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schiff eingeleitet, das 480 gefesselte QI na » mit en an Bord hatte. Entgegen der Erklärung der Schiffsosfiziere, daß die Kulis auf Grund von Arbeitsverträgen nach den SüdseeinselN unterwegs seien, erhärten diese, daß sie durch -Zigaretten betäubt, im bewußtlosen Zu­stand nach einer französischen Konzession in China verschleppt und schließlich auf den Dampfer gebracht worden feien. Sie seien nach den Qleuen Hebriden unterwegs.

Kem Einspruch Preußens gegen das ZoAgefetz.

Berlin, 13. Juli. (Priv.-Tel.) Die preußische Staatsregierung hat sich gestern mit der Zoll­vorlage und ihrer Behandlung imReichs- rat beschäftigt und beschlossen, von einem Ein­spruch gegen die Zollvorlage abzusehen. Die preußische Staatsregierung ist dabei von folgen­den Erwägungen ausgegangen: Es ist bekannt geworden, daß die bayerische Staatsregie­rung für die Zollvorlage stimmen wird. Die bayerischen Vertreter haben seinerzeit, als die Vorlage den Reichsrat beschäftigte, mit ihren elf Stimmen aus taktischen Gründen gegen die Vorlage gestimmt. Daher ist es fraglich, ob eine Mehrheit gegen das ^Gesetz zustande kommt. Dazu kommt noch, daß die Reichsregierung im Falle eines Einspruchs vermutlich die Ange­legenheit nicht noch einmal dem Reichs­tag vorlegen würde. Sie würde vielmehr die autonomen 3ölte, die im Sommer 1925 beschlossen und inzwischen teilweise ermäßigt wur­den, am 31. Juli in alter Höhe in Kraft treten lassen. Damit wäre handelspolitisch ein , nach Ansicht Preußens noch ungünstigerer Zu­stand als jetzt geschaffen.

Dre Entschädigung der Lqmbationsgeschädrgten.

Berlin, 12. Juli. Die Frage der Ent­schädigung der Liquidationsgeschädigten hat in der gestrigen Sitzung des Reichskabinetts, die sich mit dem Entwurf des Liquidationsschäden- gesehes beschäftigte, noch keine endgültige Klärung erfahren. Wie verlautet, sieht der dem Reichstag vorliegende Entwurf vor, daß Ansprüche bis zu 2000 Mk. voll, bis zu 20 000 Mark mit 50 Proz., bis zu 100000 Mk. mit 20 Proz., bis zu 200 000 Mk. mit 121/? Proz., bis zu 1 Million mit 7 Proz. und über eine Million mit 5 Proz. abgegolten werden sollen. Diese Prozentsätze sollen in durchgehender Staffe­lung angewendet werden, so daß z. B. ein Ge­schädigter, dessen Schadensumme 100 000 Mark beträgt, die ersten 2000 Mk. dieser Summe voll abgegolten erhält, die nächsten 18 000 Mk. mit 50 Proz. und die restlichen 80 000 Mk. mit 20 Prozent, so daß er insgesamt 27 000 Mk. erhal­ten würde. In keinem Falle soll die Entschädi­gungssumme mehr als eine Million betragen. Für gewisse Fälle ist einWiederaufbau- zuschuß" vorgesehen, und außerdem soll für besonders gelagerte Fälle ein ,Härtefonds" geschaffen werden. Die Frage, wie weit die Ent­schädigungssumme in bar gezahlt werden soll, ist noch nicht entschieden. In einem Berliner Abendblatt wird angenommen, daß das Kabinett mindestens daran festhält, Schäden bis zu 20 000 Mark bar abzufinden, höhere Entschädigungs­ansprüche sollen als Schuldbuchforderun­gen eingetragen werden.

Meliorationshilse.

Ainsherabsetzung für Meliorationsanleiherr

Berlin, 12. Juli. (WTD.) Entsprechend der bei der Beantwortung der Interpellation Graf zu Eulenburg und Genossen über die Ver- bllligung des Meliorationskredites im Reichs­tage abgegebenen Erllärung der Reichsregierung hat nunmehr das Reichskabinett, wie Reichs­minister Schiele bereits auf der Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates in Stettin am 20. Juni 1927 ankündigen konnte, beschlossen, a u f fünf Jahre für die Verbilligung des Zinses der aufzunehmenden Meliorations­anleihen den Betrag von je 6 Millionen Reichsmark in den Jahren 1927 bis 1931 zur Verfügung zu stellen. Damit erhält die deutsche Landwirtschaft die Möglichkeit, den Ertrag einer Fläche von etwa 500 000 Hektar meliorations- bedurftigen deutschen Bodens erheblich zu stei- gern und zum Teil einer rationellen landwirt­schaftlichen Nutzung überhaupt erst zu erschlie­ßen Daneben darf von der Durchführung des Meliorationswerkes eine weitere Del e - bung der Wirtschaft und eine Ent­lastung des Arbeitsmarktes erwartet

Wegen der Ausführung des Kabinetts­beschlusses wird alsbald mit den Ländern mit denen bereits vorbereitende Verhandlungen gepflogen worden sind, in Verbindung getreten werden.

Weiterer Rückgang der Erwerbslosigkeit.

- IEn- >2. 3u[. (2BoIff ) 3aM

^^^Unterstützungsempfänger der Erwerbs- loiensursorge zeigt auch in der zweiten Juni- weiteren Rückgang, und zwar u m 0 0, gleich 9 5 P^oz. Die Zahl der männlichen Hauptunterstühungsempfänger ist in der genannten Zeit von 430 000 auf 430 000 zuruckgegangen die der w e i b l i ch e n von 118000 Minnn1^?0' Gesamtzahl von 538000 auf 541 000. Der Gesamtruckgang in der Zahl der $ ^V^!!uöun<9Sem^änS^ im Juni beträgt AAd 10J°°0 = 16,5 Proz. (648 000 Hauptunter- am^r^nTi^Q?^ °m 11 3uni gegenüber 541 000 um i, x)uu ).

Das Neichsschulgssetz.

,, J3- 3uli. (Priv.-Tel.) Das Reichs­

schulgesetz wurde gestern in einem Minister- r.?t ^is in die späten Abendstunden erörtert ohne daß ein endgültiger Beschluß gefaßt wer- Äs2!! "S.A. 2'" ist zu ertoarten

Jab die Besprechungen heute in einer Kabinetts- sthung fortges etzt werden. ®

Völkerbund und Weltwirlschastskonserenz

Genf, 12. Juli. (WTD.) Das Wirt­schaft stomi t e e des Völlerbunües trat zu einer außerordentlichen Tagung zusammen zur Beratung darüber, welche Folge den Resolu­tionen der Weltwirtschaftskonferenz

die Unwetterkatastrophe in Lachsen.

Beisetzung der Opfer von Berggietzhübel.

Berggießhübel, 12. Juli. (WB.) Heute nachmittag um 4 llhr fand hier die Beisetzung von 54 Todesopfern der llnmetterkatastrophe statt. Am Grabe sprachen der Landesbischof D. Ihmels, der Ortsgeistliche und der Ver­treter des Superintendenten. Es wohnten den Beisehungsfeierlichkeiten bei: der sächsische Mi­nisterpräsident Dr. Heldt, zwei Ver­treter der Reichsvegierung und Vertreter der städttschen Behörden, Qlbordnungen des Reichs­banners und des Roten-Frontkämpferbundes, des Wehrwvlf, Stahlhelms und des Jungdeutschen Ordens. Morgen abend findet die Beerdigung weiterer Opfer statt.

Reichshilse

für das UnWeLtergediet»

Berlin, 12. Juli. (WTD.) Der Reichs­minister des Innern hat die von der Reichs­regierung bewilligten Mittel zur Linderung der schweren llnwetterschäden der sächsischen Aegie- rung überwiesen. Ein Teilbetrag wurde der preußischen Regierung für die auf preußischem Gebiet entstandenen Sachschäden zur Verfügung gestellt. Die Reichs re gier img hat die Ministerial­direktoren v. Kameke und Dr. L o t h o l z vom Reichsinnen- und Reichsfinanzministerium zur Besichtigung der auf sächsischem Gebiet ent­standenen Schäden entsandt.

Die NoLhilfe der Reichswehr.

D er lin, 12. Juli. (Wolff.) Wie das Wehr­kreiskommando mitteilt, ist seit Samstag nach­mittag die gesamte Dresdner Garni­son im Llnwettergebiet' zur Hilfeleistung tätig. Außerdem ist ein MagdeburgerPionier- bataillon eingetroffen. Dem Komman­deur dieses Bataillons wurden sämtliche im llnwettergebiet eingesetzten Truppen unterstellt, im ganzen 25 Offiziere, 700 Unteroffiziere sowie Mannschaften mit zahlreichen Fahrzeugen und Geräten.

Teilnahme des amerikanischen NoLen Kreuzes.

Berlin, 12. Juli. (WTD.) Das amerika­nische Rote Kreuz hat seine aufrichtige Teilnahme an der Llnwet-.erkatastrophe im Erz­

I gänrge telegraphisch ausgedrückt und angefragt, ob seine Hilfe erwünscht sei. Das deutsche Rote Kreuz hat im Penehmen mit der sächsischen Regierung auf das herzlichste gedankt.

BeUeidskundgebung des tschechischen Parlaments.

Prag, 12. Juli. Im Abgeordnetenhause ge- gedachte Präsident Malhpetr der Hochwasser­katastrophe im Erzgebirge. Er führte in seiner Kundgebung, die vom Hause stehend angehört wurde, aus: An die grausamen Clementarkata- strophen, welche Heuer fast die ganze Welt be­troffen haben, reiht sich die Katastrophe an, welche dieser Tage unser Grenzgebiet und die benachbarten Gebiete des Deutschen Reiches betroffen hat, wodurch Millionenwerte an Gütern unb viele Menschen­leben vernichtet wurden. Ich bin Ihrer Zustim­mung sicher, wenn ich von diesem Platze aus den Betroffenen unsere aufrichtige Teil­nahme und das tiefste Beileid ausspreche.

Schwere Gewitter über London und Paris.

L o n d v n, 12. Juli. (Wolff.) Gestern nach­mittag wurde London und Umgebung von einem schweren Gewitter heimgesucht. Zahlreiche Häuser wurden vom Sturm abgedeckt. Qlus allen Teilen der Stadt liegen Rachrichten von Ueberschwemmungen vor. Bisher wur­den zwei Tote gemeldet, die ertrunken finb. Auch über Paris ist ein heftiges Gewitter niedergegan­gen. Das gestrige Unwetter hat größeren Scha­den angerichtet, als anfangs angenommen wurde. Insbesondere in den Telephonämtern sind starke Verheerungen ungerichtet worden. Ein Qlbendblatt spricht davon, daß vier Monate nötig seien, um die entstandenen Schäden auszubessern. Dor allem werden Ueberschwemmungen zahlreicher Keller und Geschäfte in der Stadt und Umgebung gemeldet. Aus der Provinz wird über ein starkes Ansteigen der Flüsse berichtet.

Der Rhein steigt.

K o n ft a n 3, 12. Juli. (Wolff.) Infolge der schweren Gewitter im Quellgebiet des Rheines ist der Bodensee um 11 Zentimeter, und der Rhein bei Konstanz um über einen Meter ge­stiegen. Auch Main, Neckar und Mo sel sind im Steigen begriffen.

hinsichtlich der Zolltarife und insbesondere hinsichtlich der Ausarbeitung einer einheitlichen Aomenklatur zu geben sei. Staatssekretär von Trendelenburg erklärte, die deutsche Re­gierung plane, unabhängige Maßnahmen zur Verwirklichung der Resolutionen der Welt­wirtschaftskonferenz zu ergreifen. Sie habe den Wunsch, die Resolutionen der Konferenz rasch verwirklicht zu sehen. Er beantragte Prüfung fol­gender drei Fragenkomplexe:

1. Aushebung ober Herabsetzung der Zoll­schranken durch autonome Maßnahmen.

2. Untersuchungen über die in Kraft befind­lichen Zollsysteme, ihre Vorteile und Rachteile.

3. Vereinheitlichung der Romenllatur der 3ofttarife.

Rach einem Meinungsaustausch über das einzuschlagende Verfahren stimmte das Komitee den Vorschlägen des deutschen Mitgliedes zu und begann mit der Prüfung der ersten Fragen­gruppe.

Der Preis für Herrn Le Rand.

Berlin, 13. Juli. (Priv.-Tel. des G. A.) Der frühere Präsident der Interalliierten Kom­mission in Oberschlesien, General Le Rond, hat seinem ehemaligen Amtsgebiet dieser Tage einen Besuch abgestattet und als Mitglied des Aufsichtsrates der Skarbo- ferme in einer Sitzung teilgenommen. Man erfährt auf diese Weise zum erstenmal, daß Herr Le Ronde dem Aufsichtsrat angehört. Das ist deswegen interessant, well die Gesellschaft die ehemaligen preußischen Staats­gruben in Oberschlesien auf hundert Jahre gepachtet hat und weil hier Zusammenhänge klar werden zwischen der mehr als einfeltigenl deutschfeindlichen Stellungnahme des Generals und 6em Zweck, den er damit verfolgte. Der Aufsichtsratsposten ist der Preis gewesen, den die Polen ihm gezahlt haben. General Le Rond hat also wohl gewußt, weshalb er die pol­nischen Aufständischen gewähren ließ und weshalb er im Gegensatz zur Volksabstimmung seinen gan­zen Einfluß dafür einsehte, den industriell wert­vollsten Teil Oberschlesiens an Polen fallen zu lassen. Es geht doch nichts über eine Porte- monnaie-Politik, die sich ein nationales Mäntel­chen umzuhängen weiß!

Aus aller Welt.

Das Erdbeben in Palästina.

Das Erdbeben in Palästina ist weil größer gewesen, als zuerst angenommen wurde. 3n fast aUen Teilen des Landes und in Transjordanien wurden Verwüstungen angerichtet. Besonders schwer scheint die biblische Stabt Sichen, wo allein 20 Personen getötet wurden, mitgenommen zu sein. 3n 3etufalem ijt die Villa des Feldmarschalls Lord Plummer vollständig eingestürzt, wäh­rend die neue hebräische Universität und die AUen- dybrücke, das Postgebäude, das Zionistische Haupt­quartier und die Kirchenmissionsgesellschaftsschule chwer beschädigt wurden. Auf dem Oelbera stürzten mehrere Häuser ein, ebenso in Ain Karim, dem Geburtsort 3ohannes des Täufers, wobei mehrere Personen unter den Trümmern begraben wurden. Sichern bietet ein besonders furchtbares Bild der Zerstörung, viele Häuser sind gänzlich zu- sammengeflürzt; ein einziges Haus ist verschont ge­rieben. Die Geschäftsstraßen find verwüstet. Die Vevölkerung hat außerhalb dec Stadt in Felsen "°tdurftlg Unterkunft gefunden. Unter Leitung der ^gUschen Polizei ist man an der Arbeit, um noch verschüttete zu retten. Die Haltung der Toten zeigt, daß sie bei ihrer gewohnten Beseitigung vom lobe über tafefjt worden sind. Rach behörd­lichen Schatzungen hat bas Erdbeben in Palästina innC J5? ,,n£ im Lunde jenseits des 3ordans über WO Tote gefordert. Verletzt sind über 500 Per- fönen. Europäer befinden sich nach den bisherigen Meldungen nicht unter ihnen.

Tias Berliner 3apan-3nffifuL

Das vor sechs Monaten von der deutschen Regierung ind Leben gerufene Berliner Japan- Institut, das der Förderung der wechselseitigen Kenntnis des geistigen Lebens und .der öffent­lichen Einrichtungen in Deutschland und Japan ^ent wird trotz der beschräntten öffentlichen Mtttel seine Bibliothek erheblich ausbauen. Auch ist ein Bilderarchiv im Werden. Die schon sehr lebhafte mündliche und schriftliche Auskunfterteilung an Deutsche und in Berlin wohnende Japaner soll weiter ausge­dehnt werden. Der deutsche Leiter des Jnstlluts <**t' F- 2N. Trauh sieht seine Hauptaufgabe in dem Ausbau praktischer Kulturbeziehungen. Den rn Deutschland weilenden Japanern soll durch Vermittlung des Instituts Eingang zu allen Sttltben des Wissens usw. in Deutschland ermög­licht werden. Die japanischen Besucher sollen mit oct administrativen Einrichtungen Deutschlands bekannt werden. Mit besonderer Genugtuung darf die Ernennung eines Philosophen vom Range Kanokogis zum japanischen Direktor des Instituts verzeichnet werden. Professor Ka- nokogi ist überdies der erste japanische Gelehrte, der von der Berliner Universität die Genehmi­gung zu einer Professur erhalten hat.

Die Beisetzung des Prinzen Friedrich SigiSmund.

2n der Kirche von Rikolskoe fand die Trauerfeier für den auf so tragische Weise aus dem Luzerner Reitturnier ums Leben gekommenen Prinzen Friedrich Sigismund von Preußen statt. In der Kirche bemerkte man neben oen Mitgliedern der Familie den Ches der Heeresleitung, General Heye, den General­oberst v. Kluck, Staatssekretär a. D. Lewald Ministerialrat Brandenburg, den Pots­damer Oberbürgermeister, zahlreiche Angehörige der alten Hofgesellschaft, der Reichswehr und der alten Wehrmacht und Vertreter der schwei­zerischen und schwedischen Kavallerie. General­feldmarschall v. Mackensen erschien und kurz darauf Reichspräsident v. Hindenburg tn Marschaisuniform, neben ihm sein Sohn. Der ehemalige Hauslehrer des Prinzen, Pfarrer R v e l I, hielt die Trauerrede. Darauf wurde der Sarg von acht bekannten deutschen Turnier- reitern zum Leichenwagen getragen und nach dem Park von Glienicke übergeführt, wo er unter militärischen Ehrenbezeugungen der Erde über­geben wurde. In der Luft kreisten zwei Flieger und sagten, dem Fliegerprinzen ihr letztes Lebe­wohl.

Reuyorker Luflgrüße an Hindenburg.

Der Oberbürgermeister von Reuyork, James Walker, richtete an den Reichspräsiden- tfrn 5inben6urg durch die erste rians- atlantlsche Luftpost herzlichste Grüße. Der Reichs­präsident hat die Luftgrüße, die deutliche Spuren des unfreiwilligen Bades trugen, aber noch gut lesbar waren, mit Dank entgegengenommen und beauftragte den Botschaf- ter in Washington, dem Reuyorker Oberbürger­meister die gleichen Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

Zwei Arbeiter vorn Blitz getötet.

. OnSinMfinflcn (Oberanti Böblingen) schlug der Blitz in einen Reubau. Bon einer Ar- betterkolonne, die dort Unterschlupf gesucht hatte, . 5toei Arbeiter getötet, ein dritter erlitt lcicytere Verletzungm.

Die Schnellzüge sollen schneller fahren.

. pn der letzten Zeit war die von der Deutschen Reichsbahn erstrebte Erhöhung der Fahrt- geschwindigteit erschwert durch bailliche Crgän- zungs- und Erncuerungsarbeiten. Da diese De- scyrankung tn absehbarer Zeit nur noch von ge- nngem Einfluß sein wird, soll die möglichste Beschleunigung der Fernverbindun­gen erftreot werden. Insbesondere hat die Hauptverwaltung eine genaue Prüfung veran­laßt, ob die Zahl und die Dauer der Unter» wegsaufenthalte vermindert werden kann. ES w.rd besonders darauf gesehen, daß die Wagen der mit hoher Geschwindigkeit feh-

I renden Züge sich in einem einwandfreien Zustande befinden. Die so erstrebte Erhöhung der Fahr­geschwindigkeit wird sich in dem nächsten Fahr­plan bereits deutlich bemerkbar machen.

Vier Personen bei einem Autounglück getötet.

Auf der Chaussee von Torfhaus nach B a d Harzburg wollte an einer scharfen Biegung Im Tiefbachtal ein Personenauto ein anderes Auto überholen, als ein drittes entgegen­kam. Das eine Auto streifte den vorbeifahreill>en Wagen und stürzte die Böschung hinab. Vier von fünf Insassen wurden getötet.

Eine feine Familie.

Das Opfer eines lleberfalls wurde ein Leip­ziger Juwelenhändler in der Sonntagnacht. Der Juwelenhändler wurde nachts in seinem Schlaf- gemach von zwei Unbekannten Über­fällen, die ihn mit einem äthergetränkten Tuch betäub ten und an das Bett fesselten. Als sie indes bei dem llebersallenen n i ch t S f a n d e n, weckten sie den Bewußtlosen wieder auf, der zu seinem Schrecken in den beiden seinen Reffen und seinen Schwiegersohn vor sich sah. Die beiden Täter konnten verhaftet Werder,

Reue blutige Religionskampfe in Indien.

In Scholarpore in Bombay kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einer Hin du - und einer Muselmanischen Prozession, wo­bei 38 Personen verwundet wurden. Der Polizei gelang es schließlich, die Ordnung wiederherzu­stellen. Die Spannung zwischen beiden Parteien ist außerordentlich groß, die Lage wird als sehr kritisch bezeichnet. Arch in Mvvlta kam es gegen Ende einer Prozession zu blutigen Zusam­menstößen, bei denen zwei Personen ums ße6en kamen. Auch hier ist die Erregung groß. Der stellvertretende Kommandeur hat um Entsendung von Truppen aus den umliegenden Bezirken gebeten.

DesStrammen Hunds" Ende.

Dieser Tage ist eines der bekanntesten und denk­würdigsten Berliner Lokale eingegang^n. Der stramme Hund". Diese Kneipe in der Nähe des Oranienburger Tores stand in hoher Blüte tn den ersten zehn Jahren dieses Jahrhunderts. Es gab keinen Studenten, keinen jungen Leutnant und kein lustiges Studentenliebchen, die nach ihren Bierreisen dürch das einstige BerlinerChansonettenviertel" nicht hier noch einmal Halt gemacht hätten, um vor dem Heimweg noch schnell für dreißig Pfennig Löffelerbsen mit Spitzbein" zu essen. DerStramme Hund" war die letzte Station bei langen und fröhlichen Bierreisen des alten studentischen Berlins. Das kleine Kellerlokal auf der östlichen Seite der Friedrichstraße spielte eine Rolle, als die Gegend seiner Lage nach noch ein besonderes Ge­sicht hatte. Um 1900 herum mar das. Damals lagen dort alle studentischen Verbindungslokale, lagen dort die Kasernen, Kliniken und Hörsäle. Um diese Arbeitsstätten" hatte sich ein DergnügungszentruiN besonderer Art gruppiert, bas nicht nur den Stem­pel der Billigkeit, sondern auch den einer gewissen gesellschaftlichen Rangstufe trug. Und inmitten die­ses Vergnügungsviertels stand derStramme Hund" an erster Stelle. Der moderneZug nach dem Weste n" hat jenen Stadtteil vergessen lassen. Ka­sernen sind nicht mehr. Das ungezwungene Treiben der Studenten hat dem geschäftlichen Betriebe der immer wachsenden Großstadt weichen müssen, das Chansonettenviertel" hat sein ursprüngliches Ge­sicht verloren. DerStramme Hund" ist ein Opfer des Verkehrs geworden. Einige Jahre führte er noch ein wahresHundeleben", es ging ihm schlecht und immer schlechter, und schließlich jhb er seinen Geist ganz auf. In die Räume desStrammen Hunds' ist jetzt ein Friseur eingezogen, der statt des Bierhahns den Parfümstaoon bedient.

InLernaLiockaler Kongreß Mr Bekämpfung des Mädchcn- und KLnderhQnLers.

Der 7. Internationale Kongreß zur Bekämpfung des Mädchen- und K i n d e r h a n d e l s, der zuletzt 1913 und in den letzten Tagen des Juni wiederum auf Einladung Englands in London tagte, durfte an der Frage der frcrnzösischen Bordelle im besetzten Ge­biete nicht Vorübergeyen. Rach^lleberwindung einiger Schwierigkeiten bei einzelnen Völkern setzte die Deutschs Delegation folgenden Beschluß durch: Rachdem bet 6. Internationale Kongreß zur Un­terdrückung des Frauen- und Kinderhandels in Graz am 19. September 1924 beschlossen hat, daß die Reglementierung und Bordrllierung als Hauptursache des Mädrheo- und Kinderhandels, wo sie auch immer angetroffen werdLN mögen, ein Angriff auf die Rechte und Würde der Mensch­heit sind, beauftragt der 7. Internationale Kon­greß das Internationale Büro, bei jeder Regie­rung, soweit es sie betrifft und in allen Fällen, wo mehrere Regierungen in Frage kommen, bei allen diesen Regierungen gleichzeitig, sowie beim Dölkerbund auf jedem möglichen Wege dahin zu wirken, daß alle Bordelle aufgehoben werden. Dieses gilt für alle Gebiete, stets und unter allen Llmftänden.

Dieser Entschließung wurde allseitig und von allen vertretenen Rationen lebhaft und ohne Ab­stimmung zugestimmt. Als Vertreter Deutschlands nahmen an dem Londoner Kongreß teil: Direktor R 0 e s e (Präsident des Deutschen Komitees). Re­gierungsrat Dr. Kundt (Schristfüh/er), Geheim­rat Dr. Lentze (Auswärtiges Amt), Pastor Heyne (Bremer Komitee), Frau Direktor Elsa Matz und Fräulein Dr. Else Lüders (Reichs­tag), Fräulein Dittmer (Jugendamt Berlin), Fräulein P a pp e n h eim-Berlin, Frau Ol­le n d 0 r f-Breslau, Fräulein Rxineck (Deutsch- Cvgl. Bahnhofsmission), Pastor Lic. Bohn (vom Deutschen Sittlichkeits- und Rettungsv^rrin, Plötzensee), sowie Frau Stadtrat W e y l (Landes­jugendamt der Stadt Berlin).

Verrieten waren auf dem Kongreß die meisten europäischen Völker, außerdem Vereinigte Staaten von Amerika, Ecuador, Kanada, Aegypten, Süd­afrika, Indien.

^rLLrrvoraus?agc.

Roch vielfach wollig auch aufhei-emd, Tem­peraturen wenig verändert, nur get-z vereinzelt leichte Riederschläge.

Gestrige Tag.Ltemp.'raturen: Maximum: 25 ©raö Celsius: Minimum. 13,3 Grad Celsius. Sonnenscheinbauer: 71/2 S u:;ben.

Heutige Morgenlemveratur: 18,7 ®/2Ö Celsius.

Witterungsaussichren für F.cit g: Im we- sentll.^en Line Aenderung der We.teria'e.