Montag, U. April 1927
177. Jahrgang
llr. 85 Erster Blatt
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Kuhlands Protestnote an Nordchina
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Dr. Fnedr Tilh Lang« Tlmmieerihd) lür D»ltttb Dr Tilb. Vany; Mir ^truiDrlon 11? Ihnnol; für den übrigen Im! frnfl Vlnmlchetn: flr den Sn» zogen,„l Rurt fSiflmonn,
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Die Vorbereitung der Weltwirtfchaftskonferenz
Louchcuro Vtjuch in Berlin.
Eigener Drahtbericht de» ..Gießener Anzetger»'.
Berlin. 11 April.
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_____Kommunisten, wird sogar behauptet, daß gewisse Engländer die Kommunisten begünstigen möchten, um die Londoner Regierung einem energischeren Vorgehen zu veranlassen.
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Sicherlich enthält die Rede viele interessante anb sehr beherziacnswerte Momente. Besonder- innchlentwert erscheint uni bi« Warnung vor Bestrebungen, die in dem Schlagwort von den Vereinigten Staaten von Europa pseln Herr Loucheur hat recht, wenn er meint, taf) die Gewohnheiten und die Vorurteile der Nationen mit langer staatlicher Selbständigkeit, wie die Sprackwerschiebenheilen der Verwirk-
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Die Besserung am ArbeitsmarN.
Berlin. 11. April. (Priv.-Tei. des ®. X) D'.c am Samstag veröffentlichten Wahlen über den Stand der Arbeitslosigkeit m Berlin lassen erfreulicherweise erkennen, daß ün Vergleich zu den letzten Zahlen eine wesentliche Dellerung einaetreten ist Dai allerdings noch recht gewallte Arbeitslosenheer hat eine Verminderung um rund 12000 Kopse erfahren, die ihre Ursache wohl in erster Linie in der immer stärker werbenden Belebung des Baumorktes haben dürste, die in diesem Jahre irr Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnlich stark ist. D-c Besserung des Arbeitsmarktes geht übrigens o u ch i m ganzenReche weiter. D.e am 15. Marz wt» össentlichten Zahlen sind nach dem heutigen Stand
Dor einer Lorona aus angesehenen Män- «rn der Wirtschaft, der Finanawelt und der Politik hat der frühere 'ranzosilche Minister souis L o u ch e u r. selbst einer der her.>orragend- tm Wirtschaftler Frankreichs. in der 3nbuftn«- <ib Handelskammer der deutschen Relchshaupt» tobt eine aufsehenerregende Red« gebalten. Wan vuh sch badet baran erinnern, dach Minister ^oucheur schon vor Jahren ein« wirtschaft- zwischen
! errlichkeit das Zustandekommen der grochen nternotionalcn Weltwirtschastskonse- - k n z zurückzusühren ist, die demnächst in Gens i» Organ des Dölkerl'undes zusammen treten soll, tn grocher wirtschal tspolitischcr Vortrag eine» e'.chen RianncS verdient die Ausmerksamleit. die hm zuteil geworden ist, zumal wenn es ein Stande »ft. der in der deutschen Reichshauptstadt
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ch« Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich befürwor- «t und Verhandlungen in diesem Sinne erst rej Hugo L t I n n e S. dann mit Walther Ra. Henau geführt hatte, freilich ohne dah ein iifitioe* Ergebnis dabei he rau »gekommen wäre. Äan bart auch tn Loucheur einen derjenigen Lärmer erblicken, aus deren Anregung und Be-
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Die Entfestigung der lcheinlinie.
Berlin. 10. April Gegenwärtig sind wte d^r Demokratische Zeitungsdienst mlttellt. im Bereich der früheren rheinischen Festungsllnie Arbeiten im Gange, die dem Abfchluh der Ent- fcff.flung der Lheinlinie dienen tollen. D.e neuen Enltestigungsarbeitcn bei Koblenz und Mainz greifen die Forts A st « r st e i n und Biehler an. die beide aus dcr rechten Sette liegen Dir dort besindlichen Betonunterstände müssen, gemäst den Forderungen, die früher die mtcrcl i cm Mili-ärkontrolllommis wn ausgestellt hat. gesprengt werden. Bei der Feste Shren- breitstcin sind d.e Sntfestigunzsarbellen im wesentlichen durchgesührt. Rach Abtchlust der jetzigen Arbeiten ist di« Entfestigung derRhein- linie bis aus Kleinigkeiten durchgefühn da auch in Kehl die Snttestigungsarbeiten im wesentlichen vollendet find. Leber die Kosten der öntfestigungearbellen ist noch Inn Einvernehmen erzielt worden Aus deutscher Selle steht man auf dem Standpunkt, daß die Kosten für die Entfestigung aus den Dawesannuitäten bezahlt werden müssen.
sthutzsolyhstem loszulafsen.
Sehr verständig dagegen waren btc Ausführungen über den einzig möglichen Weg. der ''-ch für die Verbesserung der unhaltbaren an et- schastkchen Zustände in Europa bietet. Es bad 'einen Wirtschaftskrieg geben, sondern man muh eine allgemeine Verständigung anstreben, dre ich ruS dem Abschluß von Kartellen auf 8inzelgebieten zusammensehen könnte. Der Vorgang ist ja schon beim Eisen und beun Kali gemach: ivvrden. und wenigstens beun «iifenfarten st Herr Loucheur nicht unbeteiligt. Venn die Ausdehnung dieser -Kartelle und bte Bildung neuer unter (Einfügung auch Englands mb später der Vereinigten Staaten wie anbnrcr iberseeisch-er Länder gelingt, dann iR in der al en großer Schr-.n m der rech'^n Richtung geschehen. Herr Loucheur hat auch ganz richtig erkannt, daß die Bildung solcher Äartelfc fo torteifbaft sie erscheinen mögen, d.e grobe Griabr in sich birgt, das, sie die ihnen tnnewvhnend- Macdt mißbrauchen konnten. Dem must dann durch ein internationales und übergevrkmetes Äon - troTlorgan begegnet werde u v. der Belker, Hund imstande und berufen sein wird, ein o.ches Organ zu schassen, muh dahingestellt bleiben.
Die W e l t w i r t s ch a s t S k o n f e r e n z steht in vier "Wochen bevor. Rach der neuesten Liste f nd über 200 Delegierte genannt. SS beireht die Gefahr, dah der Wunsch, sich reden zu hören, oder
Zwischen Rhein unö Vogesen.
Irr Auionomicproztß in Lolmar
Die Dinge in Elsaß-Lothnngen haben sich in den letzten Zähren eigentlich vom Lage des französischen Einmarsches ab. nicht fv entandeh. tote Mc Parser Rationalisten gehofft hatten. Sie hatten fich m den Wahn hme.ngelebt. dah die Deutschen auf dem Reichslande w'.e etn schwerer Alp gesessen hätten und die Ellaß- Lothringer nach der Befreiung von b.elcr Last beseligt der französischen Heimat wieder m die Arme fallen würden. Das war eine bittere Enttäuschung Gewifi war bet Jubel groh. als die «Franzosen einmarinierten, aber er war doch zum guten Teil darauf zurückzusühren. daß jetzt die Zell der Rot zu Ende war. und die .Franzofen haben das Jbrige dazu bcigetragen. indem fie Wein und Weißbrot verteilten, um den Gegensatz zu der Zeit, wo während des Krieges Ellaß-Lothnnaen mehr einer Festung glich, möglichst schroff de rauszuarbeiten
Aber sie haben das Land dann in ihrer Fasson nach Pariser Muster selig machen wollen, und das haben sich die Sliäsfer nicht gefallen lassen. Man kann schon sagen, daß die Franzosen in den Jahren nach 1918 für de Germanislcrung Elsaß-Lothringens größere Erfolge zu verzeichnen haben, als Deutschland in den ganzen vierzig Jahren nach 1870 vast das an iyren eigenen Methoden liegt, wollen die Franzosen nicht einsehen. Sie sind eben durch und durch zentralistisch eingestellt, für fte ist Paris Frankreich. Daß das Elfast nach (einer Geschichte und Kultur zum gröstten Teil deutsch ist. haben sie nicht begriffen oder nicht begreifen wollen. Sie haben jedenfalls die Methoden Ihres eigenen Landes gewaltsam in das neu eroberte Gebiet übertragen, ohne zu berücksichtigen, daß I die sprachlichen und religiösen Voraussetzungen dafür vollkommen fehlen. Das Ergebnis ist eine steigende Ablehnung dieser Beglückungs- Versuche aus Elsast-Lothringen heraus gewesen. Unb wenn man heute vor einer Heirnat- Bewegung steht, die in der Forderung der Autonomie ausllingl, so dürfen die Sranxofen für die Stärke dieser Bewegung tn erster Linie I ihre eigene verfehlte Politik verantwortlich machen
So einsichtig sind sie indessen nicht, es ist ja auch viel bequemer, die Schuld für die Mißerfolge □uCp jetzt wieder auf Deutschland abzuschieben und I überall das deutsche Geld zu sehen, das mit Bestechungsmitteln gegen Frankreich arbeitet P-i* Pariser Journal hat einen Mitarbeiter durchs Land gejagt, der den Fäden dieser Verschwörung nachfpuren sollte unb dabei unter anderem auch I htc Behaptung aufstellte, daß der Direktor des Elsässischen Kurier, der Abbc- H a e g y einer der Wortführer der Elsaß-Lothnnger. mit deutschen Politikern in Verbindung stehe unb deutsches Gelb erhalten habe Herr Haegv. dem man nach seiner ganzen Derganqenh.it den I Vorwurf besonderer Deutschfreundlichkeit nicht I machen kann, hat baraufbin geklagt, und vor dem Kolmarer Schwurgenchi rollt fich gegenwärtig der Prozeß ab Ob eine Verurteilung oder Frci- | sprechung erfolgt, ist von untergeordneter Brdeu- I tung. Für uns Deutsche aber sind die Ergebnisse
Moskau. 10. April. (WIB ) Gestern ist dem chinesischen G7schäft»lräger tn 2No»kau eine Rote der Sorojelrtgirtung überreicht worden. In ber die Vorfälle auf dem Gebiet der russischen Botschaft in Peking al» eine unerhörte Verletzung der grundlegenden vrsUmmungen de» Völkerrecht» bezeichnet werden, die ohne Bafpirl dasländen. Die Auffindung von Talfen und Dokumenten, welche die Vorbereitung eine» Ausstande» erwiesen hätten, wird al» vollkommen unglaubhaft und unwahrscheinlich bezeichnet. Tenn die Pekinger Regierung ben verdacht gehegt habe, daß auf dem Gebiet der 5owietbot|(hait befindliche chinififche Bürger gegen die 3nterrlkn der Pekinger Regierung arbeiteten, fo hätte fie stch an den foroietruffi- schen Gefchästrlräger. nicht ober an ba» diplomatische ftorp» wenden müssen. Vie Rote deutel bann an. daß da» vorgehen dcr Pekinger Regierung auf au»- ländische Einflüsse zurück,«führen sei, und ocriangt unter entschiedenem Protest gegen die oorgrfaUenen (beroal|Uilcn und »ech1»oerletzungen die unverzügliche Räumung der besetzten Gebäude, die unverzügliche Freilassung der oerbaslelen Angestellten von sowjet- russischen Institutionen und die unverzügliche Rückgabe sämtlicher beschlagnahmten (Bf- fienflänbe und Dokumente. Bi» zur 6c- ullung dieser Forderungen beruft die Sowjetregierung zum Zeichen ihre» veoteste» ihren Geschä ts- träger mit dec ganzen Gefcmdtschast au» Peking lab, wo nuc da» Personal für den konjulardienst zucückgelasjen wird. Dazu führt die Rote noch aus. daß die Sowjetregierung, obwohl sie über die Mittel zu fchörsslen Repressalien verfüge, dennoch aus derartige 7Naßnoh.nen verzichte, da die Lage klar sei, bafc verantwortungslose ausländische 3 m - per lallHen die Sowjetunion z u m Kriege provozieren wolle, und daß ba» Kabinett von Peking al» ihr Terkzeug benutzt werde. Vie Sowjetregierung werde Im 3ntrreffe der chinesischen wte der Arbeiterklasse aller Länder mit allen Mitteln die Sache de» Völkerfrieden» verfechten.
England und Ruhland,
vokschaslcr Rakowjki über bic Pekinger
Vorfälle.
Paris, 10. Aprll. (Xelunton.) Lieber die I Pekinger Zwischenfälle äußerte fich ber Pariser Sowjetbotschaster Rakowski gegenüber einem Pressevertreter bahingehenb. daß Tschangtsolln zu seinen Uebergrissen nicht den Mut besessen hätte, wenn er nicht von anderer Seite dazu ermutigt worden wäre. Die Pekinger Zwischenfälle seien dem Anschein nach die ®:n- I leitung einer bewaffneten Interven- I tion gegen Ehina. Die Sowjetunion wolle nidX der Sündenbcxk dafür sein, was vorae- I kommen sei und in Shina noch vorkommen werbe.
Die russtsch-engltschen Beziehungen feien nicht normal, da England gegenüber der Sowjetunion die Politik der UntetUKrfuna ober Demütigung betreibe. Wenn England Beschwerden gegen Rußland habe, fo durften die Verhandlungen I nur auf dem Fuße der Gleichberechtigung beider Staaten erfolgen. Siner rsfsllch- französllcben Schuldenregelung werde sich die englische össerttliche Mernung kaum einer solchen Regelung widerietzen. da sie nur die Verständigung zwischen England und Rußland e r • »ei chtern würde. Währerrd die Sowjetunion vor 1924 Paris über London gesucht hätte, ginge I fie jetzt nach London über Paris.
Haber russischer StaatSpapierr bis zu 25 Prozent des RonnnalbetrageS erhalten. Er habe weiter aus die enge Derknüpsung von SchuldenzoKlung und Gewährung langfristiger Kredite durch Frankreich bestanden.
Aus die .Frage des sranzösischen Journalisten, ob nicht schon Deutschland 40 Prozent des russischen Marktes zuerteilt bekommen habe, er- Härle Rakowski .Gewiß. Deullchland spielt «ne bedeutende Rolle in der russischen Wirischast Rach dem Rapallovertrag baden wir unsere wirtschaftlichen Beziehungen mit Deutschland entwickelt. Ich zweikele nicht daran, dah sie noch bedeutender werden, ohne dah inMfen unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Ländern Schaden nehmen öerbenT
Der Kamps am Hang-tse.,
Schanghai. 10. Tkpril. (Reuter) Die Mel- düng vom Kriegsschauplatz am mittleren Dang-tse lautet für die Kantontruppen nicht günstig. Der Führer der Rordarmee General Sun-Lfchuan- Fang soll eine kantonesische Brigade aus dem I Rorduser des Dang-tse geschkagen haben. Die sllchenden Truppen haben sich über den Fluß nach Tschingkiang gerettet. Die Rordarmee hat auf ihrem Vormarfch an drei Punkten den Vang-tse erreicht. Obwohl sie indessen nicht den Fluh selbst überschritten hat. ziehen sich bic Kantontruppen längs ber Eisenbahn aus Tschanglchau und Ran- king zurück. Man glaubt Anzeichen dasür zu | haben, daß die Rationalisten auch Puckau zu räumen beginnen. Rach bisher unverbürgten Mel- N düngen soll das englische Kanonenboot .Veteran" in ben Kamps am Bang-tleuser eingegris- fen haben. Der HavaS-Berichterstatter in Schanghai will wissen, dah bie innere Spaltung in der Kuomingtang sich immer mehr als ernster hcraus- ftcUe. als man ansängllch angenommen habe. Die Linksrabikalen versuchten den General Tschang- kai-tschek aus seinem Amte alS Oberbcscklsbaber zu verdrängen. Tfchang-kai-tschek sei nach Ran» ling abgcrcift. Er bemühe sich an der Eisenbahn- strecke Ranking- Schanghai seine Truppen in seste Stellungen zu bringen.
Die Lage in Schanghai.
Paris. 10. April. (WB.) Wie der Svnder- berichterstatle der HacxiSagentur aus Schanghai meldet, trägt man sich in englischen Kreisen von Schanghai mit dem Gedanken einer m i 11 i t ä r i • scheu Aktion, um die Zone, in der die internationalen Streitkräfte bic Kontrolle ausüben, zu erweitern. Auch glaubt man. dah eine Aktion von Ranking notwendig werden würde, um die Truppen der Kantonrcgierung von ber Eifenbahnftrecke Peking —Schanghai zu vertreiben. Gewisse englische Kreise von Schanghai wollten auch einen Lieg der gemäßigteren Elemente der Kuomintangpartei verhindern, weil sic diese wegen ihrer geschickteren diplomatischen Methoden für viel gefährlicher hielten
li'cher Geistlicher, der vor dem Kriege bereits bn elsässischen Landtag saß und später ausgesprochen deutschfeindlicher Rationalist geworben ist Er Hal in feiner Aussage der» Franzosen Wahrheiten gesagt, bic fie sich nicht hinter ben Spiegel ft cd en werben. Sr wirft ihnen vor. daß fie von 1919 an ihre Versprechungen n ich i gehalten und weder die reiigiöfen Gefühle unb Tradition des Londes noch feine Muttersprache geschont hätten. Von irgendwelchem deutschen Ein- >Iuß auf die elsässische Aulonomiebeweg ing. die nichts anderes fern wolle, all ein Kamps für die Erhaltung der religiösen, fprachlichen und kulturellen Sonderheit des Landes, kann keine । Rede sein Auch andere Zeugen, die noch ihrer ganzen Dergonoenhcit immer im Komptc gegen Dcullchlond gestanden haben, stellten da» Programm einer Verwaltungsautonomie aut Selbst französische Generale wie Bourgeois unb Eostleneau. mußten den Zdcalismus bitter ganzen Bestrebungen anerkennen, werm bei ihnen vielleicht auch tnnerpvlitllche Erwägungen nut hineingripielt haben Das mvrali'che Ergebnis biete» Prozesse« bleibt jedenfalls eine fchwere Riederlage der Franzosen, die Tal'ach« nämlich. dah fie den Kampf um die Seele bet Sllah- Lotßringers bereits verloren haben 3tbe Ötn- mi'chung von dcutfcher Seile in b ete Entwicklung sürbe nur schaben wir können ja auch ganz be- rub.gt sein bie Franzosen werden schon durch hre sallchen Maßregeln dafür forgen. dah der deutsche eboroftcr des Landes nicht verloren geht.
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Das Dorgehen der Derlragsmächte.
London. 10. April. (Reuter) In den verantwortlichen Kreifen hat bi« Tatsache beträchtliche Zufriedenheit ausgelöst. dah cS gelungen ist. über die Roten, die der Kantonrcgierung wegen der Ausschreitungen in Ranking überreicht tverden sollen, zwischen den diplo- rnaufchen Vertretern Grohbrilanniens. Frank- reichs Italiens, der Vereinigten Staaten und Japans eine vorbehaltlose Meberein- ft i m m u n g zu erzielen. Die zu überreichenden Roten werden Schadenersatz vcrlanaen. werden aber kein Ultimatum barfteilcn. Die Frage der Bürgschaften ist offen geblieben unb wird e r ft später in Betracht gezogen werden. In ben Roten wird auch keine Frist für die Erfüllung der Forderungen angegeben Man glaubt, daß die Solidarität der Machte auf di« Chinesen von großer Wirkung fein wird
wenigstens die Sonderwünsche des eigenen Landes in den Vordergrund zu Nellen, btc gemein- nühigen Ziele der Konferenz hinter ermüdenden Programmerklärungen solange zurüdtreten läßt, bis man Resolutionen und Beschlüsse unter dem Eindruck einer allgemeinen Erschöpfung nach den Direktiven geschickter Regisseure faßt Unter diesen wirb sicher Loucheur. ber scharfblickend und zielbewuht bic ganze Der- anftaltunfl ins Leben gerufen bat. nicht fehlen Die deutschen Vertreter nehmen ein klares Programm mit. Sie sind durch die Arbeiten des Enqucteausfchusses und durch die Erfahrungen unseres müyfamen Wiederaufbaues nach den Zer- ftörunflcn der InllationsPeriode besten» geschult. Aber wte auf der Abrüstungskonferenz wird auch auf der Weltwinfchast-konferenz Deutsch- land in hohem Maße btc Aufgabe des objektiven W a d n e r s zufallen. Und man wird fich nicht wundem dürfen, wenn über manche grandtätz^ liche Formulierungen lebhafte AuSeinanderietzun- gen erfolgen, deren Uriprung hier bereits an- gedeutet ist.
Rutzlands Schuldenregulierung in Paris.
Paris, ll.Lkpril. (TU.) Der russische Bot- fchafler Rakowski machte in feiner Eigenfcha't als Voriryender der rutsitchen Schuldenkommifsisn dem Vertreter des .Oeuvre" Mitteilungen über den Staub der franzöfisch»russischen Schull-enoer- banMungerr Entgegen dem Dementt des Quai dOrfav erklärte Rakowski, dah die beiben Delegationen sich über den Durchtchnitksbetrag. den Rußland jährlich für die Vorkw.cgsschuld zahlen solle und über die Zahlung der Annuitäten einig geworden seien. Als jährlichen Durchschnitt habe Ruhland 60 Millionen GoOfranken angebvten bei ein« Tilgungsfrist von 62 Jahren. Aus diric Weise würden die französischen 3n-
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Ißchung eines solchen Gedankens entgegen stehen. ?n den Köpfen spukt immer das Beispiel der bereinigten Staaten von Amerika herum, wobei man nur die eine Kleinigkeit verg.ßt. dah es Hb dort um ein einheitliches Reich mit .-tichcitlichcr Bevölkerung, wenn sie sich auch aus »erfchiebenariigen Bestandteilen -usarnrnensetzt. mt einheitlicher Sprache, mit einheitlicher Recht- peechung und mit einheitlicher Kultur handelt, «ährend man sich nur das Völker- und Sprach- ifölrr in Europa anzusehen braucht, um zu be- efen. dah von der Möglichkeit einer Sinh«t- । eil in absehbarer Zeit keine Rede fein kann. 1 h die europäische Zollunion wird sich nach
Loucheurs Auffassung in absehbarer Zeit nut shwcr erreichen lassen. 3m Gegenteil, mit Recht Cat der Redner daraus hingewiefen. daß durch den Kriegsausgang die früher vorhandenen Zoll- sdranken und Zollgebiete sehr beträchtlich ver- ehrt worden sind. Vorsichtigerweise hat er ss unterlassen, dabei dem Gedanken Ausdruck zu t'ben. ber sich eigentlich jedem von selbst auf- kräng«, muß. daß der Vertrag von Der» ßaillcs daran schuld ist.
Eine Bemerkung Loucheurs entbehrt nicht e-mes gewissen pikanten Reizes. Ss fei zwecklos, «einte er, den Streit der Schutzzöllner und Frei- fcänNcr wieder aufleben zu lasfen, denn der Protektion is mus habe fich in allen Cantern tn erhöhtem Mähe durchgesetzt und finde : llletcht feine Rechtfertigung in der Berückstch- 1 gung der nationalen Sicherheit Hier vermögen tnr dem französischen Wirtschaftspolitiker nicht au folgen. Gerade zur Zeit werden in Paris Verhandlungen über einen deutsch-französischen tandel»vertrag geführt, und _ Dabei geht der trett um den neuen franzöf, fchen 3 011 - tarif, deffen Richtung man ungefähr als wild gewordenen Protektionismus nach amenkanl- schem Muster bezeichnen könnte. Wenn wir unS richt irren, erfreut sich Herr Loucheur 'n der tviiilschen und namentlich in der wirtschaftlichen Welt Frankreichs eine» nicht unbedeutenden Ansehens. Wir haben aber bisher noch nicht gehört, tafr er feinen Einfluß zur Bekämpfung dieser tzochschutzzöllnerisaren Richtung in feiner Heimat geltend gemacht hätte. Wenn er das getan halte, Xirat hätte er vielleicht mehr Recht, in Bersin nne Philippika gegen das übertriebene Hoch-
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