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Dienstag, U- ©hoher <92Z

UZ. Jahrgang

lZr. 258 Erster Bloh

Die Berliner Tagung der Internationalen Arbeitsamts

ver Rrichrkan;!er im besetzten Gebiet

ung, die

i--<ranzuzichen.

Dir begrüben die Sitzung des Verwaltung«- rcts des 3ntcmationalcn Arbeitsamts in Der.en als eine verdiente Anerkennung Deutschlands aut dem weiten Gebiet des Arbecksrechts und der Sozialpolitik. Dir wünschen und hoffen, deß die Beratungen erfolgreich und f.uchck>rtn« gend für den Fortschritt der Menschheck s-.ch ge-

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ichten. tefantenjagb, X io. ort. QBit w einem Aangier- W\ ein junger me beim Umladen out vnschtvand ün $ man nach langem atte, wehrte ei sich >m Rüssel trieb ei ie Pol zei in Stärke hcr, bis ti schl.eh. urch R ise das Tier alenschl.ng.'n an dm h ritz es sich püder das wild gewordene n, waren vargcbmt. Ausbrecher auibidt, en QInblid: Zäune, umgelegt. Der doli- i Gedanken um, das der auf Anveisuna Mer Ausweg ern unteren Werfudx

*irdtor Äronc mit itcn ton Kreuz- eses Mritereles» Ausreäfzer berat Lhvrüerl werden

m u n g der Völker, die nur aus dem ®ciüf)l hervvrgehen kann, bafi Freiheit und @c-c l)iif leit für alle herrschen. 3m deutsche.. i? e. das soviel Anrecht und Unzufriedenheit u er­tragen hatte und immer noch zu tragen hat. ist diese Sehnsucht nach der Herrschaft von Frei­heit und Gerechngkeit besonders tief. Möge der Lag der Frecheit uns bald beschieden sein.

Schwerer Zwischenfall mit englischen Soldaten.

Ein deutscher Feldhüter erschlagen.

Königslein L I. 10. OfL (IDolf bnrcauj 3m benachbarten Cron berg ereignete sich Soimtagü.mb 8 Uhr ein folnrni.I)mcrrr 3roif1irn- fall zwischen drei englischen Soldaten und dem .Jeldhüler Georg h a a ». 3n 2tu*>übung feiner Tätigkeit bemerkte f)aa» in einem eingcrie- digten Grundstück drei englische Soldaten und ior- derle sie ,urn verlassen de» Grundstück» aus. f>ler* bei erhielt er von einem Soldaten einen Schlag vor d i e v r u st, so daß er besinnungslos. zu voden slürzte. Haas ist heute nacht gegen ein Uhr im Leonberger Krankenhaus gefiorben. Der Täter und seine Begleiter hatten sofort die Ilucht nach Königllein zu ergriffen und konnten b i s jetzt noch nicht ergriffen werden Die deutschen und englischen Behörden sind mit der Auf­klärung de» Vorfälle» beschäftigt.

Vie Besatzungsverminderimg.

Immer noch kein Bescheid der Alliierten.

Eigene Drahtmeldung de»Gießener Anzeigers"

Berlin, 11. 011. Seil e n gen Tagen macht durch d-.e beutlche ^Jrek die Behauptung die Bunde, bah bei der BeichSregierung e nc Bote

über bi« E inzelheiten b e r Truppen - rebujicrung am Rhein eingelaufen fei. Die amtlichen Stellen, die Ich bisher ausge- schwiegen haben, geben jetzt wenigstens so viel zu. bah es sich nur um eine Mitteilung über Mahn ahmen militärtechnischer T a t u r handle, die vom Oberbefehlshaber der Rheinarmee stamme und die man hier nicht a l s endgültige Antwort der alliierten Regierungen anfeyen könne. Daraus geht doch Horror. bah man mit dieser3Kitte.ii vielleicht nur den Charakter eine- Zwckchen-

lichung jener Entwicklung der menschlichen Per­sönlichkeit ist, die über Erziehung. Trah.tion und innere Einstellung den Frieden i n s i ch zesunden hat zwischen derBergangen- > e i t und der Gegenwart. Der Reichs­präsident ist für uns die Verkörperung dessen, wie man in Pflichterfüllung über die Grenzen des biblischen Mtcr- hinaus sich jenen seeli­schen Ausgleich erringt, der b.c Voraus­setzung für die Verwirklichung N?r groben 3dec ist. bah Arbeit und tät.geS Schaffen im Sinne friedlicher Verständigung die beft: Erfüllung na­tionaler Pflicht .st. Lassen Sie mich Holsen, bah die bewegten Zeiten, in denen wir leben, unter drei Gesichtspunlten stehen mögen der ehrlich n Verständigung aller Arbeit äffenden dem Ausgleich der WettbewerbSverhältniste unter b.n Völkern, um zu einem fair platz zwischen ihnen zu gelangen und so in einem sozialen Friedrn die Basis zu schassen für Frieden und Verständi­gung unter den Völkern!

Albert Thomas,

der Direktor des Internationalen Arbeitsamts, bot darauf zunächst in launigen deutschen Worten um Entschuld aung dafür, dah rr französisch reden werde. Aber er malle von Mensch zu Mensch reden. Unser Stolz ist es, dah wir seit 7 Jahren von Herz zu Kerzen in aller Offenheit miteinander

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bescheides trägt, doch nicht ganz einver­standen ist. Die alliierten Regierungen halten tich zwar Vorbehalten, die Reichsreg erung noch über die Einzelheiten der Truppenverm nderung inS Bild zu letzen. 3nzw:fchen find aber schon wieder Wochen i n 6 Land gegangen, so bah man verstehen kann, wenn bc uns b.c Ungeduld über die sich hinziehende Verminde­rung her Truppenzahl allmählich zum Durch­bruch kommt. Warten haben to.r in den le.cen 3ahren gelernt, fo dah vir uns auch bis zum Ablauf dieses Monats noch Hinhalten lassen wer­den. Dann aber wird es wohl an der Zeil fein, dah sich die alliierten Regierungen darüber äußern, wie sie sich die Einzelheiten der Truppenverminderung denken und zu welchem Termin sie sie durchführen wollen

Die der .Main^c Anzeiger" erfährt, haben aul die Art. wie die Truppen zurückgezogen werden sollen, die deutlchen Stellen beratenden, aber keinen entscheidenden Einfluh gehabt. Die Verminderung der Besatzung« arm« um 10 000 Mann gescheht in erster Linie nach militärischen Gesichtspunkten. Soweit bide nicht beeinträchtigt wurden, hat man den beutkben Wünschen Rechnung getragen. Es ist den deutschen Verhandlung»Führern nicht ge­lungen, die unter der Besetzung besonders lei­denden Kurorte vom Militär fveizubekom-

c n t na ffneten,neutralifierten!Rhcin. land, zu denen der deutsche Dauer Feld und Acker, die deusich-' Hausfrau Quartier zur 21er- fügung stell. n muh Möge die Ne chsregierunp wie bi-'her io auch in Zukunft ihr Sinnen und Trach­ten darauf richten, den besetzten Gebieten die ihnen non Recht und Gesetz zustehende endgültige Freiheit zu oerfchanen Soweit es nicht mög­lich if:. möge sie nach Kräften versuchen, das Be- fatzur-q-regime möglichst e i n z u I ch r ä n k e n. Das besetzte Gebiet bittet um fein Recht Mehr verlangt es nicht Wir wünschen nicht, das, unsere Freiheit mit außenpolitischen Zugeständnissen er kauft werde. Im Vertrauen auf Reichsrcgicrung und Volksvertretung werden wir ausharren, bi« die Stunde der Befreiung schlägt, und unbeirrt im Wandel der Ereignisse ro-c in schw-rster Zeit, so auch in Zukunft treu zu Volk und Vaterland.

Reichskanzler Marx

dankte dem Oberpräidenten für die Tezrüßung und sühne aus: Au- den Worten des Herrn Oberpräfidenten erhäng, was uns alle bcme.it: D i e große feelifche und materielle Ql o t. die die Besetzung für bitte schönen Gaue cm Rhein bedeutet. Bald dauert diese schwer: Last neun 3 ahre, ein Zeitraum, den man früher nicht für möglich gehalten hätte Gewiß ist im Defatzungssyltem manches gegen früher t-effer geworden. Auch die zugesagte Herab- 'ctzung der Belatzun^sstärle um 10 00D Mann ist zweifellos eine bezrüßenswerte Erleichterung. Ader es liegt in der Aatur der Sach:, dah eine solche Herabsetzung an dem ® e f am 11 a t - beftan'b derIk'cruni nicht viel ändern kann Cie wissen, ich bin ein grober Anhänger der DersöhnungsPolitik, aber diele Politik kann nur dann in die Herzen der Völker tief er­bringen und wirkliche Volksfache werden, wenn sie getragen ist von der freudigen Zuftim -

und untereinander verkehren, ohne Rücksicht aus die Nationalität: Deutsche, Franzosen, ttngtänber und andere. Wir haben oft schmerzliche Stunden zusammen erlebt. Aber ich habe auch ijerrn V. gel idem deutschen Mitglied des Ärbeilvamti) gegen­über stets in aller Offenheit von bleien Fragen ge­sprochen, ob e» sich nun um die Ruhrbesitzung um die Reparationsfrage, um den Dawesplan ober um was sonst immer handelte. Da» ist unser Stolz, daß ist unsere Methode und wir sehen ba» Ziel: die Magna Charta der Arbeit Der Friedens­vertrag habe bestimmte Ausgaben festgesetzt und zu ihrer Losung strebe die Arbeit bc» Internationalen Arbeitsamtes Gewiß feien da» Reformen, die sich nicht ohne weiteres erzielen lasten, aber da» Ma- pitel 13 des Versailler Vertrages fei fein D.ktat gewesen, sondern jede» Äapitel sei diskutiert wor­den. Thomas verwies weiter auf die Bedeutung der dreimonatlichen Zusammenkünfte und skizzierte bic Bestrebungen In Amerika, Italien und Frank­reich zur Verständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. In diesem Zusammenhang verwies er auf di- frühere 'Arbeitsgemeinschaft in Deutschland, die auch heute noch im Grunde wieder angeftrebt werde. Mit einem . (dien Zitat aus Goethe:Wer alle» wollen I nn, will auch den Frieden'' beschloß er feine mit gro­ßem Beifall aufgenommene Rede.

Schon fdt 1919 ist Deutschland Mitglied deS ^itetnationalcn Arbeitsamts, das 114 ein Organ des Völkerbunds gleich nach beffen -earündung getchaf'en worden ist. 3nfolgebclen U sich der V e r w a 11 u n g S r a t bewogen ge- 4(t, (eine Tagung im laufenden Vierteljahr j 'Einladung der Reichsregierung in der «utfchen Reichshaupt stabt abzuhalten, «nz tote ber Völkerbund selbst hält baS 3nter- itionale Arbeitsamt in jedem 3ahr eine Doll- ifammlung. und in jedem Vierteljahr eine tjung se.nes VerwaltungSrates ab. wobei man. .n im Rahmen deS Vergleichs zu bleiben, den "rrwaltungsrat des Arbeitsamt- mit dem Rat >s Völkerbunds in Parallele stellen kann. Ander :pitze dieses Internationalen Arbeitsamt- steht ,t bekannte französische Politiker Albert Tho- -«S. von dem Mrid)iebene Spötter behaupten, f. er leine Zugehörigkeit zur internationale i >ztalbemokratischen Partei wohl damit in Ctn- ing zu bringen gewußt habe, während deS '.r.egeS französischer MunitionSminister zu fern, deich nach dem Kriege eine .e'onder» gut bc- >:|lte Stelle al« Leiter bc« 3ntemat;analen Arbeitsamtes anzunehmen. Vielleicht trägt d.e'e Heine Erinnerung dazu bei. einer allzu gros-en Begeisterung für Herrn Thoma« einen »einen Hiegel vorzufch eben Damit soll seinen Ion- iccn persönlichen Eigenfchas.en dir «M 5.en- m ungemein gerühmt werden. le n Abbruch tan werden. Er gilt als ein ganz hervor- genber sehr befähigter und ideenreicher Mann. -T zwe.sello- in ber Leitung deS Amte-, dem rt vorsteh t Gute« geleistet hat.

Die Dal'ache. daß der Derwaltung»rat des internationalen Arbeitsamt- von ber sonstigen logenbeit, feine Sitzungen in Genf abzu- bgeg.in;?i ist und ine Sitzung in Berlin abhält, bars al- em 1 rnpliment für da- Deutsch- Reich angesehen v.ben. Dieses Kompliment ist re chlich verdient nb hätte vielleicht früher schon gezollt werden , i,en. denn Deutschland hat seil ber berühmten itsmarckschrn Botschaft vom Fruhiahr 1M2 die ubrung in der Sozialpolitik alle Lander rt Welt gehabt. Wenn hier und da in ber Entwicklung ber deutschen Sozialpolitik ein Still- ' and eing.-treten ist. so war da- immer nur vor- Ergehend. 3m allgemeinen und ui groben itgen ist die deutsche So.zialpol.tik stetig vor- csgefchritten unb es hat immer wieder (it.mmen gegeben, die vor dem Einschlagen erncs cllzu schnellen Tempo« gewarnt haben. Ob das berechtigt war ober nicht, mag in c- eiern Augenblick dahingestelll bleiben. 3ebensalis hat Deutschland von j her an der Spitze ber fozial- .p.tischen Entwicklung gestanden unb wenn ihm um durch die Abhaltung der Sitzung des Ver- aoltungsrats des 3n!ernariona[en Arbeitsamts n feiner Reichshauptstadt eine gewisse Aner- Innung jut.nl wird. Io ist d «k gcroif) ?ertient. Man könnte sogar kigei. daß sie wohl < was früher hätte kommen können.

Vielleicht hat diese S tzung, bei der es an Jfrungcn des Internat:onalen Arbeitsamts, des ^rwallungSrats und se.nes Vorsi^nden nicht O-tlen w.rd. d:e Folge, daß demnächst Deut'ch- .r-id in dem Amt dieselbe Vertretung uiacfianben werden wird, die Großbritannien :r.d Frankreich von Anfang an besitzen. 5> efe ver- 'kjen über je einen ordentlichen Vertreter der tcaicruna. der Arbeitgeber unb Arbeitnehmer, »ährend bei Deulsedland ber Vertreter ber Ar- teilgeber fehlt. Darin legt cntfdxeben eine Benachteiligung ber macht g aus strebenden Tibuftrie des Deutlchen Reiches.

Es ist ein reichhaltiges Arbeitspensum, bas Verwaltungsrat in seiner Berliner Sagung it bewältigen hat. Der wichtigste Punkt bürste >t-r sein auf dem Gebiet ber Weltwirtschaft >.e einschlägigen Beschlüsse der Welt wirt- h a f t s k o n s e r e n z durchzufuhren ober wenig- T.-ns ihre Durchführung durch die Einzelnen Nächte zu fördern. Außerdem foll bu Dollver 'ommlung des nächsten wahres vorbereitet wer- >n und dabei dürfte die »cf fehungvon N i n d e st l ö h n e n . die Arbeitslosenversicherung nb die Zwangsarbeit von Eangeborenen m «olonialgcbieten eine wesentliche JoLe BHätn. Serabe auf letzterem Gebiet kann dte M.tarbeit Deutschlands von besonderem Wert werden.

Es sind in letzter Zeit mehrfache und merk- oütbige Mitte lungen darüber, daß immer nock) li einzelnen englischen und französischen Seoloniai- grbiefen nicht nur die Zwangsarbeit, sondern -ach richtige Sklaverei der Eingeborenen vor­handen ist. an die Öffentlichkeit gebrungm. D.e i: allen solchen Fragen der Koloniachol Nk war ^Deutschland, solange es über Kolonien penugte. »ach hier bahnbr«hend vorgegangen und Hane cme völlige Beseitigung aller mit mo- >men Anschauungen nicht mehr zu berci i baren- Xm Arbeitsmethoden durchgeführt. Denn man ih die großen Erfahrungen Deutschlands in dieser Hinlicht zu Rutze machen will, so wird bas Internationale Arbeitsamt gut tun. für Jcuw nächste Tagung bei Behandlung dieser ^rage deutsche Sachverständige in umfassendem Maße

halten unb daß dabei die Gelungen Deutsch­lands von den Vertretern der anderen Länder 1 so gewürdigt werden mögen, wie es gerecht­fertigt ist.

Die Begrüßung in ber Reichshauptstabt.

Berlin, 10. Oft. (XU.) Die Vereinigung ber Deutschen 21 r b e 11 g c b e r o e r b fl n b c gab einen Empsangsabend. an dem die Reichs- Minister Dr S i r e f e m a n n, Dr Braun- und Dr EurtiuS. ber Direktor des 3ntematio- nalen Arbeit-am eS, Thomas. Fontaine und Oubegce l vom Verwaltungsrat des 3ntcr- nationalen Ar eitsamtes der Vorsitzende des 2N! gemeinen Gewerkschaf lsbundeS. Hermann Muller und viele andere P^r önlichkuten deS wirt'ck-afllichen unb kulture len Geben« teilnahmen. 3n feiner Degrüßung-anlprache betonte

Geheimrat T)r.=3ng. h. e.

Ernst v Torfig,

daß die führenden Organisationen des Wirt­schaftslebens in ihren Aufgaben und Pflichten weit über den Rahmen der reinen Interessen­vertretung hinau-g.wachsen seien. Der R dner hob die ernste Pflicht hecoor, für den Aus trag der Gegensätze Wege unb Formen zu suchen, die diese Auseinandersetzungen zu einem Element des Fortschritts machten. Die neue Zeit fordere neues Denken und Handeln. 3m natio­nalen ebenso wie auch im internationalen Geben müßten alle Deran wörtlichen sich um die Förde­rung der Erkenntnis bemühen, daß es zu aller Ruhen notwendig sei. da - Verbindende zu suchen. Dieser L itgedanke geb? der Wirksam­keit ber in emotionalen Organisation der Arbeit unb ihres Verwaltungsrats sein Gepräge unb sei die Richtlinie, nach der die Vereinigung der deutschen Arbeiigeberv rbände sich bemühe, ihre Mitwirkung an der Entwicklung des deutschen sozialen Lebens ein^u ft eilen. So hab: auch die Mahnung des Reichspräsidenten zur Einigkeit ihren lebhaften Widerhall in den Herzen der deutschen Arbeitgeber gefunbm.

Reichsarbeilsminister Dr. Trauns

begrüßte sodann im Ramen der Reichsregierung unb im Auftrage des abwesenden Reichskanzlers die Anwesenden. Die Reichsregierung freue sich, daß auch das deutsche Unternehmertum auf dem Boten des internationalen Arbeitsamtes mit» arbeite Ueb?r ber Lebensaufgabe des Unter­nehmers stehe die Mahnung: .Eigentum verpflichtet!" Das Gesamtwohl ber deut­schen Wirtfchaft und des deutschm Volkes fei das einzige Ziel: Zufammenarbeit zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber die wichtigste Voraussetzung. Das Endz.el sei Friede mit der Arbeitnehmerschaft im Sinne der Hin- tenburgmahnung. Die Reichsregierung begrüße diese programmatische Erklärung ber deutschen UntemebmerfdKift Die neue Zeit erfordere auch neue Taten, besonder- im Verhältnis zwi­schen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das fei der beste Weg zum Wiederaufbau Deutsch­lands und zur Stärkung ber kulturellen Werte

Außenminister Stresemann ergriff sodann das Wort zu feiner Rede, in dcr er u. a. ausführte:

Der Weltkrieg wird rief zu sehr gewertet nach Schlachten unb militärischen Gesichtspunkten, statt nach den geistigen Umwandlungen und Umwälzungen. War die Weltwirtschaftskonferen; der Ausdruck des Suchens nach einer Verständigung der Wirtschaft, so ist d a s S u ch e n nach dem sozialen Frieden hierzu eine notwendige Er­gänzung. Dabei bedeutet der Geist mehr als die Paragraphen, die Freiwilligkeit mehr als Zwang. Daß Deutschland jeden Weg gehen wird, der zum sozialen Frieden führt, ergibt fich aus seiner eige­nen Lage als großes Inouftrieland und au» der Notwendigkeit, Frieden unter allen feinen Dolks- fchichten zu halten. Daß es alles tun wird für den Ausgleich zwischen den Arbeitsbedingungen der em- zelnen Völker, ergibt sich aus seiner Stellung als Export Industrieland. Sie erheischt, daß unter gleicher Sonne und unter gleichem Schatten die Wirtschaft der Völker sich vollzieht. Deshalb sind alle Bestrebungen des Internationalen Arbeitsamtes. Bestrebungen auf Einmünden in die großen Grundlinien der deutschen auswärtigen Po­litik. Sie find gegeben durch den Gedanken der Der- ständiaung. des Miteinanderarbeitens und des ge- mein'ämcn kamp'es für friedliche Entwicklung aller Völker. Seit Jahren hat die deutsche auswärtige Po­litik nur diesen Zielen gedient. Wer das be­zweifelt unb Bewegungen innerhalb des deutschen Volkes psychologisch als im Gegensai-, zu triefen Be­strebungen anfeben will, der verkennt die Kräfte des Beritan^'s : nb des Gemütes, die sich im beul- schen Volke für diese Friedenspolitik einfepen.

Denn vor kurzem Millionen Deutscher der ehrwürdigen Per'önliHke t deS deutschen Reichs­präsidenten in übertchäumender Herzlich- leit gehuldigt haben, so nicht deshalb, weil in ber Verehrung für den einstigen Generalfeld­marschall der Gedanke der Revanche unb ter Gedanke IrieaerUier Begeisterung zum Ausdruck . kommen sollte, sondern gerade de^d. weck , uns Der Herr Reichsprastdent dre Derimnbckd-

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Koblenz, 10. Oft. (WTB.) Der Reichs­kanzler Dr. Marx, in seiner Eigenschaft als Minister für die besetzten Gebiete, ist heute vor­mittag in Koblenz eingetroffen. Er wurde begrüßt vom Reichskomm.ssar für die besetzten Gebiete^ Bot- fchafter Dr. F r h r n. L a n g w o r t h v. S i m - m e r n , der mit feinem Bearntenstabc erfchienen war, und vom Präsidenten der Reichsvermogens- nerroaltung Ko11artz Irn Namen der preuhi- fchen besetzten Gebiete war Dberpräsident Dr. Fuchs erschienen. Um 12 Uhr mittags sand eine außerordentliche Festsitzung der Stadtverordneten im Rathaus statt. Irn Anschluß an die Festsitzung der Stadtverordnetenversammlung begab sich Reichs­kanzler Dr. Marx zum Oberpräfidenten Dr. Fuchs. Bei dieser Gelegenheit begrüßte ber Ober­präsident den Reichskanzler, indem er u a. sagte: Der unbestreitbare Anspruch Deutfchlands auf Räumung der besetzten Gebiete Hal sich bisher nicht durchsetzen können. Deutschland hat die in den Verträgen als Voraussetzung für die Räu­mung festgesetzten Bestimmungen erfüllt unb mehr darüber hinaus geleistet Das besetzte Gebiet weiß, daß die Schuld an dem Fortbestand der Be­setzung nicht beim eigenen Volke und seiner Re- gicrung liegt und wird die Lasten der Besetzung weiter tragen. Dabei erkennen wir dankbar an, daß infolge der Befriedungspolitik der Reichsregie­rung namhafte Erleichterungen auch von grundfatz- sicher Bedeutung im Besatzungsgebiet zu verzeichnen sind. Der Stern dieses Besegungsgebietes aber ist geblieben. Insbesondere können wir uns mit dem heute noch gültigen Orbonnanjlpflem nicht abfinden, das weit über die Grenzen des Rheinlandes hinausgeht und den M a ch t a n f p r ü- rfjen ber Gegenseite Tür und Tor öffnet. Wie in früheren Jahren, so auch in die- s.-m .«herbste, haben die Besapungsarmeen wieder unseren Gauen abgehalten.

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General-Anzeiger für Oberhesfen MM

^"voNschecklonto' . feigen teil Aurt tzcklmann,

. eanfiurt am maln 1168«. Vnick und Verlag: vrühf'fche Untverftlütr-Vuch- und Stetnöruderei k. Lange in Gießen. Schrtstlettunq und Geschäftrstelle: Zchulllraße 7. -f <