Nr. 89 Erster Blatt
IN. Jahrgang
Samstag, (6. April 1927
Erich»'»' f6gli*,eek»r Sexwta»* en»
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2 «eichs-ark enb 2D N-tchs^Wnig ftr Träge» loh«, euch bei -lichter- schein« eu»jelnet5lum»»ni infolge HLHerer (btwalL Fer-sprechanschlssfe: 61, M enb 112 vnlchnsl ftr vrohrnach. richten. Injelgfr Olctze».
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JrtiHin «■ BUie lltM.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Dnd mb Derlei: Brübl'|d?c UutverstlLlr vuch unu Sicmbruderei R. Lange in Sietzen. Sdfnftkitiag uns Seschaftrstelle: Zchnlittatzt T.
SieeNe» h« «»jtii'i fit bi» lägrenn**« bi» )e» »e^ettut wb«.
Prrit ftr I e* hshe fti Ln.een 27 irrn t rnu ortl.ch 8, «eeeirU 10 Sri<b»pf tintig. ftr St- hla*»enir.cee von 7Ü m Brett» 36 >i<>ch»pf »nntq. VUx^ew^rtfl »' meßt. (Tbdrrbabtfet
Di ^ntbr. 7B<Ib. Lang«. BcraniwctiU* lut Vehtdi Dr Fr TOttb- Peng«; ftr ^«tiiBctoe Dr f> Ihuuol; für d<« ibti^rn Inl ike^st BlaA»schein fir b»n Xn- |t'.g»ntril Kurt AiQtnaeii, ILmtltch 'n Biegen.
Ostern 1927.
Don St Gustav Streit mann, Reichsminister des Auswärtigen.
04 gibt feine Zeit des Iahres die In dem gleiche« Maste leben weckenden Optimismus ent- 'al)! wie die Osterzell Aber das Erwachen der Aatur geht nicht nur unter erwärmender Sonne vor sich. Sonnenstürke und Frühlingssturm ringen miteinander unÖ wer an einem lagt stosst, daß der Minter vorüber sei, wirb ost binnen kurzer Zeil nachdrücklich daran erinnert, dost erst der Kamps zwilchen Derben und Vergehen den neuen Dosten schasst. Mir scheint, als wenn der Kamps der Ratur den wir gegenwärtig erleben, auch em Dild des Kamps»- der Entwicklung ist, die wir als Deutsche iin Zusammenwirken mit anderen Völkern und im Innern unseres eigenen Volkes durchleben
Dem Ende des Weltkrieges folgte nach kurz verhallendem Siegesrausch die stark» Skepsis über die Neuordnung der Dinge. Die internationalen Konferenzen die erst ohne Deutschland, dann sozusagen unter Hinzuziehung des Angeklagten, dann unter formaler Gleichberechtigung und äu- deren Ehren Deutschlands erfolgten, Hab em Be- wers dessen, wie unfertig bie^Prvbleme der Staaten und Völker vor uns liegen. Dast in Europa der Weltkrieg für keinen Staat und kein Doll ein glückliches Greignis geworden ist. wird von allen Seiten Angegeben. Die Verhältnisse. in dieEu- ropa gestürzt worden ist, haben den Gedanken des Zusammenschlus'eS stark In den Vordergrund gestellt Man fühlt sich beunruhigt über die gesamte weitere Entwickelung Das angebliche Meisterwerk her Friedensschlüsse hält schon heute der Kritik nicht mehr stand Die Unruhe, die durch den italienlsch-juaoslaw's. en Zwischenfall geschaffen worden .st. tat die G.ostmachte aus den Plan gerufen, die dafür Jorgen, dast sich hier nicht ein Feuerbrand entwickle. In dem Vierhundert- millionen-Aeich Lhina ringen neben den Gedanken nationaler Selbstbestimmung die Gewalten des Volschewismu«, und der freiwillige Verzicht der Europäer aus frühere Rechte genügt heute anscheinend nicht mehr, um Bewegungen hintanzuhalten. deren Ausgang man um so weniger überleben kann, als man kaum weist und nur ahnen farm, woher sie kamen. Menschen, die sich als Kenner dieses gewaltigen Landes bezeichnen, behaupten. dast dte Auseinandersetzungen über bas neue Werden Ehlnas Jahrzehnte in Anspruch nehmen würden Von nutzen scheint es vielmehr als wenn die Dinge einen viel schnelleren Verlauf nehmen werden. Sie wirken zurück auf Englands Steilung im asiatischen Kontinent: sie können tn ihrer Folgewirfung andere Erdteile in diese Bewegung mit hereinreisten So wird der frühere europäische Ginfluft in Politik und Wirt chatt auch von dieser Seite her in Frage gestellt nachdem es läng ft zweifelhaft geworden tft. ob Europa angesichts des amerikanischen Goldes und der amerikanischen Erdschätze und anaefichts der Amerikanisierung seiner Kultur überhaupt noch die Vorherrschest in der Welt beanspruchen kann und ob es nicht vielmehr ein dlotzer Anne« anderer, von Kriegen und zersplitterten Staatenbildungen unbeeinflußt gebliebener Erdteile geworden ist Wenn man da« Wort .Revolution nicht einfach als Darrikabenkainpf aussastt. sondern als das. was es eigentlich Iß: Umgestaltung und Umwälzung feststehender Anschauungen und Veugestalkung der Dinge auf neuer Grundlage, dann stehen wir inmitten einer der größten Revolutionen. die es je gegeben hat
Und Deutsche trifft diese Entwicklung in einem Zustand eben erfolgender wirtschaftlicher Ausrichtung, aber doch noch in dem Zustande mUitärikcher Ohnmacht und eines eben erst erkämpften neuen Plattes im Rat» der Völler. Wir müssen jeden Schritt vorsichtig abwügen. den wir tun. Das ist nicht Schwäche, sondern vernünftige Ucberlcgang. die d.e Grenzen der Anteilnahme nicht Wetter steckt, als dte Kräste reichen Wir werden unsere Mitwirkung nicht versagen an allen Bestrebungen, die auf Erhaltung des Friedens gerichtet sind. Denn kein Land kann mehr verlieren durch irgendeine neue kriegerische Entwicklung als Deutschland Das gilt nicht nur für Europa, das gilt auch für di» Dinge in anderen Erdteilen. Vichts ist törichter uni) unberechtigter als irgendeine Empfindung her Schadenfreude über Schwierigkeiten, die anderen Ländern auS diesen Situationen erwachsen. Andererseits werden wir uns nicht irgendwelchen Veweaungcn anzuschließen haben, die darauf hm- ausgehen. eilte Hegemonie Europas da zu begründen. wo man und als europäische Macht nach dem Weltkrieg von der Beteiligung an Vorrechten ausgeschiosten hat. Wir haben leinen Grund die Aberkennung dieser Vorrechte zu bedauern: Frei von territorialem Besitz und irgendwelchen Aspirationen auf eine besondere Vormachtstellung werden wir unteren rein wirtschaftlichen 3nierefkn in Asien an besten zu dienen vermögen. Wir werden bcre<b‘igten großen Ideen erwachenden Rationalgefühls nur Sympathie entgegenbringen können, ohne damit für irgendwelche soziale Umwälzung Partei nehmen zu können. Alle untere Bemühungen müssen daraus gerichtet sein, für eine Einordnung Europas in diese Dinge uns mit »inzusehen. welche die vernünftige Aufwärtsentwicklung fremder Länder vereinbart mit guten freundschaftlichen Beziehungen zu dem Europa, das zwar nicht mehr an der ersten Stelle der Erdteile steht, aber im Verkehr der Völler nicht entbehrt werden kann.
Dadurch ist unsere Politll gegeben. Die Er- flänmgen über die Stellung der Deutschen Reichs-
Die Kantonregierung an die Mächte.
Schanghai. 15. April. «WB- 3n der Antwort des Ministers des Aeutzern der Kanton- regierung. Ischen, auf die Rote der Bereinig- t»n Staaten, di» sich im wesentlichen mit den ileichzeing überreichten Antworten an die andern Mächte deckt, heißt es:
Die Rationalregierung ist bereit, den gesamten dem amerikanischen Konsulat in Ranking zugesügten Schaden wieder gut zu machen, gleichviel ob dieser durch .Rord- rebellen" oder andere verursacht wurde. Bezüglich her Frage her Reparationen für persönliche Verletzungen amerikanischer Untertanen und Sachschaden ist die Rationalregierung bereit, alle angemessene und notwendige Reparation zu l e i ft c n . außer in den Fällen, wo zweifelssrri bewiesen werden kann, haß sie verursacht wurden durch hie Beschießung seitens britischer und amerikanischer Kriegsschisse am 21 März ober durch Vordrebellen. die als Lockspitzel ßanbelten. Die Rationalregierung schlägt vor. daß die Frage der Bestrafung der Schuldigen nach Dor- liegen her Ergebnisse der augenblicklich im Gange befindlichen Regierunpsun'ersuchung chei der
Unterjochung durch eine Internationale Kommission.
die sosori von den Ifocimgtcn Staaten und der Rationalregierung eingesetzt werden soll, erörtert wird. Die Rattonalregierung schlägt vor. haß die Unteriuchungskommilsion auch die Umstände der Beschießung der unbefe Rig- ten Stadt Ranking durch die Flotten- streitkräfte der Bereinigten Staaten am 24 März untersucht. Die Forderung nach einer schristlichen Entschuldigung durch den Oberbesehls- haber der Rationalarmee ist gerechtfertigt, wenn die Schuld der Rationalisten für die Unruhen in Ranking bewiesen wird. Die 'Äatlonalrcgicrung schlägt daher vor. sür die Frage der Entschuldigung ebenfalls dte Klärung der Schuldfrage. fei es durch di» augenblitflid) im Dang befindliche Regierungsuntersuchung, oder durch die vor- geschlagene internationale Kommillion. abzu- warten. Inzwischen wiederholt die Rationalregierung den Ausdruck des Bedauerns wegen her Verletzung de» a mer I f a-wi <d)tn Konsulat« in Ranking
Die TTcttlonalreglerung al» oerantwor'.lich» Be- hörbe billigt nicht, baß in Irgendeiner Gestalt gegen bas Geben und Eigentum von ttutlänbern
Gewalt angeroenbet ober agitiert wirb
Die Behörden her Jlationaiarmee werden ange- Wielen werden, darauf hinzuwirken, daß wirksame Maßnahmen getrosten werden, um Ausländem angemessenen Schutz zu gewähren Die Rationalregierung würde es jedoch an Offenheit fehlen lassen, wenn sie es unterließen, zu betonen, baß nach ihrer Ansicht
die unbilligen Verträge die bauplgefaßt für ba» Geben und Eigentum ber fluolänber in China bilden.
Die Rationalregierung ist daher gern bereit. Delegierte zu ernennen, um mit den Vereinigten Staaten eine befriedigende Regelung der zwilchen Rationalchina und Amerika schwebenden Fragen und Meinungsverschiedenheiten herbeizuführen unter Bedingungen, dte die rechtmäßigen Interessen beider Länder und die Gegenseitigkeit ihrer Beziehungen sichern.
Höchst unbefriedigend.
London. 16. April. (WTB. FunNpruch., Morning Post- meldet aus Peking: Die
Protokollmächte hielten gestern eine Sit
zung ab. um die Antwortnote Ischen« zu erörtern. Zuverlässig totrb berichtet, daß die Antwort höchst unbefriedigend besunden und der Beschluß gefaßt wurde, die beteiligten Regierungen zu betragen, welche weiteren Schritte getan werden sollen, um Genugtuung zu erhalten
Keine Repressalien Amerikas.
Washington. 15. April. (WIB) Das Staatsdepartement Hal bisher eine Äeußerung über die Antwort der Kantonregierung abgelehnt. In unterrichteten Kreisen wird jedoch crflärt. die Lage sei jetzt noch verwickelter, da di» Militärs aus der Rankinger Konlerenz sich mit der Hankaucr Regierung. die unter kommunistischem Einfluß stehe, überworfen hätten. Die Regierung der Bereinigten Staaten werde wahrscheinlich die Antwort des Kanioner Generals Tschana abwarten. Sie beabsichtige jedensalls feine Repressalien und würde sich an einer etwaigen englischen Straserpedl11 on nicht beteiligen.
Französische Stimmen.
Pari«, 16. April. (WIB. FunkspruchsSoweit die Presse zu der noch nicht im Wortlaut vorliegenden Antwortnote Tschens Stellung nimmt, kehrt der Gedanke wieder, daß die Rote ausweichend gehalten fei Das .Journal" schreibt, die Eh'.nesen hätten ihre alle Tradition verleiignen müssen, wenn sie eine derart gc Gelegenheit. Zwietracht zu säen, vorübergehcn ließen. — Rach der .Ere Rouvelle" sei wen.g Aussicht vorhanden, baß di» Antwortnote eine ernstliche Di-kuss.onSgrundlaae abgeben werde Die Lösung des Problems liege übrigens nicht in Pans, sondern in London, und die hort gen osfiziellen Kreise zeigten kein Entgegenkommen. Dielleich« wäre es gut. wenn man in Asien den Ereignissen freien Lauf lassen würde und gewisse Großmächte ihre Bestrebungen allein verfolgen ließe. Schließ!.ch schlägt das Blatt eine große Pariflc-Kvnsermz vor.
Ein amerikanischer Zerstörer im Feuer.
Washington. 15. April <DB.) Das Marinedepartement gibt bekannt: Der Zerstörer der Bereinigten Staaten .John Ford" 1c. erte Schrapnells gegen chinesische Rordtruppen und brachte das Feuer zum Schweigen, das diese gegen den Dampfer der Standard Oil Evmpanh .Zion" richteten.
Amerikanirche Verstärkungen für Hankau.
Was hing ton, 15 April. (WB.- Sm Kreuzer und zwei Zerstörer sind auf bringenden Wunsch der amerikanischen Handelskammer in Hankau dorthin entsandt worden
Dorrücken
der chinesischen Vordiruppen.
Paris. 15. April (WIB) Havas meldet aus Schanghai, das allgemeine Vorrücken der Rordtruppen bestätige sich In Schanghai sei die Lage trotz der Agitation, die unter den Arbeitern ort rieben werde, ruhig.
regierung zu den Vorgängen bi der ^ell,. die Ich als Außenminister in meuter letzten RcichS- tagsrede zum Ausdruck brachte, haben mit wenigen Ausnahmen hierin allgemeine Zustimmung gesunden. Viel schwerer ist cs. eine ^*£ereinftini- mung zu erzielen in bezug aus die Politik. die wir seit Locarno getrieben haben. Richt daß Locarno selbst als Tatsache und Grundlage der Politik umstritten wäre, wohl aber die Methoden, die zu Locarno und von Locarno zur Gegenwart führten. Mir 'chetnt vieles an dieser Kritik unberechtigt. weil fic die Zeiträume mit zu geringen Matzen mißt und weil man nicht verlangen kann, daß jede dveimonatlich« dufammenlunft der Außenminister der beteiligten Staaten große Ereignisse schasst. Wenn ich an die Eingangsworte anknüpsen darf, so darf ich darauf Hinweisen. daß ich wenige Tage nach meiner Ruck- febr von jener Denier Tagung, bei ber in Thviry die Gesamtlöiung der Fragen angefnebt wurde, d.c zwischen Frankreich und Deutschland stehe-, davor gewarnt habe. Rückschläge für ausgeschlossen zu hallen, und »s vielmehr als gerade in der Ratur der Politik liegend bin ft rille, daß jedem Dorwärtsschreiten auch ein Rückschlag folgen wird. Auch m dieser Politll wechselt die Sonne mit unfreundlichen Regenschauern und mit Sturm. Wir haben eine Form des Investigation«Protokoll« gehmben. die eine Verbesserung gegenüber früheren Beschlüssen des Völkerbundes ist. Die Militärkontrollkvmmission hat Berlin veriasten. Die letzten französischen Truppen werden dvn- nächst das Saargcbtet verlassen. Aber wir leben aus der anderen Seite ein ungerechtfertigtes Mißtrauen gegenüber der ruhigen Bevölkerung der Saar in ber Forderung eines, wenn auch nicht mllitärisch ausgezogenen VahnfchufeS, Wir sehen im Rheinland eine bewaffnete Macht, bie «ne völlige Anomalie darstellt zu der getarnten Situation in Europa. 3a, wir sehen bis heute ni<fct. daß die Erklärungen, die in einer seieri.chenRote der Briayungsmächte über die fühlbare Herab
setzung der Besatzung abgegeben wurden, bis zur Stunde durchgelührt wären.
In Deutschland .st der Dedanke der Verständigung und der Mitwirkung am europäischen Frieden Gemeingut aller oemunltigen Leut» geworden. Wan Darf aber dies» Einstellung nicht dadurch auf e ne zu starke Probe stellen, daß man dem Vertrauen Deutschlands in die Rot- wendigkeit der friedlichen Entwicklung das Mißtrauen und l 7-:ng dcr Furcht vor
Deutschland entgegrnftellt. d.e in den Tatsachen fe-.nerlei Berechtigung finden. Es wäre das beste für die Entwicklung bet Verhältnisse der Welt, wenn in den Rheinlandfragen die Initiative freiwillig von der anderen Seite ergriffen und durchgefuhrt würde ES ist nicht nur Deutschland, das rin Interesie am europäischen Frieden hat Jeder feiner Verantwortung bewußte Staatsmann. jedes Boll muß wissen, was neue Verwirrungen in Europa bedeuteten. Wan Hal Deutschland aufgerufen an der Fr.edenS«ich»rung nn tzu arbeit en. Damit läßt sich die Aufrechterhaltung der fremden Besatzung auf deutschem Boden nicht r er einen. De letzten Monate haben uns vor Zwifchensällen bewahrt. Aber niemand ist sicher davor, daß sie nicht eines Tages toiebet- fomrr.cn und Entwicklungen beeinflußen und hemmen. d.e von allen als segensreich empfunden werden, Entwicklungen nämlich, die in einem Zusanrrnenwirken bet europäischen Großmächte aut der Grundlage einer Derständigung zwischen Frankreich und Deurschland die alle, na» Garantie für die poitsche und wirtschaftliche 2Uif- critchung Europas geben, die ohne diese Grundlage nicht, erfolgen wird. So gering die militärischen Kräfte Deutschlands sind, so stark ist doch schließlich die Geltung des deutschen Volkes in feinet euror-äi'chen Griamthe l. Wir wollen sie einfetzen bür den Frieden, aber wir werden sie nur mit ihrer vollen Bedeutung e nletzen können. Wenn w.r Frieden und Frc.he.t von fremdem Druck endlich erreichen im eigenen Lande.
Die Ausersteyung vemschlünds
Bon Staatsmlnlster a D. Sa » mIsch.
Präsident des Rechnung»kwfes d-s Seuifiben Rrickes
Zu Ostern darf auch btt Politiker ßi» Sorgen htr Tagesarbeit zurücktrelen lassen. Da ür ha er die Pflicht gegenüber allen skeptischen vier re h- mitzischen Auffassungen über Deutsch and» Gegenwart und nächste Zukunft einen g unten Optimismus den Weg zu bereiten. Ungeachtet aller innen- und außenpolitischen Schwierig!.i«.en i.uß der Deutsche txm dem Willen zum Optlmts us erfüllt sein und aus ihm bie Straft zur zähen Weiterarbeit an dem Wiederau"! ei se r.e» Vaterlandes fchöpfen Aber ist für einen solchen vom Willen diktierten Optimismus auch die erkenntnismäßig» Unterlage zu finden? Ist der Glaube an d.e Auferstehung Deutf.? an's aus der Wlrllichkeit des GrichchciiS zu re t »iügen? Richt aus einem Augenbl'cksbilb unterer Ge- famtlaec läßt fidb die Antwort auf diese Frage gewinnen. Sie kann sich vielmehr einzig u d allem stützen auf bie Beobachtung von Ätäftra, die im Tiefsten und Innersten unteres V?l.'es tätig find und immer me!)r zur äuficren Wirku g gelangen. Richt fchlagwortartig sei ber T ^>us des deutschen Menschen umrissen. Au > tei das wertvolle unteres inneren Wcfens nicht In einen künstlichen Gegensatz zu den Ligenfchasten an e er Rationen gebracht. Letzteres fcdon um beJirl en nicht, well der Deutfch» immer mehr hinein.» t U wirb in die Verflechtung des Lebens aller Kul- turnationen und er den Willen baßen muß, den Maßstab für sich an den Maßen anderer Völker zu meften.
Wenn ein Politiker, betten lät gleit vorwiegend an die Sitzungssäle und Schreibstuben der Reichshauptstadt gebunden ist, zuweilen fern von den Akten mit dem wirklichen Leben unteres Volles in unmittelbare Fühlung tritt, fo wird ihm dies zum Erlebnis Gleich dem Antäos, der durch Berührung mit feiner Mutter Erd» seine Kräste erneuert sühlte, gewinnt er aus den tätigen Krästen des Volles eine Erneuerung und Steigerung ber eigenen Arbeitskraft und den festen Willen, Herr zu werden über alle Wiber- nisse und Sorgen der Tagesarbeit Worin beruht diele Äraftauelle? Allgemein läßt es sich ettoa so beulen. Wo wir den Deutschen tn -ielftr» t er Betätigung «Inden da sehen wir fein. Tun beherrscht von seelischen und geistigen Kräften' fie weilen ihm den Weg. regen ihn an au gesteigerten Leistungen und verheißen ihm in k rem Wirfungskreis Srfclg Die Zusammensührung von Erkenntnis und Handeln, von Wis» senschast und Prarts ist Parole Dazu tritt der vcrpslichtend» Gedanke, daß jeder Hin-e ne nicht allein sich und feinem Interesfenkre s gehört, sondern mit seinen Zielen sich dem Ganzen einzuordrien hat Sind das aber venolrNicht« Ideale? Sind »s nicht etwa nur Forderungen, bie gar nicht erfüllt werben? Hierzu nur einige anbeutenbe Hinweife
Ein sinnfälliges Beifpiri für die Hmleßung von Erkenntnis in Handeln tft die ziekstrebenbo Förderung der pfychischen und phyfifchen Gesundheit unseres Dolles durch die Begünstig! n«j her Leibesübungen mit den verschieben st en Mitteln. Don Auswüchsen abgesehen, bie aber auch im allgemeinen einer anderen Lobens- Iphäre angchören. ist die sportliche Betätigung, wie wir fic immer meßt auf den von den ösirnt- I.chen Körperschaften berritgestell!en Spielplätzen in den Freistunden und Feiertagen In höherem Maße als vor dem Kriege sehen können, eines der erfreulichsten Bilder unseres Dolkslebens. Denn erzieh! nicht der Sport zur Selbstüberwindung. zum Anspannen aller Kräfte, zur Beherrschung von Erfolg und Mißerfolg, zur Anerkennung feibftgewäßlter Gesetz» und zur Kameradschaftlichkeit. einer Grundlage unseres sozialen Leben«? Auch kann die vorfxragenbe Wirkung gegenüber Krankheiten, vorzeitigem Altern unb anderen ungünstigen Einflüssen noch dem Urteil unterer ersten Mediziner nicht hoch genug gewertet werden! Hervorgehoben seien in diefem ,J,u,amnienbang auch die Fortschritte der ärztlichen Wissenschaft friber, die wie die Essener Woche der Rotgemrinfchaft der Deutschen Wlflen- fchast gezeigt hat. nicht nur immer mehr in Me Tiese bringt, sondern in ihrer Wirkung auch tn die Breite geht.
Die eben erwähnte Rotgemeinschaft der Deutschen Disfenschaft. die soeben ihren fünften Bericht der Otffcntlt4)fci! übergeben hat. zeigt un« ganz allgemein, tote ziel- ftrebendc Zufammenfasfung aller verstreut wirkenden Kräfte unter großen Leitgedanken eben dem »inen fruchtbar werden kann: durch Belebung her wiffenlchaftlichev. Forschung mit öffentlichen Mitteln planmäßig aus ihr das herauszuholen, wo» für bie Praris bedeutsam ist Hier gilt es auch, manchen Vorsprung wieder einzuholen, den da« vielfach mit reichlicheren Mitteln arbeitende Ausland in den letzten Jahren, wo Deutfchiand bamtcberlag. hol erringen können. In der gleichen Richtung arbeiten die in der erfreulichsten Entwicklung begriffenen Institute der Kalfer- Wilhelm-Defellfchaft. Reine wissenschaftliche Forschung hat hier ihre Stätte: ihre Ergebnisse kommen, soweit sie prattisch auswertbar sind, zunächst der Industrie, immer mehr aber auch der Landwirtschaft zugute: zugleich wird hier auf geistige« Gebiete die fruchtbringende Verknüpfung internationaler Beziehungen gefördert.
Die viel haben wir aber gezab: auf Lern Gebiet ber technischen Auswertung wissenschaftlicher ForschmigSergebnisfe hervorragenden Fvr- I schem tn den letzten Jahren zu verdanken. Er-


