1. biS 5. Preis Heinrich Straßheim, Schäfer. Oberwetz. Klasse 1 0: Sammlungen: 1. Preis Gemeinde Niederkleen.
VI. Ziegen, Klasse la.. Mutter larnmer: 1. Preis. Ehrenpreis und Zusahpreis des Kreis- ziegenzuchtvereins, Albert Engel, Hörnsheim, > 2. Preis Friedrich Jung, Hochelheim, 3. Preis Wilhelm Fuhr, Büblingshausen. Lobende Anerkennung: Friedrich Schöps, Hörnsheim. Klasse 1 b: Bocklämmer: la-Dreiö, Ehrenpreis, kleine Medaille der Landwirtschaslskammer und Zusahpreis des Kreiszieaenzuchtvereins, Georg H e o r i ch, Hörnsheim, lo-Preis Wilh. Ludwig III., Großrechtenbach, 2a--Preis Mart. Walter, Wetzlar. 2d-Preis Wilhelm Kurz, Braunfels, 2c-Preis Georg Weber HL, Hörns- heirn, 3a-Preis Marrin Walter, Wetzlar, 3b- Preis Wilhelm Kramer Wetzlar. Lobende Anerkennungen: Albert Engel, Hörnsheim, Wilhelm Lang II., Hörnsheim. Klasse 2, Böcke im Alter von 1 bis 2 Jahren: 1. und 2. Preis Ziegenzuchinerein Hörnsheim. Lobende Anerkennung: Martin Walter, Wetzlar. Klasse 4: Mutterziegen im Alter von 1 bis 2 Zähren: 1. Preis, Zusatzpreis des Krelsziegen- ?nchtvereins und kleinen Kammermedaille Wilhelm Fuhr. Büblingshausen. 2a-Preis Aug. WedelU. Hörnsheim, 2b-Preis Albert Engel, Hörnsheim, 3a°Preis Wilhelm Lenz >., Horns- h-nm, 3b-Pr. M. Malter, Wetzlar. Lobende Anerkennung: Julius Nie menschneider, Wetzlar. Klasse 5'. Mutterziegen im Alter von mehr als 2 Zähren: In-Preis und Zusahpreis des Kreisziegenzuchtvereins Wilhelm Lenz I., Hörnsheim, Id-Preis Georg Hedrich, Hörnsheim, 2a°Preis Wilhelm B e p l e r. Hörnsheim, 2d'Preis Albert Engel, Hörnsheim, 3a°Preis Wilhelm Lenz L, Hörnsheim, 3b-Preis Martin Walter, Wetzlar. 4a-Preis Georg Hedrich, Hörnsheim, 4d-Preis Georg Hink le r, Hörnsheim. Lobende Anerkennung: Karl H a r t b r o d, Büblinghausen. Klasse 6: Sammlungen von Gemeindeii und Cinz.lzüchtern: 1. Preis Gemeinde Hörnsheim, 1. MSm« und Ehrenpreis Albert Engel, Hörnsheim, 2. Preis und Ehrenpreis Martin Walter, Wetzlar.
VH. Auhgeslügel. a) H ü hne r. Kl. 1. Jungtiere aus 1927: 1 Preise: W. Müller. Büblingshausen, Otto B i e r i n g , Wetzlar, G. Pepp ler, Hörnsheim. G. Michel. Wetzlar. 2. Preise: Otto Gitter«. Wetzlar, Rudolf Winter, Büblingshausen. Louis Dittert, Wetzlar, K. Ditte rt, Wetzlar, Johs. Marr. Wetzlar, G. Michel, Weilar. 3. Preise: W. Fuh r: Büblingshausen, Sy Schneider, Wetzlar, W. Müller. Hörnsheim. H. Schild. Büblingshausen. Albert Engel, Hörnsheim, G. Michel, Wetzlar. Lobende Anerkennungen: Rudolf Winter. Büblingshausen, Duderussche Gutsvcrwaltuna, Hofgut Altenberg, K. Wagner, Krofdorf, Wilhelmsche Geflügelzucht. Strauch bei Dornholzhausen. W. Lang. Hochelheim. Klasse 2: Aeltere Tiere: 1. Preise: Louis Dittert, Wetzlar, K. Di t tert. Wetzlar. K. Klaudh, Kröffelbach. E. Baldor. Wetzlar, H. Schild, Wetzlar, 2. Preise: Otto Ditter t, Wetzlar, R. Winter, Büblingshausen, W. Müller, Büblingshausen, 3. Preise: Duderussche Gutsverwaltung, Hofgut Altenberg, Wilhelmsche Geflügelzucht, Strauch bei Dornholzhausen. Lobende Anerkennungen: H. Schnei- d c r, Wetzlar, K. H a r t b r o d, Büblingshausen, Wilh. Viering, Wetzlar, b) Wassergeflügel. Klasse 3, Enten: zwei 2. Preise: G. Michel, Wetzlar, und zwei 3. Preise: Budc- russche Gutsverwaltung, Hofgut Altenberg, und G. Michel, Wetzlar. Klasse 4. Gänse: 1. und 3. Preis: Lduis Dittert, Wetzlar. Klasse 5, Grobgeflügel: Lobende Anerkennung: Buderusschc Gutsverwaltung, Hofgut Altenberg.
Im Anschluß an die PreiSv.rtülung fand ein gemeinschaftliches Festessen statt, bei dem Landrat Dr. Sartorius herzliche Begrüßung: Worte an die erschienenen Gäste richtete. Unter den F-st- gästen waren u. a. zu sehen: der Präsident des " Reichslandbundes, M. d. R. H c p p, Erbprinz Hermann Otlo von S o l m s °Ho h e n s o lms- Lich, Fürst Georg von Solms-Braunfels imb der Leiter des Landwirtschaftlichen Instituts der Aüiversität Gießen, Pros. Dr. Sessou. G'cßen. Im Ramcn der Gäste sprachen u. a.: Regierungspräsident Dr. Brandt, Koblenz, der Präsident der Landwirtschaftskainmer für die Rheinprovinz, Freiherr v. Lüningk, Bonn, und Prof. Dr. K n e l l. Gießen.
Den weiteren Teil des Festes füllten Volksbelustigungen aller Art, Konzerte und Tanz aus. Aus dem Rahmen der Veranstaltung hervorzuheben ist noch das große Ausstellungszelt, das u. a. folgendes zeigte: einen Pavillon des
Deutschen Kali-Syndikats, G. m. b. H. Berlin, eine Kalkaussteklung der Gewerkschaft L. Raab sen., Wetzlar, eine landwirtschaftliche Ausstellung über die Betriebswirtschaft von ernst und letzt, über Pflanzenbau und Grünlandwirtschafl, eine Ausstellung der I.G.-Farbenindustrie A. G. Ludwigshafen und Höchst. Schädlinasbekämpfungs- mittel, eine Sonderausstellung der Krers-Land° bundgenossenschaft für Geld- und Warenverkehr, Wetzlar, Sorten- und Anbauversuche derBuderus- schen Gutsverwaltung, Saalzuchtwirtschaft Hofgut Altenberg, sowie eine Sondergruppe der landwirtschaftlichen Schule Wetzlar über landwirtschaftliche Lehrmittelschau. In eurer besonderen Maschinenausstellung hatten größere und kleinere Firmen des Bezirks verschiedene Arten von Erntemaschinen ausgestellt.
Am Spätnachmittage fanden zum ersten Male Arbeitsleistungsprüfungen von Bullen und Kühen statt, die mit großem Interesse verfolgt wurden.
Oderhesien.
7'anvkreis Gießen.
Trais-Horloff, 16. Juli. Unter Aufsicht des Kulturbauamts Gießen wird gegenwärtig der im ganzen oberen Horlofftal bekannte Lehngraoe n" abgestochen und vertieft, eine Arbeit, die alle 25 Jahre stattfindet. Alljährlich jedoch wird er ausgemäht, da sich die Wasserpest seit nahezu zwei Jahrzehnten angesiedelt hat und ihr wucherisches Wachstum den Wasscrabzug hindert. An den Ufern der Horloff werben User- befesttgungsarbeiten vorgenommen. Da bei stärkeren Riederschlägen im Quellgebiet reißende Wassermassen besonders an Krümmungen in den Gemarkungen Rodheim a. d. Horloff und Inheiden starke Unterspülungen an den Ufern auftreten. sollen einzelne Uferstücke durch Flechtwerk befestigt werden.
# Hungen, 16. Juli. In diesen Tagen feierte Gustav Kohlheyer fein 30jähri- g 2 s Jubiläum als Vorstandsmitglied und Kontrolleur der hiesigen Spar- und Darlehenskasse e. G. m. b. H. Der Jubilar hat sich infolge seiner verdienstvollen Tätigkeit durch sein allzeit leutseliges Wesen großes Vertrauen bei der Bevölkerung erworber. In Anerkennung der lr<uen Pflichterfüllung nahmen Aussichtsrot und Vorstand der Sparkasse Veranlassung, ihrem Mitarbeiter Dank und Glückwünsche zu entbieten.
Zum erstenmal seit Vorkriegszeit soll im September l. I. wieder der in weitem Umkreis bekannte Prämiier ungsmarkt unter Mitwirkung des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für die Provinz Oberhessen abgehalten werden, während anfang August ein Ziegen markt, veranstaltet vom Kreisziegenzuchtverein stattsin- det. Die Ziegenzucht im Bezirk Hungen ist in gutem Aufschwung begriffen.
* Lang-Göns, 17. Juli. Die heute hier statt- gohabte B ii r ge r m e i ste r w a h I hatte folgendes Ergebnis: Beigeordneter R o m p s 518 Stimmen, Albert Brücke! 234 Stimmen, Hch. Schraub 211 Stimmen, W. K. Wenzel 64 Stimmen, Konrad Wilhelm 27 Stimmen.
’ Lang-Göns, 18. Juli. Ein tödlicher Un- gl ü ck s f a l l ereignete sich gestern nacht um 2 Uhr in Lang-Oöns. Dort überfuhr in der Breitgasse ein aus Rieder.vrisel kommendes Auto den Arbeiter Karl Arzt aus Lang-Göns, der die Straße überschreiten wollte. Der Tot trat auf der Stelle ein.
Kreis AricSberg
Friedberg, 16. Juli. In beit nicht zu stark lehmhaltigen, sondern mehr sandigen Teilen,
vor allem in der Echzeller und Reichelsheimer Gegend kommen die Frühkartoffeln zeitiger zur Reife, weshalb hier auch größere Flächen mit allerfrühsten Sorten angebaut werden. Die Ernte hat bereits begonnen, hier und da sind schon ganze Aecker abgeerntet und mit Herbstrüben oder Grünfutter neu bestellt. Der Preis der ersten Wetterauer Frühkartoffeln, di? man seit einigen Tagen auf den Märkten sieht, betragt zunächst durchschnittlich 9 Mk. pro Zentner.
Z Bad-Rauheim, 15. Juli. In den Tagen vom 6. bis 8. August findet in unserer Stadt das Gausommerfest des Lahngauesim Bunde deutscher Radfahrer statt. Die zahlreichen Ausschüsse arbeiten fleißig an einer würdigen Ausgestaltung des Festes, das zahlreiche Besucher in unsere gastliche Badestadt bringen wird. In sportlicher Hinsicht wird ein äußerst abwechslungsreiches Programm geboten. Außer den üblichen sportlichen Wettbewerben werden Blumen-, Schmuck-, Trachten- und Kostümreigen, wie auch ein Autoschönheitswettbewerb eine besondere Anziehungskraft ausüben. Die Badestadt mit ihren mannigfachen Sehenswürdigkeiten gibt dem Fest einen besonders würdigen Rahmen.
Kreis Scholten.
WSN. Schotten, 18. Juli. Bekanntlich hatte im vergangenen Jahre der Abg. Dr. Werner im Landtag den Antrag gestellt, den Hoherods- kopf unter Denkmalschutz zu stellen. Da die Gemeinde Breungeshain als Eigentümerin eines Teiles der Grundstücke hiergegen Einspruch erhoben hatte, hielten Kreisamt, Kreisausschuß, Forstamt Schotten, B. H. C. und Gemeinde Breungeshain eine gemeinschaftliche Sitzung auf dem Hoherodskopf ab, um die Frage des Denkmalschutzes zu klären. Eine Einigung wurde noch nicht erzielt, doch ist sehr wahrscheinlich, daß der Gemeinderat von Breungeshain seinen Widerspruch zurückziehen wird, da bauliche Veränderungen trotzdem lederzeit vorgenommen werden können, wenn diese im Einklang zum Landschaftsbild stehen. Eine Wertminderung kann also durch den Denkmalschutz keinesfalls eintreten.
Schotten, 16. Juli. In der Abwehr des Zigeuner Unwesens sieht sich das hiesige Kreisamt veranlaßt, den unterstellten Bürgermeistereien bei Eintreffen von Zigeunerbanden bestimmte Derhaltungsinaßregeln vorzuschreiben. Ein besonderes Augenmerk soll der Fürsorge für die Kinder inländischer Zigeuner zugewende! werden, daß diese nötigenfalls in Zwangserziehung über führt werden können.
—Schotten, 17. Juli. In den vier Bezirken des Kreises (Ulrichstein, Laubach, Schotten und Gedern) finden im Monat August amtliche Bezirkslehrerkonferenzen, mit denen je eine Lehrprobe verbunden fein wird, statt. Das Thema für alle Konferenzen ist: „Zeitgenössischer Anschauungsunterricht".
=.= Gedern, 16. Juli. Der Fremde, der vom Bahnhof kommend, unser Städtchen betritt, hat sofort den Eindruck, daß hier erfreulicherweise eine lebhafte Bautätigkeit besteht. Zwei im Entstehen begriffene Neubauten in unmittelbarer Nähe des Bahnyofs lenken die Aufmerksamkeit auf sich. Auch der Ausbau der neuen Straße „Am Brühl" schreitet rüstig vorwärts, so daß bald der Anschluß an die Weningser Straße hergestellt sein wird. — Bei der Generalversammlung der Aktionäre der Gederner Bank A. G. wurden die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Hartmann, V o e h l und Koch wiedergewäblt. Das Aktienkapital beträgt 30 000 Mk., die ausgelichcncn Darlehen 31 863,77 Mk., der Gewinn 3900,50 Mk.
Straßensperrungen
mitgeteilt vom Oberhessischen Antomobil-Cln.d E. D., Gießen.
Welche Stredic wird gesperrt?
In welchem Straßenzug liegt die Strecke?
Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung?
Voraussichtliche Dauer der Sperre
Umleitung
Eckelshausen - Biedenkopf
Marburg- Biedenkopf
Wagen- und Antomobil- verkehr
bis 27. 7.
Friedensdorf- Niedereisenhausen - Breidenbach
Wahlrod—Altenkirchen
Limburg - Altenkirchen
bis 20. 7.
Feldwege
Obcrzenzheim - Dorchheim
ßimburg- Rennerod- Siegen
«
bis 4. 8.
Frickhofen
Esch-Kamberg
Frankfurt M- ßimburg
bis 1. 8.
Niederems - Tenne
Nochmal.
Von Fritz Müller, Partenkirchen
Das neue Bähnlein war eingeweiht worden. Ein wenig steif waren die eingeladenen Gäste beim Festmahl gesessen, währenddem die offiziellen Reden plätscherten. Als aber der siebente Redner fein Wcinglas schwang: „Und in diesem Sinne, meine Herren —", klang von der Straße her ein Posthorn: „Muh i denn, muß i denn zum Städiele naus ...". und mit einem Male waren die Gesichter aus dem harten Leim gegangen.
..Meiner Seel'", sagte der Bezirksamtmann, „das ist der alte Postmtchl."
..Er macht seine letzte Kutschsahrt," sagte der Bürgermeister, „die nächste macht die Bahn."
„Es lebe der Fortschritt!" sagt: der Regierungsrat.
..In diesem Sinne, meine Herren ,“ Hub s vom Rednerpulte wieder an. Keiner hörte drauf. Jeder hörte nur das Posthorn: „Wenn i komm, wenn i komm, wenn i wied'rum komm ..."
,<5r kommt nimmer," sagte der Sternwirt, „aus iss Mvrgn geht er in Pension, der alte Mi'ck "
Vnö dann lie.cn sie mitten „in diesem Sinne" an >ie Saalfenücr und schauten wehmütig der alten Zeit naa;. die dort, umkränzt und Fahn»n halbmast, in die Grube fuhr. „Zur Grube" hieß der oststal', wo der alte Michl wohnte.
„Das Reue in Chrn, aber schad is's," sagte der Sternwirt.
..Das Al.e in Ehren, aber Fortschritt muß fein.' sagte der Regierungsrat.
Der Mehrer hatte das Fenster aufgeklirrt und al Glas erhoben: „Runter vom Bock Mitzl, her mit dir, stoß an!"
Langsam kletterte der Alte vom Kutscher- thron. Er lachte nicht. Ernst hob er das bart gereicht!» Glas ..Proft. die neue Bohn
So viel Lieberwindung stieß sie aus dem Fen- tagsgeleise: „Eigentlich hatten wir die Bahn gar nicht nötig." sagte der Lehrer.
„Ein paar Jahre wäre es noch mit dem Postillon gegangen." räumte der Bürgermeister ein.
-Der Deifi soll s' holn, die Bahn, mit deiner Chaisen fahr i rnorgn in d' Stadt!" schrie der Sternwirt.
„Ausgeschloiscn." sagte der Beziicksamtmann oedauernd und schaute nach d:r Abr. „die Karriolpost hat um 3 Ahr 35 ihre letzte Fahrt getan."
»Man kann net wissen. Michl, gelt?" blinzelte der Sternwirt.
Der alte Postillion gab keine Antwort. Er schaute leer ins leere Glas. Ulan füllte es. Er tranl's mechanisch aus. Lachend goß die Kellnerin aufs neue.
„Wie viele Leute mag der Michl schon gefahren haben?" sagte der Lch er.
„Die Fahrscheinstatlftlk weist die Ziffer 31 457 Fahrgäste aus,"- sagte der Postsel-etär.
„Einunddreisngtausendvicrhundertsiebenund-- sünszig". murmelten sie im Kreise.
Der alte Postillon warf den Kopf zurück. Die staubige Landstraße sah er hinauf. Der Zug der 31 457 Menschen, welch: er gefahren, schlängelte ßch die Landstraße herab Sie schritten an ihm vorüber, einer um den andern. Er nickte ernst und grüßte einen um den andern.
Die am Fenster sahn sich an: Den alten Mick! Hot s, lang wird er s nicht mehr machen in Pension. Am ihn zu trösten, sprachen sie ihm zu. „And nicht einmal in den fünfundoierzig Jahren hat er nmgeschmisfen, bravo, Michls „Möchte nicht toiffen wie viele Unfälle sich in den nächsten fünsundv.crzig Jahren auf der neuen Dahn ereignen werden.
-Sooft ich in dem Michl feine Kui'che schaute, immer waren drin die Leute fröhlich - denkt such: Einunddreißigtausendvierhundertsiebenund- »ünszig vergnügte Leute!"
„Möchte nicht wissen, wieviel murksige Menschen unsre neue Bahn befördern wird."
„Wenn man's genau betrachtet: .Glück ist der Fortschritt keines!'"
„Man kann verstehen, daß in England die ersten Maschinen zerschlagen wurden."
„Freilich, was will man machen — vrost, Michl, prost!"
Der Alte trank sein fünftes oder sechstes Glas. Gesprochen hatte er nichts. Die Deichsel des abgeschirrten Wagens sah er aus dem Hoftor ragen. Dun Stallsenster herüber glaftete ihn ein Roßkopf an. ..Herrgott," murmelte er selbstvergessen, „einmal wenn i no fahrn kunnt!" Uni) ging.
Betroffen sahen sie ihm aus dem Festsaal nach.
„Soll man —?“ Hub der Lehrer an.
„Soll man nicht sagte der Sekretär.
„Ausgeschlossen." sagte der Bezirksamtmann.
In dieser Rächt schüttelte es den alten Michl. Er war fällig. Wenn einer fällig ist, lockt ihn die Pension nicht mehr. Sie ist nicht nrehr wesentlich für einen guten Abschluß.
,.Einmal wenn i no fahren kunnt' murmelte der Michl, als es ihn im Traume hin und her warf, „in England Ham s' d' Maschinen sel- bigsmal derschlagn — derschlagn — derschlagn.."
Er war auf einmal angezogen Er tappte ins Maschinenhaus. Es war leer. Die Turbine war ausgeschaltet. Die Dynamo stand still. Es fiel ihm ein Streik ein, wo man die Dynamos unbrauchbar gemacht hatte. Er ging zum Fluß hinab. Die hohlen Hände füllte er mit Sand. Den schmiß er unter dir elektrischen Schleif- bürsten.
Dann schlich er heim. Der Engel des Herrn stand vor ihm.
„Michl", sagte er, „bist du bereit?"
„Emma! wenn i no fahrn kunnt."
Der Engel des Herrn ging.
Dann lange nichts.
Der Stand der Spareinlagen beträgt 113 726 Mk was gegen das Vorjahr eine Verdoppelung der Spargelder bedeutet. w
Herchenhain, 16. Juli. Unser Dorf schlägt nicht nur in seiner Höhenlage in Hessen Öen Rekord, sondern auch hinsichtlich seiner Re- qenmenge, die rm Juni d. Ä. nicht weniger als 222,1 Millimeter betrug (d. h. 222,1 Liter Wasser auf 1 Quadratmeter Erdoberfläche), während dieselbe in Schlitz, als der trockensten Station Oberhessens, beispielsweise nur 64,5 Millimeter betrug.
Ober-Schmitten, 16. Juli. Ein 13jähriger Junge wurde gestern von einem Schäferhund angcfallen und durch Bisse an Schulter und Armen so verletzt, daß ärztliche Hilfe notwendig wurde.
Kreis Büdingen.
„?" Ridda, 16. Juli. Der Zweckverband Ridda-Alfa hat jetzt einen zweiten Personenwagen angeschafft und bereits in Dienst gestellt. Da sich der Personenverkehr auf der neuen Linie Ridd a—Ba d Salzhausen günstig entwickelt, ist Mitte dieses Monats eine zweite tägliche Wagenfahrt eingeschaltet worden. Außerdem werden zu Kurkon-erten und sonstigen Veranstaltungen besondere Autoverbindungen geschaffen, so daß es der hiesigen Einwohnerschaft möglich ist. auch bei ungünstiger Witterung den Kurveranstaltungen beizuwohnen.
△ Ridda, 16. Juli. Heute verunglückte hier in der Salzhäuser Straße der Landwirt Otto Eiser von Alfa so schwer, daß er nad) Gießen in die Klinik geschafft werden mußte. Eiser wollte mit seinem Fuhrwerk Möbel an den KBahnhof fahren. Beim Uebergang über chiigeleise der Strecke Ridda—Schotten scheuten die Pferde vor einem nahenden Zuge und wurden unruhig. Die Pferde gingen durch, und der Fuhrmann stürzte vom Wagen. Am Eingang zur Bahnhofstraße konnten die Pferde wieder angehalten werden, ihr Besitzer trug schwere Verletzungen am Kopf, an den Beinen und im Rücken davon.
n. Kohden, 15. Juli. Unser Bürgermeister K r o m m feierte heute fein 25jähriges Dienstjubiläum, wozu ihm von der Mehr zahl der hiesigen Einwohner und sehr zahlreich auch von außerhalb die herzlichsten Glückwünsch. mündlich und schriftlich übermittelt wyrden. Die meisten Behörden, mit denen der Bürgermeister zu verkehren hat, übersandten Glückwunschschreiben. Die Gemeinde ließ ihm durch den @ - meinderat und Beigeordneten ein Ehrendip' n überreichen, das Bildhauer Georg Heß v'i. hier angefertigt hatte.
Kreis Alsfeld.
L_ Ruppertenrod, 16. Juli. Die W a I • arbeiten auf der Ohmstraße zwischen li: ter- und Ober-Seibertenrod sind vor einigen Tage beendet worden, und die Strecke wird in Kürze i den Verkehr freigegeben. Damit ist der weitan arößte Teil der wichtigen Straße wieder in gutci;; Zustande. Im kommenden Jahre soll der letzte Tcii der Straße bis zur Poppenstruth gewalzt werden. Die Provinzialstraßenverwaltung hat außerdem die Teerung der Straße Mücke—Ruppertenrod oorge- feben. Der Verkehr hat seit der Herstellung der Straße bedeutend zugcnommen. Auch auf der Straße Ruppertenrod—Ermenrod ist der Verkehr schon vor einigen Wochen freigegeben worden. — Die Arbeiten an unserer Wasserleitung nähern sich ihrem Ende. Die aufaeworfenen Erd- muffen sind von den Straßen verschwunden, so daß I auch dieses Verkehrshindernis beseitigt ist. — Der 1 meftge Männergesangverein, der seither noch keinem Bunde angehörte, hat sich dem Ohm- Lumdatal-Sängerbund angeschlossen, dessen Mit- gliederzahl damit auf 25 'angewachsen ist. — Ein empfindlicher Mangel an Arbeitskräften macht sich augenblicklich in der Landwirtschaft bemerkbar. Während in den vergangenen Jahren stets eine mehr oder minder große Zahl von Arbeitslosen auch auf den Dörfern vorhanden war, die in brn Sommermonaten in der Landwirtschaft tätig waren, ist heute kaum ein Erwerbsloser mehr anzutreffen. Die großen Werke in den Jndustriegegenden um Gießen, Wetzlar, Frankfurt, im Siegerland u. a. hoben in der letzten Zeit zahlreiche Arbeiter einae- stellt. Und viele Arbeiter, auch bodenständige Landwirtschaftsarbeiter, sind aus unseren Vogelsbergdörfern an diese Arbeitsstellen abgewandert, da naturgemäß dort der Verdienst ein besserer ist als in der Landwirtschaft.
ld. Rainrou. 15. Juli. Heut: mittag brachte ein schweres Gewitter, das sich über den zwischen hier und Eichelsachsen gelegenen Wald rücken, dem Auerberg, entlud, starken Hagel- schlag, der besonders der Gerste empfindlich schadete. Aus manchen Aeckern, besonders solchen mit schon vorgeschrittener Reife, dürfte der Aus
«»iuerMmn-crrr .-t — JIM iujiljib
Tumult vor seinem Fenster: „Michl, Michl!" „Was gibt's?"
„Fahrn mußt no amal, d' Maschin is hin!"
„Woaß scho —“
Stille. Dann Gemurmel: „Er weih schon, er hat es schon gewußt . .
Die Türe wurde aufgerissen. Der Bezirksamtmann stand da: „Daß Sie es schon wußten, beweist uns, daß —"
„Die Dynamo hat er verhunzt!" ballte sich dahinter eine Ingenieurfaust.
„Michl, Michl, warum hast du das getan?" stand nun auch der Bürgermeister da.
„I hab mir denkt — ihr selm habts gsagt... fahrn macht i no amnl, nur noch einmal, bitt- schön."
Der Lehrer trat heran: „ Fünfundvierzig Jahre fährst du deine Postkutsche, was war vorher da?"
A — a Leiterwagn, dem Dotenpeter sei Leiterwagn."
„And vor dem Leiterwagen?"
„Rix — halt, die Wabn war da, die Bötin."
„Glaubst du, Michl, daß die Botin ein Rad am Leiterwagen ruiniert hat?"
„I — i glaab net."
»And daß der Boteupeter deine Kutsche hingemacht hat?"
„I — i woaß net.“
„Schäm dich, Michl —"
Er hatte den Kopf gesenkt: „Grad oamvl wenn i no fahrn hält fönna —"
„Kannst, Michl, kannst", sagte der Landschandarm, „ins Zuchthaus."
Da riß es den alten Postmichl im Bett nach der andren Seite. Der Engel des Herrn stand wieder da:
„Michl", sagte er. „bist du bereit?"
„Ra, na, nao, ins Zuchthaus muß i!"
Der Engel lächelte: „Du hast geträumt. Was vergangen ist, läßt sich mit keinem Rochmal halten. Tu bist vergangen, Michl, komm mit mir . .


