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hing als Abfall mit der Kleie verloren. Ganz ähnlich liegen übrigen- die Verhältnisse bei der Verarbeitung anderer Körnerprodukte, die zur Ernährung dienen. Das beliebte feine Weizen- m e b l 0 0, das unsere Hausfrauen so gerne zum Kuchenbacken benutzen, ist vollkommen vrtaminfrei. Das antineuritlsche Vitamin findet sich übrigens nicht nur in den Detreidekörnern, sondern fast durchweg in allen tierischen und Pflanzlichen Geweben. Wegen der weiten Verbreitung des antineuritischen Vitamins ist die Gefahr einer ungenügenden Zufuhr kaum je gegeben,

wenn die Ernährung mit einer ge­

mischten Kost bestritten wird. Unter wel­chen besonderen Verhältnissen aber doch einmal

Vitaminmangel auftreten kann, daraus komme

ich gleich noch einmal zurück. Von den Störungen, die für den Mangel an 6-Vitamin charakteristisch sind, nenne ich zuerst die bekannten nervösen Symptome, Lähmungen, Unsicherheit in den Vewegungen und andere Erscheinungen von feiten des Zentralnervensystems, dann schwerste Appe­titlosigkeit, Kreislaufstörungen und noch manche andere Zeichen.

Nun noch ein paar Worte über das andere wasserlösliche Vitamin, das den Namen anti­skorbutisches Vitamin oder Vitamin C trägt! Mangel an diesem Stoff fuhrt zu dem be­kannten KrankheitSbild deS Skorbuts, das beim Erwachsenen charakterisiert ist durch schwere Zahnsleischveränderungen mit Lockerwerden der Zähne, Blutungen in die Haut, in die Mus­kulatur, unter die Knochenhaut unD_ andere schwere Erscheinungen. Beim Kinde verläuft der Skorbut unter dem Bilde der sogenannten B a r- lowschen Krankheit, die am häufigsten bei künstlich genährten Säuglingen zur Beobachtung kommt, wenn diese mit Milch, die übermäßig lange gekocht ist. oder mit künstlichen Milchmehl­präparaten u. ögL gefüttert werden, ilm die besondere Stellung des antiskorbutischen Vitamins in der Natur klar zu machen, sei betont, das) cs sich ganz allgemein in allen frischen tierischen und pflanzlichen Geweben findet, also in allen Ge­müsen und Salaten, in den Rüben, in den Kar- tosseln. in der Zwiebel, im Obst, im Fleisch der Tiere, in Leber. Niere. Gehirn usw. Besonders ausgezeichnet durch ihren hohen Gehalt an anti­skorbutischem Vitamin sind die Apfelsine und die Zitrone. Die Menge des antiskorbutischen Vitamins in der Milch hängt davon ab. wieviel mit der Nahrung von diesem Stoff ausgenom­men wird! so ist die Milch von Kühen, die auf der V)eide sich ihr Futter suchen, reicher an dem Vitamin als die von stallgefütterten. Auch diese im Tierexprriment gefundene Tatsache ver­dient unsere Ausmerksamkeit. da die Dinge beim Menschen ganz analog liegen. Biologisch inter­essant ist die Tatsache, daß das antiskorbutische Vitamin ganz fehlt in den Getreidekörnern und den daraus hergestellten Erzeugnissen. So sind nicht nur unser Brot, sondern auch Haferflocken, Gerste, Gries), dann die verschiedenen Mehl« forten ganx frei von dem wichtigen Stofs. Der Entdecker Australiens. Cook, hat mit richtigem Instinkt die große Bedeutung frischer Pflanzen- gewebe zur Verhütung des Skorbuts erkannt und seine Matrosen dadurch vor der furchtbaren Krankheit bewahrt, daß er sie täglich einen Auf­guß von frisch gekeimter Gerste trinken ließ.

Nack all diesen Ausführungen wird man der Meinung sein, daß bei gemischter Kost die Gefahr einer Unterernährung in bezug aus Vi­tamine nicht so leicht entsteht. Das ist im all- emetnen Wohl richtig. GS mag besondere Ver- ältnifse geben, die eine Ginseitigkeit in er Ernährung begünstigen. Nehmen wir den Fall, baß jemand, der an Magen- und Darm- störungen leidet, glaubt, sich vor Gemüsen, Sa­laten u. dgl. hüten zu müssen, und sich daher vorwiegend mit Mehlsuppen und Breien ernährt. Dabei kann es sehr leicht zu einer ungenügenden 1 Aufnahme von antiskorbutischem Vi amin kom- » men. Praktisch viel wichtiger als diese Möglich­keit ist die Verminderung des Ditamingehaltes einer Nahrung durch bestimmte Eingriffe. Man hat gefunden, daß gewisse Maßnahmen, wie Hitze ei nwirkuna der verschiedensten Art, chemische Einflüsse. wie Gegenwart von Soda und dcö Lustsauerstosfes. die Vitamine leicht zer­stören, ebenso wie z. D. der Trocknungs- proxetz. So sind Nahrungsmittel, die solchen Einwirkungen auSgeseht waren, wie Büchsen­konserven. kondensierte Milch, getrocknete Fische, fast vollkommen vitaminfrei. Don erheb­licher praktischer Wichtigkeit ist ferner die Tat­sache, daß das Kochen in der K o ch k i st e wäh­rend vieler Stunden die Speisen in ihrem Vita­mingehalt aufs schwer st e schädigt. Die große Bedeutung der regelmäßigen Zufuhr einer gewissen Menge von Rohkost (grünen SalatS, frischer Tomaten, frischer Früchte) ist heute über jeden Zweifel sichcrgestellt. Der vollkommen aus­gewachsene Mensch wird viel weniger leicht in die Gefahr deS Vitaminhungers kommen als das Kind, und so ist die ausreichende Zu­fuhr von Vitaminen gerade für das KindeSalter eine Forderung, die jeder Vater und jede Mutter stets vor Augen haben sollten.

Oberhessen.

Landkreis Meßen.

Sk. Reiskirchen. 4. Febr. Aus dem hiesi­gen B a h n ho f ereignete sich ein schwerer Anglücksfall. Ein Fuhrmann aus Bers­rod stellte seinen Wagen mit dem Pferd vor den Güterschuppen, um Güter zu verladen. Gr selbst begab sich in das Bahnhofsgebäude. Wäh­renddessen scheute aus irgendeiner ülrsache das Pferd und ging mit dem Wagen durch. Der Fuhrmann sprang vor das Tier, um es zum Stehen zu bringen; wurde aber ein Stück WegS geschleift und erhiell, wahrscheinlich durch den eiscnbeschlagenen Huf des Pferdes, eine klaf­fende Wunde an der Stirn. Der im Dorf weilende Arzt nahm den Verunglückten im Auto mit nach Großen-Buseck, um ihn dort sachgemäß zu untersuchen und zu behandeln. Das Pferd rannte weiter in das Dorf und konnte erst dort zum Stehen gebracht werden.

t Grünberg, 4. Febr. In der jüngsten Sit- .umg des Aufsichtsrats der Bezirkssparkassc Grünberg wurden die oom Ministerium vorge- scklagencn Satzungensowie die Zinssätze, die jedoch schon seit dem 1. Januar in Kraft sind, genehmigt. Von den Dolksschulen zu Lumda, Beltershain und Weickartshain lagen Gesuche um Gewährung von Zuschüssen au ihren Büchereien vor. Trotzdem die Barmittel Der Kasse durch die Aufwertung non Sparguthaben sehr in Anspruch genommen sind, be­schloß der Aufsichtsrat, 200 Mark für die Büchereien der durch die Einrichtung von Psennigspar- kaffen den Sparsinn erweckenden Schulen zur Verfügung zu stellen. Die Verteilung dieses Bc l

Die Gießener Universitätskliniken.

Für unsere Landesuniversität, wie auch für die Stadt Gießen sind die Universitäts­kliniken von ganz besonderer Bedeutung. Sie stellen eine der stärksten Stützen unserer Hocch- schule dar. andererseits sind sie im Wirtschafts­leben unserer Stadt einer der Hauptfaktoren, von dem zahlreiche GristenAen unmittelbar und mittelbar Vorteil haben. Weit über Gießens Mauern und Hessens Grenzen hinaus haben die Gießener Universitätskliniken Hobe Geltung, nicht nur als Lehr- und Forschungsinstitute, sondern auch als Krankenhäuser. Allerdings ragen diese Anstalten weit empor über den Stand der Kran­kenhäuser im allgemeinen, die mit dieser Fest­stellung selbstverständlich in keiner Weise gering eingeschätzt sein sollen. Universitäts-Kliniken neh­men im Rahmen der verschiedensten Kranken­häuser in mehrfacher Hinsicht eben eine Sonder­stellung ein. Don den Krankenhäusern In kleineren Städten unterscheiden sie sich vor allem dadurch, daß für jedes Sonderfach eine Speziallllnlk unter einem besonderen Leiter mit einem ganzen Stab von Assistenten vorhanden ist. während in den kleineren Krankenhäusern meist ein chirurgisch mehrere Jahre ausgebildeter Arzt die Gesamt­leitung hat und neben seiner chirurgischen Tätig­keit auch gynäkologische, innere Fälle, Haut- und Geschlechtskrankheiten behandelt. Auch wo Spe- zlalärzle verschiedener Fächer in einem der­artigen Krankenbaus tätig sind, fehlt doch alles auf eine spezielle Disziplin eingestellte ärztliche Hilfspersonal. Wesentlich besser schon liegen die Verhältnisse in den in Großstädten vielfach unter­haltenen Krankenhausanlagen, wo für die einzel­nen Spezialsächcr besondere Abteilungen, meist in getrennten Gebäuden, zur Verfügung stehen, deren jede einen spezialiftisch sehr gut ausge­bildeten Leiter hat. Auch ärztliches Hilfspersonal ist in diesen Anstalten gewöhnlich reichlich vor­handen. Trotzdem bewahren Universitätskliniken auch derartig gut angelegten und ausgerüsteten Krankenhäusern gegenüber ihre Sonderstellung. Fede Universitätsklinik wird geleitet von einem Mann, der in seinem Spczialfachc durch ärztliche- Können und wissenschaftliche Forschung sich vor anderen ausgezeichnet hat. Da die Universitäts- kliniken aber nicht nur rein ärztliche, sondern auch noch Lehr- und Forschungsaufgaben haben, stehen in den Universitätskliniken immer die neuesten Behandlungsmethoden zur Verfügung. Von QIu8* nahmefällcu abgesehen werden es immer dio Universitätskliniken sein und bleiben, von denen die wichtigsten Fortschritte in der Erkennung und Behandlung der verschiedensten Erkrankungen ausgehen.

Angesichts der hohen Bedeutung, die unsere Universitätskliniken sowohl in wissenschaftlicher und praktisch-medizinischer. wie auch in kommu­nalwirtschaftlicher Hinsicht haben, dürste es von allgemeinem Interesse sein, einige- über die Fre­quenz dieser Anstalten in den beiden letzten Kalenderjahren zu erfahren. Erkundigungen an den zuständigen Stellen brachten uns folgende Informationen:

Medizinische Klinik.

Die Zahl der hier untergebrachten Kran­ken belief sich im Iahre 1926 insgesamt auf 2724 gegen 2317 im Iahre 1925. Davon befanden sich in der ersten Klasse im Iahre 1926 insgesamt 80 Kranke (1925 76), in der zweiten Klasse 320 (275), in der dritten Klasse 2324 (1966). Die Zahl der Berpslegungstage belief sich 1926 auf 50 032 gegen 48 508 im Iahre 1925; da­von entfallen auf Patienten in der ersten Klaffe 1050 (1561), in der zweiten Klaffe 4902 (4435), in der dritten Klasse 44 080 (45 512) Tage.

In der Medizinischen Poliklinik wurden ambulant behandelt: im Iahre 1920 5794 Kranke, gegen 5341 im Iahre 1925.

Frauenklinik.

3m Iahre 1926 stellte sich die Gesamt­belegziffer auf 2294 gegen 2142 im Iahre 1925. Davon entfielen Patientinnen: auf die erste Klasse 85 (99). auf die zwetle Klasse 249 (279). auf die dritte Klasse 1272 (1229). Hauöschwangcre 251 (244), Säuglinge in der ersten Klasse 22 (13), In der zweien Klasse 32 (44). in der dritten Klasse 333 (234). Geboren wurden tn der Frauen­klinik im Jahre 1926 ----- 562 Kinder, gegen 516 im Iahre 1925. Die Zahl der Derpsleaungstage betrug 1926 insgesamt 49 782 gegen 47 173 im Iahre 1925; davon entfielen auf die erste Klasse 1189 (1273), aus die zweite Klasse 3988 (4684), aus die dritte Klasse 26 485 (25 593). Haus- schwangere 11 772 (11 514). Säuglinge in der

ersten Klasse 287 ( 203). m der zweiten Klasse 551 (728). in der dritten Klasse 5510 (3178).

Die Poliklinik der Frauenklinik wurde in Anspruch genommen im Iabre 1926 von 2423 Personen, gegen 2211 hn Iahre 1925.

Hautklinik.

Die Delegzahl belief sich im Iahre 1926 insgesamt auf 1293 gegen 1548 im Iahre 1925. Davon kommen auf die erste Klasse 10 (8), aus die zweite Klasse 32 (122). aus die dritte Klasse 1251 (1418) Patienten. Insgesamt wurden Im Iahre 1926 -- 32 317 Berpslegungstage gezählt, gegen 34 283 hn Iahre 1925; davon entfielen auf die erste Klasse 115 (228). auf die zweite Klasse 509 (1493). aus die dritte Klasse 31693 (32 557). Die gegen 1925 geringere Ziffer an Belegungs- und BrrpslegungStagen ist auf den Anschluß des noch nicht bezogenen Reubaues an den Altbau zurückzuführen. wodurch eine ganze Station und verschiedene Einzelzimmer in An­spruch genommen wurden.

Die Poliklinik der Hautklinik wurde 1926 von 10 601 Personen m Anspruch genommen, gegen 9538 im Iahre 1925.

Chirurgische Klinik.

Insgesamt wurden im Iahre 1926 3610 Pa­tienten gezählt, gegen 3561 im Iahre 1925; da­von tarnen aus die erste Klasse 44 (117). aus die zweite 366 (294). auf die dritte 3200 (3150). Die Berpslegungstage bezifferten sich 1923 insgesamt auf 73 345, gegen 70 157 im Iahre 1925; davon entfielen auf die erste Klaffe 652 (1810), auf die zweite 5762 (4935). auf die dritte 66 931 (63412).

Ambulant behandelt wurden in beiden Iahren ungefähr je 6600 Patienten.

Ohrenklinik.

Im Iahre 1926 wurden insgesamt 1350 Pa­tienten gezählt, gegen ebenfalls 1350 im Iahre 1925; davon waren in der ersten Klasse 20 G$7), in der zweiten 180 (208), in der dritten 1150 (1107). Die Berpslegungstage stellten sich 1926 auf 13 849 gegen 12 009 im Iahre 1925; davon entfielen auf Die erste Klasse 284 (271), auf die zweite 14S9 (1533), auf die dritte 12 093 (10 205).

Ambulant behandelt wurden im Iahre 1926 rund 16 500 Patienten, gegen rund 15 000 im Iahre 1925.

Augenklinik.

Im Iahre 1926 wurden 1192 Kranke in stationäre Behandlung aufgenommen, gegen 1215 im Iahre 1925; davon kamen auf die erste Klasse 14 (8), auf die zweite 116 (151), auf die dritte 1062 (1053). Verpflegungstage wurden 1926 ge­zählt : insgesamt 24 712 gegen 21719 Im Iahre 1925; hiervon entfielen auf die erste Klasse 326 (91), aus die zweite 1955 (2370), auf die dritte 22 431 (18958) Sage.

In poliklinischer Behandlung waren (einmal gezählt, aber durchweg mehrmals be­handelt) 1926 insgesamt 6324 Personen, gegen 5948 im Iahre 1925.

Kinderklinik.

Das Jahr 1926 brachte insgesamt 560 Patienten zur stationären Behandlung, geaen 590 im Jahre 1925; davon waren untergebracht in der 1. Klasse 10 (7), in der 2. Klasse 61 (99), in der 3. Klasse 489 (484) Kinder. Die Verpflegungstage beliefen sich 1926 insgesamt auf 10 261, gegen 10373 im Jahre 1925; davon In der 1. Klasse 82 (103), in der 2. Klasse 702 (1319), in der 3. Klasse 9477 (8951).

In poliklinischer Behandlung befanden sich (einmal gezahlt, aber durchweg mehrmals be­handelt) 1926 insgesamt 1586 Patienten, gegen 1246 im Jahre 1925.

Rcrvenklinik.

Ausgenommen wurden 1926 iiu getarnt 869 Pa­tienten, gegen 797 im Jahre 1925; davon waren in der 1. Klasse 3 (12), in der 2. Klosse 80 (54), in der 3. Klasse 786 (731) Patienten. Die Veroflegungstage bezifferten sich 1926 insgesamt auf 31 008, gegen 32 010 im Jahre 1925. Ausführliche ärztliche Gut­achten wurden abgegeben: im Jahre 1926 über 279 Patienten, gegen 168 im Jahre 1925.

Das Lnpushelm, das bis jetzt organisatorisch allerdings nicht zu den Universitätskliniken gehört, trotz seiner privaten Grundlage aber doch mittelbar in den Bereich der staatlichen Kliniken einzubezichen ist, nahm im Jahre 1926 insgesamt 372 Patienten auf, gegen 263 int Jahre 1925; diese Steigerung ermöglichte der anfangs 1926 in Benutzung genommene Erweite­rungsbau. Die Zahl der Verpfkcgungstage belief sich 1926 auf 35 266, gegen 21 592 im Jahre 1925.

träges soll nach dem Verhältnis der abgeführten Sparbeträge und der Schülerzahl erfolgen.

' Grünberg. 5. Febr. Zum 2. Male findet Zt. an unserer Obcrrealschule die schriftliche Reifeprüfung statt, während die mündliche am 17. Febr. vorgenommen wird. Die Anmel­dungen fürs neue Schuljahr erfolgen Dienstag bis Freitag nächster Woche. (Siehe auch die heutige Anzeige).

Mrcid Friedberg.

G Friedberg, 4. Febr. Der Wetter- au er Reiterverein hielt seither seine Reitübungen dank des Entgegenkommens des hiesigen Schutzpoli-elkommandos. in dessen geschlossener Reitbahn in der Betglü ferne ab. Jetzt wurde die Welterbenutzung die­ser Reithalle durch Verfügung des Hess. Mini- steriumS des Innern unter Bezug­nahme auf die Entente unterlagt. Da die Eigentümer der Aecker auf der sog. Warte, wo Der neue stäbtlscheWasser» Hochbehälter für die Wasserleitung Der Stadt erbaut werden soll, sich nicht zur Her­gabe des Gelände- zu einem annehmbaren Preis verstehen wollten, wurde durch Ministetialvetfü- gung die Enteignung des notwendigen Ge­ländes (6139 Quadratmeter) für zulässig erklärt. In einem auf Veranlassung des Bürgermeisters durch das KreiSomt anberaumtrn Termin einig­ten sich die zehn in Frage kommenden Eigen­tümer auf einen Preis von 2.20 Mk. vro Qua­dratmeter. Das Uebeteinkommen bedarf noch der Zustimmung der Stadtverordnetenversamm­lung.

pb. Butzbach. 4 Febr. Hier fand hn ..Deut­schen Haus" eine Versammlung der Bür­germeister und der Landwirte dec nähe­ren Umgebung von Butzbach statt, die von Bür­germeister Dr. 3anfen namens der Jafel- rnarktgesellschast einberufen worden war. Außer­dem waren erschienen b-r Vorsitzende de- Lond- wlrtschaflskammerausschußes der Provinz Ober- hessen. Oekonomierat Breidenbach, der Vor­sitzende de- LandespferdezuchtvereinS. Ceftmomk-

rat CM ü 11 er - Neuhof usw. Bürgermeister Dr. Iansen verlas eine an die he s. Regierung und den Landtag gerichtete Ent chliehung betr. die Wiedererrichtung Der landwirt­schaftlichen Winterschule in Butz­bach. Die Entschließung wurde einstimmig g ut - geheißen. Dann wurde in eine Besprechung über die Ausgestaltung des Fasel­marktes eingetreten. Besonders betont wurde, daß in diesem Iahre er ft malig ein Pferde- markt und eine Fohlenschau mit dem Faselmarkt verbunden sei. Aus diesem Grunde habe man auch den Markt, der ursprünglich auf den 31. OHätA gelegt war, auf den 17. März vorverlcgen müssen. Heber diesen Pferde- markt und die F 0 h l e n s ch a u , mit der eine Prämiierung verbunden werden soll, sand eine längere Debatte statt, an bet sich insbe-, sondere Die Oekonomieräte Müller und Brei­denbach beteiligten. Beide begrüßten die Be­strebungen zur Hebung des Marktes, wiesen jedoch darauf hin, daß der Pferdemarkt mit Rücksicht aus die alteinaeführten Markte in Gießen, Friedberg. Alsfeld und Ortenberg weniger von Bedeutung sein würde, als die be­absichtigte Prämiierung von Fohlen usw. Beide versprachen ihr möglichstes zu tun, um den Markt zu unterstützen. Bürgermeister Dr. Iansen teilte mit, daß für Prämiierung-zwecke etwa 1500 Mark bereit gestellt werden könnten Weiter gab er bekannt, daß der F a s e l m a r k t in altgewohnter Weise abgehaltrn werden sol e. falls nicht die Maul» und Klauenseuche die Abhal­tung verbieten würde. Für Prämiierung von Rindvieh stünden etwa 1000 Mark zur Dersü- gung; für Prämiierung von Zuchtschweinen und Ziegen gleichfalls mehrer« 100 Mark. Außer­dem finde an dem oben genannten Tage eine Verlosung statt, die bestimmt an diesem Tage vorgenommen werde. Vs sei ferner beabsichtigt, den Markt noch weiter auSAubauen, damit er das wieder werde, was er früher gewesen war. ein Weit über ObechcslenS Grenzen hinaus be­kannter Frühjahrsmarkt. Bel den biS jetzt

im hiesigen Stadtwald abgehaltenen H v l z v « r - Weigerungen wurde.', falgenk« Durchschnitts­preise erzielt: Für Buchenscheithol- 15 biS 16 Mark; Hainbuchenscheitholz 14 Mk.; Eickenscheit- holz 11 bis 12 Mk; Birkenscheilhol- 16 biS 17 Mark; für Knüppelholz vorstehender Holzarten etwa 10 bis 14 Mark; für Buchenreifer 10 bis 11 Mark; Eichenreiser 5 biS 6 Mark. Im Iahre 1926 wurden beim hiesigen Standes- a m t 64 Geburten. 30 Eheschließungen und 32 Sterbefälle eingettaxen.

am. Starnmheim, 4. Febr. Di« hiesige E h r i s ch 0 n o g e m e i n de Hel auf der Straße nach Staden ein eigenes Baugelände erworben und will darauf ein Gemeindehaus errichten.

Mreie Büdingen.

Büdingen, 4. Febr. Gestern beging hier der feit 1917 in Ruhestand in unserer Stadt lebende Geh. Schulrat Prof. Dr. Bolck- m a r. von vielen Seiten beglückwünscht, in voller Frische des Körpers und Geistes seinen 7 5. G e du r t 61 a g. Bereits am Samstag hatten seine näheren Freunde eine QSorftlcr Im .Fürstenhof" veranstaltet. Erwin B. ist der Sohn des 1837 verstorbenen Professor- Wilhelm Dvlckmar. Der am Seminar zu Homberg a. b. Elze wirkte und al- Komponist und Orgelvirtuvse pectrrragenbe« leistete. Erwin B. bezog 1835 das ^Gymnasium zu Hersfeld, machte als Freiwilliger den Feldzug 1870/71 mit und bezog nach Ende de- KriegeS das Gymnasium in Büdingen, das er 1873 mit dem Reifezeugnis verlies. Sodann studierte er in Leipzig und Marburg. 1876 promovier.« er aus Grund einer Arbeit über die Geologischen Der- hällnisse seiner Heimat. 1877 machte er sein Staatsexamen und wirkte sodann bis 1879 in Wimpfen und hierauf bis 1917 in Offenbach. Gr schrieb ein treffliches .Lehrbuch bar Chemie". Auch hat er burch viele, In Leipzig h.rau-ge­gebene Vertonungen sich In ber Musikwelt einen guten Namen gemacht. Daneben nimmt er auf dem Gebiete bes Tierschutzes eine fübtenbe Stelle ein. Gr ist Ghrenrnltglieb aller größeren Qtereine Deutschlands. Al- erster gab er bi« erfolgreiche Anregung bei der deutschen Relch-vegicrung, den Tierschutz in den amtlichen Lehrplan aller Schulen auszunehmen.

!! Büdingen, 4. Febr. Der Ä r e i e a u e schuß hat in seiner jüngsten Sitzung u. a. beschlos­sen: Der Landwirts christlichen Schule in Nidda, die in diesem Jahre eröffnet worden ist, wird ein Zuschuß von 1500 Mark zur Verfügung gestellt. Die Stelle eines Kreisobstbau- Inspektors soll auch nach Ueberganp der Kreis- strahen in das Eigentum der Provinz erhalten wer­den. Die Altbesitzanleihen des Krei­ses sollen mit 12,5 Prozent auf gewertet werden. Die Ablösung soll in bar sosort geschehen. Die Entscheidung über die Auswertung des Neu» besitzes wurde ausgesetzt.

bs. N i d d a. 4. Fevr. Die Lichtbild stelle ber Schulen des Kreises veranstaltet im Lause dieses Monats an zentral gelegenen Orten Filmvorführungen. So liefen heute hier drei Filme, u. a. .Venedig, die Perle der Adria" und der Märchenfilm .Fuchs und Wolf". Die Schulen der näheren Umgebung hatten fich ein- gesunden, so daß der Saal deS GambrinuS gut beseht war. Die Erläuterungen gab Lehrer Fil- finger von (Bübingen Immer mehr wird von dem Film als wertvollem Anschauung-mittel in unseren ländlichen Volksschulen Gebrauch ge­macht.

* Ortenberg, 4. Febr. Wie kürAllch schon berichtet, ist es dem Turnverein Ortenberg gelungen, den Mauergarten als Eigenheim zu erwerben. Dieses Heim wirb nun am kommenden Sonntag in einfacher Weife eingewciht werden. Oberamtsrichter Dr. Fuhr, langjähriges Ehren- Mitglied des Turnvereins, wird die Weiheansprache halten.

bs. Aus der mittleren We11erau, 4. Febr. Das milde Winterwetter förbert ble Arbeiten an ben Obstbäum^n in hohem Maße. Dei Zwe tschenbäumen s «hl man viele halbbürre und auch eine Menge CBaum- lclchen. Da auch dem fast überall durchgeführten Feldberelnig ungsverfahren viele Zwetschenbäume zum Opfer gefallen sind, herrscht Mangel daran, der sich bcsonoerS im Herbst zur Zwetschenluchenzeit bemerkbar machen wird. Gegenwärtig werden von diesem Steinobst viele Neupflanzungen vorgenommen.

Kreis Schotten.

Schotten. 4. Febr. Im Kreise Schot­ten besitzen bis jetzt bie Gemeinden Wingers­hausen. Einartshausen und Freiens.en keine Wasserleitung. Die Gemeinten tragen sich nunmehr mit bem Gedanken, bte Leitung anzu­legen. so Daß in absehbarer Zeit sämtliche Ge­meinden des Kreises sich ber Segnungen einer guten Wasserversorgung erfreuen werden.

tz Schotten. 4. Febr. Aus der jüngsten GemeinderatSslhung: Die Zahlungs­bedingungen für bie diesjährigen H 0 lzver - ft eigerungen, bie in kommender Woche be­ginnen. wurden wie früher festgesetzt: 10 Prozent Anzahlung, 40 Prozent am Sornmermarlt, der Rest fällig an Martini, zin-lo- bis datzin. An Pflasterung werden in der nächsten Zeit hier vorgcnomrnen. ble Straß« um baS Rathaus, ein Durchgangsweg am Löwen, ber Derbin- bungsweg zwischen KreiSamt unb Bahnhof, sowie eine Strecke Gosse in der Frkbhosstraße. Die Arbeiten werden mit Kleinpslaster ausgeführt. Die Stobt bat eine Iungvlehweibe. 30 Morgen groß, angelegt. Die Weid« wirb teilweise neu umzäunt, eine Unterstand-Holle wirb errichtet. Die Kosten hierfür werden von ber Statt vorgelegt unb aus bk Weidebeschicker ansaeschlogen; für den Morgen Weidegeld wurde em Betrag von 12 Mk. festgesetzt. Die Iungvkh- weide hat sich als außerordentlich segensreich erwiesen. Für die Postautolinie H l - rich st ein Schotten wurde bet von bet Post angesordertr Fehlbetrag für da- 2. Viertel­jahr 1926 mit dem auf bie Stadt entfallenden Anteil übernommen. Da- Gesuch der 6t- werb-losen um Gewährung einer Winter­beihilfe wurde -urückgestellt. Rur in drin­genden Fällen soll helfend eingegriffen werden.

12 »W WS. billiges Reugeld zu nur 5°/© Zins wurden von derDousparkasie derGemeinschofi der Freund» £uh!uroU ©üftenrot in knapp I^Jodren viSLnde lV2S an 773Bausparerzum Bauvon Eigenheimen und gemeinnüyi. gen Bauten vergeben. Wer nach einem Eigenheim ffrtol. verlange alle Unterlagen. Tosortige Darleben werden nicht gegeben. DieSbczüglick'e Anfragen zwecklos. Tie Gemein­schaft brr freunde ist die erste.oltesie.grvhte,erfolgreichste, leistungsfähigste und sicherst Bausparkasse Deutschland-.