Eine demokratische Interpellation im Reichstag.

Berlin, 17. Oft (WTB.) Die demokrati­schen Reichstagsabgeordneten Dr. Hernrann Fi­scher, Erkelenz und bie übrigen Mitglieder bet demokratischen Reichstagsfrakiion haben nach- sbchende Interpellation eingBracht:

Di« organisatorischen und finanziellen AuS- winungsmöglichlciten des von ber Reichsregie­rung vorgelegten Entwurfes eine» Gesetzes zur Ausführung der Qlrt 146 Abs. 2 und 149 ber Reichsverfassung (Reichsschulgesetzent­wurf) haben in ber Oeffenl lichtest größte Be­unruhigung hervorgerufen. Wir fragen bi« Reichs regierung:

a) Wie Axh ist voraussichtlich der Ge­samtmehraufwand für da» DvlkSschul- wesen, sofern der vorgelegte Entwurf Gesetz wird?

b) Ob Länder unb Gemeinden die etwaigen Mchrlasten zu tragen haben ober ob auf Grund beS § 54 des Finanza u »gleichSgcfetzeS im Zufanrmenhang mit § 58 Abi. 3 (Fassung be» FinctnzauSgleichSgesetzeS nach ber Bekann!- machung vom 27. April 1926 beim ReichSgefeh- buch I, 203), die den Ländern unb Gemeinden durch reichsrechtliche Vorschriften erwachsenden Mehrausgaben auf den Reichshaushalt zu übernehmen sind?

c) Ob und auf welchem Wege im Reichs­haushalt ober in den Haushalten ber Länder und Gemeinden die Mittel zur Deckung des etwaigen Mehrbedarfes be­reitgestellt werden sollen?

Die erste Lesung des Reichsschulgesetzes.

Berlin, 18. Ott. (W.T.D.-Funkspruch.) Zum heutigen Beginn ber Reiche-tagsverhandlun- qcn schreibt die .Tägl. Rund<chau" Di« Ber- OcuN ungen werden durch eine Rede be» ReichS- mnernnxmfttr» von Xeubell eröffnet wer­den. bann werben die einzelnen Fraktionen zu Worte kommen. Der Entwurf der Regierung wird von allen Fraktionen der Re- ?ierung»-Koalition al» ein« brauch- a re Berhandlungsgrunblage be­trachtet. Der Reichsinnenmttnster wirb ben u nverän derten Wortlaut b«» Re- gierungSentwurses vertreten, ist aber von vornherein damit emnerftanben, daß die Regierungsparteien für bie noch offenen Streit­fragen eine Kompromißlösung suchen.

Ein Beschluh des Verbandes evangelischer Lehrervereine.

Barmen, 17. Oft. (DB.) Der in Barmen mf JiriTTTcn getretene gefchäftsfühvende Ausschuß de» Verbanbe» evangelischer Lehrer- un b Lehreri nnenvereiuc Deuttchlands

erklärt in einer tchukpvlttifchen ^hmbgeBeng bei dein Reichstage vorliegenden Reg lerungsentwurf als «ine geeignete Grundlage für bie Schifsung des Reichslchulgefey«». Die oegani» sier.c eoangelische Lcchrcr chaf l begrüße es dank­bar, daß der Entwurf ber Bekenntnis«, schul« gleiche Berechtigung und EntwicklungS- mögllch-eit wie den anderen verfassungsmäßigen Schularten gewähre.

Aus nller Welt.

Ter Lchloßßrand von Affing.

Augsburg. 17. Oft. (Wolff.) Der bei bem Schlof;brand in Affing verunglückte Landwirt . ist den erlittenen Brandwunden er* legen. Die Katastrophe hat also insgesamt sechs Todesopfer gc ordert. Heute oormittaa wurde bie Augsburger Zeaerwohr nochmal» nach dem Drandplag gcru;en, da auf» neue Flam­men au» ben Trümmern em Vorschlägen. Die Tobcsop er konnten wegen ber großen Ein­sturzgefahr ncch nichl geborgen werden. Der arößt« Teil des Mobiliars unbiüe loftbare, mehrere tausend Bände umfaffenbe Biblio­thek wurden «in Raub der Flammen. Die Höhe des Schadens dürfte mit einer Million nicht überschätz? sein. Der Brand ha', nach den bisherigen Fe.stellungen sich nur deshalb mit so überwältig n^er Schnelligkcit au» brei.cn können, weil das Feuer bereit» mindestens einen Tag lang im Verborgenen geschwelt hatte. Die große Zahl der Toten und B?rwun- deten ist auf den Einsturz deS großen TurmkaminS zurückzuführen, ber das Ge­bäude vorn Erdgeschoß bi» -um Dachfirst durch­zog. Eine größere Abteilung Lande-pvlizei wurde zur Abspvwrung ber beigerufen. Die Fea erwehr mußte sich daraus beschränken, da» Feuer zu lokalisieren. Degen 20 Uhr waren bie von aus­wärts bcrbeigeeiLen Motorspritzen abg.-rüdt, da bie Gesabr einer weiteren AuSbehnung be# Branbe» beseitigt schien' si« muhten aber gegen 22 Uhr toleber herbeigehvlt werden, well der Brand von neuem aus den Trümmern her­vor brach. Gs wurde bie ganze Rächt über bei Scheinwerferiicbl an der Brandstä te gearbeitet Es ist noch nicht möglich gewe'en. bte Leichen der fünf Derfchütteien zu bergen. GS besteht die Ge­fahr, daß bie noch stehenden Mauern de» Ge­bäude» ebenfalls in sich zusammen stürzen. Dom den Schwerverletzten schwebt einer In Lebens­gefahr.

Schwer« Bluttat in Chikago.

Eine gcheimnisooll« Mordfach« hält gefltnroär- tig bie Bcoölkerung von llhikogo in Spannung Montag früh wurden aus einem fahrenden Auto bie Leichen zweier erschaffener Mädchen auf die Straße geworfen. Der Wagen geriet bann ins Schleudern unb prallt« gegen eine Hausecke. Der Führer bes Auto» faß tot am Steuerrad. Am '3oben bes Wagen» and man einen Revolver. Die beiden Mädchen ollen nach Aussagen ihrer Freunde von dem jun- jen Mann in dem Automobil getötet worden ein. Dieser litt an Schwindsucht und hat kurz vor ter Tragödie versucht, einen seiner besten Freund« zu erwürgen.

Jünftacher Giftmord.

In Ä a i r o soll ein Mädchen, dessen Fanrille sich seiner Heirat widersetz's, au» Rache zwei Schwestern unb vier Brüdern Arsenik In ein« Speise gemengt haben. Alle starben, mit Au»- ncchrn« einer Schwester.

Start?r Schneefall im Riefengtbln

3m Sdiesengebira« ging am Sonntag anb. nber Schneefall nieder. In ben hoheraelegenen Regionen sind die Bäum« dicht mitSchn«« bedeckt unb bi« hochgelegenen Bauden tragen dicke (Ei»- a a p f e n.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

DaS skandinavische Tief verlagert sich süd­östlich weiter. Da noch immer ber Einfluß feiner Rückseite für unseren Witterungscharafter aus­schlaggebend ist. so hält zunächst da» urtbeftän# big« Wetter an. Die vorbring end« Kaltluft, die über Rord-West-Europa Cuftbrucfanflieg imb ein Sinken ber Temperaturen verursachte, bringt auch Mitteleuropa wieder Temperaturrückgang.

WettervorauS'age: Roch veränderlich, wolkig mit Aufklaren, kühler und strichweise qenna« Regenschauer wahrscheinlich, westliche bi» nord­westliche Wind«.

WillerungSausttchten für Dvnr^rstag: Ruhi­ger. zeitweise bewölkt, Temperaturen nacht» ii Gefrierpurcktnähe und in ber Hauptsache trocken Lufttemperaturen am 17. Oktober mittag» 10,5 Krad Celsius, abends 10,2 Grad Celsius: an> 18. Oktober: morgen» 9 Grad Celsius Crdtempe« raturen in 10 Zentimeter liefe: am 17. Oktober 8,4 Grad Celsius: am 18 Oktober 7,4 Grad Celsius Marimum 10,6 Grad Celsius, Minimum 4,2 ®ra) Celsius. Niederschläge 1,7 Millimeter.