Sei ganz ruhig,
sagte die Mutter liebe-
von Pflichtgefühl
,Du nicht
.Wenn du mein Weib wärest
hr Gedächtnis.
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schläft, (fr war sehr müde, voll.
Annemarie fuhr wimmernd aus den wissen auf und rief nach dem Vater.
r sie wirklich ein |o verworfenes, oer
mein Liebling der Papa
und liebtest mein Kind nicht, ich würde dich züchtigen und davonjagen wie eine Dime", hatte der Geliebt« ihrer Jugend ihr in der vergangenen Nacht zu
gerufen.
achtenswertes Geschöpf, daß ihr eigenes Kind sie der
„Jede Anordnung, die ich gebe, muß gewissenhaft und aufs pünktlichste befolgt werden. Ich müßte sonst jede Berantwortung ablhnen!" sagte ec, den Fieber-
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aus den Kissen.
Ein tiefes Rot auf den Wangen, machte sie Renkell Platz. Als die Kleine die Augen schloß, flüsterte Nella ihrem Manne zu, er solle sich zu Bett begeben. Das Kind würde sich rasch an sie haben. ..Bitte, nun geh' auch, Ferdinand! £ . dich sofort wecken, wenn es schlimmer werden sollte!" mahnte sie dringend.
Ihr die Hand küssend, zögerte er noch, ihr zu
Branchekennlntsse nicht erforderlich P,\v schrillen nebst kurzer Schilderung de.- Lebenslaufes unter Nr. 1657 an Herko, M. A. E., Gießen. OUiOU
grad notierend.
„Du darfst ganz unbesorgt sein. Auch ein so verachtenswertes Geschöpf wie ich besitzt noch einen Rest kam es eisig.
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„Dann werde ich mich eben daran gewöhnen!" Reichmann sah für eine Zekunde zu ihr hinüber. Wie bleich sie war, und diesen eigenen Zug um den Mund. Um Jahre gealtert, stellte er fest. Annemarie bewegte sich unruhig hin und her. Reichmann wollte >hr eine etwas bequemere Lage geben. Nella schob >hn beiseite und bog sich über das Kind.
" Materie soll kommen!" klang es
willfahren.
„Tie haben wirklich Ruhe nötig," stimmte Reichmann bei. „Die ganze Nacht in den Kleidern macht schrecklich müde!"
Man sah. Renkell entfernte sich ungern. Immer wieder blickte er nach Annemarie und neigte sich herab, nach ihren Atemzügen zu lauschen. Schon an der Tür. wandte er sich mehrmals um und bat dringend, ihn spätestens nach einer Stunde wieder wecken zu lassen. Nella nickte ein vielversvrechendes Ja. Dann war sie mit Reichmann allein. Die sieber- glänzenden Augen des Kindes standen weit offen und ruhten forschend auf ihnen beiden. Nella empfand beinahe Furcht vor diesem wissenden Blick ihres
allein. Auch der Mann, den sie einst so heiß geliebt hatte, ging, _als halte er nie einen Teil an ihr gehabt. Ein Fremder! e
Und war doch ihr Liebstes gewesen. Der Traum ihrer Jugend! Das Sehnen ihrer Nächte hatte ihm gegolten. Sein Weib zu sein der Gipfel ihrer
Ihre erste Ehe war ein Irrtum gewesen Als ältestes von acht lebenden Kindern hatte sie mit neunzehn Jahren ihre Sjäntie Jn die des alternden, schwerreichen Freiers gelegt. Sie hatte nicht anders gekonnt — deuchte ihr damals wenigstens. Die Eltern waren tot. Nach kaum einem Jahr Zwischenraum folgten sie einander in den Gottesacker, junger und Not warteten zu Hause, dem allen entgingen sie und ihre Geschwister durch ihre Eh« Au^ den Iugendgeliebten zu warten, lag in jo weiter jeme und schien so aussichtslos — sie waren beide unbemittelt, zudem hatte sie für den Troß der Ge- schwister zu sorgen.
Als ihr Mann dann nach drei Jahren kurzer Ehe starb, nannte sie Annemarie ihr eigen und ein nach Millionen zählendes Vermögen. Reichmanns Werben ließ nicht lange auf sich warten. Ihr Ja wurde ihm ohne Zögern. — Dann kam der Krieg. Reich- mann mußte ins Feld und zählte schon nach dem ersten Halbjahr zu den Vermißten. Ihre Nachforschungen blieben erfolglos, man rechnete ihn mit Sicherheit zu den Toten Es war ihr heute noch ein Rätsel, wie sie sich so ohne weiteres mit Renkell hatte verheiraten können. Sie wollte jemand haben, auf den ste sich in dem Durcheinander der Kriegsjahre stützen konnte, jemand, der ihr die Verwaltung ihres Gutes und ihres Riesenoermögens abnahm. Renkel schien ihr wie geschaffen dazu. So war sie ohne Besinnen sein geworden.
Daß er dos Kind aus ihrer ersten Ehe liebte und es sofort als das seine adoptierte, war ihr äußerst bequem erschienen. Nun war sie auch dieser Sorge enthoben. Sie brauchte demnach nur mehr an sich zu denken, und das tat sie redlich. Die Sorge für Toiletten, Vergnügungen, Besuch, Gäste, die Wahl eines Reitpferdes, die Beschaffung eines neuen Kraftwagens waren die alleinigen Dinge, die ihre Tage ausfüllten. Und nun dieser graue Spätsommertag mit seiner lastenden Sorge und diesem fürchter- lichen Alleinsein.
schwersten loünben zeihen durste? „Du tanzt Foxtrott und zu Hause bei dir kauert der Tod auf den Dielen." — Der Tod! — Und er hielt ihr Kind umfaßt. Sie schnellte auf, als Annemarie um Wasser bat. Ihre Hände zitierten wie die einer Greisin, als sie das gefüllte Glas zum Bette trug.
„Trink, mein Kind!"
Sie mußte das Glas wegnehmen, denn Annemarie hätte es bis zur Neige leeren gewollt.
„Was wirft du tun. wenn ich tot bin. Mama?" Leichenblaß starrte Nella auf das Kind.
„Der Papa fall mich in den Park legen! Ich will immer bei ihm sein!"
(Fortsetzung folgt.)
Kindes. Ratlos beklommen sah sie zu Reichmann hinüber und atmete auf, als Annemarie die Lider wieder sinken ließ.
„Bist du wirklich gewillt, sie allein zu pflegen?" sagte Reichmann im jlüfterton.
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„Nur von Pflichtgefühl?"
„— und von Mutterliebe", schwankte es in schwerem Stoße aus ihrem Mund.
Er sah sie an. aber sie wandte sich ab und neigte sich über das Kind. Als er ging, übersah sie seine Hand und drückte die ihre in die reichen Falten ihres seidenen Morgenkleides. Er fnig, ob er gegen Abend nochmals kommen solle.
„Erst gegen Abend?" entfuhr es ihr.
„Wenn du wünschest kann ich auch früher da sein."
„Ja, früher^"
Dann kam das tonlos lahmende Schweigen, das sie und ihr todkrankes Kind umfing. Durch die hohen Fenster rann das düstere Grau eines Spätjommer- tagce. Eintönig riefelte der Regen von dem Schiefer des Daches, tickte von den Bäumen und Sträuchern und sprühte gegen den weißen Kies der Parkwege. Nella hatte das Gefühl, als müsse sie an etwas ersticken, und sie fand nicht, was dieses war. Grenzen- Io«; elend und verlaßen kam sie sich vor. ,Jch ertrage es nicht, es ist unmöglich!" schrie es in ihr. Sie wollte ihren Mann wecken, aber ein Blick auf die Uhr lehrte sie. daß er erst knapp eine halbe Stunde der Ruhe genoß. Annemarie warf sich unruhig in den Kissen hin und her. Stilliegen sollte sie, hatte Reichmann eingeschärft. Ach, und ihre -lande waren so ungeschickt und ließen sich immer wieder beiseite drücken von den fieberhasten Fingern des Kindes. Sie war so gar nicht geschaffen zur Pflegerin in einer Krankenstube. Bewundert, umschmeichelt, verwöhnt, gehätschelt hatte man sie, die märchenschöne Fra», und nun ließ man sie ganz allein — ganz
Märtyrer der Liebe.
Roman von I. Schneide'-Förstl.
27 Fortsetzung Nachdruck verboten
„Ich werde Ihnen eine Schwester besorgen!" sagte Reichmann, während er den Verband erneuerte.
„Nein!" , „ .
Renkell schrak auf, als jeine Frau dieies Nein rief. Er trat zu ihr und strich freundlich über ihr flimmerndes Blondhaar, „fierr Doktor Reichmann meint es nur gut, mein Liebes. Die Pflege wurde dich zu sehr anstrengen. Auch wenn ich mich mit dir in die Nachtwachen teile, kannst du das nicht leisten.
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Das Köpfchen sank gehorsam zurück. Dann hob es sich wieder.
„Bitte den Papa, daß er zu mir kommt."
,Lah ihn ruhen! Die Mama ist ja ohnedies immer bei dir!"
„Aber du — du hast mich nicht lieb!" kam es erregt.
„Doch, mein Stinti!"
„Nein! — alle sagen, daß ich dir lästig bin. Fräulein Gerhard hat mir's gesagt und der Kutscher und die Köchin und die Arbeiter in der Fabrik. Auch Franz, der Chauffeur, weiß es."
Ernst, vorwurfsvoll sahen die großen blauen Kindcrangen aus dem glühenden Gesichtchen Nella zuckte zusammen wie unter einer Peitsche.
, In der Einbindstube haben die Mädchen erzählt bafj du mich fortbringen willst. Verkaufen willst du mich, sagten sie, weil ich dir im Wege bin."
Dicke, kalte Tropfen standen auf Nellas Stirne und Entsetzen in ihren Augen. Sie empfand ein Grauen vor sich selbst- „eine schlechte Mutter sind Sic und eine schlechte Frau", schrie efflt Stimme in
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