.Lolchen Glauben fjabe ich in Israel noch nicht gefunDen“ zugrunde legte. Prof. CSenier begrüßte dann alle Erschienenen herzlich, besonders die Redner des Tages, ferner den Superintendenten für Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, und die Vertreter der theologischen Fakultät der hiesigen Universität. Superintendent Zentgraf war infolge Krankheit am Erscheinen verhindert. Die hessische Missionskonferenz blickt in diesem Jahr auf ihr 25jähriges Bestehen zurück. Im letzten Jahre Der lot sie zwei ihrer tüchtigsten Mitarbeiter, Pfarrer Wilhelm Röm Held (Rie° der-Ramstadt) und Pfarrer E. S c r i b a (Wetter- selb). Die Versammlung ehrte das Gedächtnis der beiden Entschlafenen. Wer tieferen Einblick in die Missionsarbeit gewinnen will, dem stehen die Schriften Römhelds zur Verfügung: „Lebensbilder aus der äußeren und inneren Mission" und „Die Sache der Heidenmifsion in Hessen". Der nun folgende Ja h r esber i cht des Schriftführers, Pfarrer K ö d d i n g (Eberstadt b. Lich), wurde genehmigt. Der Vorsitzende gab ergänzenD noch Mitteilung darüber, daß im letzten Jahr einige junge Leute an der Missionskonferenz in Halle teilgenommen haben. Ferner wurden zwei Sendboten in die Heidenwelt entsandt, einer nach Kamerun und einer nach China. Der Bericht des Rechners fand ebenfalls Genehmigung, er schließt in Einnahme hüt rund 1250 Mark und in Ausgabe mit rund 800 Mark, so daß an Darvermogen 450 Mark vorhanden sind.
Der nun folgende Vortrag von Llniversitäts- Professor D. Richter (Berlin) über: „Die Aufgaben der protestantischen Mission bei Anbruch der neuen Zeit in der nichtchristlichen Welt" fand aufmerksame Zuhörer. Der Redner zeigte, wie die Menschheitsentwicklung der letzten Jahre auch Einzug im Heidenland hält. Groß sind die Aufgaben und schwer die Probleme, die ihrer Erledigung harren. Das Rassenproblem, das Rationalitätenproblem, das Erziehungsproblem und das Rationalkirchen- problem sind schwierige Aufgaben, die unbedingt von der Missiotz gelöst werden müssen. Der Vorsitzende dankte unter dem Beifall der Zuhörer dem Redner für den hochinteressanten Vortrag. An der folgenden Aussprache beteiligten sich Llni- versitäts-Professor D. Dr. Frick (Gießen), Missionar Laut, Missionar Groh (Langd) und Dekan Guhmann (Lollar).
Rach gemeinschaftlichem Mittagessen fand eine Vorstands- und Helfersihung statt. An Stelle des verstorbenen Pfarrers S c r i b a wurde Pfarrer l).Jäger (Leihgestern) in den Vorstand gewählt und später durch die Generalversamm- lung bestätigt. Der Jahresbetrag beträgt 2Mk.
In der Rachmittagssihung hielt Pfarrer Dr. Vömel (Bergebersbach) einen Vortrag über: „Das Werden der Kirche Jesu Christi in China". Im Jahre 1814 wurde in China der erste evangelische Christ getauft, 1864 betrug die Zahl 100, im Jahre 1907 waren es schon 175 000 und hvute ist die halbe Million faist «erreicht. Die Chinesen sind in die Konferenzen einaezogen. Der Aufbau der chinesischen Rationaliirche ist im Werden. Die Südchinesen sind die Bahnbrecher für die Kirche der Freiheit. Entscheidende Beschlüsse müssen aus gemeinsamen Beratungen hervorgehen, bald vielleicht sogar unter bexn Vorsitze eines Chinesen. Die Schulleitungen liegen in den Händen der Chinesen. Von vielen Chinesen werden die Missionare ob- gelehnt, aber auch viele wünschen, daß die Missionare bleiben sollen. Rur noch mit bester Vorbildung ausgerüstete Leute können als Missionare entsandt werden. In der folgenden Aussprache wurden von Missionar L a u k noch einige Ausführungen gemacht. Professor Werner sprach den Dank der Versammlung für die sehr bedeutsamen Mitteilungen aus.
Zum Schluß berichtete noch cand meb. Geißler (Watzenborn-Steinberg) über dir Missionskonferenz in Halle, an der er im Auftrage den hessischen Missionskonferenz tetlgencmmen hatte. Rach einem Choralgesang sprach Pfarrer Heß (Darmstadt) das Schlußgebet und den Segen. Damit hatte die sehr arbeitsreich? Generalversammlung ihr Ende erreicht.
650-Iahrseier der Stadl Alzey.
WER. Alzey, 4. Juli. Am.2. und3. Juli feierte die Stadt Alzey das Fest ihres 6 5 0- jährigenBestehens. Am Samstag fand ein Festkommers statt, an den sich am Sonntag der Festakt schloß, zu dem Vertreter der hessischen Regierung, der Provinzialdireition, der Kreise, HII1H tyrill—I IWIIHI IWIFII- ’IIMklMWHWMBeg
24. Fortsetzung
Nachdruck verboten
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ca. 275 qm groß, für Zigarren sabrikation geeign.» perl. Okwb. zu vermieten.
Schr. Ang. u. 04973 an den Gieß. Anz.
in älterer, graubärtiger Herr st hinaus — das Auto fuhr da-
igfn^errn?"
Ana ^h, glaubte Ich, es sei der an der Herr auf die Straße
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Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München.
„Sehr richtig. Und das erklärt mir alles. Diese Leute sind mit einem sehr seltenen narkotischen Gift betäubt worden, das sichin Indien und Tibet findet. Ich habe erst vor wenigen Tagen eine Beschreibung davon in einer englischen medizinischen Zeitschrift gelesen."
„Ist es gefährlich?"
„Nicht im geringsten bei einem einzelnen Mal. Aber die Betäubung kann mehrere Stunden andauern, wenn man nicht das einzige Mittel anwendet, das ein Erwachen bewirken kann."
„Was ist das für ein Mittel?" fragte Krag.
„Schleckt und recht Koffein. Das ist ein Mittel, das wir Aerzte auf solchen Expeditionen immer bei uns zu haben pflegen."
Der Arzt öffnete ein kleines Lederfutteral und begann, mit Fläschchen und Lanzetten zu hantieren.
Während er damit beschäftigt war, klopfte es an die Tür, und ein Konstanter trat ein.
Er hatte eine Meldung zu erstatten. Dieser Konstabler war ein vollkommen neuer Mann in der Angelegenheit: aber der Umstand, daß er eine so wichtige Konferenz störte, deutete darauf hin, daß feine Meldung von Wichtigkeit sein mußte.
„Ich höre, hier ist die Rede von einem gelben Automobil?" sagte er.
„Jawohl, einem gescklossenen gelben Automobil", gab Krag zu. „Wissen Sie etwas davon?"
„3a, ich weiß etwas davon."
„Erzählen Sie."
„Ich stand an der Ecke der Theaterstraße, da sah ich ein Auto in langsamer Fahrt die Weidenstraße entlangkommen. Da im Augenblick nichts anderes a-tHah, Jaf^r ' ' dieses Auto ins Auge. Während -rebäude abbog, wurde die Tur
Städte uni) des Wirtschaftslebens erschienen waren. Rachdem Bürgermeister Dr. Hüll die Erschienenen begrüßt hatte, hielt Pfarrer Decker die Festrede. Ramens der hessisch>en Regierung sprach Staatspräsident äl l r i ch Glückwünsche aus. Rachmittags s-md ein großer historischer Fest- zug statt.
Oderhessen.
Schweres Explosionsunglück in Vad-Aauheim
4 Bad-Rauheim, 4. Juli. Ein ernster Unglücks fall ereignete sich heute mittag in einer Dienstwohnung, die sich über einem der Badehäuser befindet. Da das Gas schlecht brannte, sollte eine Reinigung der Gasleitung vorgenommen werden. Cs wurde dazu eine Sauer st osslasche benutzt, mit der die Rohre durchgeblasen werden soNten. In der Küche wurde die Flasche angeseht. In demselben Augenblick erfolgte eine heftige Explosivn: in der Küche und noch mehr im Keller traten starke Stichflammen aus. Die zwei in der Küche tätigen Monteure erlitten weniger gefährliche Brandwunden, während der im Keller befindliche Schlosser Karl Horn lebensgefährliche Verbrennungen davontrug. Auch die Frau des Beamten wurde leicht verletzt. Von Keller und Küche aus erfüllten undurchdringliche Dampfwelken Flur. Treppenbau und Räume, so daß das ebenfalls im Hause anwesende Töchterchen des Hauses nur dadurch gerettet werden konnte, daß man es durchs Fenster in ein über dem Erdboden ausgespanntes Tuch warf. Auch einer der verletzten Arbeiter mußte diesen Weg ins Freie suchen. Feuerwehr und Sanitätskolonne waren rasch zur Stelle, und die Verletzten konnten in kürzester Zeit ircs Krankenhaus verbracht werden, lieber den Zustand des Karl Horn kann noch nichts besttmmtes gesagt werden. Ebenso harrt die rätselhafte Ursache des Unglücks noch der Aufklärung. Das anschließende Badehaus wurde durch die Explosion in keiner Weise berührt, so daß der Badebetrieb nicht gestört, überhaupt nicht im geringsten gefährdet war.
Lanvkrcrs Gießen
* Klein-Linden, 4. Juli. Das 4 0 jähr. Stiftungsfest des hiesigen Gesangvereins „Harmonie" wurde am Samstag durch einen Festkommers auf dem Festplatz, der „Pfingstweide", eingeleitet. Der erste Vorsitzende, Kaufmann Jung, dankte allen, die in wochenlangen Vorbereitungen unermüdlich tätig gewesen waren. Der hiesige Gesangverein „Arion" ließ durch seinen Vorsitzenden, Herrn Weinandt, dem festgebenden Verein einen Fahnennagel überreichen, während der Gesangverein „Eintracht" durch seinen Vorsitzenden, Herrn B ö ck i n g, den. Jubel-Verein mit ä.leberreichung eines Bildes beehrte. Der befreundete Dutenhosener Gesangverein stiftete einen Fahnennagel. Wie immer bei derartigen Gelegenheiten, so hatte auch diesmal wieder der Turnverein (DT) seine Mitwirkung zugesagt und stellte Pyramiden. Die Mädchenriege turnte unter Führung von Fritz Mornewea am Barren. Der Sonntagmorgen versammelte Die Mitglieder der „Harmonie" in ihrem Dereinslokal zu einer schlichten, aber würdigen Gedenkfeier für die im Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Vereins. Ab 10 Tlhr konzertierte die Musikkapelle Harnisch- Watzen- born-Steinberg vor der Kirche. Der Festzug am Rachmittag umfaßte etwa 25 Vereine und führte durch die reichgeschmückten Straßen des Dorfes. Aus dem Festplatz begrüßte die „Harmonie" ihre Gäste mit dem Sängergruß und einem Chvrlied, geleitet von ihrem Dirigenten, Musiker Burger. Der Vorsitzende der „Harmonie", Kaufmann Jung, tief den Gästen herzliche Willkommensworte zu und trug einiges aus der Geschichte des Vereins vor, der am 8. Mai 1887 gegründet worden war. Et gedachte dann der noch lebenden Gründer Wilhelm Jung und Philipp Jung, ferner des Seniors der Sänger, Herrn Wahl, und der verdienstvollen Dirigenten deS Vereins, namentlich des unter den Festgästen weilenden Ehrendirigenten Lehrer Möller von hier. Die Ehtenjungfrauen ließen durch Fräulein Marie Müller einen Fahnennagel überreichen. Kaufmann Schimmel übergab im Auftrag des Kriegervereins ebenfalls einen Fahnennagel und betonte in seiner An
hinabsprang, kannte ich an der Art, wie er ging, erkennen, daß er es nicht war."
„Sie haben also gesehen, wie er auf die Straße hinabsprang, konnte ich an der Art, wie er ging,
„Ja, vorher hatte er die Automobiltür ge- schlossen."
„Erregte denn ein solches Manöver nicht die Aufmerksamkeit der Passanten?"
„Doch. Aber weil der Mann lächelte und jemandem im Wagen zuwinkte, glaubte man, das Ganze sei ein Scherz, und achtete nicht besonders darauf. Mir gab jedoch die auffällige Aehniichkeit des Mannes mit dem Herrn Polizeichef zu denken."
„Sind Sie ihm nachgegangen?"
„Ja, ich bin ihm nachgegangen. Als er vor dem Haufe Theaterstraße 7b ankam, einem von den alten Gebäuden in dieser Straße, ging er hinauf."
„Und bann haben Sie draußen gewartet?"
„Dann habe ich draußen gewartet. Ich dachte, es werde doch interessant sein, zu sehen, ob er dort wohnte, oder ob er nur einen Besuch in dem Hause machte."
„Wie lange haben Sie gewartet?"
„Ungefähr eine halbe Stunde."
„Kam er zurück?"
„Nein. Er blieb oben."
Krag dachte einen Augenblick nach.
Dann fragte er:
„Aber kamen denn gar keine Menschen aus dem Hause?"
„Doch, vier Stuck, während ich wartete. Eine alte Frau und ein junges Mädchen mit einem Korb unterm Arm, ein Angestellter der Elektrizitätswerke oder Telephonarbeiter in blauer Bluse und endlich ein junger Mann, der wie ein Buchhalter oder so etwas Aehnliches aussah."
„Danke", sagte Krag, ersichtlich neubelebt, „Sie sind ein guter Beobachter, aber trotzdem haben Sie sich hintcrs Licht führen lassen. Ich wette, daß der alte Mann, der ins Haus hineinging, einer von den vieren war, die wieder herauskamen. Vielleicht war es der Telephonarbeiter, vielleicht war es die alte Frau. Wer weiß. Aber ich kann Ihre Mitteilungen gebrauchen."
Während Asbiörn Krag mit dem Bericht des Konstablers beschäftigt war, hatte der Arzt mit den Schlafenden experimentiert. Auf den Rat des Po-
spcacye die gemein:amen o^eie, Die Z>r.e^er- uiw Gesangverein verbindet, nämlich Pflege des Heimatgefühles. Auch der Lollarer Verein stiftete einen Fahnennagel. Run wurde durch den Vorsitzenden der „Harmonie" jeder Gastverein mit einer künstlerisch ausgestatteten Fahnenschleife als Erinnerungszeichen u:x das 40jährige Vereinsjubiläum bedacht. Sodann traten die Vereine zum Singen an. Die Leistungen waren im allgemeinen sehr gut und sind ein Beweis dafür, daß sich die Gesangvereine ihrer Aufgabe, das deutsche Lied zu pflegen, bewußt sind. Ein Volksfest vereinigte jung und alt bis zum andern Morgen. Der heutige Montag ist der allgemeinen Volksbelustigung gewidmet.
H Großen-Linden. 4. Juli. Am Sonntag hatte der Dentist Otto Rudolph von hier an dem Motorradwettrennen auf dem Nürburgring in der Eifel teilgenommen. Aus dem Heimwege (mit ihm auf dem Soziussitz fuhr ein Freund aus Gießen) stieß den b eiben Fahrern in der Nähe von Montabaur ein schwerer Unfall zu. Montag früh gegen 4 Uhr wurden sie auf der Straße liegend in bewußtlosem Zustande mit schweren Verletzungen aufgefunben und in das Krankenhaus nach Montabaur gebracht. Rudolph hot einen Bruch des Schlüsselbeins und schwere innere Verletzungen erlitten, während sein Gefährte sich eine Kops- und G e - Hirnverletzung zuzog.
)( A 11 e n - B u s e ck, 4. Juli. Auf Veranlassung des Landwirtscho. ftsamtes Grünberg hielt hier gestern nachmittag Landwirt- schaftsassessor Dr. Böcker einen Feldrund- g a n g ab. Zahlreich hat en sich interessierte Landwirte cingefunoea, die den Rundgangsleiter zu den verschiedensten Getreide- und Hackfruchtfeldern, sowie Klee, Wiesen u. o.. folgten. Dr. Bocher besprach die an ihn gerichteten Fragen und gab Vorschläge und Weisungen zur Abstellung von Fehlern und Mängeln. An Pflan- zenkrankheitcn wurden beobachte!: Gelbrost an Weizen, Blasenfuh an Roggen und Streifenkrankheit an Gerste. Die neuesten Tekämpfungs- methoden wurden im einzelnen erwähnt.
§ Beuern, 4. Juli. Der 22 Jahre alte Landwirtssohn Otto Funk von hier zog sich vor einigen Tagen bei der Arbeit eine kleine, unscheinbare Verletzung an derHand zu, die er anfangs nicht weiter beachtete. Jedoch schon am anderen Tage stellten sich Schmerzen im Arm ein, die den jungen Mann veranlaßten, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Es war aber schon eine Blutvergiftung eingetreten, welche die Ueberfübrung des Patienten in das katholische Schwesternhaus in Gießen notwendig machte. Die Maßnahme kam jedoch zu spät, denn schon am Tage Darauf verstarb Der bedauernswerte junge Mann an der Blutvergiftung. Die Gemeinde nimmt an dem tragischen Schicksal des braven Burschen tiefen Anteil.
D Lich, 4.Juli. Am Samstag, Sonntag und Montag veranstaltete der vor einigen Jahren gegründete Arbeitergesangverein „Einigkeit" ein Fest und verband damit die Weihe feiner neuen Fahne. Die Feuerwehrkapelle spielte am Samstagabend zum Konzert auf dem Adlerplah auf. Anschließend marschierten die Vereine zum Festplatz, wo Der Vereinsvorsitzende, Karl Trechsler, und Bürgermeister Völker Ansprachen hielten. Es wechselten nun Chorlieder des festgebenden Vereins unter dem Dirigenten Friedrich Sektor- Gar- bentcich und der beiden anderen hiesigen Vereine, „Cäcilia" und Rothscher Männerchor, beide geleitet von Lehrer Stein. Am Sonntagnachmittag bewegte sich ein Festzug mit 37 Vereinen durch Die reichgeschmückten Straßen Der Stadt zum Festplah. Hier sang zunächst Der' Verein „Einigkeit" unter Begleitung des Orchesters den machtvollen Chor „Hymne an die Musik". Rach Der Begrüßung durch Den Vorsitzenden, Karl Drechsler. und Dem Prolog von Fräulein Marie Drechsler hielt Bürgermeister Völker Die Festrede und weihte die neue Fahne die von Der Firma Max Hisgen-Lich geliefert war. Eine von den Frauen und Jungfrauen des Vereins gestiftete Fahnenschleife wurde durch Frl. Marie Drechsler überreicht. Dann begann das Singen der Gastvereine, das fast Den ganzen Rachmittag in Anspruch nahm. Tanz unD Volksbelustigung füllte Den Abend und Den Festmontag aus.
Kreis Büdingen.
!! Büdingen, 4. Juli. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Vor»
lizeichefs entschied er sich dafür, zuerst den einen der beiden Schutzleute ins Leben zurückzurufen.
Nach Verlauf von einigen Minuten, während deren der Mann laut stöhnte, schlug er endlich die Augen auf.
Verwirrt blickte er um sich. Endlich schien er seine Gedanken zu sammeln. Er richtete sich auf, griff mit den Händen vor sich hin, sank aber wieder zurück.
Der Arzt nahm ihn von neuem in Behandlung, und nach zwei Minuten war der Schutzmann so weit bei Bewußtsein, daß er sagen konnte:
„Ich durchschaue ihn ..."
Krag verstand, was er meinte.
VI.
Asbjörn Krag mußte sich, wenn auch ungern, eingeftehen, daß er von bem verwegensten der beiden Schwindler auf die geschickteste Art genarrt worden war. Aber die Aktion war doch nicht ohne Wert für ihn gewesen: vorläufig hatte die Polizei den Nächstkommandierenden gefangen, den kleinen, lebhaften Italiener Ferro, und einen von den Gehilfen, den rothaarigen Kellner.
Der Polizeichef fragte Krag, ob er ein eingehenderes Verhör des verhafteten Schwindlers wünsche. Krag wollte gern ein paar Fragen an ihn stellen.
Sobald der Schwindler seine Maskierung abge- waschen Hatte, wurde er zum Verhör vorgeführt.
Es war ein mittelgroßer Mann von kaum dreißig Jahren. Von deutlich südländischer Abstammung. Schwarze, spielende Augen in einem nervösen Gesicht. Dem Chef und den anderen Beamten gegenüber trat er mit ausgesuchter Höflichkeit auf. Ein merkwürdig überlegenes, fast triumphierendes Lächeln leuchtete in seinen Zügen, während er Asbjörn Krag lange firierte.
Der Detektiv dachte bei sich selbst: Warum ist er so vergnügt! Er sitzt doch jetzt in der Falle und kann jeden Augenblick erwarten, daß auch der Führer der Bande oorgesührt wird. — Dieses Lächeln war sehr auffällig.... Krag hatte das stechende Gefühl, daß noch neue Ueberraschungen bevorstehen konnten. Ueberhaupt glich diese Sache keiner anderen, mit der er jemals zu tun gehabt hatte. Sic druckte einen Hauch von draußen mit sich, aus merkwürdigen, wilden Verhältnissen. Ihm schien, als wäre dies ein Spiel mit Akrobaten und nicht mit Verbrechern.
a i; | a> t a g | u r veraun und in Der vom Bürgermeister vorgelegten Form angenommen. Die für 1927 aufzubringende Umlage beträgt 92 000 Reichsmark, was ein Mehr von 15 000 Reichsmark gegenüber 1926 bedeutet. Als zweiter Punkt stand der Ausbau des alten Schul- Hauses am Marktplatz auf der Tagesordnung. Es wurde beschlossen, in dem Hause acht neue Mahnungen herzurichten, die einen Kostenaufwand von 4000 Reichsmark verursachen.
nd. Nidda, 4. Juli. Gestern versammelten sich hier die S e ch z i g j ä h r i g e n , die vor 46 Jahren hier konfirmiert worden waren, zu einer gemeinschaftlichen Feier des Wiedersehens. Nach dem Besuch des Gottesdienstes, in dem Pfarrer Köhler in der Predigt auf die Altersoereinigung in treff« lichen Worten Bezug nahm, fand im Gasthaus „Zur Eisenbahn" gemeinsames Essen und fröhliches Zusammensein statt. Die Jubilare wollen sich in zehn Jahren wieder zusammensinden. — Das in der Bahnhofstraße gelegene Anwesen des Kaufmanns Bernhard Schäfer, hier, ging-bei der Versteigerung in den Besitz des Bäckermeisters Hühn in Eichelsdorf über. Der Steigpreis beträgt 38 000 Mark. Bäckermeister Philipp Raak, hier, war Zweitletztbietender mit 37 500 Mark.
L Düdelsheim, 4. Juli. Hier feierten in voller Rüstigkeit Lehrer i. R. H. Michel und Frau Wilhelmine, geb. Reichert, bas Fest ber g o l b e n e n Hochzeit. Dem Paare wurden zahlreiche Glückwünsche, Geschenke und Ehrungen von allen Schichten der Bewohner entgegengebracht.
Kreis Schotten.
I Ober-Lais, 4. Juli. Die hiesige Spar- und Darlehnskasse hielt gestern ihre ordentliche Generalversammlung ab. Äe Rechnung und Bilanz für 1925 wurden genehmigt und Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Es wurde eine Erhöhung der Geschäftsanteile auf 75 Mk. beschlossen, ebenso die entsprechende Erhöhung der Haftsumme auf 750 Mk. je Geschäftsanteil. Aus dem Reingewinn sollen Betriebsrücklage und Reservefonds gespeist und eine Dividende von 10 Prozent auf die voll eingezahlten Geschäftsanteile gewährt werden. Die Timsätze der Kaste haben sich, besonders im Warengeschäft, verringert. Man erhofft jedoch eine Reubelebung des Geschäftes.
Kreis Alsfeld
>■» Alsfeld, 4. Juli. Eine vorbildliche und nachahmenswerte Tätigkeit hat die hiesige Feldbereinigung auf dem Gebiete Der Heimat- Pflege geleistet, um die alten historischen Ge- wannebezeichnungen in der Gemarkung zu erhalten und das Interesse an ihnen, die ein Stück Heimatkunde sind, in weiteren Kreisen zu wecken. Mit Unterftüining Der Stadtverwaltung wurden in allen geschichtlich bedeutenden Gewannen Gewannbezeichnungsst eine durch Kultur-Inspektor Buhl-Alsfeld aufgestellt, auf denen der Rame der Gewann aufgczeichnet, d. h. in den Stein eingehauen ist. Bisher wurden 21 Steine mit Gewannbezeichnung auf diese Weise in unserer Feldgemarkung aufgestellt. Zur Errichtung einer weiteren Anzahl solcher Steine bewilligte nun auch der hiesige Geschichts- und Altertumsverein unter Leitung von Kommerzienrat R a m s p e ck einen Betrag von 50 Mk. Dieses verdienstvolle Werk der Errichtung dieser Steine, durch welche die Ortskenntnis innerhalb der Gemarkung auch für Richtlandwirte erleichtert und bereichert, und zugleich die Erinnerung an Die Vergangenheit des Gemarkungsgebietes wach e-< halten wird, kann von der Oeffentlichkeit nur mit Dank begrüßt werden. Eine weitere Bereicherung wird das Landschaftsbild erfahren durch die vom hiesigen V. H. C. bereits in Angriff genommene Errichtung eines schmucken Aus» sichtstempels auf dem in nächster Räße Der Stadt gelegenen, sehr schönen Aussichtspunkt. dem „W ö l f i n g ° B e r g", wozu Do.^ er# forderliche Gelände im Wege der Felbberein'guna ausgeschieden und der Stadt zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt worden ist.
O Ruppertenrod, 4. Juli. Landwirtschaftsassessor D r. S e l z e r vom Landwirt- schaftsamt Grünberg hielt gestern nachmittag hier einen Feldrundgang ab. Trotz Der Ungunst der Witterung hatten sich viele Landwirte eingesunden. Der Rundgangsleiter führte die Erschienenen au den Winter-. Sommer- und Brachefeldern und besprach mit ihnen auf dem Acker Fehler und Mängel aller Art. Insbesondere wurden Saatgut- und Sortenfragen, Füt- terungsfragen, Bekämpfung von Pflanzenkrank-
Der Schwindler gab seinen Namen an: Giovanni Ferro, geboren Eintausendachthundertvier-' undachtzig in Mailand. Von Berus Kunstschmied.
Asbjörn griff bas Wort auf. „Kunstschmied?" fragte er. „Das ist ein umfassender Begriff. Für welchen Teil des Handwerks haben Sie sich besonders interessiert?"
„Für alles, was Schmuck betrifft", erwiderte der Italiener. „Gitter aus Schmiedeeisen, Ornamente, kunstfertige Türen ...
„Und Türschlösser?" fragte Krag.
Monsieur zog die Augenbrauen in die Höhe: „Es versteht sich von selbst, daß mir nichts in meinem Handwerk ganz fremd ist."
„Wann haben Sie nun dieses schöne Handwerk aufgegeben?"
„Ich habe es nie ganz ausgegeben."
„Aber in letzter Zeit haben Sie ein anderes, ein» tragischeres Handwerk betrieben."
„Das ist nicht die richtige Bezeichnung," antwor» tete der Italiener, plötzlich ernst werdend, als ob es ihm darum zu tun fei, daß alle feine Aeußerungen stets vollkommen korrekt waren.
„Welcher Worte wünschen Sie sich selbst zu bedienen?" fragte Krag.
„Ich möchte lieber sagen, daß ich eine inte» effantere Beschäftigung gefunden habe."
„Das heißt: Sie sind Verbrecher geworden."
Der Schwindler zuckte bedauernd mit den Achseln. „Ich merke," sagte er, „daß ich weit nach Norden gekommen bin."
„Wieso?"
„Die Benennungen haben nicht mehr die Geschmeidigkeit wie in den großen Kulturländern. Ich bin kein Verbrecher, und doch bin ich's.
„Das hört sich rätselhaft an. Wollen Sie sich nicht näher erklären?"
Der Italiener dachte ein paar Augenblicke nach. Endlich schien er den rechten Ausdruck für feine Gedanken gefunden zu haben. „Ich will als Beispiel diesen Diebstahl beim Herrn Polizeichef wählen", sagte er.
„Sie gestehen also diesen Diebstahl ein?" fragte Krag.
„Ja," erwiderte Ferro, „ich gestehe den Diebstahl einzig und allein deshalb ein, weil ich Ihnen mit Hilse dieses Beispiels klar machen kann, was ich meine." (Fortsetzung folgt.)


