Ausgabe 
16.3.1927
 
Einzelbild herunterladen

tatvng des KultusetatS. RegierungSvertre- 1er erklärten u. a., Mr; das Ministerium >ur leit nicht in her L'age fc., eine andere Regelung des Lastenousgleich-ö bei den Schullasten herbei- zuführen. Die Frage Der Trennung von Kirche und Staat werde noch den Gegenstand späterer Verhandlungen bilden. Sn der allgemeinen Aus­sprache wurde von deutschnationaler Seite heftige xritit an der Tätigkeit des Kultusministers Dr. Lecker geübt, dem die Fähigkeit abgesprochen wurde, diesen Posten zu bekleiden. Die Aus' Ivrache wird am Mittwoch fortgefe.h,t.

OieInvalidenversicherung

' Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 16. März. In den Verhandlungen des Reichstages, die neben lern Plenum einhergehen, steht der große Komplexer Finanzfragen im Vor­dergrund. Bisher ist es noch nicht gelungen, die Re­gierungsparteien in diesen Dingen unter einen Hut ;u bringen. Das liegt einmal daran, daß jede Parte: die Taschen roller eigener Wünsche mitbringt, die natürlich alle Geld tosten, daß sie aber starke und stärkste Bedenken hat, sobald die anderen Wünsche Vorbringen.

Eine' besondere Rolle spielen bei diesen Finanz Verhandlungen in den Ausschüssen augenblicklich die Fragen, di'e mit der Invalidenversiche­rung Zusammenhängen. Sie sind akut yeworden. seit dem sich herausgestellt hat, daß die Einnahmen her Reichsveriorgungeanstalt für die Inoolidsnoer- sicherung nicht mehr ausreichen, um den bis­herigen Stand der Leistungen aufrecht zu erhalten. ' Raä; zuverlässigen Angaben ist deshalb eine E r - Höhung der Beiträge um 15 Prozent er­forderlich. Außerdem hatten mehrere Parteien noch meitergehende Leistungswünsche vor­gebracht. Das Reichsarbeitsministerium plant eine SOprojentige Steigerung der Altersbeiträge und die Erhöhung der Sätze für die Witwen von Invaliden über 65 Jahren. Das Zentrum will aber noch weiter­gehen und eine Erhöhung der Sätze für alle Ren­tenempfänger durchdrücken.

Sn Kreisen der wirtschaftlich interessierten Abgeordneten denkt man hierüber naturgemäß recht skeptisch. Und zwar deshalb, toeil einmal eine Erhöhung des Reichs Zuschusses erforderlich wäre, der auf 100 Millionen jährlich geschäht wird, ferner mühte aber auch eine weitere zehnprozentige Erhöhung der Beiträge eintreten, die sich also insgesamt auf 25 Prozent stellen würde. Außerdem weist man aber in diesen Kreisen darauf hin. daß die Snbali'Jen« Versicherung nur einen Aus'lchni'.: aus der großen Fülle von Forderungen darstellt, dir uns noch sehr viel Geld kosten werden, ohne daß man im Augenblick weiß, wo man es hernehmen soll. Es ist vielleicht ganz interessant, diese Probleme einmal nüchtern avfzuzählen. Da ist zunächst die Rotwendigleit einer Erhöhung beS Wohnungs' geldes für die Beamten, die bereits versprochen ist. ferner die seit zwei Sahren latente Beamten- besoldungsresorm, bann die Regelung der Li- guidationsschäden, die Aufwertung, die Anleihe­ablösung, deren Kosten beiläufig auf die Kleinig­keit von 120 Millionen geschäht werden, ferner die 5ürforfle für die Kriegsbeschädigten und schließlich sind auch gewisse Forderungen für Be­dürfnisse deS besetzten Gebietes zu erwähnen, die man auf etwa 60 Millionen veranschlagt. Man sieht also ohne weiteres, wie umfangreich und schwierig die Lösung der Finanzproblemc ist. Es ist deshalb auch natürlich, daß die Parteien noch nicht zu einer Einigung gekommen sind.

Mittelstandsftaqen im Reichstag

' Berlin, 16. März. (DDZ.) Auf her Tagesord­nung steht die Fortsetzung her zweiten Lesung des - Haushaltes des Neichswirtschaftsministeriums. Abg. - Diener (Du.) weift darauf hin, daß nach den Er- * gebniffen der letzten Berufszählungen die Zahl der , Selbständigen immer mehr zurückgehe. Er führt -das darauf zurück, daß die öffentliche Hand zu stark als Unternehmer in das Wirtschaftsleben ein-- greife. Dabei fei der Mittelstand das Element des jozialen Ausgleichs das man doch nicht zerstören dürfe. Schwer geschädigt werde da? kleine Gewerbe auch durch die Krebitnot. Der Redner fordert einen Staatssekretär für das Handwerk im Wirt­schaftsministerium. Da dies noch nicht durchzusetzen sei, begnügt sich der Redner mit dem gemeinsamen Antrag, der nur einen Ministerialdirektor verlangt. Die Schädigung der Geschäftsleute durch die Dec kaufsstände auf den Bahnhöfen müsse aufhören.

Abg. Deythin lD. Bp.) beantragt, den Rückzahlungsdienst für die Mittelstandskredite mit Rücksicht auf die Rotlage im mittelständischen Wirtschaftsleben hinauszuschieben und in dem gleichen Sinne auf die Länder einzuvirken. Der - gewerbliche Mittelstand habe auch heute noch seine Daseinsberechtigung. Durch die wiederkeh­rende Achtung vor dem Gesetz und durch die Währungssestigung habe er sogar wieder neuer. Boden gewonnen. Dringend nötig sei eine Saften- Verminderung für Handel, Handw-'rl und Gewerbe. Manche neue Wettbewerbsarten seien bedenklich. So die Konsumkrediikinanzierung. Größter Wert fei auf Hebung des Bar- Verkehrs zu legen. Der Zugabeunsug tu?r- d ene Betau Pfung. Be Aenderung Der Gewerbe-- rrhnur.q müsse verboten tverden der Hausierer- -mäßige Bert rieb von orientalische:'. Teppichen usw.

* bg Sommer (Ztr.) begründet feine Snter- 'M' die besonders auf die Konkurrenz der R< chsdr uckerei für das Buch, dru - -werbe hinweist Solche Eingriffe in die P-nra «wirtschaft müßten verboten werden. Die

* -"'Ti fragt:Sft die Reich-regierung i'ete'J lolrl- Be'riebsgrnndungen auf das urt- nedingt notwendige Maß zu beschränken und v?

-Li'n-.e auf die Länder einzuwirken Welche "f ngen haben die vom Reichsjustizminister um '.uqp'r it 'u Maßnahmen zur Einschränkung des w'rtschet :।di-n Wettbewerbs der Strafanstalten ehabt?"

9(Hg. Brüll ("Sem) fordert von der Sn' dustrie Aufhebung ihrer Werkware'Häuser von ar Eeie"geb"ng Berbot oes Zugabeunw-esen-, Redner bekämpft gleichfalls die Bahnhofs-

Rcichswirtschaftsmiilistcr Dr. Curtlvs

rJärt die Planwirtfuiajt fe> lein AUhe.sintttel. in Widerspruch in sich sei es. wenn man gleich

g Ar - t ehnerhahu g und Arbeitszeit- r.'irzunq obre auch Produkl onssteigerung ''er ngc. Frau Sender Soz.: Llfto find ä c g-g*n :.'de Lohnerhöhung? Davon, so er '-.Ht"ö.-r Mmistcr. habe ich nichts pefagt. Das 7.« r/isterium mach: seine Polt'.k auch nicht ab- hängig von der Stellungnahme der Snt.r>"äea- rrganifationen. Den Demokraten muß ich doch erwidern D'e 5°- * el -ert ag ol't ! Haber tr r

mit Ihnen zwölf Monate lang gemein­sam betrieben. Erst seit zwei Monaten hoben mir uns leider von der Demokratischen Partei trennen müssen, und in dieser Zeit ist da.- Wirtschaftsministerium ebenso aktiv gewesen wie vorher. Unsere Handelspolitik wird auch weiter­hin auf Herabsetzung der Industriezölle gerichtet fern. Wir müssen zunächst einmal eine gewisse Konsolidierung in den anderen Ländern und den Abschluß der Weltwirtschaflskonferenz ab« warten. Zur Frage der Subventionen er­klärt der Minister: Die Gesamtsumme der Dar­lehen beträgt 36,5, die der Garantien 119, die der Re.chsbürgschasten 369 Millionen einschließ­lich der Russengarantie. «Hör:! Hört!) Also ver­hältnismäßig viel gegenüber den Leistungen an­derer Länder. Für das Zündholz^eletz hätten die Demokraten selbst den Stein ins Rollen ge­bracht. Die Handwerksordnung sei ben Ländern zur Stellungnahme zugegangen. Sie werde im Laufe des Jahres Gesetzeskraft erlangen. Der Minister schließt mit dem Hinweis, daß durch die Rationalisierung die mittleren und kleineren Betriebe nicht erdrückt worden seien.

Abg. Loibl «Bayer. Dp.) beantragt, die Betriebe des Reichs und der öffentlichen Körper­schaften mit Ausnahme der gemeinnützigen Ter- sorgungsbetriebe auf das Mindestmaß zu be» schränken. Der Mittelstand sei es. der die Ar­beiter durch die Zeit der Arbeitslosigkeit hin­durchbringe. Die Steuern mühten ermäßigt wer­den. namentlich für die Landwirtschasl.

Sn der Einzelaussprache fordert Abg. S i - mon-Franken (Soz.) einen Gesetzentwurf, der die Unternehmer verpflichtet, dem Statistischen Reichsamt auf produktionsstatistische Fragen wahrheitsgemäße Auskunft zu geben.

Abg. Sinn (Z.i fotbert Steuerkontrolle für den Hausierhandel.

Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) fragt, mit welchen Summen sich die Privatindustrie auch am Reichskuratorium für Wirtschaftspolitik beteilige und wünscht eine rationelle Förderung der Haus­wirtschaft durch das Kuratorium.

Damit schließt die Aussprache. Es folgen die Ab­stimmungen. Das Gehalt des Ministers wird be­willigt, desgleichen bis auf einzelne zurückgestellte Titel der gesamte Haushalt. Auf Antrag des Aus- jchuffeL wird der Beitrag zur Hebung der Wirtschaft­lichkeit der gewerblichen und industriellen Produk­tion von 1,2 auf 2 Millionen, der für das Institut für Konjunkturforschung von 60 000 auf 100 000 Mk. erhöh«. Dreiviertel Millionen für Förderung des Außenhandels werden auf Vorschlag des Ausschusses g.-strichen. Dos Zündholzgeietz und verschiedene An­träge der Parteien werden den zuständigen Aüs- schüssen überwiesen.

Dis Rctttonatftierung der Kundschaft.

Die Aufgabe des LinzelhandetH.

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 16. März. Die gestrige Tagung des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit, das bekanntlich von der Wirtschaft als Zentralstelle für alle Bestrebungen zur Erhöhung des Wir­kungsgrades unserer Wirtschaft zusammen mit dem Reich geschaffen worden ist. ließ die Prak­tiker auf den verschiedenen Geoieten über die von ihnen gemachten Erfahrungen in der Ra­tionalisierung zu Worte lommen. Hierin lag gerade der Wert der Tagung, daß man von der grundsätzlichen Behandlung des Rationalisie­rungsproblems absah, und dadurch erreichte, daß durch die Besprechung der Rationalisierung in derPraxis sich die Voraussetzungen an die eine erfolgreiche Rationalisierung von nach­haltiger und dauerhafter Wirkung geknüpft sein muh. klarer herausstellten. Denn es wurden auch die Schwierigkeiten und Hemmungen erörtert. Allgemein trat die Ansicht zutage, daß mit einer Rationalisierung der Produktion, die in erster Linie auf E r s p a rn i s s e ausgeht, die Rationalisierung Der Kundschaft verbun­den sein muß. Unter Rationalisierung der Kund­schaft versteht man daS Streben, die Kundschaft mit dem vereinheitlichten und verein­fachten Erzeugnis zu befreunden und sich damit einen dauernden Absay zu schaffen. Sn diesem Zusammenhänge kam dem Vortrag des Ober­regierungsrates Tiburtius besondere Bedeu­tung zu, da er sich mit der Rationalisierung des Einzelhandels beschäftigte, der dem Ab­nehmer am nächst«', liegt. Gerade bem Einzel­handel kommt es zu, genormte Waren, so­weit sie sich als Verbesserungen Herausstellen, der Kundschaft zu empfehlen, und dadurch die Normungsbestrebungen der Sndustvie zu unter­stützen. Grenzen find allerdings auch hier durch die Individualität des deutschen Käufers gesetzt, der nicht in dem gleichen Maße zu Seriensabrikaten neigt, wie beispiels­weise der Amerikaner. Eine der Hauptaufgaben der Zukunft auf dem Gebiete der Rationalisierung ist her Dienst am Kunden.

Verständigung über das Arbeitszeitnotgesetz?

Xe Hin, 15. März. (Priv.-Tel.) Die Be- mühungen um Herbeiführung einer Verständi­gung unter den Regierungsparteien im Reich in der 5luge des, Aröeitszeftnotgesehcs scheuen nunmehr von Erfolg gekrönt zu fein. Die bis­her im § 11 Absatz 3 bet Verordnung vom Rovemder 1923 enthaltenen Bestimmungen über bic Mehrarbeit, die in der Regiernags- botlagc «ortgefallen sind, sollen nun in einer etwas anderen Form in den § 10 der Reg erungsvorlage übernommen werden. Auch in der Frage der Festsetzung des L o h n - Zuschlages für Mehrarbeit dürfte eine Formulierung gefunden werden, der sämtliche Koalftwnsparte-en Auftimmen werden Zu er­wähnen ist noch, daß sich nunmehr auch die d e u t s ch n a t i o n a l e n Arbeiter :n der Frage zum Wort melden, und zwar fordert der D. n: sch nationale Arbeilerbund in einer Ent- sch'.Rung eine Regelung derart, daß DL sogen, freiwillige Mehrarbeit n.cht mehr unter Zuhilfe­nahme to.rtscha'ftüchen Druckes erzwungen wer­den kann, w.e es jent in weitem Umfange ge- schchc. Auch die pflichtw: fe Festlegung einer Hoher" ezahlung der übet die 43 Stundenwoche h.nausgehende i Mehrarbe ft wird von- en deutsch- nationalen Q[tb<- tern verlangt, die insbesondere an die deutschactionale Parteileitung appellieren, indem sie daran erinnern, daß bic Deutsch- nationale Partei bei bet Regierungsbildung ihre Silage zur Schäftung dieses Gesetzes gegeben

Handwerksbetriebe der bieichsdahn.

Der oolksparteiliche Abgeordnete Dr. Riepoth hat folgende Anfrage :m Landtag cingedracht: Wie bekannt geworden iit betreibt dieReich - bahn in Friedberg unter Leitung des dortigen Betriebs- omtsvorstehers eine Weberei, in der Web waren hergestelll werden, die anders Dienststellen von der in Betracht kommenden Industrie beziehen. Die Vorbereitung der Wedketten erfolgt in der staatlichen Webfchule in Lauterbach. Es beharr keines Beweises, daß die Einrichtung eines Webereibettiebes nicht im Aufgabenkreis-der Reichsbahn liegt, und daß durch eine derartige Maßnahme bic einhei­mische Industrie und das einheimische Gewerbe ge­schädigt wird. Ist die Regierung bereit, ihren Einfluß bei der Reichsbahn geltend zu machen, damit der Webereibetrieb in. Friedberg eingestellt wird, insbesondere ist die Regierung bereit, die Leitung der aus staatlichen Mitteln unterhaltenen Web schule in Lauterbach anznwesien, die Anfertigung der Web­kotten für die Reichsbahn zu unterlassen?

Aus bem Finanzamts,chutz des Hessischen Landtags.

Dar m ft a b t, 15. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtugs nahm feine Beratungen des Staatsvoranschlags bei Kap. 18 (Landtag) wieder auf. Es wurden bei dieser Gelegenheit Wunsche her Presse nach einem Zimmer besprochen: man kam zu der Ueberzeugung, baß die Raumnot im Landtag, unter der auch die Bibliothek unb anderes leiben, nur durch einen Anbau beseitigt werden könnte, der aber gegenwärtig nicht durchzufüh- ren ist. Das Kapitel wurde angenommen. Zu Ka­pitel 19 (Staatspräsident) ha« Abg. Dr. Leuchtgens einen Antrag eingebracht, die Zahl der Veamtenstellsn zu vermindern, sowie die Registratur und bic Buchhaltung allmählich mit einer onberen Behörbe zu vereinigen. Dieser Antrag sowie ein weiterer Ersparungsantrag bes Abg. Kindt wurden ^bgelehnt und bann bas Kapitel gegen vier Stimmen angenommen. Zu Kapitel 20 (S H als- o e r l a g s f o n b s) hat Abg. Dr. Leuchtgens einen Antrag eingebracht, dieDarmstädter Zei­tung" als Einrichtung des Staates aufzu- heben unb die Einnahmen und Ausgaben dafür zu streichen. Dieser Antrag wurde gegen 4 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Storck unb Gen. die Ein­zelausgaben unter Titel 1 dieses Kapitels unter sich übertragbar zu machen, wurde ebenfalls abgelchnt: das Kapitel selbst wurde angenommen Bei Kav. 21 (Auswärtige und R e i ch s v e rh ä l t n i f s e usw.) wurden Mitteilungen gemacht über die Frage der-B esetzungdeshesslfchenGesandten P-o ft e n in Berlin. Der jetzige Gesandte, Herr von Biegeleben, wird demnächst in Urlaub gehen und bann in ben Ruhestand treten. Ihn wirb künftig der zweite Beamte der Gesandtschaft, Mini­sterialrat Dr. Eduard, vertreten. In besonderen Fallen soll ein kommissarischer Vertreter ober ein Minister in Berlin anmefenb sein. Die Neubesetzung bes Postens soll bis nach den Landtagswahlen im Herbst hinausgeschoben werden. Das Kapitel wurde einstimmig angenommen. Die Kapitel 18 bis 26 wurden ohne Debatte genehmigt.

Die Auseinandersetzung in der Kuomintang.

London, 15 März. (Wolfs.) Sm Gegen­satz zu anderen hier vorliegenden Meldungen will der Berichterstatter desDaily Expreß" in Schanghai wissen, daß die K o m m u n i st e n ge­genwärtig innerhalb der Kuomintang die Ober­hand gewonnen hätten und daß General Tschang- kaischek so gut toi*» unterlegen fei. Reuter meldet ferner aus Hankau: Die Zentral-Exe­kutive der republikanisch - revolutionären Partei, genannt Kuomintang, hat beschlossen, die bis­her von T s ch a n g ka i s ch e k beklebten Posten des Vorsitzenden des politischen Rctt's, des Hauptausschusses und des Militärischen Rates abzuschaffen und an ihre Stelle einen aus mehreren Mitgliedern bestehenden V o r st a n d zu sehen. Tschangkaischek wird einfaches Mitglied des Militärischen Rates. Erst die Zukunft wird zeigen, ob durch diese Veränderungen her Ein­fluß Tfchangkcülcheks vermindert worden ist.

Kleine politische Rachrichten.

Anläßlich des Ablebens des lettländikchen Staatspräsidenten T s ch a k st e hat der Herr Reichspräsident der Witwe des Verstor­benen in herzlichen Worten seine Teilnahme tele­graphisch übermittelt. Ebenso haben der Reichs­kanzler dem lettländischen Ministerpräsidenten und der Reichsminister des Aeußern dem lett­ländischen Minister des Auswärtigen telegra­phisch ihr Beileid ausgesprochen.

4

Sn der Dienstagsitzung des preußischen Staats- Ministeriums ist an Stelle des als Regierungs­präsident nach Kassel versetzten Polizeivizepräsi- denten Dr. Friedensburg der bisherige DegierungsdirAwr im Berliner Poli.;cipräs:dium Dr. Weiß zum Polizeivizcprästdcn.ca ernannt worden.

Der 18 Sabre alte einzige Soh n des Reichs­wehrministers Dr. G e ß s e r ist. nachdem er sich infolge Erkrankung auf dem Wege der Genesung befand, durch plötzliches Hinzutreten von Kon.vli- fcilioncn an Genick st arre erlranfi. Die Verschlimmerung machte eine Ueverjührung in das Augsburger Krankenhaus noi . endig. Der Reichswehrminister befindet sich in Augsburg.

Rach dem ofthziöfen BlattDe Burger" be­absichtig: die Regierung Südafrikas Ge­schäftsträger in verfichiedenen av.dtänM Yen Län­dern zu ernennen

21 us oller Welt

Die Erfahrungen mit bem Rotormotorschisf Barbara".

lieber bie Erfahrungen, bic seil der Erfindung des Rotormotors durch Flcttner cicinacht morb.n sind, sprach auf bem Deutschen Seeichisscchrtstag her Kapitän zur See Lohmann. Wir entnehmen seinem Dortrage bie nachfolgenden interessanten Ausführungen: Bei der Indienststellung des Fahr­zeuges Barbara im Sommer vorigen Jahres war man sich darüber klar, daß es noch lange Zeit dauern würde, bis cs mcg.'ich &ä:e, ein Urteil über den technischen unb wirtschaftlichen Wert des Rororen antriebes zu gewinnen. Inzwischen sind jedoch die Bedenken, die anfänglich von vielen eeiten wegen der zu verwendenden Kraft aufgetaucht sind, durch die praktischen Erfahrungen zerstreut morden Der

I Brennstoffverbrauch wird auf 1 Kilogramm pro I 3rur.de unb pro Rotor berechnet. Durch bie Rotor- urJage auf einem 10 000-Tonncnschiif würbe nach den bis jent mi: der Barbara gemachten Erfahrun­gen eine ^ufatzleistuna von 23000 P. S. bei mitt­lerer Windstärke erzielt werden können. Außerdem hat sich gezeigt, daß bic Aluminiumrotoren imstande lind, den schweren Stürmen, wie sic z. B. bei ben Fahrten in der Biskaya auftreten, durchaus Trotz zu bieten. Auch die Bedenken, daß durch Dinddruck veim An- unb Ablegen, beim An- unö Auslaufen icn Häfen Behinderungen entstehen könnten, sind durch die praktischen Erfahrungen zerstreut worden. Es ist auch möglich gewesen, die Geschwindigkeit der Schiffe mit Hilfe der Rotoren zu erhöhen. Bei un­günstigem Wind betrug die Geichwindigkeitserhöhung durchschnittlich zwei Ki.oten, bei günstiaem Winde so­gar 3,5.

Versicherung gegen Kegen.

Das Reichsauftichrsamt für Privalversiche- rung hat einem großen Berliner Vcrsicherungs- konzern die G.m.ehmigung zur Aufnahme der Regenversicherung erteilt. und diele Gesellschaft hat diesen neuartigen Ver­sicherungszweig bereits eröffnet Ein Beamter. Angestellter oder Geschäftsmann kann nunmehr die Kosten seiner Urlaubsreife gegen Regen vers chern lassen Tritt toäfrtÄ^ dos ilr- (aub3 Rogen ein. so hat er Ansprn.ch aut den versicherten Betrag. Die Prämie ist abhängig von den an den einzelnen Plätzen statistisch er­faßten Regenmengen. Sn gleicher Weise ist es möglich, daß sich ein Unternehmer, der fiir einen bestimmten Tag eine Veranstal­tung im Freien beabsichtigt, sich für dicrc Zeit gegen Regen versichern läßt. Aueh für eine ganze Saison, also mehrere Monate, kann sich ein tlntornehmen gejen Regen vorlichern lassen.

Lin großartiger 5unb.

Sn Köln herrschte große Aufregung in der Budengasse. 3m Ru war die Straße fo be­völkert, daß kein Fuhrwerk mehr durchkam und der Fußgängerverkehr bald gänzlich stöckle. AUeS scharte sich um eine besser gekleidete Same, die eine Brieftasche krampfhaft an sich preßte, die sie mit mehreren Hundert­tausend Mark Inhalt auf der Straß« gefunden hatte. Dios war aber von mehreren Perso­nen beobachtet worden, die sich um die Finderin herandrängten, um zu erfahren, wie hoch sich der Wert der Geldscheine stelle. Die Dame hatte die Brieftasche n ur halb geöffnet, und als ein dickes Bündel Kassenscheine zum Vor­schein kam, verbarg sie die Brieftasche unter ihrem Pelz. Die Neugierde der Umstehenden war groß, aber die Dame zu aufgeregt, die Summe zu zählen. Wie leicht konnte ihr da jemand das Geld eritreihen. Laut wurde die Frage er­örtert, wieviel Finder lohn d'.e Finderin gesetzlich beanspruchen könne. Mittlerweile schwoll die Zahl der Neugierigen immer mehr an und die Finderin konnte noch nicht verschwinden: sie war buchstäblich eingepreßt. Endlich näherte sich ein Polizeibeamter und es stellte sich heraus, daß der Inhalt der Brieftasch« auS Infla­tionsscheinen bestand, die ein W hbold in eine alte Brieftasche verpackte, auf die Straße geworfen hatte und aus dem Fenster feiner Wohnung neben feiner Gattin die Wirkung des Scherzes beobach e.e. Ein allgemeines Gelächter als die Dame mit vor Zorn gerötetem Gesicht den Schauplatz verließ.

Unwetter in Italien.

Mittel- unb Norbitasicn finb von heftigen Stürmen unb Gewittern heimgesucht worben. So finb in den Gebirgen bei Florenz heftige Gewitter mit Sturm unb Schneefällen niebergegangen. Die Straßen finb teilweise beschabiat, unb oer Verkehr durch große Schneemasfen oerhinbert. Der P o ist infolge andauernder starker Regenfälle wieder ge­stiegen unb an einigen Stellen bereits über bie Ufer getreten. Auch im nördlichen Apennin unb im Tal von Aosta ist roicber viel Neuschnee ge­fallen.

Der Luftverkehr SevillaBuenos Aires.

Wie aus Madrid berichtet w:rd, wird der Probefluz SevillaBuenvs-AiceS. der dem regel­mäßigen Flugverkehr vorangeht, von einem Zeppelin unter Führung Dr. Eckeners im Monat Juni versucht toecöen. Das lenkbare Luft­schiff wird bereits in Friedrichshafen gebaut.

Cin amerikanisches Theater eingeäschert.

Im Gayty-Varccte-^yeater in Brooklyn brach während der Vorstellung ein Brand auS. Eine Panik unter den 1200 Zuschauern konnte mit knapper Not dadurch verhindert werben, daß das Publikum durch die Notausgänge herauS- gesührt wurde. Das Th cater verbrannte voll­ständig.

IRach 22 Jahren verurteilt.

Das Potsdamer Scywurgerich: verurteilte den Sägewerlsbesitzer Lehmann auS Jüterbog wegen Meineides zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Lehmann, desftm Sägewerk im Jahre 1905 ab­brannte, und der von, der Versicherung 18400 Mark erhielt, hat im November vergangenen Jahres in einem ihm von der Versicherungs­gesellschaft zugelchobenen Eide beschworen. daS Sägewerk nicht in Brand gesteckt zu haben. Aus einem Briefe feines Kompagnons ging aber unzweideutig hervor, daß beide gemeinsam den Brand angelegt hatten. Da die Brand­stiftung inzwischen verjährt war. konnte Leh­mann nur wegen Meineids verurteilt werden.

wegen vatermorbes zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Das Schwurgericht in Kassel verurteilte einen Steinbrucharbeiter wegen Totschlags zu lebens­länglichem Zuchthaus und dauerndem VerluO der Ehrenrechte. Der Mörder hatte Linen Barer erschlagen, dann die Leiche zerstückelt unb in einem Steindruck) versteckt, wo sie erst nach Mo­naten gefunden wurde.

Unregelmäßigkeiten an der Charlottenburger Tech­nischen Hochschule.

Berliner Blätter wissen von Unregelmäßig­keiten bei der Studentenschaft der Technisc'en

I Hochschule m Eharlottrnburg zu berichten. Don einem noch nicht ermittel en Studenten so len von dem Kassenwart der Studentenschaft ous^e- stel te Blankoschecks gestohlen toorlen und bei der betreffenden Bank präsentiert wor­den sein. In der Angelegenheit ist ein Diszipli­narverfahren cmgcleitet und eine genaue Kafsen- revifion angefeyt worden.

Wcttcrvoraussagc.

Vorwiegend Hefter, nachts Temperaturen bis an den Gefrierpunkt unb darunter, trocken, mor­gens vielfach Nebel.

Gestrige TageStenrperaturen: Maximum TJ5. Minimum minuS 0.8 Grad EelfiuS. Heutige Morgentemperatur: minuS 2.7 Grad EelsiuS.

21115!

So

Glut SonnU Mten

" Trd feil'

N

01' ' lafinf

S'.llc Frau

®ctn Srüi

Herl Huu

Katz ' fels

2au gen) 2au

<?ünl Mr

Mil Detz! Sonnt folgenden tag. ötop

nachher n ror 9 Rhi

2ln O öonncri lag einsch vor dem 2 montag eir 23. Dezemb tag ttnschl Drihnacht« Mäfahck gebencn C nach dies Pnschraick A'stags an

Fahttu schtt wie jedoch darf nach den $ Tage nach unterbrvch« einzelner Schnellzug den Schalt

- T. vtadttheat« ftabt" (Sni Mission: 8 'bahnhossw - Mvüo - A wird uns vürdigstei tag im < .Gtöckch rung des äpielplan dürfte da daß in den des.Bela Denno Zj futter Op Lchulen. b Zweifellos Laban" DaKspiel { am 6am8: Heilung« aegengenon ' - De

morgen, ar