In den Besprechungen der Minister nicht die Rede gewesen fr. Dec baiVdy Aufte^ 7 - tzer habe sich T atü ber R«chen<chutl angelegt, dah der letzige Zeitpunkt für diese deutsche Forderung nicht angebracht sei.
Demgegenüber behauptet Sauerwein m Watin dah hinsichtlich der Forderungen der Botfchafterkonsrrenz noch kein« Einigung erzielt worden sei. Stresemann hab« dringend verlangt dah man ihm ein« gewisse Handlungsfreiheit lasfe, damit er nach feiner Rückkehr in seinen WrkungökreiS hie Lstnliat ve ergreifen könne Diese Initiative so bemerlt Louerwein, würde zweifellos dahin gehen eine Einwilligung zur Ueberprü'ung brr ,J, r'törung»- arbeiten durch olltierte LachverstLnbrge zu erlangen und die Herbeiführung von Beschlüssen hinsichtlich der übrigen drei Punkte d«S Programme« der BotfchafierkOn'erenz zu erreichen.
Heber die Behandlung der russischen Frage weih der Genfer Korrespondent des ..Petit Pa- rifien“ zu versichern bah wahrend der Unterredungen der sechs Minister nur «in einzig e» W a l von Ruhlanb gesprochen worden fei, und zwar alS übereinstimmend daß Fehlen eener unmittelbaren Gefahr für Polen festgestellt wurde Die Witteilungen über di« Sinberuiuna einer internationalen Konferenz über daS ruffi|<V Problem oder eine gemeinsame RunbgÄung gegen die Sowjetpropaganda feien Erfindungen. Bon der Gründung einer Einheitsfront oder der Schaffung offenfioer oder de- s^nfiver Moftnahmen gegen MoSlau fei auch 'n den zahlreichen Sinzelunterredungen der Auhenmiii-st^r keine Rede gewesen.
Jm Spiegel her Londoner Presse
London. 16. Juni (XU.) 3n den letzten Genfer Berichten der eng lachen Presse wird da« Hauptgewicht auf die Behandlung der russischen lyrage in den Besprechungen der iührc-nden Staatsmänner aelegt. Der Son derben cht^-r ft alter der .Times" erklär», das russisch« Problem stelle alle anderen in Genf zur Besprechung kommenden Fragen in den Schatten. Der Korrespondent gibt gleichzeitig zu, dah die Frage der Schaffung rtnet gemeinsamen Front gegen Ruhland nicht rufgetoucht sei. Irgendwelche Mahnahmen gegen MoSkau feien für die nächst« Zukunft nicht in Aussicht genommen. WaS die Rheinlandräumung xrtrcffe, so werde di« deutsche Delegation in >ieser Angelegenheit keinen Druck auSuben, da fie sich bewuht fei, dah Poincare und Briand die öffentliche Meinung ihre« Lande« nicht übergchen könnten. Auf der anderen Seite erscheine eS getolb, dah in der Behandlung der deutschen Wünsche aus Derminderung der Besatzung-truppen Fortschritte zu erwarten feien. 3n anderen Berichten auS Genf wird betont, dah die Frage der Bekämpfung der kommunistischen Propaganda in 9u- ropa -wischen den Auhenministern erörteet und die Möglichkeit einer gemeinsamen Warnung an Moskau besprochen wurde.
Die Zulassung zur Mandatskommission.
Senf, 16. Juni. HDB.) 3m Verlauf der Heufi gen ldeheimsihuna richtete der Generalsekretär de» Völkerbunde» an den Rai eine durch Sudgetinteressen veranlahle Anfrage, wie er sich iur Ernennung eine» deutschen M i I- atiede» in die Mandak»k0 m m l s si 0n stelle, die al» möglldj im Bnbgef für 1927 vorge sehen fei Der Rai Hal beschlossen, die Ansroge der Mandaf-kommiision zur ileuherung zuzu- Ieilen. Bach dem Verlaufe dieser Besprechung, brr au» den Formalien de» Beschlüsse» nicht ersichtlich ist, honbell e» sich, wie da» IBalffburcau ersährl. bei der ReberroeUiing der Anfrage an die Mandatskommission selbst um einen s)östichkeil»akl dieser gegenüber. An einer Erledigung im Sinne der deutschen Auffassung durfte nach der einmütigen Stellungnahme der Rfltemllgllcber nicht zu zweifeln sein.
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Die .Rew -Bork World" befifcüftigt sich mit hem Problem b«S deutschen Sitze- in her McmbatSkommision und fragt, ob denn ein triftiger Grund vorhanden fei. warum nicht auch Deutschland «in substantielles Mandat erhalten solle. Die deutsche Kolvnialverwaltung war. so erklärt daS Blatt, sedensall- nicht schlimmer als die Frankreichs gegenüber Stzrien und die englische in Aegtzpten ober bie- jentge Amerika- auf den Philippinen oder in Haiti und den Indianern gegenüber Die Deutschen sind besser« Kolonisten al-bie Portugiesen, die heute groben Besitz in Afrika ihr eigen nennen. Wenn die Behauptung Deutschland- zutrisf» baf) ba» Mandat den Be- zua tropischer Rohstofse ficherstelle. so ist nicht ersichtlich warum die früheren alliierten Mächte die Mandate monopolisieren. In Deutschland herrscht die allgemeine und gcrecbtfcriiqi« Smpsindung. basi die Stellung d«S Reiche» aU eine der groben Weltnationen zur Teilnahme an her Bvrmundschast über di« rückständigen Böller berechtigt Englische liberale Zeitungen unterstützen diele Ansicht IedensallS kann Deutschland» Zulassung zur Mandatskommission keinen Schaden, wohl aber viel Gutes stiften Sic würde ferner beweisen bah di« Mandate nicht nationale Domänen, sondern Gebiete unter internattQnalenTrvu- händern sind.
Die Erledigung der Memelbefchwerde.
Eigener Drahtbcricht be» .Eichener Anzeiger»'
Genf. Iti Juni Wenn die örflärung deS litauischen Ministerpräsidenten W 0 l d « m a r a S aut die Memelbeschwerden allgemein den .Eindruck entstehen liest. alS fei e» ihm gelungen, gewisse litauische Positionen mit Erfolg zu verteidigen u nd einen Rückzug auf breiter Front vermeiden, bann tragt daran die Form diele Erklärung selbst die Schuld In Wirk- lichkcit liegen die Dinge wesentlich anher* al» c» anfänglich schien. Richtig ilt. das, Woldemara« nur auf einige der acht memellündifchen Be- ',nd die wenigen Zusagen doch fo erheblich, dah *tt tatfächlich dem gesamten Beschwcrbekom- pltf Rechnung tragen. Er ging ma« allgemein vermiht wurde nicht auf hie Rechte d e r Beamt« n hie beanstandete-i Lehrer aus- Weisungen und die unterbunden«Recht», psi ege ein Seme Zusicherung ein Direktorium zu bilden da» von dem Berttauen d«r meineI-
ländischen Bevölkerung und d?S S2:-b»a-c« •
tragen wird, genügt unt auch al» Rabe oct auf di« nicht ausdrücklich jir.ertr* Klagen gelten zu können Derrn wenn die 3 u | a m rn < r. • f « tzung deS LandeSdirektsrium» li o nach den Wünschen der ZeoMferuag richte: dann ist e» felbfiverstänchpch dah m Zutun't Dor- «äuge nicht wieder in di. E rsch« nun g treten, wie It« in der Be'choer^.ichr °r a^zrfühn werden. zumal Woldrmaras gleichzeitig noch versichert die memrlländii che Autonomie Die fit oeNragSmahig feftaefent ist von nun ab achten zu wollen Auch Me Gefahr lttaui'cheS Militär könnte da- Wahlrecht erhalten besteht nicht mehr. Seine Erklärung bezieht sich hier ausdrücklich auf jene Bestimmung wonach Personen dir nur thr-7« militärischen Denstpflicht gc- nüaen nicht wahlhcre^.t gt sind Rachdem er Wetter hie baldig. Au-lchreibung r:-i Heute 0 b t« n versprochen hat. kann wohl ‘ ftgeftellt werden dah Me Memeldeschwerden .e'ilrs auS- gcräumt worden sind Die in Genf weilenden Memel Vertreter dürften soweit wir t-u errichte» sind, mit den Feststellungen be« litauischen Ministerpräsidenten zufrieden fein. Sache der Äotonoer Regierung ist ei aber nun sofort den alten AechlSzunand wieder herzustellen
Tschitscherins Berliner Besuch.
Deutschland alo Mittler
Berlin 16 3uni. «WTB 1 Der ReichS- lanzler empfing heute den rusfischen Volks- kommifsar für auSwänige Angelegenheiten, Tschitscherin, der sich von der RetchSregie- rung vor seiner Abreise nach Ruhlanb verabschiedete Die die Blätter melden ist der Aufenthalt Tschiifcher.nS in Berlin in den letzten Tagen von der deutschen Regierung zu einer informatorischen Fühlungnahme benutzt worden, wobei u. a der ebenfalls ;n Berlin anwesende deutsche Botschafter in MoSkau Graf Brockdorsf-Rantzau. Tschitscherin über die Eindrücke der deutschen Delegation bei ben® enf er Beratungen unterrichtete. ES sei darauf hingewiesen toorX'n. welche Bedenken bei den europäischen Mächten gegen die bolschewistische AuSlandpropa- ganda bestehen. ferner fei Tschitscherin davon Informiert worden welchen Eindruck bi« Sr> scht « hung politischer Gefangener auf die in Genf versammelten BeNreter der Mächte gemacht habe, und welchen «Sinbrucf e» machen würde, wenn durch ultimativ« Schritte der Sowjetregierung der russisch-polnische Konflikt weiter verschärft werden sollte Diese Inkormat onen sind, wie eS im „Ltofal- anzeiger" heißt edi glich als ein freundschaftlicher Akt der deutschen Regierung aufzufassen, nicht aber al» eine besondere Aktion bei der etwa Deutschland den Sprecher der in Gens versammelten Mächte gemacht hätte.
Tschitscherin hat heute abend seine Rückreise nach Moskau angetreten: er wird bereits für SamStag dort erwartet. Am nach* Ren Tage wird eine auherordentliche Sitzung deS Rate» her Volkskommissare flattfinben. In der Tschitscherin über feine AuSlandreife berichten wirb. Es beiht. bah er mit den Ergebnissen seiner auslänblschen Besprechungen zufrieden sei. Ob Tschitscherin aus feiner Rückreise nach Moskau in Reval und Riga verweilen wirb, ist noch nicht bekannt.
Das Warschauer Urteil.
Eigener Drahtderichl de» Diehener Anzeiger»'.
Berlin, 17. Juni. < Eigene Drahtmeldung deS G. 2L) Der Mord an Dem russischen Gesandten W 0 i10 w hat seine Sühne gesunden: Kowerda, der *]Rörbcr, ist z u einer le- den S länglichen Zuchthausstrafe verurteilt worden. Wir wollen hier nicht untersuchen. weshalb da- Standgericht nicht zu einem Todesurteil kam, sondern noch die Möglichkeit einer Begnadigung zu fünfzehn Jahren Ge- sängnis zuläht. Aber auch bieseS Urteil ist schon eine ausreichende Sühne, zumal der Mörder nicht von gemeinen Trieben geleitet war. sondern nur Vergeltung üben wollte für daS, was er und feine Volksgenossen durch die Bolschewisten erleiden muhten und noch heute erleiden. SinS soll jedoch nicht übersehen werben. Wer bet einem fremden Volke alS Flüchtling Schutz sucht, der muh sich auch bemühen, seinem Gastvolk keine Ungelegenheiten zu bereiten. Ko- Werda war zwar polnischer Staatsangehöriger, doch butte ebensogut auch der russische Gesandte sein Leben durch die Schüsse eines Richtpolen verlieren können. Dah diese Tat, die sich mit dem Mord von Sarajewo vergleichen läßt, Polen in eine ganz gefährliche Lage gebracht hat, braucht nicht noch einmal betont zu werben. Wir glauben, bah bie in Deutschland lebenden russischen Flüchtlinge klug genug sein werden, sich nicht von ihrem verstänblichen Haft gegen bie Bolschewisten zu ähnlichen Taten auf deutschem Boden verleiten zu lassen, die ihnen nichts nützen. Wohl aber unS in peinlichste Situationen bringen müssen
Unzufriedenheit in moslau.
Teuwnstrationen gegen Polen
Riga. 16 Juni (TU.) 3n Moskau fanden heute zahlreiche Strohenbeinonstratio- nen als Protest gegen da- milde Urteil gegen den Wvikowmörder statt, bie fich vor allem fleaen b a » volnifche GesanbtlchastS- g e 6 ä u b c richteten. Der polnische Gesandte Hal besonderen polizeilichen Schutz erhalten. Der in Moskau weilende erste Sekretär der mniidyn Gesandtschaft in Polen. Arkasj « w . Hal sich nach Warschau begeben, um der dortiger ruf'i chen Gefanvtschast neu« 3nftniftion«n zu überbringen Litwinow üuherte in einer Unterredung mit dem Moskauer polnischen Gesandten, haft bt« polnische Regierung einen Fehler bedangen habe, inhein fie daS mTlhe Urteil zugelassen hob« Ein« B«gnadigung de» Mörders zu 15 Jahren 3toang»arb«rt lei geeignet, die russifch- polnischen Beziehungen noch mehr zu gefäbr■ den In Moskau gebt da» Gerücht um. bafi Die Sowiciregierung bereit lei. den polnischen ONtz,«' Ianl gegen den Mörder WoitocoS auszutausch»- E» beiht aber, dah die polnische Regierung sich aus dielen Tausch nicht etnlalfen werde Wie erst bekannt wirb ist ba« Todesurteil gegen den l'olniMxn Offultr 3a ni durch ein« Inerven- lieu d<S Auhenkommifsariat» nicht vollst r«ck t worben. DaS Austenkommissariat scheint bestrebt au lein die ohnehin gespannten B zte- Hungen zwilchen ®arf*uu unb MoSkau nlit
M pur.' fien. In Anbetracht der durch
Ui r, 3eg brr. Warschauer Gesandter- mörder wieder vor neuem gegen Polen entfachten Erregung in MoSkau. nimm: mar. aber an. dah bi« Vollstreckung deS TrdeSurteilS gegen 3ani nur aufaefchoben worden ist. Iain wirb beschuldig: in da» jLtndat gegen den frühere» ZtorVmben bei weih-russischen Zentral. roll|ug»foni:<ti Adamowitsch erwickZ: zu fein. Auch fofl er ver'ucht haben daS Pulpermagazin von Minf /in bt« Luft zu sprengen
Die Agrarzölle.
Beratungen der Regierungsparteien.
Berlin. 17. 3unt BSZ., Ster interfrallio- nelle A wchu? bc; Reg- :c»«n trat in I
Reichstag am Donnersrrg um 5 Uhr nachmittag» zusammen Der wichtigst« G-egenstanb der Besprechung ist die Frag«, wie ' ch die KoaUtionS- t«rieten <ur Portoerhvhung der Post (selten fslucu gegen bw sich gestern «in« Zu- sallSmehrheit der Oppositionsparteien anSge- fprvchen hat Ferner gilt bie interfraftioneUc ^e'vrochung der Erörterung deS Arbeitsplanes des Reichstags
Die fange List« von Vorlagen, deren Erledigung die Regierung noch vor den grasten 6omrr.erfenen wünscht hat bekanntlich in allen Parteien Beunruhigung bervvrgerusen weil diese Arbeit bis .n den August hinein den Reichstag beschäftigen mühte Inzwifchen haben sich aber di« KoalttionSparieren überzeugt dah Diele dieser Vorlagen auch noch bi» zum Oktober Zeit haben Infolgede^ten gebt die Stimmung dahm. man fall« all« nicht bnr.g- sichen Borlagen zurückftellen ober sie Höch, ft en» in erster Vefung erledigen Io dah die Ausschüsse einige Wochen vor Wiederbeginn der Plenattitzungen im Herbst zu'ammentreten knmen um die weitere Beratung dieser Gegenstände 00 rAu bereiten
Besonders schwierig ist di« Entscheidung darüber. ob auch die Zollfragen noch vor den Ferien erledigt werden sollen. Man bofft jedoch auch hierüber zu einer Einigung zu kommen, so dah die Regierungsparteien morgen im Aeltestenrat mit einem gemeinsamen Vorschlag für den Arbeitsplan des Reichstags hervortreten könnten
Eine mehrftundige Beratung, an der her Reich»- ernäbrunasminister schiele und der Finanz- Minister Köhler teilnahmen, galt der Frage, ob das Zollproolsorium lediglich verlängert ober entsprechend dem Wunsch der Deutschnolionalen flleidMciha eine Erhöhung der l 0 ndwirisch a f t l ich e n Zölle vorgesehen werden iolle. Ein Ergebnis wurde j doch noch nicht festgestellt. Di« die „Tägl Rundschau" hört, handelte es sich bei den Desprechnnyen namentlich um di, Erhöhung des Kartoffelzolle». Bon den In Deutsch- land cingesuhnen rund 40) 000 Tonnen Kartoffeln bei einem Derdrouch von rund 40 Millionen ent- fallen etwa 36*1 mji) Ionen auf bie Einfuhr von Frühkartoffeln, bie einem befonberen Zoll unterließen, ber nicht geändert werden soll. Die Zollerhohimg kommt nur für den Rest von 40000 Tonnen in Frage. Man wird der Ansicht sein, so führt das Blatt au», dah der Kartofselprei» nicht davon abbangt, ob man dies« 40 000 Tonnen mil einem Zoll von 50 Pfennig ober einer Mark pro Doppelzentner belegt Aon diesem Gesichtspunkt er« scheint die Erhöhung be» ttartostelzolls keine brin« gcnbe Forberimg zu sein. 3n ber intersraktionellen Bejprechung traten di« Deuischnationalen für eine Erhöhung ein, während da» Zentrum eine Erhöhung ablehnte. Die Deutsche Dolk»partei hat keinen bindenden Be- schluh gefaht.
Die Erhöhung der pofttarife.
Bor der Snlscheidunq dcsvcrtvaltungvrats.
Eigener Drahidsricht de- Gießener Anzeigers".
Berlin, 17. 3uni. Aus Grund ber Annahme eines sozialdemokratischen Antrages fordert der Reichstag die Zurückziehung der vorn Aeichspostminifter eingebrachten Porto- erhöhungS-Vorlage. Wenn e» fich bei ber Abstimmung auch vermutlich um ein Zufallsergebnis gcbanbdt hat so kann man doch nicht umhin, sestzustellen. dah sich in weiten Kreisen Deutschland» eine lebhafte Gegnerschaft gegen bie geplante Erhöhung der Poft- tarik geltend macht. Trotzdem will RetchSvost- Minister Dr. Schätz! die Vorlage unter allen Umständen aufrechterhalten, so daß nunmehr da- Wort der V e r w a l t u n g S r a t hat Die Gerüchte, die wissen wollen, dah der Reichs- vvftminister noch heute einen dahingehenden B e - schluh deS RechSIabinett» herbeiführen Will, der ihn bei feinen weiteren Mahnahmen decken foU. lassen sich «ur Stund« noch nicht bestätigen. Selbstverständlich wird sich da» Kabinett mit dieser Frage beschäsiigen müssen, fchon da eS sich doch gleichsam um eine Riederlage wenn auch eine ungefährliche, da» Kabinett» im Reichstag gehandelt bat
Ällcrd.ngs sind auch Ströinunaen im Der- waltungsrat der Reichspost vorhanden, die vor allem von ber Wirtschasi klber nahestehenden
Garben und sich uni » bet Ponoerhöhung bemühen Wurde trotzdem die geplante Erhöhung in der heute stattfindenden Sitzung de» VerwaltungSrats der Post durch- gehen bann wär« die Vorlage trotz deS negativen Entscheids des Reichstags gesichert unb fit würde bann auch sofort in der Pra»iS durch- geführt werde:'.
Die Begründung des Reichsooslminifter» zu seiner Vorlage, zu Der wir an dieser stelle früher bereit» eingehend Stellung genommen Hoden, geht bekanntlich bahin, dah sich die Finanzlage der Re ich »post derartig verschlechtert habe, bah eine Erhöhung ber Porti» unbedingt notwen big fei Diese Begrünbuna trifft insofern zu. al» bit Reichspost leit cdKiffung de» Reichrposi F«- nanzgesetze» eine auher.rbentltch grob« Verantmvr hing sur ihre Ctat-ooltlik tragt und somit in |«kr Beziehung In der Lage sein muh, den ihr ousge bürdeten Lasten auch gerecht werden zu tannen Trotz alledem kann man d«. Grunde de» Reich». ' oostminister» kaum in jeder Beziehung al» durch schlagend anerkennen Zumal in Kreisen der Wirt schasi macht sich eine auherarbentlich grob« Er repung bemerkbar, da die Wirtschisi aus dem Standpunkt steht, dah «ine derartige Erhöhung für sie untragbar sei. In dieser Einsicht durfte bas Äirischasteleben zu einem guten Teil auch Recht haben. man kann von ihm ebenfalls keine weitere Erhöhung der Lasten sorltem. eine Einsicht. b;e sich ja auch gerade bet unfrrm Steuerwesen in letzter . CO md’ath Geltung gemacht hat Andererseits ift es leidste, rsi.rnditch richtig, dah die Post, sunia' sie grobe Ausgaben im Interesf« der Dtrtschast und In bezug aus technische Reuerungen zu I len
Hal. die Mittel dazu au» den Kreisen nimmt, für bie fch.iehlich cm Bonc.l daraus envachsin wurde. E» rare vielleicht angebracht gerne len, d-.e (einer* uutgen Beiprechungen in birier 'Richtung stärker ju 'ubren und somit von vornherein eine Vereinbarung zu schaffen, die Aussicht auf «ine aUacmriar Zu'simmung hatte
Ein belgisch-italienischer Konflikt.
Son b oU, 17 3un. «WTB Fanttvrvch) Wie -DaUv Ervreh- auS Brnsie' ver.chtel toti b-.« italien.sche Regierung brichlosten hats-, di« italienische Botschaft in BrüHel »eitweUrg einem Gefchäsitträger zu überiallttt. um bem M hfasirrn ber italienischen Regierung flbrr bie Haltung Vantze« velb eS gegen Mus soll ni AuSbruck zu g.be-7 H-.nderveihe hat wie crnrir/.d). an erner fc»ziollstAchen a r. 1 i- laf|iNi|*en Kundgebung am 1 Mai tttlgeirommcn auf bet verichieden« Redner Mal Ionen angriHen.
Di« Gage in THina.
Tsinatau. 17. 3unl Rachbem brr General Tschangt'punat'chong bm japanischer, unb ch-e- sischen Behörden mugeteilt batte bah er nicht brr Ik-ranturortung für bi« Sichrrhrrt ber japant'chrn StaatSangehöNgen in Schantuna übernehmen Rnne würben 15 OO? Mann japanischer Truppen nach ber Hauptstadt ber Schantur.g- Provirrz Tsimansu cnt<anbt. femexJHb Verstärkungen nach Tsingtau und 6 e leb« entsandt worden.
Französischer Sieg in Syrien.
Parts. 17. 3unt |W T B Funffpruch.» Die sran-zösifchen Truppen sollen in behtgnr Kamp»e Sultan Ak ra sch in der Gegend von viaha v e r - nichtendgeschlagen haben. Atratch sei n a ch Bagdad geflüchtet 2Han betrachtet nunmehr den Aufstand in dieser Gegend al» erledigt.
Aus aller Welt-
Lchweres Autobusunglhick in Bcrli» lieber etn schweres Autobusunglück ba» sich am DonnerStagnach. • . . h r Berlin-Schöneberg cnrignttc. wird unS tolflenbe» berichtet Der vosibefetzt« Wagen ber Linie 5 passierte bu ablchüisige Hauptstrabe in normaler Beschleunigung alS vor bem Hause Hauptstrah« d Der HauSdiener Boftelmann fern Fahrrad bestieg unb auf htm Rade b 1 e Straße überqueren wollte Als auf die ununterbrochenen Wirnunassiqi-ale br* AutobuS- f ah rar« Bostelmann nach rechts abbvg. glaubt« der .Fahrer oorbeif 0 bre n zu können unb ftcuerte nach links Wider ErwaNtn bog Bostelmann mit feinem Rabe ebenfalls nach links und blieb habet in der Schien« ber Straften bahn hängen Um den Radfahrer nicht $u überfabwn. rih der OmnibuSsührer feinen Wagen f cha rf nach rechts um Durch ha» plötzliche Herumrriften hcü Öteuei» legi« sich bet Autobus mf di« Seit« und fiel im Fahren langsam um. AuS dem Innern be« Wagen« ertönten hrrcblbare Schreie Die Fahrgalke auf dem Verdeck flogen In großem Bogen auf daS Pflaster, wo sie zum Tai! mit Knochenbrüchen schwer verletzt liegen blieben. Di« Fahrgäste im Innern des Wagens hatten fast ausnahmslos durch GlaSspNtttr blutende Verletzungen erlitten Der Radfahrer unb ber Omnibusführer wurden fe ft genommen Insgesamt wurden 25 Personen verwundet unb verletzt DaS verunglückte Auto Ift ein« au« dem alten Bestand der Berliner Qfixxig bu feit einiger 3eü au« dem Berfebr W rückgezogen werden, ba fchon wiederholt mit ihnen ähnliche UnglückSsällc iotgekommen find Der W nun ist tm übrigen vollkommen Demoliert unb muhte abgrichleppi werden
Schwere» Motorratzanglück.
Bei Erle in Westfalen ereignet« ftch «in schwere« Motorrabun.pück Der Kausmann Meef« au» Geilenkirchen hatte auf feinem THotonab eine Dergnüaung«fahri unternommen Aul bem SosiuSsitz saften die Brüber Paul unb Otto Kolavowsk, In einer Kurv« bei Erie verlor bet Führer bie Gewalt über ba« Motorrad, ba« mit einem furchtbaren Anprall gegen einen Daum fuhr Meefe unb Otto KofavvwfA starben kurz nach bem Unglück an bm Folgen einest SchäbelbrucheS tvährenb ber ander« Mitfahrer schwer verletzt bamieberliegt
Opfer ber Berge.
An ber Rordfeite ber Benediktenteanb IOberbayern», auf ber fogenanntm 6tabelbau<r» Rout«, flnb zwei Müncherrer Touristen tödlich abgestürzt. Bi« jetzt ift nur her Harnt be» einen bekannt unb zwar Bernhard Kobel Die Leichen sind geborgen Di« Züricher Alpinisten Han« unb Walter Lang bk- am 4 3uni i<m Air 0 l 0 im Obcrteflin zu e-ncr Bergbesteigung aufgebrochen waren unb striktem pemi'-t werden. wurden unterhalb der Eaptimohütte 2500 Meter am Wege erfroren flufgriunbtii
Unwetlerfchüben In weihruhianb
Reununbbreihig Bezirke Wtihruhianb» sintz von «türmen unb Wolkenbrüchen tzrim.i.iucht worden, dl« p I«I« Opfer 0 n Menschenleben oe rur- sachten Rach btn vorlauf.a« 1, Berichten sind 3**11) Hektar Saaten vernichtet, 110 Brücken zerstört unb viele Wege unterspült worden Zn der Rächt zum 15 3uni ging- m Minsk «in Wolkenbruch nieder. b«r arohen schaben awrid)l<lt Besonder» litt bu Siedlung X irewo. btt saft velliq zersiort wurde Dringende Mahnahmen zur Hilf, ber BtpJttrung find ergriffen worden
Ein delrugtrtscher „ttfieNt*.
3n Königsberg m UnttrsrunHen wurde «in junger Mann namens Elssland txrbaUcl her sich für ttnen Studenten der Technisch« n Hochschule In Rümb«rg auigegtbtn unb behauptet hau. rin« Gelbzählmasch.nt auch jum Zählen von Geldscheinen trfunbm zu haben Der Berhaitei« hatte ein Telegramm de« Reich«bank an ein« Bank in einer kleinen bavenichikn Stadt gefälscht, in bem um Rutz- wbiung von 25 0u0 Mark an Eisi.ond «riucht wurde wa« die Bank auch tat
Bbcttervorautzsage.
Bet süblichen bt« westlichen Winden wolkig, warm unb vereinzelt Rtedersihtäge
L l 11 - r u n s a u « l i ch«c n für Sonn- t a a Wechselnd betitelh zeitweise beiter lew» pnulurm schwankend und vereinzel 1 Gewitterstörungen mit Gewitterregen.


