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.Das versteht sich von selbst,'" sagte der .Kronprinz, raber was Voll der König von Preu­ßen werden?"

Die Antwort lautete:Kriegsherr des neuen Lundes: braucht man dafür einen Rainen, so lann man im Notfälle eine uralte volkstümliche Bezeichnung zu neuer Ehre erheben und dem töniglichen Titel die Worte .Herzog von Deutsch­land" hinzufügen. Die Preußen begehren für ihren König keinen neuen Ramen, nur die Macht."

Olein", rief da der Kronprinz,Kaiser muß er werden!"

Betroffen schaute Gustav Frehtag auf und bemerkte nun erst, daß das Aeußere des Kron­prinzen nicht war wie sonst. Den GeneralSmantel hatte er so umgelegt, als ob's ein Königsmantel wäre, um den Hals trug er die goldene Kette der Hohenzollern, die er sonst im Lager nicht '.rüg, und leuchtenden Auges, gehobenen Hauptes 'chritt er auf dem Dorfanger dahin. Gustav Frey- tag hielt eine Rede gegen die Kaiserwürde, die der Kronprinz gütig anhörte, aber schließlich mit den Worten abschnitt:Dem Kaiser gebührt immer der Vorrang." So tief war diese Forde­rung in seinem Wesen begründet, so eng ver­bunden mit seiner Auffassung von Fürstlicher Hoheit, daß alles weitere Einreden nichtig sein mußte."

3m Kriegstagebuch des Kronprinzen finden wir einen Eintrag vory 16. November 1870 über eine Besprechung mit Bismarck, in der der Kronprinz sagte:es sei nichts leichter, als von der hier versammelten Mehrheit deutscher Für­sten nicht bloß den Kaiser proklamieren, sondern auch eine den berechtigten Forderungen des deutschen Volkes entsprechende Verfassung mit Oberhaupt genehmigen zu lassen, das würde eine Pression fein, der die Könige nicht wider­stehen könnten." Also in dieser Unterredung hatte Friedrich Wilhelm denHerzogstitel" schon fal­len lassen, denn er schlug selbst die Proklamation des Kaisers vor. aber in einer Form, daß die Unterhaltung einen sehr erregten "Verlauf nahm. Schließlich erklärte Bismarck dem Kronprinzen,

er (BiSmarck) werde seinerseits sehr gerne jeder anderen Persönlichkeit Platz machen, die der Kronprinz zur Leitung der Geschäfte für geeig­neter als Üjn halte, bis dahin aber müsse er seine Prinzipien nach seinem besten Wissen und nach der ihm beiwohnenden Kenntnis aller ein­liegenden Verhältnisse festhalten. Inzwischen sandte Bismarck ein Konzept für das Schreiben des Königs Ludwig II. durch den bayrischen Grasen Holnstein nach Schloß Hohenschwangau. Am siebenten Tage nach der Abreise, am 3. De­zember. war Gras Holnstein mit dem Schreiben des Königs Ludwig wieder in Versailles: es wurde noch an demselben Tage durch den spä­teren Prinz-Regenten Luitpold dem König Wil­helm offiziell überreicht.Der Graf Holnstein hat sich durch diese in einer schlaflosen Woche zurückgelegte doppelte Reise und durch die ge­schickte Durchführung seines Auftrages in Hohen­schwangau ein erhebliches Verdienst um den Ab­schluß unserer nationalen Einigung durch Besei­tigung der äußeren Hindernisse der Kaiserfrage erworben." Der Kronprinz schreibt am 3. De­zember in sein Tagebuch:Holnstein ist ange­kommen. Prinz Luitvold muß das Schreiben auf besonderen Befehl dem König überreichen. Rach Tisch Vortrag Bismarcks, der den Brief vorliest, welchen der König so zur Unzeit tote möglich findet, woraus Bismarck bemerkt, die Kaisersragi? habe mit den augenblicklichen Kämpsen nichts zu tun. Als wir das Zimmer verließen, reichten Bismarck und ich uns die Hand: mit dem heutigen Tage sind Kaiser und Reich unwiderruflich h e r g e st e l l t. jetzt ist das 65jährige 3nter- regnunm. die kaiserlose, die schreckliche Zeit vor­bei, schon dieser stolze Titel ist eine Bürgschaft: wir verdanken dies wesentlich dem Großherzog von Baden, der unausgesetzt tätig war."

Am 18. Januar 1871. nachdem Bismarck alle Schwierigkeiten behoben hatte, brauste das erste Hoch auf denDeutschen Kaiser" durch den Spie­gelsaal des Schlosses zu Versailles, ausgebracht von Friedrich !., genannt demdeutschen" Groß­herzog von Baden.

Das Goldene Jubiläum der Gietzener Nuder-Gesellfchaft 1877.

Der 16. Januar 1927 wird in der Sportgeschichte der Stadt Gießen immer eine besondere Bedeutung haben. Es ist der Tag des Goldenen Jubi­läums der Gießener Ruder-Gesell schäft 1 87 7, der eben durch diese Feier seine besondere Note erhielt. In verdienter Weise wurde bei dieser Gelegenheit dem Subetoereiif von behörd­licher und sporttämeradschaftlicher Seite gesagt, wie hoch sein vorbildliches Wirken auf dem Gebiete des Sports und der Erziehung der Jugend im besten vaterländischen Geiste eingeschätzt wird, welche wert­volle Stütze die Allgemeinheit unserer Stadt und die große deutsche Rudergemeinde an ihm haben und wie stolz zahlreick)e auswärtige Ruderoereine auf die freundschaftlichen Beziehungen zu ihm sind.

Als Auftakt des Festes fand am Samstagabend im Bootshaus der Ruder-Gesellschaft ein

zwangloses Beisammensein

statt, bei dem eine Anzahl Gäste von hier und von auswärts sich mit den Mitgliedern der G. R. G. zu einigen fröhlichen Stunden vereinigten.

t Der 2. Vorsitzende des Jubelvereine, Pros. I. Geyer, entbot der sehr stattlichen Versammlung ^herzlichen Willkommengruß und gab anschließend die von einer Generalversammlung einstimmig be- ' schlossene Ehrung einer Reihe von Mitgliedern und Freunden der Gesellschaft bekannt, die in jahre­langer Treue dem Verein wertvolle Dienste leiste­ten. Mit der Goldenen Nadel mit Rie­men wurden dekoriert Ehrenvorsitzender Ehr. Reiber, Carl Krailing, Albert Rübsamen, Jos. Sauer, A. Klingspor, L. Keil, Aug. Otzmann, Alb. Scheel, Aug. Wehn, Conrad Rübsamen, W. Lyn- ler, E. Silbereisen, B. Jmheuser, G. Schminke, Willy Spörhase, W. Roloff, C. Petri, C. Jödt, Dr. P. Otto, Dr. P. Breuning. Dr. Ludw. Bernhardt, Willy Müller, Willy Becker, Willy Michel, Curt Georgi, Willy Schmidt, Karl o. Eicken, 5). Schmick, Hans Roll, Herrn. Leib, L. Scharmann, Carl Schlüter, Fritz Schlüter, Gustav Schmidt, E. Challier, Dr. Seibel, Adolf Geisse, Willy Müller II., August Wallen­fels, Willy Amendt. Die Goldene Nadel ohne Riemen wurde verliehen an die noch lebenden Gründer C. Gail, C. Nauheimer, O. Hochstätter, Dr. Alfred Bock, G. v. Münchow, ferner an Aug. Noll, Newark N. I., C. Berg, Dr. Fillmann, A. Hilpert, I. Saun, Dr. F. Geyer, Apotheker Th. Schwkeder, der derzeitige 1. Vorsitzende Ernst Nie­mann, Heinrich Hochstätter, Fr. Harries, Georg Mohr, Georg Schnchard, Fritz Schuchard, C. Stöber, Adolf Fischer, C. Stückrath, Heinrich Schmidt, Gustav Walter, Frip Hein, W. Türck, P. Güngerich, C. Lynker, W. Busse, Gg. K. Reil. Der Redner wünschte allen Dekorierten, daß sie diese Nadel noch lange mit Freuden tragen und dem Verein stets das alte, bewährte Jnteresie bekunden möchten. Der Ehrenvorsitzende Chr. Reiber gab hierauf be­kannt, daß auch dem Vorredner, Prof. I. Geyer, die Goldene Nadel verlieben worden sei, die er ihm glückwünschend überreichte. Zugleich dankte der Ehrenvorsitzende im Namen aller Geehrten dem Verein für die Aufmerksamkeit.

Das verdienstvolle Vorstandsmitglied C. Krailing überreichte hieraus ein von ihm gestiftetes Wandbild, das alte, liebe Erinne­rungsstätten der G. R. G. (Gleiberg, Badenburg, Schifsenburg) inmitten der Jubiläumszahl50 darstellt, zur Ausschmückung des Vercinsheimes. Die hübsche Spende wurde mit lebhaftem Beifall anfgenommen.

Beim Glase Bier, fleißiger Unterhaltung^« musik, ausgezeichneten und stets mit stürmischem Beifall aufgenommenen Vorträgen eigener Dialektdichtungen unseres oberh^sischen Volksdichters Georg Heß von Leihgestern, die allgemein den besten Eindruck machten, beim Lauschen auf fröhliche frühere Ereignisse der G. R. G , die seinerzeit auf Phonographenwalzen festgehalten wurden, und bei frohem Wort und wackerem Gesang erlebte man Stunden herzlicher Geselligkeit, die in angenehmster Erinnerung bleiben werden. DeS Vaterlandes wurde selbst- nerständlich mit der Nationalhymne gedacht

Den eindrucksvollen Höhepunkt der Jubel­feier bildete der am Sonntag vormittag im Saale des GefellschaftSvereinS veranstaltete

Festakt.

Welche hohe Wertschätzung die G^N.G. m Gießen und weit darüber hmauS genießt, kam bei dieser Feier überzeugend zum Ausdruck Der weile

Saal, an dessen Stirnseite unter den Flaggen-- zeichen des Vereins in mehrfachen breiten Reihen Die sehr wertvollen Siegespreise des ersten Halb­jahrhunderts Aufstellung gefunden hatten, war bis auf den letzten Platz besetzt. Als Vertreter Der Behörden waren zugegen Oberbürgermeister Keller für die Stadl, Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität Prof. Dr. Zwick für unsere Alma mater Ludoviciana. Oberregie- rungsrai Dr. He ß für Kreis und Provinz, Oberstleutnant Fritz für die Garnison. Land- gerichlsprasident N e u e n f) a g e n für die Justiz­behörde, die Direktoren Der höheren Lehr­anstalten: ferner eine große Zahl auswärtiger Ruderer mit dem 2. Vorsitzenden des Deutschen Ruderverbandes an Der Spitze und eine Reihe hiesiger Vereins- und Korporationsvertreter, da­zu noch zahlreiche andere geladene Gäste und na­türlich die große Vereinsgemeinde. Diese Fest­versammlung bot ein eindrucksvolles Bild.

Das Musikkorps des 1. (Hess.) Grenadier- Batls. 15. Jnf.-Rgts. unter der Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r eröffnete die Feier mit Dem HerolDsruf, Fanfare für mittelalter­liche Trompeten und Kesselpauken, von W.- ber, und mit Der Ouvertüre zu Wagners Oper Tannhäuser". Hierauf hielt Der 2.Vorsihende Prof. Geher Die Begrüßungsansprache, in der er den Gästen und Mitgliedern herzlichen Will­komm entbot und dem Wunsche nach einem har­monischen und denkwürdigen Verlaus des Festes Ausdruck gab. Nach einem von Frl. Alix Kräh- m e r vom Gießener Stadttheater gesprochenen Prolog fang Frl. Henny Niedermeyer- Offenbach unter Begleitung der Kapelle Schu­bertsAllmacht", anschließend spielte das Musik­korps Verdis Hymne und Triumphmarsch aus der Oper,Aida".

Nunmehr hielt Der 1. Vorsitzende, Wemgroß- händler C. Niemann, di« Festansprache. Unter Hinweis auf die von Prof. Geyer, Aug. Wehn und Ehr. Reiber, dem getreuen Ekkehard des Vereins, verfaßte Festschrift gab Der Festredner ein fesselndes Bild von Dein 50jährigen Wachsen und Werden des 3ubel- vereins. Cs hat in, diesen fünf Jahrzehnten für Die G. R. G. nicht immer sonnenbeschienene, nur aufwärts führende Wege gegeben, sie hat auch Das Auf und Nieder der Entwicklung, Die Schatten innerer Schwierigkeiten erlebt, aber sie hat alle diese Hemmungen überwunden: bei der Gründung haben Pessimisten die Lebensfähigkeit Des Ver­eins bezweifelt, jedoch Der Optimismus unD Der zähe Wille der Gründer haben Recht behalten. Heute steht die G. R. G. fest in sich geschlossen und hochgeachtet unter den deutschen Ruderern da. Der Weltkrieg, der mehr als zwei Drittel der Mitglieder zu den Fahnen rief, Denen Diese getreu den Erziehungsgrundsähen Des Vereins begeistert folgten, hat 20 treue Vereinskameraden als Opfer gefordert, Denen ebenso wie den übrigen Heimgegangenen des Vereins unter dem Gesang des 1. VersesIch haft' einen Kameraden" einige Minuten des Gedenkens gewidmet wurden. Re­gatten fanden in den Kriegsjahren nicht statt, aber an der Ausbildung der Schülermannschaf­ten wurde nach Kräften gearbeitet. Nach dem Kriege ging es wieder mit voller Tatkraft an die rudersportliche Arbeit, und eine neue Folge von Siegen war Die Frucht Dieses Mühens. Der Opferfreudigkeit und Hingabe Der Mitglieder ist auch das neue Bootshaus zu danken, das in­folge großzügigen Handelns Der MitglieDer bei Der Vollendung schuldenfrei Dem Verein über­geben wurde. Di« G. R. G kann sich rühmen, allezeit Mitglieder zu haben. Die in tatkräftiger Weise Mitarbeiten an Den Aufgaben Des Vereins. Eine große Zahl Dieser Kämpen wurde bereits am Samstagabend in verdienter Weise geehrt: nunmehr gab Der Redner noch bekannt, daß das verdiente Mitglied Albert Scheel ein­stimmig zum Ehrenmitglied, und Ch ri« stianReiber,Der getreue CkkeharD Des Ver­eins", Der in wenigen Wochen 50 Jahre Mit­glied ist und lange an Der Spitze Des Vereins ?estanden hat, einstimmig zum Ehrenvor- i tz e n d e n ernannt wurden. Der Redner wies sodann auf Die hohen Ideale Des Deutschen Rudersports hin und bat die Behörden, Schul­leiter und alle übrigen Gäste, Diesen Bestrebun­gen allezeit ihr Interesse und ihre tatkräftige Förderung zu schenken, damit durch Den Ruder- I kport und Die in den Rudervereinen gegebene

Erziehungsarbeit ein für die großen Ausgaben unseres Vaterlandes brauchbarer, opferwilliger und rastlos nach vorwärts strebender Nachwuchs von höchster vaterländischer Gesinnung ersteht. Der Sport und damit auch der Rudersport ist fein Luxus und kein überflüssiges Vergnügen, er ist ein Born neuer Volkskraft und für unser Volk eine Notwendigkeit. Fünfzig Jahre lang hat die G. R. G. bisher an der Ertüchtigung und Erstarkung unserer Jugend gearbeitet. In Dem unerschütterlichen Glauben an unsere Jugend, in Dem festen Glauben- an DeutschlanD und an Deutschlands Zukunft wird die G. R. G. auch fernerhin ihre Arbeit dem Wohle Des Vater­landes weihen. Die G. R. G. glaubt an Das Reich, an dessen Spitze der greife Führer von Hin­denburg steht, vor dessen vorbildlicher Treue zu Volk und Vaterland wir uns alle in Ehr­furcht beugen! (Lebhafter Beifall.)

Lic. D. Saun»Gießen bereicherte Die Feier nunmehr mit Dem Gesang Des Steuermanns- lieDes aus Wagners OperDer fliegende Hol­länder".

Anschließend folgte eine lange Reche von Glückwunschansprachen, auf Die wir bei Der großen Zahl Der ReDner und in Anbetracht Des stark in Anspruch genommenen Raumes leider nur kurz eingehen können. Oberbürgermeister Keller beglückwünschte die G. R. G. im Namen der Stadt Gießen und betonte dabei den hohen Nutzen, den die Stadt und darüber hinaus die Allgemeinheit von der Erziehungsarbeit Der G. R. G. zur Heranbildung tüchtiger Männer schon immer gehabt hat. Der ausgezeichnete Geist und Die Ehrfurcht vor Den Geboten Der Tradition, die in Der G. R. G. lebendig find, sichern Die weitere Entwicklung des Vereins auf Den bisherigen stets bewährten Wegen. Se. Magnifizenz Der Rektor Der Landesuniversität Pros. Dr. Zwick grüßte unD beglückwünschte im Namen Der Ludoviciana und gab feiner Freude über das enge Ver­bundensein Der Universität mit Der G. R. G. Durch Die ruDersportliche Betätigung Der Studenten Ausdruck. Er wünschte mit herzlichemGlück auf eine hoffnungsfrohe Fahrt ins zweite Halbjahr­hundert. Oberregierungsrat Dr. Heß sprach als Vertreter des Kreisamts Gießen und der Pro­vinzialdirektion Oberljeffen, sowie auf Wunsch auch im Namen des Landgerichtspräfidenten herzliche Glückwunschworte. wobei er die hohe vaterländische Bedeutung Der sportlichen Er­ziehung und Gesinnungspflege in Der G. R G. hervorhob. Oberstleutnant Fritz brachte Dem Jubelverein Die Glückwünsche Der Gießener Gar­nison Dar und wünschte, daß aus der G. R. G. auch in Zukunft so viele echte Deutsche Männer hervor­gehen möchten wie seither, Denn solche Männer brauche unser Vaterland in Zukunft mehr denn je zuvor. Landgerichtsrat Cor des- Mainz be­glückwünschte als 2. Vorsitzender des Deutschen Rudcrverbandes, Der mit hohem Stolz auf sein verdienstvolles und vorbildliches Mitglied blicke, Das den Verband mit gegründet habe, und gab der Gewißheit Ausdruck, Daß Der Deutsche Ruderverband an Der G. R. G. stets eine starke Stühe haben werde. Ferner sprachen noch Sa- nitätsrat Dr. S t e m m l e r für den Bund West­deutscher Regattavereine und Den Lahn-Regatta- Verband: K u n z - Frankfurt a. M. für den Frankfurter Regattaverein und Den Frankfurter Ruderverein 1865: Dr. Horchler - Köln für Den Kölner Regattaverein und Den Kölner Ruder­verein 1877, dabei die Flaggen Der Kölner Vereine und ein großes Bild als Erinnerungs­zeichen stiftend: Generaldirektor Dr. h. c. Fill- mann für die auswärtigen Mitglieder Der Gießener Rudergefellschaft 1877: Storck - Frank­furt a. M. für die Frankfurter Rudergefellschaft Germania, gleichzeitig einen goldenen Lorbeer­

kranz als JubiläumsFabe überreichend: N i e D e T* rneher - Offenbach für die Offenbacher Ruder- gesellschaft Undine, als Freundschafts- und Er­innerungszeichen einen silbernen _ Wemkühler überbringend Direktor Berg- Höchst a. M. für die Rassovia-Höchst. Deren Flagge er als Freundschaftszeichen an Die G. R. G. übergab; 'Bürgermeister Dr. Kühn- Wetzlar für den Wetz­larer Ruderklub 1880, der als Angebinde ein Bild des Wetzlarer Doms überbringen ließ, und zugleich auch für die Nachbarstadt Wetzlar, die sich über Die guten rudersportlichen Beziehungen zu Gießen freue: Spier- Kassel für Den Ruder­klub Kurhessen Kassel und den nordwestdeutschen Regattaverband: Christmann- Limburg für Den Limburger Ruder verein von 1895, ein Bild mitbringend; Nelken - Bad-Ems für Den Ruder- verein Bad Ems. eine Kristallvase stiftend: Hauck- Weilburg für Den Weilburger Ruder­verein. ein Bild aushändigenD: Leukroth- Marburg für Den Marburger Ruderverein von 1911, eine Vase der Marburger Töpferkunst batbringend; Levermann- ©leben,Jür den Verein Rudersport 1913 Gießen und für die Paddlergilde Gießen, Dabei im Auftrage des Vereins Rudersport dessen Fremll>schaslswimpel und ein Barometer, im Auftrage der Paddler- gilbe deren Wimpel überreichend: Plage- Gießen für den Verein llferkritik-Gießen, dessen Flagge darbringend; Erle» Gießen für Den Turnverein von 1846 Gießen, dabei ein Bild von Rübsamen, der dem T. V. 1846 und Der G. R. G. angehörte, dem Jubelverein stiftend: Kling - Gießen für den Männerturnverein Gießen, eine Stoppuhr als Präsent mitbringend: Phil. Nicolaus- Gießen^ für Den Schützen- verem Gießen, eine elektrische Stehlampe für das Bootshaus darbringend.

Hierauf sprach der Ehreiworsitzendc Ehr. Reiber das Schlußwort, verbunden mit herz­lichem Danke für die Ehren, die ihm persönlich und den übrigen zahlreichen verdienten Männern der G.R.G. zuteil geworden. Gesund an Körper und Geist schaue die Gießener Ruder-Gesellschaft getrosten Mutes Der Zukunft entgegen, allezeit bereit, für das Wohl des geliebten Vaterlandes zu arbeiten. Mit dem Gesänge des ersten Ver­ses des Deutschlandliedes als Ausdruck desBe- tenntnisses zum Vaterlande und mit dem von der Militärkapelle schneidig gespielten Gießener Rudermarsch von E. Krautze schloß die Feier.

Der gesellschaftliche Teil des Jubiläums

bestand aus einem Festessen im Gesellschafts­verein, das sehr gut besucht war, und anschlie­ßenden Festball. Bei Der Tafel hielt Der 2. Vorsitzende, Prof. Geyer, die Begrüßungs­ansprache, Metallwarenfabrikant Wich. Zim­mer feierte in einer Rede die Damen. Mobel- fabrikant C. Stückrath überreichte mit einer Ansprache die von den Damen des Vereins dar­gebrachte Sicherspende für Den Wirtschaftsschah des Bootshauses. Während des Dalles erfreuten eine Anzahl junger Damen mit einem figuren­vollen, glänzend getanzten Reigen, den sie auf allgemeines Verlangen wiederholen mußten. (Sine ganz besondere Freude bereitete Lic. D. Laun der großen Festgemeinde noch durch mehrere fein gesungene Lieder, denen man dank des hervor­ragenden Tenors des Sängers und feiner wohl­abgemessenen Sangeskunst gerne lauschte. Frl. Niedermeyer-Offenbach überraschte gleich­falls noch durch einige Gesangsvorträge. Beide Darbietungen fanden allgemeinen lebhaften CDei- fall. In stimmungsvoller, reiner Harmonie nahm das Fest, auf dessen Verlauf die G. R. G. stolz fein kann, einen würdigen Ausklang.

Turnen, Sport und Spiel.

V. f. V.

V. f. B. LigaVereinigte Marburg Liga 7:2.

V. f. B. LigareseroeDillenburg Ligareserve 7:1.

V. f. B. DritteEhringshausen I. 6:1.

V. f. B. II. JugendLeun I. Jugend 0:3.

V. f. B. III. JugendLich II. Jugend 1:3.

V. f. B. III. JugendLicy II. Jugend 1:0.

wesentlich zum Sieg beitrug. Mit der Besetzung: Vöcklcr, Singel, Henrich II., Post, Kretz I., Hausrath, Balser, Sieger, Köhler, Möller und Kleinke hat der neue Spielausschuh das richtige getroffen. Die ersten zehn Minuten sahen keine Partei im Vorteil. Das Kombinationssystem der Platzmannschaft setzte sich iedoch langsam, aber um so sicherer gegen die fast ausschließlich auf den Halbrechten zugeschnittene Durchbruchstaktik erfolgreich durch. Von einer Reche gut vorgetragener Angriffe schloß S t e g e r kurz hintereinander zwei durch plazierten Torschuß ab. Henrich II. verwandelte bald darauf einen Elf­meter sicher zum 3. Tor. So ohn- weiteres wollte sich Marburg aber doch nicht überfahren lassen, und es erzwang sein erstes Gegentor. Seine Angriffe waren allgemein zu durchsichtig angelegt und scheiterten deshalb meist schon bei der einheimischen Läufer reihe. Kurz vor der Pause stellte Balser das Er­gebnis auf 4:1. Auch die zweite Halbzeit stand mit Ausnahme einer Viertelstunde, in der Marburg sich m einer energischen Gegenoffensive aufrqfste, im Zeichen der Ueberlegenheil Gießens. Während dieses durch Kleinke, Steger und Köhler noch je einmal erfolgreich sein konnte, gelang es dem Gegner im Verlauf einer kurzen Drangperiode, durch Halb­links ein zweites Gegentor zu buchen. Endresultat 7:2 für V. f. B.

Auch die Ligareserve und ebenso die dritte Mann­schaft hatten, trotzdem sie sich von unten ergänzen muhten, einen Tag des vollen Erfolgs. Beide Mann­schaften .zeigten sich ihren Gegnern weit überlegen. 7:1 und 6:1 sind Resultate, die volle Anerkennung verdienen.

Spielvereinigung 1900 (Sieben.

ö. Die Gäste aus dem Sjinterlandc, die Liga- elf Des Sportclubs 1919 Gladenbach, leisteten mehr, wie mancher zu hoffen wagte. Ins Gewicht fällt natürlich. Daß die Einheimi­schen sich während des ganzen Spiels nur selten zur großen Einheit aufraffen konnten. Volle 25 Minuten brauchten die Gießener, bis der rechte Läufer einen Flankenball DeS linken Läufers einköpfte und Damit die Führung für den Platz- Derein errang, Dem kurz Darauf der Halbrechte Stürmer Durch schönen Kopfball auf Vorlage des Halblinken den zweiten Treffer folgen ließ. Mit 2:0 bei fast ständiger Ueberlegenhmt 19008 ging es in die Pause. Vom Beginn der zweiten Hälfte an drängte Gießen mächtig, ohne jedoch an der stabilen Gladenbacher Hintermannschaft vorbei zu kommen, die auch öfter regelwidrig abwehrte Ein zweiter Elfer war Die Folge.

Der Erfahmittelstürmer verwandelte zum Dritten Erfolg für Die Blauweihen. Einen vom Rechts­außen 1900s auf der Außenlinie schon nach innen gezogenen Flankenball schob der Halblinke sicher zum 4. Tor ein. Dann hagelte es Strafstöße, zu 90 Prozent gegen das Gästetor. Die Platz- besitzer verschossen einen weiteren Elfmeterball, Dann war der Kamps aus. Die Gäste konnten mit ihrem Eifer ihre technischen Mängel nicht er­sehen.

Die 2. Jugend hatte Die gleiche der Mar­burger Sportvereinigung zu Gast und unterlag diesmal 1:0 (Vorspiel in Marburg 2:2).

Die Schüler der Spielvereinigung 1900 lie­ferten Der 4. Iugendel f Marburgs (ver­stärkt durch 2 Spieler Der Marburger 1. Jugend) ein unentschiedenes 0:0 Treffen.

Wetzlarer Fuhball.

v. L. WetzlarNiedergirmes 2:0.

y. Beide Gegner waren sich im allgemeinen ebenbürtig. Besonderes wurde von keiner Seite gezeigt. Etwas besserer Schuß auf feiten DeS B. C. ließ diesem das Spiel verdient gewinnen.

OckershausenF. C. Wetzlar 2:0.

Im allgemeinen waren die Wehlarerer im Felde überlegen, aber vor dem Tore konnten sie sich nicht durchsetzen. Bei Ockershausen schaffte der Mittelläufer Peil ganz hervorragend, und war der beste Mann auf dem Platze.

Um die Kreismeifterschaft im Arbeiler-Turn- und Sportbund.

D. f. £.1913 Bornheim IWorfelden I 3:4 (1:3).

£ Für das Ansehen des Meisters des 9. Kreises wäre es besser gewesen, wenn das letzte Spiel nicht mit einer Niederlage geendet hätte. Dabei waren die Bornheimer fast während des ganzen Spiels im Vorteil. Mörfelden erzielte in der ersten Halbzeit nach dem Bornheimer Führungstor drei Tore, alle drei crfolgreidje Durchbrüche. In der zweiten Halb­zeit wurde Mörfelden völlig eingeschnürt, Bornheim konnte seine Erfolge auf drei erhöhen, mußte aber doch den Sieg infolge eines verwandelten Handelf­meters heroeben. Das Eckenverhältnis, 18:2, ist ein deutliches Zeichen des überlegenen Spiels des Kreismeisters Bornheim.

Hanau IFriedberg I 6:1.

Bei recht ungünstigen Platzverhältnisien zeigten diese Mannschaften das ihnen eigene harte Spiel, das Friedberg als den Verlierer sah. Dies war er­wartet, aber nicht In dieser Höhe. Schuld daran sott das Versagen Des Sturmes gewesen sein. Der Sieg Hanaus war nie ernsthaft gefährdet.

v. s. R. Wiesbaden IGießen I 2:2.

Ein Ausgang, den niemand erwartet hätte. Beide Mannschaften traten nur mit 10 Mann an und versuchten, auf dem schlammigen Boden ein

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