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Mittwoch, 13-MM?

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Rr. 161 Drittes Blatt

Aus Natur und Technik.

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Das Stammhaus inmitten

nach

geben.

^Die Zahl der Teilnehmer am Llnterhaltungs- rundsunk steigt erfreulicherweise dauernd. e>aber

Alfred Krupp.

Zu seinem 40. Todestage am 14. Juli.

Von Max Fischer.

(Nachdruck verboten/

feine Platten gäbe: des Schellacks. Dieser toirb, hauptsächlich in Indien, durch Reinigung eines Harzes gewonnen, den bestimmte Pflanzen unter dem Einfluh der Schildläuse ausschwihen. Man tonnte mit einiger Ironie, aber sachlich durchaus richtig, der Geschichte einer jeden Schallplatte die Uebcrschrift geben: Von der Laus zum Kunstwerk.

Nachdem in der Fabrik aus solchem Schellack und anderen Substanzen die richtige Mischung für die Plattsnsubstanz hergestellt worden ist, beginnt die hauptsächliche Arbeit: ine Pressung. Das Material, das inzwischen m eine Hatbfeste Form gebracht worden ist, wird leicht erhitzt und in einer Maschine unter gewaltigem Druck der einem Gewicht von etwa fünfzigtausend Kilo­gramm entspricht, auf die metallgehartete Ma­trize gepreßt. Diese riesigen Kräfte werden durch einen Heinen Hebel an einer verha tnismahig unscheinbar aussehenden Maschine entfesselt: ein Auoenblick des Niederdrückens schon, ist Die Plattenkopie mit allen Einzelheiten geprägt, und bedarf nur noch einer Bearbeitung ihrer Nander. der Etikettierung und Verpackung, um versand- sertig zu sein. Schon schiebt sich neues Material in die Maschine, wiederum ein Druck und die nächste Platte ist fertig. Scheint es nicht verhält- nismätzig einfach? Aber welche Arbeit von Gene­rationen hat dazu gehört, um diese Einfachheit zu ermöglichen.

So über ihre Herkunft orientiert, legt man mit verdoppeltem Interesse die neuen Platten des Monats auf das Grammophon. Zu den In­strumenten, deren Ton früher überhaupt kaum zu reproduzieren war, gehört das Klavier. Es klang immer strohig und dürr, und es wur^ nur eine gelinde Ahnung von seinem eigentlichen SUang vermittelt. Gerade hier nun zeigt sich die Ent­wicklung der Neproduktionstechnik. Es ist noch immer nicht so, als stände man neben einem Flügel; aber der Ton ist nicht mehr kurz und

gen sollte! .

Friedrich Krupp war Kaufmann m Essen und besaß von seinen Eltern und der sehr rührigen Großmutter Krupp I)er ein für damalige Zeiten be­trächtliches Vermögen. Technische Kenntnisse hatte er sich bei seiner früheren Tätigkeit auf der Gutehoff- nungshütte erworben, die damals im Besitz eben dieser Großmutter war. Sein Entschluß, Gußstahl herzustellen, gewann feste Gestalt, als sich ihm zwei Brüder namens von Kechel alsStahlfabrikanten anboten, die sich aber später als Betrüger erwiesen; die im Jahre 1812 begonnenen Versuche scheiterten. Noch schwerer war Sie Enttäuschung bei einer Ver­bindung mit einem gewissen Nikolai, und erst 1816 konnte Friedrich Krupp die Herstellung von Guß­stahl nach eigenen Gedanken wieder aufnehmen. Nach anfänglichen Erfolgen häuften sich aber die Mißerfolge; die Fabrik ging mehr und mehr zu­rück; schon 1824 war Friedrich Krupp aus der Zahl

die Herstellung von Schienen waren die Grundlage der Erfolge; insbesondere die Radreifenherstellung gab die Mittel, die Geschützherstellung Ende der fünfziger Jahre bestellte Preußen die ersten 300 Felogeschützrohre bei Krupp aufzunehmen und auszubauen.

Die Jahre nach dem Kriege 1870/71 brachten einen Rückschlag, der die Arbeiterzahl vorübergehend auf 13 000 sinken ließ. Solche Zeiten stilleren Ge­schäftsganges benutzte Alfred Krupp immer zum inneren Ausbau des Werkes. So baute er von 1871 bis 1873 zahlreiche Arbeiterwohnungen, u. a. in den Siedlungen Kronenberg und Schederhof. 3300 Wohnungen standen damit für Kruppsche Werks­angehörige zur Verfügung. 1873 erließ Alfred Krupp einGeneralregulativ", das für den späteren Aus­bau und die gesamte Organisation des Werkes bin=

Krupp bei welchem Deutschen stellte sich bei diesem 'Jlotnen nicht die GedankenverbindungKa­nonen" ein! Und doch war es eigentlich nur eine lurze Zeit, in der Krupp Geschütze baute, und sie haben ausgenommen natürlich in der Kriegs­zeit immer nur einen geringen Teil seiner Er­zeugung ausgemacht:Gußstahl" ist das Stichwort, das sich bei Nennung des Namens Krupp emstellen sollte Gußstahl wollte der im Jahre 1787 geborene Kaufmann Friedrich Krupp machen, Gußstahl, der den weltbeherrschenden englischen Gußstahl verdrän-

wäre es allerdings dringend nötig, daß audj die Rücksichtnahme auf die in ter Nähe wohnenden anderen Rundsunktrilnehmec i'i gleichen Maße wachsen würde, denn je dichter ix: Rundfunkempfangsstellen im Stadtgebiet liegen, um so größer ist auch die Gefahr der gegen­seitigen Beeinflussung und Störung. Leiber neh­men aber die Klagen über Störungen durch ungeschickte oder rücksichtslose Be­nutzung der Empfangsapparate zu. Wenn auch das Pfeifen und Heulen in vielen Fällen durch mangelhafte Beschaffenheit oder falsche Handhabung des eigenen Apparates ver­ursacht werden, so besteht doch kein Zweifel, daß noch öfter wirklich Störungen durch benach­barte Empfänger vorliegen.

Diese fogenarmten Rückkopplungssto- rungen werden dadurch verursacht, daß die Empfangsröhre infolge zu engen Koppelns mit der Antenne ihrerseits als Sender wirkt, so daß die eigene Antenne Schwingungen aussendet. die auch noch in größerer Entfernung auf be­nachbarte Antennen einwirken und die an diese angeschalteten Empfangsapparate zum Heulen bringen. Erhöht wird die Gefahr des unbeab­sichtigten Aussendens von Wellen durch an­dauerndes Suchen nach verschiedenen Sendern. Wenn in kurzen Fristen immer wieder der ganze Wellenbereich des Rundfunks abgetastet '/oirb, Tann das ohne Störung der Nachbarn nicht ab­gehen. Hierbei müßte aber doch jeder bedenken, wie unangenehm ihm selber eine Störung mitten im Empfang ist und wie der ganze Genuß da­durch hinfällig werden kann. Eltern sollten auch ihre Kinder entsprechend belehren und beauf­sichtigen. Der Rundfunk ist längst kein Spielzeug mehr, sondern schon ein unentbehrliches Ver­kehrsmittel. Man denke auch daran, daß gerade unter den Rundfunkteilnehmern sich viele Un­bemittelte befinden, für die in ihrem schweren Dasein der Rundfunk die einzige Erholung und Abwechslung ist, und die sich selbst die geringe Rundfunkgebühr förmlich abdarben müssen.

Man überlege sich, wie es solche Leute, be­sonders aber auch Kranke und Kriegs­beschädigte usw. berühren muß. wenn man ihnen die kleinen Lichtblicke, die ihnen aus den Rundfunkdarbietungen erwachsen könnten, durch ungeschicktes und rücksichtsloses Handhaben der Empfangsapparate oder sinnlose Spielereien raubt. Was nützt es unseren Blinden, daß sie jetzt durch die Reichspost ausnahmslos mit Rundfunkgerät ausgestattet werden, wenn ihnen diese Anlagen durch die mangelhafte Einsicht der Nachbarn verleidet und so schließlich zu einer Quelle des Aergers anstatt der Freude werden? Darum trage jeder Rundfunkteilnehmer zu seinem Teil dazu bei, daß die Rückkopplungs störungen verschwinden und beherzige folgende Mahnungen.

Während der Hauptsendezeiten des srank- furter Senders laß das Herumsuchen nach an­deren Wellen, sonst störst du bestimmt. Prüfe öfter, üb dein Röhrenempfänger nicht unbeab­sichtigt Wellen aussendet. Meist kannst du das schon daran erkennen, daß du im Hörer ein Knacken wahrnimmst, wenn du mit angefeuchtetem Finger eine blanke metallische (nicht mit Isolier­lack usw. überzogene) Stelle der Antennenzufuh- nmg, Qlntennennemme usw. berührst. Hast du irgendwelche Zweifel, so erhältst du Auskunft in der Beratungsstelle des hiesigen sunk- Vereins. Gin erfahrener Vertreter derselben ist fast immer vormittags in der Geschäftsstel^ der Firma Heinrich Brinkmann. Zweiggeschäft Bahn­hofstraße (neue Geschäftshallen Dorrn Bahnhofs­gebäude) zu sprechen. Erst trenn du deinerseits dies alles getan hast und du dir keiner eigenen Rundfunksünden bewußt bist, kannst du dich mit gutem Gewissen mit den Verfehlungen deiner benachbarten Mitteilnehmer befassen Aber auch dann ist es nicht klug, gleich zum Kadi zu laufen, der meist auch nicht viel tun kann, weit die Beschaffung von unwiderlegbaren Beweisen sehr schwer ist, Zwangsmaßnahmen, besonders die Entziehung der Genehmigung, aber doch nur bann in Betracht kommen können, trenn solche untrügliche Beweise vorhanden sind; Dermutuii- gen genügen dabei nicht. Es ist viel besser und wirksamer und geht meist viel eher ohne gegen- , fettige Verstimmungen ab. trenn die Teilnehmer als getreue Nachbarn in freundlicher Weise miteinander in Verbindung treten, sich gegen­seitig ihre Beobachtungen mitteilen, ohne Emp­findlichkeit auch die Wahrnehniungen anderer Aur Kenntnis nehmen und die Folgerungen dar-

spitz der verschiedene Klangcharakter von Bassen, Mittellage und hohen Tonen tritt seyr deutlich und eindrucksvoll hervor, und Feinheiten der Nuancierung sind oft auf das genaueste erkenn­bar Aus der Fülle des Materials erwähne ich einige Platten, die mir besonders gelungen er­scheinen: vor allem diejenige, die Ignatz « r t e d- manns virtuose Eleganz festhalt (Columbia). Daß Geläufigkeit und klare Disposition zu den aünftigen Vorbedingungen des PHonoerfvlges ge­hören zeigt Carol Szreter, der auf einer Parlo'phonplatte Liszt spielt. In einigem Abstand davon ist eine Chopinplatte des berühmten Cho- pinspielers Pachmann zu nennen, dessen genialische Art sich dem Apparat nicht so. ohne weiteres anpaßt. Ganz besonders zur Wieder­gabe ist der an sich kurze und dünne Ton des entzückenden Vorgängers des Klaviers, des Cembalos, geeignet; so kann Freunden alter'Musi. zum Beispiel die Cembaloplatte von Allee Ehlers (Homocord) empfohlen werden.

Ein Gebiet, bei dem sich durch die techni­schen Verbesserungen neue Möglichkeiten er­schließen, ist auch das der Sprechplatte; freilich zeigt sich auch hier, wie durchgebildet die Technik des Künstlers für diesen Zweck sein muß. Aus einer Elektrolaplatte spricht Blandino ©böiger zwei Gedichte, begleitet von Friedrich Hollander: seltsam vibrierend zwischen Komischem und wahr­haft Schauerlichem, schmal, unterernährt unö fünfzehnjährig in der Stimme wie in ihren Kaba- rettqeitalten. Weitere Platten bringen Elar. Waldoff und Paul Morgan. Beide amü­sant. aber sie können sich an Intensität und trockenem Witz nicht messen mit emem der besten englischen Komiker, den ebenfalls Etrola her­ausbringt: Jack Smith. Wie der bald du) Musik führt, bald neben ihr baherfchlenbert, tote er spaßig mit englischen Lauten jongliert, ist er em Meister der Sprechkunst auch für den, der nicht jedes Wort versteht.

Rundfunk und Publikum.

Von einer hiesigen, in Dingen des Ra­diobetriebes maßgeblichen und sachverstän­digen Stelle werden uns die folgenden Ausführungen zur Verfügung gestellt, denen wir im Interesse der zahlreichen Gießener Rundfunksreunde gerne Raum

der steuerpflichtigen Gewerbetreibenden gestrichen worden. Am 8. Oktober 1826 erlag er, erst 39 Jahre alt, einer Brustwassersucht und hinterließ seiner Familie den Besitz übersteigende Schulden und leere Fabrikgebäude.

Hatte schon einmal eine Frau, die erwähnte Großmutter Friedrich Krupps, Helene, geborene Ascherfeld, mit fester Hand die Familie geleitet und ihren Besitz vermehrt, so war es auch diesmal eine Frau, Friedrichs Witwe, Therese, geborene Wil- fjehni, die den zähen Entschluß faßte, das Werk ihres Mannes weiterzuführen. Neben wohlwollen­den Verwandten, die sie unterstützten und keine har­ten Gläubiger waren, war cs aber einer ihrer Söhne, der ihr Hauptstütze war, der Mann, der die Firma später zu Weltruf brachte, und dieser Mann" war damals erst 14 Jahre alt: Alfred Krupp. ~ ,

Und das ist das Merkwürdige: Dieser vierzehn­jährige Knabe, der nach seiner Entlassung aus der

Die Welt der Schallplatte.

Von Frank Warschauer.

Die Monatsproduktion der großen Schall­plattenfabriken in Deutschland ist im allgemeinen 120 000 bis 150 000 Stück. Aus diesen Zahlen ist die ungeheure Verbreitung der Schallplatte zu erkennen. Es ist keine Hebertreibung, wenn man sagt, daß in der weitaus größten Zahl von Fällen Musil durch Apparate, wie Rundfunk und Grammophon, vermittelt wird, und daß dem­gegenüber unmittelbar gehörte Musi! nur einen kleinen Prozentsatz darstellt.

Die Fabrikation einer Schallplatte gehört zu denjenigen feinmechanischen Verfahren, die auf die geistreichste Weise durchgebildet sind, und bei denen die subtilste Arbeit mit uner­hörter Präzision und Gleichmäßigkeit geschieht. Cs handelt sich hierbei bekanntlich darum, eine Schrift von mikroskopisch kleinsten Ausmaßen, die für das Auge überhaupt nicht sichtbar ist, in zahllosen Exemplaren derart au vervielfältigen, daß auch nicht die allergeringste Einzelheit Der» lorengeht. Denn es sind Zeichen feinster Art. die auf die ursprüngliche Aufnahmeplatte ein­geritzt werden, und die sich tatsächlich genau ebenso, ohne die allermindeste praktisch bemerk­bare Verschiedenheit auf Tausenden von Platten wiederfindet. n ...

Wie hat nun die Technik diese fast unlösbar scheinende Aufgabe bewältigt? Ein Gang durch eine Schallplattenfabrik gibt eine Antwort darauf. Sn einem besonderen Raum befindet sich das kostbarste: die Originalplatten. Man sieht ihnen nicht mehr an, daß sie ursprünglich aus dem empfindlichsten und weichsten Material aus Wachs waren; sie machen vielmehr einen soliden Eindruck und scheinen ganz aus dein rötlich glan­zenden Metall zu bestehen, das ihre Oberfläche bildet: aus Kupfer über einer Kupferlegierung.

dende Richtlinien sestlegle, und das auch noch seinem Tode fortwirkte. Gegen Ende seines Lebens zog er sich mehr und mehr vom Geschäft zurück und überließ die technische und kaufmännische Lei­tung demDirektorium. In die siebziger Jahre fällt auch die Aufnahme der Erzeugung von Sie­mens-Martin-Stahl, neben der die Herstellung von Tiegelgußftahl beibehalten wurde.

Am 14. Juli 1887 starb Alfred Krupp und hinterließ seinem einzigen Sohne Friedrich Alfred das Werk mit 21000 Beschäftigten. Von den 75 Jahren seines Lebens hat er 61 an der Spitze feines Werkes gestanden, zu dem zwar den Keim jein Vater gelegt hatte, den dieser aber wohl wegen mangelnder Stetigkeit in seinem Wesen nicht zur Entfaltung hatte bringen können. Alfred Krupp, der aus härterem Holze geschnitzt war, konnte ernten, was sein Vater gesät hatte nicht muhelos frei­lich, sondern in zähem Ringen um den Erfolg. Seine Aufsasfunq vom Wesen der Arbeit sprach er in einer Kundgebung seinen Arbeitern gegenüber aus, als er das heute noch inmitten der Fabrik stehende Stammhaus hatte wiederherstellen lassen, das die Zuflucht seiner verarmten Eltern in den zwei letzten Lebensjahren des Vaters gewesen war, und das Alfred Krupp selbst mit feiner Mutter und seinen Geschwistern bis in die vierziger Jahre bewohnt hatte; er sagte:Der Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein, dann bringt Arbeit Segen,'dann ist Arbeit Gebet."

eignetest, sondern überall da, wo Zweifel entstehen können, auch, wofür es nicht geeignet ist.

So schnell ging der Aufstieg zur Weltfirma freilich nicht. Bis 1848 war das Kruppsche Unter­nehmen eine kleine Werkstatt mit wenigen Arbei­tern ihre Höchstzabl hatte nur zeitwellig hundert überstiegen. Zu den bisherigen Erzeugnissen waren vor allem tyeine Walzwerke für die Gold- und Silberwarenindustrie getreten. Die Erfindung eines Löffelwalzwerks verwertete Alfred Krupp u. a. in Oesterreich. Technischer Leiter der dortigen Fabrik mürbe sein Bruder Hermann dessen Sohn Arthur noch heute die daraus eniftanbenen Berndorfer Werke bei Wien leitet. Es liegt hier ein ganz ähn­licher Vorgang vor wie in der Familie Siemens: Auch mehrere Brüder von Werner Siemens sind selbständige Großindustrielle geworden; man kann aber bei keiner- der beiden Familien sagen, daß ihnen dies mir infolge der Unterstützung durch den großen Bruder" gelungen ist: Aehnliche ererbte Mutagen haben sicher den Hauptteil dazu beige­tragen, daß sich Männer wie Hermann Krupp und Wilhelm Siemens in ihren eigenen Wirkungs­kreisen nicht nur behaupten, sondern sie gleichfalls zu Wsltunternehmungen ausbauen konnten.

Alfred Krupp erweiterte feine Kenntnisse durch eigene Studien sowie durch Reisen nach Holland, England und Frankreich. Rückschläge, die wahrend seiner Abwesenheit eintraten, verstand er zu über­winden. Erst zwischen 1830 und 1840 konnte die Firma die erste Dampfmaschine aufstellen ganze 20 Pferdekräfte hatte sie. In das folgende Jahr­zehnt fallen die ersten Versuche mit geschmiedeten Pistolen und Gewehrläufen. 1848 wurde Alfred Kruvp alleiniger Inhaber der Fabrik.

Von dieser Zeit an beginnt der Aufstieg. Die Zahl der Arbeiter betrug 1851 etwa 200, 1856 stieg sie auf 1000 und erreichte Ende der sechziger Jahre 2000, um bann anfangs der siebziger Jahre in der Fabrik und in den Gruben und Hütten aus 17 000 anzuwachsen. Die Erzeugung von Federn i,nd Achsen für Pserüewagen und Eisenbahnen, namentlich aber die von nahtlosen Radreifen und Das ist aber ein Irrtum. Das Metall ist nur eine ganz dünne, überaus feine Schicht, die mit Hilfe eines elektrolytischen Versahrens über den überaus leicht verletzlichen Wachsgrund gelegt ist; doch ist die Platte auf diese Weise derart gehärtet, daß sie einem sehr starken Druck wider- stehen kann, ohne dabei irgendwelche Verände­rungen zu erleiden.

Hier auf dieser Platte ist alles fixiert, was zur Wiedergabe besttmmt ist. Der Stift, der sie geritzt hat, ist durch die ursprünglich erlllngen- den Schallwellen geführt; ob sie von einem In­strument herrühren oder von der menschlichen Sttmme, von einem ganzen Chor oder einem Orchester: hier sind sie in ihrer charakteristischen Eigenart gebannt. Man vergegenwärtige sich, was dies bedeutet. Schon ein einzelner ^on, den man z. B. auf dem Klavier anschlägt, ist ge­kennzeichnet durch die Aussendung einer ganzen Reihe von Schallwellen, die zueinander in einem bestimmten Verhältnis stehen; von einem spielen­den Orchester aber oder einem Chor gehen gleich­zeitig Hunderte, ja Tausende der verschiedensten Schallwellen aus, die durch die Art ihrer Be­ziehung zueinander den Gesamteindruck erzeugen. Unö all dies finden wir nun in dem System un­sichtbarer Verttefnngen und Erhöhungen auf der Platte wieder.

Von der Originalplatte können nun, nachdem sie so vorbereitet ist, mit Hilfe eines Preßver- fahrens Abzüge gemacht werden; undTnese^dienen dann wiederum dazu, die verkäuflichen Platten herzustellen. Hierbei spielt das Material für die Platten eine große Rolle; es muß zugleich einen hohen Grad von Elastizität und von Üesllgkeit besitzen. D-r wichtigste Bestandteil der Platten- substanz ist organischen Ursprungs und wird von einem übelbeleumundeten Tier geliefert: .nämlich einer Laus. Die sogenannte Lackschildiaus ist Die Herstellerin einer Substanz, ohne die es

Quarta mit 134 Jahren vom Vater in das Geschäft ein geführt worden war, ging mit Tatkraft ans Werk, suchte Fühlung mit den Abnehmern, sorgte dafür, daß ältere Bestellungen so schnell wie möglich aus­geliefert wurden, und vergrößerte so bald Kund­schaft und Absatz. Mißerfolge in der Güte des Stahls gab er ehrlich zu und ersetzte Beanstandetes durch Einwandfreies. Als im Jahre 1827 die Eifen- lieferungen schlecht ausgefallen waren, brachte ihn dieses Verfahren an den Rand des Verderbens; er blieb aber trotzdem dabei, und diese Ehrlichkeit, nach bestem Wissen und Gewissen nur das Beste zu lie­fern, der die Firma treu geblieben ist, ist es, die ihren Aufstieg begründet und sie zur Weltfirma hat werden lassen. Es ist auch heute geradezu be­zeichnend für die Kruppschen Werbedrucksachen, daß nicht mir angeben, wofür ein Erzeugnis ge-