eintraf, tourte gestern 'm ten Glockenstuh. befördert Die Arbeiten gestalteten sich nicht ohne Schwierigkeiten. 3umf bevorftehenoen ®rnte- danlsest am Sonntag wird der lange vermiß le Dreiklang unsere- Geläute- zum ersten Male wieder erklingen.
D Sich. 13. Oft. 3n der jüngsten Sih ung de- Stadt vor stände« gab *** meister zunächst bekannt, daß tee voraussichtlichen -osten de- geplanten Post neu baue« emlchl. aller Rebenanla^en sich auf 100 003 M. beziffern. Al« Dauplah ist der seitherige städtische Festvlay in der Bahnhofstraße zwischen Wetter und TBetb- graben in Aussicht genommen. Der Wert te« Bauplanes einschließlich der nottoenütgen Ausfüllung bi« zur Strahenhöhe wird mit 10 000 Mr. angenommen. Aach einem vom Hochbauamt (Kiesten ausgearbeiteten Betxruungsplan wird tnc gesamte Fläche zwischen Welter und Weidgraben für den Reubau benötigt. Der Sladtvorstand war . indessen der Ansicht, dah für die hinter dem in Aussicht g-nominellen Bauplatz liegende städtische Bleiche und sonstige Privatgrundstücke ein Weg entlang ter Weiter offen bleiben müsse. 3m übrigen wurde die Herstellung de« Aeubaue« nach den vorgeleqten Plänen genehmigt unter der Doraussetzung, daß seitens der Reichspost- verwaltung eine dem städtischen Aufwand entsprechende Miete gezahll und die Wiele mit ter Stadt vor Baubeginn vereinbart wird. — Als nächster Punkt ter Tagesordnung tefdjafhg'c den Stadlvorstand die Festsetzung der Grundsahe für die Erhebung de« Wafsergeldes im 3 a h r e 192 8. Sin Antrag de« Durgev- meisterS, die Sä Ne de« laufenden 3ahre« auch für das 3ahr 1928 beizubehalten. fand Zuüim- mung. Unterschieden na<y 6 -lassen, der Gröhe der benutzten Wohnungen -lasse 1 bi« -zu 2 Zimmer und -üche, -lasse 2: 3 Zimwer und -üche, -lasse 3: 4 Zimmer und Küche, -lasse 4: 5 Zimmer und -üche, -lasse 5: 6 Zimmer und -üche, -lasse 6: 7 und 8 Zimmer und -üche) zahlen einzelstehende P-rsvnen lahrttch 3 bAu>. 3 60 bzw. 4 SO bzto. 6 bzto. 7.20 bzito 9 *IKV, Familicbi mit 2 Personen jährlich 4,20 bzw. 480 bzw. 6 bzto. 7,20 bzw. 9 bzw. 10,80 Mk, Familien mit 3 Personen 5.40 bzto. 6 bzto. c.20 bAtn. 8,40 bzw. 10.80 bzto. 12.60 Mk., Familien •mit 4 Personen jährlich 6 bzw. 7.20 bzto. 8,40 bzto. 9.60 bzw. 12.60 bzw. 14,40 Mk., Familien mit 5 Personen jährlich 6.60 bzto. 8,40 bzw. 9,60 bzw. 10 80 bzto. 14.40 bzw. 16.20 Mk. und Familien mit 6 und mehr Personen jährlich 7.20 bzw. 9,60 bzto. 1080 bzw. 12 bzw. 16,20 bzw. 16 Mk. Für die Wasserversorgung von Dadeein- richtungen ist pro Kopf ein Betrag von 1 Mk. zu entrichten. Der gleiche Grundsatz gilt für Wasscrspülllo'eNs. Für Gewerbebetriebe, wie Wirtschaften. Bäcker.en usw. sind besondere Zu- scl läge, die sich zwischen 1 bis 20 Mk. bewegen, zu zahlen. Für ein Stück Grostvieh werden 1 60 Mk. für ein Schwein 0.80 Mk. und für eine Ziege 0,40 Mk. b.'redynet. Für Hausgärten wird ein Walsergeld von 2 bzw. 1 Pf. pro Quadratmeter Gar ensläche. für Wasserstrahlpumpen 1 ont., für Kraftfahrzeuge 15 Mk. und für Bauzwecke je 100 Mt. Bauwert ein Zuschlag von 5 Pf. erhoben. Für besondere Gewerbebetriebe, wie Brauereien. GulShöfe, Metzgereien, Gärtnereien und Betriebe mit Dampfkesseln sind Wassermesser vor geschrieben. 3m Falle der Wa'serabgabe nach Messung werden neben der ülli.l cn Wassermessermicte für jeden Kubikmeter In Ps. berechnet. Für Grohabnehmer werden besondere Ermässigungen zugestanden. DieWasser- nicssermiele für Heine Wassermesser beträgt monatlich 30 Pf., für mittlere Wassermesser 50 Pf., während gröstere Messer käuflich zu erwerben sind. Falls di« Wasserabnehiner mit den genannten Sätzen nicht einverstanden sind, ist ihnen die Berechtigung zugestanden, sich auf ihre Kosten einen Wassermesser sehen au lassen. — 3n Anschlust hieran gab der Dürgerrnrisler bekannt, dast durch die Umlegung von Bauland in der Qiäbe der Turnhalle verschiedene Pachtverträge mit Landsiedlern aufgehoben bzw. geändert werden müßten. Es habe sich als noiwendig erwiesen, einzelnen Siedlern sür besondere Aufwendungen an ihren Grundstücken Entschädigungen zu gewähren, die er vorbehaltlich ter Zustimmung des Stadtvorstandes bereits mit diesen vereinbart habe und im gesamten einen Auswand von ca. 100 Mk. erfordern. Der Stadtvorstand stimmte ter Vorlage zu und bewilligte die vereinbarten Entschädigungen zu Lasten der
Stadt Lich. Entsprechend einem Vorschlag des Bürgermeistern seyte der Sadt Vorstand den Pachtpreis für das den Sievern zugewie»ene Ersahgelände fest. — Die Stadtverwaltung Iaht zur Zeit einen Teil der O r t ilö ur q> so h r t und zwar die Braugafse und Bahnhof nraße, mtt Kleinpflaster verehen. Der restliche Teil der Ortsdurchfahrt, und zwar di« Unter» und Oberstad'. soll im kommenden .yruh; ah rum gepflastert werden. Die Firma 3ohannes R i del in Ober-Widtershcim hat der S °te zu diesem Zwecke erforderlichen Kleinpflastersteine pro Quadratmeter ,u 6.35 Ml. frei Bahnhof Lich angeboten und gleichzeitig nntgete.lt dah d e Anlieferung in den Monaten Aovember und Dezember 1927 erfolgen könnte. 3n Anbetracht des günstigen Angebots und mit Rücklicht daraus, dast im Frühjahr nächsten 3ahres mit der Um- Pflasterung begonnen werden kann, beschlost der Stadtvorstand, der Firma 3vhannes Aickel zu ihrem Angelwt die Lieferung zu übertragen. Die Verrechnung ter -osten soll zu Lasten des Rech» nungsjahres 1928 erfolgen. — Einem Ansinnen desBundes de u t s che r Dv d e nre s o r m e r. die Stadt möge dem Bund als Mitglied beitreten. wurde stattgegeben und ein 3ahresbeitrag von 15 Mk. ab 1. Oktober d. 3. bewilligt. — 3m weiteren Verlauf der Sitzung wies der Bürgermeister auf die Dedeu tung des Obstbaues hin und beantragte die Anpflanzung neuer Obstbäume an ter Straste nach Ronnenroth bis zum Walteingang und auf dem städtischen Grundstück in ter Kammer. Die Straste könne einseitig mit Apfelbäumen und das städtische Grundstück mit Kirschbäumen bepflanzt werten. Der Stadtvorstand trat in seiner Mehrheit dem Anträge bei. — Gelegentlich ter Feldbereinigung In ter Gemarkung Lich wurden dem Stadtwald im Häuserfeld ca. 6'/- Hektar Ackerland zum Zwecke ter Aufforstung zugeteilt. Durch ten in ter Kriegs- und Rachkriegszeit bestandenen Landhunger ist das Gelände an hiesige Einwohner bis Martini 1927 verpachtet Worten. Da für eine Aeuderpachtung ein betonteres Bedürfnis nicht mehr besteht, beschlost ter Stadtvorstand. diesen Waldzuschnitt in den Fahren 1928 und 1929 mit Eichenkultur aufzuforsten. — Die Bürgschaft für fünf staatliche Daudarlehen, die an hiesige Einwohner gegeben werden, wurde ter Bezirkssparkasse gegenüber übernommen. — Der Oberfeldschütz Christian Ledermann ist mit dem 1. Oktober d. 3. in den Ruhe- st an d getreten. Der Bürgermeister wies daraus hin, dast bei der Aeubesetzung der Feldschühen- stelle zu beachten sei, dast die Stelle zu ten den Bersorgungsanwärtem v^rbehal cnen 6tcIlm gehöre und demzufolge durch das Kreisamt Gießen zur Besetzung ausgeschrieben werden müsse. Der Stadtvorstand nahm hiervon Kenntnis und be- schloh, die Stelle ab 1. 3anuar 1928 mit einem Bewerber zu besetzen, der auch die Stelle eines Daumwärters mit versehen kann. Sein Alter soll nicht über 35 3ahre betragen. — Ein Gesuch des Bundes deutscher 3ugendherbergen. die Stadt möge dem Bund als Mitglied beitreten, verfiel der Ablehnung.
Krcis Friedberg
pb. Butzbach, 13. Okt. Zu dem heutigen Ferkel, und Rindviehmarkt waren angetrieben 754 Ferkel und. 3 Rinder. Es wurden gezahlt für Ferkel von 4rbTs 6 Wochen 5 bis 7 Mk., 6 bis 8 Wochen 9 bis 11 Mk., 8 bis 10 Wochen 12 bis 14 Mk. und mehr wie 10 Wochen 15 bis 16 Mark. Der Handel war mäßig.
Kreis Schotten.
=. = Schotten, 13. Okt. Am 25. Oktober feiert der frühere Pfandmeister 3a tob Eise mit seiner Ehefrau das Fest ter goldenen Hochzeit.
4*. Aus dem oberen Vogelsberg, 13. Okt. Heber die letzten schönen Tage hat sich wohl niemand mehr gefreut als ter Vogelsberger Bauer. And am meisten haben sich die gefreut, die mit dem Grummet noch zurück waren. Denn eben ist ja das schönste Wetter für die Grummeternte, iteberall sieht man noch jung und alt beim Mähen. Wenden und Heimfahren. Das Obst hängt noch hier und da, denn auch im Vogelsberg war die Ernte sehr gut, besonders in ten geschützten Tälchen. Besonders reich haben die Rußbäume getragen. Die letzten kalten Dächte, Retel ist nicht auf ter Höhe, haben sie aber schon beinahe entlaubt. Die Kartoffelernte ift nahezu beendet. Leiter war der Ertrag
nicht besonders gut. Man findet diele faul? Knollen. 3n ter Gegend nördlich und östlich non Schotten hat ter Hagelfchlag im 3uni mit seinen faustgroßen Eisstücken starken Schaden angerichtet. Das sieht man bei ter Ernte. Auch die Frucht, betonter« Hafer und Gerste, hatten fast leine Körner.
Kreis Alsfeld.
ö" Homberg a. d. Ohm, 13. Okt. Dieser Tage versammelten sich hier die Mitglieder des Geflügel-, Laninchen- und Bogel- Züchtervereins 19 21 Homberg und Umgegend. Unter lebhafter Beteiligung wurde nochmals über den Zusammenschluß mit den Geflügeljuchtoereinen Schlitz, Lauterbach, Älsfeld und Grimberg zwecks gemeinsamer Abhaltung von Bezirksausstellungen gesprochen und den Mitgliedern diese zu Grünberg vom 7. bis 8. Januar 1928 warm cmpfohlen. Die 7. Lokalschau unseres Vereins wird, wie alljährlich, am 2. Advent (3. und 4. Dezember) stattfinden. Da die Tiere am 2. Dezember durch die Preisrichter für Geflügel W. R e r n - Pohl-Göns und Kaninchen K. Gerhardt- Kirch-Göns bewertet werden sollen, wird die Einlieferung der Tiere am 1. Dezember erfolgen Die Einteilung der Ausstellungskommissionen wird in der nächsten Aersammlung am 6. November durchgesprochen. Zwecks Hebung der Rassegcflügel- zucht sollen in nächster Brutzeit Bruteier guter Rassen verlost werden. Dem langjährigen treuen Rechner des Vereins, Aktuar Kraft, der nach Altenstadt versetzt wurde, ist als Ehrenmitglied ein schönes Ehrendiplom angefertigt worden.
ö" Aus dem Ohmtal, 13. Okt. Die Bienen haben durch das schöne Herbstweller noch einige gute Flugtage gehabt, wie sie in diesem Jahre recht selten waren. In den Nachmittagsstun den konnten die jungen Bienen ihren ersten Ausflug machen, der sich an der dichten Bevölkerung der Flugbretter und dem reichlichen Flug zeigte. Aus den Honigenden Herbstblumen wurde noch Honig zur Ergänzung der Wintervorrätc eingetragen. Zuweilen wurde noch reichlich Blütenstaub als gelbe Höschen an den Beinen der Immen heimgeschleppt und zwecks Auffütterung der Brut zum zeitigen Frühjahr aufgefpcichert. Die infolge der Fütterung mit Zuckerwasser angefüllten Waben wurden in diesen Tagen verdeckelt und Dadurch besser haltbar gemacht. Insbesondere war dies in diesem Jahre sehr wichtig, da viele Imker infolge der sich durch die Witterung angehäusten Herbstfeldarbeiten im Rückstand mit der Bienenfüttcrung waren. — Der Schleuderhonig wird schon sehr gesücht und mit 1,80 Mk. pro Pfund bezahlt, wobei der Imker bei der Mißernte noch Schaden hat. Zuweilen wird von Leuten infolge der hiesigen Knappheit die Probe gemocht, billigeren Honig zu bestellen. Meist wird nicht bedacht, daß es Preßhonig — womöglich noch ausländischer — sein könnte, der durch Auspressen von sämtlichen Waben, einerlei ob sie Blütenstaub, breiige Maden ober Honig enthalten, gewonnen wird und infolgedessen dem Geschmack des echten Blütenschleuderhonigs derart nachsteht, daß er nicht gegessen wird. Zur Kennze chnung des echten Honigs hat der Deutsche Imkcrbund durch D. R. G. M. geschützte Einheitsgläser und -dosen in diesem Jahre Herstellen lassen, die durch numerierte Papierstreifen plombiert, den Erzeuger nachweisen können. Im hohen Vogelsberg war die H o n i g e r n t e besser, da durch den Wiesenreichtum und den späteren Schnitt der Wie- sen bessere und längere Trachtverhältnisse waren, wodurch mancher Imker eine Ernte von 15 bis 18 Pfund pro Volk ausschleudern konnte.
Kreis Lautcrback).
=>.= Crainfeld, 13. Okt. Anfang Ro- vember gedenkt man hier die 40O-3ahrfeier zur Erinnerung an die Einführung der Reformation in unserer Gemeinde zu feiern. Man hofft, daß bis dahin die zur Zeit verwaiste Pfarrstelle, die vertretungsweise durch Pfarrer ® o tt ert mitversehen wird, wieder endgültig besetzt ist.
Preußen.
Kreis Westlar.
WSR. Wetzlar. 13. Okt. 3nDolperts- Hausen wollte ter Bullenhalter feinen alten Bullen, ter seit langem keinen Fahrdienst getan, einspannen. Das Tier tourte wild, zerbrach die Führerstange und nahm den Führer auf die Hörner, warf ihn zu Boden und verletzte rhn durch Tritte und Stöße ganz
erheblich. Zum Glück war das Hoftvr ber- schlossen. fo daß das Tier nicht ins Freie gelangen konnte. Mit Mühe konnte es gebändigt werden.
- Aus dem - reife Wetzlar. 13. Okt. Die Spätobsternte ist in ten Gemarkungen unseres Krrikes augenblidlid) in vollem Gange. Die hohen Ernteerträge in diesem 3ahre haben lehr geringe Obstpreise zur Folge. Für feinste Taseläpsel bieten die Händler nicht mehr wie 8 bis 10 Mk. pro Zentner, geringere Sorten sind noch billiger, wahrend das Fallobst höchstens mit 2.50 Mk. pro Ztr. bezahlt wird. Genau so ist es mit Birnen, die in erster Qualität selten höher als 5 bis 6 Ml. pro Ztr. verkauft werten. Die Zwetschen kosten nicht mehr wie 8 Mk. Da die meisten Obstzüchter bei diesen Verhältnissen ihr haltbares Winterobst hkmge wie möglich behalten und lagern, gestaltet sich ter Hantel mit Winterobst vorerst noch schleppend.
Kreis Marburg.
sch. Marburg, 13. Oktober. Zum heutigen Schweine markt waren 1150 Ferkel und 35 Läuferschweine aufflttricben. Bis zu icchs Wochen alte Ferkel kosteten 9 bis 12 Mark, sechs bis acht Wochen alte 12 bis 16 Mark, acht bis zwölf Wochen alle 18 bis 2-5 Mark. Für Lauferfchweine wurden je nach Qualität 35 bis 70 Mark bezahlt. Der Handel war ziemlich flott.
^bcrwcftcrwaldkreis.
WSR. Pfeifensterz, 13. Okt. Bekanntlich ist der Dame .Kackenberg" in .Reuhochstein" umgeäntert worden. Runmehr haben die Ort- fchatten Rotzenhahn Atzelgift. Pissigbofen und Pfeifensterz ebenfalls Anträge auf Abänderung ihrer Hamen gestellt.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M, 13. Ott Di- Gäste eines Restaurants auf der Zeil waren heute mittag Zeugen eines auf reg entern Dorfall«. Kam da ein Herr ins Lokal, setzte sich an einen Tisch, bestellte eine Flasche Wein, und als sich der Kellner eben fortb.'geben hatte, um ten Wein zu holen, kramte ter Gast seine Brieftasche und seine Papiere aus ten Rocktaschen. legte sie vor sich auf den Tisch hin, too er vorher schon einen Revolver nietergdegt hatte. Plötzlich ergriff er b\t Waffe und schoß sich in den Mund. Ra«E» wenigen Augenblicken war ter Gast tot. Der Lebensmüde ist ein Zigarrenfabrikant Grosch aus Kelsterbach. Das den Mann in den Tod trieb, ist unbekannt.
Kreis Hersscld.
WSR. Hersfeld, 13. Ott. Ein schweres M ngl ü <f ereignete sich auf dem hiesigen Bahnübergang ter Strecke Frankfurt — Bebra. Während ein Güterzug fie Schranken passierte, hatten sich vor dieser mehrere .yuhrto:rke angesammelt. Der Sd;rantcntoärter öffnete ihnen vor dem zu ertoartenten D-3ug noch einmal die Schranken und ließ die Fuhrwerke durch. Während das letzte Fuhrwerk, ein Kuhgcfpann, mitten auf den Schienen stand, brauste ter D -3 ug heran. Der Wagen wurde erfaßt und vollkommen zertrümniert. Der auf dem Wagen befindliche sechsjährige Sohn des Landwirte« Peter Dube aus Sieglos tourte getötet. Die Mutter te« Knaben, die hinter dem Da«« herging, blieb unverletzt, ebenso b« -uh*
Hessischer Landesverern für Innere Mission.
WSR. Darmstadt. 13. Ott. Dieser Tage sand im Saale des Landeskirchentages die diesjährige Mitgliederversammlung de« Hessischen Landesverein für 3 nnc r c Mission, verbunden mit ter Tagung te« Evangelischen Landesverbandes für 3 n n er e Mission in Hessen, statt. Der geschäftlichen Tagung war die Einführung te- neuen Direktors durch ten Prälaten D Dr. Diehl in der Stadtk.rche und am Abend ein Gemeindeabend im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses vorangegangen.
Die Mitgliederversammlung tourte eingeleitet durch eine Andacht die Pfarrer Memme r t. Ober-Widdershei.n, hielt. Der 3ahres- bericht des Dorsihenten legte Zeugnis ab von ter weitreichenden und alle Gebiete ter 3nnevcn Mission umfaffenben Tätigkeit te« Lande«verein«.
Federmann.
Heitere Geschichten von Han- Rieb au.
Fetermann ging durch ten Park. Es regnete. Federmann stolperte. Fetermann fiel. Fetermann hatte ten Weg verloren. Doch wie es sich so trat Einmal rannte Jedermann nicht gegen einen Daum, sondern argen einen Psahl. An tem Psahl hing eine Tafel. Also: ein Wegweiser. Aber die Tasel hing hoch.
Jedermann fierterte. Bis an das Schild hinaus. lind la«: Frisch gestrichen.
Fetermann ging durch ten Park.
Fetermann harte eine Uhr gekauft. Für zwanzig Mark. Eine schöne fifberiie Taschenuhr von einem Hausierer. AIS ec sie in die Tasche heckte, ging sie. QIU er sie herauszog, ging sie nicht.
Fetermann schüttelte. Di« Uhr ging drei Minuten. Jedermann holte einen Schraubenzieher, öffnete ten Deckel, nahm eine Lupe, blies hinein. Die Uhr ging zwei Minuten. Dann stand sie. Jedermann holte Maschinenöl, schöne«, weiße- Maschinenöl. Die Uhr ging anderthalb Minuten. Dann stand sie.
Jedermann sluchte. Dann verlaust« er Me Uhr an seinen Jreund Mücke. Für zehn Mari. -
.Wie ist e« mit ter Uhr?" fragte Fetermann, al« er feinen Freund totetertraf.
.3a", sagte ter, .erst blieb sie stehen, bann habe ich sie a u s g e z o g e n.“
.Und nun?" fragte Fetermann.
.Run geht Tie.“
Fetermann brach zusammen.
Riemand traut« es Fetermann zu. Aber e« tour doch so: Jedermann war ein Läuser. Ein leidenschastllcher Läuser.
Einmal lies er durch di« Straßen. Stieß mit seinem Freund Mücke zusammen.
.Wohin?" fragte ter.
,Or hat mir tnc Brieftasche gestohlen!“ .Wer?'
.Der Diebl"
.3ch seh« Mnenl“
.Schon längst üterhotf, keucht« Jedermann und raste davon.
Alle wußten es: Federmann ah nie Austern. Qlber sein Freund Mücke, ter sein 3ub läum im Ratskeller feierte, hatte gewettet, dah Jedermann sie doch essen würde. Und so tat er das einzige, was bei Jedermann zum Ziel« führen konnte: 3cter Gast bekam eine Schüffel Austern, nur Jedermann nicht.
Jedermann schimpfte. Diese Selbstverständlichkeit gefiel ihm doch nicht. Und so ah Fetermann Austern. Erst ein Dutzend, dann ein zweites.
Drei Wochen später konnte er das Bett wieder verlassen.
Fetermann badete. 3m Fluh. Das Wasser ging ihm bis unter die Anne. Eine Welle schlug bis zum Srinn. Am User stand ein Mann, der auSsah, als toerm er schwimmen könnte. Jedermann trat einen Schritt. Da schlug das Wasser über ihn, zusammen.
.Hilfe!" schrie er, .ich habe keinen Grund!"
.Darum schreien Sie denn, wenn Sie keinen ©runb haben?“ rief ter Marrn, ter fo auSfah, als wenn er schwimmen könnte.
Fetermann senkte beschämt den Kopf und ertrank.
Hermann von Ihering.
Ein seltene« Beispiel geistiger Frisch« bietet ter Höchte tagte Professor Dr. Hermann von 3h«ring, ter kürzlich mit tem stattlichen Dante .Die Geschichte des Atlantischen Ozean«“ sein Leben-Werk rühmlich gekrönt hat. Das Buch bittet ein toürbigc« Settenstück zu te« Dersasser« - 20 3ahr« früher in Suente Olxre« erschienenem Hauptwerk .Les Mollusques fossiles du Tertaire et du Crätace supeneur de l’Ar- gentine“. 3n seinem neusten Werk sucht 3hering hauptlächlich aufgrund ter fossilen Tier- und Pttanzenwelt bi« auf die Kreidezeit zurückgehend. die ursprüngliche Gestaltung te« Ozean« und ter anstohenden Festlairdmalfen zu enttoerfen. Mil Recht sagt Prof. v. Ubisch in seiner Besprechung te* Buche« IsPetermanns Geogr Mttteil. 1927, S 7,8): .Da« neu« Buch H. v. 3hering« irnpo-' tüctJ al« die eetfe Frucht eine* arbeitsreichen chxf(terteben«.... Rur wenige lebende Forichcc
werden auf so zahlreichen Feldern wie er geackert haben, nur wenige dürften daher in der Lage fein, ein fo imponierendes, geschlossenes Ganzes aufbauen tzu können."
Hermann von Ihering ist 1850 in Kiel als Sohn des berühmten 3uriften Rudolf v. 3hering geboren; da er aber seine ganze 3ugenb vom zweiten Lebensjahre an in Sieben verbrachte, hat er sich stets als Oberhesse betrachtet. 40 3ahrc hat er als bahnbrechender Forscher und nicht minder als Pionier des Deutschtums in verschiedenen Stellungen in Südamerika gewirkt, vor allem als Leiter des Museums zu Sao Paulo, das er förmlich aus nichts geschaffen hat. Der Deutschenhah der Brasilianer während der Kriegszeit führte seine gesetzwidrige Entlassung herbei, worauf er nach Europa zurückkehrte und sich in Büdingen nieterlieh. 3n erfreulichem Gegensatz zu diesem Undank hat e« ihm auch an ter verdienten Anerkennung nicht gefehlt. Dreißig gelehrte Gesellschaften nennen ihn ihr Ehrenmitglied, mehr als 100 Arten und Gattungen von Tieren und Pflanzen sind nach ihm benannt. Seine Ernennung zum wirklichen Honorarprofessor der Universität Gießen ist noch in frischer Erinnerung. Die Universität Göttingen hat 1922 sein medizinische«. 1926 fein ph.losophifche- Dvk- tordiplvm in schmeichelhaftester Form erneuert; ter Deutfche Wissenschaftlich« Derein zu Sao Paulo hat ihm 1920, der zu Buenos Aires 1927 eine eigene Festschrift gewidmet. Diese enthält außer einer ausführlichen Darstellung ferne« Le- benSgange« auch ein Verzeichnis feiner Veröffentlichungen; eS find nicht Weniger als 320 Schriften und Aufsätze in deutscher, sranzosischer, spanischer und portugiesischer Sprach«. Pro! Hennig < Tübingen) sagt nicht zu viel, wenn er in einer Aenzension des oben besprochenen Werkes ten Verfasser einen Polyhistor nennt O. D.
Frankfurter Schauspielhaus.
Sin Dichter streitet mit heißem Herzen um die Frage GvtteS. 3ft Gott, an den Roah in Smst Barlach* schwerblütigem Drama „Die Sünbslut“ glaubt, der richtig« Gott, oder ist e« ter Gott, ten ter 2u«sätzrge anklagt, ter Gott, den ter Eigenbrödler 6akm bestreitet
3armer ist es der Allmächtige, um dessen majestätischen Begriff ter Kampf der kleinen Geister tobt, von den Zeiten Roah« her bi« zu den Religionsphilosophen unterer Tage. Ernst Barlach, ter Dichter aber, laßt den Kampf der Begriffe und Gefühl«, der The'en und 'Antilh«s«n um den Allmächtigen kreisen und gibt Theologie statt eine« Dramas. Wohl ist in feiner „Sünb- flut“ so etwaS wie eine Handlung, da« Wesentliche ist aber ter Geist: infolgedessen fehlt e« diesem Drama an mitreißender Kraft der Spannung. an der Gewalt eines Schicksal«, dav au* ten Menschencharatteren ersteht und Tragik wird. Man konnte also schlechthin das Derk Barlachs als undramatisch verwerfen, aber ba ist etwas in Sprache und Szene, wa« den Zuschauer packt, etwa« Verhaltenes. Leidvvll-Fa- natische*; das Feuer einer ungeheuren Leidenschaft schlägt empor und dann herrscht wieder die dumpfe, lastende Schwere te* Zweifels, ter leelisch«! Acngste. Die Szenen, meist Dialoae. f-nb wie Barlachs - Plastiken und Bildwerke: ’djtDcr, crdhatt-wuchtig, ja klobig, doch über ihnen leuchtet die ö nfalt einer starken Menschenseel«, die stch abquält um den Degrisl Gott, den auch ter Künstler Barlach nur fühlt, für den ihm aber die Wort« fehlen Die eigentlichen Gescheh- nisse dieses Derk« sind gering, c« ist wenig Handlung, aber viel Rede in diesem Schauspiel, in allem spürt man aber da« schwere Ringen einer Seele, die Barlach heißt und diese Seele entlädt ihre Kämpfe in der bibli'chen Gestalt te« Roah. um die fich seine Söhne, sein Weib und allerhand alttestamentarilche Gestalten gruppieren. Stark und eindrucksvoll war die Aufführung unter dem Regisseur Fritz Peter Buch. Er harte die Monumentalität ter Dichtung in dramatische Schwingungen zu versehen versucht, er wurde darin auch von einer verständnisvollen und be’eelien Darstellung unterstützt, aber c« blieben theologische Diskussionen von allerdingstarker Wirkung. Ernst Sattler al- Roah, Taube, Engel«, Konstanz« Men^, Lola M e b i u -, Lothar R e w a 11 toaren die künstlerischen ßffronenten der Auttührung, bü durch tes Maler« Siewert Sündsluttnld mit der cinfam ragenden Arche eine ungeheuer sinnfällige Wucht bekam. L. w.


