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betet* wieder überholt durch Iählnnyen die ein noch günstigere« Ergebnis bringen wer- k?n. Si kehr yx erwarten, dah nut dem Fort- 'chre.ren der wärmeren Jahreszeit btt Arbeuö- Marktlage weiter günfttg bee-nfluhl w:rd Für Berlin bürfte um so mehr ein» Be"erui-.g erwarten lein, als bereits in allernächster Zeit mit der Durch'ühr'ang einer ganzen Anzahl von Jrohen Bauprojekte» be.onwen werden soll.

He letzt. Statistik der Re.<yszahlu»g zeigte eine Rehrbrichäfttgung von Arbeitslosen für Rot- standSarbe-.ren con 15 Proeent. so datz also noch runb 1 600 000 Arbeitslose verblieben Diese .Zahl dürfte inzwischen «ine beträchtliche Ber- rn nderung erfahren haben

Eduard David.

Berlin. 11. April. AuS Aniah d«S 'X.üd* irrttS det ehemaligen ReichSminifters und spä­teren bevollmächtigten BertreterS der Reichs» regterung in Darmstadt Dr David von seinen Aemrern. hat der AeichSkanzlerDr Marr an den Minister folgendes Schreiben ger-.chte:

beste verehrter Herr Minister? Tkachdem 5i# jum I Mpdl d. 3. auf Ihren Antrag an» Ihrem Amt ot, bevollmächtigter Vertreter de» «n»- wärtiaen Amte» nnd der ^etcheeegieruag in Darmstadt in den danernden Ruhe­stand verseht worden find, ist e» mir ein herzliche» vedur-nt». Ihnen fflr Ihre eifrige er solgreiche Arbeit in diesem Amt auch namen» der teid)»rrqiminq aufrichtigen Dank zu sagen. Indem ich Ihnen für die Zukunft von Herzen alle» Lute wünsche, bin ich mit dem Au»druck meiner besonderen Wertschätzung Ihr sehr er­gebener gez. Marr

Dr Eduard David verbinden mit Gietzen zahlreiche Fäden Sr ,st zwar aebürtiger Mose­laner, besuchte jednch die BolkStchule in Krof­dorf und von 1874 ab daS Gymnasium in Liesten Sein« Schulzeit erfuhr eine Unter­brechung durch eine vierjährige kaufmännische Vcfrrt in Berlin. Erst T884 konnte er wieder daS Gietzener Gynasimn beziehen, wo er 1886 daS Moiuritätseiamen bestand An der llniversität Diesten studierte er dann von 1886 biS 1890 Philo- i^phi«. Germanistik und neuere Sprachen, bestand das StaatSeeai'ieri für da- höhere Lehramt und tvinD.* zum Doktor der Philosophie promoviert. Am Diestcner Dhmna'ium war er dann als Lehr- ^mtSastetfor. später unter Hermann Schiller biS Of!-rn 1^94 als Lehrer tätig. Sein Bekennt.i's zur sozialdemokratischen Partei hatte zur Folge. datz er in der Liste der Lehramts- assestoren gestrichen wurde, ör gründete dann lti<M die ^Mitteldeutsche SonnlagSzeitung' in Q-i tsten, die er biS 18^6 redigierte 3n den beiden

bohren war er in der Redaktion der .Mainzer BollSzutung" tätig. 1896 wurde er auch in die hessisch- zweite Kammer gewählt, der er b's I9C8 angel orte ,sum Reichstag kandidierte er t^i verholt vergeblich in Mainz, wurde jedoch erst 1903 im Wahlkreise Mainz-Oppenheim ge­wühlt. den er biS 1918 vertreten hat.

Roch während deS Kr ege« wurde David im Kabinett deS Prinzen Mar von Baden al- LlnterstaotSsekretär tn daS Auswärtige Amt berufen. Wir den Wahlbezirk Hessen wurde er nach der Revolution in die verfassunggebende Rationolversammlung gewählt, deren erster Präsident er war. Rach Berobichie- düng der vorläufigen Berfassung trat er als RerchSminister ohne Portefeuille in do« Kabinett Scheidemann und machte al« Präsident der Ra­tionalversammlung dem Zentrum-abgeordneten Fehrenbach Platz. Bon Juni 1919 bi- zum 3uni 1920 war er Reichsminister deS Innern 3m Oktober 1922 wurde er zum bevollmächtigten Bertreter der Reichsregierung bei der heistschen StoatSr.-gierung ernannt und siedelte nach Darmstadt über Hier kabisil erte er sich 1923 als Privatdozent für Wissenschaft der Politik an der Technischen Hochschule.

Seitdem der sozialdemokratische Parteitag zu Frankfurt a.'M. 1891 Eduard David in die Kom­mission tvählte. der di- Aufgabe ward. 6k Agrar­verhältnisse in D uttchland zu untersuchen, hat sich David an der Ausstellung eines sozialderno- sralischen AgrarprogrammeS in hervorragender Weile beteiligt. i?ine Reihe bedeutender witten- schasilicher Arbeiten galten den landwirtschaft­lichen TkrMlinifltn Süd-Weltdeutschlands. Bon leinen vielfachen Arbel'en seien nur genannt das grost angeleg'- Werk über .Sozialismus und Landvirtschasi". dessen erster Bond 1903 er­schienen ist und daS 1922 erschienene Buch Die SiedelungSgelchgebung" Aut Grund di der tollfenlchaf «licken Arbeiten auf agrarpolitischem Gebiet verlieh ihm die staatSwistenschatlNche Fa- tiillä' der Universität München 192i die Wurde eines Ehrendoktors der Bolkswinlchaft

Die Gründung derDents' enBauernschast Eigener Drahtdericht de» Gietzener Anzeiger»".

Berlin. 11 April Sine gew sie lleber- raschung ries in innerpolitilchen Kreisen die von unS gemeldete Gründung d>r ..Deutschen Bauern- schalt", einer Spivenorganisation der bäuerlichen Vertretungen .m Reich in allen Lagern deson- der« aber in demjenigen de« Reichsland- bunde« hervor. D e dem letzteren nabestehen­den Organe kommentieren deute den Borgang alS eine Linksschwenkung des Deutschen Bauernbünde«, als ein Sin«angen der Rest« des Demokrat.schen 'Bauernbundes durch den so­zialistisch eingestellten ..ReichSverband der Klein- und Mittelbetrieb« der Landwirtschaft"

Die neu^egründete Organisation venvahrt sich geaen diele Auslegung mit dem Hinwei« darauf, dah auch der neuen Deutschen Bauern'chtlt der bayerische LandwirtschastSminister Pro? Dr .Zehr in führender Stellung angehbve. dem man wirk­lich nicht eine voliti'ch,- LinkSeinsteUung nach­sagen kdnne Zehr sowohl w.e die tot urm fünf Abgeordneten de« Bayerischen Bauernbunde« ge­hören im Reichstag der Wirtschaft« Partei an. kn« auch nicht gerade linkgerichteter oder gar to^alistifcher Reiaungen verdächtig ist Da« Brr- gramm der De-.nlch^n Bau.-e- 'chitt selbst ist in wettgedender Anlehnung an die wirtichaltSpoliti- schen .Forderungen des Deutschen l^mernbundes ausgestellt worden. Der tragende Ged.tnkr scheint allo wett weniger ein Abrücken nach link« vor de» Programm des Reichslandbunde« alS viel­mehr ein Herausarbeiten der vorhan­

denen Sonderinteresken de e Bauern» st andeS gegenüber dem GrvbgrnnddeKh zu fe,n Da die neue Organisation etwa KV W T. -' r hinter sich hat. Io wird ncn politisch ,md tr4rt-

schaftspolitisch m jedem Satte arit chr rechnen -üNen. denn 400 CO? Mitglieder bedeuwn. für den 5 dl d e Crgintfatu n z. B bei einer Reichs- ragewahl selbstand g auHrrtea tollte, mindestens eine MlÄivn Stimmen oder annähernd zwan-ig Mandate.

Daß Mt SorDerakiion eine Schwächung der oorw egend m der Deukschnationalen Part«, tn gerWieren- Umfange auch m der Doll spart ei und m Jenrrum vertre enen Interessen deS ReichSlandbundee darstrllt. läht sich nicht verkermen Di« Gegensätze b*c in den fragen der Zoll- und Slrtrerpositik. der Landatdeiler- Politik und in manchen innerpolitilcher Fragen zwischen der Kleinbauernschast und den im Land­bund mahgebenden Interessen Mtage g^tretcn sind, totrfen sich nun in einer politischen Aktion ju« die aus her anderen Seife auch für den Bestand der W'rfschaftSpartei von er- heblicher Bedeutung lein kann. Denn ihre .yraf* tionSeig en schäft hängt davon ab. datz die Abge­ordneten deS Bayerischen Bauerrrbundes bei ihr verbleiben und sich nicht etwa auch p^itikch selbständig machen, wie da- an sich nach Schaf­fung rner politischen Organisation, die über ganz Deutschland ausgedehnt ist. na^«läge 3m Augenblick scheint man sich mit so weitreichenden Plänen nicht >g> befassen, man beläßt den bis­herigen Dorständen der frrei BerbänL< Deutscher Zauernbunb. Bayerischer Bauernbund und ReichSverband die Führung der Spitzenorgani- tation und zieht erst für den 1. Oktober einen Bertretertag vor. auf dem die Wahl eines neuen Borstandes und eines erweiterten Ausschusses erfolgen soll.

Der Vertrag von 'Jiom

Eine ikrklärung des ttrascn Vethlev.

Rom, 10. April. (TU.) Gegenüber italienischen und au»ländischen Pressevertretern erklärte der un- ga rische Ministerpräsident Gras Bethlen, dah die Pertragsverhandlungen zwilchen Italien und Ungarn bereit» feit längerer Zeit im flfcange gewesen seien. 6» habe ihn sehr gefreut, m einen persönlichen Meinungsaustausch mit Mus­solini freien zu können. Mussolini sei ja nicht nur der Thef der italienischen Regierung, sondern auch der wirkliche Führer de» italienischen Volkes. Der neue Vertrag besiegele in offizieller norm die alte traditionelle Freundschaft Italiens und Ungarns, ohne irgendeine Spitze gegen ein andere» Volk zu hoben. Die jugoslawische Regierung sei von Rom und Budapest in offzieller Form über die politische Bedeutung de» Vertrages verständigt worden. Die Bedeutung des Vertrages liege für Un­garn vor allem darin, daß Ungarn zum ersten Male seit dem Kriege mit einer früher feind­lichen Großmacht einen Vertrag geschlossen habe. Seine wirtschaftliche Bedeutung liege in der Freizone von Fiume. Die Einzelheiten über das Fiumeabkommen würden in nächster Zeit per­fekt werden. Der jugoslawische Adrinhafen Spa- lato |ei für Ungarn nicht in Frage gekommen. Verhandlungen feien darüber auch nie gepflogen worden, ebensowenig hätte ein jugoslawische» An­gebot Vorgelegen. In einer Unterredung mit deut­schen und österreichischen Pressev. rtretem betonte Gras Bethlen. daß der soeben geschlossene Vertrag von Rom die guten und herzlichen Beziehungen zu Deutschland und Oesterreich unverändert lasse. Graf Bethlen stattete schlieblich dem deutschen Bot- (d)after Frhrn. v. Reurath einen längeren Be­tuch ab.

Rumänien.

Besserung im Befinden König Ferdinands. - Ter Belagerungszustand in Aussicht genommen.

Bukarest. 9. April (TU.) Obwohl die amt­lichen Berichte eine weitere Besserung im Be­finden des Königs melden, sind alle Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung für den Fall des Ablebens des Königs getroffen wor­ben. Ministerpräsident Aoerescu hat vom Mi- nisterrat Vollmacht erholten, in diesem Falle den Belagerungszustand zu verhängen. Die Gefahr, die von Bralianu zu drohen scheint, ist nach der Verständigung zwischen herv beiden führenden Politikern des Laude» beseitigt. Der Regent­schaftsrat wird in seiner jetzigen Zusammen- setzung nach dem Tode de» König» die oberste (Be­malt übernehmen und Ministerpräsident Aoerescu In feinem Amte bestätigen. Die geringste Gefahr soll übrigen» von feilen de» früheren Kronprinzen Karol drohen. E» scheint, daß Karol selbst gar nicht die Absicht hat. sich nach dem Ableben de» Königs gewolüam in den Besitz der Krone zu setzen. Rach dem letzten ärztlichen Bericht erlaubt übrigens die im Allgemeinbefinden des König» wie im lokalen Befund eingetretene Besserung die Feststellung, bah do» Stadium der Rekonvaleszen» einge­treten Ht.

Aus aller Welt

Schneetchmelze im Schwarzwald.

3m Hochschwarzwald hat der dort noch nicht gebrochene Winter für die ersten Frühlingstage einen Rekord dahin aufgestell'. haft er in der Wende vom März zum Apri» die Hdchstschneehöhe des ganzen Winters auf­zuweisen hat. die den Durchschnitt des lief ft en Winters erheblich übertraf 3n den Lagen über 90) Meter betrug die Schneehöhe 180 vlentimeler Die milde Witterung der letzten Tage hat nun aber auch im Schwarizwald den Anfang einer starken Schn erschmelze gebracht Die Wasserläufe de« südlichen SchwarzwoldeS führen dem Obeerbetn grobe Dalfermengen tu. fo hast dieser im Steigen begriffen ifl. In Berbmdunz mit den starken Regengüssen die mir am Samstag eine Unterbrechung erfuhren ist es m den Riederungen bereits zu Dafserstauu ngrn und damit ku Heberschwernrnungen gekommen BiS auf die höchsten Lagen ,st der SchwaryvaD vom Schnee befreit Auf dem Feld berg ist die Schneedecke auf 80 Zentimeter jurü cf gegangen ®ewaftigrr Schnee untz Felssturz in Frankreich.

Bei der Orllchaft Riouperou» auf der Strecke Grenoble Bourg d Chnam hat ein ge­istiger Schnee- und Felssturz Hailgelunben. vtt Drummer liegen fteUentoeife btS zu 10 Meier hoch Der Berke hr ist unterbrochen, die BevöUe- rung abgel» " Uten Da auch elektrische Vicht» Teilungen M<bdbtfli hnb Imb mehrere OrJdxiften ebne Licht Telephon- unb Xdegn»bent*erb<n- düngen stnd ebtnfafU unterbrvch- lebet^all <wf bm rnksttchrn Äoelal ie t*ilg*vg.

verübt Der Konsul wurde von einer Anzahl mit Wind lacken beflrfrrtrr Männer angerempelt und erbte!: Stock'chlrge über den Kop» die chn zu Boden streckten. Der Hauslehrer Bcrt« Lechel. deutscher Staatsangehöriger, der in Achaba: m Turkestan geboren ist wurde als 231er verhaltet. Lechri to^II nicht gewuhl haben, dah es «ich um beit rnMfchen Konlul handeitr

Äerb an eie Motorretz

Ei» ungewöhnlich dreister JUuoüberfaU wurde am Fre tag ab nb in ÄMn n der Xeuto* burger Strasie auSgekührt Zwei 20jähr'ge Por- zellanmaler lieferten dort einem alten Ehepaar eine bestellte Arbeit gegen Barzahlung ab Rach Erledigung bei Seichä. schlugen sie plötzlich mit einem Eisenrohr auf d ie beiden Leute ein und verletzten die Ehefrau derart, hast sie in der vergangenen Rächt verstarb, während der Shemann noch in Lebensgefahr schwebt. Ss st gelungen, die Täter zu stellen. Sie bestreiten die TötungSabsicht. fie wollten die Tat begangen haben, um sich Geld für ein Motorrad *u verschallen

Eisenbahnraub bei Chicago.

Der Postwagen bei Rordervreh St. LouiS Ehicogo wurde tn der letzten Station vor Chicago von zwei maskierten Räubern über­fallen. D'.e Verbrecher fesselten daS Personal und erzwarigen mit vorgehaltenen Revolvern die Oeffnung des Geldschranks und erbeuteten 20 000 Dollar. Rachdem zuvor der S gnaldraht durch­schnitten war. tonnten die Räuber den Zug. welcher auf offener Strecke hielt, unbemerkt ver­lassen. Das Verbrechen wurde erst bei der An­kunft in Ehicago entdeckt.

25 Versauen an Fleischvergiftung erkrankt.

3m Ledigenheim der Zeche »de W ndel" in Herr.ngen erkrankten etwa 25 Personen an Flerlchvergcktung. von denen 14 Personen m Krankenhäuser nach Hamm ubergefübrt werden muhten. Die 'Vergiftungen sind wahrscheinlich auf Öen Benutz von verdorbenem Schweinefleitch zurück-usühren. Wie die ärztliche Untersuchung ergeben hat, ftnb die Ber- aiftungserscheinungen bei allen Erkrankten glück­licherweise nicht schwerer Ratur.

Massenvergiftung vsn Hiutben unb Katzen

In dem bei Ems gelegenen Dors Becheln hat sich der Bevöllerung eine grobe Erregung bemächtigt, da eine Anzahl Hunde und Katzen durch schnell wirkende Diftvrvcken getötet worden sind. Auch der Hund des Schäfers ist dem Gift zum Opfer gefallen, so datz die Schafherde gegenwärtig nicht auslahren tarnt Sin Hund ist zur Untersuchung des Giftes be­schlagnahmt Der Täter ist noch tmbefannt

DieJleugorf* in Neuyork ringrkrossen.

Reuyork. 11. April, l DTB. Funkspruch.) Der Dampfer der Hamburg Amerika-Linie R e u y o r V ist Sonntagnachl t^i der Quarnn- läne-Station eingetreffen.

Schweres Booteanglöd auf der Elbe

Bei Wachwit) < Dresden > stietz in der Rächt zum Sonntag ein Boot mit vier Personen. daS über die Slbe sehen wollte, an die am jenseitigen Ufer verankerten groben Schleppkähne an und geriet unter einen derselben Zwei Insassen konnten gerettet werden, die beiden anderen, dar­unter ein Unter von fünf Kindern, ert ranken.

Absturz eine» franzöfischen Flugzeuge».

Zwischen Arras und Douai stürhlc gestern abend ein Personen- Flugzeug ab. Die beiden Führer wurden getötet

Generaloberst Rofh-Clmauoroa gestorben.

In Wien ist der aus dem Weltkrieg bekannte österreichische Heerführer Generaloberst Joseph Rolh-Limanowa rm Alter von 68 Jahren ge­storben.

Dr. Unblutig gestorben.

Wie uns aus Breslau gemeldet wird, ist dort in einer Fremdenpension der in allen Kreisen der Bevölkerung wohlbekannte Dr. Unblutig 1 Kauf­mann Paul Wnlziewiz) im Aller von 51 Jahren gestorben. Dr Unblutig hatte mehrere Jahre lang für eine bekannte Hühneraugenpfla­ster f i r m a in einem Wohnauto Reiten durch ganz Europa unternommen und war in den ©traben aller Städte zu einer bekannten Type geworden. Dr. Unblutig hatte sich im vergangenen Jahre een dem Unternehmen, bei dem er feine Karriere machte, getrennt unb war bis zuletzt t n BreSlau bei einem Ingenieur propagandistisch tätig. Wie es beißt, ist die Errichtung eines Lehrstuhles für Reklamewifsenschaft an der Heidelberger Universität zum wesentlichen Teil feiner Tätigkeit zuzutchreiben. Wie es nun einmal so auf der Welt gebt, scheiden bekannte Persönlichkeiten vielfach in Armut und Einsamkeit aus dem Leben. Dr Unblutig ist einsam und ver­lassen in einer Breslauer Fremdenpen«wn ver­schieden. ohne die Mittel für feine Beerdigung zu hinterlassen.

Drei Zentner Rohopium beschlagnahmt.

3n der Wohnung eines Persers in Beriin- Halensee der gegenwärtig infolge eines mit der Aufdeckung eines umfangreichen Rauschgifthandels im Zusammenhang stehenden Sribstmordveriuche« im Krankenh^ ule liegt, nahm d e P? Durchsuchung vor. Gs wurde ein Testament ge­funden. in dem der Perser einem Freunde zwei Koffer vermachte, die Gewür-e und Perser- tepptche enthalten sollten. Die Koffer wurden auch bei einem Berliner Spediteur gefunden. Sie enthielten statt des angegebenen Inhalts drei Zentner Rohopium in kleinen B l e ch k ä st ch e n. die in Slofshüllen eingenäht waren, mit dem Aufdruck Muster ohne Wert. Jedes Päckchen enthielt 400 Gramm Die Er- Mittelungen ergaben, datz diese« Rohopium au« Teheran gekommen ist. zum Teil auf offenem Dege al« Muster ohne Wert zum T^il durch Schmuggel. Die ganze Haüe wurde beschlagnahmt und dem Re.chSgefundheitS- amt überwiesen

Sd)ifb»tpru<f) im versichernng»gewerbe

In Dem lanfftreit der ^pitzengeweekschoften un Bersicherungsgewerve wurde do eine Einigung der Tarieren nicht zu erzielen war. em Schied»- prud) gefällt, der eme Erhöhung der Ge­hälter mit Wirkung vom 1. April d 3. ab um 7,5 M» 8ch Prozent oorsteht. Der Schlichter fügte dem Schiedsspruch eine Empfehlung bei, in der den Dersicherungrgesellschafttn nabegefeat wtttz am 13 teuTHber d I. ein, S e t b n a * t g r a H f I k aj i o n tr nähe eme» halben Monak»gehalle» zu zahlen. L..tzerdem soll eine w.iteroehende tlufbene- rung der Bezüge der s o a e n d l i ch e n Angestellten und ^rhrtirae erfolgen. Die örflirungifrtfl für den -chied»lprnch Ist out den » April d. 2.ritgrieftt warben

Ieitungsschau.

3n bet .Täglichen Rundschau" wird die Pol« *. der Opposition während der soeben beendeten Tagung des Rrichsiaa« einer Be­leuchtung unterzoaen. Da« Blau schreibt' .Ma» erinnert lich wohl noch der neckischen Milch­mädchenrechnungen die der neuen Regierung bei ihrem Antritt von der Linken au«gcrtcl[t wurden: chrr Majorität tm Reichstag wurde da auf tage und scheibe eine Stimme auSkalluliert, es wurde ihr das freundliche PrvgnoAllvn gestrill. datz He dadinschwInden mülle. loaU) der Wind über fie gehe unb datz man ihre Stätte ickche mehr kennen werde. Ader Hebe da bei fast allen Abstim­mungen hat die Regierung für ihre Borlagen «ne recht stattliche Majorität erhallen, trotz des einer besseren Sache würdigen Eifers, den die Linke aufgeboten hat um ihr Schwierig­keiten zu machen. Durch besonderen Elfer hat 'ich dabei das demokratische Anhängsel der Sozial­demokratie hervorgetan. Welche Frage auch immer feit dem Antritt der neuen Regierung zur Debatte stand, ob es sich um di» C1rgebn.il« der Genfer Völkerbunds-Verhandlungen oder um den Wehretat. die Flnanz- ober d.e Konkordatsfrage handelte. immer waren die Demokraten mit ihren Rörgeleien bet der Hand, und indem fie sich an der Regierung rieben, die ihnen gezeigt bat. datz es recht gut auch ohne sie geht, kam es ihnen gar nicht darauf an. da« zu verbrennen, wo« sie früher al« sie noch in der Regierung satzen. angebetet hatten. Die konnten sie fo tapfer schmälen, wenn früher die Parteien der Rechten unfreundliche Kritik an der deutschen Außenpolitik üblen, well sie nicht alles erreicht hatte, worauf Deutfchland Anspruch erhob! Jetzt aber ist ihnen das. was bei den Verhandlungen des Bölkerdundes ie Genf erreicht wurde, ein Bettel, dem Dr. fltrdemann sich eigentlich gar nicht nach Haufe hätte trauen dürfen. Wie hat sich bei Ihnen btt Milch der franzofensrvmmen Drnkunas^ri in gä­rend Drachengckt gewandelt, wenn sie heute das HanndelSprvvisor'.um mit «Frankreich geradezu als eine Preisgabe der deutschen Wirtschafts-nlerrsse» hinstellen' Dahrlich. wenn es eine Opposition zu kennzeichnen gibt, wie sie nicht fern soll, so braucht man nur auf da« Verhalten dieser Demo­kraten zu verweisen. 3n England gilt e« der Opposition al« oberster Grundsatz, immer daran zu denken, datz fie wieder einmal zur Reg^rung gelangen kann unb danach ihre pari amen torische Kritik ernzurichten. Untere Demokratie Hal dieses varlainmlarischen Geistes nicht einen Hauch ver­spürt.-

Die na t io na (liberalen .Leipzig er R e ue» ft en RachrichIen" wenden sich gegen den Plan eines ReichskonkordatS mu folgenden beachtlichen Auslührungen Wirft man einen flüchtigen Blick über die deutsche Geschichte prüft man (Inhalt unb Umfang der in früheren Fetten abgeschlossenen Konkordate, so ergibt sich mu zwingender Deutlichkeit da« eine Stets hat es die Kirche verstanden beim Abfchlutz von Kon­kordaten. dem S t o a t s g e da n ke n we­sentlich Abbruch zu hm. DaS war der Fall bei dem ersten deutschen Konkordat, das im Jahre 1122 zwischen Kaiser Heinrich V. und Papst Ealifft kl. zustande kam. dse gleiche Berdach- tung des preuhttchen Konkordats von 1821 unb des bayerischen Konkordat« von 1924 und alle anderen Konkordate, die sonst noch zwifcheck' diesem weiten Zeitraum abgefchlvtten worden 'ind. ergeben dasselbe Bild. 3m Wnnn'er Konkordat muhte Heinrich V. die Bischofs- wahl der Kurie übertalfm. chm verblieb lediglich die Belehnung mit dem Reichs­gut durch Berieihung des >Zepters. und zwar er­folgte dieser staatsrechtliche QÜ1 bet Den deutschen Bischdsen vor der kanonischen Weihe, bei den italienischen und burgundischen Bischöfen, die da­mals unter der Oberhohett des Reiches standen, binnen sechs Monaten danach Der lehnSrechtliche Akt des Kaisers gegenüber einem geistlichen Reichsfürsten, wurde allo dem Akt der kanonischen Bifchofswahl vollkommen untergeordnet. 3m bay­rischen Konkordat von 1924 hat der Staat <u- guTiften der Kirche verzichtet auf das Recht, Bischöfe zu ernennen und Einspruch w erheben gegen die Ernennung der Psarrer durch den Bischof, hat er den Orden und Kongregationen unbeschränktes RiederlaflungSrecht unb .Freiheit de« Derrnöaenserwerbs gewährt, hat er sich auf (affen, hat logar die Ernennung der DozeniDn an den Grundsatz der Konfessionsschule Ml le gen den theologischen Fakultäten und an den Phil»- sophisch-thevlogischen Hochschulen, sowie der Re» llgionslehrer an den höheren Schulen von der Zustimmung des zuständigen Diözesanbllchofs ab­hängig gemacht Inwieweit diese Bestimmungen deS bayerischen Konkordats in zureichender Delle mit der Reichs Verfassung zu vereinbaren find, ist zum mindesten strittig. Fest stehl aber, dah lich der bayerische Staat mit dielen Zugeständ­nissen an Ne Kurie wichtiger, wertvoller Coe* veränüätSrechte entäubert bat Denn Preutz» jetzt den gleicher' Weg etnschfagen würde, des Bayern beschritten hat. wenn da« Deutsche Reich dem Beispiel folgen sollte, bann Wäre ein neuer Triumph der streitbaren Kirche in Rom unauN bl eidlich dann wäre ein beträchtliches Stück mittelalterlicher ge.tiger Gebundenheit der frei­heitlichen Gegenwart ringepffan.zl

3n einer alten franeösischen Thronik aus dem Jahre 1463 findet sich daS Dort Qui menge du pape, cn meurt. wer Speise vom Papste an- nimmt, stirbt daran In übertragen cm Sinne: Jede Unterwerfung unter den päpstlichen Wil­len Ich!letzt eine Tkrfümmcrung der persönlichen Freiheit in sich, jede Beugung unter die Kurie bedeutet einen Abbruch der staatlichen Souve­ränität Phllipp IV von Frankreich bat einst den Kamps gegen päpstliche älnbetmätzigkeil er­folgreich ausgenommen: er bat den päpstliche» Machtansprüchen wirkungsvoll et» ge'. i terllches Hall von Staats wegen entgegengesteilt Er könnt« dies tun. weil da« französische Boll feiert 3eit begritirn hatte datz ein* Oberherrschaft des Pap':e« den Lebensnerv de« Staate« be­rührt Die Geschichte, lagt mar., sei die Lehr­meisterin der nachi^lgenden Gesch'eii'.rr Wird da« deutsche Boll au« den Erfahrungen der Deegan gerbt.i die noiweuk igen Folgerungen für die geistige Frei hell feiner Zukunft ziepen

Wettervoraussage.

Borw egend Heller, nachts Temperaturfall: tagsüber warm unb trocken

Gestrige Tage«frrnperaturen Marinrum: 93 Grad äelllus Wmimum 3JB Grad Sellin«.

Heutige Morgentemperatur: 2,0 Grad Lel.