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Bomben-Attentate in Amerika

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von Britisch-Ostasrika sein.

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in Washington gesagt habe und fügte hinzu, Versammlung könne aus dieser Steigerung

Englische Minister über den Senser Mißerfolg.

London, 7. Slug. (WB.) In einer hier gehaltenen Rede führte Lord Balfour aus, iiad) den Ereignissen in Genf sei es ihm seiner­seits kaum möglich, völlig zu schweigen, denn er fühle sich sowohl als Mitglied der Regierung, als auch aus persönlichen Gründen verpflichtet, einige Worte über den Miß- folg in Genf und die Vertagung der tßolL.i zu äußern, zu deren Förderung die Konferenz eigentlich ein- eiufen worden war. Es scheine ihm, daß der .nerikanische Delegierte G i b s v n eine 2leuße- ung Balfours entweder auf Grund einer miß- crständlichen Interpretation oder versehentlich alsch zitiert habe. Diese Sleuherung Habel Lalfour vor wenigen Jahren auf der Washing- cmer Konferenz getan und sie habe sich auf olche Hilfsschifse bezogen, die für die Linien- chiffe bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unent- »chrlich sind.Amerika und England", führte Balfour aus,sind damals übereingekvmmen, daß >- o beiden Mächten ohne weiteres möglich sei, diese den Linienschiffen zugeteilteu Hilfsfahrzeuge iuf einen Gesamttonnengehalt von 450 000 zu .».»grenzen. Ratürlich bezog sich diese Erklärung aisschließlich für dife den Linienschiffen zuge­eilten Hilfsfahrzeuge und nicht auf die Gesamt­zahl der Kreuzer, die ein durch die See ge­mühtes über die ganze Welt sich erstreckendes .teich zur Erfüllung feiner mannigfaltigen Aus­laden braucht." Lord Balfour zitierte dann, was

Wettervoraussage.

Wolkig mit Aufheiterung, warm, außerlokale Gewitterstörung mit Gewitterregen, trocken.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 25,0 Grad Celsius, Minimum 14,0 Grad Celsius. Son­nenscheindauer: 31/* Stunden. Riederschläge: 4,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 17,9 Grad Celsius.

Witterungsaussichten für Mittwoch: Kein« wesentliche Aenderung der Wetterlage.

urteilte. In Boston sind bisher keine Explosionen erfolgt, jedoch hat ein Kraftdroschkenbssitzc Montagabend der Polizei eine Anzahl D , m i t p a k e t e übergeben, die nach seiner Angabe in der Droschke gefunden wurden, nachdem der Fahr­gast bezahlt und sich entfernt hatte. Die Gewalt der Explosion bei dem Bombenanschlag auf der Tief- bahnstation Broadway 28 ist aus der Tatsache er­sichtlich, daß eine fünfzehn Zoll dicke Be­

to n m a u e r weggesprengt wurde, deren Trümmer die vier Bahngeleise der'Strecke verschütte­ten. Die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs war erst nach Wegräumung der etwa fünf Tonnen betta- genden Schuttmenge möglich. In der Nähe der St. P a t r i ck s - K a t h e d r a l e wurde ein Mann, der sich verdächtig benommen haben soll, verhaf­tet. Die Untersuchung wurde gegen ihn eingeleitet Er hat zugegeben, daß er Anarchist sei, bestritt je­doch, in die Explosionsangelegenheit verwickelt zu sein.

Wie aus Montevideo gemeldet wird, wurde eine nicht explodierte Bombe vor der dortigen Zweigstelle der Reuyorker Rational City Dank gefunden. In einem Restaurant in Chicago und in einem kleinen Laden in Ro­chester erfolgten Explosionen. Die Polizei bringt diese Fälle jedoch nicht mit der Sacco- Bcrnzetti-Angelegenheit in Zusammenhang. Der, wie oben gemeldet, unter dem Verdacht, an den Reuhorker Anschlägen beteiligt gewesen zu sein, festgenvmmene Mann Hai ausgelagt, er heiße Maurice L. Seigel, sei 30 Jahre alt, von Beruf Zahnarzt und vor 14 Jahren aus Ruß­land eingewandert. Seigel bestreitet, irgendwie an dem Fall Sacco-Danzettt interessiert zu sein.

In Baltimore wurde heute morgen der Versuch gemacht, das Haus des Bürger­meisters durch eine Bombe In die Luft zu sprengen. Während der Bürgermeister sich ge­rade außerhalb der Stadt aufhielt, befanden sich seine Gattin, die Kinder und andere Angehörige in dem Hause. Die Bombe explodierte in der Rahe der Veranda, die sie zerstörte. Verletzt wurde niemand.

Demonstrationen und Gewalt­akte in Argentinien.

Buenos Aires, 6. Aug. (WB.) Die Be­wegung für den General st reik zur Sym­pathie für Saccv und Vanzetti dehnt sich aus. Aus dem Innern des Landes werden Ge­waltakte gemeldet. In Pergamino (Pro­vinz Buenos Aires),wurde eine Bombe vor ein Automobilgeschäft geworfen und ein Schaufenster zertrümmert. Eine weitere Bombe wurde auf die Eisenbahnstrecke geschleudert, richtete jedoch nur unbedeutenden Schaden an. In den Straßen sanden Demonstrationen statt. Die Ladenbesiher wurden gezwungen, die Läden zu schließen. Die­jenigen, die nicht geschlossen waren, wurden mit Steinen beworfen.

Schutzmaßnahmen.

Reuhork, 6. Aug. (Wolff.) Die gesam­ten Polizeikräfte in Stärke von 14 000 Mann sind heute früh plötzlich zum Schutz der öffentlichen Gebäude, Bahnstationen, Museen und Börsen mobilisiert worden. Aehnliche Vor­sichtsmaßnahmen wurden auch in anderen Städten ergriffen. LautReuhork Herold" sind in Boston die Truppen alarmiert worden.

Es wurde weiter ein junger Mann festgenom­men, der angab, 500 Dollar für die Sprengung desPensylvania-Bahnhoses angeboten erhalteii zu haben. Er wurde zur Llnlerfuchung seines Geisteszusiandes einem Lrankenhause über­geben. Alle Üntergrundbahnhöfe sind auch heute von uniformierter Polizei bewacht.

Da für sämtliche Reuhorker Polizisten der Urlaub gesperrt wurde, sind 14 000 Mann für den äußeren Dienst verfügbar. Richt nur sind, wie bereits gemeldet, sämtliche Untergrundbahn­stationen unter besonderer Bewachung, sondern auch sämtliche öffentlichen Gebäude, Gerichts- gebäude, Börsen, Kirchen, Klubhäuser und die wichtigsten Bureaus der Wolkenkratzer. Unifor­mierte Polizei und Kriminalpolizei hoben Be­fehl, alle Personen, die verdächtige Pakete tragen, anzuhalten und den Inhalt zu untersuchen. Für sämtliche Großstädte im Osten, z. B. Boston, Philadelphia, Baltimore, wurden ähnliche Sicher­heitsmaßnahmen getroffen und verschiedene Per­sonen verhaftet, aber nach der Vernehmung wie­der entlassen.

Saeco- und Vanzetti- Kundgebungen in Boston.

B o st o n , 7. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Po­lizei verhinderte heute nachmittag mehrere Versuche, eine Prote st Versammlung gegen die Verurteilung von Saeco und Vanzetti zu veranstalten. Mehrere Verhaftungen wurden

formen. Die Brücke betreute ein weiteres Binde- glietr zwischen Kanada und den Ver­einigten Staaten. Sie sei Symbolik für die vielen Berührungspunkte, die dank gemeinsamer Sympachien und Interessen zwischen Großbritan­nien und den Vereinigten Staaten bestehen. Zwi­schen beiden Staaten bestehe eine gesunde Rivalität auf den Gebieten der Industrie, der Wirtschaft, der wissenschaftlichen Entwicklung und der Erschließung des Londes, aber beide achteten einander als gute Nachbarn und Freunde. Die Brücke werde beide Länder noch enger zusammenbringen. Die Feier schloß mit dem Abfingen der Nationalhymnen beider Länder.

König Fuad beim Papst.

Rom, 7. Aug. (Wolff.) König F u o d von Aegyp­ten begab sich gestern mittag unter großem Zere moniell nach dem Vatikan, um dem Papste einen Besuch abzustatten. Beide hotten ei,ne viertel­stündige Unterredung miteinander. Der Papst ver­lieh dem König den Orden vom goldenen Stern und sein Bildnis in einem reichverzierten Rahmen. Nach dem Besuch beim Papste besuchte König Fuad auch den Kardinal Gaspari.

Offafrikanische Konferenz.

London, 8. Aug. (WTB. Iunkspruch.) Heute wird in Nairobi die dritte ost afrikanische in offizielle Konferenz eröffnet werden, an der Delegierte aus Kenya, Uganda, Tanganyika und Nordrhodesien teilnehrnen. Hauptgegenstand der Besprechungen wird die Frage einer engeren Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Tei-

N e u y o r k, 6. Aug. (WB.) Bei den (am Sams­tag schon kurz gemeldeten) E x p l o s i o n e n auf den beiden Untergrundbahnstationen in der vergangenen Nacht sind mindestens zwanzig Personen verletzt worden, davon zwei schwer. Auf dem Untergrundbahnhof 4. Avenue war die Bombe in den Toiletteräumen versteckt. Die Polizei glaubt, daß die Bomben vorzeitig eyplobiert sind. Drei nach Süden laufende Lokalzüge, die sich Der 28. Straße näherten, wurden rechtzeitig zum Halten gebracht. Die Kondukteure hatten große Mühe, eine Panik unter den Passagieren zu ver­hindern. Ein Beamter des Bureaus für Sprengstoffe erklärte, nach dem Charakter der beiden Explosionen seien die Bomben vermutlich mit einer Kombination von Nittoglyzerin und Dynamit gefüllt gewesen. Das Attentat in der Presbyterianerkirche in Philadelphia ist zweifellos darauf zurückzu­führen, daß der Geistliche am letzten Sonntag über den Fall Saeco und Vanzetti predigte und den roten Radikalismus" in scharfen Ausdrücken ver-

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. nehmen, daß er im Ramen der britischen gierung sich mit der Höchstzahl von 450 000 nnen als einen angemessenen und vernünftigen trag für die Hilfsschiffe der Linienschi ff ahri (ständig einverstanden erilärt habe. Jedoch abe er in keiner Weise auf die zahlreichen ante* en Aufgaben Bezug genommen, zu deren Er- üllung ein Reich wie das englische weitere Kreu­zer und weitere Hilfsschiffe benötige. Balfour erklärte, wemr auch

'm Genf nichts erreicht

worden sei, so sei das ein ilnglüd, das bloß vorübergehend sei. Aus alte Fälle werde der größte Teil seiner Zuhörer noch das Zustande- tornmen einer Vereinbarung erleben, auf Grund deren alle Mächte sich zahlreicher Ersparnisse und größerer Sicherheit erfreuen könnten, ein Ziel, das der Präsident der Vereinigten Staaten so glühend wünsche. Er, Balfour, habe durch­aus die Hoffnung, daß die Frage erneut in Angriff genommen werde, und daß, sobald dies einmal geschehen sei, die Resultate nicht ous- bleiben würden. Er sehe der weiteren Entwick­lung der Auseinandersetzungen über die See­rüstungen keineswegs im Gefühl einer Hoff- nungstesigkeit entgegen.

In einer Rede über das Scheitern der Mo- rinekonfercnz in Genf führte Churchill u. a. aus: Die britischen Delegierten trifft lein Verschulden am Scheitern. Die grund­legende Ursache für das Versagen der Konferenz bildete das Auseinandergehen ter Gesichtspunkte hinsichtlich der Auslegung des Begriffs der P a- r i t ä t zur See. Die Vereinigten Staaten legten diesen Begriff so aus, als handle es sich einfach um eine Frage arithmetischer Gleich­heit.

Großbritannien ist jedoch ein Reich, dessen ein­zelne Teile weit über die Welt zerstreut sind. Deshalb ist cs außerstande gewesen, sich mit einer Vereinbarung einverstanden zu erklären, durch die England auf dem Gebiete der Jlotten- stärke an eine arithmetische Gleichheit gebunden wurde.

Wir verlangten kleine und billige Kreuzer, die Vereinigten Staaten verlangten wenige, aber große und schwer bestückte Kreuzer. Wenn die Streitfragen, die jetzt in Genf aufgeworfen wur­den, bereits in Washington zur Sprache gebracht worden wären und wenn man dort ebenfalls den Gebendintereffen Englands kein Verständnis entgegengebracht hätte wäre die Washingtoner Konferenz ebenso gescheitert wie die Genfer. Zum Schluß seiner Rede äußerte sich Churchill in Herzlichen Worten über die engli sch- amerikanische Freundschaft und sagte u. a. noch: Wir nehmen gewiß keinen Anstoß daran, wenn die Vereinigten Staaten so viel Kreuzer bauen wie sie wünschen.

bar und nutzbringend sein werden. In auf­richtiger Wertschätzung bin ich Ihr ergebener Gr zesinski."

Flaggenerlah

des preußischen Innenministers.

Berlin, 6. Aug. (WTB.) Der preußische Minister des Innern, Grzesinskh, hat an die Regierungspräsidenten und Landräte ufton in eren Bereich die O st - und Rordseebäder legen, einen Erlaß gerichtet, in welchem betont wird, daß jeder Staatsbürger Anspruch darauf hat, gegen unberechtigte Störungen geschützt zu werden. Ganz besonders sei dieser Schuh unbe­dingt da sicherzustellen, wo es sich um die ver­fassungsmäßigen Reichssarben handelt. Denn das Zeigen der Flagge Schwarzrotgold chliehe das Bekenntnis zur Verfassung des Reiches in sich.~ Der Minister ersucht die be- ireffenten Dienststellen, den erforderlichen Schuh unter allen Umfränten, insbesondere auch bei Rächt, sicherzustellen. Sämtliche Polizei­beamte seien entsprechend zu belehren. Land­jägerei sei erforderlichenfalls zur Verstärkung heranzuziehen. Auch Schutzpolizei und Kriminal­beamte formten eingesetzt werden.

Deutsche Flugplätze im besetzten Gebiet.

Koblenz, 6. Aug. (WTB.) Von amtlicher Seite wird dem WTB. bestätigt, daß die Verhand­lungen zwischen dem Präsidenten der Rheinland- tommission und dem Reichskommissariat für die be­setzten Gebiete in Koblenz dazu geführt haben, daß die Schaffung von drei Landungsplätzen für den Flugverkehr in den besetzten Gebieten genehmigt wurde. Der erste Landungs­platz für die Pfalz ist in der Nähe von Kaisers­lautern vorgesehen. Der zweite soll in Kob­lenz oder dessen unmittelbarer Nähe und der dritte auf dem Gelände des Rennplatzes Erbenheim für die Städte Mainz und Wiesbaden errichtet wer­den. Infolge der noch oorzunehmenden Anlage des Flugplatzes bei Kaiserslautern wird der Flugverkehr mit der Rheinpfalz erst für das nächste Jahr in Frage kommen.

Aus aller Welt.

Betrug bei der Preußischen ttlassenlollerie.

Wie dieVoss. Ztg." meltet, haben zwei bei ter Preußischen Generallotterie-Direktivn beschäf­tigte Beamte, die trotz strengen Verbots Lose ter Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie spielten . nach vierstündigem Verhör ein gestanden, wie sic hohe Gewinne auf ihre Lose erzielten. Danach ver abreteten ter Lotterieinspektor Boehm und de Lotterievbersekretär Scharnschein, von tenei ter eine das Ruinmernrad und ter andere dc>s Losrad bediente, daß ter am Losrad sitzende Beamte einen hohen Gewinn nicht verlesen, son­dern in die Tasche stecken solle. Als das g< lungen war, kamen sie überein, daß ter c»n Rummernrad sitzende Beamte am nächsten Spiet tage die Rümmer seines Loses als dritte Rumm verlesen sollte, woraus sein Partner den bare fallenden Gewinn ansagte. Bisher wurde ein fest gestellt, bei dem ten Beamten einGewim. von 100 000 Mark zugefallen war und ein zweiten Fall, bei dem sie 50 000 Markgewannen".

(Eine halbe Million unterschlagen.

Der beim Amtsgericht Berlin-Schöneberg an* gestellte Verwalter Paul Ruppold ist seit einigen Tagen spurlos verschwunden. DerMon­tagspost" zufolge soll er Mündelgelder in Höhe von einer halben Million veruntreut haben.

Großer Juwelenraub in Lüneburg.

3n der Rächt zum Sonntag wurde tre Lüne­burg in einem Juweliergeschäft ein schwerer Ein­bruch verübt. Die Täter erbeuteten dabei, soweit bisher festgestellt werden konnte, bares Geld und Goldwaren im Werte von 60 000 Mk. Die Poli­zei stellte fest, daß gegen 2 Ufjr nachts mehrere Personenkraftwagen in rasender Fahrt die Wil­helmsburg passierten. " hatten die Polizei­beamten ein Hindernis a a richtet, welches aber von dem Auto glatt über fahren wurde. Trotz abgegebener Warnungsschüsse setzte das Auto seine Fahrt fort. Es dürfte kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß es sich bei den Insassen des Autos um die Täter handelt.

Großer Platindiebslahl.

Wie dieSaarbrücker .Zeitung" aus Di Hin gen meldet, drangen in der Nacht zum Sonntag drei maskierte Manner in das Hauptlaboratorium der Dillinger Hütte ein, zwangen die dort beschäftigten drei Personen mit oorgehaltenen Revolvern zum Schweigen und raubten eine größere Menge des dort lagernden Platins im Werte von 45 000 Fran­ken. Die Täter sind unerkannt entkommen, obwohl die Polizei sofort die Verfolgung aufnahm.

Brand in einer Kohlengrube.

Auf der zu dem Gute Schornewicz gehörenden Braunkohlengrube Gupa brach am Sonntag in der 14. Stunde auf noch nicht aufgeklärte Art ein Brand aus und ergriff einen beträchtlichen Test der An­lage. Das Sägewerk, die Zimmerei und die Tisch­lerei mit vielen wertvollen Maschinen und großen Holzoorräten bildeten nach kurzer Zeit ein Flam­menmeer.

Den Stiefbruder erschossen.

Der 34 Jahre alte Sattler Paul Rosen­feld u-|b ter wenige Jahre jüngere Friedrich Schulz gerieten gestern nachmittag in ter väterlichen Wohnung in Berlin-Charlottenburg in Streit. Es entstand eine Schlägerei, in bereit Verlauf Rosenfeld seinen Stiefbruder so hart bedrängte, daß dieser zum Revolver griff und einen Schuß abgab. Ins Herz getroffen, brach Rosenfeld zusammen. Schulz lief sofort nach ter Tat zum nächsten Polizeirevier und meldete, daß er seinen Stiefbruder erschaffen habe. Er wurde in Haft genommen.

Schweres (Eisenbahnunglück bei Amsterdam. 6 Tote.

Bei dem Orte Caren, einem beliebten Aus­flugsort bet Amsterdamer Bevölkerung, stießen gestern nachmittag zwei Kteinbahnzüge mit gro­ßer Heftigkeit zusammen. Beite Züge, besonders der aus der Richtung Amsterdam, waren mit Ausflüglem stark besetzt. Sechs Personen wurden getötet, 15 schwer und ungefähr 30 leicht verletzt. Der Unfall ist wahrscheinlich darauf zurückzu­führen, daß die Strecke an ter Unfallstelle ein­gleisig ist und über sehr unübersichtliches Gelände führt.

Aus einen (Eisberg gestoßen.

Der auf dem Wege nach Bahia Bianca befind­liche DampferMammen" ist einem Lloyd-Tele­gramm zufolge auf dem 49. Breitengrad auf einen Eisberg gestoßen. Der Vorderteil des 8000 Tonnen großen Schiffes ist mit Wasser gefüllt. Das Schiff befindet sich zur Zeit mit sechs Knoten Geschwindig­keit auf dem Wege nach seinem Bestimmungsort. Eine unmittelbare Gefahr besteht, wie man glaubt, nicht.

Russisch-polnische Verständigung

Warschau, 6. August. (Wolf.) Wie der pol- nisck>e Gesandte in Moskau, Patek, einem Ver­treter derEpoka" mitteilte, ist die Begleichung der Folgen der Ermordung des Gesandten Woi - kofs so gut roie eine vollendete Tatsache. Eine Besprechung über diese Frage fand noch gestern zwischen Patek und dem Mitglied des Volks­kommissariats des Aeußern Stomonjaf off statt, der sich auf ter Durchreise nach einem aus­ländischen Bad in Warschau aushielt. Nach einigen Tagen verläßt Patek Warschau und kehrt nach Mos­kau zurück, um von dort aus eine Urlaubsreife tu den Kaukasus anzutreten. Nach Ablauf dieser Ur»

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vorgenommen. Es hatte sich eine Menschenmenge von 810 000 Personen angesammelt.

Ein neuer Prozetz gefordert.

Boston, 7. Aug. (Wolff.) Die Anwälte von Saccv und Vanzetti haben ein Gesuch um einen neuen Prozeß eingereicht mit der Be­gründung, daß die Verhandlungen im ersten Prozeß parteiisch gewesen seien und der Richter gegen die Angeklagten voreingenommen gewesen wäre. Außertem sei neues Deweismate- rial vorhanden. Den Gouverneur Fuller er­suchten die Anwälte, die Vollstreckung des Urteils hinauszuschieben, um die Ver­handlungen über den Antrag wegen eines neuen Prozesses zu ermöglichen.

Gutachten über den Fall Saeco und Vanzetti.

Boston, 7. Aug. (WB.) Der von Gouver­neur Fuller eingesetzte Ausschuß, der sozusagen in letzter Stunde ten Fall Sacco-Vanzetti nochmals überprüfen sollte, ist ebenso wie ter Gouverneur selbst in einer von ihm selbstständig geführten Paralleluntersuchung zum Resultat ge­kommen, daß zwar der Richter des Obersten Ge­richtshofs von Massachusetts Thayer während des Prozesses in Unterhaltungen mit außen­stehenden Personen nicht die erforderliche Zurück­haltung bewahrt habe, daß er aber in ter Füh­rung des Prozesses selbst sich ter strengsten Un­parteilichkeit befleißigt habe. Der Ausschuß hat diese Entscheidung im Laufe des Abends ver­öffentlicht. Der Ausschuß hat weiterhin festgestellt, daß der Prozeß in Dedham im Jahre 1920 in durchaus unparteiischer Weise geführt wurde, unb gibt der Meinung Ausdruck, daß alle Aussagen, auf die sich die verschiedenen Anträge zur Wie­deraufnahme des 03erfahrend stützen, nicht hin- reichen werden, um die Geschworenen zugunsten der Angeklagten zu beeinflussen, falls auf Grund einer Überprüfung des Belastungsmaterials eine Wiederaufnahme tes Verfahrens zugelassen wer­ten sollte. Der Ausschuß kommt zu dem Schluß, daß die 03emunft einen Zweifel an der Schuld Saccos und Vanzettis nicht zulasse.

Londoner Kundgebungen.

London, 7. Aug. (WTB.) Nach einer Kund­gebung auf dem Trafalgar-Square marschierte die Menge vor die amerikanische Botschaft, um dort eine Resolution, in der gegen die Hinrich­tung von S a c c o und Vanzetti protestiert wird, zu überreichen. Die ganze Front des Botschaftsge­bäudes war von einer Polizeikette bewacht. Neun Delegierte wurden in das Gebäude gelassen, fanden dort aber keinen Beamten vor. Die Menge bewegte sich bann nach dem Hyde-Park, wo weitere Kund­gebungen stattfanden.

Die Bewegung in Frankreich.

Paris, 8. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die De­monstration in Paris gegen die Hinrichtung Saccos und V a n z e 11 i s , über die die Blätter ausführlich berichten, ist außerordentlich eindrucks­voll verlaufen. Auch in verschiedenen anderen Städt- ten haben Kundgebungen stattgefunden. Zwischen­fälle werden nicht gemeldet. 3n derHumanite" kündigen die Gewerkschaften 'Dlosfauer Richtung für den Fall der Hinrichtung Saccos und Vanzettis die Fortsetzung des für heute angekündigten 24stündigen Generalstreikes in Form eines Boykotts sämtlicher amerikanischer Waren, Vor­stellungen, Darbietungen und die Einstellung der Beförderung von Angehörigen der amerikanischen Nation und amerikanischen Erzeugnisse an.

Die amerikanische Botschaft und die übrigen amerikanischen Dienststellen der amerikani­schen Regierung werden im Hinblick auf den Fall Saeco und Vanzetti scharf bewacht. Heute vor­mittag ist außer der Delegation des Internationalen Gewerkschaftskongresses auch eine Delegation der internationalen Noten Hilfe auf der amerikanischen Botschaft erschienen, um für die Begnadigung Sac­cos und Vanzettis einzutreten.

Ein katholischer Priester aus Pittsburg mit Namen Cox, der mit zweihundert Pilgern aus ßoartes hier einttas, hat gestern am Grabe des un­bekannten Soldaten in Gegenwart von Vertretern der französischen und amerikanischen Regierung, so­wie des Kommandeurs ter amerikanischen Legion eine Ansprache gehalten, in der er für Saeco und Vanzetti Gnade forderte. Er erklärte, ich bin beschämt, zu sehen, wie die ganze Welt vergeblich gegen dieses Urteil protestiert. Es besteht ein Z wei­fet a n d e r S ch u l d der Verurteilten. Warum läßt man diesen Zweifel den Verurteilten nicht zugute kommen. Der Geistliche appellierte an den unbekann­ten Soldaten, er solle sein Fürsprecher bei Gott sein, damit dieser Justizirrtum vermieden werde.

Der frühere Präsident der Republik, Loubet, hat einer Agenturmeldung zufolge, an den Gouver­neur Fuller einen dringenden Apell zugunsten von Sacco und Vanzetti gerichtet.

Polizeischutz für die Berliner amerikanische Botschaft

Berlin, 6. Aug. (TU.) Zur Vermeidung etwaiger Zwischenfälle haben seit gestern die Ge­bäude ter amerikanischen Botschaft und des Generalkonsulates verstärkten Po - l i z e i s ch u h erhalten. Die Maßnahme wurde getroffen mit Rücksicht auf den Beschluß der KPD., Betriebsdelegationen nach der amerikani­schen Botschaft zu senden, die gegen die Hin­richtung Saccos und Vanzettis protestieren sotten.

Einreise-Erlaubnis

für die Schwester Vanzettis.

Paris, 6. Qlug. (Wolff.) Wie demOZeto Vork Herold" aus Washington gemeldet wird, hat das Staatsdepartement Anweisung gegeben, der Schwester Vanzettis ein zeitweili­ges Einreise-Visum zu gewähren.

loubszeit sollen die durch den Warschauer Gcsandten- mord unterbrochenen russisch-polnischen Verhandlungen über einen Nichtan­griffspakt wieder ausgenommen werden.

Eröffnung der amerikanischen Friedensbrücke".

Buffalo, 7. August. (WB.) DieFrie- den s brücke", die die Stadt Buffalo mit dem la- nadischen Ort Fort Erie verbindet, wurde heute nach­mittag eröffnet. Der Kriegsminister und Staatssekretär Kellogg hielten Ansprachen. Letz­terer führte u. a. aus: Präsident EooIidge be« teure, an der Einweihung nicht selbst teilnehmen zu