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Märtyrer der Liebe.

Roman von I. Schneider-Förstl.

1. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

So In Demut?" saate er ernst.Wenn du mir die Hand küßt, mutz ich das gleiche deinen Füßen tun!"

Nicht!" wehrte sie erschrocken.

J)eute nicht. In vierzehn Tagen, Elisabech, ich werde es nicht vergessen!"

Eine Autohupe bellte einen Heisern Ton in die Nachmittagsstille.

Verflucht", schalt Reichmann.Nun sind mir die Jungens wieder über den Wagen gekommen!"

Eine Minute später klang Kindergeheul von der Einfahrt her. Friedrich schien das Terrain gründlich zu säubern. Befriedigt nickte Reichmann und ließ einen Käfer, der sich auf Elisabeths Kleid gesetzt hatte, zu Boden torkeln.

Wo wollen wir uns trauen lassen? Und wann? Ich meine, an welchem Wochentage? Willst du ver­reisen, oder wollen wir unsere Flitterzeit in meinem Heim verbringen? Oder hier? Sprich, Elisabeth!"

Sie war ganz verwirrt durch die Menge und die Hast seiner Fragen. Das ging doch nicht, daß sie so Knall und Fall seine Frau wurde. Das hatte sie 'nicht in Rechnung gezogen. Sie hatte ja noch keine Aussteuer. Nichts, gar nichts. So konnte man doch nicht in die Ehe gehen. Wie sollte sie ihm das nur sagen? Ein Mann begriff manchmal so schwer. Und Georg war so rasch gekränkt. Stockend brachte sie ihre Bedenken vor.

Er wickelte gemächlich eine Locke, die ihr in die Stirne gefallen war, um seinen Mittelfinger und hörte geduldig, was sie sprach.

Aussteuer!" sagte er geringschätzig.Was brauchst du wohl? Ich habe ein Wohnzimmer und eines zum Schlafen wenn wir noch ein Bett hin­einstellen Platz hat es dann ist alles erledigt. Mein Empfangs- und Sprechzimmer zählen nicht. Wohn- und Schlafzimmer denke ich, genügt vor­läufig. Später machen wir uns dann breiter. Hat die gnädigste Baronesse irgend etwas daran auszu­setzen an dem, wie es ist? scherzte er.

Sie schwieg. Sie batte es ja gewußt, er begriff nicht. Das war alles sein Eigentum. Nicht das ihre.

Tin« Frau, die kam und nichts besaß als das, was sie am Leibe trug, war nicht oollwerttg. Es war ihr jedoch innerhalb vierzehn Tagen ganz unmöglich, soviel Barmittel zu beschaffen, um eine, wenn auch ganz bescheidene Aussteuer kaufen zu können.

,Lch schäme mich, gestand sie,wenn ich so mit leeren Händen zu dir kommen soll. Wie lang« wirst du fortbleiben?"

Ein Jahr", klang es kühl und ruhig.

Sie fröstelte dabei.

Im Verlaufe eines Jahres würde es mir viel­leicht möglich sein, meine . . ."

Ich begreife," unterbrach er sie und ließ ihre Hände los,du willst mit Mcmz _unb Pomp in irgendeine Villa draußen am Südgürtel Eisenbachs einziehen. Nicht in meine simple Doktorwohnung. Gut. Ueberlege dir noch einmal, was ich dir ge­sagt habe. Ich spreche dieser Tage wieder vor."

Erschrocken sah sie zu ihm auf, sah die tiefen Falten auf seiner Stirne, das Abweisende in seinen Augen, fühlte die Kühle, die von ihm ausströmte, ihre Hände griffen bittend nach den seinen.

Ich habe ja nur gemeint, Georg," sagte sie schüchtern.Es ist mir ja alles recht, wie du es für gut findest!"

Schön! Soll ich mit deinem Vater sprechen? Sprichst du mit ihm? Wir werden aufeinander­prallen, wie immer. Er wird dich nicht hergebcn wollen. Hat aber nichts zu sagen! Volljährig bist du ja!"

,Hch werde Vater selbst davon unterrichten, Georg! Ich glaube nicht, daß er etwas dagegen ein­zuwenden hat!"

Schweigend gingen sie miteinander den schatttgen Weg, der zum Herrenhause führte. Plötzlich schluchzte Elisabeth lautlos auf.

Was ist?" frug der Doktor verwundert.Hast du Angst vor deinem Vater? Ja? O, du dummes kleines Kücken! Oder nein! O, du armes Kücken, muß ich sagen. Fürchtest dich vor ihm und fürchtest dich vor mir! Er ein Riese und ich auch. Und du, Schmetterlingsseelchen, mitten drinnen. Hättest einen Liebsten gebraucht, der fein ist und zart wie du. Aber ein solcher könnte dich auch nicht tragen wie ich. Nun sei gescheit, mein kleines Häs­chen, und weine nicht mehr! Es wird sich schon alles regeln. Ich komme morgen wieder. Gib mir noch schnell einen Kuß! So, und noch einen! Ich danke dir!"

Der Motor von Reichmann in Gang gesetzt begann zu pusten. Der Doktor schloß hastig seinen hellen Staubmantel, übersah einen Knopf, riß ihn nochmals auf und knöpfte von neuem.

3um Teufel auch! Nichts als Knöpfe!" schatt er.

Elisabeth lächelte schmerzlich. Sie bat ihn, vor­sichtig zu fahren, sich nicht zu spät heimzubegeben und nicht bis morgen wachzubleiben und zu arbeiten.

Sonst noch etwas?" Er hatte die Hand schon am Rade. Einen warmen Blick tauchten seine Augen in die der Braut. Ein Lächeln lief über sein Gesicht, als er den sehnsüchtigen Ausdruck in Elisabeths Sternen gewahrte.In vierzehn Tagen, mein Häs­chen! Ja?" sagte er zärtlich leise.

Eine flammende Lohe rannte ihre Wangen hin­auf. Sie mußte die Hand aus der seinen ziehen, damit er nicht merkte, wie sie zitterte. Im nächsten Augenblick machte der Wagen einen kräftigen Ruck, Reichmanns Linke hob sich an die Mütze. Er wandte sich noch einmal mit einem kurzen Nicken Elisabech zu und verschwand dann in einer dicken, atem­beengenden Wolke von Denzingeruck).

Elisabeth stand mit hängenden Armen. Ihr war, als hätte jemand ihr ganzes Glück auf die Schulter genommen und sei damit weggelaufen. Leer die Welt, leer das Sein ohne ihn. Einen Menschen so zu lieben! Sie begriff, daß das Weib jedes Weib Vater und Mutter verließ, um dem Manne seiner Liebe zu folgen, gleichviel, wohin.

Wie eine blutgefüllte Schale glitt die Sonne hinter den Bäumen des Parkes hinab. Die mächtigen Tannen warfen einen riesenhaften Schatten über den kurzgeschnittenen Rasenplatz vor dem Herren­haus in Ludwigstal. Märchenstill lag das massive Gebäude und streckte seinen Stumpfturm in den Abendhimmel. Der ganze Bau entlud sich in die Breite. Die Höhe maß gut ein Stockwerk. Ein Teil der farblosen, regenverwaschenen Fensterläden war geschlossen. Einzelne davon hingen ganz besorgnis­erregend nur mehr am morschen Haken und blin­zelten mit halboffenen Lidern in das weiche Grün. Das Eigentümlichste am ganzen Ludwigstaler Herrenhause waren die blauen Fensterscheiben. Nicht weiß, wie sonst üblich, zogen sie unwillkürlich die Aufmerksamkeit jedes Besuchers auf sich. Das schwere, steingemauerte Portal, zu dem nur von links und rechts je sechs Stufen hinaufführten, zeigte die Jahreszahl 1418, und darüber einen Totenkopf, aus dessen leeren Augenhöhlen je vier Eichenzweige

in die Höhe strebten. Dor zwei Jahrhunderten hatte nämlich das Geschlecht der Frecherrn von Merken nur mehr auf zwei Augen gestanden. Dieser letzte Merken aber hatte vier Söhne und vier Töchter gezeugt, und der Stamm blühte reicher und Herr licher als zuvor. Mit dem jetzigen Träger erlosch das Geschlecht derer von Merken im Mannesstamm, sofern dieser nicht etwa noch eine neue Ehe einging. Seine erste Frau, Elisabeths Mutter, hatte ihm nur diese eine Tochter geschenkt. Weitere Kinder bekamen sie nicht. Dor zehn Jahren war diese nach nur kur­zem, kaum besorgniserregendem Krankenlager ver­schieden, ihrem Gatten bi'e damals etwa achtjährige Elisabeth als kostbarstes Vermächtnis hinterlassend.

Mit ihrem Scheiden verschwand das Glück vom Ludwigstaler Herrenhaus. Der Besitz zerbröckelte Eduard von Merken zwischen den Fingern. Er nannte kaum mehr das Bett, in dem er schlief, sein eigen.

Solange er in Glanz und Ueberfluß gelebt hatte, waren es der Freunde und Schmeichler gar viele ge­wesen, die sich um ihn gedrängt hatten. Sie trugen zumeist die Schuld, daß es so rasch mit ihm abwärts ging. Unaufhaltsam! Nicht ruckweise, nein, im Ga lopp. Erst als diese Sorte von Leuten ausblieb, sah Merken den Abgrund gähnen. Und dieser Abgrund war schauerlich. Er warf alles hinein, was ihm einigermaßen entbehrlich schiene Wälder und Wiesen, Jagdgründe und wogende. Getreidefelder, Renn- und Reitpferde, kostbare Gobeluls, welch« die Zimmer des Herrenhauses schmückten, wertvolle Kupferstiche, die ganze Bibliothek mit über zehn- tausend Bänden, Die seit Jahrhunderten der Stolz der Merken gewesen war und nun in die Hände von Liebhabern und Gelehrten wanderte. Die Rechen­bacher Glashütte war der letzte Wurf, mit dem er den Abgrund auszufüllen hoffte. Sie verschwand spurlos Darinnen. Nun hatte er nichts mehr! Nichts! Nur Elisabeth war ihm noch geblieben, und er sträubte sich mit Händen und Füßen, sie an Doktor Reichmann zu geben. Nicht, daß er eine andere Partie für sie im Auge gehabt hätte, dieser Reich­mann sollte nur eben warten, bis es ihm, dem Vater, paßte, die Tochter wegzugeben. Was verschlug es dem Doktor, wenn er noch fünf oder sechs Jahre wartete! Und die Liesl mit ihren zwanzig Jahren vertrug es auch das Warten. Er wollte die Tochter nicht lassen, er fühlte, was ihm mit ihr oer- lorenging. (Fortsetzung folgt.)

Vergebung.

Die Lieferung von 1200 Zentner Lpeise- lartoffcln (Industrie) soll vergeben werden.

.Kostenfreie Angebote sind bis zur Er­öffnungsstunde :

Dienstag, den 22. März 1927, vorm. 10 Uhr an die Direktion der Zellenstrafanstalt ein­zureichen und müssen die Aufschrift tragen: Kartoffellieferung".

Die Bedingungen können während der Ticnststunden im Geschäftszimmer des Oekonom eingesehen, auch gegen Erstattung der Auslagen bezogen werden.

Angebotsformulare können hier für 10 Pfennige pro Stück in Empfang ge­nommen werden.

Teillieferungen, nicht unter 40 Zentner, sind gestattet.

Butzbach, den 7. Februar 1927.

Die Direktion 1415V ________der Hess. Zellenstrafanstalt.________ Holzsubmission.

Die Gemeinde Mainzlar verkauft auf dem Wege schriftlichen Angebots nach­stehend angeführtes Holz.

Fichten-Ltammholz:

III. Klasse 15 Stück mit 19,79 fm

IV. 21 23,75

. Va- 77 53,38

Vb- 202 68,50

y Das Holz ist mit Rinde gemessen; An­gebote sind getrennt nach Klassen pro Fest-

v meter bis spätestens Freitag, den 18. d. M., bis nachmittags 4 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo an­schließend die Eröffnung der Angebote erfolgt. Mit der Einreichung unterwirft sich der Käufer den Verkaufsbedingungen, welche vor der Eröffnung bekannt gegeben werden. 1495V

Günstige Zahlungsbedingungen werden eingeräumt.

Mainzlar, den 12. Februar 1927.

________Pürgermeisterei. Vogel.________

Holzsnbmission.

Zu den bei der hessischen Staatsforst. Verwaltung üblichen Bedingungen kommen zur Submission:

Eichcn-Llammholz:

Los 1 2. Kl. 5 St. = 8, fm

2 3. Kl. 10 = 8,72

3 4. Kl. 14 -- 10,87

4 4. Kl. 42 = 31,-

5 5. Kl. 37 -- 19,35

6. ,, 38 = 11,41 Fichten'Ltammholz:

Los 6 2. Kl. 4 St. = 9,72 fm

o ua IO

5b 70 = 18,63 ,, Das Holz lagert in den Försterbezirken Schotten-Süd und Eichelsachsen. Schrift liche Angebote, getrennt nach Klassen und Losen werden erbeten bis Donnerstag, den 24. Februar 1927, vormittags 9 Uhr, mit der AufschriftNutzholzsubmission" auf unser Amtszimmer.

Schotten, den 14. Februar 1927.

_______Hess. Forstamt Schotten 1555V H o Izverste (gerungen im Rockenberger Markwald.

Freitag, den IS. nnd Montag, den 21. d. M., wird das fiskalisch« Losholz be­stehend in

349 rm Buchenscheiter

349 rm Buchenknüppel

349 rm Eichenknüppcl

1395 rm Buchenreisig

aus don Forstortcn Steinbügel, HommclS- hausen, Seegrund, Eisenzahl und Aue versteigert.

Zusammenkunft Freitag, den 18. um 9 Uhr am Waldeingang des Wohnbacher WegS; Montag, den 21. um 9.15 Uhr am Pflanzgarten.

Friedberg, 12. Februar 1927.

Hess. Forstamt Friedberg:

I. B.: Dr. Zimmer. 1543V

SeiWjWg Mr. öoljfnöiiiifiioii

Der Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. v. Lda. am Freitag, dem 18. Fe­bruar. vorm. 10 Ahr. Es muß heißen: Schnittholz: Eiche 2.Kl. 1 Ct.mit0 85fm. Schnittholz: Buche 1. Kl. 2 6t. 2,17 fm, 2. Kl 15 6t. 16,95 fm, 3. Kl. 25 6t. mit 21,19 fm, 4. Kl. 6 6t. 3 90 fm.

Bauholz: Eiche 3. Kl. 5 6t. 5,89 fm, 4. Kl. 4 6t. 2,90 fm, 5. Kl. 2 St. 0,64 fm, 6. Kl. 2 St. 0,63 fm.

Hess, Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda.

Rein. 1574V

Holzsubmission.

Aus den Waldungen der Gemeinde Dau- bringen soll folgendes Holz auf dem Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden: Fichtenstämme 3. Kl. 4 St. = 5,69 fm 4. 6 = 5,54

5a 46 = 24,40

5b 138 = 32,61

Angebote sind pro Festmeter nach Klassen getrennt, bis zum SamStag, dem 19. Februar 1927, nachmittags 4 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzurei­chen, woselbst die Berkaufsbebingungen offen liegen.

Daubrmgcn, den 12. Februar 1927.

Hess. Bürgermeisterei: ______________Preis._________1550V Nützholzversjeigerung

Donnerstag, den 17. d. M., nach Zu­sammenkunft um 10 Uhr am Waldeingang an der Kreiostraße MainzlarTreis a. d. Lda., soll im Gemcindewald Mainzlar fol­gendes Holz öffentlich versteigert werden. Eichenstämme 2. Kl. 6 St. mit 6,98 fm 3. 7 6,14

4. 2 ,, 1,05

Eichen-Nutzscheiter 9 rm, reifes Küferholz Fichtenstämme 2. Kl. 3 St. mit 3,23 fm (Schnittholz)

Fichten-Derbst. 1. 157 25,52

2. 125 7,79

Fichten-Reisst. 133 4,12

Kiefernstämme 3. 1 0,96

4. 9 4,75

5. 12 4,57

Kiefern-Nutzscheit, rund, 3 m lang, 15 rm. Günstige Zahlungsbedingungen. 1494 D Mainzlar, den 13. Februar 1927.

Hessische Bürgermeisterei. Bogel.

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Am 25. Februar 1927, vormittags 9 Uhr, werden in Rodheim, Gastwirtschaft Bech­told, die der Gewerkschaft Königgrätz in Burg Hohlenfels, Post Zollhaus, Nassau, gehörigen Grundstücke:

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