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Satzung aufzwingt nach deinem Denken, deinem Handeln ost genug wider tiefere Erkenntnis- tenben Kompromiß auferleat. Nichts ist natür­licher, als dah der Mensch Gemeinschaft suche, nichts edler, als dah er Gemeinschaftbilde". Sich frei, von innen her verpflichtet fühlen, ist schöne Aeuherung menschlichen Seins, erhöht die wirkenden Kräfte im eigenen Ich, bereitet vor für die wachsenden Aufgaben wachsender Gemeinschaft.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

H Lollar, 15. Febr. Größere älfer­befest igungSarbeiten läßt zur Zeit die Gemeinde Staufenberg am linken Lahn­ufer zwischen Ruttershausen und Odenhausen aus­führen. Dort, wo die Lahn rechtsseitig bis dicht an die Straße Ruttershausen --O d en - Hausen herantritt, haben die hochgehenden Wassermassen an der Innenseite der Biegung deS Flußbettes alljährlich mehr und mehr Boden weggespült und von den Wiesen Stucke guten Landes herauSgerissen. Diesem Trüben der Wasserkräfte versucht man nun dadurch Einhalt zu gebieten, daß zunächst längere Eichenpfosten in den Boden eingetrieben und untereinander mit Flechtwert verbunden werden. Hierauf wird ein schräg nach dem Gelände ansteigender Damm aus BruchlDasalt-ssteinen aufgesetzt, so dah dem Wasser eine glatte, aber auch widerstandsfähige Fläche entgegentritt. Die hierzu benötigten be­deutenden Steinmengen werden aus dem an der Straße RuttershausenOdenhausen, der Arbeits­stelle gegenüber, liegenden Steinbruch der Gemeinde Ruttershausen gewonnen, mittels Rollwagens auf Feldbahngleis über die Straße bis an das rechre Ufer befördert und von da auf einem eigen! für diesen Zweck er­bauten Floß quer durch den Fluß an die Arbeits- stelle auf der linken Flußfeite herangebracht. In Verfolg einer Anregung des Veteranen- und Kric- geroercins hat die Sangervereinigung Lollar für dieses Jahr ihre gesangliche Mitwir­kung bei der G e fa l l e n e n . G e d e n k f e i e r am Denkmal zu Kirchbera anläßlich des Volks- trauertages gugejagt. Weiter hat auch die i Freiwillige Feuerwehr ihre Kapelle J für diese Feier zur Verfügung gestellt. Man dar, | diese Beschlüsse mit Anerkennung für die Vereine j und mit Genugtuung für den Veteranen- und Krie- | geruerein verzeichnen. Hoffentlich folgen auch die anderen Vereine noch nach.

> Lollar, 15. Febr. Hier sprach im Auftrage des Landesamts für das Bildungswefen Fraulein Lehne aus Mainz vor der wrtbildungsschulpflich- tigeu Jugend über:Zwei Feinde der Iugnd", Alkohol und Nikotin". Am nächsten Sonntag soll hier im Gasthaus ,Lur Linde" eine öffentliche Pestalozzi-Gedenkfeier stattsinden, bei welcher außer einem Dortraa über Pestalozzi, musi- iatischen und gesanglichen Darbietungen auch ein Festspiel, das eine Episode aus dem berühmten Roman dieses großen PädagogenLienhard und Gertrud" behandelt, zur Aufführung kommen soll.

I Treis a. d. Lda., 15. Febr. Zum Nach­folger des als Fortbildungsschullehrer nach Lollar versetzten Lehrers Eberle ist Schulverwalter Diehl aus Blofeld in der Wetterau ernannt worden.

* Großen-Buseck, 16. Febr. Der hiesige Landwirtschaftliche Konsumverein G. m. b. H. kann auf Grund guten Geschäftsganges im Jahre 1926 seinen Mitgliedern 10 Prozent Dividende zukommen lassen. Die Vergütung wird in Waren gewährt, die sofort bezogen werden können. Der Verein ist bereits seit 47 Jahren hier tätig.

: Beuern, 15. Febr. Am Sonntagabend hielt der Gesan averein »L i c d e r k r a n z" in seinem Lokal3um Holländischen Hof" fein diesjähriges Winterfest ab. Der Verein unter Leitung seines bewährten Dirigenten K. S o m - m er lad steht, dank der Hingabe, mit der Sommerlad sein Dirigentenamt nun schon seit Bestehen des Vereins (seit 1904) versieht, auf hoher gesanglicher Stufe. Die vorgetragenen Chöre bezeugten dies zur Genüge. Einige flott gespielte Theaterstücke und darauffolgender Tanz hielten die Teilnehmer lange zusammen.

v is. Steinbach, 14. Februar. Unsere G e - meindejagd, die seither der Gemeinde jährlich 800 Mark einbrachte, erreichte bei der Neuverpach­tung einen Preis von 1825 Mark. Pächter ist Architekt Nicolaus, Gießen.

Reiskirchen, 15. Febr. Am Sonntag wurde in unserer Kirche der O b e r l i n f i l m Sprechende Hände" vorgesührt. Dieser Film gibt einen guten Einblick in das Taubstumm­blindenheim Rowawes bei Potsdam. Der Film rollte am Rachmittag für die Kinder und am Abend für die Erwachsenen. Beide Vorführungen ergeben den schönen Betrag von 105,50 Mk.

t Geilshausen, 15. Febr. Der Land­jugendbund des Bezirks Grünberg ver anftullete am Sonntag hier seine Hauptver­sammlung, der sich gesellige Darbietungen in reicher Abwechslung an schlossen. Nach der Begrüßung der Gäste durch den hiesigen Vorsitzenden Wilhelm Seipp wurden der Jahresbericht und die Rech­nungsablage erstattet, die einen günstigen Stand auswiesen. Bei der Vorstandswahl wurde Bing- mann, Weickartshain zum 2.Vorsitzenden, Hoff­man n, Geilshausen, zum Schriftführer neugewählt. Anschließend hielt Oberst a. D. Kl ein Hans, Gießen, einen instruktiven Vortrag über Sports rooen, sodann sprach Der Bundesvorsitzende Schmidt, Steinheim, über das verflossene Arbeit-tzahr des Bundes und andere Organisationsangelegenbeiten. Den Abschluß der Nachmittagsveranstaltung bildete ein Konzert. Am Abend bei der geselligen Feier hielt der Bundesoorsitzende Schmidt, Steinheim eine Ansprache über die Ziele des hessi scheu Landjugendbundes, die eine recht beifällige Aufnahme fand. Die Aufführung des Trauerspiels Schlageters Heldentod", gesangliche und musikalische Darbietungen und anschließend Tanz füllten den Rest des Abends aus.

t ® v ü n b c r g, 15. Febr. Der hiesige Fuß- dal l v e r e i n. der jetzt 48 Mitglieder zählt, hielt dieser Tage seine IahreShauptversamm- l u n g ab. Aus dem Bericht des Vorsitzenden H Schmidt ginghervor, daß die erste Mannschaft 12. die zweit« Mannschaft 15 Spiele ausgetragen hat. Der Rechnungsvericht befriedigte allgemein, da die Kasse über einen guten Bestand versüßt. Der bisherige Vorstand wurde durch Zuruf tote- dergewählt. In der Aussprache beschäfigte man sich vor allem mit der S p o r t p l a h f r a a e. Schon vor Monaten ist der Verein bei der Dur- aerineistcrei um eine Erweite rung des Sportplatzes eingekommen; er erklärte sich bereit, den .Platz selbst zu erweitern, damit k:i°

nerlei Kosten entstehen sollten. Der Demeinderat nahm den Vorschlag wohlwollend auf, jedoch ist bis heut« nichts geschehen, es sind dagegen von hervorragender Seite Aeuherungen bekannt geworden, die der Verein als nicht günstig für das Sportplatzprojekt ansieht. Man erwartet, daß trotzdem die Angelegenheit eine befriedigende Lö­sung findet. Der seit 93 Iahren hier be- stehende Männergesangverein gab am Sonntagabend ein sehr gut besuchtes und glän­zend verlaufenes Konzert. Die Leistungen der Sänger unter dem neuen Dirigenten, Lehrer Gengnagel, standen auf hoher künstlerischer Stufe und fanden allgemein lebhaften Beifall. Frl. Böhm-Laubach bereicherte die wertvollen Darbietungen des Abends durch einige ausge­zeichnete Liedervorträge, die ebenfalls starken Beifall auslösten.

Kreis Fricvbcrg

spw. Friedberg, 15. Febr. In der am Sonntag hier abgehaltenen Bezirksvortur- n erstünde des 5. Bezirks im Turngau Hessen wurde beschlossen, das diesjährige B e z i r k s - Ge­räteturnen des 5. Bezirks am 6. März in

Langgöns zu veranstalten.

Bad-Nauheim, 15. Febr. In der heu­tigen Sitzung der Stadtverordneten wurde die städtische Rechnung für 1924, die in der vor­letzten Sitzung nochmals an den Finanzausschuß zuruckverw'.esen worden war. genehmigt. In der Aussprache wurde zum Ausdruck gebracht, daß der Bürgermeister in Zukunft den Stadtverord» neten über die Steuereingänge von Zeit zu Zeit Mitteilung machen möge, damit bei stackem Steuereingang etwaige Steueverleichterungen ein­treten könnten. Die Straßenwalzarbei­ten, die auch in diesem Frühjahr wieder in einigen Straßen vor genommen werden sollen, wurden der Firma O h l in Limburg übertragen. Aus dem neuen Friedhof soll ein weiterer Platz für die Ausstellung von Aschenurnen hergerichiet werden. Den Hauptpunkt der Tages­ordnung bildete die Frage beä Kleinwoh - nungsdaues. Es galt, die allgemeinen Dar­lehensbedingungen festzulegen. Ein An­trag der sozialdemokratischen Stadtverordneten- sraltion hatte kürzlich allgemeine Richtlinien aus­gestellt, ein Abänderungsantrag der Wirtschafts- Partei regte einige Ergänzungen und Abänderun­gen an. Bon der vorigen Stadtverordiretensitzung wurde die AngelegenhÄt nochmals an den Bau- ausschuh zuruckgewiesen, dessen Bestimmungen über die Gewährung von Baudarlehen nun die Genehmigung der Versammlung fanden. Die neuen Bestimmungen sagen u. a., daß als ordent­liche Baudarlehen für eine ordnungsgemäße Fa­milienwohnung mit Zubehör 7000 Mk. bewilligt werden können.. Die Verzinsung beträgt 2 v. H., bie Tilgung 1 v. H., zuzüglich ersparter Zinsen. Die Wohnungen sollen in der Regel nicht weniger als 80 Quadratmeter Wohnraum haben. Reben den ordentlichen Baudarlehen kann ein außer­ordentliches gewährt werden, das mit 8,5 v. H. zu verzinsen und mit 1,5 v. H. zuzüglich ersparter Zinsen zu tilgen ift Das ordentliche und das außerordentliche Baudarlehen dürfen zusammen 60 v. H. der Bausumme nicht überschreiten. Bei der Bauausführung find tunlichst einheimische Handwerker und Geschäftsleute zu berücksichtigem Für den Fall, daß eine Vergebung an Auswär­tige in Frage kommen sollte, ist die Sntschei- bu.ig des Bauausschusses einzuholen. Besonders reichlich sind die 'Bestimmungen, die sich mit dem Erbbaurecht beschäftigen. Es heißt da: .Wird ein Gebäude im Erbbaurecht auf städtischem Ge­lände errichtet, so kann die Deleihungsgrenze bis 80 v. H. vorgerückt werden und die Auszahlung der Darlehensbeträge erfolgt unmittelbar an die Bauhandwerker und Geschäftsleute, denen der Bauherr die Lieferung übertragen hat, nach An­weisung des Bauherrn Auf Wunsch der In Erb­baurecht Bauenden können die Pläne- und Kosten­berechnungen nebst der Bauausführung durch das Städtische Hochbauamt gegen Erstattung der ent­sprechenden Gebühren übernommen werden. Die Gebühren sollen die Selbstkosten nicht übersteigen. Die Arbeiten sind in diesem Falle öffentlich nach dem .städtischen Derdingungsverfahren auszu­schreiben. lieber den Zuschlag verfugt der Bau­herr." Sin Antrag der sozialdemokratischen Irak- tion, die Mieten in den mit städtischen Bau- beihilsedarlehen errichteten Häusern im Einver­nehmen mit einer städtischen Prüfungsstelle zu errechnen, wurde abgelehnt. In der nichtöffent­lichen Sitzung wurden Baubeihilsedar- leben in fünf Fällen bewilligt, außerdem wurde ein Geländeerwerb gutgeheißen.

WSR. B a o - R au h e im, 15. Febr. Zu dem Erwerb des bekannten Hotels3 m fre­i' i a l" durch Öen Landesverband Hessen und

Hessen-Rassau des Hauptverbandes der deut­schen Krankenkassen erfahren wir weiter, daß das Hotel bei seiner Umwandlung in ein Ge­nesungsheim eine wesentliche Erwei­terung erfahren soll. Die Dettenzahl (bisher 60) soll auf 90 bis 100 erhöht werden. Das Er­holungsheim soll hauptsächlich zur Ausnahme Herz- und rheumatismuskranker Kassenmttglieder, sowie sonstiger mit nervösen Beschwerden behaf­teter Personen dienen.

C Gambach, 15. Febr. Die vor l1, t Iah­ren hier gegründete Ortsgruppe des Land­jugendbundes veranstaltete am Samstag eine gut besuchte Gründungsfeier. Rach dem Dor rag einiger vaterländischer Gedichte kamen zwei vaterländische Theaterstücke zur Auf­führung, deren Darstellung reichen Beifall sand. Den musikalischen Teil bestcktt der Posaunen» ch o r. Es war in allen Teilen eine wohlgelungene Veranstaltung, die allgemein gut gefallen hat. Der ReitervereinWettertal" unter Leitung von Philipp Weisel- Eberstadt unter­nahm am Sonntagnachmittag einen Uebungs- r i 11. In den Wiesen bei unserem Orte wurde ein Schaureiten veranstaltet, zu dem sich eine große Zuschauermenge einfand. Rach Be­endigung der interessanten Vorführungen ging der Ritt weiter über Holzheim und Dors-Güll. Es ist beabsichtigt, auch in unserem Orte einen Reiterverein zu gründen, für den sich zahl­reiche junge Leute sehr interessieren.

am. Staden, 15. Febr. Wie schon berichtet, wurde unser bisheriger Bürgermeister Chri­stian Saud) ohne Gegenkandidaten und mit­hin ohne Wahlgang für eine zweite Wahl­periode zum Bürgermeister unserer Demeindc berufen Aus diesem Anlaß wurde dem Ortsoberhaupt am Samstagabend von der Einwohnerschaft eine eindrucksvolle Ehrung be­reitet, bei der in einer Ansprache das volle Ver­

trauen zu dem Bürgermeister zum Ausdruck kam. Der Gefeierte dankte und forderte zum einigen Zusammenwirken aller Kräfte im Interesse der Gemeinde und des Vaterlandes aus. Anschlie­ßend folgten die Männer einer Einladung deS

Bürgermeisters, der in allen Wirtschaften un­seres Ortes Freibier verabreichen ließ. Die Frauen wurden von dem Bürgermeister zu einem Teeabend auf den heutigen Dienstag geladen.

Kreis Büdingen.

]:[ Ribda, 15. Febr. Die hiesige Orts- gruppe (Realschule) des Vereins für das Deutschtum im Auslande beging am Sonntagnachmittag ihre diesjährige 2. D. A. Feier. Welch großes Interesse dem Verein hier entgegengebracht wird, zeigte sich in dem überaus zahlreichen Besuch der Veranstaltung. Musikalische und dichtecksche Vorträge de-Schüler wechselten in gut gewählter Weise. Alle gaben ihr Bestes. Der Vorsitzende der hiesigen, Orts­gruppe, Etudienrat Braunewell, etläJter'.e die Ziele des Vereins, nämlich den Schuh des Deutschtums außerhalb der Reichsgrenzen und Stärkung der großdeutschen Idee, unter Aus- chaltung jeder Packeipolitik. In packenden Wor­ten schilderte et die Rot unserer deutschen Brüder in Tirol und Polen. Den Schluß der Feier bildete ein von 6 Schülern und Schülecknnen flott gespieltes Theaterstückchen.

# Fauerbach b. Nidda, 15. Febr. Am Sonntag feierte unser Mönnergesangvek« einEintracht" sein 40jähriges Jubi­läum. Nach gemeinsamem Kirchgang wurde im Saale von H. Edelmann ein Theaterabend oeran- taltet. in dessen Mittelpunkt ein ernstes Stück in vier Aufzügen und ein heiteres Stück standen. Einige gut uorqetragene Chöre oerf (frönten die Jubelfeier. Der Gesangverein zählt 40 Sänger, er wird von unserem Lehrer H ö l z i n g e r geleitet.

f. Ranstadt, 15. Febr. Um der Woh­nungsnot in unserem Orte zu steuern, beschloß der Gemeinderat, ein ViersamilienhauS zu bauen. Mit denSauarbeiten soll noch in diesem Iahte begonnen werden. Durch die vorübergehende Arbeitsbeschränkung im Sägewerk Himmelsbach in Ridda sind auch einige Arbeiter aus unserem Docke erwerbS- l o s geworden. Zum Glück sind die großen Ba- saltbrüche bei Ortenberg und Bellmuth, sowie daS Eisenweck in Hirzenhain, wo hiesige Einwohner in Arbeit stehen, gut beschäftigt, so daß die Ar- beits- und Verdienstlofigkeit sich nicht allzu stark geltend macht. Die Grippe hat auch in unserem Orte ziemliche Verbreitung angenom­men. Bis jetzt ist die Krankheit aber gutartig verlaufen. Die Maul- und Klauen­seuche ist hier jetzt völlig erloschen. Zum Glück ist die Seuche noch glimpflich getoefen.

g. Ober-Mockstadt. 15. Febr. Am Sonn­tag abend hielt der hiesige Kirchengesang- verein seinen Fainilienabend, der durch die Milwirlung des hiesigen Posaunenchvrs verschönt wurde. Der erste Teil des Programms war dem Andenken Beethovens gewidmet, des­sen 100jährigen Todestag die musikalische Welt im nächsten Monat feiert. Demgemäß war das Programm ausgestellt, das in schönster Weise durchgesührt wurde. Pfarrer Dock, der den Verein seit drei Iahren leitet und ihn in seinen Leistungen schon bedeutend gehoben hat, gedachte in seiner Ansprache des im nächsten Iahre be­vorstehenden 40jährigen Bestehens des Vereins. Für 25jährige treue Mitgliedschaft erhielt Frau Wilhelmine W a 11 h e r die übliche Ehrenurkunde. Ein Lustspiel, von Mädchen des Vereins recht flott gespielt, wurde mit großem Beifall aus­genommen. Auch einige Gedichte in oberhessischer Mundart halfen den Abend verschönern.

Kreis Schotten.

# Ulfa, 15. Febr. Nachdem die Kraft« wagenlinieNldda-Ulfo schon einige Wo­chen den Verkehr ausgenommen hat, ist nun von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. die Genehmigung erteilt worden unter der Bedingung, daß Stationen der Bahnstrecke Gießen Gelnhausen und NiddaSchotten von den Fahrten nicht berührt werden dürfen.

)( Ruppertsburg, 16 Febr. Bei der erstenGemeindeholzversteigerungin diesem Winter, die am Freitag abgehalten wurde, waren die Preise etwas höher als die bei der Gräflichen zu Anfang der Woche. Die Preise be­trugen für Buchenscheit 10 bis 11 Mk., für Duchen- fnüfrfrcl 7 bis 9 Mk. pro Raummeter. Die vor 2 Iahren gegründete freiwillige Feuer­wehr hat sich recht gut entwickelt. Unter Vorsitz ihres 1. Kommandanten Wilhelm Port hielt sie jetzt ihre Generalversammlung ab. Dem Jahres­bericht war zu entnehmen, daß sie zur Zeit 73 aktive und 66 passive Mitglieder zahlt. Die Wehr ist eifrig bemüht, ihre Geräte im besten Stande zu erhalten. So wurden im letzten Iahre die bewährten Storzluppelungen angeschafft. Die Anschaffung neuer Schläuche soll im neuen Iahre erfolgen.

Kreis Alsfeld.

ft. Flensungen, 15. Febr. Der Krieger« v er ein veranstaltete dieser Tage einen sehr gut besuchten Lichtbildervortrag, xu dem sich auch zahlreiche Kameraden aus Ilsdorf und Stock­hausen, sowie der Gesangverein Stockhau- s e n eingesunden hatten. Der Lichtbildervortrag zeigte zunächst Ausschnitte aus der Sommeschlacht: der Gesangverein Stockhausen umrahmte den Vor­trag durch einige oassende Chöre. 3m Rahmen einer Gefallenenehrung wurden bann noch zahl­reiche Bilder von den verschiedensten Kriegssä-au- plätzen gezeigt. Der verdienstvolle Redner des Abends war Herr Hahn von Lehnheim.

Ober-Ob men, 15. Scbt. In der jüng­sten GemeinderatSsihung wurde die Anpflan­zung einer bedeutenden Fläche Gemeinde­landes mit Kirschbäumen beschlossen. Die Anpflanzung soll noch in diesem Frühjahr statt- finden. Der anerkennenswerte Beschluß findet bei der Einwohnerschaft lebhaften Anklang.

ck. Wettsaasen. 15. Febr. Die G rippe verbreitet sich in unserem Dorfe immer mehr. Zum Glück nimmt die Krankheit bis jetzt überall einen gutartigen Verlaus. Die H o l z h a u er­arbeiten sind in der hiesigen Gegend jetzt allgemein beendet. Infolgedessen nimmt die Zahl der Erwerbslosen wieder zu, da auch die benachbarten Brauneisensteingruben infolge ein­geschränkter Betriebsführung noch nicht alle Ar­beitskräfte ausnehmen können.

t Atzenhain, 15. Febr. Die hiesige Ge­rne in d ejagd, die bisher 500 Mk. Iahrespacht brachte, wurde jetzt für insgesamt 599 Mk neu verpachtet. Pächter sind für den ersten Teil die Lehrer Kaufmann und ch a ch, für den zweiten Teil Ludwig Pfeifer aus Duetfborn; der erste Teil kostet 200, der zweite 399 Mk.

Kreis Lanterbach.

* Lauterbach, 15. Febr Die diesjährige Hauptversammlung deS Landwirt­schaftlichen Bezirksvcreins sand am

Samstag hi« statt. Der Vorsitzende deS Ver­eins, KreiSdirektor Dr. M i ch e l, leitete die Versammlung. Die Rechnung für 1926 gab au Anständen keinen Anlaß, dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der Vorsitzende begründet hierauf in längeren Ausführungen den in dem Voranschlag für 1927 eingesetzten Gehalt eines Obstbautechnikers. Die von dem Verein angelegte Baumschule in Schadges hat in den letzten Iahren schöne Erfolge gehabt, die Schule in Ober-Moos versfrckcht ebenfalls günstige Re­sultate, in Schlitz wird eine weitere Schule an­gelegt werden, sobald baS hierfür erforderliche Gelände bei der jetzt im Gange befindlichen Feld­bereinigung ausaeschieden fein wird. Die aus der Scbadgeser Schule stammenden Bäume seien sehr gesucht, es hätten sogar schon auswärtige Händ­ler welche beziehen wollen. Der für den Obst­bautechniker ausgeworfene Gehalt solle aus dem Ertrag der Baumschulen gedeckt werden. Der Techniker soll die Verwaltung der Baumschulen übernehmen, et soll Vorträge über Obstbau­fragen halten, Unterweisungen in der Behand­lung und Verwertung des Obstes geben und auch für Privatpersonen tätig fein; die Bezahlung hierfür würde in die Vereinskasse fließen. Der Vorsitzende bemeckte noch, daß die übrigen Auf­gaben des Vereins durch die Bewilligung des Gehalts des Obstbautechnikers Nicht- notleiden dürfen. Rachdem Bürgenneister Kübel-Herb­stein fich zu dem Antrag zustimmend geäußert hatte und Müller Stock- Stockhausen das Feh­len eines fachmännischen Beraters in den Fra­gen des Obstbaues als Mangel für diesen Zweig der Landwirtschaft bezeichnet hatte (er führte Beispiele an, wonach bei richtiger Sockenwahl auch in der hiesigen Gegend der Obstbau rentabel gemacht werden könne), wurde diese Positton des Voranschlags genehmigt und der Daumwack Kurz- Schadges als Obstbautechniker für den Vereinsbezirk ernannt unter Bewilligung eines Gehalts nach Gruppe IV der staatlichen Defol- dungsordnung. Hieraus wurde der Vorsitzende des Landwickschästsamts und der Obstbautech- niker Kurz als ständige Mitglieder des Vor­standes des Landwirtschaftlichen Vereins ge­wählt. Weiter enthält der Voranschlag Mittel zur Anschaffung und Verteilung von land- wirtschaftlichen Schriften an die Mit­glieder und für die Beteiligung junger Land­wirte an dem Schweinezuchtlehrgang in RuhlS- dorf. Der Voranschlag wurde in allen Teilen genehmigt. Als letzter Punkt der Tagesordnung hielt Landwirtschaftsbirektor Glaser einen Vortrag über das Thema:WaS lehck uns das Wirtschaftsjahr 1926".

$ Schlitz, 15. Febr. Von einem SiegeSzug des Rundfunks kann man sprechen, wenn man die Zahl der Anschlüsse feststellt, die in unserer Stadt und in den wirtschaftlich dazu gehörigen Gemeinden des Schützer Landes bereits hergestellt sind. Es sind insgesamt 120 Radioanlagen, deren große Bedeutung man erst ermißt, wenn man weih, da'ß unser Gebiet Den den Kulturzentren ganz abgelegen ist und e- dem Bildungsbedürftigen auf direktem Weg nur unter Aufwand von Zeit und Geld möglich ist, an den Errungenschaften des wissenschaft­lichen, musikalischen und unterhaltenden Lebens teilzunehmen. In den etwa 15 Gemeinden des Schliherlandes find sämtliche Lehrer im Besitze einer Rundfunkanlage. Ein Einbruch wurde dieser Tage in der Wohnung deS Rektors Adolph verübt. Er wurden dabei eine grö­ßere Zahl Flaschen mit Wein entwendet. Dah man vor umherziehenden Zigeu­nern vorsichtig fein muh, muhte man dieser Tage wieder erleben. In einem Laden wurde eine Zigeunersfrau gerade in dem Augenblick angetrossen, als sie ihre Hand in die Ga­ben la f f < hielt. Ein Diebstahl wurde durch die auS dem Rachbarzimmer herbeigeeilte La­deninhaberin noch rechtzeitig verhindeck.

Rheinhessen.

WER. B i n g e n, 15. Febr. Die wachsende volkswirtschaftliche Bedeutung der Fremden- Industrie hat den Binger VerkehrSverein, bot in engster Fühlung mit der Stadtverwaltung ar­beitet, dazu bewogen, in seiner gestrigen Sit­zung die Errichtung eines Verkeyrsbu- reaus zu beschließen. Das Bureau soll von einem hauptamtlich beschäftigtenBe- amten geleitet werden.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSR. Wetzlar, 15. Febr. Dem Stadtver­ordnetenkollegium lag gestern ein umfassendes Straßenbau Programm der Verwaltung vor, das im Laufe dieses Iahres als R o t - standSarbeiten zur Ausführung gelangen soll und als 550 000 Mk. Baukosten erfordert. Rach Absätzen in Höhe von 150 003 Mk. wurde den Vorlagen die Zustimmung erteilt. Die Stadt hat beschlossen, die feit Kriegsende, wäh­rend und nach der Inflation bis zum gegenwär­tigen Zeitpunkt eingegangenen Verpflichtun­gen bei der Landesbank der Rhein- Provinz in Höhe von über vierMillionen Mark in eine langfristige Anleihe der Girozentrale umzuwandeln. Die Stadtverordneten haben dem ihre Zustimmung gegeben mit der Einschränkung, daß die Bedingungen die gleichen sind, wie sie die Girozentrale für ihre neue 50 Millionenanleihe propagiert: öprozentige Ver­zinsung, 1 Prvz. Tilgung und 95,5 Auszahlung. Im benachbarten Oberbiel entstand in der vergangenen Rächt im Anwesen des LandwickS Erb aus bisher noch unbekannter Ursache ein großes Schadenfeuer, durch daS die Scheunen und Stallungen völlig ein- geäschert wurden. Das Wohnhaus konnte noch gerettet werden. Die gesamten Grntevorräte wur­den ein Raub der Flammen. Das Vieh konnte gerettet werden.

ie. Nauborn, 15. Febr. Am Sonntag fand in der Wirtschaft von Petro die Gründungs- Versammlung des Uiaubor ner Ver­kehrsvereins statt. Pfarrer Schiefer ft ein, der die Versammlung leitete, konnte mitteilen, daß bereits 200 Nomen auf der Werbelifte ständen, ein Zeichen, wie groß in unserem Dorfe das Bedürfnis noch einer Verbesserung des Verkehrs ift. Wir haben nämlich ein täglich dreimal verkehrendes Postouto: aber wenn es in Wetzlar abfährt, ist die Menge der Wartenden so groß, dah die Nouborner nicht bin- eingehen, um den Fernerwohnenden Platz au lassen. Und wenn es auf der Fahrt nach Wetzlar durch Nauborn kommt, ist es so voll, daß für Nouborner fein Platz mehr ist. Diesem doppelten Mißstand ist es zuzuschreiben, daß dos Interesse an einer Ver besserung in der Bevölkerung so groß geworden ift, daß der Wunsch noch einem Verkehrsverein ent-