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£> a ü t a u u b I i. iit > ki.Olt.Oi«> ,asamm«nge zogen. In der Provinz fanden tut Demonstrationen gegen England alt. Di« koinmunist, ch« Internationale oerftarti Tte Propaganda in den asiatischen Ländern 7tach Reibungen aus dem Äaufafu» find auch dort to<gen- zoolutionäre erschossen worden. In der Ukraine wie n Weißrußland rotrö eifrig noch polm chen Spionen ^fahndet. Der BorfiRenbe des Volkswirt chastrrate, uibiichew stellte im Arbeit»- und v«r:eidi- -ungsrat bei der Besprechung der innerpol' i «den Sowjetrußlands lest, daß der Abbruch der

. Mischen Bezi<dungen die innere '' ioa>jrfunion verschlechtert habe Die russischen >gen'eoolutionuren Organisationen hallen neue Nittel au» Eno land betommen um den ciuri der bolschewistischen Regimes herbeljusühren. Die Eowtetregierung werde oezwungen sein, den Säbel zu ziehen. .Lstwestijo" schreibt, die Erschießung der 30 Weißgardisten bedeute eine ge­wiss« Aenugluung für die Ermordung 'Boikowa und für bw letzten Ltrentate auf 6o- wjetbeomle. Di«Prawda* fordert Der schär- u n g de» Terrors gegen die bürger« ich« Klasse der alte Weift d«, verstorbenen Bührer der Tscheka. Dserschinski, müsse In Rußland weiter herrschen. D-a» Blatt fordert die 'lrbeiiermassen in Moskau aus. d i t englisch« Gesandtschaft zu stürmen die doch nur eine itoschemme f C r Mörder und Brand« ,t i s t e r sei.

Dor einem russischen Ultimatum?

Kodkan fordert die Auslieferung des Mörders.

Berlin, 11 3uni. (XU.) Hoch einer Meldung destokalanz.' aus Warschau glaubt man In dor­tigen politischen Kreisen, daß die Sowsetregierung eine neue Hole an die polnische Re­gierung senden werde, in bet die Ausliefe­rung des Mörder» von Woikow verlangt wird. Die Rote würde dadurch einen ultimativen Charaffer erholten und eine außerordentlich ernste Situation schassen. Die Auslieferung würde die pol­nische Regierung, wie man in Warschau schon sest- stetlen könne, kategorisch verweigern.

Heut« früh erfolgte b.c Ueberführung der Leiche beS ermordeten Lotch et ge'andten. Die Strohe vor l>er russlschen Botschaft war durch ein Shrenspälier abgeschlossen. Gegen halb 8 Uhr früh trafen im GesondtschastZgebäude die 2«r- freier de r Regie rung. der Zivil- und Mllitärbehörben. sowie das Warschauer biplo- matische Korps ein Kurz vor 8 Uhr trugen die Beamten der Sowjetgelandttchaft den Sarg au- dem Gesandschaffsgebäude. Die Spitze des Trauerzuges bildeten zwei Kompanien 3nfan- terie und ein Bataillon FeldariMerie. Daraus folgten die Kronzträgei. Hinter dem Leichen­wagen gingen die Witwe des Toten mit der» nächsten fiamilienangebörigen und die Ange- bbrigen der Gefandtschaft. Um 8.25 Uhr kam der Leichenzug auf dem Bahnhof an. wo der Sarg in einen mit den Sowjetfarben geschmückten Sonderwagen getrogen wurde. Der Leichenzug wird außer von Hofen goty von einem Vertreter des polnischen Außenminisde- riums. sowie einer militärischen Shrenwache bis zur Grenze begleitet. Der Staatspräsident und Marschall Pilsudski ließen sich bei der Feier durch ihre Adjutanten vertreten.

Ein britisches Dementi. England kuflnct irgendwelche veziehungcn zu russischen Emigranten.

London, 10. 3uni (Heuler.) Die zustän­digen Londoner Kreise bezeichnen die Meldung als höchst erstaunlich, daß gewisse in Moskau Hingerichtete Huffen von den Sowjetbehörden der Spionage zugunsten der briti­schen diplomatischen Miffivn be­schuldigt worden find, ES wird energisch bestritten, daß die britischen Behörden der­artige Beziehungen zu den fraglichen Personen gehabt haben. Es wird in diesem Zusammenhang daraus hinqctoiefen. daß die von der Sowjetregie- rung verdächtigten Vtitglieder der britischen Mission In Moskau keine Bezieh ungen zu Hussen außerhalb des Kreises ihrer amt­lichen Verpflichtungen haben konnten, und daß sie sogar sorgsam vermieden, sich in Gesell­schaft von Hussen zu zeigen, um Verdächtigungen zu vermeiden Diese Zurückhaltung bildet einen großen Degensah zu der Freiheit, der sich Hofen- golz und die Sowjetmission in London erfreuten, wo Ne ungehindert und ohne Kontrolle überall hingegen konnten.

wird gesagt, daß eine der Spionage- ünfiaqcn in Verbindung mit einem Dries des britischen Konsuls In Lcninarod an ein Mitglied der britischen Mission in Moskau steht. Dieser Brief war die Antwort auf eine Anfrage der britischen Miffion, ob der Konsul Hamen von russischen Firmen angeben könnt«, die feine che­mische Produkte von englischen Firmen zu kaufen wünschen. 3n der Antwort sagte der Konsul, er werde sich bemühen, sich die notwendigen 3nformatinnen zu verschaffen. Dieser Brief wurde von den Sowjetbehörden bei der Post b e f ch l a g n a h m t. die erklärten, er bezwecke, u n g e f e h 11 d> e Informationen zu er­langen. (Sin Faksimile des Briefes wurde zu­gleich mit der Anklage der Spionage auf der ersten Seife der .3swestija" veröffentlicht.

Hoch einmal wird von den britischen Ärct- en energisch erklärt, daß bet dem Abbruch der 'Beziehungen mit der Dowjefregierung sich die britische Hegirrung von keinen geheimen Gründen habe letten lassen, wie es jetzt an- aebeutet wird Wie schon gesagt worden ist. baffe die britische Hegieruna nicht die Absicht, den Kriegszustand herbeiziiführen Sie hoffte vielmehr, daß unabhängig rnn den diplo­matischen Bezrehungen die Handelsbeziehungen fortgesetzt werden würdeti.

Lin schwerer politischer Fehler"

Das Gcho der Berliner Presse

Eigener Drahtberichl bet Gießener Anzeiger»'

Berlin, 11. Juni. Seit gestern wird Rußlands Politik Dom Henker ge- " acht" * In diesem Satz des . Bertir.et len- DuricrC gipfelt das Urteil der Mf«nth4h-n Heiinmg in Berlin über die furchtbare Blut- luftiz in Moskau. 3n allen Blättern wird de- ont. Baß sich Sowjet-Hußland durch die Hin- richtungen unermeßlichen politischen Schaden uigefügi hat Ta« Sowsetlvsten. da, 'uch die lebten Surnpath en in der Welt dadurch

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zeit der Sowjets noch wenigstens ehrlich. Heute beweist man daß man von menschlicher Schwäche frei ist. Die Weit w:rd int kr.rter Ta:'ach. rechnen. Auch di« . Vof sch Zeitung weist daraus hin, daß bie Sowjet regle run^ mit einen Schlage das mora lisch« Prestige zerstör: Hal, das sie sich in den letzten Mo­naten des englisch-russischen Äonltftee erwor­ben hatte

Aber mcht nur in außenpolitischer sondern auch in innenpolitischer Beziehung smd d.« Blut­taten ein schwerer Fehler wenn nicht gcr der 'chwerste den das Sowjet-Regime :n Huß'.an^ je begangen hat. Werfen sie doch ein Schlaglicht huf di« Schwächedes Regimes T rte 6eite der Terrorjustiz wird besonders von der .Ger­mania" behandelt, die von einem Zeichen der Hervofität der Moskauer Machthaber, von einem unfreiwilligen Schwächebckenntnis spricht. Di« Gefahr, so heißt es in dem Blatt weiter, unter der Rußland und das heutige Moskauer Regime gegenwärtig schweben ist wirtfchaftltcher und finanzieller H a t u r. Schon w.rb aus manchen Gegenden Rußlands Hungersnot gemeldet. Di« Aussichten auf die neue ernt« sind wenig gut. und wenn es zu einer Mißernte kommen sollt«, find die Folgen unabsehbar. Dazu komm.n die verhäng­nisvollen Wirkungen des englischen Bruches vor allem di« Sperrung der Kredit« auf die Rußland so sehr angewiesen ist. 3n bieten Zusammenhängen liegt die zweifellos große Ge­fahr. in der sich das russische Regime jetzt be­findet. und die sich durch die Terrorakte nur all­zusehr offenbart

Die pariser presse über den bolschewistischen Terror.

Paris. 10. 3uni (XäL) Das .Echo de 'Paris" nimmt heute in einem scharfen Artikel gegen den Kommunismus Stellung. Das Blaff führt u. a. aus, daß Briand. möge er wollen oder nicht, in einer mehr oder weniger nahen Zukunft gezwungen fein werde, dem Bei­spiel Baldwins zu folgen. 3n der .Grenelle" tage das 80er Komitee, das Revolu­tionär« der verschiedenen Nationalitäten um­fasse. Di« Handelsvertretung könne belfer als die russische Botschaft an der bolsche­wistischen Oraanifat.on auf französischem Boden arbeiten. Geschaffen, um die Entwicklung der Handelsbeziehungen mit Frankreich zu erleichtern, sei sie ein Hauptinstrumenf in den Händen der dritten 3nternationale. Botschaft und Handelsvertretung stünden in en­ger Verbindung untereinander. Seit dem Bruch der Beziehungen zwischen England und den Sowjets werde eine kluge Zurückhaltung zum mindesten nach außen hin geübt. Dokumente in beträchtlicher Menge f.lcn vernichtet, ankere, an sichere Orte gebracht, wieder andere, die wichtigsten. durch Kuriere nach Moskau transportiert worden. Der .Mat.n" stellt fest, daß di« Srmordu. WojkowS nicht allein dastehe Zur gleichen Zeit feien in Lenin­grad durch eineBombe Personen getötet oder verwundet und in Minsk ein Attentat verübt worden. Es scheine also sicher zu fein, daß die Sowjetrepublik bedroht sei. Die Ermordung Wojkows in Warschau die Bombe von Leningrad und die Höllenmaschine von Minsk seien nur ein Anfann Die Tscheka habe ohne Gerichtssitzung eine Million Männer und Frauen hinaerichtet. Unter diesen Umständen fei es unerhört, daß die Bolschewisten im Ausland die Verantwortlichen für die Hache und Freiheitsakte suchten, während es sich doch um d i e erste Erhebung einer russischen Bevölkerung handel«, deren lange Geduld nun z u Ende sei.

Die Kontrolle der Ostsestungen.

Ter Pariser Liandpunll

Berlin, 11. 3unL (TU.) Wie die ..Täg­liche Rundschau" auS Parts meldet, toirD bei der ersten Zusammenkunft 6tre,cmann3 mit Eha n >er(a n und Br and, d ftahfinben soll, das für die Rachprusung der zerstörten Unterstände der Oft- f e ft u n g e n einzuschlagende Verfahren bespro­chen werden 3n Paris hätten am Freitag be­reits Besprechungen, darunter auch mit Foch. stattgefunden, die dieser Frage gegolten hätten Wie von zuständiger Seite verlautet erwartet die französische Regierung em« offizielle deutsche Notifizierung der vorgenom­menen Zerstörung bis Aum 15. Juli. Eine Nach­prüfung durch neutrale Sachverständig« komme nicht in Frage, ebensowenig eine bloße Unter­breitung von photographischen Abdrücken. Man hält in Paris nach wie vor an einer Besich­tigung durch alliierte Militäratta­ches fest, doch brauche es nicht M einem offen!« lichrtt KontrvUbefuch zu kommen, sondern es könnte in der Art eines zufälligen Aus­fluges geschehen, der die Attaches in di« Nähe dec Unterstände führe, die sie als Tou­risten besuchen würden. DaS könnte vollauf genügen lieber die Herabsetzung der B e - satzungstruppen werde eine Entscheidung erst nach Beendigung der militär.fchen Organi­sationsdebatte in der französischen Kammer er­folgen. Der Abschluß dieser Debatte sei noch vor Ende Juli zu erwarten.

Das Kriegsgerätegesetz.

Eigener Drohtdericht des Gießener Anzeigers".

Berlin, 11 Juni. Wi« bereit» gemeldet wer­den konnte, ist dein Keich» tag nach der Äuftim- muna durch den Retch»winlcha«t-rat und den Reich»- rat der im Keich»wirllchafl»minlst«rtum nu»gear­beitete Entwurf de» sogenannten Krieg»- gerätegesetze» zimegangen. Diese» (tzrteft fin bet bekanntlich leine Begründung Im fünften Ab­schnitt de» BertaillerBertroge». wo in den Para­graphen 164 bi» 172 im Rahmen der Festlegung der deutschen Entwaffnungsbeftimmungen auch bi« norm und bie Ausdehnung der deutschen Äri eg »gerate- Industrie festgeieat worden ist. Lehrend der Der- banblunqen im teymber o. 3 tm Anschluß an die Genfer Abmachungen wm Zwecke der Austölung der 9 M K K wurde nochmal» auf die Dring­lichkeit ber Erledigung diese: Fr.ge bin- gewiesen Deutschland irrpstichtcie sich d«rhalt> um >en Entwoffnungswünlchen der Alliierten gerecht in werden neben der Schleifung der beanstandet,n Oft- fft.maen auch m der Form eine» (Hefew» >ie foq. üriegsgcru!. induftri« In ihrer ,7orm und Nurdehni : g

onbercr Dringlichkeit von fetten England» aut Hne bera*-r Hrgrfir'i g«d- -7>g^n da Me

... v». -v».. -

kurrenten zu oittem glaubte. 3a, man g-.r.g sogar seinerzeit f; trcit. leibst bi« optische 3r2uf;ne n Dcutichiaud unter bri Begriff des Änenogetätes- zu t^gifcr.exn. und t» bedürf'« unenol.cher Muh« kn« Engländer van ihrem Startrunit abzubrirgm. 3m Rahnen des nun- mehr dem Reich«rat eing.-reichten GrtetzertWur'e» ist der Begriff Kriegsgerät zunächst einmal -us- führiich Definier: worden, «nd bk weiteren Bestimmungen des Gesetzes find ganz in der Richtung bieder Definition gehalten worden. Vor­aussichtlich werden, wir in allernächster Zeit an dieser Stelle tx Wortlaut der Begründung, wie fie vom Reich^wtrtfchaftsm n.ster um formu­liert wurde, grbm körnen. Mit der Erledigung dieses Gesetzes gib: es bann allerdings über­haupt feine Er waffnungsforbe- rung mehr, bi; Deutschland nicht e.-füQt hätte

Der Abzug der französischen Truppen aus dem Saargebiet.

Paris 10 3uni. iHavas > Das zweite Bataillon des 1S3 3nfanler.«-Regimentes hat gestern Saarbrücken verlaften. um sich in seine neue Garn.'o Forda ch »u begeben. Dr«. Kompanien des 3 Bataillons des gleichen Regiments, btc bisher in Sulzbach und Neunkirchen lagen sind nach Mörchin - gen abtransportiert .oorden. Eine Komvame des 3. Bataillon« des 153. 3nfantorie»Reziments wird solange im Sacraebtet bleiben, bis die englischen »mdbelgischen Konringente der neuen Bahnfchutztruppe «tngetröffm sind Diese Kontingente werden m Laufe dieses Mo­nats im Öaargebiet anfommen.

Niederlage Poincares. Tie Kammer frtjnt das Zündholzmonopol ab

Paris. 10. 3uni. (TU.) Die Kamoi<r nahm heute die Abstiimnung über das Zündholzmonopol vor. Nachdem der Sozialist M o u t e t den Äon- ventionscntwurs der Regierung bekämpft und auf bie schlechten Erfahrungen Anderer Länder hingewiesen hatte und nachdem auch der Präfi- bent der Finanzkommission Malvh auf die Nachteile der Konvention für Staat und Ver­braucher aufmcrflam gemacht hatte, wurde der Konventionsentwurf mit 231:243 Stimmen a b- gelehnt. Die .Liberte' weiß zu berichten, baß drei Mitglieder der Regierung gegen ben Regierungsantrag gestimmt haben und zwar Painleve, Herriot und der Landwirt­schaftsminister Q u e u i l l e , während die übri­gen Minister und auch Briand dem Regierungs- Vorschlag ihre Stimm« gaben. Die gesamte Linke einschließlich ber Radikalen und ber Radikal- sozialiften haben geschlossen gegen bie Re- fl i e r u n g aeftimmt. Die Rechte gab ihre Stimme ur Poincare ab.

Biel beachtet wurde der Aurjoruch Poincars», mit dem er sich an bie Linke ber Kammer nach Be- kanntwerben ber Abstimmungseraebniffe wandte: ,Lch wünsche, meine Herren, daß ©ie 3bre Abstim­mung morgen nicht bereuen werden'' Darauf verlieh er unter ironischem Beifall der Linken ben Saal. Wenn auch bi« Abstimmung formell feine weiteren folgen nach sich ziehen wirb, da Poincar^ bie Vertrauensfrage nicht gestellt hatte, so bebrütet fie doch ein« schwere persönlich« Niederlage de» URiniftcrrraflbenten, die um fo schwerer in bie Wagschale fällt, al» ber Ministerpräsident sich ver­schiedene Male für btt Vorlage eingesetzt hatte. E» ist auch eine Niederlage de» Finanzminister» Poincarö. Denn diese» Gesetz sah bte Verpachtung de» Monopols an den Schwedentrust für 80 Millio­nen Dollar vor. Wo nun bas Geld hern« h - men, mit dem Poincars schon fest gerechnet batte9 Der französtfche Haushalt ift wohl einigermaßen wieder in Ordnung, aber die 80 Millionen Dollar

i doch eine erhebliche Nolle gespielt hoben, denn sonst wäre Poincar« nicht wiederholt so stark für die Vorlage «ingetreten, gegen die auch noch drei Minister seines Rabmetb waren. Vielleicht mag dieser Umstand dazu beigriragen haben daß er nicht sofort tue Vertrauensfrage stellte, mit ber er sonst immer rasch bei ber Hand ist. sondern still die Ab­lehnung einfteckte. Sollte er seine Position selbst nicht mehr für unerschütterlich hatten?

Die Vorbereitung des Reichsschulgefetzes. Eigener Drahtbericht be» .Gießener Anzeigers"

Berlin, 11. 3uni. Der tvärttembergifch« Ministerialrat Löffler, ber in das Reichs­innenministerium berufen worben ist. hat gestern die Bearbeitung des ReichsschulgeletzeS in An­griff genommen Wie es heißt, soll Löffler, bet offiziell keiner Partei angehört, gcwifien Kreisen des Zentrums unb auch bet Deutlch- nationalen zu liberal sein, unb man spricht von der Absicht, noch einen Sachverstän­digen zur Mitarbeit an dem Schulgesetz m daS Ministerium <u berufen, der daS volle Vertrauen jener Kreise aenicßt. Die Arbeit Löfflers wirb vorläufig in der Hauptfach« darin b«stehen. auf Grund Der verschiedenen Entwurf« welch« auS trüberer Zett für das He chSfchulgeletz vorlie- gen. eine Art Denkschrift anzufertigen, die dann in interfraktionellen Besprechungen ber Regierungsparteien durchberaten werden lofl Wenn unter den Reg erung-Parteien em« Eini- flung erzielt worden ist. soll noch mit den He- gterungen der Länder Hücksprache genommen werden. Erft dann wird die Vorlage dem Par­lament zugehen. Man hofft, die erste Lesung des Entwurfs noch vor den Sommer­ferien des Reichstages im Plenum vor ei)men zu können. Nach den Ferien wurde bann mit den Ausschußberatungcn begonnen werden M t der Verabschiedung deS Gesetzes hat es allo noch gute Weile.

ReichspostundDaw splan

Eigener Drahtbericht bet ^Gießenet Anzeiger»"

Berlin 11. 3unl Seit geraumer . ieit ver­folgt die Deutsche Zeitung trotz aller De­mentis ein« Kampagne, die gegen bie Reichs- regirrung gerichtet ist und mit ber Behauptung arbeitet, di« Reichs post solle in die L e i - stungsträger deS Dawesplanes ein- b«a o a e n werden D.« Tkeichsvostvertvaltung hat l-.ch demgegenüber nunmehr zu «tngefrmtvn Richtigstellungen, vor allem auch In bezug au» f al'che von dem erwähnten Blatt aenarmte Zah­len über ihre angeblichen Ausgaben veranlaßt gesehen.

Run werden auch verschiedene Berliner Zei­tungen durch zuständig« Sitten der Repo-allons-

........ ------ i in die Lage versetzt förmlich zu erfiären daß ein Bericht oder Plan von dem bie Deut'che Zei­tung b<>auptrt. eret ber Rep arations- I o m m i < f i on unterbreit«! worden und ben fie im Wortlaut wiebergibt. nicht oorliege. und daß man über et?, derartiges Schrittlrück überhaupt nichts gchön habe E» verlohnt <-.ch deshalb richt art die Einzelheuiu eines Schrntt- st^-cks einzu^ehen. dellen apokrrvber üharakter von der zuständigsten Seite bestätig! wirb; er spricht von einer Reih« von Maßnahmen mu deren H.tte he Einbeziehung der Post in bi« Leistungen des Dawesplans fichergesteÜt werden oll Id von nne- weiteren Personalabbau. - ieer Einschränkung des VauPro­gramms einer Kontrolle aber bie Auf­tragsvergebung. einer Mnterbinbu n g ber Anlethegewährung. einer Vertval- tuna ber Pvftgelder durch b.c Reichs bank unb wn ber Aulleguni eirtt in ne r en 500-Hltl» lionen- Anleihe unb ctbl he1 en Pläment einen Anschein von Zuveriälliak.i durch bie Ein­beziehung der vom ReichsveMninifter unb vom BerwaltungSrat deretts. aber gani unabhängig von solchen Prvickten geforderten i?rbührenerhb- £u."g Di« Reichspvst soll nach dtettm Plan über­dies als «in reines Handelsunter­nehmen aufgezogen und von c.rem be- 'onberen Kvmmillar überwacht werben

Obwohl bie häufige Diederbolung und ber Ausbau dieser Behauptungen txl rechtsradi­kalen Blattes durch die Bestimmtheit, rett ber fie vorgetragen werden, nichts an ,Zuper!ä'ttgkeit gewonnen haben unb nachgerade hinre che-nd ott bemenhert worben ftnb unb obwohl daS Blatt die öffentliche Aufforderung,eine Gewährs­männer ober auch nur die Stelle zu nennen, bie angeblich den vorerwähnten Bench! an bie HcparationskomMillion gemach! hab« gefl'llent» lich ignoriert, ist nunmehr von fetten der Reichs- regierung eine Erklärung ber Repa ra- tionskommisfion eingeholi worden, die zu dem obenerwähnten, in reber H^nsichk negat.oeu Ergebnis führte Die .Köln. Ztg." spricht heute die Vermutung aus, baß mit diesen Veröffent­lichungen bewußt ober unbewußt ben Bestre­bungen einer ausländischen 3nbu« strie-Gesellschaft in bie Hände ge­arbeitet werd«, .auf dem Umweg über den EntschäbigunaS iuz'chufi geschäftlichen Ginlluß und Gewinn bei der Reichspoft zu erzieien". Wir glauben. auS genauester Kenntnis ber Dinge fest- steilen zu können, daß iraenbtoekb« amtlichen Stellen, unb ttvar Insbesondere auch solche bie an der Durchführung be» Dawesplane- auf dieser oder jener Seite beteiligt find, mit dieser Arbeit nichts zu tun haben, die in unptrantwoet­licher Weis« der Politik ber Reichsregierung Schwierigkeiten zu machen sich bemüht.

Vermischtes

Eröffnung ber ersten öffentlichen Äruppelbeilanflall in Peeußen.

3n Anwesenheit bes Ministers für Bolks- wohlfahrt. Hirtfiefer. von Vertretern der Prvvinllal- und anderer Behörden fowt« der Wissenschaft fand die Feier der Eröffnung der mit einem Kostenaufwand von 1,0 Millionen Mark ausgefährten Neu- und Erweiterungs­bauten ber orthopäbischen Provinztal- Kinderheilanstalt Süchteln (Ahlb.f statt. Diese ift die erste Krüppelhe lanftall Preu­ßens. die biS zu Kinder ausnehmen kann. Sie ift gemäß Beschluß des Rheinllchen Pro- vinziallandtages als dauerndes soziales Er­innerungszeichen an die 3 a b r tau­fe n b f e l e r der Rheinprovinz gclchaffen worden.

politisch« Schlägerei in ber Wiener Unieerfllät

3n ber Wiener Universität ereigneten sich am Freitagabend anläßlich be» vortrage» «ine» ioziati- fiischrn Hochichuler, Zusommenftöß« mit ooL'nAen Studenten, bei denen Heben Studenten leicht und einer schwerer verletzt wurden. Di« Schlägereien fanden ihre Fortsetzung auf der Straße, und die Polizei batte Muhe, die raufenden Studenten von» einander zu trennen. Mehrere Stunden dauerten di« Antammlungen vor der Universitni an. Der Heflor hüt nach in spc' *tunöc die c d) I e -

ber Universität bi» aus weiter«» angeordnet.

Cinbbrrgti» f)dmtrt)t.

Zu Öhren des OzeanN.egers Linddergh bet ^reitejjg na^lt an Bord be# amerikanischen Kreu­zers ..Memphis" in Virginia eintrifst. werden tn Washington und Heunori großartige Emp­fänge ftattfinben. an denen auch bie Re­gierung unter Führung b«S Präfibenten Loo- libg« tet (nehmen wirb 60 Flugzeuge unb 6 Zerstörer sinb ausgefahren um den kühnen Flie-ger einzuholen

Der tödlich« Blitz au» der Campe.

3m Dors« Reblin lKreis Belgarbi in Pom­mern wusch ein Taglöhnertnädck^n am Abend während eines Gewitters ihr Haar und kämmte da» noch nasse Haar unmittelbar un­ter der elektrischen Lamp« Ein Blitz, der in die Starkstromleitung arte ^rm toar. fr aim aus ber Lampe auf bas Mädchen über und tötete es auf her Stelle

Da» tiugr au »gepickt

Velck^ große Vorsicht beim Spielen von Kindern aus Huhnerhöfei' im Platz« ist. beweist rm Unglückefall, der sich dieser lag« in einten Ort der Viali ereignet bat. Öin \h Monat, aller Zunge blickte durch da» Drabtgitter eine» ch,chn«rt)ofe». wo zahlreich« ttüdner eben mtl dem Aufpicken her am waren Platz- !tch sprang «in rtuhn auf da, »inb zu. unb eh« man do» Unheil abwehr«n konnte, hatte e» rbm bat rechte Auge auegepidt.

Verurteilung der And, chi«r ftirchenräuder.

Bor dem Schö"ena«r,ch: Munchen-Llnb hat­te» sich bie beiden Anbech'.r stechen räuber zu verantworten Beide hatten in Cuebllnburg au4 einer getoalHam erbrochenen Autogarage einen Kraftwagen gestohlen waren da­mit in dir Augsburger Gegend grtahren unb verübten hier unb in Oberbayern u a auch in der Klosterkirche von Andechs Einbrüche und raubten Kirchengerät« im Wert« von meh­reren 10 000 Mark. Das Gericht Penirte Ite den Schreiner Radus zu elf Fahren Zuchthaus unb ben Buchdrucker Ärnfomiof zu sechs Jahren

ju» Bei ben wurden bi« bürgerlichen Ehrenrechte auf sechs Jahr« cberfannt.

tMtcroo raue jag c.

Meist wollig. Temperaturen wenig ver­ändert und vereinzelt Ri-derichläg«

WitterunrsauSstchten für Montan Bei wech­selnder BetrMhmg noch vereintste R rdertchiäge wabrtchrl"1lch