Nr. 244 Erster Mast
ITT. Zahrga«g
Dienstag, (8. Gltoder 192T
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Dnd mfc ütrleg: Vrßhl'sche Usttderstsüts Sich. 11b Sittibridertl B. fange tn Gießen. Sebr.ltleitnng nnb Gefchäftrffele: ZchikUratze 7.
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KMatid tjBfjjrtl»: 2 Reich» mar« anh BO 7tfid>spfrnnlg ftr Träger« lohn, aed) txi Rid)ter» scheinen «i»z«l *<t Tiammm infolge höherer frttDolL 5<rn|prfd)an|d)l6|ft: 51, M enb 112 flaftnft ftr Trabtrw*. richte« »Bjdflfr Sletz«.
psstscheckfontv: frnreffirl am Glain 11 GM.
jum Tioöjntinag vsrher. pret, fer | mm hohe fit " uigrn von 27 me Brett« -rlltch 8. aueträrt» 10 Beichopieniug- für S«- blamranifigr» von 70 mm Brett« .'5 Kf <t>*p*«nniiu Platzooeschnfi 20*. m«hr.
(Ib«fTrbaktrwT
Dr Frrnbr Tvilh ßangc Verantwortlich für Tohnli Dr. <£r ©Üb tätigt; für 3<Mt8rton Dr H I Hanoi; für bea übrig«* Inl Ernst Vtawichetu- ftr ben X*- |«ig«*tti| Kari Hilmon«, fümlltch ie Öftesten
Der Bergarbeiterstreik in Mitteldeutschland.
Der Ausstand im Draunkohlenrevier.
Von unserer VerNner Redaktion
Berlin, 18. Dft. Veit einer langen 71«*« von fahren Haden wir zum ersten Mal« wieder «inen UognfamiH. der nicht durch bk Verbindlicher klö tu ng einet Schieb»sprucht oder durch gütttche Chrrigung beider Parteien bet gelegt wird, ! andern mit allen Mitteln bet oewerllchaftiichen Strrttent au »gefochten wird 2n diesem besonderen Falle de» mitt^ldeullchen Braun'.'hlenremer» ha: der Reich-arbeitv- Minister davon abgesehen, einen alt verbindlich zu peltrnben Schiedsspruch fällen zu lassen und der steichtwirtfchafltminister hat einer Er- Höhung der stohlenpreise. wodurch sofort eine Er- höyung der Lohne ermöglicht werden würde, seine Zustimmung versagt. Leide Minister haben mdyt hn ««gentatz <u«manSer, sondern in d o 11 ft e m (i i n • oerstündnit miteinander und selbfrverstandsich auch in steter Fühlungnahme mit dem Kabinett thre Cmschiüsse gesastt. Dabei Ht et recht merftoürfrta, dost gerade dersemae Teil der Presse, der sonst immer tm angeblichen Interesse der Arbeiterschaft gegen die DerlnndlichteiteerNärung von Schild». Iprüchen ebenso wie gegen sede Preiserhöhung eifert, den beiden Ministern ob ihrer Haltung scheocre Lor- nmrse maci/t. Der Reichstag wird nicht umhin können, sich in der einen oder der anderen Form mit dein grasten Wirtschastvkamps und seinen Neben- rrscheinun,»en zu befassen d dabei wird sich über diese Seit« der Angelcgtnhett mehr sagen lassen.
Für den nicht unmittelbar beteiligten und nicht nallig sachverständigen Beobachter liegen bte Ursachen keineswegs klar und durchsichtig zutage. iE» befindet sch voeifeflo» im Lesin der Unternehmer sowohl. e der Gewerkschaften der oer- schiedenen flRimf icn und de» -steichskohlenrate» Material, dessen . rlanntgabe zur Aufhellung der .'tnrkommnisse viel beitragen könnte Vielleicht bringt die Aussprache im Reichstag dieses Mate- i ial ans Licht Soweit sich die Ding« übersahen lassen, sind die Arbeitsocrhaltnisse im mittelbeub schon 'Braunfohlenreoier sehr verschieden, da e» Gruben mit Tagbau und solche mit Abbau unter Tage gibt, auch sind die fforderungsoerhältnisse sehr munn.gsoltig Schon hierdurch wird eine einheitliche Lohnpolitik ungemein erschwert. Troy alldem wird von allen Seiten anerkannt, dast Im grasten garuen die Arbeiter- ! bne m 'Braunfohlenreoier gering sind und dast die M) -cht bezahlten Arbcüer einer Ausbesserung briro ? bedürfen llucr diesen Verhältnissen wäre an sich die Verbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches '.ugunsten der Arbeiter oeiftünblid) Dem- gege- iber machen nun die Unternehmer geltend.
a 11 g meine weitere V ■ rimg zwar ebenfalls au» den eben geschilderten Gründen gerne bewilligen würden, das aber nur tun f. nnten. wenn ihnen eine Preiserhöhung a-stattet würde. /zier zu ist die Genehmigung des Reichswirtschast Minister» rsordci'ch, und dieser r e r i a q t sie. Auch er bat sehr triftige Gründe für fein Verhalten Wenn in diesem Augenblick eine (Erhebung des Praunkohlenpreise» zugestanden wird, dann käme die ganze Kohlenpreispolitik ins 'Saufen, denn dann müstten auch die 5lelnfohlenptei|e i' aen. und die gan.;e (Enhouf lung unserer Wirtschaft märe in Frage gestellt. N r besinden un» zur Zeit glücklicherweise in einer leid ! a günstigen Nirtfä'aitslaae insofern, als untere Industrie voll b.'chiioqt ist. (Eine (Erb hung der Sablenpreife würde sofort eine Preisbewegung auf her ganzen Linie zur Folge haben, und diese wiederum Lohnforde- runaen au* der ganzen Linie. (Einer solchen Verantwortung kann sich die Recheruna nicht aus- setzen und der Reichswirlschansminister verdient '■inerfenriirq für den Mut, mit dem er sich allen Wünschen m dieser Richtung beharrlich entgegen- stemmt. *
Run wirft sich ganz von selbst die .Trage auf,' ob -ich in dem Produktion-» und Absatz» Vorgang nicht irgcn?it>o Ersparnisle erzielen Heften, die eine einig«rmasten befriedigende Gr» höbung der Arbeiterlöhne ohne Erhöhung des Preiscs ermAglichnt- Gerade hierüber fehlt der OesfentlichTeit das entscheidende Material zur Q^curicilung. Dir willen nur. dast für Braun» fpblenbrilet’g die GestehungSkoft en plus Tracht nach Berlin 1.02 Mark und die Klein- dandelspreif e in Berlin 1.76 Mark bc» •vagem, besteht allo zwischen Gestehung^» plus Zrachtkoften und KlettchandelSpreisen eine Spanne von 74 P ennigen. Der Kohlenhandel wird es lich zu überlegen haben, ob sich diele Spanne durch verwaltungstechnische und organisatorische Mastnahmen nicht verringern Iaht. Aus der anderen Seite must zugegeben toerhen. dast gerade wt der Grvststadt mit ihren hohen Löhnen und ihren hoben Kosten für Lagerräume. Keller. Fuhrwerke ufw. nebst Bureau- und Buchst altungspersonal erhebliche Betriebskosten sich ; craudftcllcn. Hierüber also f. I.te zunächst Klarheit ge ebaf en werden. Ferner wird behauptet, dast in den Gestehungs^'o4en von 1.02 Mark be» rcitd ein nich' unerheblicher 'Rabatt der Gruben an den Vrvhhandel enthalten fei. Und es wäre wünschenswert, auch hierüber Au<llärung zu er- balteiL Der Kohlenrat bat vor einiger Zeit au* Veranlassung des Reichswirtschaftsministeriums diete Frage untersucht und ist zu der Aui'allong gekommen, dast wesentliche Ersparnisse hier nicht zu erzielen seien. Mit der blosten Feftstellurcg dieser Tatsache ist uns angesichts des schweren
MirrlchaftSkampf«- bn Draunkvhlengebiet nicht grdient Die zuständigen Stellen würden gut Daran hm. das einschlägiae Material der Ocffcni» lichkeit so bald wie möglich zu übergeben. Dann wird man besser beurteilen können, wo und wie der Hebel zu einer Beilegung des Streik- ange- fetzt werden kann
Eine sozialdemokratische Interpellation.
Berlin, 17. Oh Di« foeialde-nokraiische Reichcktagsfraktion hat in den Abendstunden im Reichstag eine iFnterpellation eingebracht. tn der darauf hingew esen wird, dast die ftreifaxberi Bergarbeiter mit den bisherigen niedrigen Löhnen auch nicht die bescheidenste Oristenz fristen können. Die Regierung wird gefragt. waS sie zu tun gedenke, um die schweren Gefahren aö,zuwenden, bie knrrch Ue$en Äiekenkarnps deS mitteldeutschen Boavn-
toUcrJircifc# dem gdantten TO.Ntchaft-leden drvheir und mit Mitteln sie den Berg
arbeitern eine ausreichende ^rröhuag ihrer Löhne sichern will.
Auch die gentrumssraktion interpelliert.
Berlin, 18. Oft Di« Abgeordneten Imdusch und St«g«rmalb haben mit der gesamten Fraktion de» Zentrumj dem Reichstag folgende Interpellation emgcdracht
Im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau brach ein großer Streik au», weil in der Lohnfrage keine Einigung zu erzielen war Der Streik must bei längerer Dauer außerordentlich ungünstig auf die deutsche Wirtschaft und die Lage vieler Volkskreise wirken. Ist die Reichsregierung bereit, aus eine Beendigung de» Kampfe» hinzuw.rken und eine befriedigende Regelung der Lohnfrage herbeizuführen?
Die Lage im Streikgebiet.
Starke Beteiligung am Ausstand. - Terror gegen Arbeitswillige.
halle, 17. Oft. (Wolff.) Die Lage Im Braun- kohlmfireik stellt fich zur Feit fo dar, bafj die Werfe teilweise gänzlich, teilweise nur zum Teil stillgelegt sind. Die bisher vorliegenden Meldungen lauten daher durchaus uneinheitlich. Gleichzeitig wird über einen überaus Harfen Strelfterror berichtet. Auf einer Grube im auhalstschen Revier wurden sogar 60 Arbeitswillige aas ben Gruben heraovgehoil, wobei e» zu Schlägereien fam. TTlan rechnet daher damit, dast die Regierung einschreiten und den zahlreichen Arbeitswilligen Schuh gewähren lösti. Im Zeiher Revier stellt sich die Sfreiflage als sehr gespannt dar. Zu Zwischenfällen ist ee aber noch nicht gefommen. Etwa fünfzig Prozent aller Belegschaften haben der Streifparole Folge geleistet. Man rechnet für Dienstag mit einer weiteren Verschärfung der Streiflage. Die Lleftrizitätsoersorgung bei Festster Revier» ist gesichert. Rad) Mitteilungen von der Strelfleitung sollen 16 bis 17 000 Mann in den Streif geirrten sein.
Auch Im Bitterfelder Braunfohlenreoier sind von t<r Gesamtbelegschaft in höhe von 4550 4300 in den Streif getreten. Die Gruden Hegen bi» auf die Grube „Ludwig" völlig still. Rur die Rotslandsarbeiten werden ausrechterhaiten. Auch aus der Grube .Golpa" werden nur die Rotstandsarbeiten verrichtet.
Die zum Ccunaroerf gehörige Gewerkschaft „Elise II" (Grube Otto) bei ädrbiftborf ist in vollem Betrieb, so dast die Versorgung der C rana- rot r f r nicht gefährdet ist. Die Ccunarocrfe haben der Belegschaft eine Lohnzuiage in der ge- rounschten höhe gewährt. Aus den Gruben de» © e l - settate» und be» OherröbUnger Renier» sind 93 Prozent der Belegschaften in den Streif getreten. Das ist insofern bemerkenswert, al» in diesen beiden Revieren, In denen die sog. ge- we ichasl» srledl ichen verbände ziemlich darf verirrten sind, sich auch die Mitglieder dieser verbände stark am Streit beteiligt haben müssen. 3m Helmstedter Revier ruht bte Arbeit vollkommen, ebenso im Magdeburger Revier und in der (E g e I n e r Mulde, von den Streifte! tun gen wird dir Me'.nnng vertreten, dast
morgen mit einer Aröcit»rnhe im gesamten mitteldeutschen Brountohlenbergbau gerechnet werden mutz. Man rechnet im allgemeinen mit einer Gesamtzahl der Streitenden von 50--60 000.
Der Kamps um die Streikleitung. Leipzig, 17. Oft ($11.) Den .Leipziger Neuesten Radjn ajtcn" wirb berichtet: Aus Der Strohe von Bahlen nach <Zefchwitz sind 2aft» traftwagen der Böhlener TLerke angebaLen worden. Die Wagensenster wurden zenrummert und die Führer verprügelt. Ds ist den Gewerf- f cha s i - f ü h re r n ganz unmöglich, zusammen mit lediglich fünf Gendarmen aus Fahrrädern die Ordnung aufrechtz.verhalten und die 2lrbe:6» willigen au schützen Arbeit-wcllige aus Böhlen unb den benachbarten Ortschaften sind heute von ihren Fahrrädern heruntergerissen und geschlagen nrorben. Böhlener Ginwohner versichern, dah viele fremde (Elemente, die nicht zu den Bc-legschaften geh.'ren und auch feine Bergleute sind, sich unt-r d.e Streikposten mischen und sofort gegen Arbeitswillige tätlich werden. Man vermutet, dast diese fremden Elemente die Führung de- Streifs an fich reihen wollen und absichtlich überall Störungen und Terrorakte Hervorrufen. (5s ist ihnen bereit- ge»' lungen. einen «rosten Xet( der Belegschaft der Böhlener Wer!e, die al- ruhig und zuverlässig zu bezeichnen ist. mit Gewalt von der Arbeit-, stelle sernzuhalten.
Ein Beschluß der Angestelltenorganisationen.
Berlin, 18. Oft. T. B. Funklpruch, Die drei Spitzenor^an-.fatiT'nen der Angestellten lAsabund. DDA. und Gedagi haben gestern zu dem Streif der Brannkohlenarbeilc-r Stellung genommen. AIS Ergebnis der Besprechung haben sie eine Aufforderung an die Ang. stell'en im Braunfohler.bergbau gerichtet, die Ausführung von Strei karoeit strikt abzu- lehnen. In einer Au-sprache im preußischen Handelsministerium fei von Regierung-feite festgestellt worden, dast das Berggesetz feine Handhabe bittet, die Angestellten zur Verrichtung von Arbeiteriätigfeitrn zu zwingen.
Die Haltung der Negierung.
Das Reichsarb"eitsministerium zur Vermittlung bereit.
(Eigener Drahtdtncht be» Dirtzener anjetgrr»-.
Berlin, 18 Oh. B«: dem tm mitteldeutschen Draunkohlenge.cct ausgebrochenen Stre k handelt es sich um einen reinen Wirtschaft-» kamps- die Versuche gewisser linksstehender Preüeargar.e, politische Zufammcrchänge zu konstruieren, find nichts weiter alS^tendenz.öfe Wache. Dor allen Dingen ist es unrichtig, wenn von persönlichen Aivati'ä:en zwischen dem A chs» arbeitsminister Dr. Brauns und dem Aeichs» wirtschaltsmintster Dr Surrius gesprochen wird. Dr. Brauns hat (ich bis zum letzten Samstag redlich bemüht, die Differenzen zwischen Arbeitgebern und Arbeunehmern besiegen. er stand aber lchije^sich o?r der Unmöglichkeit. auk schied sgerichtl «he« Wege eine Löfunz deS Konflikts hcrbeiz-führen 6me Erhöhung der Löhne in den von den Arbeitern geforderten Ausmahen ohne Kohlen Preiserhöhung durch Echieds'pruch festzuletzen. war für das Reid}6arbeii6miniftcr.um angesichts der winschastlichen Lage des rnittcldeutschen 'Braun» kohlendergbaues nicht möglich. 2Lu! der anderen Seite hat sich Ac.chswirrichastsm-nister Dr. Curtius mit Aückficht auf die wirtschaftliche Ge'amtlage gegen eine Erhöhung deS Produk» tionsprei s der Kohle aus'e prochttr. L ne Einwirkung hinsichtlich einer Verringerung der Gewinnspanne d c s Handels tarm durch
das Aeichswirlfchaftsministerium lediglich auf Grund der Kartellverordnung erfolgen, wenn sestgestellt worden ist dast eine Rar» tellvereinigung von Kohlenhändlern ihre Preise zu hoch bemiht. Der AeichSregicrur.g find also Machtgrenzen gezogen die sie nicht überschreiten kann und cs ist gänzlich verfehlt, wenn man behauptet, die Legierung hätte nicht alle Mitte', zur Beilegung deS be" tt.icrltchen Strecks erschöpft. Trotz'em ii der Aeiarsarbcts- Minister bereit in den Streif ein» ju greifen und neue Ginigun'»versuche ecnzu- letien Dabei ist aber darauf y nzuvc 'en, daß die Ein^ungsversuche vom Samstag nicht etwa auf Dunfch der Parteien unternommen wurden^ tie Partien hatten vrelmehr toJfen lassen dah ’ie fein •ing reifee wan'chen. Der Re L»- arbeitsminister hatte sich aber doch zu dem Der- such entschlossen, nachdem er fich oergeto/fert batte, dast die 'parieien wenigstens einer Ginla- tuna folgen würden.
Die Löfung des Konfliktes dürfte deshalb besonders schwierig sein, weil die Derhältmffe im M.tteld eutfchen Draunlohlenbergbau sehr verschieden s.nd. Ss g b! Merke mit Tiefbau und solche mit Tagbau. Infolgedessen sind auch die Gestehungskosten ganz verschieden 2>äbr?nd einzelne Tderic m t guten wirt'chaftlichen Srgebn sfen arbeiten, gabt es eine
junee Zahl anderer, die schon setzt Unterbilanz haben. Omer ®r Hang der Kohlen» prelle h.t fich das Re chswinlchastsmunstetiuin bekanntlich strikte widersetzt. Die Braunkoh e ist in der Form von Briketts allgemeiner Hau»- bal'.ungsverbrauchsgeg en stank. ?hre Berteuerung würde also ihe Allgemeinheit sehr stark treffen. Auf der anderen Seile spielt d.e Rohbmunkohle eine erhebliche "Rolle für hie Stromerzeugung Ihre Berteuerung würde allo ebenfalls die weiteste Allgemeinheit belasten. Die Tendenz im Reichswirtschaftsmini- ftertum geh: gerade dahin. d e Derteu r ng folger Güter zu vermeiden, die sich auf bte Preise anderer Güter steigend auswirfen müssen. 3n der Presse ist b:c Ansicht ausgesprochen worden, dast im Berliner Braunloblenbandel insofern eine Erleichterung möglich fei, als die bisher g«tvähr:en R a 6 a 111 ä b e für den Handel eint Gewinnspanne hatten, die zugunsten der Produkt irm vermindert werden tönnc. Das Re.chs- wrrtschaflsminlsterium hat diese Frage eingehend geprüft, ist aber zu dem Gr geb in S gekommen, dast von dieser Seite eine Lösung nicht möglich ist.
Die Lage auf dem Arbeitsmarltt. rveilcrcr Rückgang brr dirbritolosiglrit. Eigene Drahttneldung de» ..(Siebener Hnjctger»*.
Berlin, 18. Oft. Die ^ahl der drbe t*» losen unb Kurzarbeiter ist nach den letzten Der- dssentlichungen immer noch im Rückgang begriffen. Rach den Ermittlungen des Allgemeinen Deutschen G « we r f s ch a s t s- bundes stellte sich Ende Sepeencher 1927 bei 10188 berichtenden ^weigveveinen mit 3 641 937 Mitgliedern bte Zahl der Arbeitslosen auf 160 550 oder in Prozertten bet Mitalteder^ahl auf 4 7 und der Kurzarb^ter auf 87 124 bzw. 2,4 Prozent. Die Ctatiftif des Allgemennnr Deutschen Gewerkschastsbundes kommt also zu den gleichei, cdrcuüdx-n Ergebnissen wie das Statistische Reichsamt. welches bekanntlich die .lahl der HauptunterstützUTxrsempsänger am 1. Oktober nut 355 000 angegeben hat Die auf dem ArbettsmarV ruxt) t>ör6c T<dx-nV Abnahmebewegung der Arbeitsl ofenziffern ist um fo bedeutsamer, als diese Bewegung noch zu einer Zeit anhält wo übiicherweife bereits r>ne Berschlechterung des Arbeit-markt es dn^utr *.-n pflogt. 3n den letzten Jahren hat di? günstige Gestaltung der Arbectsmarktlage niemals b » zum Oktober angebalten. Die höchsten Pro-vnl- Atffem der Arbeitslosenzahl (in Prozenten ttt Mitgliedern hl) sind vorn ADV ermittelt worden bei Hutarbeitern 24.7 Prozent. Gärtnern 143. Fleischern 13,2, Sattlern. Tapezierern 12,7, Aah» rungs- und ©erruf) mitt darbet lern 9 4 Bill - dangsarbettern 9,2, Dachdeckern 8. Zabafarbettem 7.8. Holzarbeitern 7,7 Prozent.
General Heye in Amerika.
Empfang in Rcnysrk.
R e u b o r f, 17. Oft. lDTB ) Genera! H-".>e, der Ehef der deutschen Heeresleitung, der mit dem Hapagdamp°er ..Hamburg" hier eingetros- sen ist. wurde vom Militärattache der amenfam- fchen Botschaft In Berlin, ftonger, namenv de» Kriegsamte» vom Stabschef 6-olonel S n o 0- s und dem Gesandtschaftsrat Dr. Leitner be- gegensuhren Sin amerikanisches Armeeauto wurde Geieral Heye sofort zur Derfügung gestellt. 3n tiefem durchsuhr'er tn Begleitung hoher Offiziere und einer Polizrieskon« die Stadt, um die M-all Street zu befuchen. Dort wurde ihm em Diner gegeben, an dem auch bekannte Finanz- leutv der Dali Street teilnahmen Heute abend bereitet ihm die Aeuyorker öamifon e.nen Br- firüstungsabettd. zu dem die höchsten Offiz ere der n 2itui)Drf und Umgebung lieg ent cn Regüncnlet ihr Erscheinen zugesagt haben. ,^wei Brigade- ger.erale werden Ocneral Heye fe erlich begruben. Spät abends tric.' er nach DafhIngton Wei erre.sen. Präsident Goolibge, S aats- le're.är Kello ag. Kriegsselretär Davis und Marinesekretär Wilbur werden ihn einzeln empfangen. Am Samstag wird G.ncral Heye die einzige amerikanische W.litärschule in W:ft- pvinl besuchen. Er wird an der Abnahme der Parade der Wilitärichuler teilnehmen.
©eneral Heye äußerte 'Bettretem der Prelle gegenüber die Ansicht, dast fern Deutscher, bet einen verantwortlichen Posten befleite. die Gelegenheit versäumen büde, ben bewunderutuzs- tr-erten Fortschntt Amenk-is im letzten Zahrzeynt kenneTtzuiernen. Deshalb habe er mit Freudertz die ihm durch eine Einladung der Hapag ge» btrwne Gelegerchett wabrgenommen, eine Reife nach Reu York zu UTtterneymen unb beschallen, Amerika zu bereifen, um innerhalb der verfügbaren kurzen Zett soviel wie möglich vom Lande zu sehen
General Heye gab Vertretern der amerita* n.schen Presse auf die Sraae: 3 ft Deuts ch- land entwaffnet? d.e Antwort: .Sie willen alle, in welchem Ausmaß der Vertrag von Versailles eine Entwaffnung Deutschlands festgesetzt hat und dast die interalliierte Kommission m ten letzten sieben 3ahren die DurchsühruTza dieser Derrragsbestimmung überwacht hat. 2Xe


