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den, oft so feindselig gesinnten Umgebung zugute kommen. Der Weg zur Volksschule kann nur über die Qetjrer führen. Die Zusicherung der vier großen Lehrervereinigungen Hessens zur Mit­wirkung an dieser edlen Aufgabe ist bereits gegeben. Werbewochen für die Volksschulen und höheren Schulen, Gründungen von Arbeitsge­meinschaften können hierbei zum Ziele führen. Auch die Fortbildungsschulen und Berufsschulen sollen ersaht werden. Ein Vertreter des Hauvt- verbandes in Berlin, Dr. Spohr, gab dazu nähere Auskunft. Dem Auslandsdeutschtum wird bereits allenthalben in den Lehrplänen der Fortbildungsschulen erhöhte Beachtung ge­schenkt. Einen weiteren wichtigen Deratungsgegen- stand bildete die Frage der diesjährigen Vfingstfahrt des V. D. A. Auf Wunsch des Heimatbundes für das Elsaß wird der ursprüng­liche Plan, die Fahrt nach Freiburg im Breis­gau stattfinden zu lassen, fallengelassen und die Tagung nunmehr endgültig nach Goslar am Harz verlegt. Die Teilnehmerzahl muh bis spä­testens Donnerstag. 28. April, bei dem Landes­verband in Darmstadt gemeldet sein. Spätere Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Alle Anmeldungen sind als verbindlich zu betrachten. Die offiziellen Kosten für einen Teilnehmer betragen etwa 15,50 Mk. In diesen Preis sind die Kosten für die Hinfahrt im Sonderzug. die Derpflegungsgebühren, Festab- zeichen und Organifotionskosten einbegriffen. Für die Teilnehmer aus Orten nördlich von Frank­furt stellen sich die Kosten noch etwas geringer. Eine gemeinsame Rückfahrt im Sonderzug kann nur in Frage kommen, wenn dieser Wunsch von der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer ge­äußert wird. Räheres liegt darüber zur Zeit noch nicht fest. Jede Ortsgruppe bzw. Schulgruppe, soll bei der Anmeldung diesbezügliche Wünsche äußern. Als Reisetag kommt nur der Pfingst- samstog in Frage. Die Organisationsvorschriften für die Fahrt müssen strengstens eingehalten wer­den: den Anordnungen der Führer ist unbedingt Folge zu leisten. Alle Fahrtteilnehmer sind gegen Unfall versichert.

Im Anschluß an diese Tagung der Schul- qruppenleiter fand um 1212 Uhr vormittags die

Hauptversammlung

des Landesverbandes statt. Der 2. Vorsitzende des Vereins, Dr. Röhm-Darmstadt. leitete dies» und begrüßte die Versammlung, insbesondere die erschienenen Ehrengäste. Professor Dr. C s a k i aus Hermannstadt in Siebenbürgen hielt darauf einen Vortrag über die Lage des Deutsch­tums in seiner Heimat und den von Deutschen bewohnten Rachbargebieten, der Bukowina und Bessarabien. Frau Dr. Kempf aus Frankfurt a. M. berichtete über die Lage der Deutschen in Südtirol, die sie aus eigener Anschauung vor einiger Zeit kennengelernt hat. Zu der voraus­sichtlich im Mai d. I. stattfindenden großen Werbewvche des V. D. A. und der Ver­treter des Hessen-Rassauischen Landesverbandes Dr. Dell Anregungen und Ratschläge. Den © e» schäftsbericht über das abgelaufene Ge­schäftsjahr erstattete der geschäftsführende Vor­sitzende Dr. D i e m e r - Darmstadt. Dem seitheri­gen Vorsitzenden des Landesverbandes Dr. Weckerling - Friedberg, der sein Amt vor­läufig niedergelegt hat, wurden warme Worte des Dankes und der Anerkennung für seine mühe­volle, aufopfernde Tätigkeit gezollt. Seine Kraft soll auch weiterhin dem Verein als Ausschuß­mitglied erhalten bleiben. Der Hauptvor­stand wird in Zukunft aus ca. 20 Mitgliedern bestehen: ein aeschäftssührender Vorstand von etwa 5 bis 6 Mitgliedern wird die Geschäfte des 'Vereins leiten. In 30 Ortsgruppen umfaßt der Landesverband zur Zeit ca. 2500 Mitglieder. An höheren Schulen bestehen 45 Schulgruppen, . an Volksschulen 2. nämlich die Diesterweg- und die Mornewegschule in Darmstadt. Auch im be­setzten Gebiet sind jetzt einige Schulgruppen ent­standen. An korporativen Mitgliedern zählt der Landesverband zur Zeit 40. Die Hochschularbeit liegt in ifen Händen von Prof. König- Gießen und Studienrat Wecke rling - Friedberg. Das Verhältnis zu den Behörden ist ein anbnueml) gutes. Staatspräsident AI I r i d>, sowie das Lan­desamt für tzas Bildungswesen und die Zentrale für Volksbildung und Jugendpflege bringen den Bestrebungen des Vereins das regste Interesse entgegen und fördern seine Ziele auf alle mög­liche Weise. Die Betreuungsarbeit in den von dem Verein übernommenen Gebieten. Sieben­bürgen und Bukowina, schreitet stetig voran und bringt gute Früchte. Viele Aufgaben harren aber noch der Erfüllung. Die Zusammenarbeit mit

anderen Verbänden, der Reichs zentrale für Hm- matdienst, dem Dustav-Adolfveretn, sowie anderen evangelischen und katholischen Verbänden ist die denkbar beste. Bei der Wahl des Landes­verbandsvorstandes wurde Staatsrat B l v ck - Darmstadt als 1. Vorsitzender gewählt. Der geschästsführende Vorstand seht sich zu­sammen aus: Studienrat Dr. Diem er-Darm­stadt als Vorsitzenden. Stange- Friedberg als Geschäftsführer und Philipps als Schatz­meister. Als Vertreter der Schulgruppen wurden in den Vorstand gewählt: Professor Breiten­bach - Darmstadt für die höheren Schulen und Dr. Weigand- Darmstadt für die Volksschulen.

Oberheffen.

Landkreis Gieße»

X Klein-Linden, 9. März. Die Bau­tätigkeit, die im vorigen Jahre hier recht lebhaft war und über 25 Familien Wohnungen brachte, scheint in diesem Jahre wesentlich ge­ringer zu werden. Von privater Seite sind bis­her nur drei Reubauten projektiert, von denen .einer schon in Angriff genommen ist. Der Grund zur Zurückhaltung dürste in teuerem Baugeld zu suchen sein. Die Beschaffung von Saat- k a r t o f f e l n macht in diesem Jahre gewisse Schwierigkeiten, da der Preis infolge der vor­jährigen schlechten Ernte recht hoch ist. Diele Landwirte können sich nur ein geringes Quantum zur Saat beschaffen. Der Stand des Winter- g e t r e i d e s ist in unserer Gemarkung im all­gemeinen gut. - Die von dem Denkmalsausschuß für das Gefallenendenkmal geplante neue Haussammlung soll bis zur endgültigen Lösung der Plahfrage aufgeschoben werden. Ob dos Denkmal in diesem Jahre noch errichtet werden kann, erscheint nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge ziemlich fraglich.

* Dillingen, 9. März. Unser Turnver­ein war auf dem am vorigen Sonntag in Freien­seen stattgeyabten Winter - Gerätewett- turnen recht erfolgreich. Folgende Turner erran­gen Siege: Von den Aktiven Karl Paul 1. Sieg, Otto Zimmer 8. Sieg, Heinr. Weber 15. Sieg: Jugendturner, Oberstufe: 10. Karl Nürnberger, Iugendturner, Unterstufe: 2. Hugo Paul, 10. Ernst Jung: Schüler: 1. Heinrich Zimmer, 4. Otto Gras I., 8. Ernst Heßler, 10. Otto BOm­mersheim, 17. Otto Graf II., 21. Wilhelm Bachmann, Georg B o m m e r s h e i m und Richard Paul, 24. Walter Diehl, 27. Georg Hau, 31. Wilhelm Diehl. Der Turnverein kann auf diese ausgezeichneten Erfolge mit Recht stolz (ein.

z»rcts t' iieöOcrg.

* Friedberg, 9. März. Der Vorstand des Kreisvereines der Deutschnationalen Dolkspartei trat am Sonntag in Friedberg zu einer Sitzung zusammen, an der auch Vertreter aus den Ortschaften des Kreises teilnahmen. Nach der satzungsgemöß erfolgten Neu- bzw. Wiederwahl und der Erörterung von Organisationssragen, die zu einer angeregten Aussprache führte, hielt der Pro- oinzialvorsitzende, Studienrat Dr. Lenz, Gießen, einen fesselnden, temperamentvollen Vortrag über das Thema:Politische Zeit- und Streitfragen". Er machte erschöpfende Mitteilungen über die verschie- denen Parteikonstellationen, über die Regierungs- bilbung im Reich und die durch die Beteiligung der Deutschnationalen geschaffene Lage. Weiter erging sich der Redner in ausführlicher Erörterung der brennenden außenpolitischen Fragen, der Loge und Stellung Deutschlands als Mitglied des Völkerbun­des, sowie der Möglichkeit, als solches deutsche Po­litik zum Nutzen des eigenen Volkes zu treiben. Dr. Lenz schloß seine Ausführungen mit der Bitte an die Anwesenden, mitzuarbeiten im Sinne deutsch­nationaler Weltanschauung.

pb. D u tz b a ch . 9. März. Der diesjährige F a s e l m a r k t, verbunden mit Pferde- markt und F o h l e u s cy a u , der am Donners­tag nächster Woche stattsindet, dürfte wohl einer der stärksten Märkte werden, die je hier gehalten wurden. Verbunden ist mit demselben eine Bul­te n - A u k t i o n des LandwirtschaftslammerauS- schusses, zu der 115 Dullen angemeldet sind. Wei­terhin sind zur Prämiierung angemeldet 178 Pferde, 176 Rinder, 19 Schweine, 44 Eber - und 5 Ziegen. Für Prämiierungszwecke sind 2500 Marl vorgesehen. Man rechnet weiterhin mit einem Auftrieb von etwa 150 Stück Händler- Vieh und .eben so viel Stück Händler-Pferden: ferner auch mit einem sehr lebhaften Ferkelmarkt. Für etwa 150 Tiere (Pferde und Rindvieh) ist Änterstellmöglichkeit vorhanden. ®;c Platzfrage für jden Auftrieb aller Tiergattungen ist einwand­

frei gelöst. Don und nach den umliegenden Orten ist ein oerftärüer Autobusverkehr vorge­sehen. Die Lose zu der mit dem Faselmarkt verbundenen Lotterie sind zum größten Teil ab- gesetzt. Die hiesige Freiwillige Sa- n i t ä t s k o l o n n e , die im März vor. Js. neu gegründet wurde, besteht zur Zeit auS 31 Mit­gliedern. Sie hielt am Samstag ihre General­versammlung ab. Der seitherige Vorstand wurde bis auf zwei Mitglieder durch Zuruf wieder- gewählt. Kolonnenführer ist Kaufmann August Schmidt Kolonnenarzt Dr. Rau.

Kreis Vüvingen.

/, R i dda, 9. März. Während bet der am 4. d. Mts. abgehaltenen Rutzholzversteigerung die Preise erträglich blieben und für Fichten-Stamm- holz 3. und 4. Klasse sogar nicht die Genehmi­gung erteilt werden konnte, waren bei der vom hiesigen Forstamt heute anberaumten Dre n n- holzv erst cigeruyg die Preise außerordentlich hoch. Es kam der Raummeter Buchen-Scheitholz aus 16 bis 18 Mk., der Raummeter Buchen» Knüppcl auf 11 Mk., der Raummeter Stöcke auf 8 bis 9 Mk. und der Raummeter Reisig durch­schnittlich auf 3,50 Mk. Auch beim Forstamt Eichelsdorf konnte die letzte Rutzholzversteigerung bezüglich des Eichenstammholzes 1. bis 4. Klasse und der Hainbuchenscheiter nicht genehmigt werden.

Berstadt. 7.März. Gestern vor fünf­undzwanzig Jahren wurde Herrn Jo­hannes Horn III. dahier das Amt eines Gemeinde- und Markrechners über­tragen. Der hiesige Orts- und Kirchenvorstand lieh es sich nicht nehmen, dieses Tages besonders zu gedenken. Wohl war es bekannt, daß der Jubilar, der seit dem 23. März 1907 auch Kir­chenrechner ist. in der ihm eignen Bescheidenheit jeder öffentlichen Ehrung zu entgehen wünschte. Aber für die Gemeinde war es doch eine unab­weisbare Pflicht. Herrn Horn in aller Form für seine vorbildliche Treue und Gewissenhaftigkeit im Amte, sowie auch für seine Freundlichkeit und Gefälligkeit als Mensch von ganzem Herzen zu danken. Dem Gefühle der Dankbarkeit. Liebe und Verehrung gab dann auch Bürgermeister R. A l t c r in warmen Worten Ausdruck und überreichte dem Jubilar als Zeichen der Dank­barkeit eine goldene Uhr. Letzterer dankte in bewegten Worten für diese Aufmerksamkeit, be­tonte vor allem, daß er in diesen 25 Jahren doch eigentlich nichts als seine Pflicht und Schuldigkeit getan habe, und lud beide Vorstände zu einem Glase Bier ein. In gemütlichem Zusammensein, bei dem der Humor sehr erfrischte, wurde noch manches gute Wort gesprochen und dabei nachts 12 ühr Herrn Horn zugleich auch zu seinem 6 5. Geburtstage gratuliert. Der Jubilar wird sicher den Eindruck gewonnen haben, daß er sich in seiner Gemeinde allseitiger Beliebtheit und Verehrung erfreut, wie sich auch die Ge­meinde bewußt ist und bleibt, daß sie diesem selten gewissenhaften und allezeit hilfsbereiten Manne unendlich viel verdankt. Sie kann nur den einen aufrichtigen Wunsch hegen, daß Herr Hom noch recht lange seines verantwortungsvollen Amtes zum Segen der Gemeinde und ihrer Glie­der walten möge.

Kreis Alsfeld.

M Alsfeld, 9. März. Aus der Stadt- verordnetensihung. Als erster Punkt wurde verhandelt die Vorlage wegen Erlaß eines Rachtrags zum Ortsbaustatut zum Schuhe der Denkmalspflege. Hm zu verhüten, daß an älteren Bauten der Stadt bei Umbauten Verunstaltungen des charakteristischen alten Straßenbildes vorgenommen werden, wurde beschlossen, daß an allen älteren Bauwerken innerhalb der Stadt durch Die Baupolizeibehörde nach Anhörung der Bürgermeisterei und des Denkmalpflegers Aenderungen verboten werden können, sofern durch die' Aenderung der Charakter der Stadt Alsfeld beeinträchtigt wird. Ein Gesuch um Abgabe eines ®e- lände st reifens von 46 Quadratmeter vor dem Hause Der Firma Johannes Koch Wtw. Rachfolger zum Preise von 2 Mk. pr. Quadrat­meter wurde genehmigt. Zur Verbesserung der Beleucht ung Der neuen Bahnhof- ft r a f) c wurde beschlossen, in dieser in der Straßenmitte noch eine weitere Lampe anzu- bringen. Es wurde Dabei feftgeftellt, daß die Eisenbahnverwaltung entgegen den all­gemeinen, für alle Gebäudebesitzer geltenden Vor­schriften für ausreichende Beleuchtung des Bahnhofs und des freien Platzes davor nicht Sorge trägt, wogegen entschieden Ver­

wahrung eingelegt wurde. Die Lieferung der Zementplatten für die *3aDe­an ft a 11 wurde Den Firmen Otto Lei dner unD Wilhelm Egner zum Preise von 3,75, Wk. pro Quadratmeter frei Bahnhof Alsfeld über­tragen. Die Lieferanten haben eine fünfjährig« Garantie zu übernehmen Die Anlieger des Walkmühlenwegs haben gegen Die beschlossene Heranziehung zu Den Straßenbau- kosten Klage im Derwaltungsstreitverfahren er­hoben. Es würbe beschlossen. Den Rechtsstreit

aufzunehmen unD Die Bürgermeisterei mit Der Durchführung zu beauftragen. Um eine schon lange bestehende RotwenDigkeit zu erfüllen, wurde die Herstellung eines städtischen Ma­ter ial-Lagerschuppens unterhalb deS

Komhauses genehmigt. Der hierzu erforderliche Kredit wurde bewilligt. Weiter wurde für die Herstellung Der Chaussierung des Feldwegs zu Dem städtischen Lagerplatz nach Dem oorgelcgtcn Voranschlag der erforderliche Betrag von 1450 Mark bewilligt. Für Den weiteren Aus­bau Der Jahn st raße von Der Schillerstrahe bis zum Zwölsfamilienhause soll im Voranschlag für Das Rechnungsjahr 1927 ein Betrag von 2000 Mark vorgesehen werden. Für den Ver­kehrs- unD Verschönern Lgsvere in Alsfeld wurde gegen die Stimmen DerLinke für Das Rj. 1927 ein Beitrag von 500 Mk. bewilligt. Aus ein Gesuch Der bei Den Kanalisa- tionsarbeiten beschäftigten Er­werbslosen wurde beschlossen, diesen eine Zu­lage von 10 Pfennig pro Stunde zu gewähren, solange die schwierigen Arbeiten an dem felsigen Gestein anhalten. Unter Mi11eilungen gab Der Vorsitzende ein Dan ksch reiben deS Professors Richard Hoelscher für Die ihm von Der EtaDt AlsfelD anläßlich seines 60. Geburtstages ausgesprochenen Glückwünsche bekannt. Ferner teilte der VorsiyenDc DaS Er­gebnis Der am Montag abgehaltenen Brenn­holz Versteigerung aus Dem StaDttoalD mit. Die entsprechend dem Vorschlag Der Obersörsterei genehmigt wurde. Da Die erzielten Preise durch­weg gut waren.

-er. Homberg a. D. Ohm, 9. März. Bei Der am Montag in Den städüschen WaldDistrillen Schweinestall, Köpfchen, Dornstrauch und Hardt abgehaltenen Holzversteigerung wurden 926 Raummeter Holz versteigert, und zwar 33 Raummeter Scheitholz, 85 rm Knüppel. 35 rm Stöcke und 873 rm Reisig. Für Eichenscheiter wurden im Durchschnitt 5,50 Mark, für Fichten» scheiter 6 Mk. und für Eschenscheiter 8 Mark für den Raummeter gelöst. Der Durchschnitts­preis für Kiefernknüppel betrug pro rm 5 Mk., für Zichtenknüppcl 10 Mk., für Eichenknüppel 5 Mark und für Duchenknüppel 7 Mark. Für den rm Eichenstöcke wurden durchschnittlich 5 Wk., für Fichten- und Kiefernstöcke nur 1,30 Mk. ge­boten. Dci Den Reisern bewegte sich der Durch­schnittspreis pro rm zwischen 1,30 bis 1.50 Mk. Außerdem wurden noch 70 Stück Fichtenreis- ftangen 2. Kl. versteigert. Die auch in unte­rer Stadt aufgetretene Grippe ist erfreulicher­weise wieder im Abflauen begriffen. Die Schulkinder nehmen fast wieder vollzählig am Unterricht teil.

Homberg a. d. Ohm, 9. März. Der heutige Ferkelmarkt war sehr gut beschickt. Trotzdem bewegten sich die Preise auf ansehnliä)er Höhe. Es wurden bezahlt für 5 bis .6 Wochen alte Tiere 30 bis 32 Mark, für 6 bis 8 Wochen alte durchschnittlich 37 Mark. Der Handel ging etwas langsam. Es blieb geringer Ueberftanb.

I Flensungen, 9. März. Heute abend gegen 9j Uhr brach in dem Anwesen des Ortsdieners und Schreinermeisters Heinrich Eckert Feuer aus. Die Feuerwehren von Flensungen, Merlau, Ilsdorf und Stockhausen waren rasch zur Stelle; ihrem tat- krüstigen Eingreifen ist es zu danken, daß das an- liegende Wohnhaus des Besitzers sowie die sehr nahe liegenden Häuser des Bürgermeisters Erb und des Landwirts Grün nicht auch von den Flammen er­griffen wurden. Heber die Ursache des Brandes konnte noch nichts ermittelt werden. Auch bei diesem Brande trat wieder Der Mangel einer Wasserleitung

zutage.

Starkenburg.

WSN. P f u n g st a d t, S. März. Am Wehr Der hiesigen Zehmühle wurde kürzlich eine Kindes- seiche gefunden. Die Untersuchung hat ergeben, baß das Kind gewaltsam getötet und Dann ins Wasser geworfen wurde. Unter Dem Verdacht des Kindesmords wurde nun gestern ein 21,ähriges Dienstmädchen f eftgenommen.

I Es hat inzwischen die Tat elngeftanDen.

Gießener Stadttheater.

Nlumciithal und Hadcwurg: Auf der Sonnenseite".

Wenn man bcDcnlt, Daß Blumenthal im Anfang seiner literarischen Laufbahn Theater- lritiler unD als solcher Der Schrecken aller von ihm Betroffenen war. Die ihn ihrerseits mit Dem schönen Beinamenblutiger Oskar" auszeich­neten, und wenn man sich ferner erinnert, mit wie kindlicher Unschuld Dieser Literat etwa das ,.vorbehaltene Ueberschätzungsrecht" Der Dramen StrinDbergs glaubte bewitzeln zu können Dann muß man sich wunDern, in welchem Mißverhält­nis Dergleichen zu Blumenthals eigener, ebenso umfangreicher wie unbedeutenDer Produktion steht. Kade Iburg hinwiederum hatte als Schau­spieler angcLngen und kann sich wenigstens rühmen, sowo^-7 Den großen Strakosch zum Lebrer gehabt zu haben, als auch ohne einen entstellen­den Spitznamen Durchs Leben gekommen zu sein. Das deutsche Lustspiel haben weder Blumenthal noch Kadelburg bereichert: nicht einmal mit Dem Weißen Rößl": (schier dreißig Jahre ist 'es alt).

Aus dem gleichen Jahre 1898 flammt auch Der DreiakterAuf Der Sonnenseite". Darin spielt rin ehrbarer Töpfermeister Wulckow aus Der Berliner Ehausseestraße. nebst Weib (Earo- line) und Kind (Käthe) eine wesentliche Rolle. Rämlich: Die Leute sind klotzig reich geworden, haben eine Fabrik. finD von NN nach WM verzogen und wohnen nunmehr mit einem Wort auf Der Sonnenseite Des Lebens. Jetzt würde man etwa« nüchterner sagen: auf Dem Kurfürsten­damm. Denn so etwas gibts auch heute noch: die Wulckows von 1898 sind in Den jüngstver- wichenen Zeiten sogar zu einem Sammelbegriff geworden, zu einem ebenso volkstümlichen, wie veinlichen Typus. Dies ist Wohl Der willkommene Anlaß gewesen, das verstaubte Tertbuch toicDer hervorzulramen.

Natürlich gibt es auch eine Schattenseite. Sudermann ohne im übrigen unangebrachte

Vergleiche ziehen zu wollen hätte in diesem Fall Die Bühne reinlich in Vorderhaus unD Hinter­haus gefd)icDcn; Da wir uns aber (angeblich) im Lustspiel befinden, so wagen die beiden Autoren nicht gleich was nahegelegen hätte vom Kurfürstendamm wiederum nach Der Chaussee­straße und dem Pantinenviertel umzuziehen: über­haupt ist Die Schattenseite bloß angeDeutet, sie Droht nur ganz zu Anfang, im ersten Akt. Im Schatten sitzen zwei äußerst feine junge Leute, Freiherr von Sandorf unD Herr von Brick: haben alle beiDe kein Geld. Aber wozu wohnt eigentlich Die reiche Familie Wulckow am Kurfürstendamm? Die wissen doch sowieso nicht, wo sie Den vielen Mammon lassen sollen. Und wenn alle Stricke reißen, haben zwei halbwegs gescheite Lustspielfabrikanten immer noch Den üb­lichen wohlsituierten Onkel hinter den Kulissen: (bet Den alten Griechen spielte Der bekannte Gott aus Der Maschine diese dankbare Rolle.) UnD schließlich: daß Wulckows Käthe im besten Alter ist. Der Freiherr Botho hingegen eine durchaus repräsenlable Schwester besitzt, ist auch kein blanker Zufall: im Gegenteil, das ist sehr nötig, Damit sich zum Schluß zwischen Den allen Wul­ckows zwei strahlende junge Paare als Verlobte empfehlen können.

Goll war als Spielführer wie als Töpfer­meister aud Dem Rorden gleichermaßen in sei­nem Element. Er kniete sich sozusagen mit belDen Beinen ins Milieu unD schwelgte in sozialen unD gesellschaftlichen Kontrasten. Nebenbei ver­dankt man ihm die beste, annäherungsweise glaub­würdigste Gestalt dieses unwahrscheinlichen Stük- kes: er spielte und sagte, was er zu spielen und zu sagen hatte, trocken, ehrlich unD ohne Mätz­chen : cs war ein Vergnügen. L. Jüngling machte Die reichgewordene Caroline mit Den ge- Ipreizten Parvenumanieren. Sehr hübsch auch Alir K r a h m e r , Das Der Ehausseestraße schon ziemlich entwachsene Goldfischchen. Gegenüber: zwei junge Herren, eine junge Dame von Wei': Lenau. Hanke. Baumann: waren mit Laune bei Der Sache und machten gute Konversation.

Zwei Kleinigkeiten: der Waler Döcklin legte (in einem Briefchen an Frieda Schanz) beson­deren Wert Darauf, Die e r ft e Silbe seines Ra- mens zu betonen. Vielleicht wäre es zweck­mäßig, Die große Pause mit Dem Szenenwechsel vor Dem Mittelakt zusammenfallen zu lassen.

Dr. Th.

Der Frühlingspunkt.

Von Professor Dr. fiü ft ermann.

(Nachdruck verboten.)

Als ich noch ein kleiner Junge war, schien mir wohl kein Ort auf Der ganzen Erde so berühmt zu sein wie Ferro: Denn auf ollen Landkarten stanD au lesen:20 ®raD östlich von Ferro ",50 Grad west­lich von Ferro"' usw. Nun ist Dieses Ferro ein ganz bescheidenes Inselchen, das seinen Ruhm nur Dem UmftanD oerDankt, Daß man es früher für Den west­lichsten Punkt Der alten Welt hielt, unD Daß man ihm außerDem auch eine Entfernung von 20 Grad west­lich von Paris zuschrieb: man rechnete also Dem Nomen nach nach Ferro, in Wirklichkeit ober noch Poris. In Greenwich, wo man jetzt bekanntlich Die Längengrade beginnen läßt, ist immerhin noch etwas mehr los als auf jener gottverlassenen Insel, Denn Dort ist Die maßgebende Sternwarte Des Volkes, Dos feine Schiffahrt zuerst auf wissenschaftliche Grund- Inge gestellt hat. Aber wie Dem auch sein mag, an und für sich ist kein Punkt der Erde vor einem an- dem bevorzugt, und Die Auswahl geschieht schließ­lich bloß aus Der RotwenDigkeit, Daß man irgenD- einen Anfangspunkt für Die Gradzählung haben muß.

In mancher Hinsicht günstiger ist ja nun Die Loge am Himmel, Denn Dort hot man zwei so ausgezeich­nete unD für die Himmelsbetrachtung wichtige Li­nien, Daß es nahe liegt, ihren Schnittpunkt oder bester: einen ihrer beiDcn Schnittpunkte Die Rolle spielen $u lasten. Die für Die Erde früher Ferro spielte, unD Die jetzt Greenwich spielt. Die eine Die­ser Linien ist Der Himmelsgleicher, zur Zeit wohl noch bekannter unter Dem Namen Aequator, D. h. Die Tagesbahn eines Gestirns, besten Auf- unD Un­tergangspunkt mit Dem Beobachter in geraDer Lt» nie liegen Tic andere Linie ist Die Sonnenbahn,

die sog. Ekliptik. Der Schnittpunkt Der belDen ist eben Der Frühlingspunkt, Der Punkt, an Dem Der Mittelpunkt Der Sonne am 21. März, und zwar in diesem Jahr um 3.59 Uhr nachmittags steht. Am Sternhimmel auffinben kann man Den Punkt im Winter, unD zwar etwa in folgenDer Weise: Man sucht sich zunächst den Polarstern, alsDann Die be­kannte w-förmige Eossiopeia: durch Den Polar­stern und Den Endpumt des W legt man eine Ver­bindungslinie, Die ungefähr um sich selbst verlän­gert auf einen ziemlich Hellen Stern führt. Der an Der Grenze Der Sternbilder Andromeda und Pega­sus steht. Dieser Stern bildet Die linke obere Ecke eines Quabrotcs, Dessen linke Seite um sich selbst verlängert ungefähr auf Den Frühlingspunkt. ge­nau genommen, etwas links von ihm führt.

Dieser Frühlingspunkt also beherrscht gleicher­maßen den Kalender und Die Einteilung Des Him­mels. (Eine Eigenschaft hat er allerdings. Die ihn anfcheinenD wenig tauglich zum Festpunkt einer Messung macht: Er steht nicht fest, sondern er man- Dert in etwa 35 Jahren um eine Vollmondbreite. Von den beiden Linien, durch Deren Schnitt er zu­stande kommt, steht nämlich keine völlig still, Die Ekliptik aber Doch noch lehr viel mehr als Der Gleickier. Die ErDe ist nämltch ein riesiger Kreisel, unD wie wir es etwa bei Den als KinDerspielzeug DiencnDen Kreiseln beobachten können. Dreht sich Die Achse, um Die sich Der Kreisel Dreht, selbst wieder im Raum. Das tut nun auch Die Erdachse und nimmt natürlich Dabei Den Gleicher mit.

Bekannt ist Diese Bewegung des Frühlings- Punktes schon seit Dem Altertum. Merkwürdigerweise sprach man aber nicht etwa von einerRückwärts- roanberung" Des FrühNngspunktes rückwärts im Sinne Der bei ihm beginnenden Zählung, son­dern gerade umgekehrt von einem Dorrücken Der Fixsterne, Das daher Den NamenProzession", D. b. Vorrücken, führt. Auch bei anderen Kreiseln spricht man daher vonPräzessionsbeweaung". Es mag sonderbar erscheinen, daß man als Anfangspunkt Der Zählung einen Punkt wählt. Der nicht einmal fest­steht, aber da cs in der Sternwelt noch weit wem- ger als aus irgendeinem anderen Gebiet etwas un­bedingt Beharrendes gibt, so muß man sich auch Damit abfinoen.