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Reparationsgläubigern Deutschlands das Recht gibt, in ihren Ländern deutsches Eigentum zu beschlag­nahmen, wenn Deutschland seine Reparationsoer­pflichtungen nicht erfüllt.

DieVoss. Z t g." spricht von einem unver­kennbaren Fortschritt gegenüber der Hal­tung der Franzosen bei Beginn der Verhandlungen, die seinerzeit prinzipiell und unter Berufung auf ihre Gesetzgebung die Anerkennung der gegenseitigen Meistbegünstigung ablehnten.

DasTageblatt", das auf die großen Unter­schiede der beiderseitigen Zollsätze hinweist, spricht die Hoffnung aus, daß in weiteren Handelsverträgen Frankreichs mit anderen Staaten, die vielfach ähn­liche Exportinteressen wie Deutschland haben, ein weiterer Abbau der französischen Zollsätze erreicht werde.

DerL o k a l a n z e i g e r", der den Vertrag ein deutsch französisches Wirtschaftsabkommen" . nennt, wegen der noch offengelassenen Punkte und der kurzen Befristung, schreibt, für die Beurteilung des Abkommens werde ausschlaggebend sein, wieweit die französischen Konzessionen gehen, über die noch in der letzten Nacht verhandelt wurde.

DieD. A. Z." schreibt: Leider seien nicht alle Abreden für Deutschland befriedigend. Bedenk­lich müsse es stimmen, daß Deutschland in M a - rokko kein formelles Niederlassungs­recht erreicht hab«. Auch die für I n d o ch i n a ge­troffene Regelung, wo Deutschland Meistbegünsti­gung erst nach Abschluß der französisch-japanischen Verhandlungen erhalte, könne nicht befriedigen.

Pariser Blätterstimmen.

Paris, 17. Aug. (WB.) Zum Abschluß der deutsch-französischen Handelsvertragsverhandlun- gen schreibt derTemps": Man. wird ein Urteil über das neue Abkommen erst fällen kön­nen, wenn der Wortlaut vorliegt. Man muß indessen daran erinnern, daß das vorhergehende Abkommen, das bis zum 30. Juni in Kraft war, dem deutsch-französischen Warenaustausch einen kräftigen Antrieb gegeben hatte. Wenn das gegenwärtige Abkommen, das sich auf eine weit bedeutendere Airzahl von Erzeugnissen erstreckt, die Wirkung hat, die so geschossene Wrrt- schaftsströmungen aufrecht zu erhal- t e n und zu entwickeln, und wenn, wie man hoffen kann, ein gerechter Ausgleich der gegen­seitigen Vorteile und Zugeständnisse geschaffen ist, werden die beiden Länder sich zu dem end­lich verwirklichten Abkommen nur beglück­wünschen können.

DerSoir" schreibt: Einer der französi­schen Unterhändler habe heute vormittag den Handelsvertrag alsW i r t s ch a f t s - L o - c a c n o" bezeichnet und hinzugesügt, er sei mehr als eine einfache Verständigung über die Zölle. Es handle sich um die Erschließung neuer Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, was die beste Art sei, rür den wahren Frieden zu arbeiten. Diesen Worten schließt sich decSoic" an and schreibt, das Abkommen werde die wirtschaftlichen Be­ziehungen beider Länder beträchtlich bessern da­durch, daß es eine gegenseitige Anter- essenabhängigkeit schaffe. Es könne nur dazu beitragen, das Werk der Verständigung und der fortschreitenden Pazifizierung trotz der Schwierigkeiten zu konsolidieren, die auf politi­schem Gebiet in den letzten Jahren unüberwind­lich scheinen könnten. Der Handelsvertrag sei für die Zukunft der beste Garant des Friedens.

Zoll Locarno leben oder sterben?

London, 18. Aug. (WTB, Funkspruch.) Unter der Ueberschrift:Soll Locarno leben oder sterben? Ein unerfülltes Verspre­chen", veröffentlichtDaily News" einen Ar­tikel, in dem es heißt: Von den Entscheidungen, die in den nächsten zwei Wochen in Paris in der Frage .der Truppenverminderung im Rhein­land e getroffen werden, würden die Beziehun­gen Frankreichs und Deutschlands für lange abhängen. Die Ansicht in London sei, daß die gegebenen Versprechungen nicht ange­fochten werden können.Dailn Chronicle" er­klärt, daß die Frage ein kritisches Stadium erreicht habe und für alle Locarnomächte von Wich­tigkeit sei. WährendDaily- Chronicle" der Ansicht ist, daß eine Herabsetzung auf 60 000 Mann zwar keine Begeisterung in Deutschland ver- Ursachen werde, aberals Mitte zwischen der augen­blicklichen Zahl und Deutschlands Forderung nicht unvernünftig ist", wendet er sich hauptsächlich gegen eine Verminderung der französischen Truppen in dem geringfügigen Umfang von 9 Prozent, während die britischen und belgischen um je 35 Prozent ver­mindert werden sollen. Die Franzosen müßten sich fragen, ob sie haben wollen, daß die Besatzung international bleibe oder nicht. Wenn nicht, bann habe es den Anschein, daß viel weiter- reichende Folgen für England entstehen. Das Bla schreibt:Die französischen Staatsmänner würden gut tun, zu erkennen, daß dis Reichs- regierung in dieser Frage die öffentliche Meinung hinter sich hat. Ihrer Ansicht muß volles Gewicht gegeben werden.

Der Saarbahnschutz eine verkappte Brsatzungstruppe?

Berlin, 18. Aug. (TU.) In der letzten Woche erschien in Neunkirchen, nach einer Meldung desLokalanzeigers" aus Saarbrücken, ein Dber= regierungsrot der Regierungskommiss ton in Begleitung eines französischen Offi­ziers', um für die unteren Chargierten der Bahnschutztruppenabteilung" einen Mietvertrag abzuschließen, und zwar waren als Ver­tragspartner angegeben: einerseits das franzöfi ° s ch e Kriegsmini st eriurn (Abteilung für Feldeisenbahnen) und andererseits die Stadt Neunkirchen. Der rechtliche Vertreter der Stadt hat trotz allem Zureden die Unterschrift des Mietvertrages abgelehnt mit dem Hinweis, daß nach den Genfer Abmachungen fran­zösisches Militär im Saargebiet nichts mehr zu suchen habe, und daß er des­halb auch mit dein französischen Kriegs- m i n i ft e r i u m in Paris als einer ausländischen Behörde nichts zu schaffen habe.

Saceo-DanzeM.

B o st o n , 17. Aug. (WTB.) Die Richter des Ober st en Staatsgerichtshofes haben heute vormittag die von den Verteidigern Saccos und Vanzettis vorgelegten Dokumente geprüft. Es ist noch nicht bekannt, wann die Entscheidung fallen wird. Der Hauptverteidiger Hill hofft, daß mit Hilfe des Richters Holmes es gelingen wird, die Angelegenheit vor den D b e r ft e n Bundesge­richtshof zu bringen.

Entwurf eines

Rentnerver.orgungsgesetzes.

Berlin. 17. Aug. (Wolff.) Das VDZ.° Bureau teilt mit: Die demokratische F r a k- l i o n hat im Reichstage den Entwurf eines Rentncrversorgungsgesehes einge­bracht. Danach sollen versorgungsberechtigt sein alle im Anlande wohnenden deutschen Rentner, deren regelmäßiges Einkommen infolge der Geld­entwertung niedriger ist als die Rente, die ihnen nach diesem Gesetz zusteht, wenn sie 1. das 60. Lebensjahr vollendet haben oder 2. vor Vollendung des 60. Lebensjahres erwerbsunfähig sind. Als monatliche Grundrente wird gefordert für Orte der Sonderklasse und für Ortsklasse A 60 Mk.. für Orte der Ortsklasse B 55 Mk., C 50 Mk., D 45 Mk. Der verheiratete Rentner erhält einen Ehegattenzuschlag von 50 Prozent, für jedes Kind des Rentners wird bis zur Vollen­dung des 18. Lebensjahres eine Kinderzulage von 25 Prozent der Grundrenten gewährt. Der Entwurf fordert als Versorgungsanspruch neben der Rente eine Krankenfürsvrge und fer­ner Sterbegeld, das für die Orte der Sonderklasse und Ortsklasse A 144 Mi. beträgt, für die übrigen Ortsklassen 135 Mk. bzw, 126 Mk. bzw. 112.50 Mk.

Von der ßatfanner Kirchenkonferenz.

Lausanne, 17. Aug. (Wolff.) An der heu­tigen Sitzung der LausannerWeltkirchen- konfercnz fand der Derhandlungspunkt des genve in men Glaubensbekenntnis- ses der ,.:en folgende Formulierung:

Unter Anerkennung der Tatsache dec Lehr­unterschiede der eigenen Kirchen sind wir eins in dem gemeinsamen christlichen Glauben, welcher verkündigt ist in dec Heiligen Schrift, welcher bezeugt und bewahrt ist in dem ökumenischen Bekenntnis, das den Ramen des Ricaenums trägt, sowie in dem apostolischen Bekenntnis, mrd welcher ununterbrochen sich lebendig erweist in der geistlichen Erfahrung der Kirche Christi."

Die orthodoxe Kirchengruppe hat einige Vorbehalte zu dieser Formulierung vorgebracht.

Rußland nimmt Geiseln gegen England?

Paris, 17. Aug. (Wolfs.) Der Stockholmer Korrespondent desEcho de Paris" will aus zuver^ lässiger Quelle erfahren haben, daß dieG e p u" eine L i st e sämtlicher Engländerin n n e n aufgestellt habe, die Russen geheiratet hätten. Die meisten von ihnen seien jetzt festgenommen wor­den. Die Sowjetregierung hoffe auf diese Weise einen Druck aus die englische Re - g i c r u n g ausüben zu können, falls Repressalien gegen die in England anwesenden Kommunisten er­griffen werden sollten.

Englische Zwangsmaßnahmen in Schanghai.

Schanghai, 17. Aug. (WTB.) Der bri- tischeKommandeur hat die E i s e nb a h n- linievon SchanghaiüberHangtschau nach Ringpo abgeschnitten und die alten Stellungen außerhalb der Riederlassung wieder bezogen, die die britischen Truppen wäh­rend der Unruhen zu Anfang dieses Aahres innehatten. Der Grund zu dem englischen Vor­gehen liegt darin, daß die Chinesen sich weigerten, den Propeller eines eng­lischen Flugzeuges herauszugeben, das gestern abend eine Rotlandung außerhalb der europäischen Riederlassung hatte vornehmen müssen.

Der Außenminister der Ranking- Regierung, Wu, erklärte, daß er beabsichtigte, den Zwischenfall mit dem britischen Flugzeug dazu zu benutzen, um der Welt zu zeigen, wie die britischen Flieger in China verfahren. Der französische General­konsul hat sich erboten, als Vermittler zu handeln. Von chinesischer Seite wurde dies jedoch ab gelehnt. Die offiziöse chinesische Rachrichten-Agentur bemerkt, das britische Ultimatum habe die chinesischen Beamten nicht eingeschüchtert. Geeignete Maßnahmen wür­den unternommen werden, um die chinesischen Rechte zu wahren.

Beschießung Nankings.

R a n k i n g. 17. Aug. (WTB.) Reuter. Die Rordtruppen haben heute früh P u k a u be­setzt und heute nachmittaag mit der Beschie­ßung Rankings begonnen.

Kein Verzicht der Zunkerswerke.

Berlin, 17. Aug. (Wolfs.) Das Ergebnis der gestrigen Dessauer Beratungen über die Wiederholung des Ozeanfluges ist von einigen Blättern so ausgelegt worden, als hätten die 2 u n k e r s w e r k e auf einen neuen | Versuch überhaupt verzichtet. Wie das ! Wolfsbureau von einer den Aunkerswerken nahe­stehenden Seite erfährt, trifft diese Auffassung nicht zu. Das Projekt eines Ozeanfluges wird von den Aunkerswerken im Gegenteil weiter verfolgt, allerdings nicht mit irgendwelcher Rekordüberstürzung, sondern mit der ruhigen Sachlichkeit und Ueberlegung, die auch, wie in der Presse anerkannt wurde, den Vorbereitungen des ersten Versuches zugrunde lagen. An diesem Zusammenhang wird übrigens auch die Darstel­lung als falsch bezeichnet, wonach der Start am Sonntag übereilt und nur aus Pre­stigegründen erfolgt sei, obgleich die Wetter­berichte ausdrücklich abgeraten hätten. Tatsäch­lich liegen die Dinge so, daß die Hamburger Seewarte ebenso wie die anderen beratenden Meteorologen die Wetterlage am Sonntag als besonders günstig dargestellt haben. Ent­scheidend war dabei, daß man den Fahrzeugen, wenn sie die verabredete Rordroute über die Orkney-Anseln wählten, auf dein größeren Teil des Fluges nach Amerika günstiges Wetter und sogar Rückenwind voraussagte. Auf der Rordsee fanden die Maschinen aber so außer­ordentlich schlechtes Wetter, daß es ihnen un­möglich war, überhaupt bis zur Rordroute durch­zudringen. Diese Tatsache bestimmte das Schick­sal des Fluges.

Die der .Europa" mitgegebene Post ist, wie derLokalanzeiger" erfährt, von dem Be­gleitflugzeugG. 31" nach Dessau zurück­gebracht worden. Sowohl die derEuropa wie derBremen" zur Beförderung übergebenen

Postsendungen ruhen im Tresor des Dessauer Postamts. Lieber das weitere Schicksal dieser Sendungen trifft das Reichspostministerium die endgültige Entscheidung, und zwar erst dann, wenn die Verhandlungen über den Zeitpunkt eines neuen Startes der Aunkers-Piloten abge­schlossen sein werden. Führen diese Verhand­lungen zu dem Ergebnis, daß in nächster Zeit nach Amerika geflogen werden soll, dann wer­den diese Sendungen, wie ursprünglich vorge­sehen, auf dem Luftwege befördert werden. Am anderen Falle wird voraussichtlich die Rückgabe an die Absender erfolgen, falls diese nicht be­stimmen. daß die Beförderung auf dem See­wege geschieht.

Deutscher Dank an Amerika.

Washington, 17. Aug. (WTB.) Die deut­sche Botschaft übermittelte dem Staats­departement und anderen beteiligten Behörden den aufrichtigen Dank der deutschen Regie­rung für die weitgehende Unterstützung der deut­schen Flieger und Uebermittlung der Wetterberichte der Marinestation Bar Harbor, sowie die Bereit­stellung der amerikanischen Flugplätze für die Lan­dung. Dec Botschaft wurde die Versicherung gegeben, daß sie auf die gleiche Unterstützung und Zusammen­arbeit auch weiterhin rechnen könne für den Fall, daß die de>utschen Flieger sich zu einem er­neuten Versuch entscheiden sollten.

Könneckes Vorbereitungen.

Kk.». 17. Aug. (Wolff.) Der Flieger Kön­ne ck e unternahm heute früh mit seiner -Ger- ntania" einen weiteren Probeflug, wo­bei diesmal auch Sandsäcke als Ballast dienten. Auch dieser Flug ist zur vollsten Zufrie­denheit Könneckes ausgefallen. Morgen früh will Ber Flieger einen weiteren Startversuch in Begleitung von Funkern unternehmen, um dann seine Auswahl über den mitzunehmenden Bordfunker zu treffen. Wenn sich die Wetter- verhältnisse günstig gestalten, dann dürste der Termin des endgültigen Starts nähergerückt sein.

Wetlflug Amerika-Honolulu.

San Francisco, 17. Aug. (WB.) Die Marinefunkstation meldet um 7 Uhr morgens pazifischer Zeit, daß das FlugzeugW vo­lar v o", das gestern in Oakland (Kalifornia) zum Fluge nach H a w a i aufgestiegen war, 1800 Meilen zurückgelegt habe. An Bord des Flug­zeuges sei alles in Ordnung.

Honolulu, 17. Aua. (WB.) Das Flug­zeugW o o l a r v o" überflog Honolulu um 12 Llhr 9 Minuten nachmittags, landete um 12 Llhr 23 und gewann damit den ersten von Dole ausgesetzten Flugpreis im Hono- lulu-Wettsllegen. Der Preis beträgt 25 000 Dol­lar. Das FlugzeugAloha" ist gleichfalls hier eingetrvffen.

San Francisco. 18. Aug. (WTB. Funk­spruch.) Die beiden FlugzeugeGolden Eagle" undMiß Dora n", die sich an dem Honolulu-Flug beteiligt haben, sind in Honolulu nicht eingetrvffen. Sämtliche Schiffe wurden drahtlos benachrichtigt, daß den beiden Flieger anscheinend der Betriebsstoff ausgegangen ist, so daß sie auf das Meer nieder gehen mußten. Die Schisse werden ersucht, scharf Ausschau zu halten. Die Marinekommandvs in Honolulu und in San Francisev sind mit der Organisation weiterer Rachforschungen nach den vermißten Fliegern beschäftigt.

Aus aller Welt.

75j3hriges 3ubiläum des Germanischen Museums.

Das Germanische Museum in Rürnberg kann dieser Tage sein 75jähriges Aubiläum begehen. Die aus diesem Anlaß vorgesehenen Feierlich­keiten nahmen gestern mit einem Empfangsabend im Industrie- und Kulturverein ihren Anfang, zu dem sich eine große Anzahl prominenter Per­sönlichkeiten aus allen Teilen des Deutschen Reiches eingefunden hatte. Anwesend waren u. a.: Reichsminister Dr. Koch, Ministerpräsident Dr. Held, Kultusminister Dr. Goldenberger. Es gelangte ein von dem Konservator Dr. Hein­rich Hoehl für das 75jährige Aubiläum des Germanischen Museums verfaßtes Festspiel zur Aufführung.

Die Ziehung der Preußischen klassenlotterie.

Die gestern begonnene Hauptziehung der fünften Klasse der Preußischen Klassenlotterie vollzieht sich unter so großem Andrang des Publikums, daß das Ziehungslokal gestern wegen ITeberfüUung geschlos­sen wurde. Die Ziehuna wird unter verschärften Kontrollmahnahmen durchgeführt. Die zwölf Kom­missare, die abwechselnd den Dienst versehen, sind Beamte der Preußischen Bau- und Finanzdirektion. die von der Handhabung der Ziehung keine Ahnung hatten, und auch vorher nicht unterrichtet wurden. Dadurch wird >edoch, wie dieB. Z. a. M." feststellt, auch der Ziehungsvorgang beträchtlich verzögert. Die neuen Beamten sind so verteilt, daß am Ge­winnrad und am Nummernrad je ein Beamter den Dienst versieht. Unter diesen beiden Ziehungsbe­amten befindet sich je ein Kontrollbeamter, am Tisch in der Mitte ein Kommissar, der die Gewinne ver­liest, und hinter diesem auf erhöhtem Sitz, ein Kon- troübeamter. Wenn hundert Röllchen gezogen sind,

I wechseln jedesmal die Funktionen der Beamten.

Deutschland beim Gordon-Lennetl-Tvettfliegen.

Die deutschen Teilnehmer an dem Gordon- Bennett-Wettfliegen. das dieses Aahr in Ame­rika ausgetragen wird und an welchem Deutsch­land jetzt zum ersten Male nach dem Kriege wie­der teilnimmt, haben gestern von Hamburg aus ihre Ausreise nach Amerika angetreten. Die deut­schen Ballon-Führer Kaul und Dr. H a l d e n sind an Bord derResolute" nach Amerika ab» gereist, während Eimermacher mit dem deutschen DampferSierra Dentana" reist.

Wiederaufnahme des hälz-Prozesses?

Die seit längerer Zeit schwebende Untersuchung gegen deq Bergmann Friehe, der sich der Ermor­dung des Gutsbesitzers Heß bezichtigt hatte, deret- roegen Hölz zu lebenslänglichem Zuchthaus ver­urteilt worden war, ist nunmehr beendet. Die Durchführung des Prozesses würde eine Wieder­aufnahme des Verfahrens gegen Hölz bedeuten.

ein Braunkohlenflö; erbohrt.

Bei dem Dorfe Venrath bei Erkelenz ist in mäßi­ger Tiefe ein ziemlich mächtiges Braunkohlenflöz erbohrt worden. Die Bohrversuche werden fortgesetzt.

Ein Gestüt durch Brand zerstört.

Auf dem staatlichen Landwirtschaftsgut und Ge­stüt Schwaigwall bei Wolfratsbausen brach gestern I nachmittag aus unbekannter Ursache ein Brand aus,

der die Landroirtschafts- und Gestütsgebäude in ihrer ganzen Ausdehnung einäscherte. Die Hengste konn­ten noch rechtzeitig ins Freie gebracht werden. Di« Löscharbeiten dauerten bis tief in die Nacht hinein an. Die landwirtschaftlichen Maschinen und di« Heuvorräte sind dem Brande zum Opfer gefallen.

Schwere Einbruchsdiebstähle in Saarbrücken.

Ein schwerer Einbruchsdiebstahl wurde vor­gestern abend in einer Gastwirtschaft in der Deutschherrenstraße in Saarbrücken verübt. Während der Wirt und die Wirtin in der Gast­stube beschäftigt waren, schlichen sich Einbrecher in die im ersten Stock gelegene Privatwohnung und erbrachen sämtliche Schränke. Sie erbeuteten 15 000 Franken, 1000 Mark und zwei goldene Damenuhren. Ein zweiter Einbruch wurde kurz daraus in der Hohenzollernstraße verübt. A"s dem Lager einer D:votftnali .ngro'zhand ung stah­len Einbrecher wertvolle Heiligenbilder, Glas­malereien, Farben und Dildervorlagen im Ge­samtwerte von 50 000 Franken.

Friedhofsschändung.

An der Rächt zum Mittwoch wurden auf dem an der Kösliner Chaussee gelegenen Fried­hof von Belgard (Pommern) fast alle Grab­denkmäler umgeworsen und zum Teil zerbrochen. Zahlreiche Grabstätten wurden zerstört, so daß der ganze Friedhof den Eindruck eines Trümmer­feldes macht.

Schwere Autounfälle.

Gestern nachmittag stieß auf der Landstraße KettwigWerden ein mit fünf Personen besetztes Personenauto in voller Fahrt mit einem Last­kraftwagen zusammen. Der Anprall war so stark, daß der Personenwagen zertrümmert wurde. Eine Frau wurde sofort getötet und zwei weitere An­sassen des Personenwagens, zwei Polizeibeamte, schwer verletzt. Während dem einen Beamten ein Arm glatt abgerissen wurde, trug der andere schwere Kopfverletzungen davon. Außerdem wurde noch der Führer des Wagens und eine andere Frau verletzt. Die Verletzten wurden dem Kran­kenhaus zugeführt, wo sie sofort operiert wurden.

Bei Palermo stürzte gestern ein AutobuS um, wobei fünf Personen zwischen dem Wagen und einer Felswand eingeklemmt wurden. Sie konnten nur mit größter Mühe heraus gezogen werden. Drei von ihnen waren bereits tot, zwei erlitten schwere Verletzungen.

Drei italienische Kanoniere gelötet.

Wie die Innsbrucker Blätter melden, wurden bei Schießübungen eines italienischen Artillerieregiments in der Gegend von Schabs bei Franzensfeste drei Kanoniere getötet, als sie ein nicht explodiertes altes österreichisches Geschoß abbefördern wollten.

Die IDalbbränbe in Südfrankreich.

Die feit einigen Tagen andauernden Wald- brönde in Südfrankreich und auf Korsika, di« durch den Mistral begünstigt werden, dauern an. Das Feuer hat bereits die Höhen erreicht. Auf Korsika gab «s mehrere Tot« und Verwundete.

Ueberschwemmungen in Dfffibirien.

In der Gegend von Wladiwostok und Cha- batowsk ist infolge starker Regengüsse Hochwasser eingetreten. Mehr als 50 Dörfer sind über­schwemmt. Die Eisenbahndämme sind teilweise unterspült. 16 Brücken wurden zerstört. Die Be­völkerung muhte in verschiedenen Gegenden auf Anhöhen fliehen, wobei einige Personen ertranken.

Ueberschwemmungskalastrophe in Armenien.

Einige Dutzend Personen, darunter auch Kin­der. sowie zahlreiche Gebäude und Vieh wurden in der Stadt Delischan in Armenien von einem Gebirgsstrom fortgerissen, der infolge eines Or­kans über die Ufer getreten war.

versuche mit künstlichem Rebel.

Als sich gestern der französische Dampfer Asle de France" der amerikanischen Küste näherte, wurde er von einem amerikanisches Bombenflugzeug in einen durch bestimmte Chemi­kalien erzeugten künstlichen Rebel gehüllt. Es handelt sich um einen Versuch der amerikanischen Marine, der die Möglichkeit erweisen soll, durch künstlichen Rcbel Schisse unsichtbar zu machen und sie dadurch vor Fliegerangriffen zu schützen.

Die Wetterlage.

Owolkenlos, ö neuer onaio vroek'l. «woixig. ® oedecm »Reoeil * Schnee <a Graupeln e Meoei "K Geeinter.©Windstille.O' leichter Ost massiger Südsüdwest Q stürmischer nordwest Oie Pfeile fliegen mit dem Winde Oie oeioen Stationen stehenden/a* len geben die Temperatur an Oie Limen veröinden Orte mit gleichen auf Meeresniveau umgerechnelen Luftdruck

Wettervoraussage.

Veränderlich, wechselnd wolkig, zeitweise Regensälle und lühl. allmählich aufkommende lebhaft um West drehende Winde.

Gestrige Tages emperaiuren: Maximum IS.«, Minimum 6.8 Grad Celsius. Riederschlage. 0,8 Millimeter. Sonnenschcindauer, 5V< Stunden. Heutige Morgentemperatur: 10,6 Grad Celsius.

Witterungsaussichlen für Samstag: Zeit­weise Vewöllungsabnahme und ruhiges trockenes Wetter.