76,
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse
betn gestaltete sich etwas lebhafteres Geschäft. Bei den meisten Viehhaltungen verblieb Heber» stand. Besonderes Interesse bestand für aus- gesnchte Schweine, die sogar über Notiz bezahlt wurden. Der Gefamtauftrieb bestand aus: 363 Ochsen, 98 Bullen, 680 Kühen, 412 Färsen, 1487 Kälbern, 726 Schafen und 7498 Schweinen.
Im Bergleich zum Auftrieb der vergangenen Woche wareil dem Markte 157 Rinder, 153 Kälber, 231 Schafe und 2470 Schweine mehr zugetrieben Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A 1. 61 bis 65, 2. 57 bis 60, B. 54 bis 56, 2. 50 bis 54; Bullen A. 57 bis 60, B. 53 bis 56; Kühe A. 51 bis 55,
B. 44 bis 50, C. 37 bis 43. D. 30 bis 39;
Färsen A. 60 bis 64, B. 55 bis 59, C. 49
bis 54; Kälber B. 77 bis 82. C. 70 bis 76,
D. 64 bis 69; Schafe Al. 48 bis 53, B. 40
bis 47, C. 28 bi» 39; Schweine A. 71 bis 73,
B. 70 bis 72, C. 70 bis 71, t). 68 bis 71,
E. 65 bis 67. Verglichen mit den Notierungen der vergangenen Wvchr gaben Rinder. Kälber und Schafe 1 bis 2 Mark Im Preise nach. Schweine erfuhren eine ganz beträchtliche, Preis» senlung, da der Auftrieb groß war und ziemlicher Heberstand verblieb. Schweine minus 5 bis 6 Mark.
• D i e Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ini August. Der Güterverkehr bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft ist im August infolge der verspäteten Ernte nur unwesentlich gestiegen. Arbeitstäglich wurden 12? Wagen mehr gestellt als im Vormonat. Die Gesamtwagengestellung betrug 4 059 067, also 153 623 Wagen mehr als im Juli. Der Personenverkehr ging" gegenüber dem des Vormonats dieses Jahres, sowie über den des gleichen Monats des Vorjahres stark hinaus. Die vermehrten Serienreifen und der lebhafte Ausflugsver'ehr stellten echdhie Ansprüche an den Betrieb. Auch die gehobene Wirtschaftslage machte sich bet der Besetzung der Züge be-rerlbar. Die Belriebs- ergebnisse des Monats I u l t zeigen folgendes Bild: Einnahmen 453,1 Millionen Mk., davon 149,7 Mill. Mk. aus dem Personen- und Ge° päckverkehr, 266,4 Mill. Mk. aus dem Güterverkehr, und 37,0 Millionen Mk. aus sonstigen Einnahmen. Die Ausgaben beliefen ftch für Betrieb und Hnterhaltung auf 297,7 Millionen Mk., für Erneuerung der Anlagen auf 64,0 Millionen Mk., für den Dienst der Reparationsschuldverschreibungen aus 45.0 Millionen Mk., für feste Lasten auf 15,2 Millionen Mk. und für allgemeine Rückstellung auf 31,3 Millionen Mk. Die Einnahmen sind im Juli erneut gestiegen. Im Personenverkehr nahmen die Sommerrcisen und Ausslugsfahrten erheblich zu und brachten dementsprechend erhöhte Erträgnisse. Der Güterverlehr blieb gegenüber den Vormonaten im allgemeinen unverändert. Für werbende Anlagen (Anlagezuwachs) entstanden Ausgaben in Hohe von 41,3 Millionen Mk. Der Personalstand erhöhte sich im Juli um 8732 auf 726 259 Köpfe.
* Vom Roheisenmarkt. In der gestrigen Sitzung des Roheisetwerbandes wurde die Marktlage besprochen und berichtet, daß die Ab- satzverhältnisse auch weiterhin befriedigend find. Indes macht sich in letzter Zeit der ausländische, insbesondere der englische Wettbewerb durch Preisunterbietungen stark bemerkbar. Infolgedessen wurde beschlossen, die Preise für Hematit- Roheisen, Stahl und Spiegeleisen um 3 bis 6 Mark pro Tonne je nach Sorte und Berkaufs- gebiet zu ermäßigen. Der Verkaufspreis für Hematit-Roheisen I wurde mit 1 Mk. unter demjenigen für Hematit festgesetzt.
' Abkommen der Reichsbank mit der belgischen Nationalbank. Die Reichsbank hat mit der Banane Nationale de Belgique in Brüssel ein Abkommen getroffen,
kleine Geschäft noch mehr zurück. Die allgemeine Stimmung wurde jedoch freundlicher auf die /Absicht des Kohlenlyndikates, einen neuen Antrag auf Preiserhöhung zu stellen. I. G. Farben zogen auf Decktingen um 2 Prozent an. Im D c - visenverkehr notierten: Die Reichsmark gegen Kabel 4,1980, gegen London 20,431. Paris gegen London 124,02, Madrid 28,54, Mailand 89,35.
Berliner Börse.
y e r M n , 17. Sept. Der frühe Samswgsbeginn hatte wieder eine stärkere Geschäftslosigkeit zur Folge. Ein großer Teil der ersten Kurse mußte ausgesetzt werden. Die Spekulation nahm teilweise Wochenschlußrealisationen vor, wodurch sich die Kurse um 1 bis 2 Prozent abschwächten. Die Grundstimmung blieb aber trotzdem freundlich, zumal ungünstige Meldungen aus dem Wirtschafte leben nicht vorlagen. Voigt 8c Haeffner werden mit plu-plus notiert, man rechnet mit einem 24 Prozent höheren Kurse. Anscheinend sieht man in dem Ber halten der Verwaltung (4,5 Millionen Mark neue Vorzugsaktien) ein Zeichen der Unsicherheit gegenüber der Opposition. Geld bleibt eher weiter gesucht. Tagesgeld 5! bis 7 Prozent, Monatsgeld 7$ bis 8S Prozent. Heimische Anleihen ruhig. Ausländer überwiegend fest, Türken und Bosnier lebhaft, Anatolier nur knapp gehalten. Pfandbriefe geschäftslos. Nach den ersten Kursen setzten sich zunächst die Abbröckelungen fort. Im Verlaufe mürbe jedoch das Geschäft etwas lebhafter, besonders für Spezialitäten, die einige Prozente anziehen konnten. I. G. Farben 2 Prozent, Siemens plus 2,25 Proz., Glanzstoff plus 5 Proz. Voigt 8- Haeffner zogen bis auf 215 Prozent an.
Verhaftung eines Frankfurter Nechtsanwalts.
WSN. Frankfurt a. M., 16. Sept. ®e> gen den früheren elsah-lochringischen Rechts' anwalt August Müller, zuletzt Rechtsanwalt und Notar in Frankfurt, ist Anklage wegen Untreue und H n te r s ch l a g u n g von Geldern seiner Mandanten erhoben worden. Da Muller zu mehreren Der nebmung5terminen und zur Strafverhandlung vor dem Erweiterten Schöffengericht nicht erschien, hat dieses laut „Fr. Ztg." Haftbefehl gegen ihn erlassen, der dieser Tage vollstreckt woi den ist. Seine Verfehlungen sollen in der Haupt fache darin liegen, daß er aus d er Heimat vertriebenen Elsaß-Lvthr ingern als deren Sachwalter die ihnen zugesprochenen Entschädigungen in nicht unbeträchtlicher Höhe vvr- enthalten und für sich verwendet haben soll. Der Beschuldigte ist inzwischen aus dem An waltsstand ausgeschieden und hat sein Notariat niedergelegt. Die Hauptverhandlung findet voraussichtlich in den nächsten Tagen statt.
S^sclplan vor FranksnrLev Theater.
Opernhaus. Sonntag. 18. September: 7'/z bis 10Vi Hhr: Fidelio. Montag, 19., 7' 2 bis 10: Rigoletto. Dienstag, 20., 7 bis n. 10: Die Jüdin. Mitlwoch, 21., V/t bis 10'/,: Hoff- mannö Erzählungen. Donnerstag. 22, 6' , bis 10V2: Lvhengrin. Freitag, 23., 71/2 bis n. 10: Tu° randvt. Samstag, 24., 7'/8 bis 10'/4: Der fliegende Holländer Sonntag, 25., 7'/2 bis IO1// Hoffmanns Erzählungen. Montag, 26., 7 bis gegen 10V2: Doktor Faust.
Schauspielhaus. Sonntag, 18. Sept, 8 bis 10'/2 Hhr: Alt-Frankfurt. Montag, 19., 8 bis 10: Leonee und Lena. Dienstag, 20., 8 bis tl 10’/2: Kolonne Hund. Mittwoch, 21., 8 bis 10: Die Kassette. Donnerstag, 22., 8 bis n. lO'/gj Kolonne Hund. Freitag, 23., Samstag, 24., Sonntag, 25., Montag, 26., 71/, bis n. 10: Cäsar und Cleopatra.
auf Grund dessen die Girokunden der Relchs- ba.ck Heberweisungen in Belgien durch Einreichung von AuLlandgiroschecks vornehmen können. Der Verkehr wird sofort ausgenommen.
* Preußische Pfandbriefbank. Der Reichsrat hat in seiner gestrigen Sitzung die in der G.D. vom 1. März beschlossene Kapitalserhöhung von 14 Millionen M. genehmigt^ Don diesen 14 Millionen sollen 7 Millionen M. zur Verstärkung der Betriebsmittel der Bank und 7 Millionen für die Aufnahme der Landwirtschaftlichen Pfandbriefbank (Roggenrentenbank) aut Grund des mit dieser Bank geschlossenen Fu- sionsvertrages dienern DaS Aktienkapital der Dank beziffert sich alsdann auf 21 Millionen, der Hmlauf an EmissionSpapieren auf über 300 Millionen Mark.
• Heberzeichnung der Anlei he der Deutschen Dank. Auf die am Dmrnerstag in Reuyorl zur Zeichnung aufgelegten 25 Mill. Dollar 6proz. Treuhände moten der Deutschen Dank sind laut „Wallstreet Journal" mehr als 57 Millionen Dollar gezeichnet worden, so daß nur 50 Proz. zugeteilt werden tonnten, ott den Vereinigten Staaten allein wurden 45 Millionen Dollar gezeichnet, während sich bet Rest auf Holland, die Schweiz, Schweden, England und Oesterreich verteilt. Die Zeichnungsllsien konnten bereits eine Stunde nach Eröffnung geschlossen werden.
* Eine preußische Anleihe in Amerika. Wie WTB.-Handelsdienst aus Anfrage von der Preußischen Staatsbank erfährt, verhandelt die Preußische Staatsbank für den preußischen Staat in Amerika wegen einer sechs- prozentigen Anleihe int Betrage von etwa 30 Millionen Dollar. Gerüchtweise verlautet von einem Ausgabekurs von 96,5 biß 97 Prozent.
* I.-G.-F arbenindustrie. In einem Berliner Blatt wurden int Zusammenhang mit der Verlaufsorganisation für das in den Deutschen Zechen gewonnene Benzol Mitteilungen über den beabsichtigten Vertrieb des neuen synthetischen Benzins der I.-G.-Farbenindustrie gemacht. Zu diesen Ausführungen meldet der WTB- Handelsdienst, daß in bezug auf den Absatz des Leuna-Benzins gewiß Maßnahmen mit den größten ausländischen Oellonzernen bereits getroffen sind. Eine Verständigung mit dem Ruhv- kohlenbergbau wird dadurch nicht berührt.
* GuleBeichäftigungbeiDaimler- Benz. Rach einer Mitteilung der Verwaltung ist die Gesellschaft zur Zeit gut beschäftigt. Daß der Hmfatz im August mit 14 Millionen Mark um eine Million Mark gegenüber dem Vormonat zurückgeblieben sei, erkläre sich aus den Hm- stellungsarbeiten. Die Arbeiterzahl habe sich seit April von 9000 auf 14 000 vermehrt.
* Kapitalsverdreifachung bei der GD A. Die Gemeinschaft Deutscher Automobil- fabrtfen, Verkaufs-Organisation ihrer Stammwerke und alleinigen Gesellschafter NAG.-Hansa- Lloyd-Breunabor, wird gemäß einem gestern gefaßten Beschluß der Gesellschaster-Dersamm- lung eine Erhöhung ihres seitherigen Stammkapitals von 300 000 Mark auf 900 000 Mark erfahren. Das neue Kapitals das die Gesellschafter selbst aufbringen, soll einer weiteren Intensivierung des Geschäftsbetriebes derGDA. dienen.
* Voigt & Häffner A.-G., Frankfurt a. M. Der A. R. der Voigt & Häffner A.-G. in Frarckfurt a. M. hat unter Mitwirkung der vom Betriebsrat entsandten Mitglieder gestern einstimmig beschlossen, sich mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln gegen die drohende Hebetfrembung der Gesellschaft zur Wehr zu setzen. Er wird einer auf den 10. Oktober einzuberufenden a. 0. G. V. der Gesellschaft Vorschlägen. das Akllenkapital um 2 500 000 Mk. durch Ausgabe von 2500 auf den Inhaber lautender neuer Vorzugsaktien über je 1000 Mk. mit ein
Mertel Gewinnberechtigung für daS Geschäftsjahr 1927 unter Ausschluß des gesetzlichen De- zugsrechts der Aktionäre zu erhöhen, und in Verbindung hiermit das Stimmrecht der bestehenden Vorzugsaftien derart herabzusehen, daß den Vorzugsaftien über 20 M«k. fortan sechs Stimmen und bei der Beschlußfassung übet Aenderung der Satzungen, Besetzung des A. R. oder Auflösung der Gesellschaft 60 Stimmen gewährt werden. Die neu zu schaffenden 2,5 Mill. Mark Vorzugsaftien sollen eine Vorzugsdividende von 7 Prozent mit Nachzahlungsrecht genießen, mit der Maßgabe, daß sie für je 1 Prozent der an die Stammaktionäre über 7 Prozent hinaus zur Verteilung gelangenden Dividende % Prozent Dividende, jedoch Nicht mehr als insgesamt 10 Prozent erhalten, daß sie an einem etwaigen Liquidationserlös der Gesellschaft von beit übrigen Vorzugs- und Stammaktien mit 120 Prozent teilnehmen und daß sie von 1937 ab zu 120 Prozent einziehbar sind. Der' A. R. ist zu dieser Beschlußfassung gekommen, weil er für die Zukunft Absichien des neuen Aktionärs befürchten muß, die nicht im Interesse der Gesellschaft liegen.
* DieNeueinrichtungenbeiHoefch und Köln-Neuessen. Bei den Don der Köln-Neuessener Bergwerksverein A.-G. geplanten Neueinrichtungen handelt es sich um den Dau einer Zentralrokerei mit einer vorläufigen Lei- stungsfähigieit von 400 000 Tonnen, die später erweitert werden soll, sowie um einen neuen Schacht und eine neue Wäsche auf Schachtanlage Anna-Emil. Die Eisen- und Stahlwerk Hvcsch A. G. wird ihr Thomasstahlwerk umbauen, eine Zementfabrik errichten und die Walzwerfbetriebe verbessern.
* Russisches Petroleum in Südafrika. Nach Meldungen aus Moskau haben die Käufe russischen Petroleums auf dem südafrikanischen Markt einen derartigen Umfang angenommen, daß ein regelmäßiger Schiffahrtsdienst zwischen den Häfen von Batum, Novo- rosisk und Kapstadt eingerichtet werden mußte. Es sollen auch mehrere Zisternenschiffe in Bau begriffen fein.
Frankfurter Börse.
Frankfurt, 17. Sevl. Tendenz- Zurückhai- tond. — Die heutige Samstagsbörse Halle außerordentlich kleines Geschäft. Die Spekulation übte große Zurückhaltung, zumal das Publikum weiter passiv bleibt. Verschiedene Realisationen zum Wochenschluß verursachten überwiegend kleine Kursrückgänge, da die Aufnahmelust des Marktes gering war. Eine gewisse Rolle spielte dabei die Tatsache, daß am Geldmarkt die Nachfrage noch immer ziemlich groß ist. Ohne Beachtung blieben dagegen verschiedene anregende Momente, so der bevorstehende Abschluß der 3 0 - M i l l i 0 n e n = Anleihe der Preußischen Staatsbank ufro. Gegenüber der gestrigen Abendbörse verzeichnete die Mehrzahl der Paniere Kurs- schwöchungen bis zu 1 Prozent. Stärker angeboten waren I. G. Farben mit minus 2 Prozent, sowie Scheideanstalt mit minus 2,5 Prozent. Gut behauptet blieben Nordd. Llohd, Zellstoff Waldhos, Gelsenkirchen und Phönix. Für Commerzbank bestand etwas Nachfrage, das Papier konnte um 2,25 Prozent anziehen. Holzmann Wieben in Nachwirkung des Berliner Bauprojektes weiter gesucht (plag 1 Prozent). Außerordentlich starke Nachfrage bestand nach Voigt & Haeffner, die bei dem Mangel an Angebot eine scharfe Steigerung vop rund 25 Prozent erfuhren. Nach den entschiedenen Abwehrmaß- nahmen, die in der gestrigen Auffichtsratssitznng beschloßen wurden, scheint die Gmnpelgruppe eine Stärkung ihrer Position für die kommende Generalversammlung zu versuchen. An den Renten- m ärk'ten blieben Zolltürken weiter gefragt. Bon heimischen Anleihen blieben Ablösungsschuld vernachlässigt. Im Verlaufe ging das ohnehin
Dsvffemnarkt Berlin—Frankfurt
Telegraphische Auszahlung.
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Banknoten.
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Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent.
Berlin. 16 Scvkbr. Ämerikanüche »loten . . Belgische Noren . ■ Täniich: Noten . . . Engliiwr Boten . .
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