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worden. Auch Vie fremden Konsuln, vor allem die englischen, sollten getötet werden. Dachlan schreibt das Mihlmgen des Aufstandes dem Umstand zu. daß zahlreiche Aufständische mit den an sie gelieferten Schußwaffen nicht um« zugehen verstanden.
nesischer Rat auS sechs Personen gebildet werden soll c. und zwar auS ihm (Dachlan), den bclann.cn eingeborenen Kommunistcnführern 6e» maoen. Alimin und Moeso, sowie zwei Aussen. Es sei geplant gewesen, sämtliche Vertreter der
schlug. Peters war sofort tot; anderen Insassen wurden schwer Krankenhaus geschasst.
Gerüskeluskurz.
Der kommunistifche Ausstand auf Java.
Amsterdam. 14. Ian. (WTB.) Aach Meldungen aus Batavia legte der verhaftete Führer des Aovemberausstand^s auf Java. Dachlan. ein volles Geständnis ab. Er erklärte, das; für den Fall, das) der Ausstand auf Java Erfolg gehabt hätte, ein nationaler i n d o-
Als in Dortmund zwei Arbeiter auf einem rüst von 15 Meter Höhe am Deneratorhaus Unionbrauerei beschäftigt waren, stürzte dieses in
beideÜmrSe' 6acen ,, H|"S( * n wu he,
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geben die polizeilichen Ermittlungen eine tatiäd). I fei' get tiche militärisch« Betätigung, so sind die Bereinigun. I holländische gen a u f 3 u I ö |e n. Ergeben die Ermittlungen ' immerhin einen Verdacht, so ist der detreftente Ikr.
strebknLwerie Ziel bezeichnt Wird, dahin, bah Ach ein solche« Kabinett, das eine MlnderheitL- regierung sein würde, nur an die Sozial- Vemokratie anlehnen konnte, da die Deutschnationalen mehrfach zum Ausdruck gebracht hätten, das) sie ein MltteUabmett nicht tolerieren würden. In einer Zeit, dir ganz unter dem Zeichen der sozialpolitischen Gesetzgebung steht fällt es dem Zentrum, unter dessen Anhängern die christliche Arbeiterschaft eine so wesentliche Volle spielt, schwer, die «zuhrung der Deichsregierung einem ^onenten bc3 toirt- schaftlichen und auch weltanschaulichen.Liberalismus anzuvertrauen. Die Bemühungen des Zentrums müssen nach wie vor darauf gerichtet sein, zunächst die Einigkeit und dre ge- schlossen« Zusammenarbeit zwischen den Parteien der Mitte wieder herzustellen und, wenn das Zustandedringen einer Mehrheitsregierung sich als völlig unmöglich erweisen sollte, v o n n e u e m der Versuch mit einerDegrerung der Mitte zu machen, für die parlamentarische Mehrheit zu finden durchaus nicht hoffnungslos ift — Die demokratischen Blatter holten es nach Lage der Dinge für das Gegebene, datz ein Mitglied der Zentrumspartei mit der Kabinettsbildung beauftragt wird. Aach 21^10)1 Des B. T." könne ein solches Kabinett unter Zen- trumssührung nur ein Minderheitskabinett sein, das Anlehnung nach links suchen müsse. — Der Vorwärts äußert sich: Selbst wenn sich die Sozialdemokratie zur Unterstützung emes solchen Kabinetts entschließen konnte, muhte sie diesen Entschluß von der Z u s a m m e n t e h u n g dieses Kabinetts und von seinem Programm abhängig machen.
Dr. Curtius verhandelt weiter?
Dom Hess. Philologenverein geht uns zu diesem Thema folgende önfo-rnntlon zu:
Die normale Dauer der Grundschule beträgt 4 Jahre. Doch können Schüler und Schäle« | rinnen, deren geistige und körperliche Beran« lagung und deren Schulleistungen erwarten lassen. I dah sie ohne Ueterfpannung ihrer Kräfte im Un« j terrichte der Sexta mit guten Schälern, die den vierjährigen Grundschullehrgang durchlaufen haben, j auf die Dauer Schritt halten können, schon nach dem
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Anders in ( Mischen Auge d Hof ein Bild, da toenig schmeichelh vberhessischen Pro recht vird. Leit gO Jahren ist an mehr geschehen.
1. Klasse sieht 11 ist es im Wartest bauliche Seite in Vir die Dahnhl hier viele Mä durch das durchdri her die Farben te Hat man für die Mauerwerk und bei der Aeichsbah DaS Gewölbe bei geführt und in mauern befestigt, der Feuchtigkeit stark; es ist die ‘ dah eines Tages, stadt, ein Teil d Der trägt die 1 durch einen ung kommen? Jach fr fr'm DahnhosS/mü schönen Jerkchrsrgi gar bald wurde di bau der Gepäck gäbe, sowie bur Tperre in der beschränkt. Damals noch einigemahen sie ihm durchaus kommt an derlehrö sich das Pubiitun mühsam durchzwä blüumsveriehr vor eine Ausgangst wurden, zwei dc raum versverri. 5 packraumes ai sperre an di. oL|,y dergröf dem Derkeh. auch ein < des Qebädta: ®on dar Übender Stelle r M. und dabei fffe flWfen w RNj finfr Eine » v,erung he
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die Tiefe. Hierbei tourte ein Maurer getötet Zwei Bergleute verschüttet.
Zwei ^Bergleute aus Lbeuwulvenburg wurden auf dem Ferdinand-Schacht der Fürstensteiner Grube verschüttet und konnten nur als Leichen geborgen werden.
Folgenschwere Explosion.
In Gelsenkirchen explodierte In einer von der Schutzpolizei belegten Baracke auf dem Flugplatz, wahrscheinlich durch Selbstentzündung, eine Kiste mit Leuchtpatronen. Der Sachschaden ist sehr groß. Zwei Schutzpolizei- beamte trugen stark blutende Verletzungen davon. Sin in einem Rebenraum befindlicher Beamter wurde durch dcn Lusttzrua aus dem Fen st er geschleudert und leid t verletzt.
Schr.eeslürme in Zenkral-Ruhland.
Die aus Moskau gemeldet toiro, dauern die Schneesturme in Zentral-Rußland weiter an. Der Schnee liegt teilweise sechs Meter hoch. Anweit Samara ist ein Personenzug fünf Tage lang stecken geblieb-n.
Die Reger In Amerika.
Der amerikanische Ausschuß für Innenhandel hat eine Entscheidung der Pullmann- aesellschast gutgebei' en. nach der keine Fahrkarten an Reger verkauft werden dürfen.
। Behörden aufAuhängen. Rur
diejenigen Eurcpaer, die sich Der kommunistischen i Herrschaft unterworfen hätten, wären geschont
halten.
3m Zeichen der Abrüstung.
Nm die Tragweite der Schiffsgeschtttze.
Reuhork, 14. Ian. (DB.) Der Bot- schafter der Vereinigten Staaten in London. Hougthon, wird heute abend auf der »Aqm- tania“ nach London abreisen, um mit der englischen Regierung die Frage der größeren Tragweite der Geschütze aus den amerikanischen Schlachtschissen zu er- Örtern, die der Tragweiter der englischen und japanischen Geschütze angepaßt werden soll. Aus Kongreßkreisen verlautet, dah die gegenwärtige Tragweite der amerikanischen Geschütze 17 000 Bords betrage gegenüber 30 000 Vvrds bei den Geschützen aus ausländischen Schissen derselben Klasse. Es wird auch daran erinnert, daß ter Kongreß vor vier Jahren ein Gesetz über die Heraufsetzung der Tragweite der Geschütze angenommen hat und daß Großbritannien dagegen Einwendungen erhoben hatte, weil eine solche Maßregel dem Geiste des Washingtoner Abrüstungsabkommens zuwiterlause. Der damalige Staatssekretär Hughes habe dieser Ansicht beigestimmt. Die Maßregel sei deshalb nicht zur Ausführung gelangt. Es werte nicht angenommen. daß Japan gegen den Vorschlag betreffend die Heraufsetzung der Tragweite Einwendungen erheben werte.
Günstiger Verlauf der Pariser Besprechungen.
Paris, 14. Jan. (Havas.) General von Pawels und Geheimrat Forster hatten mit General B e t a D l e r , dem Generalstabschef des Marschall Foch, eine Besprechung, in der beide deutsche Delegierten die schriftlich niedergelegten Vorschläge überreicht haben. Diese Vorschläge werden von den alliierten Militärsachverständigen eingehend geprüft. Sie sind bereits jetzt schon der Ansicht, daß sie eine Verhandlung s b a s i s bilden könnten. Havas berichtet ferner, daß die Verhandlungen über die Herstellung von Kriegsmaterial in Berlin günstig sind. Cs wird an zuständiger Stell»: versichert, daß bereits eine große Zahl der Leilsragen gelöst sind. Man zeigt sich auch hierin optimistisch und ist überhaupt der plcberzeugung. daß man zu einer baldigen Verständigung über Die g fam'en Fragen gelangen wird. ..Echo de Paris" will erfahren haben, daß das Interalliierte Militär-Komitee den Rat erhalten habe, auf die deutschen Vorschläge betr. die deutschen Ostfestungen nicht mit Weigerungen oder Befehlen zu antworten, sondern mit Abänderungsvorschlägen und Zusahanträgen. Das würde besagen. daß der Plan des Generals von Pawels die Unterteilung ein?« Gegcnplanes nach sich ziehen würde.
Geyen die militärische ^Betätigung von Verbänden. Berlin, 14. Ian. (Wolfs.) Der Reichs- Minister des Innern Hal an die Lantesrcqie- rungen ein Rundschreiben gerichtet, in dem diese ersucht werden, in allen Fällen, wo Nachrichten über eine militärisch Betätigung von Verbänten auf- tauchen, unverzüglich die notwendigen Polizei- lichen Ermittlungen anstellen zu lassen. Er-
Berlin, 15. San. (TU.) Da der Reichs« Präsident Dr. Curtius erklärt hat, sich seine Entschließung über die weitere Behandlung der Regierungsbildung vorbehalten zu wollen, so wird in parlamentarischen Kreisen erwartet, daß neue Verhandlungen heute Bormittag bereits in Gana gebracht werden. Der Reichspräsident wird im Laufe des Samstags verschiedene Parlamentarier, darunter Herrn von Guerard, empfangen, um sich mit ihnen über die Möglichkeit weiterer Verhandlungen zu unterhalten. In parlamentarischen Kreisen schließt man aus der Tatsache, daß Dr. Curtius tem Reichspräsidenten bisher seinen Auftrag nicht zurückgegeben hat, daß die Derhand- lungcn von Dr. Curtius weitergefuhrt werden, um nunmehr eine Regierung auf mittlerer 58 a f i s gu bilden, die sich im wesent« kjchen auf Deutsche Volkspartei, Bayerische Volkspartei, Zentrum, Demokraten und wohl auch die Wirtschaftspartei stützen würde. Dieses so gebildete Kabinett würde dann vor den Reichstag treten, um sich für fein Arbeitsprogramm ein Vertrauensvotum zu erbitten. Da dieses Arbeitsprogramm in erster Linie außenpolitische und soziale Fragen umfassen wird, rechnet man in den Kreisen der Mittelparteien damit, ein Vertrauensvotum für das Kabinett au er«
Die Vereinigten Staaten in Nicaragua.
Reuhork, 14. Jan. (TU.) Die Wafhing» Inner Regierung hat angeordnet, dah d'.e ame- rikan scheu Truppe., jede ci.i^eemaßen bedeutende Ortschaft, auch im Innern V.caraguas, besetzen. 3n Washingto. er diplomatische.! Krci en wird erklärt, daß Amerika nicht ohne weiteres den Vermittlungsvorschlag Tost ar icas, der alle.dings offiziell noch nicht gemacht worden ist, zurückweisen werte, jedoch müsse Amerika Eigentum und Leben seiner Staatsbürger sicherstellen.
In ganz Mexiko finden zahlreiche Protestkundgebungen gegen das Vorgehen der Vereinigten Staate statt. Der vierte mexikanische Stutenlenkongreß erklärte in einer scharsen Resolution, dah ganz Lateinamerika der brutalen Gewalt der Washingtoner imperialistischen Regierung gegenüberstehe. Die amerikanische Presse rerös'entlicht weiter Greuelmeldungen aus Mexiko. So sollen in ter Aähe von Mexiko wieder 16 Rebellen ausgehängt trorten sein. Aach einer Meldung der Associated Preß ift es ter mexikanischen Regierung überall gelungen, die Putsche nieder- zuwersen.
Aus aller Welt.
Die Grippe.
Die Grippeerkrankungen am Mittelrhein halten unvermindert an, so dah ter Schulunterricht an vielen Orten ausfallen mußte. Auch im Hunsrück nehmen die Ernranlungen erschrecienden Umfang an. Wie das Gesundheitsamt Der Stadt Berlin mitteilt, hat die Zahl der Grippekranken in den Berliner Krankenhäusern von gestern auf heute um 79 zugenommen. Wegen der Grippe-Epidemie hat die dänische Regierung den öffentlichen Tanz verboten. Für Kopenhagen gilt das Verbot absolut. In Der Provinz kann Die Polizei im Einvernehmen mit Den Kreisärzten ebenfalls Den Tanz an allen öffentlichen Stätten verbieten. In der Kaserne der Landespolizei in Aschaffenburg ist auch eine heftige Grippeepidemie ausgebrochen, dir anscheinend durch Urlauber eingeschleppt Worten ist. Von den 100 Landespolizisten sind 68 erkrankt, darunter auch der Arzt ter Landespolizei, so daß die Kranken von einem Privatarzt behandelt werden müssen. 2m rheinisch-westfälischen 2 n d u st r i e g e b i e t hat sich die Grippe in den letzten Wochen sehr stark ausgebreitet. Die Grippe hat nunmehr auch in die Hansestädte ihren Einzug gehalten. Ali n in Der letzten Woche steigerten sich Die Krankheitsfälle um 65 Prozent gegenüber Der Vorwoche. Einige Krankenkassen melden sogar eine Steigerung von 80 Prozent. Die Epidemie tritt indessen gutartig aus. Die Grippe hat seit Dem 1. Januar in Der Stadt Saarbrücken allein 44 Todesopfer gefordert.
von einem dreijährigen Kinde erschossen.
In sträflichem Leichtsinn war einem dreijährigen Kinde in Böck (Pommertz) von den Eltern ein Revolver zum Spielen überlassen worden. Man glauv'e, dir Waf'e sei entladen. Plötzlich krachte ein Schuß, Die Mutter wurde getroffen und st a r b bald Darauf.
60 Kinder ermordet.
In B i a l y st o k wurde eine Frau verhaftet, die 60 Kinder ermordet und verbrannt hat. Sie hatte die Kinder in Pflege genommen und sich für jedes Kind eine bestimmte Summe zahlen lassen. Wenn die Mütter nach ihren Kindern fragten, erzählte sie ihnen, daß sie auf dem Lande seien.
Der Kinobrand in Montreal.
Auf Grund gerichtsörtlicher Untersuchung erklärte das Gericht, daß ter Besitzer und zwei An« g e st e l l t e des (Saurier Lichtspieltheaters an dem Tode von 78 Kindern schuldig seien, die am I 9. Januar bei dem Brande in tem Lichtspieltheater umkamen. Aus den Bekundungen der Zeugen geht hervor, daß sie Dafür verantwortlich sind, daß Kinder ohne Begleilun.g von Erwachsenen zugelassen wunden, was gegen die Bestimmungen verstößt.
Schwerer Autounfall.
Auf Der Chaussee zwischen Kirins und Groß- Ilsede (Sachsen) stoppte Der Fahrradhündler Kurt Peters aus Peine fein mit noch zwei Personen be-
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, Den 15. Januar 1927.
Der Uebergang von der Grundschule zur höheren Schule.
Don Etudienastessor Dr. Heinrich Kraushaar.
Es geht auf Ostern zu. Für viele Eltern wird nun die Frage brennend: Was soll mit unserem Kinde geschehen? Wollen wir es in der Volksschule belassen oder in eine höhere Schule schicken? Diese Erwägung können und dürfen nur solche Eltern anstellen, die überzeugt sind, daß ihr Kind tatfäch» lich gut begabt ist. An Unbegabten hat die höhere Schule und die Allgemeinheit kein Znteresse. F u h- rernaturen sollen hcrangebiltet werten, und dafür sind die Besten gerate gut genug. Gerade heute, wo so viele Eltern ihren Kindern nur eines mitgeben können: eine gute S ch u l b i I b u n g , darf die höhere Schule nicht zum (Sefitlinplah (ob eher gemacht werten, deren väterlicher Geldbeutel allein sie zum Besuch priuiliert. Nicht Massenware, sondern Qualitätsware muß unser Streben auch auf schulischem Gebiete sein. Schreiber dieser Zeilen hatte Ostern 1926 Gelegenheit, die Meinung ganz einfacher Bauersleute über die „Sitzenge blietenen" zu hören. ,Mit tenen", sagten sie, „sind wir betrogen. Sie sollen doch einst unsere Führer und Vorgesetzten werten und sind die geborenen Dummköpfe". Vor allem und in erster ßinie wird ein unbegabtes Kind s e l b st ter Leidtragende jein. 3n absehbarer Zeit kann es nicht mehr gleichen Schritt mit seinen Kameraden halten, muß Demütigungen aller Art erleben und schließlich wieder den Rückmarsch zur Volksschule antreten. Das ist keine Schande: aber beschämend für Eltern und Kind ist cs doch. Man gibt vor Der breiten Oessentlichkeit zu, daß „man wohl große Stangen im Kops, aber nichts drauszuhängen hatte."
Wie stellt nun ein Vater, eine Mutter fest, ob sich das Kind zum Besuche einer höheren Schule eignet? Man überwache längere Zeit hindurch sorg- fällig die Schularbeiten und überzeug« sich, ob es sie selbständig und verständig erledigt. Man diktiere ihm häufig 5—6 Reihen aus seinem Lesebuch und stelle die Zahl der Rechtschreibfehler fest. Man prüfe, ob das Kind das kleine Einmaleins nicht nur „kann", sondern tatsächlich beherrscht. Wenn der Vater nach diesen persönlichen Beobachtungen die Meinung bekommt, daß das Kind „auf dem Damm" sei, denn erst gehe er zu dem Lehrer des Kleinen und hole fein Urteil ein; denn er kennt ja das Kind besonders gut und besser als der Vater, der doch nie ganz objektiv sein wird. Roch größer ist diese Gefahr bei der Mutter, bei deren Urteil das Herz noch niehr mitspricht. Wenn der Lehrer der Meinung ist, daß der Junge reif sei für die höhere Schule, bann zögere man nicht mit ter Anmeldung. Voraussetzung ist natürlich, daß auch der Junge will; denn nichts ist schlimmer und rächt sich bitterer als Zwang.
Doch eine neue Frage erhebt sich! In welche Schule soll der Junge gehen? Bekanntlich haben wir drei Sch'.ilgattungen: das Gymnasium, die Oberrealschul« und das R e a l g y m n a - s i u m. Jede steht im Dienste einer besonderen Gei- stesrichtung: das Gymnasium ist geisteswissenschaftlich, die Oberrealschule naturwistenschastlich eingestellt, das Realgymnasium aber pflegt beite Richtungen. Richt die sozial« Stellung des Vaters, nicht die Ansicht der Tante ober eines Nachbars barf die Schulart für unser Kinb bestimmen, sondern allein seine Anlagen. Ist es technisch interessiert, knetet und bastelt es gern, ist es praktisch eingestellt, so dürste die Oberrealschul« in Frag« kommen. Steckt aber ein rechter Dürgerwurm In ihm, der sich zu kleinen Hantierungen ungeschickt an- stellt, so entschlösse ich mich für das Gymnasium. Das Realgymnasium ist, wie schon bemerkt wurde, eine Vereinigung beiter Grundrichtungen und darum wohl die idealste Schulgattung für den Hochbegabten. Man beachte, daß es etwa doppelt so viel Hauptfächer hat als jede der beiden anderen. Es vermittelt ja geisteswissenschaftliche und naturwissen. schaftliche Schulung. Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß Gymnasium und Oberrealschiile ganz einseitig sein. Auch im Gymnasium wird Chemie und Naturgeschichte gelehrt, auch in der Realschule Latein, aber sie stehen nicht so im Mittelpunkt des Lehrplans.
Man erkennt deutlich, daß demnach das Realgymnasium mit seiner doppelten Einstellung die höchsten Anforderungen an den Schüler stellt, aber der Besuch lohnt sich: nach der Reifeprüfung ist ter junge Mann so vorgebildet, daß er sich nach Belieben entweder dem technischen ober wissenschaftlichen Stubium zuwenben kann. Da es bei einem 9. bzw. 10jährigen Jungen nicht immer einwandfrei seststeht, nach welcher Richtung er neigt, Wandlungen im Laufe der Schulzeit nicht au-geschlossen sind, hat also auch das Realgymnasium seine volle Berechtigung.
Seit korzer Zeit haben wir noch eine neue Schulart: die A » f b a u s ch u 1 e. Sie nimmt den hochbetagten 13jährigen Volkcschüler auf und führt ihn in kürzester Zeit zur Reifeprüfung. Sie kommt einem dringenden Bedürfnis entgegen und gilt be- sl'nders für solch« Schüler, die 9. bzw. 10jährig den Anschluß an die höhere Schule verpaßten ober soweit von ihr entfernt wohnen, daß finanziell« Gründe den Besuch unmöglich machten. Die Aufbauschule will vor allen anderen Schulen eine Auslese der Begabten durchführen und dazu beitragen, daß das im Krieg geprägte Wort: „Freie Bahn tem Tüchtigen" sich immer mehr verwirkliche. Aus diesem Grunde wendet ihr ter Staat seine besondere Gunst zu und gibt Erleichterungen aller Art.
Roch auf eins sei hingewiesen: bi« Aufnahme« prüfuna, so wie sie heute gehandhabt wird, ist eine reine Kenntnis Prüfung. Hier liegt m. E. ein Mangel vor. Sie müßte ergänzt — nicht e r • setzt! — werden durch eine Begabungs Prüfung. In Hamburg, Hannover, Stiel, Dortmund unanderen Städten hat man sie eingeführi und glän« zende Ergebnisse erzielt. Es ist zu hoffen, daß auch in Hessen sich bald die Erkenntnis Bahn bricht: neben Lehrerurteil und Kenntnieprüfung muß dir psychologisch begründete Degabungsprüsung treten, damit unsere höhere Schule wirklich das wird, was sie sein soll im idealsten Sinne des Wortes: die Wiege der künftigen Führer des deutschen Volkes.
band unter Hinweis auf die gesetzlichen Desttnmum- | gen ausdrücklich zu verwarnen. Wie ter Amt« liehe Preußische Pressedienst dazu mitteilt, erklärte ter preußische Minister des Innern, daß er im Falle der Zuwiderhandlung gegen die gesetzlichen Destimnrungen durch Auslösung der betreffenten Vereinigungen unnachsichtlich einschreiten werbe.
Gegen ungesetzliche Einstellungen in die Reichswehr.
Berlin, 14. Jan. (WB.) Die neueste Nummer tes Reichsgesetzblattes enthält eine Verorbnung über ungesetzliche Einstellungen in bie Reichswehr. Die Verordnung ist am 31.Dezember 1926 vom Reichspräsidenten gezeichnet, vom Reichswehrminister gegengezeichnet und verbietet auf Grund des § 11 des Wehrgesetzes vom 23. März 1921 u. a. jede Ausnahme junger Leute, die nicht gesetzmäßig eingestellt sind, in die Kasernen, Ausbildungslager und in bie Truppenteile, fei es auf Probe oder für freiwerdende Stellen, sei es für einen Ausbildungslehrgang oder zur zeitweiligen Erhöhung der Mannschaftsbestände. Desgleichen wird die Vorbereitung und Ausbildung von R e - I servestämmen im allgemeinen sowie von Re- | serveosjizieren im besonderen verboten.
Versuchtes Eisenbahn-Attentat in der Pfalz.
Landau, 15. 2an. (WTB. FunksPruch.) Don Eisenbahnern wurde kürzlich festgestellt, daß auf dem Bahnkörder Der Strecke Landau-Zweibrücken in allernächster Rähe der von der französischen Besatzung benutzten früheren ISer-Ka- feme fünf große Zementröhren lagen. Die sofort angestellten Ermittelungen ergaben, Daß zahlreiche Fußspuren, Die von genagelten Schuhen herrührten, zur Mauer Der französischen Kasernen führten. Da auch ein Polizeihund Die Fährte zu der Mauer verfolgte, steht es außer allem Zweifel, daß dieTäter französischeSol- d a t e n waren, die nachts über die Kasernenmauern gestiegen sind. Der französischen Desatzungsbehörde wurde Anzeige erstattet.
Der Varmatprozetz.
Berlin, 14. Jan. (TU.) Zum heutigen dritten Derhandlungstag des Darmatprozesses ist auch der AngeklagteHenriDarmat nicht erschienen. Das Gericht nimmt die Deweisanträge Der Verteidigung entgegen, nach denen unter anderem unter Beweis gestellt wird, daß die Staatsbank niemals über den Umfang des Anexima - Konzerns im unklaren war und daß dieser Konzern nicht günstiger behandelt wurde als alle anderen Tanken. Die Staatsbank habe anfangs 1924 erheblichen Geldüberfluß gehabt und Darauf gedrängt, das Geld schnellstens weiter zu verleihen. Ohne Desra- gung der Generaldirektion hätten die zuständigen Beamten auf Grund der allgemeinen De- leihungsgrundsähe Kredite geben können. Im ganzen wurden von der Verteidigung etwa 20 Zeugen, Darunter Oberfinanzrat Rühe unD Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Heilmann benannt. Als erster sachverständiger Zeuge äußert sich Dann Obersinanzrat Soldat von der Preußischen Staatsbank über die GeschäftsgrunD- sähe Der Staatsbank und ihre Richtlinien fiir die Kreditgewährung. Danach dursten alle Renten- markkLedite und alle Kredite, die 300 Goldmark übersteigen, nur mit Zustimmung der Generalbirektion gegeben werden. Rach einem Protokoll Der Generaldirektion vom 19. Mai 1924 hätten Kulisker. Darmat und Michael Sie« dite im Gesamtbeträge von 35 Millionen besessen. Danach ha.« die Gei:eraldirek- lion auf Die Abgabe dieser Kredite gedrungen. Dr. Hell?.'ig erklärte, daß er davon erst viel später erfahren habe. Rachste Sitzung Montag.
Das Urteil
gegen Zorn von Bulach.
Paris, 14. Jan. (WTB.) Wie ter „lampe" aus Kalmar berichtet, ist vom Apellationsgerichtshof die B e r u f u n g tes Barons Zorn v. Bulach gegen das gegen ihn ergangene Urteil nicht nur a b g« = wiesen, sondern bie Straf« von drei Monaten Gefängnis, die mit Bewährungsfrist ausgesprochen worben war, dadurch verschärft worben, bah b i e Bewährungsfrist gestrichen wovben ist.
Der neue spanische Botschafter.
Madrid, 14. Ian. (Agen'ur Fabra.) Miliar des Acu 'ern TZangulas erklärte zu der Ernennung Espinosas ve Los Monteros zum Botschafter in Berlin: Der neue Botschafter, Der sich nach Deutschland begibt, erfreue sich eines großen Ansehens. Der größte Beweis seiner IstnparteUichleit, den er habe gelen können, sei gerade die Ernennung Espinosas zum Dot- schas.er in Berlin, die er vorgenommen habe, obwohl er sich dadurch seines wertvollsten Mitarbeiters beraube. Durch die Dien sie, die Espinosa de Los Monteros sich zuerst als Llnterstaats- f e i r e i ä r für auswärtige Angeiegenheiten und Dann als Ge neralselretär tes Mini- steliums tes Auswärt'.gen in der tätigen Führung Der internationalen Angelegenheiten und schwierigen Fragen, an denen er teilnahm, fich erworben har«, habe er sich bie,« Besörterung verdient. Der Mniister ist davon überzeugt, daß Der neue Botschafter in Berlin viel zur A u s - rechterhaltung derherzlichen Beziehungen zwischen Spanier und Deutschland beitragen werde, um so mehr, als Espinosa Deutschland vollkommen kenne. Denn er habe lange Z U Dort studiert und von ter UnlDctfiiät Berlin mit Auszeichnung Den Titel eines DoktorsderRechle nach Berteidi^ung einer in Deutscher Sprache ab.;e atzten The c erhacken. Tie Deu.schen schenlten chm ebenso Vertrauen wie die Spanier.
setztes schnell fahrendes Auto plötzlich, um einen über Den Weg laufenden Hund nicht zu itbersahren^wobei sich Der Wagen Dreimal ü b e r- Dte beiden


