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etn endgültiger Finanzausgleich setzt aber auch eine nicht von Krisen erschüttert« private Wirt- schäft voraus. Die Rotlage der Landwirtschaft und die ungenügende Beschäftigung einer Reihe von Industrien läßt die Einkommensteuer für nicht unerhebliche Teil« des Deutschen Reiche« im Augenblick zu einem durchaus ungeeigneten Träger des Haushalt« werden. Die Gewährung des Zuschlagsrechtes zur Einkommensteuer be­deutet nur dann einen auch der Wirtschaft dienen­den Fortschritt in der Lösung des Finanzaus- oleichprvblems, wenn sie auf« engste verbunden ist mit einem Ausgleich der Steuerlasten inner­halb der Wirtschaft, und wenn er für den Steuer­pflichtigen einen Ausgleich des Steuerdrucks be­deutet. Die Finanzverwaltung ist in voller Arbeit, die Vorarbeiten für diesen endgültigen Finanz­ausgleich zu beschaffen.

In dem Grundgedanken, die gegenwärtige Ordnung des Finanzausgleichs für die Heber- gangszeit im wesentlichen unverändert berzu- behalten. sind ReichSrat und RcichSregterung Nch einig. Eine Aenderung der Veteillgungsverhalt- nisse an den Hauptsteuern ist daher auch n ch t vorgesehen. Eine Differenz in Der besteht allerdings hinsichtlich der Behandlung der Umsatzsteuer. Die Reichsregierung warder Meinung, Daß den berechtigten Finanzbedürf- niksen der Länder durchaus dadurch Rechnung getragen werde, Daß ihnen als Desamtgarantie ein Betrag gesichert werde, der von bisher 2J auf künftig 2,4 Milliarden erhöht wird. Ich hielt es für vertretbar, daß dieser Betrag noch auf ca. höchstens 2.6 Milliarden erhöht w.rd. Ich möchte anr.ehmcn. das; durch diese erhöhten Ueber- Weisungen verschiedenen Ländern und Gemeinden doch die Möglichkeit gegeben wird, ihre zur Zeit zum Teil zweifellos überspannten Real­ste u e r n alSbald zu senken, insbesondere, da den Ländern vom gleichen Zeitpunkt an auch die unterstützende Erwerbslosenfürsorge voll abge­nommen werden soll. Der Minister kommt dann noch einmal aus

die Vereinfachung der öffentlichen Verwaltung zurück. Je kleiner der Kreis derer, die die Bcr- einfachung durchführen, und jtgrbßer die Er­mächtigung zu durchgreifenden Maßnahmen, ^sto schneller und wirksamer der Erfolg. Es ist sicher­lich kein unbefugtes Hineinreden in di« Verhalt- nisse der Länder und Gemeinden, und es wird, wie ich hoffe, auch nicht als solches empfunden werden, wenn der Erwartung Ausdruck gegeben wird, dah das da und dort nur recht zö­gernde Anfassen durchgreifender Reformen in den Ländern und Gemeinden einem schnel- lerenTempo Platz machen sollte. Ts geht eben aus die Dauer einfach nicht mehr an, das) zwei und drei Behörden, also doppelte 'u n d dreifache Arbeit, sich mit dem gleia-en Gegenstand beschäftigen, ülnsere gesamte deutsche Wirtschaft kann sich diesen Luxus nicht mehr gestatten. Der Minister unterstrich, dah er die Tätigkeit desSparkommissars nach Kräften fördern und unterstützen werde. Die Aufgaben, schloh Dr. Köhler, die uns in den nächsten Jahren gestellt sind, gehören zu den schwersten und härtesten. Jahre der Einschränkung und des Ringen- um das Gleichgewicht ziehen herauf. Doch trotzdem scheint mir kein Raum zu pessimistischer Auffassung zu sein. Der Weg des deutschen DolkeS ging auch in der Der- gangenheit nicht immer aus der Sonnenseite. Doch wir werden unsere Pflicht tun! Wissen wir doch, dah all unsere Arbeit, all unsere Mühen und Sorgen, all die Entbehrungen unseres Volkes nur dem einen großen Ziel Dienen: Unserer Hei­mat, unserem Vaterland, das wiederin alter Freiheit vor unS erstehen soll.

Abg. Dr. Hertz (S.)

betonte, die Hoffnung aus eine wesentliche Er­leichterung der Lage für die gesamte deutsche Wirtschaft habe sich nicht erfüllt. Mr die Unter­nehmerschaft sei das verflossene Jahr allerdings ein Jahr wesentlicher Besserung geworden. Dir Rahrungsmittelpreise seien unter dem Einfluh der Zoll- und Handelspolitik in die Höhe ge­trieben und in der Landwirtschaft dadurch das Vcchverhaltnis zwischen Preisen und Kosten be­seitigt worden. Roch günstiger sei bi« Entwicklung in der Industrie gewesen und auch auf dem Kapi- talniatlt habe sich die Lage erheblich gebessert. DaS günstigste Bild zeige die Börse. Die Ratio­nalisierung sei nach Methoden durchgcführi worden, die den Unternehmern alle Vorteile sicherten, der Gesamtheit aber alle Rachteile und Lasten aufbürdeten. Der Reallohn sei ge­sunken. obwohl die Leistungen der Drbeits- kräsle sich wesentlich erhöht hätten. Um sd ver­werflicher sei der Widerstand der Unternehmer gegen den Achtstundentag und der Zwang zur Leistung von Heberstunden. Angesichts der wach­senden Erwerbslosenziffer und der zunehmenden Dauer der Erwerbslosigkeit des einzelnen könne von einem belebenden Einfluh der Steuermilde­rung auf die Volkswirtschaft nicht gesprochen werden. Ohne gleichzeitigen Abbau der Auf­gaben sei eine Senkung der Steuern nicht mög­lich. Die sozialdemokratische Partei werde die Be­st reoungen, dem Altbesiy eine verbesserte Aus­wertung zuteil werden zu lassen, unterstützen. Die Ankündigung auf DesoldungSresorm sei zu begrüßen. Roch immer ruhe der größte Teil der deutschen Steuerlasten auf den Massen deS Volkes.

Abg. Obersohren (Dn.)

erinnert an eine der letzten Reden des früheren Roichsfinanzmtnisters Dr. Reinhold, in der ein erfreulicher Ueberschuh aus dem Etatjahr 1926 angekündigk wurde. Dieser überschäumende Optimismus sei jetzt gründlich durch die Tat­sachen widerlegt. Dr. Reinhold habe sein Amt übernommen mit 900 Millionen Reserven und er lasse jetzt einen Etat zurück. Dec überhaupt keine Reserven mehr aufweist. lHört! Hört! rechts.) In Reinhold« Kritik an seinem AmtS- horgänget v. Schlieben liege ein großes Mah politischer Undankbarkeit. Tatsächlich habe Dr. Reinhold überhaupt, abgesehen vom englischen Kohlenstreik, nut gelebt von den finanziellen Re­serven. die ihm sein viel geschmähter und ver­kannter Vorgänger hinterlassen Hal. (Zuftim- mung rechts.) Herr v. Echlieben habe gar nicht die Thesaurieru- qspolitik getrieben, die man ihm vorwarf. Er habe vielmehr die steuerliche Ueber- spannung vermindert, die unter dem Finanz­minister Dr. Luther herrschte. Mit seiner vor­sichtigen Politik habe v. Schlichen das Vertrauen des Auslands in die deutsche Wirtschaft gestärkt. Die Früchte dieser Politik habe sein Rcchsotger Dr 'ieinhold geerntet. Der organische Steuer- abbau sei auch von den Dentschnalidnalen gc- fort-ert worden. Aber Dr. Rcinhvld ßobe bei seinen Steuersenkungen die nötige Dorncht ver missen lassen. Die Bessenfg der Kon unttur ,\i

Dr. Gehler über die Reichswehr

Berlin, 16. Febr. kVDZ.) Der Haushalts- ausschuß des Reichstages begann die Beratung des Haushalts deS Reichsweh crninifteri um- 192c

Berichterstalter Abg. Stücklen (Boa.) kriti­siert die Art der Anforderungen de- Reich-Wehr- Ministeriums und die Mehrforderungen dreses Etat-, sowie den eine Ersparnis bedem enden Ve r» zicht auf einen Staatssekretär; er be­antrage die Wiederein st ellung des Staats­sekretärs in den Etat, der die politische Oktant- Wortung in Vertretung des Ministers übernehmen muß. Redner fragt nach der Herkunft von Mit­teln für gewisse Dasfabriken und berührt auch die russischen Fragen. Er fragt weiter, wie die Ver­bindung der Wehrverbände mit bet Reichswehr gelöst werde und wie endlich die Rekrutierung der Reichswehr gelöst werden solle.

Mitberichterstatter Abg. Srsing (Ztr.) ver­langte bann eine Regelung des Anwerbewesens für die Offiziersanwärter der Reichswehr, die alle Länder und Stämme des Deutschen Reiches gebührend berücksichtigt.

Reichswehrminister Dr. Gehler, sprach sich gegen die Schaffung einer besonderen Staatssekretarstelle im Reichswehrministerium aus. Der Staatssekretär soll der sachliche Berater des Ministers sein. Entsprechend dem Ueberein- kommen mit der Entente ist aber seinerzeit aus­drücklich festgelegt worden, daß die Berater des Reichswehrministers der Ehef der Heeres­leitung und der Ehef der Marine­leitung sein sollen. An dieser Stellung des Chefs der Heeresleitung, die nach langwieriger Verhandlung mit der Entente mit deren Ein­verständnis geschaffen worden ist, könne von deutscher Seite aus allein nichts geändert werden. Der Minister verwies bann auf die fieberhafte Rüstung der Rachbar- staaten Deutschlands. Der Zusammenle- gungderGarnisonen stimmte der Minister zu. Rur dürfe nicht Übersehen werden, daß her geplanten Zusammenlegung der Garnisonen man- nigfack>e große Schwierigkeiten entgegenständen. Zur Frage der Wehrverbände erklärte der Mi­nister. daß das Reichsministerium allen diesen Verbänden fern stände. Dagegen könne es durchaus verstanden werden, wenn sich in Deutschland Sport- und Turnvereinigungen bil­den/ um die körperliche Ertüchtigung her 3 u g e n D , die früher durch die allgemeine militärisch Dienstpflicht geschah, auf einem äu­ßeren Gebiete zu ersetzen. Es sei das Recht jedes deutschen Staatsbürgers, sich in seiner freien Zeit an solchen unpolitischen Sport- und Turnvereinigungen zu beteiligen. Dieses Recht könne auch dem Soldaten nicht genommen werden.

Das von geheimen Rüstungen der Reichswehr gefaselt werde, sei nichts als ein Phantom. Mit Bestimmtheit könne -er Reichswehrminister ver­sichern, daß geheime Rüstungen weder in

Deutschland noch in irgeneinem anderen Lande der Welt möglich feien. Geheime Rüstun- gen, die in irgendeinem modernen Kampfe irgendwelchen wert haben sollen, erforderten einen derartigen umfangreichen Aufwand, an Material und kosten, baß sie unmöglich Im ge­heimen betrieben werden können.

Anders verhalte e- sich mit den Maßnahmen der Heeresverwaltung, die im Rahmen der Befugnisse des Versailler Vertrages liegen. Da- Reichswchr- ministerium habe stets die Pflicht. andieMög- lickkeit eines Krieges zu denken, wenn auch der Krieg selbst ganz unwahrscheinlich sei. Die Absichten unserer Rachbarstaaten seien ja nicht unbekannt. Ss handele sich anscheinend für Tic vor allem darum, daß sie möglichst rasch und möglichst tief am ersten Tage des Krieges nach Deutsch­land hinein stoßen. Daß Deutschland un­fähig zu jebem Angriffskrieg sei. wäre jedem militärischen Fachmann des In- und Auslandes Flar.

Die Einstellung von Freiwilligen und Offiziers­anwärtern

habe bis 1924 nicht das Maß dessen erreicht, was wir gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages einstellen konnten, weil es insbeson­dere während der Inflationszeit in Deutsch­land kaum Arbeitslose gegeben hat. Rach 1924, als die riesige Arbeitslosigkeit entstand, zeigte sich ein ungeheuerer Z u d r a n g aut Reichswehr. Heute ist die Sachlage derart, daß höchsten- 3 bi- 5 Prozent der Anmcldenden genommen wer­den können. Wenn wir dem Hauptmann die Möglichkeit der Rekrutierung nehmen, können wir ihn auch für seine Leute nicht mehr verantwortlich machen. Es ist neuerdings ungeordnet worden, baß unter den Papieren des Anwärter« auch eine Bestätigung bet Landesverwaltung fein muß, daß der Betreffende sich niemals im verfassungS- feindlichen Sinne betätigt habe. Beim Ossi- z i e r s e r s a h hat sich eine analoge Entwicklung gezeigt. Zur Linken gewandt, erklärte der Minister: Wenn Sie haben wollen, daß auch Arbeiter­kinder zum Offiziersberuf kommen, so müssen Sie die Wege ebnen, die den Arbeiterkindern den Eintritt in die akademischen Berufe ermöglichen. Es darf nicht mehr vom Geldsack abhängen, ob jemand eine gute Bildung erhält oder nicht. Solange aber dies noch der Fall ist, märe ich gezwungen, die Ansprück)e für den Offiziersanwärter jurQefju« schrauben, was im Interesse des Dienstes nicht möglich ist. Zu einem jungen Offizier gehören nicht nur mathematische und andere Kenntnisse, son­dern auch eine bestimmte wissenschaftliche Schulung des Denkens. Ich will nicht leugnen, daß es auch viele tüchtige Leute und sehr kluge Denker gibt, die nicht das Abiturium absolviert haben, andererseits beweist die Absolvierung des Abituriums keines­falls, daß immer das geschulte Denken vorhanden ist, aber wir haben nun einmal keine andere Aus­lesemöglichkeit und müssen uns damit bescheiden.

nicht ein Erfolg her Reinhvlbschen Finanzpolitik gewesen.

Wenn überhaupt ein Ueberschuß erzielt wird, dann muß in erster Linie an die notleidenden Klein­rentner gedacht werden. Die neue Beamtenbesol' dungsordnung darf nicht mehr zu lange hinausge­schoben werden. Die unteren und mittleren Beamten müßten dabei vor allem berücksichtigt werden; aber auch die höheren Beamten dürfen diesmal nicht leer ausgehen. Die Hinausschiebung des endgültigen Finanzausgleichs läßt sich nicht vermeiden, weil das Zuschiagsrecht der Länder und Gemeinden in nächster Zeit noch nicht eingeführt werden kann. Die Hinausschiebung ist für uns aber nur erträglich unter der Bedingung, daß schon im Sommer oder Herbst eine Neuregelung der Reöl­st e u e rn der Lander und Gemeinden und der H a u s z i n s st e u e r erfolgt. Die Hauszinsstever darf im Gegensatz zu dem Programm des preußi­schen Finanzministers nicht zu einem dauernden Fi­nanzierungsmittel für Länder und Gemeinden wer­den. Die Senkung der Reichssteuern bleibt unwirk­sam, wenn nicht auch die Real steuern der Länder und Gemeinden gesenkt wer­den. Die Gesamtbelastung der Wirtschaft muß so ge­senkt werden, daß jede Steuer allein aus dem Ertrag gedeckt werden kann ohne Eingriff in die Substanz. Die Regelung auch der Realsteuern der Länder muß das Reich durch ein Rahmengesetz vornehmen. (Abg. K o ch - Weser (Dem.): Sie sind also Unitarier!) Das gilt auch für die Grundver­mögenssteuer, die sich zu einer höchst unsozialen und ungerechten Abgabe entwickelt hat. Die Tarife bet der Einkommensteuer müßten auseinandergezogen werden. Eine grundsätzliche Neuregelung der Aus­wertungsgesetzgebung müßten wir ablehnen. Der neue Neichssinanzminister hat die Lage geschildert, wie sie wirklich ist. Wir werden ihn unterstützen, auch bei seinen Bemühungen zu Drosselung der Ausgaben. Die Reichstagsparteien sollten sich dabei dem Beispiel des englischen Parlaments anpassen, in dem die Forderung neuer Ausgaben ohne Deckung verpönt sind. (Beifall rechts.)

Weiterberatung Donnerstag.

Dcrlängerun des deutsch- französischen handelsprsvisoriums.

Paris. 17. Febr. lWolff.) Wie gestern schon kurz gemeldet, ist durch den deutschen Botschafter v. Hoesch und die französischen Minister B r t g n d und B o k a n o w s k i ein Protokoll unterzeichnet, durch das das vorläufige Handelsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich vom 5. Aug. 1926 und die beiden Saarabkommcn vom 5. August und 6. Ro- hember 1926 bis 31. Mai, also um drei Mo­nate verlängert worden ist. Die bisher in diesem Abtoinmen vorgesehenen Kontingente wer­den. um dem VcriängerungSabschnitt Rechnung zu tragen, um 50 Proz. erhöht. Der fran- -ösilchen Regiermm steht am 21. März fine Kün- digunaSmöglichkeit bis zum 31. März zu, wenn die spätestens am 2. März wieder einsetzenden dcut'chfranzösischen Wirlschaftevcrbnndlunaen.die sich zuerst auf eine Prüfung der Grundlagen des .'v.iffinftlgen Handelsvertrages erstrecken sollen, Im weiteren Verlaufe nicht die Aenderungen berüafi Mgen, die die sranzvstfctze Regierung nach dem 1. April einzuführen wünscht.

Dr. £utt)er in

Stockholm. 16. Febr. (XÜJ Der frühere Rei^--'anzier Dr. Luther wird Donnerstag vor I het deufch-schv cdischeit Vereinigung in An- I Wesenheit des K ? o n p r i r. z e n. de. d e Otc*

gierungsgeschäfte des Königs während dessen AuSlandreise wahrnimmt, über die Stabilisierung der deutschen Währung sprechen. Dr. Luther erllärte in einem Interview, daß auch die neue deutsche Regierung die Verpflichtungen aus dem Dawesplan erfüllen wolle. Dazu sei eS aber not­wendig, daß man Deutschland volle Freiheit auf den internationalen Märkten ge­währe. Dr. Luther wie« auf die großen Schwie­rigkeiten hin, die Deutschland Infolge der großen Arbeitslosigkeit und der gewaltigen Kosten der französischen Besatzung zu überwinden habe. Wirklicher Friede sei erst möglich, wenn kein französischer Soldat mehr aus deut- schem Boden stehe.

Gegen dasEinlvanöerungsgesetz. Dcutfch-fkandiuavischcr Protest gegen die Ursprttngsllansel.

Reuyork, 16. Febr. (WB.) In einer von Der Steudengesellschait einberufeneu Massen­versammlung von deutsch-amerikanischen und skandinavisch-amerikanischen Vereinen wurde die endgültige Beseitigung der nationa­len Hrsprungsklauscl aus dem Ein­wan derungSgesey von 1924 verlangt. Senator Shipftead, wies darauf hin. daß eS ganz unmöglich fei, die gegenwärtige Bevölkerung der Vereinigten Staaten Der Abstammung nach sicher sestzustellen. Auch bei der QHobilitierung 1917 wurde nicht nach der 'Abstammung gefragt. Eben­so bestehe für alle Rassen Die gleiche Steuer. Das Mitglied de« Kongresses Ober- wager erklärte, die Klausel bedeute eine Brandmarkung für Die deutschen Einwanderer, die man auf diese Weise a l s unerwünscht bezeichne. Die Ver­sammlung nahm schließlich eine Entschließung an. die Den Kongreß aussordert, die Hrsprungsklauscl zu streichen.

Dielanger erhandlungen

Tic Möglichkeit

einer internationalen Konferenz.

Paris. 16. Fcbr. (TU.) Zu den fran­zösisch-spanischen Verhandlungen, die erst gestern begonnen haben, wird bereits heute von einem Teil der Pariser Presse festgestellt. daß sie sich in einer schwierigen Situation befinden. In unterrichteten Kreisen w.rd versichert. daß als Unterlage für dos spastische Memorandum die weitgehenden Forderungen Der spanisch-asri- lcrnischen Liga ged.ent hätten, die nicht mehr und nicht weniger als Die völlige Einver­leibung Tangers in Da« spanische Gebiet verlangen Primo hc Rivera soll Die Absicht haben, zuerst eine vollständige Revision aller derjenigen Verträge zu verlangen. Die sich auf Tanger beziehen. Diese Revilion Dürfte nicht ohne eine große internationale Konfe­renz erfolgen, ähnlich derjenigen von Algeciras. Rur muß befürchtet werden. Daß Mussolini bei dieser Gelegenheit im Ramen Italiens eine Reihe von Forderungen aufstellcn würde, die das nordafrikanische Gebiet betreffen.5c ©oir" gebt sogar soweit. in Dem Tangerkonslikt öle Mdglickücit für einen allgemeinen europäi- feben Konflikt zu erblicken da Die spanische und Die italienische fafziftische Presse mit OcDenfAaft Die Verhandlungen b-kämpsen.

(Eine neue rumänische Hauptstadt

Bukarest. 15. Febr. (TU.) Die vor zwei Jahren ausgeworfene Frage Der Verleg ung Der rumänischen Hauptstadt ist neuerDingfl wie­der aufgegriffen worden. In Flugblättern wur­den die Parlamentarier aufgeforbert. dafür ein­zutreten. Daß die Landeshauptstadt nach Kron- stadt verlegt werde Da neben Der K ö - n i g i n auch Ministerpräsident Averescu die Rotwendigkcit einer Verlegung betont haben fall, hat sich Der Kreise, die ein Interesse am Fest- halten an Bukarest haben, eine gewisse Unruhe bemächtigt. 3m Flugblatt heißt es u. a.:Aus Der Hochsläche bei Kronstadt gelegen, wird die neue Hauptstadt das Gleichgewichts-Zen­trum der verschiedenen rumänischen Provinzen, eine Versinnbildlichung der ru­mänischen Souveränität über Die neuen Gebiete, eine von Den Mauern dieser Ge­biete gegen feindliche Flutwellen verteidigte Hochburg, eine schöne, gesunde, nach Den letzten Errungenschaften der Etädtebaukunst aufgdüßrtc Metropole Darstellen. Sin Land wird nach feiner Hauptstadt beurteilt."

Die Dorzugsrenten für Auszügtzr.

In Dielen Fällen wurden soweit uns bekam,u geworden ist Anträge auf JJotjug/ren- t e n von Auszüglern als Besitzer von Kriegs­anleihen abgewiesen, weil man bei den zuständigen Stellen allzu schematisch oorging und nicht den Ertragswert, sondern den praktisch nicht in Betracht kommenden Derkaufswert der früher übergebenen Güter der Beurteilung der Bedürftig- kcitsfrage zugrunde legte. Reichstageabgeordneter Dr. Becker (Deutsche Dolkspartei) hat sich deshalb an den Herrn Reichofinanzminifter gewandt, um eine entgegenkommendere Behandlung dieser An- träge durch die Ausschüsse zu erzielen Ersreulicher- weife haben die Bemühungen vollen Erfolg gehabt. Der Reichsfinanzminister hat die ihm vor- getragenen Gründe anerkannt und durch RundeUaß auf die zur Entscheidung der Dorzugsrentenantrüge berufenen Stellen i m Sinne einer s o - zialen und weitherzigen Behänd l u n g des Altenteilsberechtigten eingewirkt.

Aus aller Welt.

vorn hessischen Landeslheaker.

Wie aus Darmstadt gemeldet wird, ver­handelt Der Theaterausschuß zur Zeit mit dem Münchener Kapellmeister Dr. Böhm wegen Uebernahme Der Leitung De« Landes- theaterorchesters und der Oper, bo dieser Posten durch den Weggang de« General­musikdirektors Joses Rose n ft o ck nach Wies­baden frei geworden ist.

Die Unterschlagung Im Berliner Studentenausschuß

Vor dem erweiterten Schöffengericht Berlin- Mitte fand der Prozeß wegen der Unterschlagungen statt, die seinerzeit Im Ausschuß der Studentenschaft an der Berliner Unioerfltät im Betrage von 40 000 Mark ausgedeckt worden waren. Nach Mitternacht wurde folgendes Urteil gefällt: Der Hauptangeklagt? stud. Willi Lehmann wurde wegen Untreue' Unterschlagung und Betruges zu 2 Zähren G e - füngni» unter Anrechnung von fünf Monaten Untersuchungshaft verurteilt, der Uniatrfitätsobtr fetretär Borchmann wegen Begünstigung zi> 130 Mk. Geldstrafe; die anderen Angeklagten, vier Studenten, wurden freigesprochen.

Der Ordensfchacher in pari».

3m Prozeß gegen den Beamten des fran­zösischen Handelsministeriums. R u o t t e. und zwei Annoncen-Aquisiteure, Die unter der An­schuldigung stehen, den TitelAußenhandels- attachee" und die Ehrenlegion gegen Dez ab- I u n g verkauft zu haben, forderte Der Ab­geordnete Darillet in seiner Eigenschaft alS Ad­vokat, umgeben von einer ganzen Anzahl Kriegs­beschädigter, die strenge Destrafung Der Ange­klagten, die durch ihr Vorgeycn Die Ehrenlegion in ihrem Wert herabgesetzt und besudelt hätten. Die Kämpfer, die Den Krieg überlebt hätten, ver« langten. Daß man sie nicht zwinge, verwechselt zu werden mit Schiebern und sonstigen Leuten, Die sich durch Geld den höchsten Orden der Re­publik erworben hätten.

Schwere Orkanschaden in Kalifornien.

Einem Ortan in Südkal.fornten und Arizona. Der mit Erdstößen und Wolkenbrüchen verbunden war. sind 42 Tote zum Opfer gefallen. In Los Angeles wurden die Straßen teilweise völlig überflutet und die Dillen bekannter Fllm- gräßen beschädigt. Deim Passieren eines ZuqeS brach eine Drücke ein. Ein Gebirgsdorf wurde von bei einem Erdrutsch abstürzenDen Felsen begraben. Heber Der DergwerkssieDelung Dip (Steel ging gestern eine Lawine nieder, durch die 11 Personen getötet und etwa 20 verletz, wurden. Drei Opfer werden noch vermißt.

Zwei Kinder verbrüht.

In dem Dorfe Treuenhausen in der Grenzmark fielen die beiden minderjährigen Kin­der eines Landwirtes beim Spielen in einen mit kochendem Wasser gefüllten Dot- t i ch. Kurz nach ihrer Einlieferung in do« Kran­kenhaus starben die Kinder unter entsetzlichen Qualen.

12 Jrauen durch kohlenozydgas vergiftet.

In Dem Dorfe Altreey bei Franlfurt a. b. C kamen bei einer Witwe 12 Frauen zum Fe- dernreißen zusammen. Die Gastgeberin batte den Ofen tüchtig eingeheizt und dann die 2 b zugsröhren mit Lumpen verstopft Bereits nach kurzer Zeit begänne,' die An­wesenden über Kopfschmerzen und Hebelleit gu klagen. Einige Frauen brachen bewußtlos zu­sammen. Die erkrankten Frauen, die schwere Der- giftungscrscheinungen zeigten, wurden sämtlich in das Frankfurter Krankenhaus gebracht. Wie frsi- acftellt wurde, hatten sich in dem Ziim Ko hlenoxydgase gebildet.

2t?cttcrvoraussagc.

Wollig mit Aufklaren, Temperaturen ciioc? ansteigend, vorwiegend trocken, westliche Windc

®e;tcigc Tagestcmperatineu: Maximum: 6 Grad Eelsius: Minimum: 5 Grad Lei ius; hni- Hge Morgentemperatur 2,8 Grad LelsiuS.

Wlndrictztung: Rordwcft; Windstärke, mittel Temperaturen: minus 1 Grad Eelsius. Höchst- tempcraturen in den letzten 24 Stunden: mbllii 2 Grad Eclsius. Gcsamtschncchöhe: 40 Zentimeter Reuschnee: keiner. Deschas-cnheit dev- Schneedetke etwas körnig. Spvrtmöglichkeit: für Schi gut

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