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Die Stau^cugrn für den Herzog von 3tmlurn hnb der italienische Kronprinz und der 2tt*mtrol de Doiw. Gouverneur von IrtpoitÄ. Don son­stigen Furstlichketten find anläfelich der Trauung Ichon dnflrtToffm. Prinz und Pemzesstn Arel von Länemark. Prinzessin Lrich von SänemarL dre beiden österrcichl scheu Erzherzoginnen Imma­culata und 'margarcte. eine Prinzessin von *5Ux» ttbor und die Prinzessin Maria 3of6 von Del- giert Tie Trauung findet am S. Rovernber m der Kathedrale San Franzisco statt und wird von Kardinal Ascalosci vollzogen werden.

Seibehaltung derZuchthauSstrase

Ablehnung gegenteiliger Anträge im Rechttzaubschutz.

Jm Sttasrechrsaus schüfe de« Reichstag« sprach sich am Donnerstag der Derichterftatter Dr. Rosenfeld (Soz.) für die Defeitiguna der Zuchthausstrafe aus. Er beriet sich dabei aus den Onhmtrf von Rodbruch aus dem Jahre 1922. Es genüge eine Einheit-strase. Schon heute bestehe kaum noch ein wesentlicher Unter­schied zwischen Gefängnis und ZuchthauS

Der Milberichterstatter Dr. Zapf ('S). Dp.) trat dem entgegen mit dein Hinweis, doh auch im Radbruchfchen Entwurf -wischen stren­ger und einfacher Gefängnis st rase unterschieden worden fei. Wenn man nicht abstufe, benachteilige man diejenigen, die mir leichte Strafe verwirft hätten, gegenüber den Schververbrechem.

Ministerialdirektor St. Dumke vom ReichS- justiz Ministerium bekämpfte den so-ialdemokrati­schen Antrag auf 2T51d>athmg der Zuchthaus­strafe. Taft diese nicht entbehrt werden könne, ergebe sich schon daraus, dah die Gerichte jähr­lich noch rund 10000 Zuchthaus stra- f en verhängten, obwohl sie in fast allen Fällen durch Bewilligung mildernder Umstände zu Ge­fängnisstrafen kommen könnten. Der Entwurf deS Strasiwllzugsgesetzes zeige, daft auch künftig noch deutlich zwischen Zuchthaus und Gefängnis unterschieden werden könne. Die Unter­scheidung möge vielleicht dem in der Freiheit Defindlichen geringsügig erscheinen, für den Ge- s an gen ei' aber sei sie von höchster Bedeutung.

Ministerialrat Schäfer vvm preußischen Oustizministerium trat Im Gegensatz dazu für Abschaffung der Zuchthausstrafe ein. Die Entwicklung gehe zur Einheitsstrafe hin. Wenn Preuhen im ReichSrat noch keinen Antrag auf Abschaffung der Zuchthausstrafe ge­stellt habe, so habe eS darauf nur verzichtet, um die Reiorm nicht zu verzögern. 3m Stvaf- vollzugSge< etzenttvurf bestehe der Unterschied zwi­schen Zuchthaus und Gefängnis nur noch in Kleinigkeiten. Praktisch bleibe nur noch di« entehrende Wirkung der Zuchthausstrafe bestehen. DrcS fei aber nach dem Grundgedanken der Straf recht »reform kaum noch erwünscht.

Abg. Dr. Schaf er-DrcSlau (Sn.) verlangt neben der Gefängnisstrafe noch eine schwerere, die Zuchthausstrafe. Man könne kleine llebd» tätet nicht aleichstelken mit besonders ge­meinen Verbrechern.

Abg. Landsberg (Soz.) sprach sich gegen die Unterscheidung aus Durch die Zuchthaus- strase werde dem Täter sein Wiederauf­stieg in unerhörter Weise erschwert.

Abg. Scheiter (Zentr.) war der Ansicht, daft man auf eine .Unterscheidung zwischen Ge- sänginSstmsc und Zuchthausstrafe nicht ver­zichten könne. Der Zwe.k der Strafe müfse auch abschrecken und iKergelhmfl sein.

2lbg. Fmu LüderS (Sem.) war der An­sicht. daft der Harne Zuchthaus jede weitere wirtschaftliche Betätigung ungeheuer erschwere.

Wg. Dr. Rosenfeld (Soz.) betonte, dah die Soztaldemokraten für den Fall der Ablehnung ihres Antrages wenigstens das Wort Zucht­haus ab schaffen wollen.

Abg. Dr S cha e s s e r-DreSlau (Sn ): Wir tverden s ü r das Wort Zuchthaus stimmen. Würde da- Wort schweres Gefängnis" an StelleZuchthaus" treten. Io würde eS bald denselben Sinn haben. Auch der österrei­chische Entwurf hat unseren Begriff Zuchthaus übernommen und damit seine Begriffever- fchärft" undschwerer verschärft" aufgeqcben. . Abg. Schul te-DreSlau (Zentr.) wie» dar­auf hin. bah es doch die Schwerverbrecher seien, die verachtet werden, nicht da» Wort Zuchthaus. Man INI doch nicht llriache und Wirkung verwechseln.

3n der Abstimmung wurden die Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten, da- Wort Zuchthaus abzuschasfen. abgelehnt. Ebenso wurde auch der sozialdemokrattsche Antrag auf Aenderung deS Wortes ..Zuchtbaus" aoge- lehnt. Dagegen wurde ber ß 34 rn der Fassung der Regierungsvorlage angenommen. Er lautet: Freiheitsstrafen sind Zuchthaus, Gefängnis und Einschliessung

Oie Haltung der Sozialdemokraten in Kattowih.

Kaitowitz, S. Nov. (Dolfs.) Die deutsche Sozialdemokratie, die mit zwei Sitzen in der kommissarischen Verwaltung der Stadt Äattoroih vertreten ist, hat sich dem -schritt der deutschen bürgerlichen Parteien nicht ange- schlossen, oie gibt heute eine Erklärung bekannt, in der ee helfet. daß sie die Stellungnahme der deut- schen Dahlgemeinschast zwar verständlich finde, sich ihr aber selbst ausparlelpolltischenGrün. den nicht anschlietzen könne.

Aus aller Welt.

Schwere Lchiffölatastrophc vor dem Hafen von Lvdney.

Mm (Eingang jum Hasen von Sidney (Australien) ereignete sich ein schwerer Schisfezusammenstofe Der Conboner Dampfer ..Tahiti' rammte da» Jähr boot ..G r e y c l i s s e' Die Gewalt de» Auspralle» war so stark, datz da» ^äbrbool völlig umfLppte und wenige Augenblicke kieloben schwamm und dann plötzlich i m Meer verschwand. In vord de» gesunkenen Dampfer» befanden fich etwa ISOHueflügler. darunter Jrauen und Sinder (Ein grober Teil von diesen desgnd sich im Augenblick de» Zusammenstöße» In den Salon» ober in den üabinen. so datz sie fid) nicht In Sicherheit bringen konnten Die Zahl der Opfer wird mit 11 loten und 26 vermißten angegeben nundette von Personen beobachteten vom ttasen au» die Ra taflropbe Trotz der lahlrelthen haiflldw versuchte eine Rdbe von bekannten Schwimmern die Haglürfs- stelle \u erreichen, um sich an dem Rettnngwmerf < beteiligen. Die Mehrzahl der Onfrr scheinen Schul

kinder ia sein. 3a den Hospitälern find bisher 37 Personen unlergebrachl worden, die beim Za- fammrafloh jum Teil sehr schwer oerletzt wurden.

Sau eine» 5 taubem mes im Blauen HiL

Reuyork Xrn s meldet, daß di« abessimiche Ke- gierimg eine Ersens im« in Neuyvrk mit der E r-

rt d) t un g eine»6taubammesamBlauen R t (, an der c teilt. wo er aus dem Tsanansee austret#, beauftragen wird. Roch Reuter würLe ein solches Abkommen gemäß den pmichen Grvftbnlan- nier. und Abessinien bestehenden Abmachungen u n - möglich sein. Die Wasserversorgung

Oie Richtlinien für die Aufnahme von Auslandkrediten.

Eigene Drahtmeldung des(Biefeener Anzeiger»'.

Der Verwendungszweck der Auslandanleihen

Legnprens unb des Sudans wurde dadurch von bem al.« 'machen St au dämm abhängig fern. Die Ber- band^unaen zw chen der ade wuschen y.egtrung und her Jtf .'Dörfer Zinna I. G S h i t r über den Bau sollen jedoch bereits ;o gut wie abgeschlossen ein. Löhne beabsichtig den Damm mit feinem eigener Gelbe zu bauen und den Engländern das Serk für Bewänerungs zwecke zu verkaufen. Dw ade' nasche Reg erun, oll einen Anteil an den ®eaxrmen erhalten und nach einer Anzahl von 3afr ren bas Anrechtauf den Damm. Der Plan werde be Billigung des arnenkaniichen Staatsdepartement» erhalt, n. das. wie erwartet werbe zum erstenmal eit zehn Zähren einen G (andten nach Abessinien entfenben werde.

Berlin. 4. Jlot lieber den 3nhall der neuen Richtti men übet die Aufnahn.e von Aus- landkrediten. beten voller Wortlaut voraussicht­lich Gnbe dieser Woche veröffentlicht werden wird, erfahren wir. datz sie. den früheren Richt­linien angepatzt, im wesentlichen aber doch äusser- ordentlich verschärft worden finb 3m ein­zelnen seyen sich diese Richtlinien au* vier Ab­schnitten zusammen und gehen, wie eS im Ab­schnitt A Absatz 1 heiht. von her Voraussetzung cu6. datz sich die Länder einig sind, dah die Anleihen beschränkt werden müssen. Sie ver­pflichten sich, die Richtlinien zunächst f ü r ei nen Zeitraum von zwei Jahren einzuhalten. Tod) Abschnitt A Absatz 11 gellen die Richt­linien erstens für Ausland kredite der Länder. Gemeinden und GemAndeverbänbe. zwei­tens für den Au s la n d ve r ka u s geschlossener Posten von Kommunalvbligationen sol­cher ÄrebthnfHhite, zu beten Aufgabe bte Be- friebimmfl des kommunalen Kreditbedarfs gehört, und schliesslich für die Bürgschaften unb Sicherheiten, die zugunsten dritter von Län­dern, Gemcinben und Gerneindeverbänden ge­stellt werden, sowie für Auslandkredite, für die eine von einem Lande ober einer Ge­meinde bereits gestalte Bürgschaft wirksam ist, ausgenommen wenn eS sich um den Fall des TcrfüufS öffentlicher Schuldverschreibungen han­delt. Sie Aufnahme einer der vorstehend erwähn­ten Auslandkredite darf nur erfolgen, wenn die in den Richtlinien ausgestellten Bedingun­gen beachtet werden, ferner auch nur. wenn eS die Wirtschafts - unb währunaspoli- ttf chen Berhältnisfe gestalten. DieForm des Kredites wird nach Abschnitt B erstens in langfristige, d. h. auf höchstens 10 3ahre, unb in kurzfristige Kredite auf mindestens ein 3ahr festgelegt. Die von der Beratungsstelle festzusetzenden jährlichen Höchst belastun- ?en werden auf der Grundlage des RettoerlöseS crechnet unter Berücksichtigung des Disagios bei ber Ausgabe Mich in Hinsicht auf bi« Til- gungsbedinguTtgen. Die VermittelungS- vrovisionen sowie alle festgesetzten Zinsen Dürfen nicht überschritten werden.

wird nach Abschnitt C dahingehend feltgelegt. dass diele Anleihen nur )ür eigene ötoeefe des Kreditnehmenden verwandt werden dürfen. Ck dürfen nicht an phystfche oder lurist'lche Personen bei privatrech:- weitergegeben werden und muffen unmittelbar produk­tiven Zwecken bienen, d h nur solchen wer­benden Anlagen, die durch unmittelbare Erzeugung von Werten bie Verzinsung und Amortisation gewährleisten, ohne dah all- reine Einnahmen des öffentlichen Versandes

Anspruch genommen werden. Sie Anlagen müssen so dringlich fein, dah sie nicht zurück- gestellt werden können. Ausdrücklich wird in Abs. 4 Abschnitts betont, dah für die Sicher­st e l l u n g der AuSlandkredue keine speziel­len Pfänder vorgesehen werden dürfen. DaS Gutachten der Beratungsstelle ist einzuholen erstens, tocmi von den Richtlinien abgewichen wird und zweitens, wenn die Einholung eines Gutachtens für erforderlich gehalten wird.

Die Berafangsftetlc

selbst ist ein au» Sachverständigen bestehender Aus­schuß der Länder mit einem vorn Reichsfinanz- Minister bestellten Vorsitzenden sowie je einem Sach­verständigen. dem der Reichsfinanzminister und dev Reichsbankpräsident zu bestellen Haden, und ferner dem Präsidenten der Preußischen Staatsbank, dem Präsidenten der Bayrischen Staatsbank und einem Vertreter des Staates, der ein Gutachten einholt Die Entschließungen erfolgen mit Stimmenmehrheit, bei Stimmengleichheit ist die Stimme des vor» sitzenden maßgebend. Der in der Minderheit ge­bliebene Sachverständige kann eine nochmalige Beratung verlangen, ebenso das betreffende Land, dessen Ärebitantrag abgelehnt worben ist In diesem Falle sind die Minister sowie ber Reichsbankpräsi- bent selbst im Ausschuß vertreten Die Mitglieder des Ausschusses sind zur Geheimhaltung verpslichtet. Die Befürwortung einer Anleihe gilt erst als er­folgt, wenn die Geschäftsführung dem bas Gutachten einholenben Lande eine entsprechende Mitteilung gemacht hat.

Oer Breslauer Mordprozeß.

Breslau. 3. Rov. (XU.) Heute morgen wurden im Heydebrand-Prvzesi die Zeugenver­nehmungen fortgesetzt. Fräulein v. L e p p o w . die Schwester der Bertzorl>enen. verzichtete auf eine Zeugnisabgabe. Guts Inspektor v. Xrze - biakvwski schildert Frau v. Hehdebrand als eine zielbewußte, energische Frau, mit der jeder­mann auSkommen konnte, denn sie verschloß sich auch keiner gerechten Krittk. Die Berstvrbene äußerte einmal tränenden Auges: ..Wenn Sie wüßten, was mir mein Mann heute angetan hat." Ss wollte scheinen, dah der Regierungs­rat die Heirat nur des Geldes wegen eingegangen sei. Sie wiederholten Zah­lungsbefehle seitens des ManneS kränkten die Verstorbene. Ser Zeuge vernein t die Frage, ob Frau v. Hehdebrand Selbstmord­gedanken geäußert habe. Sie habe geäußert, wer Selbstmord verübe, der könne ihr leid tun; er sei zum Lebenskampf zu feige Bei anderer Gelegenheit habe Frau v. Hehdebrand die Aeuße- rung getan, sie hätte da- Gestühl gehabt, ihr Mann hätte sie bei einer Bootsfahrt ertränken wollen.

Der Haupt zeuge, Oberpfarrer Dr. Schäfer, ber seit 1915 nicht nur Seelsorger, sondern auch Berater der Verstorbenen, vornehmlich in juri­stischen Dingen war. trat mit voller Energie als Verteidiger der Verstorbenen und als Anlläger gegen den Beschuldigten aus. Er bezeichnete es als völlig ausgeschlossen, daß die Verstorbene selbst Hand an sich gelegt habe, dem Angeklagten aber traue er bei Berücksichtigung aller seiner Charaktereigenschaften zu. daß er die Verstorbene ermordet habe. Der Zeuge schilderte hierauf die Verhältnisse, wie sie auf dem Gute geherrscht haben. Oft genug habe sich Frau von Heydebrand bei ihm über bie schlechte Behandlung seitens ihres Mannes beklagt, den sie stets als einen Schleicher geschildert habe. Einmal habe sie ihm erklärt, er solle nur einmal einen Blick in da» 3miere dieses Mannes werfen, es würde ihn dann ein Grauen erfassen. Oberpfarrer Schä­fer gab weiter der Ansicht Ausdruck, daß der Angeklagte es bei ber Eheschließung nur a u f ba» Geld der Verst orbenen abge­sehen habe. Schon bald nach der Verheiratung habe sich Frau von Heydebrand bei ihm beklagt, daft sie in große Bedrängnis geraten sei und ein fürchterliches Leben führe. Ikm der Hoch­zeitsreise. die das Ehepaar nach Kissingen ge­macht hätte, habe Frau von Heydebrand allein nach Hause zurückkehren müssen, weil ihr Ehemann feine von ihm geschiebene Frau in Stuttgart besucht hat. Ser Zeuge schil-

wahrheitsliebenbe Frau von gesundem Menschen­verstand. Gelegentlich sei es horgefomaien. daß sie wetterwendisch geworden fei. dies aber nur dann, wenn ihr mit Niederträchtigkeit begegnet worden fei Niemals habe Frau von Hevde- brand an eine Aussöhnung mit ihrem Manne gedacht Wenn davon in den Akten bie Rede fei. so lei bas nichts weiter als Spiegeliechterei. Der 3euge Ichilderte dann noch den bereits von anderen beugen erwähnten Vorfall au» dem Ausflug nach dem Schlawaer See Aach der Rückkehr von Metern Ausflug sei Frau von Hevdevrand sehr niedergeschlagen gewesen unb ihre Anbeutungen hätten darin gegipfelt. > .^s dem Angeklagten darum zu tun gewesen fei. »ich ihrer bei bem Auslluge zu eniledrgen. Der Etae.'sanwalt wandte »ich an OberolamT Dr Schäfer mit der Frage, ob er auch nicht etwas über

die Krankheit der Fra» von sievdebrand erfahren habe und darüber aus'agen könne. Aus seinen, des Zeugen. Auslagen habe man ent­

nehmen können, daß er nicht nur 3unft und Theologe sei, sondern auch in landwirtschaftlichen Dingen Bescheid wisse, vielleicht könne er auch auf medizinischem Gebiete Auskunft geben. Oberpfarrer Schäfer bemerkte, er habe feine ^«anlassung, auf die ironischen Bemerkun­gen des Staatsanwalts einzugehen- er verzichte gern auf die ihm zuerkannten Epitheta. Zur Sache selbst wolle er erklären, dah er sich nie­mals in Dinge einzumischen pflege, die öyn nichts angingen. Die Zwischenfrage, ob er bei Frau von Hehdebrand nicht die starre Pu­pille eines Auges bemerkt habe, verneint der Zeuge.

vkuge Rittergutsbesitzer Reckowski stellte daraus dem Angeklagten daS beste Leumunds­zeugnis aus unb erklärte, ihm die Tat nicht zutrauen zu können.

Rittergutsbesitzer von Ha u g w i tz - Groft- Sürchen beurteilte die verstorbene als einen schwierigen, komplizierten Menschen, aber als liebenswürdige Gastgeberin und betonte, daß sie ihm gegenüber die Ansicht bekundet habe, nur des Besitzes wegen geheiratet wor­den zu sein Den Regierungsrat bezeichiete der Zeuge als seinen besten Freund, dem er die Tat nicht zutraue. Rodle Passionen habe er nicht gekannt Frau von Haugwitz sagte auS. daß die USerfiorbene ihr gegenüber über den Mann geklagt und sich vernachlässigt gefühlt habe. Sie Zeugin sch.lderte die '^erftorbene ul­st beraus leidenschaftlich impulsiv, aber lebens­froh. Als das Unglutf bekannt geworden sei, habe sie - die Zeugin nicht an Selbst­mord geglaubt

Jräuleln Grsa von funk, eine Freundin der verstorbenen, bekundete, daß Me verstorbene noch am läge vor der Unglücksnacht Ihr gegen­über Zukunstspläne entwickelt habe.

Die Zeugin Fräulein Hofmann schildette die Verstorbene als stets unheimlich, mit dem Eindruck einer stark nervösen Frau. Der Bruder der Vcrstorbenen Hube die Rervenbehandlung für unbe­dingt nötig erachtet, (finmul sei sie die Zeugin mit der Verstorbenen nach Friedrichroda gefahren, wo Frau von Heydebrand eine Salvorsankur ver- ordnet worden fei. die jedoch nicht bi» zum Ende durchgefüdrt worden sei. Auch in Breslau fei die Verstorbene mehrfach in Behandlung gewesen Die ssrantheitserscheinungen Wen einer paralyti­schen Nervenstörung nahegekommen. Bei Einkäufen in Breslau sei e» vorgekommen, daß Frau von 5ieydebrand sich mehrere etunben Waren vor- legen liefe unb dann nichts ober aber in Unmengen selbst werttose (Regenftanbe kaufte.

L1 inbgertdjtsrat Fehr, v Wränge! erzählte von ber *agenNiebe des Belchusdigten. zu ber Fran­zösin Poonne. bie er zu heiraten gedachie. Diese Heirat habe er. ber Zeuge, jedoch verhindert, wes­halb ihn der Beschuldigte nach feinen eigenen An­gaben auf einem Pirschgange erschießen wollte.

In einem Brief, dessen Verlest.og der Gtoatsan- walt forderte und der bezeugen soll, daß die ver- ftoebene ihrem Wann di, Geldheirat vorgeworien habe, ftebt. da, bem Angeklagten der Besitz de» Gutes über den von seiner Frau nicht geben solle. Diesen Vorwurf habe der Angeklagte sofort zurück- gewiesen und gedroht, lieber davon zu gehen, al» die Vorhaltung noch einmal zu hören. Frau Adele von Hetzdebrand. f erste Gattin des Ange­klagten betont, daß naiii zehnjähriger guter (Ebe der Weltkrieg religiöse Differeivien unb andere» sie in Gegen«atz zu ihrem ®or.n gebracht habe, die «chstestlich zur Scheidung geführt harten Zdeale ''»i-stchtt-Punkte seien bem Lng,'. iaien stet» eigen ge­wesen £te Zeugin traut dem Manne mcht zu. die Tat um de» Besitzes wegen getan zu haben. Schluß der Beweisaufnahme.

Ein Muhlendesiher tödlich verunglückt.

Der Mühlenbesitzer Schwanke in Wulb - htlbertsheim bei Kreuznach wurde von 'e.ncm Sohn.' an dem groben .Zahnrade des Mstblwerkes h.- nd tot aufgefunbrn Ser Un­glückliche dürfte eim Auflegen eines.Riendens mit den Kleidern zwischen Rtemen und Lchecöe geraten unb hrrumge'chleudert worden fein

Den lob de» üindes oorausgeafenl

Den Tod ihre» Kinde» ahnte in Algenroth (Ber- fenfelb) eine Mutter voraus; sie hatte ihr eigenes Kind fürsorglich gebettet und im geheizten Zimmer aufgeftellt. Trockenes noü fing im Backofen Feuer entwickelte Rauch und bas Kind erstickte. In einem Konzert, dem bie Estern bei­wohnten. wurde die Mutter von großer Unruhe be­fallen. lies nach Haufe und sand ihr Kind tot vor.

Aus bem Gefängnis entflohen

3n den frühen Mcgenftunöen des Festes Allerheiligen entflohen techs Gefangene aus dem Gefängnis in Turnvwitz Bei den Aufräumungs- arbeiKm wurde der Gefängnisaufseher eingefperrt Mit einem Schlüssel wurden einige Gefangene aus Ihren Zellen befreit Die Polizei nahm am gleichen Tage drei Aus­brecher fest

van der Tochter ermordet.

Vor einigen Wochen ist der Gutsbefcher Paul Sas in Szolnok plötzlich gestorben D » Polizei liefe, veranlafet durch einen anonymen Brief, d.e Leich» ausgraben und untersuchen. Die chemische Untersuchung feai ergeben, daft der Magen des Verslorbenen auffallend viel Ar^en enthielt. Hieraus tvurden die Frau und Me 15jährige Tochter des Verstorbenen verhaftet. Sie Tochter hat ein«standen. ihren Vater vergiftet zu haben, lndem sie in einer Erbsensuppe 20 Blatt Fliegenpapier auf gelöst batte. Sie habe den Vater getötet, well er die Mutier und sie schlecht behandelt habe.

Stadtjubiläum Jranfcnlljals.

Frankenthal wurde vor 350 Zähren zur Stadt erftärt. Dce Siedlung Frankenthal ist schr alt und reicht urkundlich bi» m da» 8. Zahrhundkri zu­rück. Das Lorscher Kloster besaß zu jener Zeit Ge- lande in ber hiesigen bi» 1119 durch Kiim-

merer Erkenben von Worms hier ebenfalls em Kloster begründet wurde. 3m Jahre 15M wurde bas Augustincrklofter Frankenchal roearn ..ärger­lichen Lebenswandels der Mönche" ausgehoben und Kurfürst Fnedrich der Dritte nahm es in Be­sitz. Aber erst, al» sechzig vertriebene, reformierte niederländische Familien «m Jahre 1362 da» Kloster bezogen, blühte der Flecken aus. so daß bereite fünf« zchn Jahre später die Erhebung zur Stadt erfolgen konnte

Oie Wetterlage

vvcrßi.. i-tflc.

Während ;n den letzten Xaatn der hohe Luft­druck sich wenig änderte, zri^t sich heute ttf Zu!ammenhang mit den Ac bau des fcmttnm» taten H.ch^ruckgeb.etes Luftdruckfall An der Rückseite des nördlichen Ttefdruckgebirtes brtn-ym falte Luftmasten vor. bte in Srofebritonnicrt unb Irland einen Temperaturrückgang von ca. 5 Grad gebracht haben. Srr 5 nflufe ber oor- c nagenden Kaltluft lätn auch in Deuttchland rneriett* bie Temperaturen hrrfen und anderev- tetts gestaltet ssch bei lebhafter Luttbewegung 7er Wittern ngscha ratter veränderlich Reben wechselnder Bewölkung treten R.ederlchlä^e in Form von Schauern auf Die Gefahr leichten Rachel rost es bestebt nur in ervonierren Lagen.

WettervorauS'agr Unbeständiges Wetter, noch stellenweise Rebel wechfelnd wolkig mit iu^bcürrur.q kühler und zeitweise Riederschläge, lebhafte um West drehende Winde

Witterunasauss.chten für Sonntag Roch wech'elnd wolkiges, kühles Wetter mit verein­zelter Riederschlägen wahrscheinlich

Lusttemperaturen am 3 'Rooember: mittag» HL Grad Celsius, abends 10,7 Grad Celsius am 4. Rov : morgens 10L Grad Celsius. (Fröiempcraturen in 10 Zent mcter liefe am 3 Rooemher abend» 113 morgens 10,2 Grad Celsius Maximum 16.7 Grad Celsius. Minimum 9T Grad Celsius. Aiederichläge 0,1 Millimeter. Sonnen!chrindauer: 1H Stunde.