Ausgabe 
12.11.1927
 
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ea» tfrm Landtag bonbeft Und

da an btt Spitz« allerdings btt Verwal - tunfliteform an Haupt und Gliedern, um die die bisherige Opposition schon fett Jahren kümpft. Es tfl nicht ohne Ironie, äu 'tfxn, Vie dieser Punkt auf dem Programm btt Wei- martr ÄoaHrien in dem Augenblick tr'chetnt, vo 'ie vor ihre Wühler tritt und wie jetzt, wo endlich tm Reich ein Äabinett der Rechten mit der Durchführung einer großzügigen und durch­dachten Derwalkungsreform den Anfang macht, unseren hessischen Regierungsparteien, die in neun Iahren keine Müße dazu sanden, da« Tempo im Reich nicht schnell genug gehen kann. 3m engsten Zusammenhang mit BerwaltungSresorm und Sparprogramm steht dieSenkung derSteu- ern, die die hessische Wirtschaft. Handel und Industrie fv gut. wie Handwerk und Lanv- virrichaft. seit Iahren vergeben» fordert.

Ilm diese sehr handgreiflichen Dinge geht es am Sonntag, um Dinge, deren Ordnung un» von außen her kein Men'ch abnimmt, soweit sie nicht durch die Besahungsnvt in Rheinhessen ver­schuldet sind. Darum ist es die Äufgabe des Landtags, zu dessen Wahl da» Hessenvoll am Sonntag schreitet, au» seinen Reihen eine Re­gierung zu bilden, die mit größter Enschiossen- heit und ohne Rücksicht auf Sonderinteressen der hinter ihr stehenden Parteien sich vor unsere hessische Volksschule stellt und ihren christlichen Tharafter wahrt, die auf dem Wege über eine planmäßige DerwaltunaSresorm der heimi'chen Wirtschaft die Entlastung ver­schafft, auf die diese seit neun Iahren vergebens wartet und die schließlich im gegebenen Augen­blick der rechte Führer ist, um einen innerlich ge­sundeten StoalSkörper unter tunlichster Wahrung der historischen. kulturellen und wirtschaftlichen Besonderheiten in den Reubau de» Rei­che» einZugliedern Sache des Wählers ist es, durch 'eine wohlüberleg e Stimmabgabe den Land- toa au dieser gewiß nicht leichten Aufgabe zu befähigen

Seulschnalionale Außenpolitik.

GeichÜjustizminister Hergt spricht in Mainz.

Mainz. 11. Rov. (WB.) In einer Wahl­versammlung führte Reichsjustizminister Hergt au», die Deutschnationalen könnten nur immer wieder feftstellen, daß ihre pessimistische Auffas­sung zu den entscheidenden Verhandlungen der letzten Iahre durch die unglückliche Önttoidlung der Dinge in evidenter Weise bestätigt sei. Dies gelte von dem Locarnowerk, denn die große Enttäu'chung über die ousgebliebenen Rückwirkun­gen und namentlich über die auch heute keines­wegs erledigte VeletzungSfrage sei in Deutschland allgemein, was inzwischen eine deutsche Ein­heitsfront der außenpolitischen Meinung herbei- gefufert habe Auch der D a w e S p l a n sei hier beronzuziehen, auf den die Deutschnationale Dolkspartei sich bekanntlich nur mit den aller­schwersten Bedenken eingelassen habe und bei dem jetzt das Memorandum deS Reparaticmsagenten die außerordentliche Gefahr der Finanzkon­trolle blitzartig enthüllt habe. Die Deutsch- nationalen als Mitglieder der Koalitions­regierung dächten natürlich nicht daran, rn die außenpolitische Opposition zu nebeit Wohl aber seien fle entschlossen. Im Rahmen der bestehenden Verträge die deutschen Interessen auf daS entschiedenste au wahren und auf den in Betracht kommenden Gebieten die Revision ebenso entschieden vor- nubereiten. Auch die Deutschnationalen wünschten durchaus, daß Deutschland mit Frankreich in dauerndem Frieden lebe: indessen seien die rin» gegangenen Verpflichtungen q eg enf eiliger Ratur. und weitere deutsche Borleistungen et­wa im Zusammenhang mit dem französischen Wunsch nach weiteren Sicherheiten könnten nicht In Betracht kommen. Beim Dawesplan fei die nächste Aufgabe, den Kredit Deutscy- land», der unter der hochgespannten Situation seit dem Memorandum zu leiden g.'droht habe, neu zu festigen, um jede Krise zu vermeiden und die noch unentbehrlichen Auslan^skredite für pro­duktive Zwecke we ter zu ermöglichen. Die Tat­sache, daß der Dawesplan noch im Zeichen der Erprobung stehe, rechtfertige es. wenn die Regierung noch vor Ablauf der Probezeit so unerläßliche Maßnahmen wie die Besol- d u n g s - und die LiquidatlonSschäden- regelung vornchmen wolle, da fle später d'.e endgültige Basis nur wie "er erschüft.nn wür­den. Was man einmal auf dem Desoldungsge- bictc als gerecht anerkannt und großzü gig vorbe­reitet habe, müsse nun auch konsequent durchgeführt werken. Sin Grund zu wirk­lichem Pessimismus sei au» der tatsächlichen Entwicklung b'S in die neueste Zeit noch nicht zu entnehmen. Die E n d l ö s u n g sei demnächst auf Grund der Erfahrungen der mit 1923 abge­schlossenen Erprvbunaszeit Im bei de ri eit. gen Ein­vernehmen herbe izuführen. Der Zeitpunkt für diese Revision lasse f>ch nicht willkürlich beftlm», men, sondern hänge von der Entwicklung im Laufe des Iahre» 1928 ab.

Oie Reform des Landpostwesens.

Berlin. Il.Rov. (WTB.) Der Verwob tuugSral der Deutschen Reichspost deschä l gte sich mit der Vorlage der Deutschen Reichspost über die Regelung deS Laiidpostwesen» Die Deutsche Reichspost l>eal»sichtigt, die v.eliach ge­äußerten Wünsche dadurch zu erfüllen, daß si« zur Lederwindung der Entfernungen Kraft­wagen einfüfert. die von günstig gelegenen Punkten an den Oifenbafen'jouptltnlen au» in weitem Urn'ang Sendungen z: .ühren so daß sich die Abtragung der Sendungen nur auf die Orte selbst beschränkt. In den einzelnen Landorten werden, soweit fle noch nicht vorhanden sind, Poststellen eingerichtet, die die An.iasm'e und die Ausgabe bzw. die Zustellung der Ito'tkn- ftungen zu besorgen Haien Die Ärafttoagen- fabrtei tollen zweimal werktags au*u- fütr we ben Da» Briefgeheimnis wirb ebenso gewahrt wie bt«ber. V! t den ersten Ver­suchen toll in einer größeren Anzahl von Cjtr- postdirektionslwirken im i.ä *t?n ö - n ? a' r wird mehrere Iahre erfordern Der DcuxiL» tungSrat feat den gep'.anteil Versuchen z u ge­stimmt.

OeS Epfronprinzen Carol politische Absichten.

Bukarest. II. Rov (WB) Sei Kriegs- SKr.dv ist heute nach mittag zu eine' tu».- en Sitzung Auldtn menget r**ten, bei d.r Mano- tlescu längere Erklärungen abgab und aus-

Der Mchssmanzminister zm Steuerreform.

Besprechung des Gteuervereiaheitlichungsgesehes auf dem preußisch« Landgemeindetag.

Berlin, 11 Rov. (WTB.) Im Plenar­saal de» Reichstages fand heute der preußische LandgemeinderUag statt. Saal und Tribünen waren dicht besetzt. An der Tagung nehmen u. a. auch teil: RrichSminlster Dr. v. Keudell. Reich»- ftnan,Minister Dr. Köhler. Recchsernährungs- mtniher Schiele, preußischer Innenminister Grze- finfft. preußischer Landwirrschaftsminister Dr. Steiger.

Bürgermeister Lange, Weitzwas'er. betonte In seiner Begrüßungsansprache, daß man sich mit drei Fragen in erster Linie zu beschäftigen feat«: Mit der Reichsfinanzgesetzge­bung. mit der Derwaltungsreform und dem Reichsschulgesetz. Der Gedanke der Steuervereinheitlichung sei außeror- ben 1114) zu begrüßen. Auch eine Senkung der Realsteuern sei an sich erwünscht, auf Kosten bet Gemeinden werde sich diese aber nicht durchführen lassen. Für einen etwaigen Aus­fall in den Gemeindecini ahmen durch eine solche Steuersenkung müsse Ersatz verlangt werden. Die Fraae einer Aenderuna der Reicbs- verfassung. in Sonderheit de» Verhältnisses von Reich und Ländern, sei mit der Derwal­tungsreform a l s Gesamtkomplet zu be­trachten und zu behandeln. In die Frage des 2leichSfchulgeletzes mische man sich satzungsgemäß nicht ein. Man habe nur einen Wunsch: daß die L e i st u n g S s ä h i g k e i t der Volk-fchule und der geordnete Schulbetrieb unter dem neuen Ge­setzgebungswerk nicht leide, daß keine Split­ter- und Zwergschulen entstehen und daß vor allem den Gemeinden nicht neue finanzielle Lasten aus der Reuordnung entstehen.

Reichsinnenminister Dr. v. K e u b e 11 über- brachte dann bet Versammlung herzliche Grüße der Reich-regierung und deS ReichSkanz'er». Der preußische Innenminister G r z e s i n s k i die Grüße der preußischen Regierung Er versprach, daß Preußen bei der endgültigen Regelung des Finanzausgleiches auch dafür sorgen werde, daß die große Zahl der Reinen Gemeinden zu ihrem Rechte kommt. Andererseits mahnte er aber auch die Reineren Gemeinden, selber Anregungen zu Demelnbezusammenschlüssen zu geben, wo die ein­zelnen Reinen Glieder nicht leistungsfähig ge­nug seien.

Reichsfinanzminister Or. Köhler

nahm dann das Wort zum Hauptvortrag des Tage« über Steuervereinheitlichungsgesetz und Desoldunasreform. Der Minister ging zunächst auf die Entwicklung der Fmanzgesetzgebung im Reich, in Ländern und Gemeinden ein. die sich vollzogen habe durch die Rotwendigkeit, dem durch den Dersailler 03ertrag schwer belasteten Reiche weitere Einnahmequellen zu verschaffen. So sei eS zu der Trennung gekommen, daß dem R e i ch die Einkommen-, Vermögens- und Körper­schaftssteuern überlassen wurden, während die Realsteuem und Me Hauszinssteuern den Län­dern und Gemeinden bleiben. Trotz der Vereinheitlichung bet Bewertungsgrundsätze herrsche aber bei den Realsteuern noch eine er­staunliche Buntschecklgkeit. Die Grundsteuern werden In manchen Ländern noch einmal von Grund und Stoben allein und bann von Gebäu­den erhoben, in anderen von bet wirtschaftlichen Einheit als Ganze«. Die eine Verwaltung er­hebe die Steuer vom Rohertrag, die andere vom erzielbaren Reinertrag, wieder andere vom Ovett de« Steuergegenstandes. Die gleiche Derschieben- ariigkeit zeige sich auch bet der Gewerbe­steuer und bei der Hauszin» st euer.

Darum habe die Finanzausgleichsnovelle be­stimmt, daß ein Steuervereinheit-

llchungSaesetz vvrgelegt werden soll. WaS

durch die Verschiedenartigkeit der Verhältnisse in den Ländern gerechtfertigt ist, muß bleiben; an einer öden Uniformierung hat keiner ein Interesse. Verschiedenheit aber, deren Anglei­chung ohne Gefährdung der Interessen der Län­der und Gemeinden möglich ist, mülle verschwin­den. Die Wirtschaft habe ein großes Interesse daran, baß sie die Industrielle Steuer- belastung übersehen kann. An bet Uebet- sichtlichkelt bet Belastung haben aber auch bie Öteuerglflubiqet ein Interesse. Del den DaweSplan-Derhandlungen habe die Frage nach

bet Gesa mtbe la | an g Deutschlands eine groß« Rolle gespielt.

Deutschland braucht vor einte vergleich der Betetung seiner Börger mit derjenige» in jedem anderen Lande der IDeft nicht jurüdju- schrecken. Vie steuerliche Belüftung bet deut scheu Bürger» erreicht da» äußerste Maß besten, toa» einem durch einen langen Krieg und durch bk casten be» Versailler vertrage» grschwäch.

len Volke jugemutet werden kann.

L» kann gar feinem Zweifel unterliegen, daß die Realsteuem Dielenort» eine druckende Be­lastung der Zenstten darstellen. Das Tempo einer Senkung wird gewiß durch die Rücksichtnahme auf die berechtigten Jnterefen der Länder und (Remrin- den bestimmt fein. Es ist natürlich einseitig, lediglich vom Abbau der Lasten zu reden. ®ir müssen üud) an eine Beschränkung der Ausgaben den­ken. (Sehr gut!) Der Minister erinnerte daran, daß der Gesetzentwurf au» vier Gesetzen besteht: Grund- steuerrahmengesetz. Gcwerbesteuerrahmengesen, (Be- bäudeentschuldungsgesetz und einem Gesetz über die Anpastung de» ganzen öteueroerfaferen». Die Ge­setze sind organisch miteinander verbunden. Sowohl die (Brunbfteiier als auch die Gewerbesteuer haben ihren Charakter al« Lande» st euer durchaus behalten. Vie Länder und Gemeinden sollen durch­aus frei und unabhängig vom Reiche die Höhe der Steuertori,e festsetzen können. Sie haben in wei­testem Umfange die Möglichkeit der flngleidying an die bestehenden besonderen verhältniste. Selbst, verständlich muß e» das Ziel sein, auch die Realsteuern möallchst nach dem Gewinn zu zahlen, bemt kein? Steuer kann auf bi? Dauer auS dem Vermögen gezahlt werben. (Sehr rich­tig!) Für die Grundsteuer soll künftig ledialich die Abstellung auf den Wert in Betracht kom­men, wobei ein Einheitswert für bas ganze Reich zugrunde gelegt werben soll. Im vorigen muhte ein scharfer Trennungsstrich zwi­schen Grund- unb Gewerbesteuer aozogen werben, denn es muß dem Grundsatz Rechnung getragen werben, baß kein Gegenstand von zwei Realsteuern gleichzeitig ersaßt war­ben kann. Die Forderung der Wirtschaft, auch für die Grundsteuer die AozugSsüßi-Tkeit von Schul­den zuzulassen, mußte abgelehnt Werbern weil sonst der Tharafter der Realsteuer verwischt wor­den wäre. Man hat mir vorgeworsen. ich wollte alle Länder unb Gemeinden unter die Knute des R ei chsfinanz Ministeriums bringen. Derartige Diktatorgelüste habe ich nicht, und wenn ich sie hätte, könnte ich sie nicht durchführen. Es ist auch die Meinung geäußert worden, daß nunmehr das Reich von allen Ländern unb Gemeinden eine 20prvzentige Ablenkung der Realsteuem ver­lange. Davon tonn keine Rede sein. ®tne schema­tische Absenkung um 20 Prozent würde gegen­wärtig zu unerträglichen Zuständen führen. Oll» Ziel, das in absehbarer Zeit zu erstreben ist, betrachtet die Reichsr-g'erun$ allerdings eine gewisse Senkung sämt IcherSteuern und damit auch dar Realsteuern. (Beisall.) Dieses Z« tarnt nach unserer Mei­nung tatsächlich erreicht werden. Der Grund­satz der Sparsamkeit muh noch viel weiter als bisher in der Derwal'ung von Reich Ländern unb Gemeinden ton. hgeführt wer­den. Die von mir vor geschlagen« Vereinheit­lichung scheint mir das mindeste darzu- stellen, wa» unser 0to(T In seiner schwierig« Gesamtlage verlangen kann. Der sogenannte Ein­heitssteuerbescheid ist leider zunächst ge­fallen. Ich hoste aber, daß dieser Gedanke sich doch einmal durchleben wird. Einstweilen stehe ich nahezu einer Einheitsfront sämtlicher Län­der entgegen. Daß mit diesem Entwurf nicht etwa staatspolitische Zwecke verfolgt werden, ist selbstverständlich. Ich sage das mit besonderem Rachdruck, weil behauptet worden ist, ich beab­sichtige mit dem Onttourf In Wirklichkeit die deutschen Länder auszugehen. Das sind ober Dinge, die auf ganz anderem Gebiete lieget, und über die will ich gegenwärtig nicht sprechen, obwohl vielleicht vom Standpunkt des Reich»- fincmzminifters auS manches dazu zu lagen wäre. Ich hege die Hoffnung, daß der Entwurf eine Gestaltung erhält, von der wir sagen können- Dies ist wieder ein Schrift weiter auf dem Ge­biet der Vereinheitlichung des S.euervechts unb bes S teuerverf ährens

führte, baß feine Absichten ausschließlich von Monarchist Ischen Lrwäciungen auSgingen. Ove.ter betonte er. bah bi« Absicht bes srüheren Xronprinzen Carol dahin gehe, nur a ls Re­gent zurückzukehren. Manoilescu verlangt In diesem Zusammenhang Erklärungen Carols, um zu beweisen, daß bie'er keinerlei Ab­änderung der Thronsolge plane. Der Angeklagte vertrat ferner die Auffaffuna. daß leine eigene Aktion durchaus im Rahmen der Gesetze geblieben sei.

Llm das Memeldirettorium.

Seine Einigung zwischen Mehrheit und litauischem Gouverneur.

Memel. N.Rvv. (ODoIif.) Gestern abend land eine Sitzung des Memellündisch.'n Landtages statt, in welcher die Stag« der Bildung eines Direktoriums im Me-. elacbiei zur Sprache kam. Ramens der Memelländischen Mehrheits­parteien verlas Abgeordr.et.'r Lud bar eine Er­klärung. in der es u. a. h<ißt: Die biAfeerigen BeefeanMungeu über die Er .rrnung eines Prä­sidenten des Dlrehorium» Un OHeindgeblet er­geben. daß der Gouverneur auf die grundlegende Bedingung der Mehrbci^sparteien. nämlich eine den MehrfetilSparleien nofee- ftefeenbe Per önlichkelt zum Bräsi- beuten z u ernennen, nicht ringeben will, obwohl die OHeferbd'»Parteien soaar bereit waren, bei der Wahl von drei oder mehr Direktoren eine dem litauischen Bwck nahestehende Perfönllchkeir zu berüdlLbhaen. Die beiben MehrheilSpann n betonen, daß fte nun- mehr die Verhandlungen einstellen, da in 1ür1 Wochen alle Pa:ckte hi 'reichend geklärt sind, ko daß der Ernennung des Direktoriums nichts mehr im OVege steht. Als die beide-. Beaultrag- ten der Mehrheitsparteren heule nachmutag dem Gouverneur mittrilten, die 7!l-b7fe<il»partrien hielten es lür notwendig, daß der Landtag un- verzug ich Schritte unternehme, dami' eiu'prechend der Entscheidung des Oftoferbund^rr'e» ein dem

Memelstatut entsprechendes Ver­hältnis im Mernelgebiet herbeweführt werde, erflflrte der Gouverneur, daß die Memel» länder kein Recht hätten, sih des^ve^esüh- rend nach Gens zu wenden. Heber diese Angele­genheit werden die Meferhritspartrien am Sams­tagmittag unter sich weiter verhandeln.

Aus aller Welt.

Schnecsallc in rüddeutschlaud.

Jrelbetg L Br, 12. Roo. (DIB. Junftpr.) Bei sinkender Temperatur bet Zeldverg mridei minus 7 dl» 8 Grad Celfio» schneit e» neuert Ick auf den t)öhen, wo die Schneedecke bereit» eine Sldrfe von 10 Zentimeter erreicht hat. 3n der »er Kngenrn Rächt Hal e» auch U den Tälern chl griAorit. Vie Temperaturen liegen hier um den Gefrierpunkt herum. Line Hochwasser­gefahr infolge der starken Regenfälle der jüngsten Zett ist infolge Linseßen» der Kälte und der Schnee­fälle nicht mehr zu erwarten.

Ein Lehrstuhl für internalkmek» Recht la Salamanca.

Oln der altberühmtsn fpanischen Unlperfltäl Salamanca fand die «äinwethung das neu er­richteten Lel-r'tuhfs für internationale» Recht statt, der zu Ehren deZ Dblkerrochtslehrers Fran­cisco D 11 o r l dri'en Ra men tagen soll An der Fe er nahmen Unterr htsnirüster Hallet», der Prülldenl der Rationa eriam-.lungD a n g u a ». der Prä dent des Institut» für Htcr-.ation.jle» Kcxty Brown Scott, sowie zahlre.che füh­rende PeriSnllchkr ten KL Roch Enlbül-

lnng e-ner GeVnftalel für Francisco

B11ori. in dem für die Vorlesungen br'rtmmten Lchriaal fetzte der Unierri4K*rtntwer den zu Ehrendoktoren der ilnLxrfitüt pro­movierten Brv wn Sc oft und Fernand« Rled oa den Doftordut auf In C rrt-.erung an* die De- WrKßuNQOred« des Ml u. a.. Spanien habe sich, als tl Amerlla ent- decftr Prodieiner gei nüber beftnrden die die

Schaffung eine* neuen Völkerrecht» erforderten ba» Me Basis abgegeben habe für die modernen Grunfätz« der Svlidartät der Rat-.onen. btt Ach­tung vor der Svuverä.ität sämtliche Völker und des Sckuyes der Schwachen. Rachmittag» wurde das Dveninikanee-Kloster St. Stephan besucht, wo Ne beiden Shrendoftonm am Gedenkstern Francisco V'.tvris. der als OHitgT^eb des Orden» In Mel em Kloster gewohnt Hai. OXu a.-.'x'itbcn niederiegten Dvmin kanerpat.-c Gelino h.eft eine Ansprache, in der er auk die Bedeutung Sala­mancas für bas internarionale Recht Nnwies.

Lin vorikamps.

Das Dorf Oldcunp In Ostgal'^ten war der Schauplatz einer Ofaifletnung der Bevölkerung fum Me Polizeibehörden. Da gerade Gemein- ewahlen ftjrt<xfun?cn haften war der ganze Ort In zwei Lager gelpa Iten. Me sich heftig beiämpftm. Bei brr Verlegung des Wahl- ergebnistes fielen Me beiden Parteien überein­ander bcr. fo daß ein rcaelrechterKampf entstand, an dem sich last lämr' che mäTrnliche Bewohner des Ortes bctril aten. 20« die Poli­zei Me Ruhe wiederherftellen wollte, stürzten sich beide Parteien gemeinsam auf die Polizisten, die sie entwaslnetm. Au» der Umgebung zuaezogene Poltzeiabenl -.jen kvnn.'er nur mit Mühe die Ruh« wiedeeherstellm Die Aumdft mit Revolvern bewassnetrn Bauern flüchteten, um der Verhaft»7^ zu entgrh«. in Me umliegenden Wälder.

Iobc»uriril lei Weidener Giflmordpeozch.

Das Schwurgericht in Oveiden hat nach beet- tägiger Derhandiung den Landwirt Karl M ü l - l« r wegen fünffMorde« fünfmal iu» Tobe verurteilt. D.r Mitangellagte Ehe­frau Anna Müller wurde frei gesprochen Der Okrurteilte hatte totn.- drri Kinder le.rw erste Frau und deren Vater durch BeimischuT^g von Arienik tn die Aahrung kurz nachernowber vergiftet.

Ke»lfk>a»antrag tm ßegtzebrnnbVrozeß.

Die Staatsanwaltschaft f>u gegen ba« frei- sprechende Urteil in dem S rafv-rfahrm O^gen den wegmi Gattenmordes angvflagtnt Regle- rungsrat von Hetzdebranb OUtHflon eingelegt Die Entscheidung der S oatsaawaltschast über Me Durchführung der Revision liegt noch nicht vor. E» ist übrigen» nicht« Außergewöhnllches. daß Me Stoat»anwalllchaft in Prozessen von besonderer Odedeulung eine Rev:' on anmeldet um sich Me Entscheiduna über deren Durch­führung bi« zum Otorftegen der schriftlichen Urteilsbegründung ofsenzuhal.en.

herelngesallene Eisenbahnräuber.

In einer der letzten Rächte wurde» be Andernach von Eiserckahnräubern au« einem sckhrenden Güterzug mehre« Säcke auf d., Bahn- bßfdunfl geworfen. D.r Diebe hatt.-n in den ge- gefüllten Säcken Mehl veeinutet. jedoch ent- hielten fle nur Gips. Als die OUuber lhvei, Irrtum bemerften. ließen fie bk Beute am Otohnamm liegen und versch r nden unrrtannt

Schwerer Unfall Michael Bohnen».

Im Ufaakliet Reubabelsberg bei Potsdam wird gegenwärtig ein Groh film gedreht Dabei mutz der berühmte Sänger Michael Bohnen vor seinen Okrfolgten flüchten. Qt muß eine Fenster- kür auf reih en um hlnauszusprtngen. Dabei Hel die Fensterscheibe heraus auf den linken Unter­arm Bahnens, und durch'chnift die Hauptader bi« auf den Knochen. Die Au nab men wurden abge­brochen. Die Verwundung ist nach dem .Xit- uferabenbblatt" ziemlich schwerer Ratur.

Oie Wetterlage

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frei tag,den 11 Tloutmbtr 1QZ7 7* ahnd»

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tv.'ilf ruoi-flutiflflr.

Der nördliche sowie öltl.che Teil Deutschlands lag heute morgen Ln Bereich d.r an der Cib» küe des skanötnav 'chen Ho:.5 herrschenden Ost- lustströmung. Bon dem Uwtinenialen lief, das weitere Olb'lachung zeiat. lagen n»4) ein Teil- tief über Holland und Olklg ci. das zunächst unter Sudto.-tlus, unserem Grbkt zeitwetk stär­kere Bewölkung zu' chr: D.e n^cht au g. chlofs« nen vereinzelten Rieder'chläge tret er t/ti« tn Hier Form auf. In höheren Lagen nl nm! per Tuxb Iro't » onst herrsch! leichter 0 acht,'rost.

W<t ervorauk'age für Gonntag Otrfdg- wolkig, auch zeitwe se aushri rmb, tn HLber.m Lagen Okachtfrosf. sonst Fro'ig.schr. t>~rrinärfl bedeutungslo'e H eXri^^Ug . kd»c V Schn«

Witterurgsaus'lchten für Montag Foridauee der herrickanden W:t erf g

Öufttfmperalur.n am 11. 7lciv mbrr: mittags 4,1 Grad Celflu», abends M Grad Celsius, am 12 Ko- ormbrr morgens 1^ (Brab Celsius (EtMempere* turen in 10 Zentimeter Tiefe am 11 Äopemhn: abends 3,6 Grab <UTiu»: om 11 ?:»oernt*rr: mor­gens 3,1 Grad Celpu» TJorim ,m 42 Grab Cefsiu», Minimum minu* 0.6 (Brab Crisiur Kleber- schlage 0,6 Mi llimeter Lonne ichemdauer peri Viertelstunden