Das Nsichskabinett zur Besoldungsordnung.
Berlin, 10. Sept. (WB.) Das Reichs- k a b i n e t t beriet heute unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Marx den Entwurf eines Besottuugsgesehes. Das Kabinett stimmte dem Entwurf in allen wesentlichen Teilen zu. Di« Schluszberatung findet in den nächsten Tagen stakt. Rach dem ndgültigen Kabinettsbefchluß geht die Vorlage an den R e i ch s r a t. Eine Inkraftsetzung vor dem 1. Oktober ist aber, wie uns von zuständiger Stelle erklärt wird, schon aus technischen Gründen nicht möglich. Aus diesem Grunde soll der Haushaltsausschuß des Reichstags, Witz es ja auch vor Beginn der Sommerserien bereits vorgesehen war. in etwa vierzehn Tagen zusammen treten, um eine Interimslösung vorzuschlagen, auf Grund deren den Beamten am 1. Oktober zunächst eine Abschlagszahlung geleistet werden soll, die dann aus die neu geregelten Gehälter, die ab 1. Oktober gelten sollen, angercchnet wird. Der Haushaltsausschuß ist ermächtigt, derartige Beschlüsse zu fällen, so daß die Vorschußzahlung am 1. Oktober bestimmt zu erwarten ist. Der Reichs- wehtrninister soll übrigens den Wunsch geäußert haben, das; die Reichswehrvffiziere in ihren Bezügen besser ge stell werden sollen, als die Beamten der betreffenden Desoldungs- stufe. Gegen, diesen Wunsch öenp das Finanz- ministerium wohlwollend gegenuberstehen soll, soll Preußen Einspruch erhoben haben, und zwar vor allem mit der Begründung, hast durch eine Besserstellung der Offiziere diese bei offiziellen Anlässen vor den Beamten der gleichen Besoldungssluse rangieren würden. Bisher war es nämlich üblich, bei solchen Gelegenheiten den Rang nach der Besoldungsstufe zu bemessen, da cs keine offizielle Rangordnung mehr gibt. Der Widerspruch Preußens in dieser Frage würde also politischen Charakter tragen.
Me Iwischensitzung des Reichstags.
Das vorläufige Tagesprogramm.
Berlin, 10. Sept. (VDZ.) Bei der für Anfang Oktober bev-r ^ nden Rcichstagssitzung, für die Präsident Löbc b k.nntlich als Termin den 3. Oktober dem Aeltostenrat Vorschlägen wird, handelt es sich l.digtich um die bereits vor den Sommecserien angekündigte Zwischen- s i h u n g. Es werden in diesem kürzeren Ta- gungs?bschnitt Voraussicht ich die ersten Lesungen des Reichsschulgesetzes und der Besoldungsreform sowie eventuell das Gesetz über die Abgeltung der Liquidationsschäden beraten werden, soweit diese Vorlagen dann fertiggestellt sein werden, was insbesondere von letzterer noch nicht feststeht. Im übrigen wird der am 14. September zusammentretende Aeltestenrat des Reichstages die Tagesordnung sür die Reichstagsplenarfihungen und den Termin für den Wiederzusammentritt des Reichstages festlegen. Es dürfte beim 3. Oktober bleiben. Sollten bi's 'dahin die großen Vorlagen noch nicht dem Reichstage zugegangen sein, so wird man sich in der ersten Vollsitzung mit einigen kleineren Verträgen zu beschäftigen haben, die das Auswärtige Amt bereits eiw- gebracht hat. Als ausgeschlossen wird aber bezeichnet, daß in dieser Zwischentagung des Reichstages bereits das Schani statte n ge s etz zur Beratung gestellt wird.
Der Reichspräsident bei den Flottenmanövern. Stettin, 11. Scpt. (TU.) Wie der Tele- graphen-Union von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, findet die Flottenparade nunmehr nicht vor Rügen, sondern in der pommerschen Ducht vor Swinemünde statt. Reichspräsident von Hindenburg trifft am 13. September um 13.35 Uhr in Stralsund ein und fährt nach einer Begrüßung durch den Oberbürgermeister nach Puttbus weiter, wo er bei der Für st in zu Puttbus Wohnung nehmen wird. Am Abend begibt er sich im Soirderzug nach Swinemünde, wo er am 14. morgens eintrifft. Das Linienschiff „Schleswig-Holst e i n“ bringt den Reichspräsidenten sodann noch der pommerschen Bucht, wo die Flotbenparade stattfindet. Rach Beendigung derselben wohnt der Reichspräsident während des Rachmittags und der Nacht einer Uebung der Flotte bei und fährt am 15. September morgens nach Swinemünde zurück, von wo aus ihn der Kreuzer „Berlin" nach Königsberg bringt. Di« Rückkehr des Reichspräsidenten nach Berlin ist für den 20. September vorgesehen.
Weiterer Rückgang der Erwerbslosigkeit.
Berlin, 10. Sept. (WTB.) In der zweiten Augusthälft« ist die Zahl der männlichen Haupt- unterstühungsempfängcr von 332 000 auf 321 000 zurückgegangn, di« der weiblichen von 88 000 auf 83 000, die Gesamtzahl von 420 000 auf 404 000. Der Gesamtrückgang beträgt also rund 16 000 gleich 3,9 Prozent. Die Zahl der Zuschlagsempfänger (unlerstützungsbecechtigte Familienangehörige) hat sich im gleichen Zeitraum von 466 000 auf 452 000 vermindert. Der Gefamtrückgang in der Zahl der Hauptunter- stühungscmpfänger im Monat August beträgt rund 48 000 gleich 10,6 Prozent.
Der Abbau
der Besatzung in Hessen.
Darmstadt, 11. Sept. Abg. Freiherr Ludwig von Hehl zu Herrnsheim hat im Land- " tag nachstehende Anfrage «ingebracht: Die Bemühungen der Reichsregierung um den Abbau der Besatzungstruppen in den besetzten Gebieten haben leider bisher nicht den erwünschten Ersolg gehabt. Rach amtlichen Meldungen haben sich die Ententemächte bereit erklärt, nur etwa 10 000 Mann aus der De- sahungszone zurückzuziehen, die, Die man hort, hauptsächlich den Etappentruppen entnommen werden sollen. Für die dritte Zone, der nach dem Wortlaut des Versailler Vertrages am längsten die Lasten der militärischen Besatzung aufaebürdet bleiben sollen, ist in Anbetracht der gesamten Verhältnisse, insonderheit der Wohnungsnot, eine fühlbare Erleichterung ein Gebot der Gerechtigkeit. Ist die Regierung in der Lage. Auskunft zu geben, ob und in welchem Umfange die zugestandene Truppenverminderung sich für die
besetzten hessischen Gebiete auswirken wird und welche Schritte gedenkt sie zu tun, um die berechtigten Wünsche der Bevölkerung durchzusetzen?
Der Wahltermin in Hessen.
D a r m st a d t, 11. Sept. Die „Darmstädter Ztg." schreibt: „lieber den Termin der hessischen Landtagswahlen teilen einige hessische Tageszeitungen voreilig mit, es verlaute, die Wahlen fänden in der zweiten Hälfte des November statt. Wie wir dazu erfahren, ist der W a h l s o n n t a g noch nicht f e st g e s e tz t. Jedenfalls kann er nicht in der zweiten Hälfte des November liegen, da am 20. November Totenfest und am 27. November 1. Advent ist.
Der deutsch-jugoslawische Handelsvertrag.
Berlin, 10. Sept. (WB.) Der neue Handelsvertrag zwischen Deutschland und Jugoslawien steht nunmehr vor dem Abschluß. Es handelt sich dabei um die Fortsetzung des vorläufigen Vertrages von 1921, der bereits die wechselseitige Meistbegünstigung zwischen den beiden Ländern brachte. Infolgedessen setzten schon die seitdem abgeschlossenen Verträge zwischen Jugoslawien einerseits und Italien, Oesterreich, Belgien und England andererseits den deutschen Export in den Genuß wesentlicher Vorteile. Der neue Vertrag bringt als Konzessionen. unsererseits Zollherabsehungen für Mais, Spei« sebohnen, getrocknete Pflaumen, Pflaumenmus, geschlachtete Hühner und Karpfen. Bei den Zugeständnissen, di« wir forderten, galt als Prinzip, Ermäßigungen für solche Industrien durchzusehen, von denen ein« besondere Exportsteigerung erwartet werden kann. Die herabgesetzten Positionen betreffen u. a. Arzneiwaren, Bleistifte. Strümpfe, Oberleder, Dürsten, Pinsel, Briefpapier, Bilder, Bücher, dann insbesondere die Erzeugnisse der Pforzheimer und Solinger Industrie, ferner Aluminiumgeschirve, Radioapparate, Kinderspielsachen, Wand- und Tischuhren. Die Wünsche Iugoslawicns auf Erleichterungen inWeizen und Fleisch konnten nicht erfüllt werden. Andererseits gelang eine Beseitigung des Ausfuhrverbotes bzw. der Ausfuhrzölle für Häute und Felle nicht, doch kam man überein, beiderseits auf allgemeine Beseitigung der auf diesem Gebiet bestehenden Verbote hinzuwirken. Weitere Vorteile für Deutschland werden entstehen, wenn die schwebenden Verhandlungen Jugoslawiens mit der Tschechoslowakei, Frankreich und der Schweiz zum Llbschluh gelangen.
Die Wahlen in Jugoslawien.
Belgrad, 11. Sept. (WB.) Die Kammerwahlen verliefen in vollkommener Ruh«.^ Es wurden u. a. gewühlt: In Belgrad der Führer der demokratischen Partei D a v i d o w i t s ch und der frühere radikale Minister des Innern Maxim owit sch, in Agram di« kroatischen Föderalisten Dr. T r u m b i t s ch und Dr. A v e - litsch, in Laibach der Kandidat der selbständigen demokratischen Part«: Dr. Kramer gegen den Führer der slowenischen Volksparter Dr. K o r o s e t s ch. Rach den bis 23 Uhr in Belgrad vorliegenden Wahlergebnissen hat di« Regierungskoalition die Mehrheit der Kammermandate erhalten. Alle Minister sind wiedergewählt worden.
Die polnische Propaganda in Ostpreußen.
Berlin, 11. Sept. (WB.) Die Vertreterversammlung des Verbandes der Heimattreuen Ost- und Westpreußen nahm in zwei Entschließungen entschieden Stellung gegen die unaufhörliche, vor keinem Mittel zurückschreckende Agitation der Polen in Ostpreußen gegen d i e Wühlarbeit, die unter verschiedenen Flaggen betrieben wird. Di« preußische Staats- und Reichsregierung werden gebeten, den polnischen Wühlereien tatkräftig eutgegenzutreteu, damit endlich Ruhe in das schwergeprüfte vstpreuhische Land einziehe und nicht durch polnische Ver- drehungsliinste der Eindruck im Ausland erweckt werde, daß in Südostpreußen eine Irre- denta bestände. Die deutsche Reichsregicrung wird weiterhin gebeten, im Vertrauen auf die Gerechtigkeit dieses Verlangens eine Politik der Abänderung des Versailler Vectra g s auf friedlichem Weg« zielbewußt und ent« schieden zu führen und sich allen Vorschlägen eines) „O st l o c a r n o p a k t s" gegenüber ablehnend zu verhalten.
Der Putsch in Litauen.
Erfolgreiche Abwehr durch die Kowuoer Regierung.
Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers*.
Berlin, 12. Sept. Litauen ist wieder einmal hart an einem bolschewistischen Umsturz vorbeigegangem Nur dem Umstand, daß die Polizei auf der Hut war und die Verschwörer sich wohl ckicht genügend vorgesehen hatten, ist es zu verdanken, daß man rechtzeitig durch die kommunistischen Revolutionspläne einen Strich machen und die namentlich in Tauroggen versammelten Revolutionäre hipter Schloß und Riegel bringen konnte. Was eigentlich bezweckt und wie der kommunistische Aufstand vorbereitet worden war, kann aus den spärlichen aus Litauen herüberkommenden Nachrichten leider nicht entnommen werden. Aber das ist auch vorläufig nicht nötig. Wichtig vor allem für uns Deutsche ist und bleibt die Tatsache, daß die M i i t ä r d i k t a - t u r in Litauen auf recht schwachen F ü - ß e n zu stehen scheint und nicht nur eine parlamentarische, sondern auch eine Opposition gegen sich hat, die, wie schon andere Verschwörungen zeigten, nicht davor zurückschreckt, mit Gewalt oorzugehen. Diese Entwicklung kommt eigentlich nicht überraschend. Alle Hoffnungen, die S m e t o n a erweckte, sind restlos zusammengebrochen. Litauen befindet sich in einer Wirtschaftskrise, unter der die Bevölkerung schwer zu leiden hat. Seine Versuche. Erleichterungen zu schaffen, sind fehlgeschlagen, mußten es auch, da man es vis beute vorzog, lieber Not rind Ungemach zu ertragen, statt sich mit dem großen deutschen Nachbarn, der ein guter Käufer litauischer Erzeugnisse war, zu verständigen. Nur so konnte der Kommunismus wieder Anhänger gewinnen und auf neue revolutionäre Taten sinnen. Kowno hat »och einmal die Macht in den Händen behalten. Sie kann ihr aber entgleiten, wenn Smetona nicht umlernt.
Hebet den Verlauf der Unruhen in Tau- toggen teilt ein in einer Extraausgabe bet
„Lietuvis" erschienenes Kommunique des Lan- desfchutzministcts folgendes mit:
„Am 9. September um 4 Uhr früh wurde in der Stadt Tauroggen ein kommunistischer Putsch versucht. Den Putschisten hatten sich auch einige Angehörige der Linksparteien angeschlossen. Die Regierung hat energisch eingegriffen. Der Putsch wurde sofort liquidiert. Cö iff eine energische Untersuchung eingeleitet, um die Urheber zu ermitteln und zu bestrafen. Der Führer des Putsches ist ein Hauptmann a. D. namens 2H a j u s. Auf seine Ergreifung ist eine Belohnung von 500 Cif ausgesetzt. Sonst herrscht in Litauen vollständige Hube.“
Bei bet strengen Handhabung des Kriegs- zustanbes und der Zensur ist «s außerordentlich schwierig, ein richtiges Bild von dem Umfang der Anruhen zu erhalten. Man ist hier jedenfalls der Ansicht, daß die Vorgänge durchaus nicht einen so harmlosen Charakter haben, wie das amtliche Kommunique darzusteUen versucht.
Der Fall RakowMi
Frankreich wird ans der Abberufung des Botschafters bestehen.
Paris, 11. Sept. (Wolff.) Der „Matin" schreibt zu den Beratungen des gestrigen Ministerrates in der Angelegenheit Rakowski: In wenigen Tagen wird Rakowski aufgehört haben, Botschafter in Paris zu fein. Cs ist von geringer Bedeutung, daß die offizielle Entscheidung der Regierung erst getroffen wird» wenn Briand aus Genf zurückgekehrt sein wird. Es besteht kein Zweifel, daß der Außenminister in einer Frag« nationaler Würde die Ansicht seiner Kollegen teilt. Von Bedeutung aber ist, daß neben den Mitgliedern der Regierung auch die öffentliche'Meinung ein und derselben Ansicht ist. Ein anderer „ Genosse" - Dotschafter wird zweifellos bestimmt werden, an Rakowskis Stelle zu treten. Wenn er diesen Posten behalten will, bann wird er gut tun, nicht in die Fuhtapfen seines Vorgängers zu treten und sich nur heimlich in Filzschuhen zu den Versammlungen der Kommunistischen Partei zu begeben. Das Blatt glaubt außerdem zu wissen, daß gestern nachmittag wahrend des Ministerrates telegraphisch bei Briand angefragt worden sei, wann er wieder in Paris eintreffen werde und an einem Minister rat teil- nehmen könne. Briand soll geantwortet haben, er werde am Samstag, dem 17. September, in Paris sein. Das Blatt hält es daher für wahrscheinlich, daß an diesem Tage ein Ministerrat stattfinden und die offizielle Entscheidung über den Fall Rakowski getroffen wird.
Aus Aller Welt.
Amerikanischer Besuch beim Reichspräsidenten.
Reichspräsident von Hindenburg empfing den gegenwärtig in Berlin weilenden Präsidenten der größten Süßwaren-Gesellfchast in Reuyork, Henry Heide, in Privataudienz. Henry Heide, der mittags Gast des Reichskanz- l.rs Marx war, ist heute 81 Jahve alt. Als Deutscher geboren, wanderte er mit 19 Jahren aus seiner westfälischen Heimat nach Amerika aus, um dort sein Glück zu versuchen. Es gelang ihm bald, sich zu einem der führenden Süß- waren-Fabrikanten emporzuarbeiten. Besonders in den Rachkriegsjahren ist sein Rame durch seine fveigebigen Spenden zur Linderng des Elends in Deutschland und Oesterreich, wofür ihn die Universität Tübingen zum Ehrendoktor ernannte, in der Welt bekannt geworden.
Domprediger Dr. Conrad gestorben.
Der Vizepräsident des Ev. Oberkirchenrats, Domprediger D. Dr. Conrad, einer der angesehensten Kanzelredner Berlins, ist am Freitagabend an den Folgen eines Herzschlages gestorben.
Großflugkag in Tempelhof.
Sonntagnachmittag fand auf dem Tempel- hoser Feld unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung des Publikums der Großflugtag der Berliner Turn - und Sportwoche statt, der dank seines umfangreichen Programms und der hervorragenden Leistungen als eine der wirkungsvollsten Werbeveranstattungen für das Flugwesen gelten kann. Ganz besonderen Eindruck machte die Hohe Schule des Fliegens, die von den berühmtesten deutschen Kunstfliegern ausgeführt wurde. Meisterhafte und vielbewunderte Leistungen zeigte Übet. F ieseler zeigte Rückenflüge von überraschend langer Dauer, ferner Rollings unb Loopings nach vorn. Durch einen Unfall des Fliegers v. Köppen, der aus geringer Hohe mit feiner Maschine abstürzte und, soweit bis jetzt bekannt, außer einem Beinbruch Kopf- und vermutlich auch innere Verletzungen erlitt, erfuhr das Programm keine Unterbrechung.
Der Gordon-Vennett-Ftug.
Detroit, 12. Sept. (WTB. Funkspruch.) Bei dem diesjährigen Gordon-Bennett-Flug, der am Samstag begann, wurden die Ballons im allgemeinen in der Richtung auf die Küste von Florida getrieben. Bisher sind gelandet: der französische Ballon „Paris-Bruxelles" in Dünn (Nordcarolina) nach einer Flugstrecke von ungefähr 500 Meilen und einer Flugzeit von 25 Stunden, der belgische Ballon „Wallonia", der in einer Flugzeit von 27 Stunden ungefähr die gleiche Entfernung zurücklegte, der amerikanische Armee-Ballon „Army", der ungefähr gleichzeitig in Pork (Südcarolina) landete, und der schweizerische Ballon „Helvetia", der in Slateville (Nordcarolina) nieberging. Der beut- s ch e Ballon „Brandenburg" mußte infolge einer Bentiistörung bereits auf Sugar-Island im Gebiete der großen nordamerikanischen Seen landen; verletzt wurde niemand.
Leoine gibt seinen Ozeanflug auf.
Levine hat seinen Plan, mit der „Columbia" nach Amerika zu fliegen, für dieses Jahr aufgegeben. Er beabsichtigt indessen, im nächsten Jahre mit einer stärkeren Maschine den Trans- atlantikflug zu unternehmen.
Ungeflätfer Todesstur; aus dem D-Zug.
Rach dem Eintreffen des O-ZugeS 38, der von Breslau um 23.29 auf dem Bahnhof Char- l o 11 en b u r g einläuft, meldete sich ein Herr Busse aus Charlottenburg, der seine Frau auf dem Bahnhof erwartet hatte, sie aber vermißte. Die sofort angestellten Rachforschungen ergaben, daß Frau Busse zwischen Hirschenwalde unb Hangeisburg schwer verletzt auf den Schienen aufgefunden worden war. Sie ist im Krankenhaus noch in der Rächt verstorben. QKan nimmt an, daß sie aus einem . stark überfüllten Abteil des sehr besetzten Zuges
hinausgefallen ist. Es ist aber auffällig, dast keiner der Mitreisenden eine Meldung erstattet hat.
Ein Autobus in eine Schlucht gestürzt.
Eine schreckliche Automobillatastrophe ereignete sich in der Rähe von Kowno. Ein Passagierauto mit 16 Insassen fuhr von Wilkiam nach Kowno. Als der Wagen eine sehr steile Stelle der Chaussee passierte, versagte di« Bremse, so daß der schwerbeladene Wagen rückwärts rollte und in eine tiefe Schlucht abstürzte. Zehn Personen waren auf der Stell« tot, sechs wurden schwer verletzt.
Schweres Unwetter in Franken.
Ueber Wertheim und Umgegend wütet« gestern ein heftiges Unwetter. Di« schweren Gewitterwolken waren tief zwischen die Berge eingebettet und hatten infolgedessen keinen Abzug. Ueber dein Schlohberg beobachtete man eine ganze Anzahl von Kugelblitzen, die sich mit einem heftigen Knall entluden. Glücklicherweise hat der niedergegangene Hagel auf den Feldern nicht allzugrosten Schaden angerichtet, da der weitaus größte Teil der Ernte bereits geborgen war.
Ferienkindec in der Ostsee ertrunken.
Bei Göhren auf Rügen ertranken beim Baden zwei Knaben eines Kinderheims, Willi Martin aus Kupferdreh und Willi Häuser- k o p p e n aus Arnsheim. Die den beiden Ertrinkenden zu Hilfe eilende Leiterin geriet gleichfalls in größte Gefahr und wurde nur im letzten Augenblick von einem dritten Knaben gerettelt. — In Carlshagen auf Usedom ertrank ein Knabe aus Schwäbisch Hall in Württemberg.
Rach 24 Iahren erwischt.
In M ü n ch e n ist ein seit 23 Jahren in Amerika ansässiger Hochstapler verhaftet worden, der vor einigen Jahren den Persuch gemacht hat, durch denfingiertenKaufeinerKunstsamm. l u n g eine Münchner Firma um 150 000 Mark zu schädigen. Gegen den Festgenommenen lag außerdem ein Haftbefehl aus dem Jahre 1903 vor.
Duell zwischen Totengräbern.
Zwei Totengräber fochten auf dem Dolores- Friedhof in Mexiko ein Duell aus, bei dem sie nach ergebnisloser Schießerei mit Messern aufeinander losgingen. Ein junges Mädchen, das die Ursache des Streites war, war Zeuge. Auf ihre Rufe eilte die Polizei herbei und brachte die übel zu- gerichteten Duellanten nach dem Hospital.
Bedrohung durch einen wahnsinnigen Feuerwerker.
In der Samstagnacht war die Stadt Krakau von einer schweren Gefahr bedroht. Auf einem Krakauer Fort befand sich ein offenbar geistesgestörter Feuerwerker, der zufällig allein im Fort war und drohte, wenn seine Forderungen nicht erfüllt würden, die Festung in die Luft zu sprengen. Rach zwölf stündiger Untertyanblimg formte man ihn durch Vorlegung eines Telegramms, in dem man auf seine Forderungen einging, bewegen, das Fort zu verlassen. Er wurde dann sofort unschädlich gemacht.
(Eine Stadt der alten Leute.
Aus einer kürzlich angefertigten Einwohnerliste geht hervor, daß in Arolsen 136 Personen vorhanden waren, die ein Alter von 70 Jahren und darüber erreicht hatten, darunter 25 Personen im Alter von 80—90 Jahren. Bei einem Einwohnerstande von knapp 2500 ist dies ein außerordentlich hoher Prozentsatz, so daß man mit Recht Arolsen als Stadt der alten Leute bezeichnen kann.
Die Wetterlage.
735
•Jan Mayei
3£
*4
Her.
rtipara:
Mrtn-ins.-
-moö-
kj
----»3
rranxt
wn»
0wolkenlos. O nentr. O Mio oedecxl. »woikiq. Ooroecxi. • i’eoefK * Schnee a Graupeln e Neoei. H 0ewnuer.@Wmd$tiHe.«O sehr leichter Ost $> massiger Sudsoowesi q stürmischer riordtfes» Sie Pfeile fliegen mit dem winde Oie oetoen Stationen stenenden Za*
Sonntag,den 4!<5epH9Z7 ■ 8' vom
len gehen die Temperatur an. Oie Limen verhindert Orte mit gleiche® auf rteeresmveau umgerechneten Luftdruck
LScttcrvoraussage.
Die Witterung Deutschlands, die unter anhaltender Westluftzufuhr von der Südseite eines umfangreichen nordöstlichen Depresfionsgebietes beeinflußt wird, hat die letzten Tage keinen beständigen Charakter angenommen. Das coeitere Vordringen kühler Polarluftmassen an seiner Rückseite erhält zunächst das kühl« veränderliche Wetter. Gleichzeitig seht dort seit gestern Barometeranstieg ein, so daß sich im Laufe des morgigen Tages das Wetter unter Bewolkungsab- nahme ruhiger und freundlicher gestalten wird. Durch die lebhaft« Polarluftzufuhr bleibt es zunächst noch ziemlich kühl.
Wettervoraussage: Zunächst noch unbeständig, wechselnd wolkig, kühl mit vereinzelten Regenschauern, später Wetterberuhigun- unb auf- heiternd.
Witterungsaussichten für Mittwoch: Bei zeitweiser Bewölkung ruhiges, etwas wärmeres Wetter und meist trocken.
Lufttemperaturen am 11. September: mittags 15,8 Grab Celsius, abends 10,2 Grad Celsius: am 12. September: morgens 12 Grab Celsius. — (Erb- temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 11. September: abends 16,9 Grab Celsius: am 12. September: morgens 13,3 Grab Celsius. Maximum 17,2 Grab Celsius, Minimum 9,3 Grab CePus.
zu über und der auch fer möge. D Seburksl
Ms
Die W. den Dank hi her schon in leiligt haben, nung an i gilt, dem R ( zigsten (Se die er selbs bezeichnet: 1 gedachte all spende ihm üriegrbeschä helfen, wo di ihm diesen zielenden V
Spenden des „Sie Veiler nehn bohnschaller, gegen.
S 5i
Msp' Leiter der rat vr. k gendes Sch
Ihrem ersehe" sich tr- SchU der § gomnn barg mich fll fiinbdl Zeichn für m die!k Sie gefühl f' loschen günstige! herzlich 1 wird, fd Not un beschädig! linder Treue u' dem her Mittet ir ich Sie haben. ! 60. Geb'
NeinVe
falfyltOQi düng, unb ba tiges Tennistu also aus und i scheint es gut es ist wunde, nier ist, daß < det« Jungfrar 'üngtinge tn Wen, di« Nr le mSr
Aus den Ü A mamtiid Wn, von "Urcheinondei Eilen, ms gespannt. U oben auf ein 'ebenfalls all Wer Herr h wer, a H hab« «s W und ■ wohl
Sefpann mit «i Jpem Schreib ^aussieht ।
•te
A"osten i
SH*:
SÄ
Für
erftsts der an llNgtz
Ätz


