Gerichtsverfahren mit Recht Sgcrrantten zu unterwerfen, nicht erfüllt wvrden, weil das nach Z>en gesetzlichen Vorschriften unstatthaft sei.
Enteignung der deutschen Domkirche in Reval.
Reval. 15. Febr. (211.) Die Revaler deutsche Domgemeinde hat das Innenministerium gebeten, ihc die weitere Benutzung der enteigneten Domtirche zu gestatten. Das Innenministerium hat dieses Gesuch abgelehnt und daraus hingcwiesen, dah es beabsichtige, die enteignete Kirche dem e st nischen Konsisto- rium als Brschofssirche zuzuweisen. Die Domgemeinde besitzt infolgedessen nun kein Gotteshaus. Ruch die Dom sch ule soll, wie verlautet, enteignet werden.
Der internationale Handelsverkehr.
Genf, 17. Febr. lWTB.) Die Internatio- nalc Handelskammer hat auf Ersuchen der Kommission zur Vorbereitung der Weltwirtschasts- konferenz einen Bericht über die 21 u s g e st a l » t ung des Handelsverkehrs fertiggeslellt. in dem zunächst der Abschluß einer allgemeinen Konvention über die Behandlung dec 2lus- länder, 2lbschaffung der Pahvisa. Freiheit des Aufenthaltes und gleiche Behandlung von Ai's- ländern uni) Einheimischen befürwortet wird. Ferner spricht sich die Handelskammer für die 2lufHebung von Ein- und A'usfuhrverdoten für Rohstoffe aus und empfiehlt die rasche Ratisi- z:.-'.:-g dec Genfer Konvention über die Ver- cinsuchmrg der Zollformalitäten. Zum Schluß ch p^jchlt die Kammer, dem Völkerbund einen en Orgamsmus für die Behandlmig von sämtlichen Zoll- und Handelsfragen zu schaffen.
DieLtatberatungen im Reichstag
Berlin, 17. Febr. (V. D. Z.) Die allgemein« Aussprache zur ersten Lesung des Haushaltsplanes sür 1927 in Verbindung mit dem vorläufigen Finanzausgleich wird fortgesetzt.
Abg. Keinath (D. Vp.) führt aus, Deutschland lei finanzpolitisch an einem Wendepunkt augekommen. Die GelLwelle sei zurückgeebbt. Schon die letzte Anleihe sei eine Defizitanteihe gewesen. Die Aufbesserung aller Beamten- getzälter müsse durchgesührt werden. Wenn der Dawesplan in den nächsten Iahren volldurch- gesührt werden sollte, so würde die Finanzlage Deutschlands ganz bedenklich teerten. Eine weitere Erhöhung der gesamten deutschen Steuerlast sei unmöglich, vielmehr sei eine weitere 271 i l d e r u n g unbedingt notwendig. Fühlbare Einsparungen werden sich nur bei den Ländern und Gemeinden machen lassen. Es geht nicht länger an. dah auf Kosten der Gesamtheit der Reichsbürger die Sonder st aatlichkeit einzelner Länder künstlich aufrecht erhalten wird. Wir verlangen deshalb di« Aufhebung des §35 des Finanzausgleichs, der das Reich verpflichtet, Länder mit verhältnismäßig geringem Steueraufkommen durch Sonderzuschüsse zu unterstützen. In der Auseinanderziehung der Dteuerzahlungs- termine muß weitergegangen werden. Wir erkennen an, daß technische und sachliche Gründe für die vorläufige Regelung des Finanzausgleichs sprechen, aber wir wünschen eine möglichst kurze Frist bis zum endgültigen Finanzausgleich. Wir halten eine Erhöhung der steuerlichen Reichsgarantie für bedenklich und wenden uns vor allen: gegen eine Sondergarantie für die Umsatzsteuer. Die Gemeindegetränkesteuer sollte ganz aufgehoben werden. Die Ausartungen der Realsteuern in Ländern und Gemeinden müssen sofort vom Reiche aus beseitigt werden. Wir ersuchen die Reichsregierung um schleunige Vorlage eines entsprechenden Reichsrahmengesetzes. Die H a u s z i n s st e u e r darf nicht verewigt werden. Sie muh baldigst verschwinden. Die Einkommensteuer ist überspannt. Die Tarissätze steigen viel zu rasch an. Die Höchstgrenze mühte 331,3 Prozent betragen. Wir halten an dem Antrag fest, dah die Einkommensteuer nach den dreijährigen Einkommen durchweg berechnet wird.
2lbg. Dietrich-Baden (Dem.) erklärte Gespart werden könnte bei "dem ©tat des Reichsverkehrsministeriums. Dort könnten di? für Kana l b a u t e 11 vorgesehenen 154 Millionen glatt gestrichen werden. Verschwinden mühten auch die hohen Oktupationslasten. denn nach dem Dawesabkommen braucht das Reich diese Kosten nicht mehr zu decken. Vor allen Dingen sollte man im Interesse der Sparsamkeit die Gesetz macherei einschränk, en. Wir wollen enküich Aufklärung haben darüber, in welchem Mähe die Großgrundbesitzer steuerlich den Bauern gegenüber bevorzugt werden. Mit dec Hinausschiebung des endgültigen Finanzausgleichs sind wir einverstanden. Auch wünschen toiiT daß der Grundgedanke des Erzbergerschen Finanzsystems aufrecht erhalten wird.
Weiterberalung Freitag.
A nerika zur (Etatrebe Köhlers.
ReuY 0 rk. 17. Febr. (TU.) Die Etatrede des neuen Reichsfinanzministers hat in Amercka. besonders im Hinblick auf die ganz entgegen- ac'cßte Rede des amerikanischen Finanzsachverständigen Robinson allerstärkste Beachtung gesunden. Unterstrichen wird die große Bedeutung der Rede, in dec von einem zuständigen Minister die Undurchführbarkeit des Dawes-Planes verkündet wird. Die amerikanischen Zeitungen versuchen natürlich, viele Stellen der Rede abzuschwächen und bemerken hämisch, baß die Deutschen wieder längst abgenützte Dokumente gegen den Dawes-Plan auf- wärmen möchten. Das zeige die Köhler-Rede. Andererseits geben die Zeitungen zu. daß Reichsfinanzminister Dr. Köhler in seiner Kritik am Dawes-Plan Reichstag und Volk hinter s i ch habe.
Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
Darmstadt, 17. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags begann hellte mtt der allgemeinen Aussprache über oie neuen Steuer* gesctze (Grundsteuer, Gewerbesteuer, (tzemeinde- mnlacen und Sondergnbäudestener), wozu noch ein neuer Gesetzentwurf über die Abänderung des Gesetzes über Die Kreis- und Prooinzialumtagen bin= pigekommen Ist, der ini Zusammenhang mit den bereite vorliegenden Gesetzentwürfen stehl nnö mit diesen ztüammeu beraten wird. Ein 'Hegternngs* Vertreter schilderte dük ichwierige Lnge der Londe
seine
Assoziationspsychologie'
Internaten ist einer in
Chincsol
Ahndung und fordert die das Denkmal sofort wie-
man in Passerlust, verspricht strengste Hnterbehörden auf, der herzustellen.
aufgestellt worden, da die Apparate an dieser, vor Wetterunbilden geschützten Stelle gut fünf*
mit innerem Gewinn sein Wirken und Schriften studieren könnten.
rette hinaus über die
Betrachtungsweise der
Das Wesen der Erziehung ist ihm Hilfe zur Selbsthilfe. So findet sich im Kerne schon bei ihm. was wir heute als „Arbeitsschule" verwirklichen wollen.
Die menschliche Seele gilt ihm. als ein durchaus aktives, einheitliches, von innen her organisch sich entfaltendes Wesen. So ist er be
äußerlich - mechanistische
„sensualistischen" und
Das Arbeitsbeschassungsprogramm
Aus dem Volkswirtschaftsausschutz des Reichstags.
der Kops abgeschlagen. Das Denkmal wurde schon einmal beschädigt. Den Kopf fand Der Präfekt von Bozen
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Aus der Iagd angeschossen.
Der Baßbusfo D i e h l e c vom Staatecheater in Wiesbaden ist aus der Iagd von dem Operettentenor Schorn ange chossen und schwer verletzt worden. Buehler hatte sich, rchne das verabredete Signal zu geben, von seinem Anstand entfernt, worauf Schorn, der m der Dunkelheit ein Stück Schwarzwild vor sich zu haben glaubt«, einen Schuh abgab. der Biehler ins Dein traf. Schorn gab iwch einen zweiten Schuß ab. Der glücklicherweise fehlging. Biehler verhinderte einen dritten Schuß dadurch, daß er Schorn anrief. Schorn schleppte den Verwundeten zwei Stunden lang durch Den Wald zu einer Waldhütte, von wo Vichlcr ins Krankenhaus transportiert wurde.
Verhaftung eines falschen Assessors.
In Berlin wurde auf Veraniafsuna ernes Berliner Rechtsanwalts der frühere Kellner Achim Guth verhaftet, her als Assessor bei einer ganzen Reihe von "Berliner Rechtsanwälten tätig war und Ne vielfach vor Gericht vertrat, u. a. den in der Akteudieb- stiihlsaf äre beledigten Dr. Ludwig Metzer und einen sehr bekannten Strafverteidiger. Guth trat
Aus -er provinzialhauptftadt.
Gi.eßen, den 18. Februar 1927.
Pestalozzi - Feier.
Gestern vormittag veranstaltete der Lehrec- und Lehrerinnenverein des Kreises und der Stadt Gießen in der Reuen Aula der Universität aus Anlaß von Pestalozzis 100. Todestage eine stark betuchte Gedenkfeier, an der neben sehr zahlreichen Pädagogen und Schulmännern u. a. Vertreter der Universität, der Provinzialdirettion, der Stadt Gießen und der Presse teilnahmen. Die Feier wurde eingeleitet durch ein Vorspiel für Orgel u. Violine von Händel: hiernach sprach Frl. Else Speckhardt (Dießen) die dem Gedächtnis Pestalozzis geweihten. warmherzigen Verse von Heinrich Frank. Frau Dr. Müller- Bangert (Gießen) fang, von K. Stein (Lich) begleitet, zwei stimmungsvolle Lieder von Brahms <„O wüßt" ich doch den Weg zurück") u. Händel („Er weidet seine Herde": aus dem „Messias"). Zum Konzert für drei Violinen und Klavier von Vivaldi hatten sich die Herren Blaß und Römer (Großen-Linden), M 0 m - ber ger ^Liehen) und Stein (Lich) vereinigt. Rachdem die vortrefflich gefpielten-dvL Sätze des Konzertes verklungen waren, erhob sich der erste Vorsitzende des Gießener Lehrervereins. A. Kneipp, zu einer kurzen Ansprache, in der er, anknüpfend an ein Wort des modernen Pädagogen Georg Kerschensteiuer. auf Pestalozzis Bedeutung für die Gegenwart hinwieS und ihn als eigentlichen Begründer der deutschen Volksschulen feierte; der Redner richtete des ferneren Worte der Begrüßung und des DankeS an die Versammlung, insbesondere an die Vertreter der Uniberfitat und der Schulen, an die Geistlichen- und Philologenvereinigungen und an seine tehr zahlreich erschienenen Anitebrüder. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die ausgezeichnet«, feinsinnige Gedenkrede des Pädagogen unterer Universität, Prof. Dr. Aug. Messer. Der Vortragende entwickelte in seiner Rede den Ge-
anderklebte, wodurch die häufig beobachteten Betriebsstörungen bei den Automaten eintraten. Die jetzt angebrachten Apparate sollen diesen Rachteil nicht haben, es wird ihnen unbedingte Wetterfestigkeit nachgerühmt, so daß Mißhelligkeiten der früheren Art nicht zu erwarten feien. Hoffentlich behält diese Meinung recht. Von den bisher an der Stadtpost benutzten Automat . "7. ___
Der Halle des alten Rathauses am Marktplatz
Aus aller Wett.
Untvetterkatastrophe an der kalifornischen Küste.
Bei den an der Küste des Stillen Ozeans in den letzten fünf Tagen niedergegangenen Wolkenbrüchen sind im ganzen an verschiedenen Punkten 24 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte von Farmern im Bezirke von Los Angelos fliehen, um den Fluten zu entgehen. Die Verbindung mit Santiago ist abgeschnitten worden. Allo Telegraphenlinien sind unterbrochen. Die Eisenbahnen berichten, daß die Züge durch die angeschwollenen Slüfte auf gehalten worden sind. Der Schaden, den das Unwetter angerichtet hat. wird auf mehrere Millionen Dollar geschäht. Mehr als 5000 Personen sind obdachlos. In Anaheim ist infolge der Wassermassen ein Oeltant ,in dem sich 80 000 Parels Oel befanden, eingestürzt.
Fortschritte in der drahtlosen Bilhüberfragung.
Kapitän Suiten, der Mitarbeiter Balers, macht in einem Wiener Mittagsblatt Mitteilung über die Weiterentwicklung der Bakerschen Bild- telephonie. In kürzester Zeit werde die telephonische Bckdüberttagung auch aus dem Draht ve> wicklicht werden. Jeder Telephonte'.lnehmer wrdc durch den Anschluß eines einfachen Apparates an jein Telephon ohne besondere Reven- zentrale Bilder im Format 10:14 telephonisch senden und empfangen können. Die Uebertra- gung Dauere 3 Minuten. Versuche Dieter Art würden demnächst zuerst innerhalb des Wiener Sprechbezirks, dann auf weiteren Strecken durchgeführt werden. Die ersten Versuche auf der Linie Wien- London tourben im Mai nach Eröffnung der neuen Fernkabellinie nach London stattsinden. Auch bestehe die Absicht, in Wien eine Zentrale für den Mittel- und Osteuropäischen Bildrundfunkverkehr zu errichten.
Denkmalsschändung in TNeran.
Vom Denttnal der Kaiserin E l i s ab e t h wurde in der Rächt vom Dienstag auf Mittwoch
staltpsychologie" bezeichnet.
Ziel der Erziehung ist ihm die Bildung der ganzen Menschen, und zwar Menschen- 6Übung zugleich mit bet Berufs bildung. Auch hinsichtlich bet Mittel unb Träger bet Erziehung hat Pestalozzi, wie der Redner näher darlegte, vielfach ganz ..moderne" Ansichten. Richt minder ist gerade für uns Deutsch« der Gegenwart sein Gedanke beachtenswert, daß die Erziehung das Hauptmittel sei zum Wiederaufbau einer zerrütteten Kultur, und daß Erziehung das Gebiet darstelle, auf dem sich die verschiedenen religiösen und politischen Richtungen zu gemeinsamer Arbeit zusammen- sinden sollten.
Rach dem Dortrage brachte ein Frauenchor unter Leitung von O. Linden st ruth (Gießen) die berühmten Goetheverse „Der du von dem Himmel bist" in der Vertonung von E.M v. Weber zu Gehör, woraus ein Orgelnachspiel (K. Stein), ein Andante von Max Reger, die würdige Gedenkfeier ausklingen ließ.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag Stadttheater: 71/, Uhr „Iudith" (Ende nach 10 Uhr). — Oberßessische Gesellschaft für Hatur- und Hchllunde: 8l t Uhr. Physikalisches Institut (Stephanstrahe 24), Vortrag. — Iohanneskirche 6 und 8 Ähr, Filmvorführung. — Katholische» Vercinshaus: 8 11 br. Vortrag des Graphologen Dir. Runge. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ben Hur". — Astoria-Lichtspiele: „Hutch und die Whislyschmuggier".
Zu dem morgigen Künstler fest des Stadttheaters sind Karten in beschrank- ter Anzahl auch noch an der Abendkasse zu hoben (Preis 4 Mark). Es ist alles getan, dem Fest einen würdigen Verlauf zu geben. (Siehe Anzeige.)
— Hessische Verelnigung für Volkskunde. Wan schreibt uns: In der Hessischen Vereinigung für Volkskunde spricht der Metropolitan fite. Dr. Werner Boette aus Marburg am nächsten Montag abend über den „Humor des Volkes". Der Redner ist den Freunden unseres Volkstums besonders durch sein Werl „Aus einer vergessenen Ecke" bekannt. Die Gießener Mitglieder der Dereini- gung werden sich auch an feinen Vortrag über „Hessische Bauern" erinnern, den er 1920 hier hielt. Zweifellos wird der Vortrag am Montag recht viel Schöne» bringen, so daß wir allen Freunden der Volkskunde den Besuch angelegentlich empfehlen können. (Siehe die Anzeige in der gestrigen Hummer.)
•• Reue Postwertzeichen-Automaten sind seit gestern am Gebäude der Stadt- post angebracht. Die bisherigen Automaten haben sich insofern nicht bewährt, als bei feuchtem Wetter in den Rachtstunden. wo die Apparate nicht benutzt wurden, die gummierte Fläche des Markenbandes feucht wurde und dann fest anein
daß die Erwerbslosigkeit mit den bisherigen Methoden allein für bie Dauer kaum bekämpft werden kann, ersucht der Reichstag die Reichsrogiemng, dem Reichstag alsbald weitere Maßnahmen vorzuschlagen, die geeignet sind, unter Berücksichtigung der strukturellen Aenderungen der struk- schäft einer größeren Anzahl von Erwerbslosen Arbeit und Brot zu schaffen.
Das Arbeitszeitnotgefetz.
Berlin, 17. Febr. (WD.) Am Donnerstag sanden in Anwesenheit des Reichsarbeitsministers Derhanblungen zwischen den Regierungsparteien über das Arbeitszeilnotge- sey statt. Die Besprechung drehte sich in der Hauptsache um die Frage, ob oder in welcher Form der § 11 2161.3 der Arbeitszcitnowervrd- mmg von 1923, der die freiwillige Mehrarbeit über den Achtstundentag hinaus grundsätzlich gestattet, aufrecht erhalten bleiben soll. Der den Verhandlungen zugrunde liegende neue Regierungsentwurf soll diesen Paragraphen fallen lassen. Er soll jedoch einige Abstufungen vorsehen, die sich auf die verschiedenartige Behandlung von Klein-. Mittelund Großbetrieben beziehen. Eine besondere Stellung nehmen dabei die Druckereibetriebe. insbesondere der Zeitungsdruck cm. Die interfraktionelle Besprechung führte zur Einsetzung einer kleinen Kommission, die die Formulierung der Fragen der freiwilligen Heber arbeit vornehmen soll. Der Lvkalanzeiger glaubt, daß der voraussichtliche Weg der Einigung in der Richtung einer unterschiedlichen Behandlung der kleinen, mittleren und großen Betriebe liegen wird.
finanzämter, welche zu einer Vereinfachung dränge und begründete bann noch die vorliegenden Gesetzentwürfe. Die Regierung ersucht den Ausschuß und den Landtag, alle Wünsche zurückzu stellen, die eine M e h r b e l a st u n g dec Finanzen zuc Folge haben. Verschiedene Mitglieder des Aus- chusses warnten vor einer voreiligen Berabschie- jung der Gesetze, da das Reichsbewertung s- g e s e tz eine große Verschiebung der Werte und damit der Steuerleistungen der einzelnen Steuerzahler mit sich bringe. Die Länder und die Gemeinden seien durch das Reichsbewertungsgesetz gezwungen, Einheitswerte bei der Steuerveranlagung zugrunde zu legen, und die Wirkungen könne zur Zeit niemand übersehen. Don anderer Seile wurde die Verabschiedung der Gesetze noch vor dem 1. April im Interesse der Vereinheitlichung und gerechteren Regelung auf Grund des Einheitsbewertungsgesetzes verlangt. Auch wurde betont, daß die Realsteuern in erster Linie für die Gemeinde n in Anspruch zu nehmen seien.
Berlin. 17. Febr. (V. D. Z.) Der Volks- wirtfchastsausfchuß des Reichstages faßte ein- timniig eine Entschließung, in her es u. a. heißt: Der Reichstag nimmt Kenntnis von her Dentschritt bes Rttchsarbettsministers. Er er- kennt dessen Bemühungen um bie Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms an, obgleich Tempo unb Erfolg bei her Ausführung der geforderten Maßnahmen hinter der Erwartung zurückgeblieben finb. Der Reichstag fordert daher: Das Reich hat nachdrücklicher als bisher auf bie Reichsbahn einzuwirken, bamit bie verfügbaren Mittel fchnell- tens verwanbt unb bie geplanten Entlassungen von Arbeitern sowie Betriebs- t i llegung en bei her Reichsbahn verhindert werden. Das Reich soll auf bie Verwaltung bet Post einwirken, bah sie bie zur weiteren Vervollkommnung ihrrS Betriebs m Ansicht genommene Erweiterung und Ver- vesserung beschleunigt ausführt.Die Belebung der R e u 6 a u t ä t i g f e i t ist durch chleunigc Verabschiedung des sich auf mehrere Zuhre erstreckenden Planes für den Wohnungsbau und seine Finanzierung sicherzustellen. Dieser Plan foll für das laufende Iayr möglichst den Bau von 250 000 kleinen Wohnungen umfassen. Sie Arbeiten für Straßenbau t e n. Meliorationen. Siedlungen und beim Hochwafserschuy finb zu beschleunigen. Bei allen Aufträgen sind die Lieferfristen so zu gestalten, daß unter Vermeidung von. Heberstunden eine möglichst umfass endeHcuein st ellung von Arbeitskräften notwendig wird.Ein« der wichtigsten Forderungen neben der Arbeitsbeschaffung. um zu einer wirksamen Entlastung des Arbeitsmartt.^ zu gelangen, ist bie schleunige Verabschiebung bes Arbeitszeitnotgesetzes. Angesichts der Tatsache,
in den laufenden Prozessen der betreffenden Anwälte auf und verstand die Falle zwar nicht zu fördern, aber doch immerhin Vertagungen zu erreichen, so daß seine mangelnden juristischen Kenntnisse nicht allzufchnell auf fielen.
Spielerei mit tödlichem Ausgang.
In Rotenburg trat beim Spielen ein siebenjähriger Junge ein achtjähriges Mädchen derart gegen den Leib, daß dasselbe eine schwere Darmverletzung erlitt. Das Kind, das sofott in das städtische Krankenhaus überführt wurde, st a r b an den erlittenen Verletzungen.
kohlengasvecgiftung.
In einer Kalkfabrik in der Rühe Genuas sind drei Arbeiter infolge Ausströmens von Kohlengas tödlich verunglückt.
Line Tcujelsoustreibuog.
In dem nitttelsränkiichen Dorfe Petersaurach hatte der Mann einer geistesschwachen Frau einen Sektierer kommen lassen, den er bo I fragte, wie seiner Frau zu helfen fei. Dec Befragte meinte, die Leidende sei vorn Teufel be- sefsen, der „ausgetrieben" werden müsse. Rach den erhaltenen Ratschlägen stellte der Ehemann ein Schass Wasser ins Wohnzimmer, schlug mit einem Stock kräftig auf seine Frau ein, um dadurch den Teufel in das Wasser zu jagen. Die Frau wurde durch bie Mihhanblung in höchst? Aufregung versetzt unb erlitt einen Schlaganfall, bem sie erlag. Heber ben Vorfall würbe eine Untersuchung eingeleitct.
Wieviel Personal beschäftigt die Deutsche Reichsbahn?
Einer kürzlich vervffen-lichten Statistik ent» 1 nehmen wir. daß die Deutsche Reichsbahngefell- schaft im Iahre 1925 733 000 Personen in Beschäftigung hatte, unb zwar in bet Verwaltung 32100, im Bahnhofs- unb Abfertigungsbienst 231 300, in der Zugbegleitung 58 100, Bahnbewachung 32 600, Bahnunterhaltung 113 5'0, im maschinentechnischen Dienst 12b300 unb im Wert- ftattbienft 139100 Personen. Das bedeutet, daß im Iahre 1925 jeder 23. beruflich tätige Deutsche im Dienste der Reichsbahn ftanb unb nahezu lebe 25. reichsdeutsche Person einer Eisenbahnerfamilie angehört.
Einbruch in ein steiermärkisches Postamt.
Im Postamt in Köflach wurde von noch unbekannten Tätern eingebrochen und ein an die Vergdirektion dec Alpinen-Riontangefellschaft in Köflach adressiertes, mit 1306 Schilling deklariertes Wertpaket entwendet. Nach Angaben der Bergwerksdirektion befanden sich jedoch in dem Paket österreichische Banknoten und Metallgeld im Gesamtwert von 26 120 Schilling.
Tödlicher Unfall eines schwedischen Eiskunstläufers.
Bei einem Eisfest in Pontresina fiel der bekannte schwedische Eiskunstläufer Larfen wäh. renb der Artsführung einer kornischen Hummer plötzlich um unb blieb tot liegen. Als Tobes- ursache wirb Herzschlag angenommen.
Eine pädagogische Ostcrtagung.
Die pädagogische Ostcrtagung im Pestalozzijahr 1 9 2 7 wird das Zentral- inftitut für Erziehung und Unterricht gemeinfam mit der Deutschen Getellschaft zur Förderung häuslicher Erziehung, e. V, am 12. und 13. April 1927 hem Thema „Die Aufgabe des Lehrers in der Erziehungsgemeinschaft von Schule und Hccus" widmen. Um bie bei Dem Gedankenkreis „Elternhaus unb Schule" gegenwärtig naheliegen be Gefahr eines 2lbflleitend her Aussprache in das schul- und parteipolitische Gebiet zu vermeiden. will sich die Taguna streng auf die Aufgabe des Lehrers beschränken und sich nur an die Lehrerschaft als Zuhörer wenden. Gegenstand der Verhandlung sind also die gegenwärtigen unb zukünftigen Einwirkungsmögk.chkeiten her 2ebrerfd)üit auf hie Eltern in allen ErziehunyS- sragen des schulischen und häuslichen Lebens, lernte ihre Vorbereitung für diese Aufgabe. Rä- heres durch Die Geschäftsstelle des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht, Berlin \V 35, Potsdamer Straße 120.
tz?ettcrvorau6sagc.
Vorwiegend bedeckt. Temperaturen im ganzen wenig verändert, durchweg trocken.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 8,0 Grad Celsius. Minimum 2.8 Grad Celsius Heutige Mor'.entcmperatur 2,2 Grad Celsius.
Wetterbericht vom hoherodskopf.
Windrichtung. R/idost. Windstätte: mittel; Temperatur: mu-us 3 Grad Genius. Höchsttemperatur in den letzten 24 Stunden: mimi» 1 Grad Celsius, Ge amt-Schi eehöhe: 40 Zentimeter. Heuschnee: 1 bis 2 Zentimeter. Svorlmöglichkeit: für Ski noch gut
danken, daß Pestalozzi mit genialem Blick so tief Wesen unb Bedeutung, Ziel unb Weg der Erziehung erfaßt habe, bah wir auch heute noch


