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Mögen die scharfen Beurteiler allo still fein: Las moderne junge Mädchen hat seine Dale i n S- berechtigung erwiesen, denn es in fähig ,iu leisten, waS junge Mädchen v-n früher zu leisten niemals int Stande waren -Mn IdU ihnen daher auch Freiheiten zugestehen: he werden sie nicht mißbrauchen.

Anglo-American N. S. Copyright.

Wofür die Alliierten in den Krieg zogen.

Sasonows Skizze auf der ungewobenen Leinwand.

Während des Krieges wurden in Deutsch­land vielfach Postkarten verteilt, die die hab­gierigen Plane unserer Feinde veranschaulichten. Von Deutschland bliest dabei meist so gut wie nichts übrig. Wie sehr diese Postkarten den wirklichen Absichten der Alliierten entsprachen, geht mit erschütternder Deutlichkeit aus Doku­menten hervor, die in dem jetzt erschienenen dritten Band desLivre noir enthalten sind. In diesem Buch findet sich ein Dokument, das loeben Friedr ch Stieve in den von der Zentral­stelle für Erforschung der Kriegsursachen her- auSgegebenen Berliner Monatshefte'Die Krtegsschuldfrage" in deutscher Sprache veröffentlicht hat.

Das Dokument ist ein Dries des französischen Botschafters in Petersburg. Pal 6 olo g u e, an den französischen Außenminister Delcasse vom 14. September 1914. natürlich geheim und nur für den französischen Aussenminister allein de stimmt. Polc-ologuc teilt hier den Inhalt einer .freundlichen" Unterhaltung mit, die Herr Sa­sonow mit ihm und dem englischen Botschafter ;n Petersburg, Buchanan, hatte. Sasonow war der Auffassung, man müsse einen Entwurf aus­arbeiten über die Veränderungen, der Europa im Interesse von Frankreich. England und Buß- land unterzogen werden mühte. In 13 Rümmcrn werden dann die Ziele aufgestellt, die Sasonow mit Hilfe des Krieges erreichen und für die er seine Kollegen. Paftologue und Buchanan beger- stern will. Wir geben diese Punkte im vollen Wortlaut hier wieder:

I. Das hauptsächliche Ziel der Alliierten würde sein. Deutschlands Macht und seinen Anspruch auf militärische und politische Herrschaft zu brechen.

2. Die territorialen Qlcnberungcn müssen noch demAationalitätsprinzip bestimmt werden.

3. Rußland würde den unteren Lauf des Aiemen und den östlichen Teil von Galizien onnektiersn. Es würde für Polen das östliche Posen. Schlesien und den westlichen Teil von Galizien annektieren.

4. Frankreich würde E l s a st - L o t h r i n - gen zurücinehmen und einen Teil des preu­ßischen Rheinlandes und der Pfalz hinzusügen.

5. B e l g i e n würde in .... eine bedeutende territoriale Vergrößerung erhalten.

6. Schleswig-Hol st ein würde an Däne­mark zurückgegeben werden.

7. DaS Königreich Hannover wäre neu zu errichten.

8. Oesterreich würde eine dreifache Mon­archie einrichten, die aus dem Kaiserreich Oesterreich, dem Königreich Böhmen und dem Königreich Ungarn bestehen würde. Das Kaiserreich Oesterreich würde nur dieerb­lichen Provinzen" umfassen. Das Königreich Böhmen würde das heutige Böhmen und die Slowaken umfassen Das Königreich Ungarn mühte sich mit Rumänien über Transsyl­vanien verständigen.

9. Serbien würde sich Bosnien, die Herze­gowina. Dalmatien und den Horben von Albanien einverleiben.

10. B u l g a r i e n würde von Serbien eine Kom­pensation in Mazedonien erhalten.

IIGriechenland würde sich den Süden von Albanien mit Ausnahme von Valona aneig­nen, das an Italien kommen würde.

12. England, Frankreich und Iapan würden die deutschen Kolonien unter sich teilen.

13. Deutschland und Oefterrcidj wurden einer Kriegsentschädigung zahlen müssen. Sasonow scheint bei der 2lbsassung dieser Kriegsziele doch selbst den Eindruck beionunen

zu haben, daß er etwas zu weit gegangen fei und bat daher Buchanan und Paleologue.d.c'cr Skizze eines Gemäldes, dessen Leinwand noch nicht gewoben sei", keine o izw.L 25c- beutung bei.zulegen Aber dann kommt gle.ch wieder eine Einschränkung die uns Pal.ologue in seinem Brief an Delcasse in folgenden Wor- ten mitteilt:Aber einige Worte die er mir be­sonders zuraunte, haben mich verstehen lassen. Last es ihm darauf ankommt, uns bereits in feine Gedankengänge einzuweihcn und dast er mehr denn je Wert darauf leg: in enger Fühlung mit uns zu sein" ,

Dieses Dokument zeigt fo recht deutlich, w o - für die Alliierten in den Krieg gezogen find. Richt um Europa vor der vermeintlichen Vor- Herrschaft Deutschlands zu bewahren, sondern um alles das unter «ich zu teilen, was deutsche Kraft und deutscher Fleist n mühseliger Arbeit in den letzten Iahrzehnten geschaffen hatte.

Oberhessen.

Lanvtrc»H Gießen

! Heuchelheim. 10. Oft. Der sehnliche Wunsch unserer Einwohner ist eine Wasser­leitung. G.bt cs doch heute wohl nur noch wenige Orte von der Gröhe Heuchelheims, die sich nicht einer solchen erfreuen. Wenn man erst einmal im Hause selber zapfen tann. bann sieht man bald die Vorteile einer Wasserleitung ein. Schwierig ist allerdings die Wasserbeschasfung. Die B o h r v e r s u ch e, die man vor einigen Monaten unternahm, waren ergebnislos. Darauf hat 'nun unsere Gemeinde den Wünschel­rutengänger Heinemann, Bad Homburg, kommen lassen. Dieser hat im Heuchelheimer Wald (in der Rähe des sog. ..Saustallsgrund") eine starke Wasserader sestgestellt, die wohl aus- reichen dürfte, unfern »Ort mit dem nötigen Wasser zu versorgen. Zur Zeit wirb an der bestimmten Stelle von einer Wetzlarer Firma ein Stollen ben man ja sowieso zur Leitung haben muh in bas Erdreich getrieben. Zu­nächst. um zu prüfen, ob auch genügend Wasser vorhanden ist. Hoffentlich erweisen sich die An­gaben des Rutengängers als richtig. Bemerkt sei hier noch, dast seinerzeit von demselben Ruten­gänger auf der Kinzenba^er Ziegelei i^e.ztDraht­zieherei) Wasser festgestellt wurde, und dast dieses Werl nun vollauf mit Wasser versorgt ist. Mengen- und Tiefenangaben stimmten ganz genau.

* Heuchel heim. 10. Oft. Rachbem die Abrechnung über die am 1. und 2. d. M. statt- gefjabte Obst- und Gartenbau-Aus- stellung einen Lieberblick gestattet, kann er« frerrli verweise festgestellt werden, dast das finanzielle Ergebnis ein recht be­friedigendes ist. Erzielt wurde dasselbe durch den Besuch von etwa 1200 Personen, sowie durch die danlcnswerten Beihilfen,, die dem Obst- und Garlendauverein von feiten des Lanowirtschaftskammer - Ausschus- s e s und des Kreisob st bau Vereins Gie­ßen, der Gemeinde Heuchelheim, des hiesigen Kreditvereins sowie einiger pri­vater Freunde und Förderer des Obstbaues zuteil geworden sind. Allgemein bedauert wurde nur, die gut beschickte und sehenswerte Aus­stellung, die sich seitens der benachbarten Land^ gemeinten eines großen Interesses erfreute, von Gießen aus so wenig besucht worden ist. Wenn die Anregungen, die die Ausstellung und der lehrreiche Dortrag von fachmännischer Seite gegeben haben, beherzigt und in die Tat um­gesetzt werden, dann wird der heimische Obst­bau den größten Vorteil davon haben.

u. Klein-Linden, 10. Oft. Der hiesige MännergesangvereinArion". gegrün­det 1890. bot in seinem am gestrigen Sonntag stattgehadlen Konzert in derDeut ch.n Eiche", mit dem auch ein Dirigentenjubiläum verbunden war. einen seltenen Kunstgenuß. Der Besuch aus den hessischen und preußischen Rach- barorten, auch aus (Siesten und dem Busecker Tal, war überaus stark. Wer der Einladung gefolgt war. brauchte es nicht zu bereuen, beim was an Chören unter ber Leitung des Chormei'ters Kon­rad R i c o l a i von Grotzen-Busect zu Gehör ge­bracht wurde, war von hohem volksdilbenben Wert unb gab Zeugnis barüber ab. bast auch cm Landverein (ber Verein hat zur Zeit mehr als 60 aktive Sänger) bei guter Führung wohl in der Loge sein kann. Kompositionen schwieriger Art gut und vollendet auszuarbeiten. Schon ber

stmErfolgundLiebr.

Roman von Robert Misch.

Copyright bn Carl Dunker Bcrl.n SW 62.

13 Fortsetzung Rachbruck verboten

Lachend hatte Gistlcnborg zugestimmt püt den Worten:Für Ihr Alter verraten Sie viel Ersah« rung, mein verehrtes kleines Fräulein. Aber Die Dame wird eben geboren, wie Der Künstler die wahre Eleganz ist auch eine Kunst, die der Person- »ichkeit Unb mancher lernt sie nie Wenn er auch nach soviel Geld ober noch so blaues Blut hat, wie unn Beispiel chre liebe kleine Freundin, das Fräu­lein von 'Wiggershcim.'

Er hatte, wie es schien, das alles treu in sein '»iedachtmü gesetzt Eine sähe Freude quoll in ihr mf. Aber sie beruhigte sich bald wieder. Der vor teyme, steinreiche Herr, dem das Geschenk nur ein Rechenpfennig war, hatte eben der armen, jungen Künstlerin eine Freude machen wollen, und sein 'iotlzbuch hatte ihn daran erinnert, wie an andere Wohltaten und Geschaste. Oder? Ihr Stolz wallte aus. Wenn er sich auch diese Blume ins Knopfloch stecken wollte, so im Borübergehen er sollte sich getauscht haben. Sie warf sich nicht fort, auch nicht für ein kleines Vermögen. Das wollte sie sich selbst verdienen. Sie glaubte jetzt an sich

Der dritte Akt der .Megunentstochter" näherte |id) dem Ende. Und nun fiel der Vorhang. Die Leute klatschten, aber mehr aus (ikroohiihcit, nicht sehr begeistert. Die meisten Sanger der Hauptpar lien hatten sie in Mainz schon seit dem vorigen Fahre gehört. Gute, tüchtige Sanger, die Stionnen nicht mehr ganz frisch, aber routinierte Darstelie. Die Marie war jedoch ganz neu wie einige be haupteteiu ein erstes Debüt aus einer öffentlichen Buhne Run, dafür spielte diese bildhübsche Person wirklich verteufelt unverfrorenTalent, und Feuer, wenn man ihr die Anfängerin auch noch in mancher Bewegung anmerkte", tonb .'irrt die OpernhabituLs

Slbcr das Stimmche it net groß freilich frisch und süß", fo war die allgemeine Meinung

Sie füllt's Haus net aus", meinte Doktor Lah- müUer, der Musikpapst und erste Kritiker der schönen Rheinstadt, zum Direktor, der ihn erroar- tungsvoll ansah.

Der kratzte sich hinter den Ohren. Im Zimmer und im Probesaal Hatto das ganz anders geklungen. Freilich, der Kapellmeister hatte schon in den Pro­ben seine Bedenken geäustert. Wenn das volle, große Orchester spielte, würde das Stimmch^n uer« schwinden.Die Stimme wächst noch an und dazu die Dobütantenangst", meinte der Direktor, der die Wengers nun einmal fest für die Saison engagiert.Und sie spielt doch allerliebst und sieht bildhübsch aus."

Ungefähr so las es am nächsten Nachmittag Isa in den Blattern. Und eine leise Verstimmung bc- 'nächtigte sich ihrer. Daraufhin batte man nun stu­diert und gearbeitet. Der Weg zur Höhe der Kunst war doch schwerer, als man sich ihn träumte. Sie saß dabei in ihrem hübschev. kleinen Wohnzim­mer, bei der braven Fran Perlacher, einer gut­mütigen, redseligen unb lebhaften Rheinländerin. Und die brachte ihr nun eine Karte und sagte tole­rant und wohlwollend (beim sie vermietete schon seit Jahren an die Mitglieder des Mainzer Theaters):

oic kriegen als vornehme Besuch. Hier ist die Kart' Wolle Sie ihn als empfange'? Zs ein großer, vornehmer Kavalier was ganz Fein's!"

Isa las die Karte:

Dr. Gunbaccar Gnllcnbvrg.'

Sie war doch ein wenig überrascht unb befan­den; aber sie freute sich. Als er ihr ritterlich die J)anb küßte, errötete sie lief. Vermutlich halte er sie, auf einer feiner vielen Reisen nach Paris, zu fällig im hiesigen Theater gesehen

Dann saßen sie sich gegenüber und plauderten lieber ihr Debüt ging er leicht hinweg. Bühnende gabung entschieden! Die Stimme würde mit ber Hebung wachsen genügend für ihr Fach ... Iedensalls könne sie singen Am 'Nachmittag mach letz sie einen Autoausslug Am Abend speisten sie zusammen ün großen Saal sxiucs Hotels. Er er­zählte von Paris, von seinen Reisen auch von ihrer ersten Begegnung in Dänemark.

Sie fragte nach Lenz. (Er schüttelte ben Kopf:

erste EhorHeidenrod" von Fleischer, der hohe Anforderungen an die Sänger stellt, wurde gut durchgefsihrt und schloß mit feingehaltenem zar­testen Piano. Die Zartheit des BortragS zeigte sich auch in der Wiedergabe des Shores ..Vesper- ge'ang" von Kämp'. bei dem die Einleitung und der Ausklang in feinem Piano angenehm auf­fielen Im gefälligen und anmutenden Ehor Moselwein^ von Gannett unb imIubilaie' des Besperge'angs kamen Klang- und Tonsülle der Sanger voll und ganz zur Geltung. Es kann r.a.üriich an dieser Stelle unmöglich auf jeden einzelnen Ehor eingcgangen werden, aber das fei doch gesagt, daß alle Ehöre von einer guten Durchbildung der einzelnen Stimmen zeug e.i und au' hoher künstlerischer Stufe standen. Auch die Solostel.en des Tenoristen Etzenmüller in den ..Deutschen Tänzen" von Schubert und im Ehor Schließ auf" von Ullrich wurden schön ausgeglichen und dem ganzen Chor angepastt zum Vortrag gebracht. Die Kapelle ehe­maliger Militärmusiker hrelte gute Konzertstücke aus den Opern von Fucik und R. Wagner und erntete damit großen Beifall. Die EhöreDeutsche Tänze" von Schubert und

R em von Kämpf wurden mit Orchcsterbegleitung vo.getragen. Erwähnt seien auch noch die guten Darbietungen der beiden Solisten Herrn S ch w a r z l o s e auf der Trom­pete und Herrn Kehrmau n auf der Flöte, dis mit großem Beifall aufgenommen wurden und die Künstler zu Beigaben nötigten. Mit dem Konzert wurde die Ehrung des Chor- meisters Konrad Ricolai von Großen- Dusecl verbunden, der in seiner Ibjährigcn Tätig­keit den Verein auf eine hohe Stufe gebracht hat und für seine Bsrd enste unter ehrenden Wor.en des Vorsitzenden, Ludwig Weinandt, zum Ehrenchormeister ernannt wurde. Als äußeres Zeichen der Anerkennung und Dankbar­keit wurde ihm ein Bild von Beethoven Über­reicht. Herr Ricolai dankte gerührt sür die Ehrung. Der Verein und sein verdienstvoller Ehormeister können mitCe .ugtuung aus das wohl- gelungene Konzert zurückschauen.

S» Großen Linden, 10. Ott, Um dem hohen Eisenbahndamm ber Main-Weser- Dahn Iura vor dem Eingang in den Becgwcrls- walb nach Gießen zu die nötige Fest gleit zu geben, wurden in letzter Zeit große Mengen Steine dort angefahren und tiefe Rigole in den Damm eingebaut.

- - Grosten-Linden, 10. Olt. Rachdem die Kartoffelernte in unserer Gemarkung beendigt ist. sind unsere Landwirte jetzt vollauf mit dem Einfahren der Futterrunkeln und mit der H e r b st b e st e l l u n g der schon abge­ernteten Felder beschäftigt. Wie die Kartoffeln, so sind auch die Runkelrüben recht gut geraten, oft haben manche Landwirte wahre Dickwurz- kolosse aufzuweisen. Trotz der vorgerückten Iah- reszeit ist noch G r ü n f u 11 c r überreichlich vor­handen: infolge der feuchten Witterung liefert der Stoppclklee bereits einen ausgiebigen Schnitt, manche Wiesen können zum drittenmal gemäht werden, auch ist das Kraut der Runkem und Kohlraben reichlich vorhanden. Kartoffeln wer­den auf unserer Bahnstation mit 3.60 bis 3,90 Mark für den Zentner Wirtschaftskartoffeln ver­laden, gelbfleisHige und Industriekartoffeln kosten 4 Mark und höher pro Zentner.

z Rödgen. 10. Oft. Gestern wurde unser neuer Geistlicher, Pfarrer Bönning, durch Dekan Guß mann aus Lollar in einem gutbesuchten Gottesdienst in sein Amt eingeführt. Der Dekan richtete ernste Worte an die Gemeinde und an den neuen Pfarrer, in denen er über die Arbeit des Geistlichen sprach. In seiner Antrittspredigt erbat sich Psarrcr Bönning das Vertrauen der Gcmeindegli.edcr, das die Voraussetzung für eine segensvolle Arbeit sei. Zwei Mannerchöre.Aus der Ferne lehr' ich wieder" undWenn die Kirchenglocken läuten", wurden von dem Verein Harmonie zart und wohlabgerundet vorgetragcn und hoben Die Feier­lichkeit ber Stunde.

§ Saubringen, 10. Olt 3n den bis­herigen Iahren der Rachkriegszeit ist die Bau­tätigkeit in unserem Dorfe recht rege ge­wesen. so daß im Laufe der letzten Iahre ein ganz neues Dorsviertel entstanden ist. das bereits im vorigen Winter die angenehme Kanalisation erhalten hat. Im lausenden 3aljre wurden wie­derum sechs neue Wohnhäuser errichtet, außerdem ein modern eingerichtetes Schlacht-

Wir sind zwei Kometen Deren Bahnen sich feiten schneiden So viel ich gelesen, spielt er wicocr in Wien. Gibt er Ihnen nie ein Lebenszeichen?"

Untere Bekanntschaft ist nur flüchtig und man soll sich so berühmten Künstlern nicht auf- drängen."

Ganz richtig, junge Weisheit", rief Dr. Gpllen borg lachend.Es trifft mit meiner reiferen Ersah rung zusammen Große Künstler, Gelehrte und Modedamen sind zu viel mit sich selbst beschäftigt, um wahre Freunde zu haben. Doch ist das ein wett tes Feld, wie Ihr märkischer Dichter Fontane sagt ..."

GyUenborg blieb Dann noch einige Tage. Er versprach ihr, sich ihre nächste Rolle, Die ZcrUnc im Von Juan" atauschen. Aber Isa hatte sich wohl nicht genug geschont ober vielleicht ein wenig er fället in Diesen regenfeuchten Herbsttagen. Die Stimme versagte zuletzt Icbcnsalls gefiel sie roc nigcr als am ersten Abend. Auch Die Kritiken fielen etwas schärfer aus: so bekam sic zunächst keine größere Partie mehr, nur Rebenrollen.

Ein Fräulein Kahlenberg tauchte plötzlich auf: nicht mehr ganz jung, scharfe und etwas verblld.i- Stimme mit Routine unb mit süßlichen Mätz­chen, wie Isa fanD. Auch Die Kollegen bestätigten bi cf es Urteil. Doch Kapellmeister, Direktor und Kri­tik protegierten die Dame offenbar, die ihr nun die besten Partien wegnahm.

Der Doktor war abgercist. Er Hatte ihr mehr' mal» seine Hilfe angeboren, wenn sie etwa für Kostüme ober dergleichen . Es wurde so leicht, so obenhin unb charmant gesogi, daß sie nicht böse sein konnte Aber sie lehnte es doch ab .Wenn sie einmal wirklich in Verlegenheit käme . ihre Gage reichte vorläufig aus." Was nicht ganz wahr war, wenn sie etwas bester leben und sich ein wenig ele­gant kleiden wollte.) Aber sic mochte keine gol­denen Fesieln um sich legen laßen, gerade von ihm nicht, an dessen Hochachtung ihr lag, und der sie ihre kleine Herkunft nie hatte merken lassen, sie nie als Beute und Freiwild betrachtet.

Trotzdem horte sie bald manche Anspielung der heben tolkgcn über ihrvornehmes unb reiches Verhältnis Sogar ben Rainen hatten sie burch ben Hot'lportier schnell ausbalbomert.

3» fühlte sich von dem gegenseitige» Verkehr unb bem Ton ber Kollegen abgestoßen Man liebte

haus: ferner würben noch einige Hm- unb An­bau-en aufgcführt. Drei der genannten Reu- bauten tarnen an die neue Baulinie an der Gie'cner Straße, wo Die Gemeinde Eigentümerin des Grund und Boden- ist. zu stehen. Wenn in demselben Maße weiter« Bau.en errichtet werden, wird in den nächsten Iahren die Wohnungsnot in unserem Dorsc behoben sein.

Hungen, 10. Ott. Der Abtrieb der Iungvichweidc Tiergarten erirlgtc in diesen Tageil 3m ganzen war die Weide mit 49 Fohlen und 16 Rindert besetzt Auf der Wintcrwcite vertreiben noch 26 Fohlen. Rtn.-rr wie Fohlen hatten teilweise ein? Gewichtszu­nahme l ? zu ty.er Zentnern zu verzeichnen w-a- cinerftits auf dir güm't.'cn Futter .hällnissir dieses Iahre--. Dann aber vor allem auf die Be- wir chafruna ttr Wci.e Utter Leitung des Weid-krärters Emil Sonneburg zurückzufüh­ren ist.

Kreis iyricfrbcvn

WSR. Friedberg, 10. Ott. In der Doll- verfammlung der Indus, rie- und Hau« dels 1 mmer für die Kreise* Fried­berg. Büdingen und Schotten wurdra Dcrfu,i.b;TU Berbe s rung n im Po v.rk h? an­geregt. B i Befprc mg der Kraflsahr^.ug.eu:r toutbc eine öntkJ.cfjung über Mißstände bei Straßensperrungen aefazl. b.irb ois besonders die Bade- und Luftk war e erb:d.ich gefchä i n wurden. E.> wurde wrt'er beschloss.n, innerhalb des Kamm.roereichs im ober.m B z rk versu. i-.eei e in Schal en. R.dda, O.bcm. Cr.en- berg. Badingen u io Laubach im Monat Oktober und Rovernbcr je qinen S p r c ch t a - cinzu- richten.

4 Butzbach, 10. Ott. Der hiesige Turn- und Sportverein veranstaltete sein dies­jähriges Ab turn en. das in der -Tu. .i fallt, sowie auf bem Spo.tplcih im Lustgarten ftatt- fand, zu dem sich eine große Anzah« Zu­schauer eingesunden hatten Teilnehrnrrzayl, so­wie Ergebnisse wäre.» recht oefriedigenD. AuS der Liste ter Sieger kurz das wichtigste: Tur­ner-Oberstufe. Zwölfkampf: 1. Hans D i ß- mann mit 194 Punkten: 2. Robert llrff und Ludwig Welckhardt mit je 183 Punkten: 3. Willi Steller mit 182 Punkten Geräte- Ach t kämpft 1. Robert llrff mit 139 Punk­ten: 2. Hans Wihmann mit 132 Punkten: 3. Willi Steller mit 130 Punkten. Turner- Untcrftufc: 1. Ludwig llrff mit 163Punk­ten: 2. Willi Decker mit 160 Punkten, 2 Al­fred Hetzd mit 147 Punkten. Iugendturner- Oberstufe: 1. Walter Blaß mit 163 Punk- t e n; 2. Edmuud Stürmer mit 144 Punkten: 3. Wilhelm Schütz mit 124 Punkten. Iugend- turner-Unterstufe: Siebenkampf: 1. Karl Iung und Alois Steffen mit je 116 Punk­ten: 2. Albert Theis mit 114 Punkten; 3. Willi Zimmermann mit 109 Punkten. Schuler- Obe r sl u f e: Siebenkampf 1 Otto ßeiftert mit 130 Punkten: 2. Karl Boller mit 121 Punk­ten; 3. Willi Benkowih mit 119 Punkten. Scchü- Ic r - 11 n t c r ft u f c. 1. Paul Iäger m l 129 Punkten: 2. Karl Klichart mit 113 Punkten. Turnerinnen - Oberstufe. Zehulampf. Ehrensieg: Elli Langbein mit 193 Punkten: 1. Hanna Graf mit 189 Punkten; 2. Anne­liese Henlelmann mit 181 Punkten: Sieben­kampf: 1. Elli Langbein mit 136 Punkten; 2. Emmi Schaum mit 134 Punkten: 3 Hanna Graf mit 131 Punkten. Turnerinne/- 11 n t c r ft u f e: Siebenkampf: 1. Frau Elsc.e-e Kowollik mit 130 Punkten: 2. Frau Mar r Bohn mit 128 Punkten: 3. Liefe! Brnkowitz mit 126 Punkten. Iugendturnerinneic- Oberstufe: Reunkarnpf: 1. Ria Hernbrodt mit 165 Punkten; 2. Ruth Brüggernann mit 148 Punften: 3. Gretel Kranhold mit 137 Panch^n. Iugendturnerinne nllnter st ufe Acht- kaenps. 1. Anni Habermann mit 14. Paltt- ten: 2. Anni lllnch und El. Sann mit je 138 Punkten: 3. Frieda Ruppel mit 1.34 Punkteiz. Schülerinnen-Stufe: Sechskampf: 1. Auguste Theis mit 104 Punkten: 2 Elfriede Müller mit 103 Punkten: 3. Elfriede Lenerzapf mit 101 Punkten. Dolkstüniliche- T Ur­nen: 1. Willi Klock mit 95 Punkten: 2. Lud­wig Größmann mit 78 Punkten 3. Richard Wagner und Ludwig Weickharbt mit je 70 Punkten Sinzelkampf: Speerwerfen: 1. Ludwig Größmann 37,20 Meier; 2 Lud­wig Weickhardt 33,20 Meter: 3. Aug. Bender 30,50 Meter.

mn.i '

sich heim Schauspiel und der Oper krcuz und quer Durcheinander oder hatte reiche Stadt'rcunde, die man gegenseitig beschwatzte ober sich abwendig zu mache» suchte. 'Natürlich bemühten sich einige Her­ren auch sehr ernstlich um Zsas Gunst. Toman, ber jugendliche Hclb, ein bildhübscher Kerl, hem täglich Vicbcsbru'fdjcii zuflogen, und Der auch für 0k schenke nicht uncmpsmDlich war (wie allgemein be­kannt), er bewarb sich am hartnäckigsten und stur miichsten um sie und konnte cs gar nicht begreifen. Daß sie ihn,den Liebling der Damen", einfach ver­schmähte

Aber Fräulein Isa, jchauen's" (er flammte aus Oberösterrcich)i bin doch so ein netter Kett . warum wollen's den» qarnir von mir wißen?" fragte er ganz erstauntDer Doktor is doch n«t mehr hier"

Bis sie grob wurde und ihn gänzlich schnitt, worauf er über sie schimpfte, über diehochmütige Gans", Der ein Kollege nicht gut genug fei, unb die wahrscheinlich irgcnhioo neben dem Dotiernoch einen reichen Kerl hätte" . Verkehr hatte Isa eigentlich nur mit berAlken" bes Scfaufpicls, cmer Frau Heimel, bie auch zuweilen (leine Opcrnpartiei'. fang Im Leben unb hinter ben Ku- listen fchweigiam, taute biese feine, ältere Perlon auf einem gemeinsamen Spaziergang am Rhein- u<er eines Taget auf unb er» ähfic Ifa, baß sie, die Tochter eines höheren Beatmen, von ihrem ver ftorbenen Mann, einem angesehenen Arzte in Kö­nigsberg, in ziemlich jungen Jahre» von ber Bühne meggcbciraki worden sei. Bor acht Fahren hatte sie ibn verloren unb sei bann mit den Resten eines kleinen Dennogens wieder zur Bühne qegongen, um ihrem begabten, einzigen 3ohne, das etubhim zu trineg! chcn, von welchem Sohn sie nunmehr Isa noridiroirmtc. Da vertraute sich auch' dieser seinen und lebensklugen Dame an, sprach unbe­fangen von ihrer Herkunft, von der natürlich hier fonft niemand wußte . .

Ihrem ganzen Wesen unb Acußeren nach glaubte ich, baß Sie aus höheren Kreisen etwa au. einer verarmtet) Offiziers- ober Beamten- fnmilic flammen", rief bie Heimel überrascht

.'natürlich kamen sic auch bald auf bas Theater unb bie lieben Kollegen zu spreche».

(Fortsetzung folgt.)