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langk geradezu nach einer allgemeinen körper­lichen Durch- und Weiterbildung: somit muh fest­gestellt werden, daß Schießsport und Leibes­übungen sich gegenseitig ergänzen und fördern. Hierdurch aber wird es zur Aufgabe der be­stehenden Turn- und Sportvereine, den Klein­kalibersport als Ergänzungssport für ihre Mit­glieder aufzunehmen und für seine Verbreitung in allen Volkskreisen zu sorgen. Die -Zusammen­arbeit im Reichsausschuh für Leibesübungen weist direkt hierauf hin.

Diesem inneren Einheitsgedanken würde da­durch äußere Form verliehen, daß alle großen unpolitischen Sportorganisationen, die den Klein­kalibersport ausüben und im Deutschen Reichs­ausschuh für Leibesübungen vertreten waren, sich Ende des Jahres 1926 unter voller Wahrung der Selbständigkeit ihrer Verbände zu einer Deichsgemeinschaft für Kleinkaliberschiehspvrt" zusammenschlossen.

So sieht man, daß der Kleinkalibersport auf dem besten Wege zum Volkssport ist, und er wird es um so schneller werden, je eifriger die älteren und einsichtigeren Deutschen die Jugend heranziehen und ihr die Wichtigkeit dieses Spor­tes ins Herz graben. Hierin aber muß noch mehr geschehen!

Aus dem Arbeiter-Turn- und LpOrtbund.

Dezirksmannschaften, 3. Bezirk gegen 6. Bezirk.

£. Am kommenden Sonntag beginnen die Spiele der sechs Bezirlsmannschaften um die Kreisfe, 'itrneisterschast, die gelegentlich des Kreis­festes am 16., 17. und 18. Juli in Frankfurt a. M. endgültig zum Austrag kommt. Diese Spiele sind Ausscheidungsspiele: die sechs Mannschaften ermitteln in den Vorspielen am Sonntag die drer siegreichen Mannschaften, hiervon wird eine Mannschaft ausgelost, die mit der siegenden Mannschaft der Zwischenrunde das Endspiel aus­trägt.

Auf dem Aniversitäts-Sportplatz treten sich die Vezirksmannschaften des 3. und 6. Bezirks gegenüber. Die heimische 3.Bezirksmannschaft geht nicht ohne Aussicht 'in den Kamps, denn die Mannschaft ist aus den Vereinen Gießen. Heuchel­heim. Wehlar und Raunheim sehr sorgfältig zu­sammengestellt und hat im letzten Trainingsspiel gegen Wieseck J recht ansprechende Leistungen gezeigt. Eine besondere Stärke der Mannschaft .sind deren drei Schlußleute und der Heuchel­heimer Mittelläufer, die verstehen, Angriffe zu unterbinden und aufzubauen. Zeigt der Sturm die an ihm gewohnten besseren Leistungen als am vergangenen Sonntag, so sollte ihm eigentlich der Sieg zufallen, aber nur dann, wenn sich die Mannschaft zusammenfindet, und bei Beachtung des fairsten Spiels den entschlossenen Willen zum Siegen mitbringt. Ganz leicht wird dies nicht fein, denn der 6. Bezirk wartet mit einer Mannschaft auf, die aus den talentiertesten Spie­lern Friedbergs, Dorheims und Riederflorstadts zusammengestellt ist und sich ganz bestimmt nicht aller Chancen schon nach dem 1. Spiel be­geben will, zumal in den drei Vereinen ganz ausgezeichnete Spieler vorhanden sind, die, ge­schickt zusammengestellt, eine recht ernst zu neh­mende Mannschaft abgeben werden.

Kurhauslurnen in Nauheim.

2). Bad-Rauheim, 5. Juli. Ein turne­risches Ereignis, das weit über unsere Stadt hinaus Beachtung verdiente und auch sand, war das große S ch.a u - undWerbetu m en, das der Turnverein von 1 860 im Großen Hause des hiesigen Kurhauses am Sonntag veranstaltete. Turnerische Auslese im besten Sinne des Mortes konnte Gauoberturnwart W. W i ll (G ießen) in der für den Abend gewonnenen Musterriege dem vollbesetzten Hause vorstellen.

Zunächst sind hier vier der besten deutschen Geräteturner zu nennen, die vor Jahresfrist der Amerika-Riege der D. T. angehörten: W. Sinnwell (Bad-Rauheim), D. Sachs (Forst i. d. Lausitz), K. Kaufmann (Zella- Mehlis), I. Weingärtner (Pirmasens). Diesen Meistern standen aus unserem Heimat- kreis und Heimatgau würdig zur Seite: Gg. Höflich (Mainz-Kastel), Peter Kretz (Mainz-Kastel), Anton Ries (R i d d a), Karl Reuter (Tv. 1846 Gießen), R. Schwel­ger (Frankfurt a. M), Hermann Sinnwell (Hvrnberg i. B.), Ernst Winter (Frankfurt a. M.). Der bekannte Mittetrheiner Gg. Pfeiffer (Frankfurt a. M), auch einAme­rikafahrer", hatte infolge eines turnerischen Un­falles seine Zusage noch im letzten Augenblick zurückziehen muffen.

MBKJgErriruf'M.nag-aaawiiMrw i in iim hmi.hu hi.ju Von gelben Postkutschen und alten Landstraßen.

Wenn man heute durch die historische Ver­kehrsabteilung des Münchener Deutschen Mu­seums geht, wo die gelben Postkutschen in ihren gewölbten Achsen hängen, wird man doch ein wenig von dem Biedermeierli.chen, das in der deutschen Ratur liegt, überwältigt und wünscht sich die gute alte Zeit zurück, ihre Geruhsamkeit, Ehrlichkeit und Biedersinn. Man blickt in die Abteile der Postwagen, die annehmlich gepol­stert und recht komfortabel ausgestattet scheinen, und hat das Verlangen, einmal im Leben we­nigstens eine solche Postkutschentour zu erleben: genossen die Menschen von damals nicht die Schönheiten der Fahrt gelassener und tiefer, waren sie in dem Schlenderschritt der Postpferde, bei den Klängen des Posthorns nicht glucuicher als die modernen Mitropa-Reisenden?

Man möchte einem heutigen Zeitgenossen nicht gerade wünschen, mit den Rerven der Ge­genwart in die Zeit der Postkutsche hineingeboren zu sein. Zugegeben, daß man heute mit den Einrichtungen der Reichsbahn nicht immer ein­verstanden ist: aber man weiß genau, daß jeden Tag. die im Reichskursbuch angegebenen Züge vermehren in der langsamen alten Zeit wurde man oft tagelang an einem Ort festgehalten, um auf dienächste Gelegenheit" zu warten, und die Gelegenheit" war nicht immer häufig. Am die Mitte des 18. Jahrhunderts, also zu einer Zeit als sich der Reisekomfort schon jahrhundertelang ausgebildet hatte, verkehrte die Post von Dres­den nach Berlin nur alle vierzehn Tage, nur ein­mal in der Woche nach den sächsischen Städten: den stärksten Postverkckhr hatte Hattersheim zwi­schen Frankfurt a. M. und Mainz: dort wurden jährlich 7200 Pferche gezählt.

Was mit der Post reiset, muß eines Last­trägers Rücken und eines Fürsten Deutel haben", sagte man damals: denn das Reisen war nicht

An den Haubtgeräten, Barren, Pferd und Reck, zeigte die Gastriege, zu welcher Schönheit und Vollendung deutsches Turnen gebracht wer­den kann. Einzelne Turner oder einzelne Aebun- gen herauszunehmen, wäre eine Zurücksetzung der anderen. Es darf nur das eine gesagt werden, daß wir auf unsere Hessenturner Reuter und Ries besonders stolz sein dürfen, dem, sie standen als Gleichwertige in der Riege der Besten und zeigten sich in allen ihren Aebungen eben­bürtig ihren Turnbrüdern aus dem Reiche. Hal­tung und Bewegung, alles war voll Kraft und Anmut. Mit spielender Leichtigkeit schwang der Körper aus der Tiefe zum Handstand, kreiste um Längen- und Breitenachse.Turnen ist die Poesie des Leibes", das fühlte hier jeder. Zwi­schen den Darbietungen der Musterriege zeigten einige Abteilungen des Turnvereins 18 6 0 Bad-Rau heim unter Leitung des Turn­lehrers W. Sinnwell die Grundübungen, durch die der Körper zu den Höchstleistungen befähigt wird. Straffe, kraftvolle Körperschule der Sport­abteilung und anmutige Frei- und Hüpsübungcn der Mädchen, während Vollendung in der Be­wegungskunst (Rhythmik) von den Turnerinnen nach der Ballettmusik ausRosamunde" geboten wurde.

So zeigte der Abend, wie das deutsche Turnen jedem etwas bietet, wie es die Masse bildet und jeden einzelnen nach Fleisj und Ausdauer belohnt, Und wie öiejentgen, die mit ernstem Willen üben, eine Körperbeherrschung, Kraft und Ge­wandtheit erlangen können, vor der der' Angeübte staunend steht. Der Aberrd war ein voller Genuß für die zahlreich erschienene einheimische Bevölke­rung und die vielen Kurgäste aus aller Herren Länder sowohl, als auch für die aus der weiteren und näheren Amgebung anwesenden Turner, die weder den weiten Weg noch den Warfen Ge­witterregen gescheut hatten und zum Teil auf Lastautos, wie beispielsweise die L i ch e r und Riddaer Turner, herbeigeeilt waren. Was Gauoberturnwart W. W i l l wünschte, als er die von ihm geleitete Musterriege dem erwartungs­frohen Publikum vorstellte, hat sich voll und ganz erfüllt: der Abend wurde zu einer großen, ein­drucksvollen turnerischen und vaterländischen Kundgebung. Das Publikum war mit ganzer Seele bei der Sache und spendete immer wieder starken Beifall, der sich zu einer stürmischen Ovation steigerte, als der Vorsitzende des Tv. 1860, Kaufmann Philipp Weiß, im Schlußakte den mitwirkenden Gästen zur Erinnerung an den Abend ein gerahmtes Bild mit dem Wahr­zeichen Bad-Rauheims, dem Großen Sprudel, mit Dansesworten überreichte. And das Publi- fum dankte in spontaner Begeisterung den auf der Bühne angetretenen Mitwirkenden nochmals mit einem stürmischenGut-Heil"-Ruf.

Vom TurngQU Hessen (D.T.)

Schwimm-Wctikämpfe im Ganverband.

o Der 1. Gauverband im Mittelrhein­kreis, der die Gaue Hessen, Main, Frankfurt, Offenbach-Hanau und Kinzig umfaßt, hielt am Sonntag fein 4. V e r b a n d s s ch w i m m en gleichzeitig als Ausscheidungskampf für dasKreissest zu Darmstadt und dieMeisterschaften der Deutschen Lurnerschaf t in Reu-Isenburg, der hessischen Vorstadt von Frankfurt, ab. Der örtliche Turnverein 1861 hatte es verstanden, den Tag zu einem großzügigen Schwimm- und Werbefest auszugestalten, zumal die neue Sta- dionanlage der Stadt erstmals zur Verfügung stand. Am Tannenwald nahe des Dahnhoss ge­legen, hebt sich die mustergültige Schwimmanlage mit einer Deckenlänge von 70 Meter und einer Breite von 19 Meter heraus und ist mit einem 5 Meter hohen Sprungturm ausgerüstet. Unter der Leitung des GauverbandS-Schwimmwartes Ludwig Kraft (Offenbach) wickelten sich die vielgestaltigen Wettkämpfe flott und spannend ab, so daß sie ihre Werbekraft auf die große Zahl der Zuschauer nicht verfehlten.

Gauschwimmwart Franz Sauer (Gießen) führte die Schwimmabteilungen des Hessengaues, und die Kämpfe zeigten, daß die Hessenschwimmer den Wettbewerb mit den großen Brudervereinen in Frankfurt, Offenbach, Hanau u. a. nachgerade nicht mehr zu scheuen brauchen. So blieb beim Streckentauchen der Turnerinnen Jdel Hauck vom Tv. 1846 Gießen über 35 Meter mit 34% Sekunden erste Siegerin gegen die Meisterin Helmi Verheul von der Tgde. Eintracht Frank­furt, die % Sek. mehr brauchte. Im Mehrkampf der Turnerinnen (Mittelstufe) konnte Elfriede Münnich vom Tv. 1846 Gießen unter starker Beteiligung großer Vereine den ersten Platz belegen. Hanneli Weeg vom Tv. 1846 Gießen errang beim Hauptspringen der Turnerinnen (Oberstufe) den 3. Sieg im Wettbewerb mit der

billig und überaus unbequem. Die einzelnen Sta­tionen waren durchschnittlich zwei bis drei Mei­len von einander entfernt, man legte die Meile in l*/o bis 2 Stunden zurück, bezahlte sie mit sechs Groschen und hatte dafür das Recht, fünfzig Pfund Freigepäck mitzunehmen. Auf mehr als fünf Wegemeilen aber durfte man am Tage kaum rechnen. Wer es eiliger hatte oder sich nicht mit dem Volk der gewöhnlichen Post abgeben mochte, konnte sich Extrapost mieten, mußte aber dafür pro Pfund und Meile 6 bis 8, später 10 bis 15 Groschen zahlen. Der Komfort der Post­kutschen, der uns heute ganz annehmbar er­scheint, wenn wir sie im Museum sehen, erwies sich in der Praxis als dürftig und unzulänglich: die Reisenden waren gezwungen, sich in engstem ^iime, auf sehr schmalen Bänklsin einzurichten und auszuhalten. Roch um die Mitte des 18. Jahrhunderts berichteten die Zeitungen als von einem wesentlichen Fortschritt, daß die Wagen von Berlin nach Hamburg ein Verdeck haben sollten.

An die Reisenden aber drängte sich zu allen anderen Plagen auch noch das Volk der Wagen- meister, Stallknechte und Postillone, die alle Trinkgelder heischten und von denen der Reisende in hohem Maße abhängig war. 1772 schreibt ein Engländer:Die Unersättlichkeit, Anfreundlich­keit und Grobheit der Postbedienten sind für einen Reisenden unerträgliche Plackereien", und ärgert sich über das schlechte Betragen der Post­meister zwischen Darmstadt und Frankfurt, die ihm mehr Pferde aufnötigten als ec braucht und ihm dadurch große und unnötige Kosten ver­ursachen". So war das Reisen kein Vergnügen' Jung-Stilling schreibt, als er einmal ein nahes Dorf besucht:Dies Dorf liegt ganze neun Stun­den von Tiefenbach ab. Vielleicht war seit hun­dert Jahren niemand aus der Stillingschen Familie so weit fort gewandert und so lange abwesend gewesen." Man kann sich vorstellen, in welcher Verlassenheit manche Orte abseits der Poststraßen schlummern mochten

Meisterspringerin Helmi V e r h e u l von der Tgde. Eintracht Frankfurt, die auf dem ersten Platz blieb. Bei der 4xl00-Meter-Bruststaffel der Tur­ner (Oberstufe) blieb der Tv. Wetzlar mit einem Armzug hinter dem 1. Sieger, Tv. Offen­bach, zurück, der die Strecke in 6,221/5 Minuten zurücklegte. Den ersten Sieg im Streckentauchen der Turner (Oberftufe) üb ex 45 Meter erkämpfte Wilhelm Schäfer von der Tgde. Friedberg in 37% Sek., an 2. Stelle folgte'Kurt Gerth, Tv. Bad-Rauheim, an 3. Stelle Walter Borst, Tv. 1846 Gießen.

In der Mittelstufe errangen im 100-Meter- Brustschwimmen 1. Sieg Emil Hübner, Tv. Wetz­lar, 1,34 Min.: 3. Sieg Walter Heppert, Tv. Wetzlar, 1,37 Min.: 4. Friedrich Fölsch, Tv. Wetz­lar, 1,37% Min.: 6. Kurt Gerth, Tv. Bad-Rau- heim, 1,39% Min. Im 100-Meter-RückensÄwim- men 1. Sieg Ehr. Ziegler, Tv. 1846 Gießen. 1,36 Min. Im 100-Meter-Beliebigschwiminen 2. Sieg Friedrich Fölsch, Tv. Wetzlar, 1,20 Min.

In der Jugendstuse im 50-Meter-Brust- Ichwimmen 1. Sieg Walter Borst, Tv. 1846 Gießen, 41 Sek.; 2. Ernst Keßler. Tv. 1846 Gießen, 42 Sek. Turnerinnen 2. Sieg Emmi Münnich, Tv. 1846 Gießen, 50% Sek., 3. Elly Zipp. Tv. 1846 Gießen 50% Sek. Turner 50 Meter-Beliebigschwimmen 4. Sieg Kurt Hoxeyseck, Tv. 1846 Gießen, 36% Sek. Staffeln: 4x50-Meter-Bruststaffel 1. Sieg Tv. 1846 Gießen, 2,52%-, Min. (Turner K,eßler, Jüngst, Gerhardt, Borst): 4x50-Meter-Lagen- staffel, 1. Sieg T v. 1 84 6 Gieße n, 2,39% Min. (Turner Borst, Gerhardt, Hasenkrug, Ho- reyseck): 4x50-Meter-Lagenstassel 1. Sieg Tv. 1846 Gießen, 3.21% Min. (Turnerinnen). Leichtathletik der Sp.-Ag. 1900. Eldracher 1900 ouf den westdeutschen Meisterschaften erfolgreich.

ö. Zu den am vorigen Samstag und Sonntag stattgehabten Athletikmeisterschaften des W. S. D. im Kölner Stadion hatte die Spielvereinigung 1900 ihren erstklassigen Sprinter Eldracher entsandt. Er traf dort auf die gesamte Kurzstreckenelite des W. S. D., mit Ausnahme von Schüller und Hou ben, und löste feine schwierige Ausgabe ganz glän­zend: feine hervorragenden Rennen finden die volle Anerkennung der westdeutschen Sportpresse. Hat er erst noch mehr Kampferfahrung gesam­melt, so wird er bestimmt unter den ersten deutschen Kurzstrecklern zu Haben sein, lieber 100 Meter, wie über 200 Meter qualifizierte er sich aus seinen Vor- und Zwischenläufen über­legen in die jeweilige Entscheidung. Im 100- Meter-Enolauf blieb Eldracher knapp geschlagen von bem in 11,0 siegenden Dreib - hulz (Schwarz-Weiß, Essen), dem vorjährigen Zweiten der deutschen Meisterschaft, und dem kleinen Duisburger Otto, während er den guten Kölner Molle u. o. glatt abfertigen konnte. Die Zeiten sind von Gegenwind ungünstig be­einflußt. Im 200-Meter-Endlauf hatte Eldracher das Pech, von sechs Dahnen die Außenbahn zu losen: ein sehr schlechter Start tat das übrige, so daß er sich mit einem ehren­vollen 3. Platz in 22,6 Sek. hinter Otto (Duis­burg 99) in 22,4 und dem alten Kämpen M o st (Schwarz-Weiß, Essen) in 22,5 Sek. weit vor dem übrigen Feld ^ufriebengeben mußte. Er kann mit seinem schöiren AosHneiden vollauf zufrieden sein.

Leichtathletische Goumeisterschaften in wehlar.

Don den Gaumeisterschaften im Wetzlarer Stadion kamen die 1900er mit vier ersten, fünf zweiten und zwei dritten Plätzen nach Hause, die sie ohne ihren Besten, Gl - bracher, erkämpft hatten. Mit seiner Air­wesenheit hätte die Spielvereinigung die ersten Plätze in 100 Meter, 4xl00-Meter-Staffel und Olympische Staffel für sich gehabt, die so an den V. f. L. Wetzlar fielen, lieber 100 Meter mußte sich Geist (1900) durch einen schlechten Start mit einem zweiten Platz in 11,6 hinter Scheurer (V. s. L. Wetzlar) in 11,5 abfinben. Die 1500 Meter wurden ein? leichte Deute von Peters (1900), der sie überlegen vor Dietz (Sportverein Wetzlar) gewann. Die 4xl00-Meter- Stasfel verloren die 1900er auf Außenbahn mit 2 Meter gegen den V. f.L. Wetzlar in 46,3: El- brachers Fehlen gab hier den Ausschlag. In der Olympischen Staffel kam es zu einem wun- berbaren Kampf über 400 Meter zwischen dem 400-Meter-Meister Fischer (V. f. L. Wetzlar) und dem 1900er Becker. Fischer versuchte die 2 Meter Vorsprung Deckers gutzumachen. der jedoch alle Angriffe sicher abwies und schließ­lich seinen Vorsprung noch etwas vergrößerte. Scheu rer entschied bann jedoch die Staffel für den V. f. L. Wetzlar, der mit 2 Meter vor 1900

Freilich, diese Zeit, da man selten und meist nur kleine Strecken zu reifen pflegte, hatte auch große Aeberraschungen für die Passagiere bereit. Kamen sie aus dem flachen Rorddeutschland nach dem deutschen Mittelgebirge, bas den mo­dernen Reisenden nicht mehr recht als Ge­birge erscheinen will, hatten sie die stärksten und oft erschütterndsten Eindrücke. So erschrickt die QHarigräHn Wilhelmine von Bayreuth über die fürchterlichen Abgründe zwischen Gera und Zeih", und als Ehr. Felix Weiße sich nach Karls­bad begibt, kann er sich in dem Erstaunen über bie Berggegenden,worin noch keins gekom­men war", nicht genug tun. Er war darauf nicht gefaßt und hatte bei feinem Wagen, den er sich bauen ließ, den Hemmschuh vergessen. Ms sich unterwegs die Rotwendigkeit heraus stellt, dieses Gerät zu besorgen, erörtert er sehr ausführlich Art und Anwendung des Apparates.

Anders war es aus den Schiffen. Wer etwa bie Donau entlang fuhr, konnte mit einem gewissen Komfort rechnen, die Flüsse wurden amaLs überhaupt als Verkehrsstraßen ganz an­ders ausgenuht als heute, und die Donau galt als der selbstverständliche Weg für alle, die aus dem südlichen Deutschland nach Wien fuh­ren. Am nettesten war es natürlich, auf seinem eigenen Schiffe zu reifen, bas man, etwa in Regensburg oder Alm, kaufte und in Wien wie­der verkaufen mochte, was allerdings nur mit großem Verlust geschehen konnte, denn das Schiffsmaterial diente in Wien als Brennholz, da die Stcrpelrechte zu hoch waren, als daß bie Rückfahrt noch gelohnt hätte, ilnb so sehr alle Reisenben über die Postkutschen zu klagen haben, so begeistert zeigen sich alle über die Reize dieser Flußfahrt.Die kleinen Schiffchen," schreibt eine Reisende,bieten alle Dequemlichkeiten eines Palastes, wie Wohnzimmer, Kammer und Küchen."

In diesen Tagen, da wiederum ganz D-utsch- larrd nach der See ober den waldigen Bergen aufbricht, muß es auffallen, daß das Reisen im

durch das Ziel ging. Einen Doppelerfolg konwke Seipp buchen. Er gewann den Weitsprung mit genau 6 Meter glatt vor S ch e u r e r, das Diskus­werfen mit einem Wurf von 32 Meter vor Schneider (V. f. D. Gießen). Im Kugelstoßen dominierten die 1900er, überlegen kamen sie auf bie drei ersten Plätze: L an glotz mit 10,72 vor S e i p p mit 10,35 Meter und Birken- st o ck mit 9,85 Meter. Im Speerwerfen brachte es Langloh zu einem zweiten Platz hinter Koch (V. f. L. Wetzlar) mit 42,35 Meter. 3m Kugelstoßen für alte Herren kam Spengler (1900) mit 8,30 Meter auf den dritten Platz.

H. f. D.

Bei den vor kurzem in Münsingen statt- gchabten Heeresmeisterschafren der 5, Division konnte das V. f. B.-M'.tglied Arndt vom hie­sigen Reichswehrbataillon im Diskuswer- f c n bei denkbar ungünstiger Witterung mit 34,03 . Meter den ersten Platz belegen. Daß 2lrn d t ein gutveranlagter Werfer -ist, hat er schon öfter unter günstigeren Vorbedingungen durch 27 Meterwürfe bewiesen.

.üeMche KampsipielL.

Rachdem der V. f. L. Hessen-Preußen-Kassel feine für dieses Jahres geplanten Wettkämpfe sinanzieller Schwierigkeiten wegen hat absagen müssen, bleibt als einzige diesjährige größere Veranstaltung die am Sonntag in Kassel auf dem Sportplatz an der Frankfurter Straße ftatb- findenden und vom Sportverein Kurhessen Kassel zur Veranstaltung kommenden Hessischen Kampf' spiele bestehen. Der Verein hat unter großen Opfern ein Programm zusammengestellt, bas sich auf Grunb der erstklassigen Teilnehmer sehen las­sen lärm. Am Start befindet sich die Elite der deutfchen Werfer, wie Hofmeister -Hannover, Hänchen-Berlin, Schröder-Dortmund und P a u l u s-W etz 1 ar. Man hat hier vielleicht mit einer inoffiziellen deutschen Meisterschaft in den Wurfkonkurrenzen zu rechnen. Unter den wei­teren Teilnehmern sind noch zu nennen der Ber­liner Hochspringer Skoezinsky, der Stab­hochspringer Möbius-Halle und die Kurz­streckenläufer Dr. Wichmann- Frankfurt und P l o ch - Hannover. An maßgebenden Vereinen haben ihre, Meldungen abgegeben: Eintracht Frankfurt, Eintracht Braunschweig, Hannover 96, Deutscher Hockeyklub Hannover, Sportklub Han­nover, Polizei-Sportverein Berlin und Schwarz- Weiß Essen.

Neuer deutscher SchwLmmrekord

Bei einem am Dienstag unternommenen Re­kordversuch im 400-Meter-Brustschwimmen gelang es Frl. Hilde Schrader vom 1. Magdeburger Damen-Schwimmklub, den deutschen Rekord über diese Strecke von 7:17 auf 7:02,5 zu verbessern.

Oberhellen.

Rosen chou in Steinfurth.

ß. Steinfurth, 8. Juli. Am nächsten Sonntag, den 10., und Montag, 11. Juli, ver­anstaltet der Gärtnerverein Steinfurth eine große Schnittrosenschau, auf die schon hingewiesen wurde. Man rechnet mit einem starken Besuche der Schau, zumal der Gärtner­verein die größten Vorbereitungen für das ge­lingen einer gediegenen Ausstellung getroffen hat. Die Besucher haben die seltene Gelegen­heit, eine überaus große Fülle von Rosen in den verschiedensten Farben und Arten zu sehen, und auf den ausgedehnten Rosenfel - dem Steinfurths Wuchs und Anbau der Rofenpflanzen kennen zu lernen. Die Betriebs­leitung der ButzbachLicher-Eisenbahn hat eine Anzahl Sonderzüge eingelegt. Räheres im heu­tigen Anzeigenteil.

Landkreis Gießen.

t. Aus dem Busecker Tal, 7. Juli. Die Heuernte ist in unserem Tal so weit be­endet. großen und ganzen haben wir eine gute Mn tte lernte zu verzeichnen. Anfangs waren die Aussichten nicht besonders, aber in den. letzten 14 Tagen hat sich das Untergrab noch gut herausgemacht. Ein Teil deS Futters ist allerdings beregnet in bie Scheune getommep, doch hat es an Güte nicht viel verloren. In ben letzten Tagen hat bas sonnige Wetter noch ein schnelles und gutes Einbringen ermöglicht. Der Klee steht üppig, so baß manche Landwirte ihn nur zum Teil als Grünfutter benötigen und dadurch gezwungen sind, den anderen Teil zu Klee Heu zu machen.

4 Lang-Göns, 7. Juli. Am 17. b. TL soll hier der löürgermeifterpoften durch Neu- BWKuf iwinnijLtaEMKWiryganarocaainmrTi im.........

18. Jahrhundert immer mehr eine Zweck- als eine Erholungsreise geblieben ist. Es gab natür­lich mondäne Bäder, aber deren Besuch galt ihren Heilquellen und Sprudeln: es geschah erst im Jahre 1796, baß Samuel Gottlieb von Vogel zuerst auf bie Benutzung der Seebäder zu Heil­zwecken hin wies, unb erst allmählich würbe, was man lange verabsäumt hatte, auch das Baden im Freien wieder ausgenommen: habet machten bann bie Menschen ihre neuen seelischen Er­fahrungen. Damals, also zur Zeit der beginnen­den Romantik, begann das Landschaftsempfin- ben auf das physische unb psychische Leben des Menschen überzugreif en: ein neues Raturgefühl entsteht: das romantische. Damals begann der Rhein mit seinen Bergen unb Burgen, mit seinen Klippen im Strom unb der Loreley auf dem Felsen sich den Menschen zu enthüllen als romantische Lanbschast. Der alte Zelter, Goethes Freund, sucht wieder das kleine Dauern- häuschen am Schwielowsee (Mark) auf. darin er seine Kindheit erlebt hat. und berichtet an Goethe nicht ohne einiges Erstaunen über sich selbst, daß er jetzt die Havellandschaft zu wür­digen anfange. Wilhelm von Humboldt erlebt anno 1790 die märkische Landschaft bei Tegel, Schleiermacher findet einige Jahre darauf den Reiz der Potsdamer Amgebung, Schinkel ent- deckt 1821 die Insel Rügen. And in dieser Zeit bildet sich auch ein Begriff, her bis dahin als solcher unbekannt war: Waldeinsamkeit, der aus Tiecks MärchenDer blonde Egbert" stammt. So wird bie Landschaft aus einem Feinde, ben man möglichst schnell zu durcheilen unb zu über­winden suchte ein tiefer Freund, der bem Men­schen tröstlich zuspricht: auch bie Landstraße verliert langsam ihre Schrecken, denn sie führt in romantische Fernen, unb derTaugenichts" Eichenborfjs und seine fahrenden Gesellen kennen nichts Schöneres, als ziellos die Weite der Wälder unb Täler zu durchwandern. A.