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and ziehen. Erst wenn alte Rundfunkteilnehmer erkannt haben, daß sie auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden sind, und daß eine er­sprießliche Entwicklung nur möglich fei, wenn alle sich als Glieder eines unteilbaren Ganzen suhlen lernen und allseitig Rücksich t a u f ein an der nehmen, werden auch die Klagen über Ruck- kopplungsstörungen verschwinden. Also, lieber Rundfunkteilnehmer, laß dir nochmals folgendes gesagt sein: Rimm Rücksicht auf andere genau so, wie du das von diesen erwartest. Bedenke, dah die Funkempfangsanlagen äußerst empfmdlieye Gebilde sind und sein müssen, die zu ihrer ord­nungsmäßigen Wartung besondere Sachlenntmße erfordern. Verschaffe dir diese durch Inanspruch­nahme des Funkvereins, der Auskünfte und Rat unentgeltlich erteilt. Unsachliches, blindes Her­umtasten schädigt dich und andere.

Es gibt so viele unabwendbare Störungen des Rundfunks, daß die vermeidbaren un­bedingt verhütet werden müssen, wenn ni$t eines Tages die ganze Einrichtung unmöglich gemacht werden soll. Trage jeder zu seinem L,erl nach Kräften dazu bei, daß die Aufwartsbe- wegung nicht unterbrochen wird. 3c ungestörter der Empfang, um so größer die Teilnehmerzahl und um so höher die Mittel, die die Senoegesell- schaften für die Gewinnung hervorragender Künstler ufw. ausgeben können.

Vermachtes.

Schulungswoche für studentische Selbsthilfe.

Auf der Dresdner Schulungswoche für studen­tische Selbsthilfe sprach Dr. Mau rette über Ueberpr oduktion der geistigen Ar­beiter". Der Redner vertrat den Standpunkt, daß die Ueberproduktion die Haupturfache an der U n - terbewertung der geistigen Arbeiter nach dem Kriege fei und daß deshalb nur durch Zusammen­schluß und Einigkeit innerhalb der geistigen Berufe diese Krise überwunden werden könne. Es sei Tat­sache, daß der größte Teil der geistigen Arbeiter in­folge zu geringer Bezahlung a u f Nebenerwerb angewiesen und gezwungen sei, statt acht Stunden zwölf und vierzehn Stunden zu arbeiten. Als Mittel zur Vermeidung von Krisen empfahl der Redner den stärksten Ausbau der Berufsberatung, die aber zur Voraus- seßung habe, daß stets die erforderlichen statistischen Unterlagen zur Verfügung ständen und diese Stel­len völlig neutral seien. In der Aussprache wurden von verschiedenen Rednern Bedenken gegen die Ausführungen von Dr. Maurette geltend gemacht.

Jnlernationale Zusammenarbeit dec Hochschulen.

Die von ber internationalen Kommis­sion für g e i ft i g e Zusammenarbeit ge­bildete Unterkommission für die Beziehungen zwi­schen den Universitäten hat ihre Arbeiten abgeschlossen. Sie nahm Kenntnis von dem Bericht über die ausländischen Studien-Stipen­dien. Hinsichtlich der Frage der internationalen Anpassung der Hochschulstudien und der Schaffung einer internationalen Hochschule war sie der Ansicht, daß zuerst eine Koordination der Hoch­schulstudien in den einzelnen Nationen angeftrebt werden soll.

300 000 Dollar-Erbschaft einer AmbersitiitS-AugenMnik.

Der hochbetagt in Milwaukee verstorbene Augenarzt Dr. Josef Schneider, Ehrensenator der Würzburger älniverfität, hat in feinem Testa­ment die Llniversitäts-Augenklinik in Würz­burg reich bedacht. Die Äniverfität ist zugun­sten der bei der Augenklinik bestehenden, 1911 von Schneider gegründeten, aber durch die In­flation erledigten Anna - und Franziska- Stiftung für mittellose augenkranke Frauen und Kinder das reiche Legat von 300 000 Dollar zugefallen. Vorerst kommt die Stiftung nur in den Genuß der Hälfte der Zinsen, und für eine spätere Zeit ist die Aus­zahlung des gesamten Kapitals vorgesehen. Durch die Wohltat des edlen Verstorbenen wird die Stadt Würzburg ebenso wie das Frankenland und die weitere Umgebung einer Fürsorge teil­haftig, wie sie in Deutschland in ihrer Art einzig dastehen dürfte.

Schwindel mit Hypothekenbriefen.

Seine früher erworbenen Kenntnisse wußte ein ehemaliger Amtsgerichtsschreiber sehr ge­schickt zu verwenden. Er war in der Hhpotheken- abteilung des Amtsgerichts in einer nieder- schlesischen Stadt angestellt, wurde aber vor einem halben Jahre entlassen, weil er sich Llnregelmäßigkeiten hatte zuschulden kommen las­sen. Ehe er die Stätte seiner Wirksamkeit ver­ließ, verstand er es, sich heimlich Stempel und Formulare für Hypothekenbriefe zu verschaffen und fuhr, so ausgerüstet, wohlgemut nach Berlin. Hier schlug er sein Hauptquartier in einem Lokal der Kurfürstenstraße auf und er­öffnete hier sozusagen eineZweigstelle"

des Amtsgerichts. Auf Grund seiner Erfahrun­gen und unter Benutzung der echten Formulare und Stempel war es chm ein leichtes, tadellose Hypothekenbriefe nicht nur auszustellen, sondern sie auch an den Mann zu bringen. So verkaufte er einem gutgläubigen Mann eine Hypo­thek über 5000 Mk. Als der Erwerber aber keine Zinsen erhielt, wandte er sich an das Amtsgericht in Riederschlesien, und da kam der Betrug ans Licht. Die Berliner Kriminalpolizei, die nach dem llrkundenfälscher und Schwindler fahndete, ermittelte ihn nun in seinem Stamm­lokal und nahm chn fest. Bei seiner Vernehmung gab er auch zu, die Hvvothel verkauft zu haben, von anderen Schwindeleien jedoch will er nichts wissen.

Lin merkwürdiger Ungluasfall.

Vor einigen Wochen stieß der Fahrradhändler Martin Wolf aus Werneuchen mit seinem Motorrad nachts auf der Chaussee nach Seefeld mit einem Pferdefuhrwerk zusammen. Seine hinter ihm sitzende Frau stürzte auf den Damm und war sofort tot. Montag nacht unternahm Wolf zum ersten Mal nach dem LInglück eine Fahrt mit dem Motorrad. 3n der Aähe der damaligen äln- f allstelle wiederholte sich der gleiche Unfall. Wolf wurde auf die Straße geschleudert und blieb tot liegen.

Der Tunnel nach dem Anhallcr Bahnhof.

Das Berliner Hotel Excelsior beabsichtigt bekanntlich, einen eigenen Tunnel vorn Hotel zum Anhalter Bahnhof, der unter der Königgrätzer Straße hindurchgeführt werden soll, zu bauen. Die Verwirklichung dieser Absicht scheiterte bis jetzt immer noch an dem Bureaukratismus der Stadt Berlin, der immer neue Ausflüchte erfand, die Konzession zu verweigern. Aunmehr sind die monatelangen Verhandlungen zwischen der Di­rektion des Hotels, der Stadt Berlin und beti Reichsbahn fotoeit gediehen, daß der Vertrag über den Bau des Tunnels genehmigt wor­den ist. Der Tunnel wird an jedem Ende zwei: Ausgänge besitzen: auf der Hotelseite einen direkt unter den Hotelaufzügen und einen vor dem Hotel, zwei Ausgänge direkt nach den Bahn­steigen. Diese Ausgänge werden von den Rei­fenden durch besondere Fahrstühle erreicht werden können. Die gesamten, sich auf etwa 3,25 Millio­nen Mark beziffernden Baukosten und alle Be- triebsspefen gehen zu Lasten des Hotels. Der Tunnel wird drei Meter hoch und drei Meter breit fein. Da man mit einer Bauzeit von fünf Monaten rechnet, wird er noch in diesem Winter in Betrieb genommen werden können.

Wirtschaft.

f Auflegung Deutscher Anleihen in Holland. Die Reederlandsche Handels- Maatschappij, sowie die Bankfirmen Mendelssohn & Co., Pierson & Co., R. Mees & Zoonen und die Gebr. Teixeira de Mattos legen am 15. 3uli einen Betrag von sechs Millionen Gulden der öprvzenti- gen 30jährigen Obligationen des Ruhrverbandes zu Essen zum Kurse von 95,5 Prozent zur Zeich­nung auf. Die Amsterdamsche Bank, die Twent- sche Bank, die 3nternationale Bank, sowie die Bankfirmen Lippmann, Rosenthal & Co. und R. Mees & Zoonen werden am 15.3uli einen Betrag von drei Millionen Dollars der 6pro- zenfigen Obligationen der Deutschen Rentenbank Kreditanstalt (landwirtschaftliche Zentralbank) zu Berlin zu einem Kurse von 95,5 Prozent zur Zeichnung auflegen.

** Vom südwe st deutschen Bau- und Daustvffmarkt. Die Bautätigkeit hat zuletzt unter dem Einfluß der schlechten Witterung eine leichte Abschwächung erfahren. Der Zugang von neuen Aufträgen hat spürbar nachgelassen. Am B a u g e l d m a r k t hat sich die scharfe Ver­knappung noch nicht gemildert, obgleich der Ab­satz der Pfandbriefe an der Börse eine leichte Be­lebung zeigt. Am Baustoffmarkt ist der Tendenz­umschwung, der bereits in der Vorwoche in Er­scheinung trat, noch stärker hervorgetreten. Am Mauersteinmarkt ist bei zunehmendem Angebot eine Abschwächung der Preisbewegung festzu­stellen. Die Ziegelherstellung leidet weiter stark unter dem Einfluß der nassen Witterung. Am Dachziegelmarkt hat sich das Geschäft in den letzten Wochen sichtlich belebt, so daß die Preise infolge der erhöhten Rachsrage zum Teil etwas gestiegen sind. Am Zementmarkt blieb der Absatz nach wie vor recht flott.

* Siemens-Schuckertwerke A. - G. in Berlin. Die bereits angekündigte Llmwand- lung der Siemens-Schuckertwerke G. m. b. H. in Berlin in eine A.-G. ist am 12.3uli erfolgt. Hierzu teilt die Verwaltung ergänzend mit: An den inneren Verhältnissen der Siemens-Schuckert­werke hat sich durch diese Timwandlung, abge­sehen von formellen Aenderungen, die sich aus den gesetzlichen Bestimmungen über die G. m. b. H. und die A.-G. ergeben, nichts geändert, ins­

besondere ist auch in der Zusammensetzung der GeseNschastsorgane keine grundsätzliche Aende- rung eingetreten.

* Voltohm Seil- und Kabelwerke- A.-G.-Frankfurt a. M. Die G.-V. gench- migte den bekannten Verlustabschluß von 1926 sowie die übrigen Verwaltungsanträge. Das lau­fende 3ahr habe infolge der Gründung des Drahffeilfhndikates eine wesentliche Besserung ge­

bracht.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 13. 3uli. Tendenz: Fest und lebhaft. Die Börse nahm auch heute einen festen und ziemlich lebhaften Verlauf. Der leb­hafteren Tätigkeit der Berufsspekulation scheint nun doch das Publikum, wenn auch zögernd, zu folgen. Stimulierend wirkte die Verständigung zwischen der deutschen und französischen Dele­gation in den Wirtschastsv-erhandlungen und die Fortschritte in den deutsch-polnischen Besprechun­gen. Eineii guten Eindruck machten ferner dis ,gün­stigen Berichte aus der deutschen Maschlnen- industrie und der Rückgang der Arbeits­los e n z i f f e r n. Die Mehrzahl der Werte hat e gegenüber den Kursen der gestrigen Abendborse Besserungen von l bis 3 Proz. auf­zuweisen. Zeitweise stürmisches Geschäft hatten 3. - G. - F a r b e n, die zunächst 4 Prozent ge­wannen und im Verlaufe rasch weiter stiegen. Elektrowerte blieben etwas vernachlässigt. Bankaktien stärker gesucht. An der Spitze standen Commerz und Dresdner, letztere auf neue Kapitalerhvhungshoffnungen. - Zellstoff-Waldhof weiter gefragt. Heimische Anleihen wurden von der allgemeinen Lebhaftigkeit nicht berührt; nur Ablösungsrente erholt. Nachdem gleich nach den ersten Rotierungen die Kurse im allgemeinen weiter anzogen (I.-G.-Farben bis 310), konnten sich während der zweiten Stunde die höchsten Kurse nicht ganz behaupten. Zellstoff-Waldhof wurden auf Realisationen angeboten und schwäch­ten sich etwas ab. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld infolge des morgigen Zahltages ge­sucht. Die Börse schloß unter Schwankungen im allgemeinen fest.

Berliner Börse.

Berlin. 13. 3uli. Das Geschäft, besonders in Spezialwerten, hat erneut zugenommen. Die Tendenz ist recht lebhaft und überwie­gend fest, zumal die vorliegenden Berichte aus der deutschen 3ndustrie günstig lauten. Der Rückgang der Arbeitslosenziffern, die deutsch- französischen Wirtschaftsverhandlungen und die Berichte aus der deutschen Maschinen-Industrie regten weiter an. Eine Kurserhöhung von 2 b i s 3 P i v z. ist mit wenigen Ausnahmen fest­zustellen. Das Interesse der Börse hat sich jedoch auf andere Märkte als gestern verschoben. An erster Stelle standen 3. - G. - F a r b e n, die große Umsätze und auch Auslandinteresse auf­wiesen. Dagegen wurden Elektrowerte etwas vernächlässigt und nur die gestern zurückgeblie­benen Kurse kamen nach Bank - und Schiff­fahrtsaktien fest. G l a n z st v f f und B e m- be rg etwas schwächer. Deutsche Waffen schon bei Beginn erholt und im Verlaufe wei­ter anziehend. Der Geldmarkt ist noch immer angespannt. Tagesgeld 7 bis 8 Proz. Heimische Anleihen nachgebend. Fremde Renten geteilt, aber ohne größeres Geschäft. 3m Verlaufe stellten sich Schwankungen ein, so daß die Kurse etwas nachgaben. Fest blieben Schis fahrtsaktien sowie verschiedene Montanwerke (Mannes­mann, Harpener). Die übrigen Werte lagen spä­ter unter dem Anfangsniveau.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 13. 3unt Bei allge­mein kleinem Geschäft ist die Sttinmung matt, die Preise sind rückläufig. 3n Mannheim ist bei einigen Mühlen Streik ausgebrochen, dieser blieb jedoch auf die Preisgestaltung ohne Ein­fluß. Die Forderungen der Mühlen für Weizen­mehl waren durchschnittlich um 0,25 Mark er­mäßigt. Kleie ist stark angeboten, Roggenkleie insbesondere von Westfalen. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 31, int. Roggen 27,50, inl. Hafer 26, ausl. Hafer 23,50 bis 26, Mais (gelb) 18,75, inl. Weizenmehl, Spezial 0 40,50 bis 41, Roggenmehl 37,75 bis 38, Weizenkleie 12,75 bis 13, Rvggenkleie 14 bis 14,25. Tendenz: ruhig.

Berliner Produktenbörse.

...Berlin, 12. 3uli. (WB.) Die Geschäfts­tätigkeit hielt sich heute wieder in recht engen Grenzen. Das Ausland hatte flauere Berichte gesandt, vor allem verstimmte die schwache Hal­tung des Liverpooler Marktes. Die Mühlen zeigten infolge des fast vollständig stagnierten Weizenmehlgeschäftes größere Zurückhaltung bei ber Anschaffung von Auslandsweizen, von dem in den Hafenplätzen noch reichliche Läger vorhan­

den find. Deutscher Weizen ist nur vereinzelt als Futterweizen angeboten. 3m Lieferungs­markte eröffnete 3uli unverändert; September dagegen eine Mark schwächer. Reuweizen ist nur recht wenig offeriert und im Preise ziem­lich gut behauptet. 3nlanbroggen alte Ernte hatte nur geringsten älmsatz. Für Reuroggen macht sich für den Export einige Rachfrage gel­tend. Das Angebot hielt sich aber angesichts des schlechten iHetters in engsten Grenzen. 3m Roggenzeitmarkte waren die Preise leicht rück­gängig. Weizen- und Roggenmehl haben sowohl für prompte als auch für Herbstlieferung recht stilles Geschäft. Für Gerste und Hafer hat sich der Markt kaum verändert. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen 290; Roggen 255 bis 257; Sommergerste 240 bis 273: Wintergerste, neue, 192 bis 196; Hafer, märkischer, 251 bis 258; Mais, La Platta. 185 bis 187; (100 Kilo­gramm): Weizenmehl 36 bis 38; Roggenmehl 34 bis 36; Weizenkleie 13,25; Roggenkteie 15,50; Biktoriaerbsen 44 bis 58: kleine Speiseerbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21 bis 22,50; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24,25; Lupinen, blau, 14,75 bis 15,75; Lu­pinen, gelb. 15,75 bis 17,75: Rapskuchen 15,40 bis 15,80; Leinkuchen 20 bis 20,25; Trockenschnitzel 12,50 bis 13,10; Soyaschrot 19 bis 19,90; Torf­melasse 34 bis 34,40.

EingeZomdt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber fcin:rlei Verantwortung.)

Liebes Gaswerk!

Deine kaltlächelnde Ironie, als Antwort auf das Eingesandt einer Hausfrau, nützt Dir nichts; Du stellst Dich da auf einen grundveickehvten Standpunkt gegenüber wohlberechttgten Klagen von mehr als einer Hausfrau. Ich bin über­zeugt, daß Hunderte von Gießener Hausfrauen der ersten Einsenderin dankbar sind, die so mutig den Kampf in der Öffentlichkeit mit Dir aus­genommen hat. Ich will nur Tatsachen reden lassen. In den schlimmsten Kriegs- und Rach­kriegsjahren würde es keinem vernüirftigen Men­schen eingefallen fein, Dich für schlechtes Gas verantwortlich zu machen; da wußte jeder, daß cs an schlechter Kohlenzufuhr und schlechtem Kohlenmaterial lag. Aber jetzt, in den letzten zwei Jahren, da jeder Fabrikant und jeder Ge­schäftsmann bemüht ist, seiner Kundschaft wieder das Beste an Qualität zu liefern, fällst Du, liebes Gaswerk, unangenehm auf. Diese Klage hört man fast allgemein. Wie angenehm empfan­den meine Familie und ich früher den Besitz eines Badezimmers mit Gasbadeofen! DasZim- merchen schön d:rchwürmt, das Wasser liej fast kochend aus der Röhre, heute müssen wir bei etwas kühlerem Wetter ins Volksbad gehen, wenn wir uns nicht erkälten wollen, oder noch neben dem Gasbadeofen den Herd heizen, um zwei große Kübel Wasser heiß zu machen, um das Badewasser einigermaßen erträglich zu machen. Früher kochte ich auf einem kleinen Gasherd das ganze Mittagessen, heute, im 'Besitz eines großen Gasherdes, muh gar manches Mal noch schleunigst der Herd angezündet wer­den, damit das Essen zur Zeit fertig wird. Auf meine häufigen Beschwerden bei Dir, liebes Gas­werk, hast Du ja jedesmal einen Mann geschickt zum Rachsehen, Ausblasen der Rohre, sogar mit dem neuesten Knallinstrument; nachdem ich ein ganzes Jahr gewartet hatte mit energischen und noch energischeren Mahnungen, kam auch end­lich ein neuer Hochdruckmesser das Gas blieb schlecht. Auf nochmalige Beschwerde sagte mir einer Deiner Arbeiter, die Rohre seien zu eng für die großen Oefen, warum waren sie aber früher nicht zu eng? Frage nur Deinen Gas- aufnehmer und Deine Arbeiter, was ich Dir an- gedrvht hatte, als plötzlich während der Aus­stellungszeit, als Du mit dein Elektrizitätswerk konkurrieren wolltest, das Gas so prachtvoll brannte! Weiter will ich gar nichts sagen, die andere Hausfrau kam mir mit dem Eingesandt zuvor. Außerdem will ich Dir nur verraten, daß Deine Leute sehr verständnisinnig gegrinst haben auf meine Vorhaltungen. Einer frag nur, ob ich auch die wunderbaren Flammen auf den großen Gasherden in der Ausstellung gesehen hätte, ich sagte nur, so schon sind sie jetzt bei uns auch, aber wehe, wenn's nachher wieder anders ist. Leider ist es der Fall. Man hat aber gesehen, liebes Gaswerk, Du kannst, wenn Du willst! Vielleicht bin ich jetzt auch erst an der richtigen vorgesetzten Stelle mit meiner Be­schwerde, es war nur etwas schwierig, dieselbe zu finden.

Eine, die auch ihren Namen nennt!

Frau B- Noll, Bahnhofstr. 6.

Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft

i. V. Dr. Hans Thyriot.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an.

Frankfurt a.M.

Datum:

12. 7.

13. 7.

Datum:

12. 7.

1t. 7.

13.7.

13.7.

87.5

88,9

87,25

89

18,2

18

a. M.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt

175

Telegraphische Auszahlung.

5.9

25.9

14,5

14,9

14

178,25

19.25

,5A

f. '/- I. 4

Lderschles. Eiscnb. Bedarf 0

Oberschlcs. stokswcrke . . .0

145,65

147

Kaliwerk Salzdetfurth. . 12

Banknoten.

Industrie. 10

:>03,5

307

308,5

161

147,5

anstatt . .

220,75

dschmi

14!

111,9

149

10

Lombardzinsfuß 7 Prozent.

6

Kali Aschersleben staltWestcrcgctn.

l.Uhr. Kur»

142

108.5

v00

18

Anfang Kurs

.8

10

10

177,5

215,25

.6

8 .6 .6 10 10 12 11 12 10 10

299.75

18.1

Schluß. Kurs

18

16,6

Schluß. Kurs

192,5

202,5

190

205

146

146,5

150

156

1 sh . 10 . 10

18'

Schluß Kurs

vUhr- Kurs

175,5

214,5

200,75

135

107,5

Harpener . . . Hoefch Eisen . Ilse Bergbau stlockncrwerke Köln-Ncuesscn Mannesmann ManSicldcr- .

195.25

205

196

206

148

203

136,75

108

285

180,25

149

156

158,75

251

189.5

249

186,75

192

185,25

125,65

168

184,5

126,9

167,75

185

247.5

169.75

165.75

129,75

281

221,75

173,75

142.5

167,75

177.25

259

149.5

210

295,5

Rheinische Br> Rheinstahl . . . Ricbeck Montan

299,9

297

1.9

14.75

130.5

284

224

175,5

143.5

38

187,5

192,5

I. 4 . .8 . .5 . .8

Hamburg-Amcrila Paket. Hamb.-Südam Tampssch. Hansa Dampfschiff . . . Norddeutscher ü(oi)b . . Allg. Deutsche Crcditanst.. Barmtr Bankverein . . Berliner Hande lsaescllsch. Commerz- und Privat-Bk. Tarmst. u. Rationalbank.

17,13

89.75

144.5

236.75

232

145,5

152

154,75

246,5

185

246,5

168,5

168.75

173.9

255,75

149

Frankfurt a Berlin

A.E G.........

Bergmann.......

Elcktr. Lieferungen . . Licht und straft. . . . gelten & Guilleaume . Ges. f. Elcktr. Untern. Hamb. Elcktr. Werke . Rhein. Elcktr.....

Sch les. Elcktr......

Schuckcrt...... . ,

Siemens & Halske . . Transradio.......

Lahmeycr L Co. . . .

Buderus . . . . . .

Deutsche Erdöl Essener Steinkohle . . Gelsenkirchener . f. 1

Bereinigte Stahlw. f./a I Olavi Minen . .

3- W. Wart Dynamit R

1102,75

147,25

238

214

148

153,5

158

250,25

188,9

249,3

Pbönir Bergbau. f. V, I 3 Rheinische Braunkohlen . io

6

Mitteldeutsche Creditbank . 9

Mtallbank....... . .8

Reichsbank......l'i

6°/o Dt. Reichsanleihe v. 1927 Tt Anl Ablos Schuld mit

Auslos.-Rechten . .... Desal. ohne Ausles -Rechten TVo Franks. Hnp.-Bk. Go'dpf.

unkündbar bis 1932 .... 4°/o Rheinische Hyp -Bank

Liqu -Goldps........

A E. G abg BorkriegS-Ob-

ligationen. rückzahlbar 1932 4% Schweiz. Bundesb.-Anl. 4°/o Oestereichische Goldrte. . 4,2u°/o Oesterreich. Silberne. . 4u/o Oesterreich, einbcitl. Rtc 4% Ungarische Goldrte. . . 4°/0 Ungarische Staotsr. v. 1910 4'/,°/, desgl. von 1913 . . . 4°/» Ungarische stroncnrtc . . 4% Türk. Zollanlcihc v 1911 4°/0 Türk Bagdadbahn-Anl

Serie I..........

4°/« deSal. Serie II.....

4°0 Rumänen convcrt. Nie. 4'/r".o Rumänen Goldanl. .

von 1913 ..........

Allg. Deutsche Eisenbahn .4* 1/-

149;

169 J

10 10 .8

10 . 7 16 .8 .9

. 0 .6

Deutsche Bank.......

Diskonto-Gcscllschaft Ant.

Dresdner Bank......10

Berlin. 11 Jul,.

Geld

Brief

Französische Noren......

Holländische Noten......

16,55

168.25

22,95

iOT

168,93

Italienische Noten......

23,05

Norwegische Noten......

Dculsch-Oesterr., älOO Kr'onen

108,53

108,97

59,33

59,57

Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

112,47

112,93

Schweizer Noten.......

81,015

81.035

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . .

71,90

72,20

12,44

12,50

Ungarische Noten.......

Berttn

Frankfurt a. 9)1

Berlin

Schlich. Kurs

Anfang Kurs

Schlich Kurs

-Uhr- Kurs

Sqttch- Kurs

Anfang Kurs

12. 7.

13. 7.

Datum:

12. 7.

13. 7.

12. 7.

13. 7.

191.5

2J2 193,5 203,5 145.9

245.25 167,25

172,5

189

207

295 >41,25

125.25

166 184 65 174,75 214.65

190

281 178,25 189.25 2(10,5

135,75 107,25

106.5 128,75 279,25 221.25

172.5 142.25

37.5 185.65 191,5 218,75

194.75

205 196.5 205,5 148.4

250

168,75 177

191

209,5 297,65 (44.75

184

126,75 167

185 177

214 191

-85 180 190.25

202 9 137.5 107,5

130

283

224.5

175 142,5 37,75 186,5

194

251

Philipp Holzmann .... 12 Heidelberger Gement . . s Gement Karlstadt......s

Wayß & Freitag......10

Schultheis Patzenhofer. . 15 Ostwerke............

Ber. Glanzstoff ..... 15 Bemberg...........

Wellston Waldhof.....12

Zellstoff Aschaffenburg . . 10 Eharlotienburger Wasser. 7 Dessauer Gas.......y

Daimler Motoren..... 0 Demag............

Adlerwerke.fliehet......

Ludw. tioeite ....... lo Nat. Automobil...... g

Orenstein & Koppel .... 4 Linke Hofmann..... 0

Leonhard Tietz..... . x

Bamaa-Mcgmn...... 0 Franks. Maschinen .... 0 Gritzner...... 7

Hevligenstaedt ....... 0 Hunghans..... 6

Lcchwerke...... ß

Mainkraftwerke ...... s Miag..............

Nekarlulmer........ 8

Peters Union ...... r Gebt. Roeder . ...... 10 Voigt Sc Hacffner......

Südd Buder........

207

159

172,13

□28.25

215

134,25

122 5

80,5

-

-

133

124.5

123

135

155

209 160,5

175

331

218,75

1,5

126

47,5 81

-

126 123.25 132.5

114 125,5

124 5

135.5

155

207.5

453,75

433

747

586.25 324,65 212.75 161,90

215 134.25 103.75

123,5

286

130 138,25

67

174.5

SO

124

143

125

125

136,5

152

S »aowSo re

O i 0 4* » C

1 M 11 1 i 1 1111 1 1 s 1 s»sssaliisis 1 1 1

12. Juli.

13. Juli.

Amtliche Notierung

Geld 1 Brief

Amtliche Notierung

Geld

Brief _

Amst.«Rolt

168,48

169,82

168,65

169,99

Buen.-Aires

1,788

1,792

1,787

1,791

Brsi.-Antw.

58,53

58,65

58,56

68,68

Ehristiania

108,59

109,81

108,69

109,91

stopenhagen

112,46

112,68

112,54

112,76

Stockholm .

112,69

112,91

112,72

113,94

Helstngfors.

10,527

10,617

10,60

10.62

Italien. . .

22.86,

23,905

22,895

22,935

Loudon. . .

-'0,425

20,465

20,435

20,475

Neuhork . .

1,207

4.215

4,209

4,217

Paris. . . .

16,47

16,51

16,475

16,515

Schweiz . .

01,955

51,115

61,04

61,20

Spanien .

72,18

71,32

71,83

72,97

Japan . . .

1,985

1,989

1,985

1.989

Rio de Jan

.494

-.498

0,494

0.498

Wien in D- Oest. abgest

>9,25

--9,36

59,28

69,40

Prag ....

.2,47

>2,49

12,476

12,596

Belgrad . .

7,108

7,422

7,408

7,422

Budapest.

73,33

73,57

73,35

73,49

Bulgarien

>,042

5,048

i,04i

3,045

Lissabon . .

20,78

20,82

20,78

20,82

Danzig. . . Konstantin-

81,49

81,65

81,54

81,70

2,15'3

2,157

2,155

2,159

Athen. . .

.5,664

5,676

5,664

5,676

Eanada .

4,200

4.209

4,202

1.210

Uruguay. .

4.136

4.141

4,136

4.144

Cairo . . .

20.95

20-99

20.98

21.02

«Berlin. 11 Juli. |

Geld

Briet

Amerikanische Noten.....

Belgische Noten .......

Dänische Noten.......

Englische Noten.......

4.193

58,66

112.24

20.395

4J13

56,90

112,70

20,475