Ausgabe 
11.11.1927
 
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Kameraden.

Roman von Felis M o e s ch l l n.

Copyright by (Earl Dunder, lörrlin M 62.

11 Fortsetzung. «achdruck verboten.

Ttoriomif wollte etwa» sagen, doch ö* Tranen stiegen ,hr In die -lugen öle dachte Da» tft ihr »lut. und hob da- oeraildte l^pter an ihm Lip­pen und kühle e, Und bann >agie sie (eile ,Lch möchte auch im Schützengraben gewesen sem"

Er strich ihr über bos Haar. .Lo, «» war schwer, und es nwr leichr iE« war dunkel, aber e» war auch hell. Heller al» je. So hell, roic e» noch nirgend» gtmeien axir "

Dieses Wort tat ihr irgendwie weh. ö» war jo sicherlich lächerlich, dost t» ihr weh tat. und noch lächerlicher, dast sie mit dem Tonfall, eines jungen, schüchternen Mädchen» die Frage stellte:Auch mit mir nicht, früher? Aber sie konnte nicht anders.

Er schaute sie forsck-end an und suchte sich zu ennrwm. ..Rem", sagt« er dann, ..da» war etwa» andere». Man kann da» nicht erklären."

Run ist er mir ßcmz ftnL dachte sie Eigentlich mühte ich mich darüber freuen, und doch freut Ich mich nicht So Ist der Mensch. Sie senkte den Kopf.

Er spürte. dost er chr weh getan hatte. Ich kann mich rächen, durchfuhr e» ihn. 3d) kann sie eifersüchtig machen auf den Schützengraben. 10er weih, axjo sie nicht tut au» Eifersucht. Er sah do» leuchtende Fleiich ihr«» Nackens und tat einen Schritt. Und er sah das brüchige Papier in ihren Händen und hielt inne.Nein, Kameraden," sagte er laut.

Sie hob den Blick, und do sie immer noch ieinen Dorten nadweformen. beutete sie dies.» Rein im Sinn« einer Bestätigung und Bekräftigung, die er sich selber kämpfend abrang, und sie jagte, um e» ihm leichter äu machenIch glaube, ich verstehe es."

Er war froh, daß sie Ihn nicht nach der Ursache ferne» Nein» gefragt halt«. Marianne", sogt« er. ,.E» ist etiuis um den Bund der Manner, da» eine 5rau vielleicht nie erfahren wird."

, Aber es war ein Fehler, dnh ich von .heller4 sprach unb daß ich verglich, denn da» Eine ist hell auf seine eigene Welse, und da» Andere ist hell auf seine eigene Weise, und beides kommt aus dem

Besten im Menschen, und darum soll man es nicht miteinander oergt«chen. 2d» will bir lieber erklären, ox es weiter gma. Der zweue Schnt: hangt u- lammen mit dem i>ms Schwarz, einem Vadenfer. Er steht auch auf dem Papier, gleich unter mir."

Sie la» den Tla nwr in Haren, einfachen Buch­staben ausgezeichnet wahrend er wrtstchr .Do» war Einer! Er sogt, nicht oieL aber er Han« ein Lächeln, und wenn man einmal im Zweifel war. ob man recht getan Hou« oder unrecht, dann brauchte man >hn nur an-zulehen. Denn er lächelte, dann wagte man. dast alles in Ordnung war Dieter Schwarz hat* einmal owrjefm Tag« Urlaub. Al» er nach oxetyqn Tagen nicht wieder kam und nach drei Wochen auch nicht, sagten wir: 2ft er über Ne (Brenne gegangen? Da» Gros;Herzogtum Baden liech nahe bei der Schweiz, oder nicht? Zu begreifen ist e». aber schön ist e» doch nicht. 3n der werten Woche tarn tr. So. jagte einer, kommst du wie­der? Wir dachten schon ... und er machte eine Ge­bärde, die deutlich genug war. Der Schwarz ichaute ihn ruhig an und lächelte. ,E» ist was Nich- tiaes daran', sagte er dann. Zch will nicht lügen Als ich zu Houje war. Hal mich die Regierung mit einem kleinen Auftrag in die Schweiz geschickt. Man roufo:,. dast ich früher in der Schweiz gewesen war und bi« Verhältnisse konnte, oo bin ich in die Schwei; gekommen. Und da» ist nun etwas Merk­würdiges, in einem Londe zuein, wo kein Jlriefl ist, sondern Frieden.' .Arbeiten die Schweizer für den Frieden', fragten wir. Lch weih nicht,' ant­wortete er, .vielleicht, aber man merkt nicht viel da­von. Wenn man ihnen .zuhört, so erfährt man. dc.st man den kühlen Kopf bewahren muffe, und das; der psychologische Augenblick noch nicht gekommen sei und dost man aus Gründen der Opportunität noch ;uwarten wolle. 91 im ja. das ist ihre Sache und sie mögen bas mit ihrem eigenen Gewissen ausmachen, lebenfaUs haben sie es schön, wenn auch da» Brot knapp ist.' Host du feine Lust oebabt. dort .zu bleiben'* fragten wir. .Da» schon', sagte er, und ich wäre auch, weih Gott, beinahe dort geblieben.' .Warum nur beinahe?' fragten wir

Schwarz machte eine Pause, schaute un» einen nach dem andern an, lache! e und sagte: .'Seil man Sehnsucht hat nach euch, ihr verdammten Kerls!' Wir lachten, oder wir glaubten es ihm nicht. Er merkte cs natürlich, denn er war nicht einer von

jenen, denen man etwa, vormachen kann und sagte: Ik wenn ihr mir jo wenig Gtaubem 'chenkt. dann nwg man jchon weiter ausholen. Stellt euch also vor. id) bin in der Schweiz. Vier Tage habe zu tun. bann soll ich wieder zurück über bte Grenze. 8wr Tage lang habe ich Zeit ju denken, hier peichtehc dir nichts, denn, wenn dich einer toiichlägt bann kommt er in» Zuchthaus und davor wird er iich hüten, vier Tag, lang ist man un Himmelreich, dann soll man tn die Hölle zurück. Die Sache hat tatsächlich einen Haken wenn man sich auch hun­dertmal sagt: Ehre. Tapferkeit. Patriotismus. Va­terland, Deutschland!. begreift ihr da»?

.Ja', sagten wir, und e» wurde un» ernst pi Mute

.Gut. fahren axr fort* sagte et. .E» gibt gluck- licherweise ein ffiort. da» Ht ganz verflucht stark, auch in einem solchen Augenblicke noch. meint chr. dast das Won hetstl?' Sir schauten einander an. .Das Wort heiht: Kameraden. Drei Tage lang habe ich mir diel«» Won gesagt, und e» hat mir geholfen. Ich verlasse euch nicht, Kameraden! habe ich zu mir selber aefaat. do» kstnat seht und hier «In wenig grostsprechernch und prahlerisch, doch dafür kann ich nicht:. Ich habe es gesagt, mb e» hat mir geholfen. Begreift *r da»?*

La, es wird wohl so sein, wenn du es tagst,' haben wir geantwortet und wir f gürt en ein merk- würdiges Gefühl dabei, denn da« war also einer. Der uns von brausten angeschaul hatte und doch nicht anderer Meinung geworden war. E» gab uns Haftung, das must ich sagen.

.Gut.' lächelte er. .Nun kommt der inerte Tag. Der letzte Tatz, stellt euch da» vor. Am anderen Morgen must ich wieder in Deutschland sein. E» hilft oll.» nichts. Vorläufig bin ich aber noch in Zürich. Da sind Berge, und da ist ein See und auf dem See sind Segelschiffe, und am Ufer geht man spa­zieren und wenn man will, kann man auch den Berg hinaufsahren, und von oben sieht man die O-Jbe Welt, das Herz geht einem aus. Und die Sonne 'dwint, und der Teufel solle fltauben, dost irgendwo Krieg ist, Über morgen must man wieder daran glauben. Keine leichte -Situation. Begreift ihr da»?'

.Ja,' sagten wir, und wieder wurde uns ernst zu Mut.

.G.it. Damit nichts fehle, na was meint ihr wohl, was noch dazu kommt? Hm, ein Mädchen

natürlich. Jetzt wird die Sache ganz gefährlich. Be­greift chr da»?'

ÄU ob er un» da« hätte fragen müsse«. Üsto. Em Mädchen. So eine», da« sich einem an den Hai» hängt und einen mcht mehr weglassen will. Dost mir keiner lacht, ich fasse mcht» auf do» Mäd­chen kommen f Wir batten keine Miene ver­zogen. Lch habe dennoch Lebewohl getagt. 3n der Nacht aber, in dieser letzten Nacht, ist der Frieden und da» Mädchen zusammen n.achnaer geworden al» der Krieg und ihr. Die Nach« ist eine gefährliche Zeit. 3m Krieg und Im Frieden. Ich bm die Strane hmau' gegangen, m der he wohnt. Da war Ich nicht mehr euer Kamerad. Ich habe nur noch an mich und an da» Mädchen gedacht. Ich hab Steinchen in ihr Zimmer aeworen. D. 'ch kannte Mir Fenster, ste horte mich gleich, vielleicht hatte iie schon darauf ge- wartei Man weist nie, wieviel so «in Mädchen weist und enoartet. Sie ist unter» Fenster gekom­men und Hot mir zugewinN. Und nun stehe ich auf der Ströste und tnarw. bte Straste ist gant einsam, bergauf, bergab. Ich hab Gluck, denke ich. Aber wte ich fo «stehe und lausche, ob einer kommt, hör ich etwa» andere«, em leichte«, dum p» es Nollen, da» ich nicht M deuten weist, irgendwo tn her Feen, mufWn täogen über eine Holzbrücke fahren Sa« lind da« -ür Wagen in der Nacht? Öa» »st da» für rmt Brücke? Der Schall kommt vorn Westen her. ver­stummt und rammt wieder. E» ist eigentlich mehr ein Trommeln, al» ein Naderrollen. Huf rirwnol erinnere ich mich daran, dast ich in Bern da» gleiche Lannen gehört habe, nur lauter. Da« ist Trommel- feuer! Die Schützengraben werden beschoßen. Meine Kameraden werden beschoßen. Wo» werben sie von mir denken? Der druckt sich, werben ste lagen, der lchont feine i>aui. der lästt uns verrecken. Pfui Teu­fel. und ich steh da und man auf ein Mädchen k Wie gahegl bin ich die St vaste b< nunter, hab ein Auto anrufen, hab geschrien on die Otrenv' Und >.inn sind wir uber Vanh gelnmu. dura . > Dörfer, die Hunde haben gebellt, und ich hab ge­schrien: .Schneller, ichneilcr' aber der ufriahewr konnte nicht mehr schneller fahren, begreift Ihr da«. Kameraden?' Wir haben kein Wort gesagt. Aber wir haben ihm die Hand gegeben Einer nach dem andern, und e» Ist un« geweien, ole sei nun alle« tn Ordnung."

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Feld 2 des Stimmzettels.

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JBL ÄL Reformhoeen

3d ölefec Kreis!M 5b Dein krevz

Auf dem Wahlvorschlag der Deutschen Volkspartei sind:

1 Bftfitsanrosd Biagelöm, iaraiflflöi

Z.Bflrgtimelfier un» fanöroitl Sdjoli, llüholra A.Alze»

3. Sri. marla Birnbaum, Eehrertri I. B «lesen

4. Saörllanl Chr.Mioli.BdMlönit 6. öMöelslonmffiauij

5. Simmetmeiller nun 5la6ioe(or6ielnöaoni, Danntrt!

6. Bfltgerroelfler 5t. Biepoh), SM in onerDtiiea

7. OtietltoilenöKeltot 5i. 8'Her. BHöingeo

8. BMetmelUn Kmlel, Bonns m Ikln, Dhmarlfter der

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