DerFrosch mit derMaske
Roman von Edgar Wallace.
33 Fortlegung. Nachdruck verboten.
Der Beamte grinste. „So ein gutes Gedächtnis habe ich nicht", sagte er.
„Da sympathisiere ich ganz mit Ihnen", sagte Elk. „Aber wenn Sie versuchen würden, sich daran zu erinnern, könnten Sie vielleicht doch einige wichtige Auslagen machen. Gesichter sind doch schließlich keine Jahreszahlen.
Der Diener blätterte in seinem Buche.
„Stimmt, an dem Tage hatte ich Dienst. Aber wir bekommen so viel Gepäck herein, daß es mir unmöglich ist, mich an eine bestimmte Person zu erinnern. Ich weiß nur eines, daß ich mich erinnern würde, wenn diese Person etwas Merkwürdiges an sich gehabt hätte."
„So. Sie glauben also, daß der, der das abgegeben hat, ganz gewöhnlich allssah? — War es vielleicht ein Amerikaner?"
Der Diener dachte wieder nach. „Nein, das glaube ich nicht", sagte er. „Wir haben schon seit Wochen keine Amerikaner hier gehabt."
Elk trug die Handtasche in das Amt des Bahn- Hofpolizeiinspektors und öffnete sie mit Hilfe seines Dietrichs.
Der Inhalt war ungewöhnlich. Ein kompletter Anzug, Hemd, Kragen und Krawatte. Ein funkelnagelneues Rasierzeug. Eine kleine Flasche Annatto (Ein Färbemittel, das gewöhnlich von Milchmännern gebraucht wird.) Ein Paß auf den Namen „John Henry Smith" lautend, aber ohne Photographie, eine Browning-Pistole mit gefülltem Magazin, ein Kuvert mit fünftausend Frank und fünf Einhundert-Dollar-Scheinen. Die Kleider trugen keine Marken, der Browning war belgisches Fabrikat, und der Paß mochte falsch sein, aber zumindest das Formular, auf dem er ausgestellt war, war zweifellos echt. Eine spätere Nachfrage beim Auswärtigen Amt ergab, daß er nicht amtlich ausgestellt war. Elk schaute die Gegenstände, die auf dem Schreibtisch des Inspektors in langer Reihe ausgebreitet waren.
„Das ist die wunderschönste Reiseausstattung, die ich je gesehen habe", meinte der Bohnhofsin- spektor.
„Die schönste Ausstattung, um durchzubrenncn.
Das ist auch meine Meinung", sagte Elk. „Und wissen Sie — ich möchte wetten, daß eine gleiche
Handtasche auf jeder Endstation von London zu finden ist. Ich werde die Sachen auf die Polizeidirektion bringen. Vielleicht wird der Mann zu Ihnen kommen, um nach der Tasche zu fragen, aber ich halte das für höchst unwahrscheinlich."
Elk trat aus dem Bureau des Inspektors.
Einer der Nordexpreßzüge war gerade mit zweistündiger Verspätung eingetroffen. Elk stand zerstreut und müßig da und beobachtete den Strom Der Reisenden, der sich vor den Schranken staute.
Und da er eine Weile so gestanden war, bemerkte er ein bekanntes Gesicht. Da er aber so völlig in andere Gedanken versponnen war, erkannte er den Betreffenden erst, als dieser schon den Ausgang erreicht hatte.
Es war John Bennett. Elk schlenderte durch die Schranken zu dem Stationsbeamten.
„Woher kommt der Zug?"
„Aus Aberdeen, Herr."
„Letzter Aufenthalt?" fragte Elk.
„Letzter Aufenthalt in Doncaster", antwortete der Beamte.
Während sie sprachen, sah Elk zu feinem Erstaunen Bennett zurückkehren. Er arbeitete sich eilig durch den entgegendrängenden Strom der Reisenden durcy, die eben die Schranken passiert hatten. Augenscheinlich hatte er etwas vergessen.
Als Bennett wieder erschien, trug er den gewohnten schweren, braunen Kasten, und Elk erkannte die Filmkamera, das Steckenpferd des seltsamen Mannes, durch das er seinen Verdienst zu erwerben suchte. „Sonderbarer Kauz!" sagte Elk zu sich selber, rief einen Wagen an und brachte seinen Fund in die Polizeidirektion. Er schickte nach zweien seiner besten Leute.
„Die Aufbewahrungsräume jedes Bahnhofs in London sollen nach Handgepäck von dieser Art untersucht werden", sagte er, indem er die Tasche vorwies. „Alle Stücke sind wahrscheinlich schon wochenlang eingelagert. Stellen Sie die gewöhnlichen Fragen nach dem Manne, der die Sachen hinterlegt hat und, um ganz sicher zu gehen, öffnen Sie auf der Stelle jede der Taschen. Wenn Sie ein vollständiges Rasierzeug, einen Paß und Geld vorfinden, so bringen Sie sie nach Scotland Pard."
Dick anerkannte bewundernd die Organisation, als Elk ihm seinen Fund vorwies.
„Er hat dafür gesorgt, sich zu jeder Tages- und Nachtzeit in Sicherheit bringen zu können", sagte Elk. „Bei jeder Endstation hätte er Geld, andere Kleider, den nötigen Paß, um ins Ausland zu fahren, Annatto, um Gesicht und Hände zu färben, gefunden, und mußte nur seine eigene Photographie
mithaben. — Uebrigens, wisien Sie, daß ich John Bennett getroffen habe?"
„Wo? Auf dem Bahnhof?" fragte Dick.
Elk nickte. „Er kam aus dem Norden aus einer der fünf Städte, — Aberdeen, Arbroarth, Edinburgh, Park oder Doncaster. Er hat mich nicht gesehen, und ich habe mich auch nicht vorgedrängt. — Geben Sie mir Antwort, Herr Hauptmann, — was halten Sie von dem Manne?"
Dick antwortete nicht.
„Ist er vielleicht Ihr Frosch?" forderte ihn Elk heraus.
Aber Dick Gordon lächelte nur. „Sie können sich eine Menge von Arbeit ersparen, wenn sie sich den Gedanken aus dem Kopfe schlagen wollten, daß ein Kreuzverhör mit mir irgendein Resultat für Sie zeitigen könnte."
„Das weiß ich ohnehin", murrte Elk., „Dieser John Bennett ist mir ein Rätsel. Wenn er wirklich der Frosch ist, so hat er doch gestern abend nicht in Johnsons Wohnzimmer anwesend sein können."
„Außer, falls er mit einem Motorrad nach Doncaster gefahren märe, um sich ein Alibi zu verschaffen", sagte Dick lächelnd, und nach einer Pause fuhr er fort: ,Hch bin wirklich neugierig, ob die Polizei von Doncaster unsere Direktion aufrufen wird oder ob sie sich auf ihr eigenes Nachrichtendeparie- meni verläßt?"
. „Nachrichten? Worüber denn?" fragte Elk überrascht.
„Mabberley Hall, das außerhalb Doncaster liegt, wurde gestern von Einbrechern ausgeraubt," sagte Dick, „und Lady Fitz Hermans Brillanientiara wurde gestohlen. Das unterstützt Ihre Theorie wohl so ziemlich, Elk, was?"
Elk antwortete nicht. Aber er wünschte inbrünstig, irgendeine Entschuldigung erfinden zu können, um John Bennetts Handtasche ein einziges Mal zu durchsuchen.
XXIII.
Eine Begegnung.
Herons Klub, der auf Befehl der Polizei zeitweilig geschlossen gewesen war, durfte nun wieder seine Pforten öffnen.
Ray nahm seinen Lunch fast immer bei Heron ein, wenn er die Mahlzeit nicht mit Lola teilte, die eine glänzendere Atmosphäre oorzog, als der Klub sie zu Mittag bot. Als er ankam, waren nur einige Tische besetzt. Die Erinnerung an die Polizeiunter- suchung war noch immer wach in den Gemütern, und die vorsichtigeren Kunden hatten noch nicht gewagt, zurückzukeyren. Es war allgemein bekannt ge
worden, daß Hagn, der Direktor, feit der Nacht der Aushebung nicht wieder gesehen worden war. Unbestätigte Gerüchte über seine Verhaftung liefen um. Ray war nicht gewohnt, seine Post nach Herons Klub adressiert zu erhalten, und daher war er überrascht, als der Kellner, der seine Bestellung übernahm, ihm zwei Briefe, einen vielfach gesiegelten und sehr schweren, und einen anderen, kleineren übergab. Ray öffnete den großen Umschlag zuerst und wollte den Inhalt herausziehen, als er gewahr wurde, daß das Kuvert nichts anderes als Geld enthalte. Er wollte die Noten selbst vor einem spärlichen Publikum nicht dem Umschlag entnehmen und stellte nur zu seiner Freude di^hohe Anzahl und Gattung der Scheine fest. Es lag keine schriftliche Mitteilung dabei.
Aber da war ja noch der andere Brief.
Ray riß ihn auf. Das Schreiben trug weder Anrede noch Datum, und fein Inhalt lautete in Maschinenschrift, wie folgt:
„Am Freitagvormittag werden Sie die Kleidung anziehen, die man Ihnen zustellen wird, und sich zu Fuß auf der Landstraße nach Nottingham begeben. Sie werden tan Warnen Jim Carter annehmen, Legitimationspapiere auf diesen Namen lautend, werden in den Taschen des Nockes zu finden fein, der Ihnen morgen durch einen besonderen Boten überbracht wird. Don nun an dürfen Sie sich nicht mehr rasieren. Sie dürfen nicht in der Oeffentlichkeit erscheinen. Besuche machen ober solche empfangen. Ihr Geschäft in Nottingham wird Ihnen mitgeteilt werden. Vergessen Sie nicht, daß Sie zu Fuß reisen müssen und in Unterkunftshäusern — gelegentlich auch in Schlafstellen der Heilsarmee — nächtigen werden, wie sie Vagabunden mit Vorliebe besuchen. In Barnett, auf der großen Nordstraße, in der Nähe des neunten Meilensteines, werden Sie jemanden antreffen, den Sie kennen und der auf der übrigen Reise Ihr Begleiter fein wird. In Nottingham werden Sie weitere Befehle erhalten. Man wird wahrscheinlich Ihrer gar nicht bedürfen und die Arbeit, die Sie zu leisten haben, wird Sie in keiner Weise bloßstellen. Vergessen Sie nicht, daß Ihr Name (Tarter ist. Vergeßen Sie nicht, daß Sie sich nicht rasieren dürfen. Vergessen Sie nicht den neunten Meilenstein und den Freitagmorgen. Wenn Sie sich diese Tatsachen Ihrem Gedächtnis eingeprägt haben, so nehmen Sie diesen Brief und den Umschlag, der das Geld enthält, und verbrennen Sie alles im Kamin des Klubs. Ich werde Sie dabei beobachten."
(Fortseß'mq folgt.)
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